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[ET] Kamelzüge auf Kollisionskurs

geschrieben von: metrancya

Datum: 08.02.18 21:34

Bei der neuen Eisenbahn Addis-Abeba - Djibouti gibt es scheinbar kuriose Probleme. Ich habe mich schlapp gelacht. Leider ist es eigentlich nicht zum Lachen.

Könnte sich jemand in Mitteleuropa vorstellen, dass jemand Zäune niederreißt, um anschließend seine Kühe auf die Eisenbahnlinie zu jagen, nur um dann einen ICE anzuhalten, der die Kühe gleich reihenweise erledigt hat? Und dass mit dem ICE immer jemand mit einer dicken Geldbörse mitfährt, um die armen Kuhhirten zum Doppelten des Marktwertes der Kuh zu entschädigen?

Das Bild zum Artikel erklärt eigentlich schon alles....

Danger, camels crossing
Camel trains are holding up Ethiopia’s new railway line
Compensating the owners of camels killed by trains with twice their market value creates perverse incentives

Re: [ET] Kamelzüge auf Kollisionskurs

geschrieben von: Biotom

Datum: 08.02.18 21:45

Dieses Problem gab es in der Schweiz auch; hier ein kleines Zitat von hier [www.drehscheibe-online.de] (ca. Beitragsmitte):
Als ich meine Beobachtung später einem RhB-Kondukteur schildere, erzählt er mir folgendes: früher hat die RhB die Bauern für überfahrene Schafe entschädigt, und da kamen naturgemäss immer nur die wertvollsten und schönsten Tiere unter die Räder. Als die RhB dann die Zahlungen einstellte, ging die Anzahl überfahrener Schafe dramatisch zurück.

Biotoms Reiseberichte: [www.drehscheibe-online.de]




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 08.02.18 21:46.

Re: [ET] Kamelzüge auf Kollisionskurs

geschrieben von: tkautzor

Datum: 09.02.18 00:03

Was kann man nur zu so viel Schwachsinn sagen? Bei der alten Meterspurbahn hatten die Tiere noch eine Chance den langsammen Zügen zu entkommen, bei den hohen Geschwindigkeiten der neuen Strecke viel weniger, wenn sie von ihren Besitzern kurz vor der Durchfahrt eines Zuges auf die Gleise geschoben werden. Das hätte man sich doch vorher ausdenken können das bei solchen Preisen die Besitzer die Tiere lieber überfahren lassen. Statt sie zu entschädigen hätte man ihnen klarmachen müssen das sie wenn ihre Tiere auf die Gleise lassen für mögliche Schaden an den Zügen oder Verspätungen haften müssen und falls sie nicht in der Lage sind zu zahlen den nächsten Teil ihres Lebens im Gefängnis verbringen würden. Wenn man schon das Land als Diktatur regiert, sollte man das auch ausnutzen und in solchen Fällen nicht so zimperlich seien, in anderen Landesteilen werden ganze Bevölkerungsgruppen für viel weniger von der Regierung unterdrückt oder umgebracht.

Das ironischste in diesem Land ist auch noch das wir ausländische Eisenbahnfreunde, wie aus einigen Berichten schon bekannt ist, sofort verscheucht oder sogar festgenommen werden falls wir harmlos mit einem Fotoapparat an der Strecke gesehen werden, während solche Idioten die die Sicherheit des Bahnverkehrs mit ihren Tierherden bedrohen auch noch hinterher grosszügig belohnt werden falls etwas passiert.

Gruss, Thomas



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 09.02.18 00:20.

Re: [ET] Kamelzüge auf Kollisionskurs

geschrieben von: metrancya

Datum: 09.02.18 01:32

tkautzor schrieb:
Was kann man nur zu so viel Schwachsinn sagen? Bei der alten Meterspurbahn hatten die Tiere noch eine Chance den langsammen Zügen zu entkommen, bei den hohen Geschwindigkeiten der neuen Strecke viel weniger, wenn sie von ihren Besitzern kurz vor der Durchfahrt eines Zuges auf die Gleise geschoben werden. Das hätte man sich doch vorher ausdenken können das bei solchen Preisen die Besitzer die Tiere lieber überfahren lassen. Statt sie zu entschädigen hätte man ihnen klarmachen müssen das sie wenn ihre Tiere auf die Gleise lassen für mögliche Schaden an den Zügen oder Verspätungen haften müssen und falls sie nicht in der Lage sind zu zahlen den nächsten Teil ihres Lebens im Gefängnis verbringen würden. Wenn man schon das Land als Diktatur regiert, sollte man das auch ausnutzen und in solchen Fällen nicht so zimperlich seien, in anderen Landesteilen werden ganze Bevölkerungsgruppen für viel weniger von der Regierung unterdrückt oder umgebracht.
So einfach ist das nicht. Es ist eine elektrifizierte Eisenbahn und irgendwo auf 656 km lässt sich auch mal ein Stein auf die Schienen legen oder das Kupfer der Oberleitung verwerten. Die Linie führt ausgerechnet auch noch durch die zwei Regionen, die vor Kurzem bürgerkriegssähnliche Zustände hatten und wo die Volksgruppen der Oromos und der Somalis aufeinander losgegangen sind mit mehr als 100.000 IDPs.

Ich fürchte, die lokale Bevölkerung wird über kurz oder lang diese Züge als ihr "rechtmäßiges"! Einkommen ansehen. Auf den Straßen in Äthiopien läuft das übrigens ganz ähnlich. Da gibt es teils Leute, die sich gezielt anfahren lassen, um dann abzukassieren. Und dann steht der Fahrer plötzlich einer riesigen Verwandtschaft mit Steinen in der Hand gegenüber. In Äthiopien läuft so einiges nicht rund.

tkautzor schrieb:
Das ironischste in diesem Land ist auch noch das wir ausländische Eisenbahnfreunde, wie aus einigen Berichten schon bekannt ist, sofort verscheucht oder sogar festgenommen werden falls wir harmlos mit einem Fotoapparat an der Strecke gesehen werden, während solche Idioten die die Sicherheit des Bahnverkehrs mit ihren Tierherden bedrohen auch noch hinterher grosszügig belohnt werden falls etwas passiert.
In Äthiopien gibt es die sogenannte Panoramafreiheit nicht. Gebäude darf man grundsätzlich nicht fotografieren. Personen dagegen erstaunlicherweise schon, aber eben auch nicht immer. Aus diesem Grunde wird es aus Äthiopien eigentlich nie legale Fotos von Bahnhöfen und von Zügen geben dürfen. Auch die Fotos in der Wikipedia sind da eher nicht legal. Teilweise sind Brücken auch militärisch bedeutsam (und Eisenbahnen natürlich auch), da reagieren so einige allergisch. Dagegen dürfen die "Idioten" das durchaus, ihre Tiere auf die Schienen zu scheuchen. Der Grund ist der, dass Äthiopien immer wieder kurz vor einem ethnisch bestimmten Bürgerkrieg steht und man bestimmte Bevölkerungsschichten nicht zusätzlich verärgern möchte. Siehe auch oben... Selbst Äthiopier verzweifeln zuweilen an Äthiopien.

Hier ein großer Tipp an alle Fans von Bild-Sichtungen: grundsätzlich Züge und Bahnhöfe in Djibouti fotografieren, da ist das nämlich ohne Weiteres erlaubt. In Äthiopien dagegen kann man hopps gehen, die haben so mit das schärfste Gesetz, das man sich denken kann.

Ob die sogenannte Panoramafreiheit vorhanden ist, kann man hier sehen: [commons.wikimedia.org] Auch in Europa gibt es da scharfe Gesetze...



2-mal bearbeitet. Zuletzt am 09.02.18 01:54.

Re: [ET] Kamelzüge auf Kollisionskurs

geschrieben von: pelzer

Datum: 09.02.18 08:14

metrancya schrieb:
....
Hier ein großer Tipp an alle Fans von Bild-Sichtungen: grundsätzlich Züge und Bahnhöfe in Djibouti fotografieren, da ist das nämlich ohne Weiteres erlaubt. In Äthiopien dagegen kann man hopps gehen, die haben so mit das schärfste Gesetz, das man sich denken kann.

Ob die sogenannte Panoramafreiheit vorhanden ist, kann man hier sehen: [commons.wikimedia.org] Auch in Europa gibt es da scharfe Gesetze...
Im deutschsprachigen Wikipedia sieht die Karte aber teilweise anders aus: [upload.wikimedia.org]

Gruss Pelzer

Re: [ET] Kamelzüge auf Kollisionskurs

geschrieben von: 1018003

Datum: 09.02.18 09:53

Hmmm Frankreich ist rot.
Was bedeutet das dann für mich wenn ich wo Fotografiere?

lg
Chris

Re: [ET] Kamelzüge auf Kollisionskurs

geschrieben von: metrancya

Datum: 09.02.18 12:25

1018003 schrieb:
Hmmm Frankreich ist rot.
Was bedeutet das dann für mich wenn ich wo Fotografiere?
Privat geht eigentlich immer, nur weiterverbreiten "is' nich'". Das Urheberrecht in Frankreich ist so mit das Schärfste, das Europa hat. Die halten nicht mal die Vorgaben der EU ein.

Was geht alles nicht, wenn man Bild-Sichtungen veröffentlichen möchte: Zuallererst öffentliche Gebäude, dann auch den Innenraum öffentlicher Gebäude. geht nicht. Skulpturen und Kunstwerke (also z.B. Denkmäler) oder auch die Bilder im Louvre als Fotografie geht auch nicht. Damit sind dann Bahnhöfe (auch innen) vollkommen ausgeschlossen. Auch Personen sollte man tunlichst vorher fragen, bevor man Bilder mit Personenabbildungen veröffentlichen möchte.

Ob dann Züge generell verboten sind, abzubilden, kann ich nicht sagen. Gefühlsmäßig sind es keine "öffentlichen Gebäude". Wenn aber zum Beispiel die "In Oui"-Züge außen eine künstlerische Bemalung haben, dann geht es auf keinen Fall.

Re: [ET] Kamelzüge auf Kollisionskurs

geschrieben von: tbk

Datum: 09.02.18 14:38

Ganz alte masche. Die alten rinder auf den gleisen zu füttern, damit sie dann überfahren werden und die bahn fürstliche entschädigungen zahlt, soll schon im 19. jahrhundert im wilden westen üblich gewesen sein (zumindest gemäß einer anekdote aus einem nichtfachlichen eisenbahnbuch aus den 1970er jahren).


Korrespondenz bitte per e-mail, nicht über "Private Nachrichten" - das wird sonst viel zu schnell voll!

Bei der fülle des zu verarbeitenden materials sind trotz sorgfältiger bearbeitung vereinzelte tippfehler oder kleinere unstimmigkeiten nicht immer vermeidbar. Eine rechtliche gewähr für die richtigkeit des inhalts dieses beitrages kann daher nicht übernommen werden.

Re: [ET] Kamelzüge auf Kollisionskurs Unsinn

geschrieben von: bengt

Datum: 09.02.18 20:01

pelzer schrieb:
metrancya schrieb:
....
Hier ein großer Tipp an alle Fans von Bild-Sichtungen: grundsätzlich Züge und Bahnhöfe in Djibouti fotografieren, da ist das nämlich ohne Weiteres erlaubt. In Äthiopien dagegen kann man hopps gehen, die haben so mit das schärfste Gesetz, das man sich denken kann.

Ob die sogenannte Panoramafreiheit vorhanden ist, kann man hier sehen: [commons.wikimedia.org] Auch in Europa gibt es da scharfe Gesetze...
Im deutschsprachigen Wikipedia sieht die Karte aber teilweise anders aus: [upload.wikimedia.org]

Gruss Pelzer

Unsinn, in SE ist es überall erlaut Bilder zu maschen!!!
Schweden ist wohl wegen dieses gerichtsurteils im verfahren Wikimedia gegen Verwertungsgesellschaft für Bildkunst rot: [www.basicthinking.de]


Korrespondenz bitte per e-mail, nicht über "Private Nachrichten" - das wird sonst viel zu schnell voll!

Bei der fülle des zu verarbeitenden materials sind trotz sorgfältiger bearbeitung vereinzelte tippfehler oder kleinere unstimmigkeiten nicht immer vermeidbar. Eine rechtliche gewähr für die richtigkeit des inhalts dieses beitrages kann daher nicht übernommen werden.




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 09.02.18 22:05.

Re: [ET] Kamelzüge auf Kollisionskurs

geschrieben von: metrancya

Datum: 10.02.18 00:14

pelzer schrieb:
metrancya schrieb:
Ob die sogenannte Panoramafreiheit vorhanden ist, kann man hier sehen: [commons.wikimedia.org] Auch in Europa gibt es da scharfe Gesetze...
Im deutschsprachigen Wikipedia sieht die Karte aber teilweise anders aus: [upload.wikimedia.org]
Ich kann jetzt nicht wirklich Unterschiede sehen. Aber egal. Die Karte der deutschsprachigen Wikipedia ist etwas augenfreundlicher.

Um mal auf Äthiopien zurückzukommen, es ist besser, bei einer Eisenbahnreise mit der Ethio-Djibouti-Eisenbahn diese in Djibouti zu fotografieren, inklusive Bahnhöfe. Da gibt es überhaupt kein Risiko. Das ist so risikolos wie in Deutschland.

Ansonsten, falls es wirklich Äthiopien sein muss, die Kamera sollte man da etwas unauffällig einsetzen und möglichst verstecken.

Re: [ET] Kamelzüge auf Kollisionskurs

geschrieben von: tkautzor

Datum: 10.02.18 04:27

Danke für den Tip, das mit Djibouti ist gut zu wissen. Sonst kann man ja auch versuchen eine offizielle Fotoerlaubnis zu erhalten um diese Probleme zu vermeiden. Im letzten Fern-Express gibt es ein Bericht von Dirk Höllerhage zu Metro Addis, die ja auch von der ERC betrieben wird, wo so eine Erlaubnis ohne weiteres kurzfristig ausgestellt wurde. Bei der alten CFDE war das auch kein Problem.

Gruss, Thomas.