DREHSCHEIBE-Online 

Anzeige

HIER KLICKEN!

 08/01 - Auslandsforum "classic" 

  Neu bei Drehscheibe Online? Hier registrieren! Zum Ausprobieren und Üben bitte das Test-Forum aufsuchen!
Bitte unbedingt vor Benutzung des Forums die Ausführungsbestimmungen durchlesen!
Ein separates Forum gibt es für die Alpenländer Österreich und Schweiz - das Alpenlandforum
Zur besseren Übersicht und für die Suche: Bitte Länderkennzeichen nach ISO 3166 Alpha-2 in [eckigen Klammern] verwenden!
[GB][IM]Schmalspur in Nordwales und Isle of Man - Teil 13: Groudle Glen Railway und Ramsey



Zunächst die Links zu den bisherigen Teilen:
Teil 1: Llandudno
Teil 2: Llangollen, Pontcysyllte-Aquädukt, Chester
Teil 3: Llanberis und Holyhead
Teil 4: Llandudno - Blaenau Ffestiniog - Machynlleth
Teil 5: Aberystwyth und Devil’s Bridge
Teil 6: Fairbourne – Barmouth und Talyllyn Railway
Teil 7: Caernarfon und Welsh Highland Railway
Teil 8: Welshpool und Shrewsbury
Teil 9: von Wales zur Insel Man
Teil 10: Laxey, Douglas und Port Erin
Teil 11: Peel, Curraghs Wildlife Park, Ramsey
Teil 12: Laxey Mine und Snaefell



Sonntag, 30. Juli 2017

Heute fotografieren wir weitere MER-Fahrzeuge, fahren mit der Groudle Glen Railway und spazieren durch Ramsey.



Ein Blick aus dem morgendlichen Fenster zeigt: es ist blauer Himmel und kaum Wind. Auf dem Handy stelle ich hingegen fest, dass es in Wien eine Hitzewelle mit bis zu 36°C gibt. Wie üblich mache ich einen Morgenspaziergang während die anderen noch schlafen, dabei sehe ich die Fähre nach Belfast vorbeifahren, bei der Station Dreemskerry entdecke ich Gleise im Wald oberhalb der Station, außerdem herrscht heute so gute Sicht, dass ich die Küsten von England und Schottland sehen kann.

https://abload.de/img/u2017_1869a_0733530au6f.jpg
Beim Morgenspaziergang fährt die Fähre nach Belfast vorbei, es ist wohl eher ein Katamaran und recht schnell unterwegs.

https://abload.de/img/u2017_1869b_074716pzu0w.jpg
Die Kreuzung mit der MER, an der sich (rechts) die Station Dreemskerry befindet.

https://abload.de/img/u2017_1869c_0751083rueg.jpg
Seltsame Gleise im Wald oberhalb der Station, offenbar frisch freigelegt.

https://abload.de/img/u2017_1869d_075143sluvb.jpg
Richtung Bahntrasse enden die Gleise in luftiger Höhe und sind hochgebogen: sehr seltsam! Dahinter erkennt man die Oberleitung der Manx Electric Railway.

Beim Frühstück frage ich Robin, ob er von den Gleisen weiß. Ja, es war dort einmal ein kleiner Steinbruch, und man hat vor kurzem eine Exkursion zu diesen Reststücken von Gleisen gemacht, und aus diesem Anlass auch einiges freigelegt, sodass man also mehrere Meter Gleis gut sehen kann.

Robin wird sich heute die Zeit nehmen, um mit uns die Groudle Glen Railway zu besuchen, denn er war schon lange nicht mehr dort. Wir machen uns einen Treffpunkt aus, denn wir wollen uns zuerst noch in Laxey aufhalten. Wie üblich nehmen wir den ersten Zug um 10.20 Uhr Richtung Laxey. Heute ist ein besonders dichter Fahrplan, denn es ist der einzige Sonntag in den Tagen des „Manx Heritage Transport Festivals“. Für den heutigen Tag wurde also auch ein eigener Fahrplan aufgelegt, von dem ich einen Internetausdruck und einen in Lasey gefundenen Folder habe, die jedoch nicht genau übereinstimmen. Während an den meisten Tagen im Sommer 9 bis 10 Zugpaare verkehren, dazu ein bis fünf Paare nur auf Teilstrecken (nur bis Laxey), waren es an den vergangenen vier Tagen des Transport Festivals 18 Zugpaare (und zwei auf Teilstrecken), heute jedoch 22 Zugpaare (plus zwei auf Teilstrecken). Entsprechend kann ich heute mindestens 14 verschiedene Zugsgarnituren, alle mit Beiwagen, zählen. Es können auch mehr gewesen sein, denn wir waren ja nicht nur auf der MER unterwegs.

Fahrt nach Laxey und Groudle Glen

Zunächst geht es also zu Fuß zur Station Dreemskerry, wo ich meinem Freund H. die Gleisreste im Wald zeige. Der erste Zug, den wir dann sehen, ist einer nach Ramsey, er fährt mit der grünen offenen Garnitur 32+62. Unser Zug ist dann der blaue mit 7+48, wie schon vor drei Tagen. Unterwegs kommt uns Triebwagen 22 entgegen, den wir heute zum ersten Mal sehen. Wir werden ihn später noch fotografieren können. Im Laufe des Tages werden wir alle bisher gesehen Triebwagen sehen, bis auf Nr. 2, dafür aber neu Nr. 22. Von den Beiwagen sehen wir ebenso alle bisher gesehenen, ausgenommen Nr. 60, dafür aber neu Nr. 62.

https://abload.de/img/u2017_1871wzupq.jpg
Den Zug 32 mit Beiwagen 62 kennen wir schon, hier ist er fotogener in der Station Dreemskerry, die er ohne Halt durchfährt, weil niemand einsteigt.

https://abload.de/img/u2017_1875k5u3p.jpg
Und hier noch ein Stimmungsbild der Station.

https://abload.de/img/u2017_1877x4ur1.jpg
Auch wenn der Himmel anderes vermuten lässt: es scheint doch auch immer wieder die Sonne und beleuchtet die vorbeiziehende Landschaft.

https://abload.de/img/u2017_1881fgus7.jpg
In Laxey steht der Museumsbus in der Straße, die von den früheren Reihenhäusern der Minenarbeiter gesäumt wird.

https://abload.de/img/u2017_1888xwuc0.jpg
Für die Busfreunde hab ich den Doppeldecker auch aus der Nähe fotografiert.

In Laxey halten wir uns wieder länger auf, denn der Fahrplan ist heute besonders dicht und es gibt ja einen dichten Takt. Trotzdem können wir nur zwei bisher nicht gesehene Fahrzeuge sehen:

https://abload.de/img/u2017_1897tkua2.jpg
MER-Trailer Nr. 62 wurde 1906 gemeinsam mit Nr. 61 als offener Trailer in Dienst gestellt. Die beiden Trailer waren als Beiwagen für die Triebwagen 32 und 33 bestimmt und so war Trailer 62 auch zumeist mit Triebwagen 32 im Einsatz. Zwischen 1958 und 1961 trug er als einer von drei Beiwagen den damaligen grünen „Nationalised“-Lack, den er zwischen 1978 und 1985 erneut erhielt. Seit 2016 ist er wieder in dieser Farbgebung im Einsatz, um mit dem ebenfalls grünen Triebwagen Nr. 32 zusammenzupassen, nachdem er für neun Jahre wegen Rissen in den Achsen abgestellt gewesen war.

https://abload.de/img/u2017_190406u2e.jpg
MER-Triebwagen Nr. 22 wurde 1899 als letzter der damals vier gelieferten „Winter Saloons“ (19-22) in Dienst gestellt. 1932 erhielt er umstellbare Sitze mit Polsterbezug. Zwischen 1958 und 1960 hatte der Wagen mit zwei anderen Winter Saloons die grüne „Nationalised“-Farbgebung. 1990 wurde der Aufbau bei einem Brand im Derby Castle-Depot vernichtet, worauf ein neuer Replica-Aufbau hergestellt wurde. Der Wagen wurde 1992 wieder in Dienst gestellt. Obwohl der Wagen im traditionellen Stil aufgebaut wurde, gibt es einige kleine Unterschiede zu den anderen drei Wagen dieser Serie. Es folgten mehrere Neulackierungen in unterschiedlichen Schematas, zwischen 2001 und 2002 in einem seltsamen Rot/Weiß ähnlich dem damaligen Schema der Busse, zuletzt wurde er 2010 wieder in den traditionellen Farben lackiert und nach einjähriger Abstellzeit und einigen Umbauten seit Juli 2013 wieder im Einsatz.

https://abload.de/img/u2017_1898b8urb.jpg
Dieser alte Morris (?) kam während des Wartens auf einen Zug vorbei.

https://abload.de/img/u2017_1890f5uhr.jpg
Einen SMR-Triebwagen konnte ich wieder abseits der Station fotografieren.

https://abload.de/img/u2017_1894hvu8o.jpg
Den geschlossenen Beiwagen Nr. 57 haben wir zwar schon gesehen, aber so gut aufnehmen konnte ich ihn noch nicht (hinter Triebwagen 20).

https://abload.de/img/u2017_1891xduat.jpg
Während des Wartens kam mir endlich die Idee, den Lokschuppen der Great Laxey Mine Railway zu fotografieren.

https://abload.de/img/u2017_1895o5u5n.jpg
Von Ferne (mit Tele) konnte ich auch einen Zug dieser Bahn auf der Strecke fotografieren.

Nach eineinhalb Stunden Pause in Laxey, in denen wir wieder viele Bilder machen konnten, fahren wir weiter nach Groudle Glen, um dort Robin zu treffen. Wir sitzen im Beiwagen, aber ich vermute, Robin wird wohl im gleichen Zug sitzen, aber im Triebwagen, und genauso ist es auch. Bevor wir hinunter zur Groudle Glen Railway gehen, warten wir noch auf zwei Züge, die wir fotografieren, dann geht es durch den Wald zur Endstation der kleinen Eisenbahn.

https://abload.de/img/u2017_19154juwo.jpg
Auf der Fahrt nach Groudle Glen stand unterwegs diese Draisine (?) ohne erkennbare Nummer auf einem Nebengleis.

https://abload.de/img/u2017_1916zuu8v.jpg
Der Verkehr war heute sehr dicht und so entstanden auch Bilder von Gegenzügen wie diesem hier.

https://abload.de/img/u2017_1920msu2d.jpg
Triebwagen 22 in der Station Groudle Glen in Fahrtrichtung Ramsey.

https://abload.de/img/u2017_1923kcu6b.jpg
Der Fußweg zur Abfahrtsstelle der kleinen Bahn führt durch einen Teil des Groudle Glen.

https://abload.de/img/u2017_1927nuuww.jpg
Auch hier, mitten im Wald, gibt es ein (kleines) Wasserrad.


Fahrt auf der Groudle Glen Railway

Der Grund, warum wir am heutigen Sonntag mit dieser Bahn fahren wollten ist der, dass heute alle Lokomotiven im Einsatz sind. Wir sehen daher auch wirklich alle fünf und sehen vier davon auch auf der Strecke. Und da der Andrang heute auch größer ist als an einem Werktag, ist auch die Zugsfrequenz entsprechend hoch. Bemerkenswert ist, dass wir mit unserer GO-explore-Card auch auf dieser Bahn Freifahrt haben, ebenso wie wir auch auf der Laxey Mine Railway damit fahren konnten. Wir erhalten nach Vorlage unserer Karte eine kleine Kartonfahrkarte.

Die Bahnstrecke Lhen Coan – Sea Lion Rocks
(Groudle Glen Railway)

Die kurze Bahnlinie (610 mm Spurweite, 900 Meter Länge) wurde 1896 aus touristischen Gründen eröffnet, um Fahrgäste von der neu erbauten Manx Electric Railway durch das Tal des Groudle zu einem neu errichteten Zoo an der Steilküste zu bringen. Eine Dampflok und drei Personenwagen waren die erste Ausstattung, es folgten aber bald wegen des Zustroms eine weitere Lok mit einigen Wagen. Die Bahn verkehrte in der Saison täglich. 1921 wurden Akku-Lokomotiven angeschafft, die sich aber nicht bewährten, sodass man zur Dampftraktion zurückkehrte. Während der Kriege ruhte der Verkehr, nach dem Zweiten Weltkrieg konnte die Strecke nach einem Erdrutsch erst 1950 wieder in Betrieb gehen, der Zoo existierte nicht mehr. 1962 wurde der Betrieb nach dem Versagen einer Lokomotive eingestellt.
In den 1980er-Jahren entschloss sich ein Museumsbahnverein zum Wiederaufbau der Bahnlinie. Ein erster kurzer Abschnitt ging bereits 1983 in Betrieb, 1986 wurde die gesamte Strecke offiziell wiedereröffnet. Die Bahn verkehrt in der Sommersaison an Sonntagen, im Juli und August auch mittwochs sowie im August zusätzlich dienstags. Im Einsatz ist seit 1987 die renovierte Originallokomotive „Sea Lion“ von 1896 sowie einige Fahrzeuge von privaten Eigentümern, zwei Diesellokomotiven sowie Gastfahrzeuge. Eine zweite Dampflok „Brown Bear“, Nachbau der Lok „Polar Bear“ aus dem Jahr 1905, die in einem Museum ist, ist derzeit in Bau.


Zunächst schauen wir uns noch im Abfahrtsbahnhof um, wo zwei kleine Dieselloks herumstehen: Dolphin und Walrus (beide Baujahr 1952 und erworben 1983). Auch die Dampflok Sea Lion (Originallok Baujahr 1896) sehen wir hin und her fahren. Schließlich kommt ein Zug an mit der Lokomotive Polar Bear (Nachbau der einstigen Batterielok von 1921, gebaut 2003). An das andere Ende des Zuges setzt sich nun jedoch nicht die Dampflok, sondern die grüne Diesellok „Dolphin“.

https://abload.de/img/u2017_1933dxurg.jpg
Die beiden Diesellokomotiven Dolphin und Walrus.

https://abload.de/img/u2017_19348vuyh.jpg
Die Damflok Sea Lion fährt offensichtlich zum Spaß im Anfangsbahnhof Lhen Coan hin und her, bis sie sich vor einen Zug setzen wird.

https://abload.de/img/u2017_1935nyunw.jpg
Die Lok aus der Nähe.

https://abload.de/img/u2017_193679u52.jpg
Und schon fährt unser Zug ein, mit dem wir hinaus nach Sea Lion Rocks fahren werden.

https://abload.de/img/u2017_19391puvm.jpg
Lokomotive Walrus ist arbeitslos.

https://abload.de/img/u2017_1940pju46.jpg
Lokomotive Dolphin wird unseren Zug übernehmen.

https://abload.de/img/u2017_1943eiuez.jpg
Der erste Teil der Strecke führt durch dichten Wald.

Unterwegs gibt es eine Zugskreuzung, bei der ein Token übergeben wird. Der Gegenzug wird von der Dampflok Annie geführt (Nachbau von 1998 einer Lok aus Neuseeland, sie steht in Privatbesitz). Damit haben wir bereits alle fünf Lokomotiven gesehen. Die zwei hübschen Personenwagen, offen ähnlich den Wiener Liliputbahn-Wagen, wurden 2014 gebaut. Beim Endpunkt „Sea Lion Rocks“ hat man einen Ausblick auf das Meer sowie auf steile Felsen und Klippen. Man erkennt auch viele betonierte Teile, offenbar Reste von ehemaligen Tiergehegen, denn es gab hier einen einst einen Zoo.

https://abload.de/img/u2017_1948jmuzb.jpg
Bald kommt man an die Küste und sieht die vielen Felsen und die heftige Brandung sowie die Endstation.

https://abload.de/img/u2017_1949cmu40.jpg
Unser Zug nach der Ankunft.

https://abload.de/img/u2017_19505bua7.jpg
Das ende der Strecke. Unten liegen offenbar noch Gleisreste einer früheren Trassierung.

Nach kurzer Zeit kommt der nächste Zug mit der Dampflok Sea Lion an, er besteht aus vier Wagen, die etwas anders aussehen, einfacher gebaut sind und auch älter sind (von 1985-1993). Die zwei Wagen, mit denen wir angekommen sind, kommen mit der Dampflok Annie zurück.

https://abload.de/img/u2017_1955ccu7y.jpg
Der nächste Zug mit der Lok Sea Lion kommt an.

Nach einer kurzen Stärkung mit Tee, Egg-Sandwich und Scone (Freiwillige bereiten diese Dinge und verkaufen sie hier) mache ich dann einen kleinen Spaziergang entlang der Strecke, wo ich Aufnahmen machen kann, dann einen Rundgang hinunter zu den Klippen, wo man die Wucht der Wellen gut beobachten kann.

https://abload.de/img/u2017_1960kxuhr.jpg
Ausblick auf die Küste unterhalb der Station.

https://abload.de/img/u2017_19768rujg.jpg
Die Wellen sind beeindruckend, unten wäre es recht gefährlich.

Danach versuche ich auch, entlang der Strecke bessere Fotostandpunkte zu finden. Ich bin da nicht der einzige, denn es gibt jede Menge Fotografen, sie sich irgendwo an der Strecke postieren, um Aufnahmen zu machen. Einmal kann ich auch die Tokenübergabe gut fotografieren. Es fällt auf, dass kein Mensch sich aufregt, dass Leute direkt entlang der Trasse gehen und fotografieren. Wir bleiben rund eineinhalb Stunden in diesem Bereich, dann nehmen wir wieder einen Zug und fahren zurück zum Ausgangspunkt und wandern durch den Glen wieder zur MER-Station Groudle Glen.

https://abload.de/img/u2017_1968ovu70.jpg
Lok Annie kommt mit einem Zug vorbei.

https://abload.de/img/u2017_1983yvuoq.jpg
Nicht alle Fotostellen sind in gutem Licht, gemeinsam mit Meer geht fast nichts.

https://abload.de/img/u2017_1985scuib.jpg
Ein Versuch noch. Eigentlich erstaunlich, dass so viele Leute hierher fahren, die Züge sind recht gut besetzt.

https://abload.de/img/u2017_1998poui3.jpg
Auf der Rückfahrt sind die Züge nicht so voll. Hier Lok Polar Bear unterwegs.

https://abload.de/img/u2017_20035iubn.jpg
Ganz anders bei der Hinfahrt.

https://abload.de/img/u2017_2005xpuww.jpg
Tokenübergabe bei der Kreuzungsstation.

Spaziergang durch Ramsey

Mit der Manx Electric Railway geht es nun wieder nach Ramsey, wo wir irgendwo etwas essen gehen wollen. Leider ist so ein Unterfangen in dieser kleinen Stadt an einem Sonntag nicht einfach und wir finden kein Lokal, die meisten schließen zwischen 17 und 18 Uhr. Stattdessen zeigt uns Robin sein Boot, mit dem er mit den Gästen aus Wien in der Vorwoche unterwegs war. So wie das kleine Segelboot aussieht, würde ich ehrlich gesagt jedoch keine Lust haben, hinauszufahren und auf dem Boot auch noch zu übernachten, so wie es Robin mit seinen drei Gästen gemacht hat. Beim Hafen merkt man wieder, dass man ihn nur dann verlassen kann, wenn man einen Tidenplan hat, denn die meiste Zeit ist Niedrigwasser und die Boote stehen auf ihren Stützen im Schlamm, und man muss wissen, wann das Wasser hoch genug ist, um den Standplatz verlassen zu können.

https://abload.de/img/u2017_2029yduwm.jpg
In diesem Teil des Hafens ist die Wassertiefe wohl noch ausreichend.

https://abload.de/img/u2017_2042q7u7m.jpg
Robis Boot steht aber hier auf Stelzen, damit es nicht umkippt, denn auf dem Kiel kann es nicht alleine stehen.

https://abload.de/img/u2017_20433ou7n.jpg
1984 (und 1975 ebenso) waren wir mit diesem Boot draußen, um Fische zu fangen. (nein, das bin nicht ich) Ich zweifle, ob ich mich das auch heute noch trauen würde.

https://abload.de/img/u2017_204497ubl.jpg
1975 konnten wir einen guten Fang machen und hatten zwei Tage zu essen. Damals war ich noch etwas jünger.

https://abload.de/img/u2017_2045xauaw.jpg
Neben unzähligen Möven, die die Innereien der gefangenen Fisch im Flug auffingen, konnten wir 1984 auch junge Seehunde an der Küste bewundern.

Zurück zu 2017: Wir sehen auch den 684 Meter langen Queen’s Pier, auf dem 1975 noch eine kleine Bahn (914 mm-Spur) hinausfuhr. Er wurde 1886 errichtet. Während 1914 noch 36.000 Passagiere pro Jahr mit Dampfern hier ankamen, sank die Zahl bis zum Jahr 1969 auf rund 3000 pro Jahr. Nach 1970 wurde der Pier daher für die Schifffahrt geschlossen und wurde nur mehr von Anglern und Ausflüglern genutzt. Die kleine Bahn blieb noch bis 1981 in Betrieb für die Touristen. Nach Vandalismus und Sperre in den 1990er-Jahren gab es viele Untersuchungen über den Zustand des Piers, die teilweise Baufälligkeit, dann wieder einen besseren Zustand als viele andere Piers in England bescheinigten. Der Pier blieb jedoch gesperrt und wurde nur 2016 kurzzeitig für das Publikum geöffnet, weil der 130jährige Bestand gefeiert wurde. Eine Renovierung ist immer noch im Gespräch, und regelmäßig wird über die Kosten und die entsprechenden Pläne diskutiert.

https://abload.de/img/u2017_2024d6uo3.jpg
Queen’s Peer in Ramsey - er ist leider gesperrt.

https://abload.de/img/u2017_2024a_iom-ramsehcu8a.jpg
So sah er 1975 aus, bei meinem ersten Besuch auf der Insel. damals fuhr noch diese kleine Bahn hinaus zum Peer Head.

An einer Hafenmauer sehen wir einige Jugendliche, die teilweise so mutig sind, ins eiskalte Wasser zu springen. Die meisten haben mehr als nur eine Badehose an, es ist ja auch nicht wirklich warm, immerhin habe ich Pullover und Jacke an und der Wind pfeift uns um die Ohren...

https://abload.de/img/u2017_202801un9.jpg
Angesichts unserer Kleidung wurde uns beim Anblick der Jugendlichen Springer noch kälter.

Wir schauen auch in die katholische Kirche und ich notiere mir die Messzeiten, denn wenn ich schon heute keine Messe besuchen konnte, so will ich doch in den nächsten Tagen einmal hierher kommen. Auf unserem Spaziergang kommen wir dann auch zur Mooragh Promenade, an der es einige renovierte schöne Häuser im viktorianischen Stil gibt. Der Tourismus ist aus dieser Stadt so ziemlich verschwunden, aber die Häuser, die früher auch Hotels waren, hat man inzwischen renoviert. Ich mache ein Bild von uns Dreien mit Selbstauslöser, auf dem man gut erkennen kann, wie stark der Wind geht und wie kalt es hier eigentlich ist, obwohl die Sonne scheint.

https://abload.de/img/u2017_203401u93.jpg
Obwohl die Häuserzeile renoviert ist und hübsch aussieht, ist es hier menschenleer. Früher waren Urlauber hier, das ist aber alles Vergangenheit.

https://abload.de/img/u2017_2037s7uut.jpg
Von fast derselben Stelle ein Blick in die andere Richtung: ja, der Wind war wirklich arg!

Auf dem Weg zurück zur Busstation kommen wir auch an der Stelle des ehemaligen Bahnhofs vorbei, von dem bis 1958 Züge über die Westküste nach Douglas abgefahren sind. Vom Bahnhof ist allerdings nichts mehr zu sehen. An seiner Stelle befindet sich heute eine Bäckerei, man erkennt nichts mehr vom ehemaligen Eisenbahngelände. Einzige Erinnerung an die Bahn ist die Station Road, die noch immer so heißt.

Die Bahnstrecke St John’s – Ramsey (1879-1968)
(Manx Northern Railway - MNR > Isle of Man Railway – IMR)


Da Ramsey in den Ausbauplänen der IMR (Isle of Man Railway) der 1870er-Jahre nicht enthalten war, bemühten sich die Einwohner der Stadt um die Errichtung einer eigenen Bahngesellschaft, um Anschluss an das Inselbahnnetz zu erhalten. Die Manx Northern Railway wählte wegen der topographischen Schwierigkeiten entlang der Ostküste den Umweg über die Westküste. Die Linie über Kirk Michael und Peel (Peel Road) führte bis St John’s, wo Anschluss an die Isle of Man Railway gegeben war. 1879 wurde die Strecke eröffnet, ab 1881 gab es durchgehende Züge bis Douglas. 1905 wurde die MNR von der IMR übernommen. Zwischen 1883 und 1952 gab es in Ramsey eine kurze Stichstrecke zum Hafen, um Anschluss an Schiffe zu ermöglichen. Der Bahnhof in Ramsey war am Stadtrand gelegen, im Gegensatz zum relativ zentral gelegenen Endpunkt der Manx Electric Railway. In den letzten Jahren gab es selbst in der Hochsaison nur zwei bis drei tägliche Züge von und nach Ramsey. 1966 gab es eine Eisenbahnkrise auf der Insel und alle Linien waren in diesem Jahr eingestellt. Nach der Wiedereröffnung 1967 wurde der beschriebene Abschnitt im Jahr 1968 komplett eingestellt und die Strecke bis 1974 abgebaut.


Da das Transport Festival nun zu Ende ging, verkehrt auch nach dem heutigen Sonderfahrplan der letzte Zug von Ramsey bereits um 17.40 Uhr (so wie an den meisten Tagen im Sommer). Nur an den vergangenen vier Tagen gab es Verkehr bis 21.40 Uhr. Wir müssen also für unsere Rückfahrt den Bus nehmen und erfahren so, dass die Station, an der wir aussteigen müssen, „Rest and be thankful“ heißt, eine Art Altersheim. Tatsächlich gibt es dort nirgends eine Haltestellentafel, aber im Bus wird die Station angezeigt (Schriftband), sodass man die Haltewunschtaste drücken kann. Wir haben Glück, dass ein Bus der Linie 3A um 18.42 fährt, wir müssen also nur 10 Minuten warten. Von der Station sind es dann ebenso wie von der MER-Station rund 15 Minuten bis zum „Schoolhouse“, unserem Quartier.

Der Abend vergeht mit einem improvisierten Essen, da wir ja in Ramsey nicht fündig geworden sind. Außerdem kommt noch Besuch von einem alten Freund (ja, tatsächlich, er ist 80 Jahre alt), der sich anbietet meinen Freund übermorgen und mich ein paar Tage später mit seinem Auto zum Flughafen zu bringen.

Fortsetzung:
Teil 14: Maughold Head, Douglas und Ballasalla.


EDIT: Link zur Fortsetzung eingefügt.

LG Gustav
HIER sind meine Reiseberichte zu finden!




2-mal bearbeitet. Zuletzt am 2018:04:17:13:13:39.
tokkyuu schrieb:
Dieser alte Morris (?) kam während des Wartens auf einen Zug vorbei.
Ich werfe mal spontan einen Morris Minor 1000 Traveller in den Raum, anhand des Kennzeichens wohl mit Baujahr Anfang der 1970er.

Und tschüs!
Torsten aus Stuttgart

"Money ain't got no owners - only spenders." (Omar Little, The Wire)
TOPCTEH schrieb:
tokkyuu schrieb:
Dieser alte Morris (?) kam während des Wartens auf einen Zug vorbei.
Ich werfe mal spontan einen Morris Minor 1000 Traveller in den Raum, anhand des Kennzeichens wohl mit Baujahr Anfang der 1970er.

Ich habe auch an Morris Minor 1000 gedacht...

Das mit den Kennzeichen auf der Insel ist etwas anders als in UK. Das P hat auf der Insel keine Jahreszahlenbedeutung (in UK wäre es Mitte 1975 bis Mitte 1976).
In diesem Fall tippe ich auf ein Wunschkennzeichen. Vor allem auch, weil es schwarz ist. Das ist bei Wunschkennzeichen erlaubt (oder bei alten Autos).
Die Serie MAN-1-A bis MAN-999-Y wurde übrigens 1974-1979 ausgegeben.

EDIT: letzte Zeile ergänzt.

LG Gustav
HIER sind meine Reiseberichte zu finden!




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2018:03:21:21:35:10.
wir sind etwas "Off Topic" aber da gibt es etwas interesse....

Ja, es ist ein Morris 1000 (in GB allgemein als Moggy bekannt) Traveller. Sie wurden in GB sehr geliebt und die Produktion wurde nach 1971 fortgesetzt, obwohl das Design technisch veraltet war. Die hinteren Türen der Versionen Traveller und Van (Lieferwagen) waren sehr praktisch für kleine Unternehmen. In gutem Zustand können sie sehr wertvoll sein, dieses hat einen Wert von 15.000 -22.000€. (Die Cabrio-Version ist ebenfalls wertvoll - fragen unser Mitglied Palatino). Die IoM-Kennzeichen zeigen nicht das Alter, wichtige Anmerkung - ein aus GB importiertes Gebrauchtwagen erhält eine neue IoM-Kennzeichen, daher wird dies älter als die Serie sein. Sie wurden in Cowley in Oxford gebaut, wo BMW jetzt Minis baut. Und schau dir die hinteren Türen eines BMW Mini Clubman an...

Ein weiterer interessanter Bericht von IoM, so viel zu sehen in so einem kleinen Gebiet.