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Erste Baltikum-Fototour nach Litauen und Lettland im Frühjahr 2007
Teil 1: Ankunft - Jelgava - Radviliskis - 17. Mai 2007

Im Frühjahr 2007 machten wir - Steffen aus Saalburg und ich - uns auf dem Weg, in Litauen und Lettland Loks der Reihe M62 in den verschiedenen Varianten abzulichten, aber auch das zu fotografieren, was sonst noch so des Weges kommen würde. Mit EasyJet ging es von Berlin Schönefeld zu einer ganz angenehmen Tageszeit nach Riga. Dort hatten wir schon vorab eine Mietwagen bestellt. Mit einem spartanisch ausgestatteten Opel ging es dann auf die Straße und ohne großartige Stadtberührung Rigas los in Richtung Süden.

Anfänglich war ich von der Idee, den Koridor an der Grenze zu Polen, wo die europäische Regelspur von 1435 mm auf die Breitspur von 1520 mm trifft, als erstes und im Eilzugtempo anzusteuern, nicht so sehr begeistert. Im heutigen Rückblick auf die damalige Entscheidung freue ich mich riesig darüber, dass sich Steffen in der Sache durchgesetzt hat und wir uns diesen Bereich bei Sestokai und Mockava angeschaut haben.

Unsere Fahrt führte also zuerst zu einem der lettischen Bahnknoten südlich Rigas - nach Jelgava. Hier treffen die beiden Strecken von den Ostseehäfen Ventspils und Liepja aufeinander und in östlicher Richtung kann man über eine eingleisige Strecke "durch die Pampa" nach Krustpils kommen, oder man wählt die inzwischen komplett zweigleisige Verbindung über Riga, die man sich im Dunstkreis der Metropole mit den Eletritschkas teilen muss. Schlussendlich wäre man dann auch in Krustpils und könnte weiter nach Osten in Richtung Weißrussland oder Russland. Eine Strecke in südlicher Richtung nach Litauen rundet das Bild ab. Auf jeden Fall sollte in Jelgava Güterverkehr satt statt finden, denn uns war die Bedeutung der Eisenbahn Litauens und Lettlands um den Transitverkehr zu den Ostseehäfen bewusst. So kam es zu den ersten Bildern in Jelgava:

http://fs1.directupload.net/images/180110/vztfevu5.jpg
Im Bahnhof von Jelgava, den man sehr gut von einer Straßenbrücke einsehen konnte, ist M62 1182 gerade beim Rangieren. Das wir es hier mit einer schalldämpferlosen Lok zu tun hatten, bemerkten wir noch gar nicht sofort.

http://fs1.directupload.net/images/180110/kwo7i9b8.jpgEinen bestens gepflegten Eindruck macht die 2M62 1171, die gerade einen Zug in Richtung Westen - also in Richtung der Ostseehäfen bespannt hat. Im Hintergrund sehen wir eine weitere 2M62 stehen, die dann vor zog, so dass sogar beide Doppeltrommeln nebeneinander zum Stehen kamen.

Der Drang so schnell wie möglich an die polnische Grenze zu gelangen, ließ uns bald weiter fahren. Nächstes Ziel, weil es ganz gut am Weg lag, war dann Radviliskis. Wir wussten, dass es dort einen großen Güterbahnhof im Sinne von Rangier- und Umspanntätigkeit geben sollte. Wie es aber konkret aussieht, dass wussten wir nicht. Es gibt Meinungen, die Radviliskis für den größten Güterbahnhof in Litauen vielleicht sogar im Baltikum halten. Ein paar Bilder von den späteren Nachmittagsstunden des Tages folgen jetzt:

http://fs1.directupload.net/images/180110/a74cevtt.jpg
Gerade verlässt ein Zug den Güterbahnhof von Radviliskis in Richtung Siauliai und Klaipeda. Bei der 2M62 0673 handelte es sich um eine mit Caterpillar-Motor remotorisierte Variante der Doppeltrommel. Äußerlich waren diese Maschinen an dem sehr dunklen Lack mit den auffälligen Kontrastflächen zu erkennen. Besonders interessant sind die hinter der Lok eingestellten Kühlwagen. Mit einem Maschinenwagen in der Mitte, der auch personell besetzt ist, und jeweils zwei flankierenden Kühlwagen bilden fünf Wagen eine Einheit. Im Laufe der nächsten Jahre verschwanden diese Fahrzeuge von den Schienen Litauens und Lettlands.

http://fs1.directupload.net/images/180110/6ccenv4c.jpg
Man sieht den farblichen Unterschied sehr schön bei der 2M62 0520, die den folgeden Güterzug bespannte. Was uns damals noch nicht klar war, dass die Behälterwagenzüge Kalisalz aus Weißrussland befördern, das in Kleipeda verschifft wird. Auch gut zehn Jahre später sind diese Züge die, die einen großen Teil des Transportaufkommens auf der Strecke darstellen.

http://fs1.directupload.net/images/180110/2czwgz3m.jpg
Eine dritte Ausfahrt erfolgte in sehr kurzer Zeit aus dem Güterbahnhof von Radviliskis. Die Begegnung mit der als rollendem Erdbeben bekannten Loks der Reihe 2TE10 war schon beeindruckend. Die 2TE10U 188 verlässt den Bahnhof vermutlich in Richtung Lettland. In Litauen sind diese Maschinen nicht beheimatet.

http://fs1.directupload.net/images/180110/ojthvp3e.jpg
Danach erfolgte noch ein Blick in den Personenbahnhof. Gerade rechtzeitig kamen wir an, um die Ausfahrt von 2M62 0537 vermutlich in Richtung Kaisiadorys zu erleben. Auch hier erkennen wir wieder die dunkle Farbgebung einer Caterpillar-Remo-Lok. Die Fußgängerbrücke im Personenbahnhof hilft beim Fotografieren.

http://fs1.directupload.net/images/180110/tqsk5w2c.jpg
Von dieser Fußgängerbrücke hat man auch einen guten Blick auf einen Teil des Depots. Wir sehen hier keine Doppellok, sondern nur eine Hälfte von einer 2M62, die vor der M62K 1229 steht. Mit solchen Loks fährt man auch den Sammler in Richtung Osten nach Rokiskis - aber das ist eine andere Geschichte. Die Lok ist mit einem Kolomna-Motor remotorisiert.

http://fs1.directupload.net/images/180110/4i8zvrgp.jpg
Ein Denkmal gibt es in Radviliskis auch. Hier steht die als TE 4567 bezeichnet Maschine und macht einen äußerlich sehr guten Eindruck.

Von Radviliskis ging es dann relativ flott in den Dunstkreis von Kaunas, wo sich relativ schnell unsere erste Unterkunft auf blauen Dunst finden ließ. Ein Motel an der Autobahn mit 24-Stunden-Bar verschaffte uns ein gutes Essen, das eine oder andere baltische Bier und ein halbwegs bequemes Bett. Nur der Raum war etwas muffig. Und bis nach Sestokai ist es auch nicht mehr weit... Darum geht es dann im zweiten Teil.

Grüße aus Halle - Dirk Einsiedel


Hallo Dirk,

schöne Bilder aus Lettland und Litauen. Danke fürs zeigen.

Gruß Ingo118
Vielen Dank für den schönen Beitrag.
Manchmal muß man es eben einfach machen.