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Hallo!

Da die Winterferien in Brandenburg recht kurz sind, gepaart mit dem meist zu dieser Jahreszeit eher miesen Wetter, stand diesmal eine stark komprimierte Zugtour nach Rumänien auf dem Programm. Ziel war der Nordwesten, hier vor allem die letzten LVT - so sie denn noch fahren, irgendwann muss doch mal Schluss sein... - und die IRC-628er.
Aufgrund der aufkommenden Hinweise zu den Angebotskürzungen Ende Februar wurde aber der Plan nochmal etwas umgebastelt, um eine der beiden bisher noch nicht besuchten Strecken von der Abschussliste zu bereisen.

Die Anreise erfolgte am 04.02. nachmittags von Zwickau über Hranice v Cechach und Prag mit dem Nachtzug nach Budapest. Da am Montag in Budapest genialstes Wetter war, nutzte ich den Vormittag für ein paar Bilder vom Metro-Ersatzverkehr (Tatra-Dreifachtraktionen auf den Linien 12M und 14M). Um 12.23 sollte es dann von Bp-Nyugati nach Debrecen gehen. Für die Fahrt in die Stadt wurde der Zug um 12.01 Uhr ab Rakospalota-Ujpest auserkoren. Irgendeine Eingebung ließ mich aber schon eine halbe Stunde vorher zum Bahnhof marschieren. Und siehe da: Von und nach Vác wurde in Rakospalota-Ujpest gewendet, weiter in Richtung Budapest Ausfall ohne Ersatz. Also doch wieder zur Straßenbahn und mit der letztmöglichen Tram stadtwärts zum Lehel tér. Schnellen Schrittes zum Bahnhof und 12.20 Uhr im Zug gesessen. Puh!
In Debrecen dann Umstieg auf den Zug aus 418 178 mit den zwei modernisierten Abteilwagen. Bis vor die Grenze war der Zug auch garnicht schlecht besetzt, nach Rumänien rüber dann aber eher nur ein paar Einzelschicksale. An der Grenze völlig unspektakulär. Mit einem 62er "Kutter" ging es ab Valea lui Mihai weiter bis Satu Mare. Die erste Überraschung stand in Form eines schönen ex-Ungarischen Ikarus 260 vor dem Bahnhof. Also 2 Lei in den Fahrkartenautomaten gesteckt (und dafür 3 Tickets bekommen!) und stilvoll in die Stadt gefahren. Übrigens war auch der ex-deutsche Ikarus 260.02 noch im Einsatz. Übernachtung dann wie immer im Astoria.

Dienstag, 06.02.

Der heutige Tag stand ganz im Zeichen der Ferkeltaxe. Zur Mitfahrt auserkoren waren der Frühzug Satu Mare - Baia Mare und nachmittags Dej C - Jibou. Daher gings kurz vor 7 raus in die Kälte. Mit der Gratis-Fahrkarte vom Vortag ging es per Bus zum etwas abseits des Stadtzentrum liegenden Bahnhof. Neben dem aus Halmeu gekommenen lokbespannten Zug (BR 82) und dem graffitiversifften Desiro nach Cluj stand wie eh und je 79-0514 + 114 als Zug nach Baia Mare bereit. Schon vor zwei Jahren war es wohl, als ich dem Fahrzeug das Ende seiner "Lebenszeit" attestierte. Der Zustand des Fahrzeuges ist in den letzten Jahren definitiv nicht besser geworden. Absolut versifft, durchgesessene Sitzbänke, Abgasgeruch im Fahrzeug, dazu das von der "Rüttelplatte" gewohnte Fahrverhalten. Endzeiteisenbahn at it's best. Den echten Fahrgästen - ein paar gab es hier schon - müsste CFR Calatori für die knapp 100minütige Fahrt eigentlich Schmerzensgeld bezahlen...

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Bild 1: Noch ein schnelles Foto vom Ferkelgespann in Baia Mare...

...bevor es schnellen Schrittes zum Busbahnhof von FANY ging... Beim Blick ins Kursbuch fällt schnell auf, dass sich beide o.g. Ferkelleistungen nur unter Zuhilfenahme der Gummikonkurrenz an einem Tag machen lassen. FANY fährt an einem eigenen Busbahnhof am Stadtrand ab. Dafür recht häufig in der Relation Baia Mare - Dej - Cluj N. Den 10Uhr-Bus noch zu kriegen war trotz Verspätung des Ferkels (Ankunft erst um 9.32 Uhr) und einer kurzen Fotosession problemlos möglich. Zu Fuß dauert es keine 20 Minuten bis zur Abfahrtsstelle. Der Sprinter war auch angenehm besetzt. Weniger angenehm für große Menschen ist der Sitzabstand im Kleinbus. Tschüs, Kniescheibe... Eben ein BUS. Beförderung Unterster Standard.

Die Ankunft in Dej war schon 11.30 Uhr. Erstmal raus zum Bahnhof gelaufen, um zu schauen ob da wirklich ein Ferkel für den Nachmittagszug nach Jibou steht. Etwas versteckt war die Garnitur aus 79-0132 + Steuerwagen abgestellt. Aber was tun in den nächsten 4,5 Stunden?! Das Angebot kam um kurz vor halb eins in Form von 628 463 als regio nach Bistrita Nord. Also einfach mal nach Bistrita und zurück gefahren. Zwar ist bei der Rückfahrt die Umsteigezeit auf den LVT-Zug mit 5 Minuten recht mutig, aber no risk, no fun... Die IRC-628 sind noch im Originalzustand, so wie sie von DB Regio übernommen wurden. Selbst der Fahrkartenautomat und die deutschen Hinweise bezüglich des Fahrens ohne Ticket oder die Verhaltensregeln für angenehmes Bahnfahren sind noch vorhanden. Als Fahrtziel stand am 628er "Eilenburg". Na das blieb dann doch eher ein Gerücht. Es ging ganz normal von Klausenburg nach Bistritz... ;) Tipp für Kaffeejunkies: Am Automaten in Beclean gibt es bei Bezahlung des 1,5Lei-Kaffees 50 Bani geschenkt, also quasi noch einen Espresso für Umme hinterher. War auf der Hinfahrt so, der Bug (bzw. das Feature) wurde auf der Rückfahrt gleich nochmal getestet. Check.

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Bild 2: Rostlaube auf rumänisch... Personenzug 4206 Bistrita Nord - Vatra Dornei in Beclean pe Somes.

Pünktlich erreichte der Zug aus 40 0078 und den zwei modernisierten Doppelstockwagen den Bahnhof Dej Calatori. Während die alten Doppelstock-Einzelwagen in Polen langsam seltener werden und in Tschechien auch nur vereinzelt vor allem um Prag anzutreffen sind, gibt es sie in Rumänien noch landesweit vom Torpedo (Lok+1 Wagen) bis hin zum Sechswagenzug Bukarest - Rosiori. User "DRDosto" fragte kürzlich nach den Einsätzen der Wagen in PL und CZ. Vielleicht sollte er mal Urlaub in Rumänien machen :)

Das Ferkelgespann nach Jibou stand jedenfalls schon am Nachbarbahnsteig bereit. Fahrgäste? Fehlanzeige. Ein paar Eisenbahner saßen im Zug, sonst nix und niemand. Das blieb auch die nächsten reichlich 2 Stunden so. Eisenbahn zum Selbstzweck. Das Fahrzeug sogar noch fertiger als der 0114 aus Satu Mare. Für den Eisenbahnnostalgiker nett. Aber zwei Zugpaare (plus ein paar Schnellzüge) und diese Fahrzeuge sind keine Konkurrenz zum MIV.

http://www.jw-pictures.de/sonst/ro18-3.jpg
Bild 3: Warten auf den Gegenzug in Ileanda.

Pünktlich kam der Zug dank Fahrzeitreserven in Jibou an, mit dem Interregio ging es zum Angebotstarif (waren wohl die Regio-Fahrpreise) zurück nach Dej. Dort Übernachtung 20 Laufminuten vom Bahnhof entfernt. Eine Nonstop-Pension gibt es auch gleich im Umfeld des Personenbahnhofs, aber ich glaube die ließ sich nicht online buchen.

Mittwoch, 07.02.

Heute stand eine neue Strecke auf dem Programm. Die nur 12 Kilometer lange Stichbahn von Sibot, gelegen zwischen Vintu de Jos und Simeria, nach Cugir sollte kurz vor dem eventuellen Ende befahren werden. Dafür war frühes Aufstehen angesagt. 0520 loslaufen, 0540 am Bahnhof. Mit dem Bummelzug nach Apahida, Schnellzug nach Simeria. Insbesondere der Streckenabschnitt bis Teius ist sehr schön und noch recht urtümlich. Hier muss mal irgendwann ein ausführlicher Besuch her. Südlich von Teius bis kurz vor Simeria ist die Modernisierung der Strecke schon weit vorangeschritten. Der wenigen Züge und großzügigen Fahrzeitreserven wegen lief es trotz diverser eingleisiger Abschnitte recht pünktlich. Überhaupt gab es diesmal kaum größere Unregelmäßigkeiten zu beobachten. Fotografisch ist dieser Abschnitt aber mittlerweile "durch".
Pünktlich wurde kurz nach um 11 Simeria erreicht. Der Bahnhof ist noch (!) unmodernisiert und fotografisch durchaus ansprechend.

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Bild 4: Simeria.

Jetzt musste die endgültige Entscheidung her. Cugir oder Hunedoara. Durch das Gerücht, dass RC die Strecke nach Hunedoara übernehmen wird, entschied ich mich dann für ersteres. Um 11.53 fuhr der Personenzug zurück in Richtung Alba Iulia. Wie so oft hatte ich ein Abteil für mich alleine. Auch dieser Zug mit seinen 2 Abteilwagen glänzte nicht gerade durch Hochglanz... In Sibot pünktlich angekommen. Nun waren zwei Stunden Zeit, um nach Cugir zu kommen, um dort wenigstens eine Aufnahme eines fahrenden Zuges anzufertigen. Ein Fahrplan eines Busses zwischen beiden Orten war nicht auszumachen. Also zur Straße nach Cugir gelaufen und per autostop die 9km zurückgelegt. Das ging auch viel schneller als erwartet. Mein Chauffeur konnte zwar nicht so recht verstehen, warum man denn nach Cugir will, um dann mit dem Zug nach Alba Iulia zu fahren und wollte mir mehrfach den BUS schmackhaft machen, aber diesmal gabs für die Gummibahn keine Chance... Schon halb zwei wurde die Kleinstadt am Rande der Berge erreicht. Im Endbahnhof war grad ein Bautrupp beschäftigt. Womit? Das war für mich als Nicht-Insider rumänischer Bahnbautechnik nicht zu erkennen.

Es war noch genügend Zeit, um zum einen Kilometer entfernten Haltepunkt zu laufen. Der Haltepunkt mit 70er-Jahre-Betonbaukunst sieht auch ordentlich nach Endzeit aus.

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Bild 5: Cugir, halta.

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Bild 6: 40-0198 unterwegs zwischen Cugir h und Bahnhof.

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Bild 7: Der Nachmittagspersonenzug nach Teius in Cugir. Mal sehen wie lange noch.

Für die Rückfahrt fanden sich eine handvoll Fahrgäste im vergammelten Abteilwagen ein. Die fuhren mal eine, mal zwei Stationen. Mehr nicht. Ab Sibot hatte ich bis Alba Iulia einen ganzen Zug samt Lokführer und Schaffner für mich allein. Welch Luxus für ein paar Lei. Um von Alba Iulia schneller nach Cluj zu kommen, nutzte ich dann doch wieder den SPRINTER. Diesmal fiel die "Wahl" auf das Angebot der Firma Transmixt. Um 19.40 Uhr wurde der Bahnhof von Cluj-Napoca erreicht.
Hier setzte sich gerade ein Zug mit zwei hellblauen unmodernisierten Wagen nach Teius in Bewegung. Sowas hab ich in Rumänien schon eine Weile nicht mehr gesehen. Gibt es eigentlich sonst noch irgendwo planmäßige Einsätze der Wagen (19-47/19-57/20-47/20-57/21-47)?
Übernachtung im bahnhofsnahen Hotel Beta.

Donnerstag, 08.02.

Das war's schon wieder für Rumänien. Vorerst. Als Abschluss gab es nochmal die geballte Dosis 628. Mit IRC um 6.10 Uhr im Bummelzug nach Oradea. Wenig Geld, viel Leistung. Und lange Zeit wieder ein sehr exklusives Vergnügen. Nur auf dem Abschnitt kurz vor Oradea gab es Fahrgastzahlen im zweistelligen Bereich. Dann noch eine Runde mit den neuen gebrauchten Berliner KT4D und Dresdner / Magdeburger T4+B4-Zügen gefahren, bevor es auch des anhaltenden Siffwetters wegen um 11.30 Uhr ab Oradea nach Püspökladany ging. Auf der Rückfahrt dann noch bissl Bzmot gefahren und um Bratislava den von Arriva an Regiojet verliehenen 845 001 dokumentiert, weiterhin mal Bratislava - Hegyeshalom gefahren. Alles weitere dann insgesamt recht unspektakulär.

Bis bald mal wieder!
Th.
Danke für die aktuellen Informationen zu den LVT.
Hast du irgendwo auch DB-290 gesehen?
Na super... Weil Du den Kaffeeautomaten so überlistet hast, muss die arme Lok als Rostlaube rumfahren...
;-)

Sehr nett, danke! :-) (o.w.T)

geschrieben von: Roni

Datum: 13.02.18 12:17

(Dieser Beitrag enthält keinen Text)
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