DREHSCHEIBE-Online 

Anzeige

HIER KLICKEN!

 08/01 - Auslandsforum "classic" 

  Neu bei Drehscheibe Online? Hier registrieren! Zum Ausprobieren und Üben bitte das Test-Forum aufsuchen!
Bitte unbedingt vor Benutzung des Forums die Ausführungsbestimmungen durchlesen!
Ein separates Forum gibt es für die Alpenländer Österreich und Schweiz - das Alpenlandforum
Für bessere Übersicht: Bitte Länderkennzeichen nach ISO 3166 Alpha-2 in [eckigen Klammern] verwenden! Bei der Suche nach Ländern nur vordere Klammer verwenden, z.B. "[NO" als Suchbegriff.

[RO][HU] Fragen eines alleine Bahn Reisenden

geschrieben von: teddli61

Datum: 12.02.18 16:20

Liebe Forengemeinde

Nachdem ich schon seit Jahren immer wieder in Tschechien und der Slowakei unterwegs gewesen bin, soll es diesmal Ungarn und Rumänien sein. Für den April 2018 plane ich eine Reise in diese Länder. Wie immer werde ich mit der Bahn umherreisen. Das ist mittels Interrail Ticket für Erwachsene eine tolle Sache!

Nun beschäftigt mich ehrlich gesagt die „Roma Problematik“ in Rumänien etwas. In einigen Foren-Beiträgen tauchen immer wieder unangenehme Begegnungen mit diesen Leuten auf. Bettelnde, aufdringliche und was schlimmer ist, klauende Jugendliche und junge Erwachsene, scheinen ein ernsthaftes Problem zu sein.

Ich bin nicht gerade ängstlich, jedoch graut es mir bei der Vorstellung, mich einer Horde von aufdringlichen Menschen erwehren zu müssen. Wie kann/soll man sich im Bedrängungsfall verhalten? Flucht und ignorieren sind bestimmte gute Möglichkeiten, aber nicht immer möglich. Verhandeln dürfte in Folge von nicht vorhandenen Sprachkenntnissen bei den meisten, wie auch bei mir, scheitern. Mit englisch, deutsch oder französisch dürfte man da kaum weiter kommen.

Wie wird aktuell das „Roma“ Problem in Rumänien durch die Forengemeinde eingeschätzt? Gibt es Leser, die mir praktische Ratschläge für das Verhalten in Bahnhofbereichen geben können?
Gibt es z.B. auf der Achse Oradea – Valea lui Mihai – Satu Mare gewisse bekannte Bahnhöfe oder Ecken die man meiden sollte?
Sollte man als alleine reisender Bahnfan Rumänien sogar meiden?

Bin für jegwelche Tipps überaus dankbar
Beste Grüsse
Teddli61

Re: [RO][HU] Fragen eines alleine Bahn Reisenden

geschrieben von: Roni

Datum: 12.02.18 16:50

Hallo!

Ich wurde als Alleinreisender in Rumänien nie bedrängt. Bettler findet man fast in Westeuropa häufiger. Garantieren kann ich für nichts, aber Sorgen brauchst du dir in Rumänien keine übermäßigen machen.

lg, Roni - [raildata.info] - Folge auf Twitter: [twitter.com] - Meine DSO-Reportagen: [www.drehscheibe-online.de]
http://raildata.info/raildatabanner1.jpg

Re: [RO][HU] Fragen eines alleine Bahn Reisenden

geschrieben von: pelzer

Datum: 12.02.18 16:51

Überhaupt kein Problem. Zumindest nicht mehr als im restlichen Europa.

Gruss Pelzer
.
Hallo!

Eins vorweg: Schwieriges Thema. Nicht jeder Roma ist Bettler oder Kriminell, meist schreckt unsereins einfach nur die für uns Westeuropäer ungewohnte Lebensweise ab. Mir ist aber ebenfalls bewusst dass es in dieser Volksgruppe durchaus genügend kriminelle Elemente gibt, was schon ein gewisses Vorsichtsdenken (was eben leider sehr schnell in Vorurteile umschlägt) zur Folge hat. Daher kann ich die Frage durchaus erstmal nachvollziehen.

Bisher hab ich in den letzten 15 Jahren in Rumänien noch keine wirklich unangenehmen Erfahrungen mit den Bettlern oder Dieben gemacht. Erstere sind manchmal etwas nervig, mehr aber nicht. Bei Beachtung der üblichen umsichtigen Verhaltensweisen auf Reisen und gesundem Menschenverstand kommt man mit all seinem Geraffel auch wieder nach Hause. Bettlerabwehrstrategien sind bei mir schon von Fall zu Fall unterschiedlich. Ignorieren, Kopfschütteln, "nu!" (nein!), in seltenen Fällen ein kurzer taktischer Positionswechsel. Manche - insbesondere Kinder oder Jugendliche - die mir zu aufdringlich wurden hab ich dann schonmal auf Deutsch oder Englisch angemault. Ansonsten halte ich mich da auch an die offiziellen Vorgaben, d.h. keinesfalls Geld geben, insbesondere nicht bei bettelnden Frauen mit Kindern. Ich geb mich auch ungern sofort als Ausländer zu erkennen, dann wird's eher nerviger. Es darf einfach von Anfang an keinen Zweifel daran geben, dass bei dir nix zu holen ist. In der angesprochenen Gegend Oradea / Satu Mare sehe ich diesbezüglich keine Ausmaße, die eine "Reisewarnung" nötig hätten...

Fazit: Solange du nicht mit fett Goldschmuck und drei Kameras behangen durch die entsprechenden Bukarester Viertel marschierst oder in einer dunklen Ecke des Bahnhofes dein Gepäck für ein Weilchen unbeaufsichtigt stehen lässt, gibt es da für gewöhnlich keine Probleme.

Ahoj!
Th.

Re: [RO][HU] Fragen eines alleine Bahnreisenden

geschrieben von: Railpeter

Datum: 12.02.18 16:56

Moin,

ich kann mich den vorherigen drei Beiträgen nur anschließen, ich habe dort noch keine negativen Erfahrungen gemacht. Sicherlich kann man solchen Personen(gruppen) aber aus dem Weg gehen, wenn es irgendwie passt.
Bettler gibt es aus meiner Sicht prinzipiell auch eher in Westeuropa, als in Osteuropa.

Grüße Peter

Auftreten

geschrieben von: malo

Datum: 12.02.18 17:04

Servus,

wenn ich mir manche dt.Landesgenossen beim Aufenthalt in CZ, PL und SK so ansehe, sei es im Verhalten, sei es in dem wie man es raushängen lässt, was man (Geld, Wohlstand) hat, wunderts mich nicht wenn Neid und Gier erzeugt wird.

Plätze an denen man wahrscheinlich für eine Zeit lang alleine anwesend sein könnte, sollten zuvor genau betrachtet werden.
Sackgassen jedweder Art, mit PKW in Wege und Straßen, als Fußgänger in Trampelpfaden und dergleichen, sind eher zu meiden.
Irgend welche "Stillen Winkel" sind mit Vorsicht und vorheriger langer eigener Observierung zu klären. Der "2. Rettungsweg" muß quasi vorher als Vorhanden und Sicher ausgemacht sein!

Kleide Dich so wie es die Mehrheit im jeweiligen Land macht.
Wenn nicht der Amtsprache mächtig, sollte man in seinem Englisch, oder gar DEUTSCH!, oder irgend welchen unseeligen Versuchen mit "Händen und Füßen" was zu bewirken, in Lautstärke usw. auf Sparflamme hantiert werden.
Zwielichtigen Gestalten ist von Anfang mit grimmigen Blicken zu entgegnen. Drohen bringt dabei eher nichts.

Optisch als typischer Tourist auftreten? Hilft ungemein hie und da jenes Xindl magisch anzuziehen.
Außer Du besuchst die 0815-Jedermanns-Sehenswürdigkeiten, da fällt man nicht auf, und da gibt's Trick- und Taschendiebe wie überall in der EU.

Alles andere passiert Dir hier in Deutschland im Alltag genauso. Und vermutlich ist dieser mittlerweile kritischer in manch Regionen zu sehen.
Grob gesagt wüßte ich nicht, wo zu Ungarn große Unterschiede zu einer Slowakei sind.
Rumänien kenne ich nicht.


Gruß,
malo

Re: [RO][HU] Fragen eines alleine Bahn Reisenden

geschrieben von: Josef-Schwejk

Datum: 12.02.18 17:11

Moin,

bei meinen Reisen als Interrail-Alleinreisender hab ich leider schon unangenehme Erfahrungen gemacht, auch wenn am Ende doch immer alles noch gut ausgegangen ist. Natürlich, @#$%& und unangenehme Gestalten kann man ebenso in der U-Bahn in Hamburg treffen…
Vom moralischen Standpunkt ist es schwierig. Einerseits reist man doch als offen und positiv eingestellte Person in diese Länder und versucht, sich nicht von den aus schlechten Erfahrungen gespeisten Vorurteilen leiten zu lassen. Gleichzeitig gibt es dann doch Situationen, wo man eben doch schnell empfindlich wird, auch wenn man damit Individuen auch manchmal unrecht tut.
Trotzdem: Rumänien ist ein tolles Land, und die meisten Menschen sind normal und freundlich. Meine Reisen habe ich jedenfalls nie bereut, und ich würde (und hoffemtlich werde) wieder hinfahren.

Viele Grüße,
Patrick

Re: [RO][HU] Fragen eines alleine Bahn Reisenden

geschrieben von: Weltreisender

Datum: 12.02.18 17:30

Grüss Dich,

vor Jahren gab es im Bukarester Hauptbahnhof Horden von aufdrinklichen Taxifahrern, die Dir auch weiss machen wollten, dass Du zu einem anderen Bahnhof musst, bzw. wo Du hinwillst, kein Zug fährt. Das scheint sich Gott sei Dank gelegt zu haben. Damit habe ich in den letzten zwei Sommern gar keine Probleme mehr gehabt.

Auch kann ich dankbar sagen, dass ich da kaum mehr mit Bettlern oder so zu tun gehabt habe. Das war früher ganz anders, trotz Zugangswachen. Nachts halten sich aber tendenziell eher Obdachlose an den Bahnhöfen auf. Aus diesem Grund sollten diese nachts eher gemieden werden. Und dennoch bin ich auch nachts an Rumänischen Bahnhöfen angekommen, abgefahren, umgestiegen, so wie es halt gerade nötig war. Auch da kann ich dankbar sagen, dass mir da nie jemand etwas zuleide getan hat.

Gut ist es aber immer die Wertsachen gut zu verstecken, nicht offen zu zeigen. Ausserdem ist es immer gut, die Augen offen zu haben und die Sachen nicht aus den Augen zu lassen und etvl. zwielichtigen Personen eher aus dem Weg zu gehen, so denn möglich.

Herzliche Grüsse
Martin

Re: [RO][HU] Fragen eines alleine Bahn Reisenden

geschrieben von: Jörg Schwabel

Datum: 12.02.18 17:34

Während der paar Male, die ich Rumänien war, wurde ich von den Roma immer sehr, sehr freundlich betrachtet und begrüßt. Belästigungen gab es fast keine und wenn doch, wurden diese ganz schnell von anderen Roma unterbunden. So nach dem Motto: Halt Dich zurück, der Typ da (= ich) ist als Gast zu uns gekommen! Falls doch etwas vorkommen sollte gehst Du am besten ohne Augenkontakt zu suchen weiter. Wie weiter oben erwähnt wurde, sollte man halt gewisse unheimliche Gegenden meiden. In Duisburg-Marxloh würde ich mich allein des Abends/Nachts auch nicht wohl fühlen.

Also: Planen - hinfahren - Spaß haben im Land. Und Bitte und Danke und Guten Tag und Ja und Nein lernen in der Landessprache hat auch noch nie geschadet.

Gruß aus Wien

"Ohne Skepsis und Zweifel würden wir heute noch glauben, die Erde wäre eine Scheibe".
"Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen."

(Immanuel Kant)

Re: [RO][HU] Fragen eines alleine Bahn Reisenden

geschrieben von: Tanzkeks

Datum: 12.02.18 17:40

Mit (aufdringlichen) Bettlern oder mit Angehörigen der Volksgruppe der Roma hatten wir im Sommer 2015 keinerlei Probleme. In Bukarest gab es rund um den Bahnhof zahlreiche Bettler und Obdachlose, die aber nicht sehr aufdringlich waren. In deutschen Innenstädten ist es aber oft schlimmer. Mit Taxifahrern hatten wir allerdings ebenfalls schlechte Erfahrungen gemacht, von Unfreundlichkeit bis zu unverschämten Fahrpreisforderungen, allerdings vorher angekündigt.

In Brasov gab es ein bisschen Probleme mit Rassismus, zumindest dann, wenn man uns irrtümlicherweise für Angehörige der dort lebenden deutschen Diaspora (die wohl offenbar ein Paradebeispiel für misslungene Integration ist) hielt.

Re: [RO][HU] Fragen eines alleine Bahn Reisenden

geschrieben von: Jörg Schwabel

Datum: 12.02.18 17:48

Tanzkeks schrieb:
...
In Brasov gab es ein bisschen Probleme mit Rassismus, zumindest dann, wenn man uns irrtümlicherweise für Angehörige der dort lebenden deutschen Diaspora (die wohl offenbar ein Paradebeispiel für misslungene Integration ist) hielt.
Hä?

"Ohne Skepsis und Zweifel würden wir heute noch glauben, die Erde wäre eine Scheibe".
"Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen."

(Immanuel Kant)

Re: [RO][HU] Fragen eines alleine Bahn Reisenden

geschrieben von: Tanzkeks

Datum: 12.02.18 17:57

Jörg Schwabel schrieb:
Tanzkeks schrieb:
...
In Brasov gab es ein bisschen Probleme mit Rassismus, zumindest dann, wenn man uns irrtümlicherweise für Angehörige der dort lebenden deutschen Diaspora (die wohl offenbar ein Paradebeispiel für misslungene Integration ist) hielt.
Hä?
Die deutsche Diaspora in Siebenbürgen ist bei den Rumänen nicht unbedingt sehr beliebt. Liegt wohl an schlechten Manieren (z.B. dem Nachfragen mit "Hä?" anstatt mit einem höflichen "Kannst du das bitte näher erläutern."). Vielleicht liegt es auch an etwas anderem. Man hatte uns nur erzählt, dass viele dieser Menschen sich absondern und nur unter sich bleiben. Natürlich nicht alle. Aber wie es halt immer so ist, da reichen ein paar Wenige, um eine ganze Volksgruppe in Verruf zu bringen. So, wie bei den Roma.

Wenn du in Brasov am Bahnhof aus einem Zug steigst, und dann z.B. ein Busticket kaufen möchtest, und dabei Deutsch sprichst, dann wird man dich möglicherweise eher für einen renitenten integrationsunwilligen Angehörigen der deutschen Diaspora halten als für einen Touristen aus Deutschland oder Österreich. Und dich entsprechend "zuvorkommend" bedienen.

Ein bisschen rumänische Sprachkenntnisse, gerne auch mit Google Translator, helfen da Wunder.

Re: [RO][HU] Fragen eines alleine Bahn Reisenden

geschrieben von: Hecken-WL

Datum: 12.02.18 20:59

Ich war erst Samstag auf der Achse Oradea – Valea lui Mihai – Satu Mare unterwegs, allerdings mit Schlafwagen Bucuresti-Satu Mare. Ich war dann 5 h in Satu Mare zu Fuß unterwegs und bin dann mit dem Regionalzug über Valea lui Mihai nach Debrecen in Ungarn ohne jegliche Probleme gefahren.

Re: [RO][HU] Fragen eines alleine Bahn Reisenden

geschrieben von: vagabundulus

Datum: 12.02.18 22:19

Arm aussehen hilft auch. Ich reise meistens mit Bundeswehr-Ruck- und Seesack, manchmal noch zusätzlich mit Omas Einkaufswägelchen im Schlepp.

Re: [RO][HU] Fragen eines alleine Bahn Reisenden

geschrieben von: Wrzlbrnft.

Datum: 12.02.18 23:33

Das Aussehen macht in der Tat einiges aus. Bei meinem ersten Rumänien-Trip anno 2009 bin ich mit einem Kollegen runter, der sich - sagen wir mal - etwas ansehnlicher herausputzte als ich und entsprechend auch als erster angequatscht wurde.

Bei späteren alleinigen Reisen genügte es, allfällige Bettler zu ignorieren. Irgendetwas grob Negatives ist mir nie passiert und ich fühlte mich Rumänien in aller Regel sicherer als in manch "westlichen" (vor allem südeuropäischen) Ländern.

Und die Vorschreiber sagten es auch schon: Mindestens ein paar Brocken der Landessprache (mindestens Begrüßung, Verabschiedung und Danke) helfen schon Wunder. Immer. Auch in Resteuropa. Und wenn es dann doch nur auf Englisch weiter geht, übe ich mich in Freundlichkeit, Geduld und Zurückhaltung. Aber darum ging es eingangs eigentlich auch gar nicht.

Re: [RO][HU] Fragen eines alleine Bahn Reisenden

geschrieben von: Weltreisender

Datum: 13.02.18 01:48

Tanzkeks schrieb:
Jörg Schwabel schrieb:
Tanzkeks schrieb:
...
In Brasov gab es ein bisschen Probleme mit Rassismus, zumindest dann, wenn man uns irrtümlicherweise für Angehörige der dort lebenden deutschen Diaspora (die wohl offenbar ein Paradebeispiel für misslungene Integration ist) hielt.
Hä?
Die deutsche Diaspora in Siebenbürgen ist bei den Rumänen nicht unbedingt sehr beliebt. Liegt wohl an schlechten Manieren (z.B. dem Nachfragen mit "Hä?" anstatt mit einem höflichen "Kannst du das bitte näher erläutern."). Vielleicht liegt es auch an etwas anderem. Man hatte uns nur erzählt, dass viele dieser Menschen sich absondern und nur unter sich bleiben. Natürlich nicht alle. Aber wie es halt immer so ist, da reichen ein paar Wenige, um eine ganze Volksgruppe in Verruf zu bringen. So, wie bei den Roma.

Wenn du in Brasov am Bahnhof aus einem Zug steigst, und dann z.B. ein Busticket kaufen möchtest, und dabei Deutsch sprichst, dann wird man dich möglicherweise eher für einen renitenten integrationsunwilligen Angehörigen der deutschen Diaspora halten als für einen Touristen aus Deutschland oder Österreich. Und dich entsprechend "zuvorkommend" bedienen.

Ein bisschen rumänische Sprachkenntnisse, gerne auch mit Google Translator, helfen da Wunder.
Die Siebenbürgensachsen ist eigentlich ziemlich gut integriert, teilweise besser als die Roma, wobei es auch bei den Roma Solche und Solche gibt, wie in jeder Volksgruppe. Aber es gibt tatsächlich viele Spannungen und Vorurteile gegen die Roma, nicht nur in Rumänien. Nicht wenige Roma leben eben wirklich unter miserablen Bedingungen, wobei die Gründe vielfältig sind und es eigentlich oft ein Teufelskreis ist. Aufgrund ihrer Mentalität und Lebensweise werden sie nicht akzeptiert und nicht integriert. Weil sie nicht akzeptiert und integriert sind, müssen sie halt unter unwürdigen Bedingungen irgendwo im Dreck hausen, müssen eben klauen, betteln, keine Ahnung was. Andererseits gibt es auch nicht wenige Roma, die integriert sind, in festen Häusern wohnen, normal zur Arbeit gehen usw.

Im 2015 kann es durchaus auch Vorurteile gegen die Sachsen gegeben haben, da der Präsident Klaus Johannis selber ein Siebenbürgensachse war. Andererseits wird über ihn gesagt, dass er konsequent versucht hat, gegen die Korruption zu kämpfen und damit macht er sich vor allem bei den Betroffenen natürlich nicht nur Freunde.

Ich bin eigentlich in Rumänien nie auf die Idee gekommen, Leute auf Deutsch anzusprechen, es sei denn ich habe jemanden mit deutschem Autokennzeichen gesehen oder gehört, dass jemand Deutsch spricht. Wenn Du da "den Deutschen heraushängen lässt", dann kannst Du natürlich schon damit rechnen, dass Du Dir damit nicht nur Freunde machst.

Herzliche Grüsse
Martin

Re: [RO][HU] Fragen eines alleine Bahn Reisenden

geschrieben von: Baron

Datum: 13.02.18 07:38

Möchte mich den Vorrednern in den meisten Punkten anschließen. In den frühen 90er Jahren waren Bahnhöfe, z.B. in Bukarest und Craiova, oft Anziehungspunkte für Obdachlose und Klebstoffsüchtige. Seitdem sind diese "gesäubert" worden, aber auch damals waren diese Leute vor allem nur sich selber gefährlich. Nichtsdestotrotz würde ich auch zu den üblichen Vorsichtsmaßnahmen was Wertsachen angeht raten (immer am Körper). Für Frauen würde ich schon eher zu hoher Vorsicht raten, da hatten wir ein unangenehmes Erlebnis vor langer Zeit.
Was das Siebenbürger Sachsen-Bashing angeht, habe ich wenig Verständnis. Diese leben nun schon seit dem 12. Jh. in der Gegend, viele der heute rumänischen Städte sind von ihnen gegründet. Rumänien gibt es erst seit 1861, Siebenbürgen gehört erst seit 1918 dazu. Historisch lebten die Rumänen eher auf dem Land, während die Städte ungarisch und deutsch geprägt waren. Deswegen lass die Integration lieber zu Hause.
Dennoch kann ich auch wenig nachvollziehen, wenn man als ReisendeR als erstes Deutsch ausprobiert. Außer vielleicht bei Osteuropäern über 50 ist Englisch einfach die weltweite lingua franca und es wirkt viel neutraler.

"Die Eisenbahn ist eine heilige Fackel, die ein Land mit dem Licht der Zivilisation und des Wohlstandes erleuchtet." Mustafa Kemal A., Flugverweigerer

Re: [RO][HU] Fragen eines alleine Bahn Reisenden

geschrieben von: Schienenradler

Datum: 13.02.18 08:03

Ich würde es auch vermeiden, irgendwelche Elendshütten zu fotografieren, das gehört sich meiner Meinung nach nicht.
Ansonsten hätte ich da echt nie Probleme gehabt, zumindest mit Menschen, einmal hat mich ein Streunerhund ziemlich wild angeknurrt...

Re: [RO][HU] Fragen eines alleine Bahn Reisenden

geschrieben von: LUCFRANKREICH

Datum: 13.02.18 08:42

Hallo,

Ich reise auch allein durch ganzen Europa mit Interrail erster Klasse. Ich habe zur Zeit kein Problem gemacht. In Rumänien war ich eben in Iasi, als ich nach Moldawien mit Tagzug fahre. Dort gab es private Schutzbeamten. In Bucuresti gara de Nord habe ich auch kein Problem gehabt. Wenn ich im Zug bin, nehme ich immer Kontakte mit dem Zugschaffner. Das kann helfen, besonders, um Photos zu nehmen; (Wartezeit des Zuges im Bahnhof....)

Luc



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 13.02.18 08:43.

Re: [RO][HU] Fragen eines alleine Bahn Reisenden

geschrieben von: Tanzkeks

Datum: 13.02.18 09:33

Baron schrieb:
Dennoch kann ich auch wenig nachvollziehen, wenn man als ReisendeR als erstes Deutsch ausprobiert. Außer vielleicht bei Osteuropäern über 50 ist Englisch einfach die weltweite lingua franca und es wirkt viel neutraler.
Flächendeckende Fremdsprachenkenntnisse darfst du in Rumänien nicht erwarten. Vor allem nicht bei einfacheren Menschen wie Taxifahrern oder Fahrkartenverkäufern. Und vor allem Englisch nicht. Am Flughafen und in einem Hotel ab 3 Sternen vermutlich schon. In Touristen-Restaurants in Bukarest wahrscheinlich auch. Auf dem Lande, in Siebenbürgen oder an der Schwarzmeerküste (abseits der wenigen internationalen Hotelbunker) eher nicht. Auch Russisch ist unter der älteren Bevölkerung wohl nicht so verbreitet wie in anderen Ländern des ehemaligen Warschauer Paktes.

Gerade in Siebenbürgen fände ich jetzt Deutsch aber nicht so abwegig. Aber ich stimme Baron da voll und ganz zu. Aus besagten Gründen würde ich empfehlen, wenn es mit Englisch nicht klappt, es zuerst mit Google-Translator-Rumänisch zu versuchen und dann erst mit Deutsch. Solltest du auf einen Siebenbürgen-Schwaben stoßen, wird der vermutlich dann selbst an deinem Akzent erkennen, dass du ein deutscher Muttersprachler bist und dich von sich aus auf Deutsch ansprechen.

Re: [RO][HU] Fragen eines alleine Bahn Reisenden

geschrieben von: no-night

Datum: 13.02.18 10:09

Schienenradler schrieb:Zitat:
Ansonsten hätte ich da echt nie Probleme gehabt, zumindest mit Menschen, einmal hat mich ein Streunerhund ziemlich wild angeknurrt...
Zum Glück hatte ich mit Hunden niemals eine Probleme, auch wenn ich diese Tiere außer Nutzzwecke (Schnüffeln oder Revierschutz, evtl. auch als Konsumgut :-P ) nicht sehr gut tolerieren kann. Dabei muß aber ein weiteres Vorurteil beseitigen: in Bukarest sind sie nicht mehr zu finden. Auch in anderen Großstädten habe sehr wenig gesehen, auch diese lieber an Randbezirke.

Aber auch mit Menschen erlitt ich keine Konfrontation. Bettlern traf ich sogar in Bukarest wenig, und auch Zigeuner (von welcher auch genug in Ungarn gibt) ließen mich in Ruhe. Und die hier erwähnte Tourismus-Kriminalität sei auch niedriger zu sein, da das Land nicht einmal an den beliebteren Stellen (wie Sibiu oder Sinaia) ein großes Touri-Magnet geworden ist...

Zu Thema Sprache: statt der langsam verbreitenden English als "Weltsprache" sei Französisch empfehlenswerter. Nicht nur wegen der Sprachverwandschaft, Rumänen lernten es auch aus Stolze immer gern. Und seit der EU-Beitritt ist auch Spanisch oder Italienisch hilfreicher, mehrere waren und sind ja als Gastarbeiter dort als in England.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 13.02.18 10:11.

Re: [RO][HU] Fragen eines alleine Bahn Reisenden

geschrieben von: Nailik

Datum: 13.02.18 11:49

Tanzkeks schrieb:
Jörg Schwabel schrieb:
Tanzkeks schrieb:
...
In Brasov gab es ein bisschen Probleme mit Rassismus, zumindest dann, wenn man uns irrtümlicherweise für Angehörige der dort lebenden deutschen Diaspora (die wohl offenbar ein Paradebeispiel für misslungene Integration ist) hielt.
Hä?
Die deutsche Diaspora in Siebenbürgen ist bei den Rumänen nicht unbedingt sehr beliebt. Liegt wohl an schlechten Manieren (z.B. dem Nachfragen mit "Hä?" anstatt mit einem höflichen "Kannst du das bitte näher erläutern."). Vielleicht liegt es auch an etwas anderem. Man hatte uns nur erzählt, dass viele dieser Menschen sich absondern und nur unter sich bleiben. Natürlich nicht alle. Aber wie es halt immer so ist, da reichen ein paar Wenige, um eine ganze Volksgruppe in Verruf zu bringen. So, wie bei den Roma
Auch wenn Baron zum Thema Integration schon geantwortet hat, möchte ich dazu noch etwas hinzufügen: In Rumänien wird keine Integration im Sinne von Assimilation erwartet, folglich gibt es ausgeprägte Minderheitenrechte, was zur Folge hat, dass man auch auf ungarisch und deutsch den gesamten Bildungsweg vom Kindergarten bis zum Universtitätsabschluss in der jeweiligen Sprache absolvieren kann.
Von daher würde ich bei der "misslungenen Integration" der deutschen Minderheit auch vehement widersprechen, von denen würde wohl niemand auf die Idee kommen, sein Gegenüber auf deutsch anzusprechen, wenn man sich nicht ganz sicher ist, dass dieseR auch deutscheR MuttersprachlerIn ist. Man muss auch bedenken, dass die Siebenbürger Sachsen und Banater Schwaben, die noch im Land leben, zum großen Teil ganz bewusst dort geblieben sind, als nach der Wende 90% ausgewandert sind.

Oder meinst Du, da Du von deutscher Disaspora schreibst, deutsche Expats, die zur Zeit in Rumänien arbeiten? Das mag etwas anders sein, das sind wohl auch die einzigen Deutschsprachigen im Land, die teilwiese kein (oder nicht ausreichend) rumänisch können.

Ich würde tatsächlich sagen, dass Deutschenfeindlichekeit o.ä. eine der geringsten Sorgen ist, die man sich in Rumänien machen sollte. Gerade in Siebenbürgen habe ich die Erfahrung gemacht, dass viele Siebenbürger Rumänen stolz auf das "deutsche" Erbe sind und es bedauern, dass die allermeisten in den 90ern ausgewandert sind. Außerhalb Siebenbürgens wissen viele gar nicht um die Existenz einer deutschen Minderheit im Land, von daher ist das sowieso kein Thema.

Ich persönlich habe in Rumänien in zwei Jahren, die ich dort verbrachte und zahlreichen weiteren Urlauben genau eine unangenehme Situation erlebt, weil ich Deutscher war, und zwar mit einem generell äußerst mies gelaunten Schaffner irgendwo zwischen Deva und Cluj. Das lag aber vielleicht auch daran, dass ich es wagte, als Ausländer mit rumänischer Studentenermäßigung (die mir zustand) zu fahren.

Ich möchte ungern ein rosarotes Bild zu Rumänien zeichnen, vor allem, weil das Verhältnis zur ungarischen Minderheit leider immer noch oft angespannt ist und Minderheitenrechte für die Roma meistens nur auf dem Papier existieren. Aber gerade zu den Deutschen ist das Verhältnis doch sehr entspannt.

Viele Grüße

Kilian

Re: [RO][HU] Fragen eines alleine Bahn Reisenden

geschrieben von: Tanzkeks

Datum: 13.02.18 12:21

Na wenn wir schon beim Konkretisieren von Einzelerfahrungen sind: Wir hatten 2015 zwei negative Erfahrungen (mit einer Stadtbus-Ticketverkäuferin und ein paar Taxifahrern) nur aufgrund dessen, dass wir Deutsche waren. Wir kamen aus Bukarest mit einem IC nach Brasov, da wir, nachdem wir unsere russische Freundin in Bukarest am Flughafen abgeliefert hatten, noch aufgrund einiger sehr netter Reiseberichte hier im Forum Brasov einen Besuch abstatten wollten. Das Wetter war mies, es regnete in Strömen, daher wollten wir den Kilometer bis zum Hotel nicht laufen, sondern ein Taxi nehmen.

Englisch? Fehlanzeige. Russisch? Fehlanzeige. Deutsch? Nix verstehen. Den Namen des Hotels hat er auch ohne Fremdsprachkenntnisse verstanden. "Du deutsch?" konnte er auch sagen. Daraufhin verlangte er für den 1 km Fahrt 100 Lei (gute 20 Euro). Der zweite Taxifahrer, der da wartete, wollte nach kurzem Blickkontakt mit dem ersten dann 200 Lei. Kommentar noch "Deutsch nix gut". Und ja, Gestik und Mimik machten klar, dass sich diese Aussage bestimmt nicht auf seine eigenen Deutschkenntnisse bezog.

Vorher recherchiert hatten wir, dass auch ein Stadtbus zum Hotel fährt. Tickets gab's an einem Kiosk vor dem Bahnhof, der nur Tickets verkaufte. Die griesgrämige ältere Dame verstand auch keinerlei Fremdsprachen. Irgendwie kamen wir zurecht, sie legte 5 Einzelfahrten auf den Tisch. Wir benötigten aber nur zwei. Als ich versuchte, ihr das klarzumachen, signalisierte sie mir klar verständlich mit Handzeichen, dass ich verschwinden solle.

Zum Glück kam dann einer der Siebenbürgen-Schwaben, der das mitbekommen hatte, zu Hilfe. Sehr höflicher und sehr freundlicher Mensch. Seine erste Frage "Warum lernst du nicht Rumänisch???". Nachdem er dann verstanden hatte, dass wir Touristen sind, war er sehr hilfsbereit. Der entschuldigte sich dann für seine Landsleute, sagte, die Taxifahrer sollen wir vergessen, die sind immer so, und erklärte der Ticketverkäuferin, dass wir erstens Touristen sind und zweitens nur zwei Tickets benötigen. Dann klärte sich auch schnell auf, dass die gemäß Tarif nur im Fünferpack verkauft werden. Wir kauften dann 5 Tickets, die griesgrämige Dame entschuldigte sich bei uns, der nette Siebenbürgen-Schwabe meinte noch, dass hier viele Deutsche leben, die sich absondern und auch kein Rumänisch lernen, und meinen, sie wären etwas Besseres. Und sie sind nicht sonderlich beliebt. Und die Ticketverkäuferin hielt uns für genau solche, da sie nicht erwartet, dass Touristen aus dem deutschsprachigen Raum hier mit dem Zug anreisen.

Die Hotel-Rezeptionistin (kein Deutsch aber sehr gutes Englisch) entschuldigte sich nochmal für die Taxifahrer, bezeichnete sie als Banditen, und bot uns an, jederzeit im Hotel anzurufen und ein seriöses Taxi überall hin in Brasov zu bestellen.

Weitere Probleme gab es nicht. Nicht mit "Zigeunern", nicht mit Straßenhunden (die lagen nur rum und guckten uns an, anfassen würde ich sie aber trotzdem lieber nicht....), oder sonst wem.

Re: [RO][HU] Fragen eines alleine Bahn Reisenden

geschrieben von: Jörg Schwabel

Datum: 13.02.18 13:32

Tanzkeks schrieb:
Jörg Schwabel schrieb:
Tanzkeks schrieb:
...
In Brasov gab es ein bisschen Probleme mit Rassismus, zumindest dann, wenn man uns irrtümlicherweise für Angehörige der dort lebenden deutschen Diaspora (die wohl offenbar ein Paradebeispiel für misslungene Integration ist) hielt.
Hä?
Die deutsche Diaspora in Siebenbürgen ist bei den Rumänen nicht unbedingt sehr beliebt. Liegt wohl an schlechten Manieren (z.B. dem Nachfragen mit "Hä?" anstatt mit einem höflichen "Kannst du das bitte näher erläutern."). Vielleicht liegt es auch an etwas anderem. Man hatte uns nur erzählt, dass viele dieser Menschen sich absondern und nur unter sich bleiben. Natürlich nicht alle. Aber wie es halt immer so ist, da reichen ein paar Wenige, um eine ganze Volksgruppe in Verruf zu bringen. So, wie bei den Roma.
...
Dann will ich das doch gerne kurz näher erläutern.

Ich meine, man kann eine Volksgruppe, die seit etwa 1000 Jahren im Lande lebt nicht als "Diaspora" bezeichnen. Auch wenn diese Volksgruppe ihre eigene Sprache spricht und vielleicht (aus diesen Gründen?) manchmal unter sich bleibt. Ich persönlich hatte jedenfalls mit meiner deutschen Muttersprache nie irgendwelche Probleme in Rumänien. Und wenn hier Taxifahrer angesprochen werden: Diese sind in fast allen ehemaligen Ostblockländern eine Gruppe von Dienstleistern, um die ich gerne einen großen Bogen mache. Straßenbahn- oder Busfahren ist viel interessanter (na ja, mit Gepäck vielleicht nicht).

Jetzt sind wir aber schon sehr OT.

Gruß aus Wien

"Ohne Skepsis und Zweifel würden wir heute noch glauben, die Erde wäre eine Scheibe".
"Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen."

(Immanuel Kant)
Liebe Forengemeinde

Als erstes einmal einen herzlichen Dank für die vielen guten und zumeist ermunternden positiven Antworten zu meinem Vorhaben!
Hätte nicht gedacht, dass meine Anfrage eine solche Resonanz auslöst!

Als Ü50 Mann (tönt besser als „…57 jähriger…“) versuche ich doch einiges zu beherzigen und habe mich bisher in Osteuropa wie folgt bewegt:
-Um Landes angepasste Kleidung bin ich bemüht: Gut abgetragene Nicht-Markenjeans gehören bei mir genauso zur Ausrüstung wie einfache T- und Sweatshirts
-Grosse schwere Rapper-Halsketten habe ich nie getragen und besitze ausser einer 50 Euro Armbanduhr keinen Schuck
-Da ich gerne solides Schuhwerk trage (Klobige Gebirgs-Wanderschuhe) und auch stets einen grossen Rucksack dabei habe (Mann braucht eben so einiges im Alter ;-) - ist das halt schon eine optische Unterscheidung zu Einheimischen
-Bares und Pass sind in einer Bauchtasche verstaut. Diese probiere ich zwar unter einer Jacke zu kaschieren - An warmen Tagen ist dieses Unterfangen jedoch schwierig zu bewerkstelligen
-Meine Spiegelreflex-Kamera gehört zwingend dazu: Diese trage ich möglichst bis kurz vor Aufnahme Zeitpunkt verborgen in der Kameratasche bei mir. Ein Stativ benutze ich auch, setzte es aber nur für Nachtaufnahmen ein. Vielleicht sollte ich auf solche Fotos in Zukunft verzichten und das Stativ zu Hause lassen??
-Zu guter Letzt: Vor Reisebeginn notiere ich mit die gängigsten Worte jeder Landessprache auf ein Stück Papier. Bei jeweils 10 - 20 Sätzen pro Sprache bleibt es aber seeeehr bescheiden…

Wie auch immer: Ihr habt mir mit Euren Beiträgen ein gutes Stück Selbstvertrauen mit auf den Weg gegeben
Rumänien ich komme!!

Allen einen schönen Tag
Teddli61

Re: [RO][HU] Fragen eines alleine Bahn Reisenden

geschrieben von: Weltreisender

Datum: 13.02.18 15:22

Tanzkeks schrieb:
Baron schrieb:
Dennoch kann ich auch wenig nachvollziehen, wenn man als ReisendeR als erstes Deutsch ausprobiert. Außer vielleicht bei Osteuropäern über 50 ist Englisch einfach die weltweite lingua franca und es wirkt viel neutraler.
Flächendeckende Fremdsprachenkenntnisse darfst du in Rumänien nicht erwarten. Vor allem nicht bei einfacheren Menschen wie Taxifahrern oder Fahrkartenverkäufern. Und vor allem Englisch nicht. Am Flughafen und in einem Hotel ab 3 Sternen vermutlich schon. In Touristen-Restaurants in Bukarest wahrscheinlich auch. Auf dem Lande, in Siebenbürgen oder an der Schwarzmeerküste (abseits der wenigen internationalen Hotelbunker) eher nicht. Auch Russisch ist unter der älteren Bevölkerung wohl nicht so verbreitet wie in anderen Ländern des ehemaligen Warschauer Paktes.

Gerade in Siebenbürgen fände ich jetzt Deutsch aber nicht so abwegig. Aber ich stimme Baron da voll und ganz zu. Aus besagten Gründen würde ich empfehlen, wenn es mit Englisch nicht klappt, es zuerst mit Google-Translator-Rumänisch zu versuchen und dann erst mit Deutsch. Solltest du auf einen Siebenbürgen-Schwaben stoßen, wird der vermutlich dann selbst an deinem Akzent erkennen, dass du ein deutscher Muttersprachler bist und dich von sich aus auf Deutsch ansprechen.
Englisch wirkt zwar neutraler, wird aber, wenn überhaupt dann eher von der mittleren Generation als der älteren Generation gesprochen. Die Jüngeren lernen zwar heute alle Englisch in der Schule. Dennoch kann nicht jeder gut Englisch. Von den älteren können manche entweder Deutsch oder Französisch. Ich habe mich so manchmal in RO mit Leuten auch auf Französisch unterhalten können. Ich finde es aber unhöflich gleich mit dieser oder jener Sprache zu kommen. Ich finde man sollte zuerst fragen, ob man Deutsch, Englisch oder Französisch oder was auch immer spricht, und natürlich ein Bune Diminatua (Guten Morgen), Bune Ziua (Guten Tag) oder Bune Sera (Guten Abend) vorwegschicken. In Siebenbürgen - aber auch nur dort - können noch viele Deutsch, aber auch nicht alle. Früher gab es da sogar viele, die dreisprachig waren: Für sie war Deutsch, Ungarisch und Rumänisch kein Problem. Das Deutsche hat aber mit der Auswanderung der Siebenbürger Sachsen dann doch sehr nachgelassen. Wobei dann bei der Ortsbevölkerung auch noch die Frage ist, welches Deutsch sie können. Die Sachsen selber reden natürlich Sächsisch und lernen Hochdeutsch in der Schule. Bei der dortigen Rumänen und Ungarn kann es gut sein, dass sie sächsisch können, da sie es mit den Sachsen geübt haben, aber nicht gut Hochdeutsch. Andere wiederum haben Deutsch in der Schule gelernt und können, wenn dann nur Hochdeutsch aber kein Sächsisch.

Herzliche Grüsse
Martin

Re: [RO][HU] Fragen eines alleine Bahn Reisenden

geschrieben von: felixbecker2

Datum: 13.02.18 16:32

Ich wurde "bedrängt" (da traf das Wort wirklich zu!) wenn ich alleine in der Nähe von Ortschaften abseits der sonstigen Menschen war, also z.B. Zelt aufbauen, etc.

Bei der Zeltsache (ich war da recht naïv und habe gelernt durch Praxis ;)) wollte man mir "helfen" (stümperhaft und nichtskönnend Heringe in den Boden) und dafür Geld für Essen haben. Hatte noch essen -- das wollten sie aber nicht, plötzlich wollte man das Geld für Handyakkus.

War schon kurz davor das Zelt wieder anzubrechen und woanders hinzugeen.

Es kam dann ein auch englisch sprechender Europa beradelnder einsamer Rumäne dazu und baute auch sein Zelt auf, und damit war der "Spuk" vorbei. Und ihm wurde mal aus dem Zelt heraus sein Rucksack geklaut -- Zelt nachts aufgeschlitzt.

Wir sind dann eine Weile in Briefkontakt geblieben.


Auch sollte man nachts im Zug aufpassen dass nichts mal gestohlen wird.

I.d.R. musst Du Dich nicht vor körperlicher Gewalt fürchten.

Und wo sonstig menschen sind auch nix -- als Tourist wird man ggf. überbeschützt.


Die üblichen Vorsichtsregeln gelten natürlich, aber Sorge besorgniserregend bedrängt zu werden würde ich mir nur machen an Orten welche von potentiellen Bedrängern ohne größeren Aufwand erreicht werden können (also z.B. nicht in der Natur im Gebirge) und wo es zugleich ansonsten nicht menschelt.


Gutes Fahren!



2-mal bearbeitet. Zuletzt am 13.02.18 16:55.
teddli61 schrieb:
Wie auch immer: Ihr habt mir mit Euren Beiträgen ein gutes Stück Selbstvertrauen mit auf den Weg gegeben
Rumänien ich komme!!

Allen einen schönen Tag
Teddli61

Das klingt doch sehr vorausblickend und erfahren. Ich denke, du dürftest eine wunderschöne Zeit in Rumänien verbringen können. Viel Spaß und "drum bun"! :-)
Hallo,
Ich war 3X in RO im letzen Jahr,Ich hatte auch Bedenken,Meine Verwandschaft sagte Mir "Die Boesen sind alle in Deutschland oder Europa".
Es gruesst
Walter
Einmal habe ich in Rumänien, im Jahre 2001, eine brenzlige Situation erlebt.

Ich spazierte gerade durch Sinaia, da quatscht mich ein dubioser Typ an: "Change money? Gute Kurs!" Ich war vorgewarnt, daß das eine Falle sein könnte - zudem habe ich prinzipell nie "schwarz" gewechselt. Ich sagte laut und deutlich "no", beschleunigte meine Schritte - doch zu spät. Ein zweiter Typ kam hinzu, wedelte irgendeinen Fake-Ausweis und tat so, als würde er den vermeintlichen "Schwarzwechsler" beschimpfen. Dieser ist dann verschwunden. Doch nun kam der "falsche Polizist" auf mich zu, sagte: "Police! Police! Show me all your money! Mabye wrong money!" Ich habe dann lautstark im Tiroler Dialekt - das hört sich bedrohlich an - geschimpft, was die Aufmerksamkeit zweier Passanten erregte. Gottseidank - ich blieb dann unbehelligt. War dennoch sehr froh, als ich am Bahnhof von Sinaia war. Bei meinen drei weiteren Rumänienreisen ist mir das dann solches nicht mehr passiert, zweimal wurde ich angebettelt, aber nicht aggressiv.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 14.02.18 13:43.

Einfach locker bleiben...

geschrieben von: Hubert G. Königer

Datum: 14.02.18 18:01

Hallöle,

mein Gott, habt Ihr Probleme... Ich bin seit 1975 regelmässig im Lande RO, und lebe immer noch. Wie habe ich das nur geschafft?! In diesen 43 Jahren bin ich ein einziges Mal - nachweislich von einem Rumänen - beklaut worden (Wert 20 Euro...), da war aber auch meine Unaufmerksamkeit schuld. Ich hatte sonst nie Probleme, nicht mit Zigeunern, Geldwechslern, Taxifahrern und Polizisten und erst recht nicht mit der Tatsache, dass ich Deutscher bin. Wieso soll ich das nicht zugeben? Zwar kann ich nach 43 Jahren etwas rumänisch, aber jeder hört doch sofort, dass das nicht meine Muttersprache ist. Die Banater Schwaben im Raum Timişoara sind durchaus nicht unbeliebt, zumindest seit nach der «Revolution» die Kommunisten weg sind. Mit den Siebenbürger Sachsen dürfte es genauso sein. Wenn da von «Diaspora» geschrieben wird, ist das für mich ein Beweis, dass der Schreiberling keine blasse Ahnung hat.

teddli61 schrieb: « -Da ich gerne solides Schuhwerk trage (Klobige Gebirgs-Wanderschuhe) und auch stets einen grossen Rucksack dabei habe (Mann braucht eben so einiges im Alter ;-) - ist das halt schon eine optische Unterscheidung zu Einheimischen.»

Ganz bestimmt... Wenn Du (ausserhalb des Hochgebirges) so herumläufst, dann erkennt man Dich sofort als nicht angepassten Touri und nimmt Dich möglicherweise nicht mehr ganz ernst. Ich laufe immer – egal wo - herum wie daheim. Mal besser, mal schlichter angezogen, je nach Situation. Aber nie mit klobigen Gebirgs-Wanderschuhen oder vermaskeriert wie zur Fasnacht. Teure Marken-Jeans siehst Du in Timişoara übrigens häufiger als in Ulm. Gut gekleidet macht man gerade in RO einen guten Eindruck!

Richtig Angst hatte ich in RO eigentlich nur wenige Male mit herrenlosen Hunden. Aber – wie schon jemand geschrieben hat – die sind in Städten selten geworden. Leider hat man sie oft einfach nur erschlagen, was ich furchtbar finde.

Also – seht das Ganze etwas lockerer, geht auf die Leute unten freundlich, aber selbstbewusst zu und benehmt Euch ganz normal. Dann frisst Euch keiner!

Viele Grüsse,
Hubert.

http://666kb.com/i/d3suyhxde7atexkr4.jpg 07/01/2015 JE SUIS CHARLIE - 13/11/2015 NOUS SOMMES PARIS - 14/07/2016 NOUS SOMMES NICE

Re: Einfach locker bleiben...

geschrieben von: Patrick Rudin

Datum: 14.02.18 18:31

Hubert G. Königer schrieb:


Richtig Angst hatte ich in RO eigentlich nur wenige Male mit herrenlosen Hunden.

Etwa dann, als wir zusammen in Arad auf dem Bahnhofvorplatz waren? :o

Ernsthaft: Ein ungutes Gefühl hatte ich in Osteuropa schon das eine oder andere Mal - vor allem, wenn irgendwelche Besoffenen im Zug immer lauter auf mich einreden, wenn sie merken, dass ich sie nicht verstehe. Mit Slawischen Sprachen aller Art bin ich nicht bewandert.

In Rumänien habe ich bislang nicht bessere oder schlechtere Erfahrungen gemacht als anderswo in Europa. Allerdings fühle ich mich dort subjektiv sicherer, da ich mich verständigen kann und schlimmstenfalls die Polizei oder Hilfe rufen (lassen) kann, wenn was ist.

Re: [RO][HU] Meine Erfahrungen in Rumänien

geschrieben von: Ingo Oerther

Datum: 14.02.18 18:49

Hallo!

Ich bin ein bekennender Liebhaber Rumäniens.
Seit 5 Jahren reise ich regelmäßig in diese wahrlich schöne Land.
Vorab: Aufgrund der vergleichsweise niedrigen Löhne und -vergleichsweise- hochen Lebenshaltungskosten für die Bewohner ist es leider auch Realität, dass man ort auf eine deutlich sichtbare Armut in Teilen der Bevölkerung trifft.
Doch ich gebe Dir aus persönlichen Gründen den Rat: Gehe Vorurteilsfrei auf die größtenteils sehr freundlichen und hilfsbereiten Menschen zu.
Versuche, ein paar Worte rumänisch zu lernen (ist eine Art "Türöffner").
Die Zigeuner (ich habe viele getroffen und NIE negative Erfahrungen gemacht) sind stolze, aber oft auch bitterarme Leute.
Sie gaben mir zu verstehen, dass sie es nicht mögen, als "Roma oder Rom" bezeichnet zu werden, sondern schlicht und einfach Tigani (sprich Zigani), also Zigeuner.
Ich begegne ihnen immer "auf Augenhöhe" und sollte mal einer zu aufdringlich betteln, reicht ein ernstes "NU" (Nein) oft aus.

Auf dem Bukarester Nordbahnhof konnte ich mich immer ohne Angst bewegen und auch zu eher "Unchristlichen" Zeiten musste ich bislang nie Angst haben.

Was die bereits genannten Taxifahrer betrifft, so kann auch ich nur empfehlen, die Taxistäne an den größeren Bahnhöfen möglichst zu meiden.
Lieber ein Taxi am Straßenrand heranwinken, gerade in Brasov gibt es -trotz- klarer "Ansagen" der Stadtverwaltung einige unverbesserliche "Abzock-Taxler".
Für Deine Erste Reise empfehle ich ein Reisewörterbuch.

Meine Dokumente trage ich stets in einer "Anglerweste" mit vielen verschließbaren Taschen (Klett- und oder Reißverschlüsse).
Die Digitalkamera führe ich in einer speziellen am Gürtel zu tragenden Tasche mit.
Und wenn Du eine gewisse "Grundvorsicht" wie hierzulande pflegst, kann Dir im Land der Karpaten nichts passieren.

Ich wünsche Dir eine wunderschöne Reise nach Rumänien und es würde auch mich freuen, wenn Du uns in Form eines Reiseberichtes an der Fahrt teilhaben lassen würdest.

Gute Reise/"Drum bun"!

Ingo
Wenn man Gründe finden will Rumänien nicht zu mögen, dann wird man auch welche finden. Allerdings habe ich bei meinen Reisen dorthin selten Erlebnisse gehabt, die mich so nachdenklich stimmten, das ich dort nicht wieder hinfahren würde. Achtsam, wie überall sein, und sich nicht unnötig beschwatzen lassen.

Am Bukarester Nordbahnhof ist das schon so eine Sache. Wer etwas länger dort verweilt, wird dort etliche "interessante"Gestalten treffen, und mti Sicherheit auch schon mal angesprochen. Angemacht oder schlimmer belästigt worden bin ich noch nie. Die Klebstoffschnüffeler auf der Fläche vor dem Hauptausgang einfach ignorieren. Die sind mehr mit sich selber beschäftigt.

Hier geht es zu meinen Reiseberichten


Fußball und Eisenbahn funktioniert !




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 14.02.18 20:52.
War bisher nur einmal in Rumänien, das zweite mal folgt im Sommer.
Auch ich kann bis jetzt nichts negatives berichten.
Vorletztes Jahr waren wir auf dem Weg von Sofia nach Budapest eine Nacht in Bukarest und eine Nacht in Brasov. Nirgendwo negative Erlebnisse gehabt. Auf der Fahrt von Bukarest nach Brasov wurden wir dann von einem rumänischen Deutschlehrer angesprochen. Der war froh, dass seine zehnjährige Tochter an uns mal ihre gelernten Deutschkentnisse testen konnte (Die wesentlich besser waren als von so manchem seit Jahrzehnten in Deutschland lebenden). So verbrachten wir die Fahrt zu viert mit Kartenspielen und bekamen Tipps, was wir während der Fahrt entlang der Strecke anschauen und fotografieren sollten. In Brasov half er uns dann noch die Busfahrkarten für den Stadtbus zu kaufen.
Und auch in Brasov trafen wir eigentlich nur höfliche und hilfsbereite Einheimische.

Re: Einfach locker bleiben...

geschrieben von: Tanzkeks

Datum: 14.02.18 22:11

Patrick Rudin schrieb:
Mit Slawischen Sprachen aller Art bin ich nicht bewandert.

Na dann... zu deinem Glück ist die rumänische Sprache keine slawische Sprache ;)

Re: Einfach locker bleiben...

geschrieben von: Wrzlbrnft.

Datum: 14.02.18 22:30

Tanzkeks schrieb:
Patrick Rudin schrieb:
Mit Slawischen Sprachen aller Art bin ich nicht bewandert.

Na dann... zu deinem Glück ist die rumänische Sprache keine slawische Sprache ;)

Ich hatte ihn so verstanden, dass er es auf andere osteuropäische Reisen bezogen hatte. Und bis auf Ungarn und Rumänien ist da der slawische Sprachstamm vorherrschend. ;-)

Re: Einfach locker bleiben...

geschrieben von: Patrick Rudin

Datum: 14.02.18 22:50

Tanzkeks schrieb:
Patrick Rudin schrieb:
Mit Slawischen Sprachen aller Art bin ich nicht bewandert.

Na dann... zu deinem Glück ist die rumänische Sprache keine slawische Sprache ;)
Das ist durchaus der Grund, dass ich mich in Rumänien wesentlich sicherer fühle als im nahen Tschechien oder in Polen, wo ich nicht verstehe, was um mich herum palavert wird.

Re: [RO][HU] Fragen eines alleine Bahn Reisenden

geschrieben von: Schienenradler

Datum: 15.02.18 07:47

Zitat:
Englisch wirkt zwar neutraler, wird aber, wenn überhaupt dann eher von der mittleren Generation als der älteren Generation gesprochen. Die Jüngeren lernen zwar heute alle Englisch in der Schule. Dennoch kann nicht jeder gut Englisch.
Das kann ich eigentlich so nicht bestätigen. Ich habe mich schon mehrfach gewundert, dass in Rumänien Leute, wo man es nicht erwarten würde, Englisch können (ältere Dame am Fahrkartenschalter, Straßenkehrer, junges Mädl am Imbißstand,...)
Ein rumänscher Freund meinte, dass mit ein Grund dafür wäre, dass die Arbeitslosigkeit hoch ist und Leute nach dem Studium tlw. halt wirklich einen Job am Würstlstand annehmen müssen...

Re: [RO][HU] Meine Erfahrungen in Rumänien

geschrieben von: no-night

Datum: 15.02.18 10:31

Ingo Oerther schrieb:Zitat:
Was die bereits genannten Taxifahrer betrifft, so kann auch ich nur empfehlen, die Taxistäne an den größeren Bahnhöfen möglichst zu meiden.
Lieber ein Taxi am Straßenrand heranwinken, gerade in Brasov gibt es -trotz- klarer "Ansagen" der Stadtverwaltung einige unverbesserliche "Abzock-Taxler".
Warum eigentlich Taxi zu benutzen? Verkehr in den mittleren Städten Rumäniens ist doch nicht so katastrophal, auch wenn man nicht einmal eine ungarische Niveau erwarten darf. Zwar gibt's ab und zu Extremitäten, und man suche häufig Information und Tageskarten vergebens, aber gerade in Brasov ist ein linien- und taktmäßig ebenso dichtes Busnetz zu finden. Auch Sibiu ist gut bestückt (dort ist aber Innenstadt von Bahnhof sogar zu Fuß nah), in Oradea und Arad ist Straßenbahn mustergültig. Von Timisoara war ich weniger beeindruckt, hingegen ist Ploiesti und Braila nicht so schlimm, als man dächte. Andere Städte habe ich (noch? :-) ) nicht besucht, aber Cluj und Iasi sollte doch entsprechend sein.

In Bukarest ist hingegen Oberflächenverkehr ein schlechstes Witz, es sei mit den Verhältnisse von St. Petersburg zu vergleichen. Zum Glück hat man die Ähnlichkeit, daß Metro gut ist.

Und das alles für lächerliche Preise: Einzelfahrscheine für 2-3 lei, Tageskarten für höchstens 17 (in Bukarest, sonst maximal 13). Manchmal trifft man zwar herunterkommene Fahrzeuge und stinkende Mitreisende, das ist aber auch in Zügen möglich... :-P



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 15.02.18 10:40.

Re: [RO][HU] Meine Erfahrungen in Rumänien

geschrieben von: Avala

Datum: 15.02.18 10:33

no-night schrieb:
Zwar gibt's ab und zu Extremitäten, und man suche häufig Information und Tageskarten vergebens, aber gerade in Brasov ist ein linien- und taktmäßig ebenso dichtes Busnetz zu finden.
Man darf sich nur nicht verwirren lassen, dass die Linien in beide Fahrtrichtungen sehr unterschiedliche Routen nehmen.

Re: [RO][HU] Meine Erfahrungen in Rumänien

geschrieben von: Tanzkeks

Datum: 15.02.18 10:52

no-night schrieb:
Warum eigentlich Taxi zu benutzen? Verkehr in den mittleren Städten Rumäniens ist doch nicht so katastrophal, auch wenn man nicht einmal eine ungarische Niveau erwarten darf. Zwar gibt's ab und zu Extremitäten, und man suche häufig Information und Tageskarten vergebens, aber gerade in Brasov ist ein linien- und taktmäßig ebenso dichtes Busnetz zu finden. Auch Sibiu ist gut bestückt (dort ist aber Innenstadt von Bahnhof sogar zu Fuß nah), in Oradea und Arad ist Straßenbahn mustergültig. Von Timisoara war ich weniger beeindruckt, hingegen ist Ploiesti und Braila nicht so schlimm, als man dächte. Andere Städte habe ich (noch? :-) ) nicht besucht, aber Cluj und Iasi sollte doch entsprechend sein.
Mit 20 kg Gepäck ist es, wenn man nicht jung und durchtrainiert ist, nicht so lustig. Niederflurfahrzeuge darf man z.B. nicht erwarten. Das eigentliche Problem ist aber der unendlich komplizierte Ticketkauf, zumindest in Brasov und Bukarest. In Bukarest war es noch schlimmer (außer Metro). Die Öffnungszeiten der Ticket-Kiosks sind ziemlich restriktiv, mit den Automaten braucht man gar nicht erst anzufangen. In Bukarest haben wir z.B. am Sonntag überhaupt keine Tickets für den Oberflächentransport bekommen (irgendwo hätte es bestimmt welche gegeben, aber es war nicht möglich, an die Informationen heranzukommen, nicht mal in der Metro wussten die gut Englisch sprechenden Verkäuferinnen, wo man jetzt Bustickets kaufen könnte).

Ticketkiosk geschlossen, Automat kaputt oder leer, kein Ticketverkauf im Fahrzeug, also bleibt nur noch das Taxi oder per pedes. Oder Schwarzfahren, ich möchte aber nicht ausprobieren, was passiert, wenn man erwischt wird.

no-night schrieb:
In Bukarest ist hingegen Oberflächenverkehr ein schlechstes Witz, es sei mit den Verhältnisse von St. Petersburg zu vergleichen. Zum Glück hat man die Ähnlichkeit, daß Metro gut ist.
Also mit St. Petersburg kannst du das beim besten Willen nicht vergleichen. In SPB bekommst du erstklassige Verbindungsauskünfte über Yandex Maps (mit Echtzeit und Fahrzeugposition über die Yandex Transport App, das bringt dir aber nur was, wenn du auch mobiles Internet hast), auch über Google Maps (allerdings waren die Auskünfte dort gelegentlich veraltet und schlichtweg falsch). Einzelfahrten kannst du in jedem Fahrzeug kaufen und an jeder Metro-Station bekommst du Tagestickets je nach Bedarf für 1-7 Tage, die im Gegensatz zu Bukarest für alle Transportmittel außer Elektritschka und Marschrutki gelten. Das Einzige, was am ÖPNV in Sankt Petersburg nicht so toll ist, ist, dass der Bus oder die Tram oft stundenlang im Stau steht, weil es kaum Busspuren oder separaten Fahrweg gibt.



2-mal bearbeitet. Zuletzt am 15.02.18 11:02.

Re: [RO][HU] Meine Erfahrungen in Rumänien

geschrieben von: no-night

Datum: 15.02.18 11:52

Tanzkeks schrieb:
Das eigentliche Problem ist aber der unendlich komplizierte Ticketkauf, zumindest in Brasov und Bukarest. In Bukarest war es noch schlimmer (außer Metro). Die Öffnungszeiten der Ticket-Kiosks sind ziemlich restriktiv, mit den Automaten braucht man gar nicht erst anzufangen. In Bukarest haben wir z.B. am Sonntag überhaupt keine Tickets für den Oberflächentransport bekommen (irgendwo hätte es bestimmt welche gegeben, aber es war nicht möglich, an die Informationen heranzukommen, nicht mal in der Metro wussten die gut Englisch sprechenden Verkäuferinnen, wo man jetzt Bustickets kaufen könnte).

Ticketkiosk geschlossen, Automat kaputt oder leer, kein Ticketverkauf im Fahrzeug, also bleibt nur noch das Taxi oder per pedes. Oder Schwarzfahren, ich möchte aber nicht ausprobieren, was passiert, wenn man erwischt wird.
In Brasov ist's voll unproblematisch, für uns war Tageskarte in Kiosk am Bahnhofsvorplatz mit den nötigsten Worten auf Rumänisch einfach erhältlich. Und für Einzelfahrscheine waren bei vielen Haltestellen Automaten da.

In Bukarest hatte auch ich Probleme, und zwar in 2015, als keine Fahrscheine nicht einmal in Form von "Mehrweg-Plastikkarte" erhältlich war, da sagte man, daß deren Verkauf "suspendiert" ist. Das war eine der Hauptgründe, daß ich Oberflächenverkehr als schlechtes Witz meinte. Zum Glück hat man Metro, auch wenn es nicht bestens flächendeckend ist, manchmal Umwege beinhaltet, oder davon noch extra Fußmarsch nötig ist.

Automaten traf ich im Hauptstadt nur für Metro. Vielleicht hat es sich seither geändert. Aber Bukarest ist eine Stadt, welche für Radfahren bestens geeignet ist - breite Hauptstrassen lassen auch ohne Radwege viel Platz zu, es gibt hinzu die viele Nebengassen, und as wichtigste ist die Stadt überwiegend flach... :-)

Tanzkeks schrieb:
Zitat:
Also mit St. Petersburg kannst du das beim besten Willen nicht vergleichen. In SPB bekommst du erstklassige Verbindungsauskünfte über Yandex Maps (mit Echtzeit und Fahrzeugposition über die Yandex Transport App, das bringt dir aber nur was, wenn du auch mobiles Internet hast), auch über Google Maps (allerdings waren die Auskünfte dort gelegentlich veraltet und schlichtweg falsch). Einzelfahrten kannst du in jedem Fahrzeug kaufen und an jeder Metro-Station bekommst du Tagestickets je nach Bedarf für 1-7 Tage, die im Gegensatz zu Bukarest für alle Transportmittel außer Elektritschka und Marschrutki gelten. Das Einzige, was am ÖPNV in Sankt Petersburg nicht so toll ist, ist, dass der Bus oder die Tram oft stundenlang im Stau steht, weil es kaum Busspuren oder separaten Fahrweg gibt.

Ich bin kein Freund von "smartphone", ich will eindeutig geschilderte Haltestellen mit Netzpläne sowie Aushängetafeln mit fahrplanmäßigen Abfahrts- (oder zumindest Folge)zeiten und Zwischenhälte. Wenn es noch einige Anzeiger da sind, noch besser. Das alles fand ich in SPB gar nicht, und in Bukarest ebenso nicht...

In 2013 gab es in SPB noch keine Tageskarten. Und "Fahrscheine in Fahrzeug"... ich habe fast wie keine Obdachlose, Bettler und ähnliche obskure Typen in den Strassen gesehen... als Schaffner waren sie aber in sehr großen Stückzahl in den Fahrzeugen da. Mein Kumpel hat zu Unglück mit Englisch versucht, natürlich ohne Erfolg, ich mußte auf Russisch einwirken..

Re: [RO][HU] Meine Erfahrungen in Rumänien

geschrieben von: Tanzkeks

Datum: 15.02.18 12:28

no-night schrieb:
In Brasov ist's voll unproblematisch, für uns war Tageskarte in Kiosk am Bahnhofsvorplatz mit den nötigsten Worten auf Rumänisch einfach erhältlich. Und für Einzelfahrscheine waren bei vielen Haltestellen Automaten da.
Ja, wenn der Kiosk geöffnet ist, ist's unproblematisch. Tageskarten gab es damals 2015 am Bahnhofsvorplatz nicht, nur Einzeltickets im 5-er Pack. Aber wie schon in einem vorigen Beitrag geschrieben, konnte die Verkaufs-Dame uns sowieso nicht leiden. Tageskarten gab es nur an einem einzigen Kiosk in der Innenstadt. Netterweise auch im Vorverkauf für den Folgetag, so dass man sich da schon mal versorgen konnte, um am nächsten Tag nicht wieder vor dem gleichen Problem zu stehen. Die Verkaufs-Oma dort konnte (oder wollte) zuerst nicht verstehen, dass wir Tagestickets wollten, wollte uns immer Einzelkarten andrehen. Google Übersetzter und Beharrlichkeit hat geholfen. Tagestickets gab's nur gegen Ausweisvorlage und ein ziemlich umständliches Prozedere, da verstehe ich auch, dass die Verkäufer das zu vermeiden versuchen. Einen funktionierenden Ticketautomaten fand ich in Brasov nicht. Nachdem wir dann aber ja Tagestickets hatten, habe ich es nicht mehr probiert. Hatte aber den Eindruck, dass es nur an stark frequentierten Haltestellen Automaten gab. Aber ohne Rumänisch-Kenntnisse oder Smartphone mit Google-Übersetzer ;-) keine Chance...

no-night schrieb:
Ich bin kein Freund von "smartphone", ich will eindeutig geschilderte Haltestellen mit Netzpläne sowie Aushängetafeln mit fahrplanmäßigen Abfahrts- (oder zumindest Folge)zeiten und Zwischenhälte. Wenn es noch einige Anzeiger da sind, noch besser. Das alles fand ich in SPB gar nicht, und in Bukarest ebenso nicht...
Ich muss schon sagen, dass ich finde, dass das Smartphone gerade die ÖPNV-Nutzung bei Reisen in fremde Städte, und zwar sowohl im In- als auch im Ausland, um einiges erleichtert. Wenn es vielleicht auch den möglichen Kontakt zu Einheimischen mindert, wenn man statt zu fragen sich die Infos mit dem Smartphone holt. Wenn man allerdings, wie z.B. in Russland als Antwort meistens "Ja ne snaju" (="Ich weiß nicht") oder etwas, was definitiv falsch ist, erhält, dann ziehe ich andere Wege zur Kontaktaufnahme doch vor. Dank EU-Roaming-Regulierung jetzt im EU-Ausland auch ohne Horror-Rechnung. Und da ich mich sehr oft in Russland aufhalte, habe ich mir eine russische SIM-Karte besorgt, und es erleichtert einem das Leben auf Reisen auch dort erheblich. Freund von Tinder, Instagram, weiterm solchen Kindskram und von "Smombies", die einen auf dem Gehweg umrennen, bin ich allerdings definitiv auch nicht. Aushänge mit Folgezeiten im Sinne von "alle x Minuten" und Zwischenhalten gibt es in SPB an fast jeder Bushaltestelle für fast alle Buslinien. Allerdings nicht für Marschrutki oder Tram. Befindet sich halt an einem gewöhnungsbedürftigen Platz. Kurzsichtig darf man nicht sein, ansonsten Feldstecher/Opernglas o.ä. nicht vergessen ;)

no-night schrieb:
In 2013 gab es in SPB noch keine Tageskarten. Und "Fahrscheine in Fahrzeug"... ich habe fast wie keine Obdachlose, Bettler und ähnliche obskure Typen in den Strassen gesehen... als Schaffner waren sie aber in sehr großen Stückzahl in den Fahrzeugen da. Mein Kumpel hat zu Unglück mit Englisch versucht, natürlich ohne Erfolg, ich mußte auf Russisch einwirken..
Die Tageskarten gibt es erst seit Mitte/Ende 2016. Ja, die Sankt Petersburger "Konduktori" sind schon eine Marke für sich. Manche versuchen sich mehr oder weniger erfolgreich als Alleinunterhalter oder Showmaster für die Fahrgäste. Andere sind nur schwer von Bettlern oder Obdachlosen zu unterscheiden. Manche sind unfreundlich bis angsteinflößend, und Fremdsprachkenntnisse sind auch hier selten anzutreffen, aber letztendlich fand ich sie trotz allem fast immer hilfsbereit. Auch wenn die "Hilfe" letztendlich darin besteht, dass sie einen unter Schimpfen und Fluchen kostenlos mitfahren lassen ;-) Richtig unrühmliche Ausnahmen gibt es natürlich, wie überall.

Re: [RO][HU] Fragen eines alleine Bahn Reisenden

geschrieben von: Weltreisender

Datum: 15.02.18 13:53

Schienenradler schrieb:
Zitat:
Englisch wirkt zwar neutraler, wird aber, wenn überhaupt dann eher von der mittleren Generation als der älteren Generation gesprochen. Die Jüngeren lernen zwar heute alle Englisch in der Schule. Dennoch kann nicht jeder gut Englisch.
Das kann ich eigentlich so nicht bestätigen. Ich habe mich schon mehrfach gewundert, dass in Rumänien Leute, wo man es nicht erwarten würde, Englisch können (ältere Dame am Fahrkartenschalter, Straßenkehrer, junges Mädl am Imbißstand,...)
Ein rumänscher Freund meinte, dass mit ein Grund dafür wäre, dass die Arbeitslosigkeit hoch ist und Leute nach dem Studium tlw. halt wirklich einen Job am Würstlstand annehmen müssen...
Einige können schon Englisch und man ist wohl auch immer wieder überrascht, wieviele es sind. Andererseits treffe ich immer wieder auch zahlreiche Leute, die kein Englisch können. Mir fällt in RO die Verständigung erheblich schwerer, auch wenn ich sonst einige Worte Französisch/Italienisch nehme, sie etwas anders ausspreche und dann die Leute mich zumindest verstehen, ich sie aber längst nicht immer, als in Moldawien. Ich Moldawien können fast alle Russisch, so dass ich dort mittlerweile kein Verständigungsproblem mehr habe. In RO kann aber kaum jemand Englisch. Allerdings bin ich in Ungheni Prut (Grenzbahnhof auf RO-Seite) an der Grenze zu MD, wie gut sie dort Englisch oder irgendetwas anderes können. Ausserdem kontrollieren sie dort ziemlich gründlich. In Ungheni (MD-Seite der Grenze) kontrollieren sie ebenso ziemlich gründlich. Auch dort werde ich mittlerweile auch Englisch angesprochen, wenn sie merken, dass ich kein Rumänisch spreche. Wenn ich dann aber nach Russisch frage, geht es fast noch besser.

Dass die Arbeitslosigkeit und Perspektivlosigkeit in RO ziemlich gross ist, und viele Leute nach dem Studium als Reinigungskraft arbeiten, in der Imbissbude, eine eigene Existenz versuchen aufzubauen, da keine andere Wahl oder eben zahlreiche Leute auswandern, will ich gar nicht bestreiten. Im Gegenteil, ich weiss, dass in London und Dublin und vermutlich nicht nur dort, an jeder Ecke Polnisch und Rumänisch gesprochen wird. Mittlerweile dürfte auch Ukrainisch hinzugekommen sein.

Herzliche Grüsse
Martin



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 15.02.18 13:58.

Re: [RO][HU] Meine Erfahrungen in Rumänien

geschrieben von: Weltreisender

Datum: 15.02.18 14:10

Tanzkeks schrieb:

Ticketkiosk geschlossen, Automat kaputt oder leer, kein Ticketverkauf im Fahrzeug, also bleibt nur noch das Taxi oder per pedes. Oder Schwarzfahren, ich möchte aber nicht ausprobieren, was passiert, wenn man erwischt wird.



no-night schrieb:
In Bukarest ist hingegen Oberflächenverkehr ein schlechstes Witz, es sei mit den Verhältnisse von St. Petersburg zu vergleichen. Zum Glück hat man die Ähnlichkeit, daß Metro gut ist.
Also mit St. Petersburg kannst du das beim besten Willen nicht vergleichen. In SPB bekommst du erstklassige Verbindungsauskünfte über Yandex Maps (mit Echtzeit und Fahrzeugposition über die Yandex Transport App, das bringt dir aber nur was, wenn du auch mobiles Internet hast), auch über Google Maps (allerdings waren die Auskünfte dort gelegentlich veraltet und schlichtweg falsch). Einzelfahrten kannst du in jedem Fahrzeug kaufen und an jeder Metro-Station bekommst du Tagestickets je nach Bedarf für 1-7 Tage, die im Gegensatz zu Bukarest für alle Transportmittel außer Elektritschka und Marschrutki gelten. Das Einzige, was am ÖPNV in Sankt Petersburg nicht so toll ist, ist, dass der Bus oder die Tram oft stundenlang im Stau steht, weil es kaum Busspuren oder separaten Fahrweg gibt.
Bei meiner ersten Rumänien-Reise im Jahre 2001 ist es mir passiert, dass ich in Timisoara/Themeswar im Tram kontrolliert wurde. Ich hatte auch eine Fahrkarte und entwertet. Der Kontrolleur beanstandete aber, dass ich an der falschen Stelle entwertet hatte und wollte 80 Lei abnehmen. Nun hatte ich aber nicht mehr so viele dabei. Dann verlangte er den Pass. Als er dann sah, dass ich Ausländer bin, zeigte er dann auf seinem Strafquittungsblock dann auf den ermässigten Satz von 40. Die hatte ich noch dabei und gab sie ihm. Er gab mir die Quittung, bzw. einen Beleg und die Sache war erledigt. In der Zwischenzeit waren wir auch am Bahnhof, wo ich eigentlich hinwollte vorbeigefahren, waren aber ungedreht und kamen anschliessend wieder am Bahnhof vorbei. Dann zeigte der Kontrolleur auf das Bahnhofsgebäude und sagte "Gara".

Also, wenn Du in eine Kontrolle kommst und bar bezahlst, geschieht eigentlich ziemlich wenig. Du musst einfach drauf bestehen, dass sie Dir auch eine Quittung geben. Schlimmer ist es, wenn Du nicht bezahlst. Aber ich denke, da wird wohl die Polizei hinzugeholt. Ich finde das Angebot in SPB eigentlich auch ziemlich gut. Die Staus sind allerdings eine Realität. Ausserdem gibt es bei jeder Linie ein anderes System. Da gibt es Linien, wo man das Fahrgeld beim Aussteigen dem Fahrer entrichtet. Er macht auch erst die Türen auf, wenn alle bezahlt haben. Dann gibt es Linien mit Schaffnern. Dann gibt es Linien mit Selbstkontrolle und Strafzuschlägen ohne Billett. Das Problem ist, dass es einfach nicht einheitlich ist.

Herzliche Grüsse
Martin

Re: [RO][HU] Fragen eines alleine Bahn Reisenden

geschrieben von: no-night

Datum: 15.02.18 14:16

Weltreisender schrieb:
Zitat:
Einige können schon Englisch und man ist wohl auch immer wieder überrascht, wieviele es sind. Andererseits treffe ich immer wieder auch zahlreiche Leute, die kein Englisch können. Mir fällt in RO die Verständigung erheblich schwerer, auch wenn ich sonst einige Worte Französisch/Italienisch nehme, sie etwas anders ausspreche und dann die Leute mich zumindest verstehen, ich sie aber längst nicht immer, als in Moldawien. Ich Moldawien können fast alle Russisch, so dass ich dort mittlerweile kein Verständigungsproblem mehr habe. In RO kann aber kaum jemand Englisch.
Trifft zu ganz Mitteleuropa (auch Tschechien, Polen, Ungarn) zu, daß English - von anderen Fremdsprachen ganz zu schweigen - nicht einmal gegenüber Jugendlichen so hilfreich ist, wie in Niederlände oder Skandinawien. Auf offiziellen Ebenen und in der Tourismusbranche ist man zwar daran, alles auch für Ausländer verständlich zu machen, aber bei Alltagsleute ist' doch nicht Devise. Viele Jobs sind ja auch ohne Sprachkenntnisse machbar, und viele Leute haben keinerlei Eigenambition, die Sprachen zu lernen, auch wenn es in Zeit der heutigen Kommunikationsmittel viel zu einfacher zu ergattern ist. (Mein beinahe 17-jähriger Neffe kriegt nun die Sprachprüfungen schneller, als meine Generation, obwohl für uns nach der Wende alles schon selbstverständlicher verfügbar war als für unsere Eltern).

Auch ich lernte deshalb Tschechisch, da ich immer wieder nicht mit anderen Sprachen umgehen konnte...

In Länder der ehemaligen Sowjetunion ist Russisch überall hilfreicher (ich habe es in Baltikum erfahren) als English, aber hier gibt's auch böse Überraschungen. Denkt nicht an 'was politisch-nationalistisch, das war nur zwei ca. 18-Jährige in Vilnius, die nicht einmal Russisch kannten...

Weltreisender schrieb:
Im Gegenteil, ich weiss, dass in London und Dublin und vermutlich nicht nur dort, an jeder Ecke Polnisch und Rumänisch gesprochen wird. Mittlerweile dürfte auch Ukrainisch hinzugekommen sein.
Mangels EU-Zugehörigkeit noch nicht. Aber Ungarisch ist mit den von dir erwähnten gleichwertig... :-)



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 15.02.18 14:17.