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 08/01 - Auslandsforum "classic" 

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Hallo Zusammen,

nun folgt der letzte Teil unserer Rumänienreise. Wir hatten immerhin noch die 624er offen, wir wollten nochmal die ganze Oltenita-Strecke abbummeln. Auch wenn anfangs nicht gedacht, fanden wir doch eine beachtliche Anzahl an Motiven. Des weiteren mussten wir langsam unsere Rückreise planen. Die nächsten beiden Tage versprach der Wetterbericht Sonne pur und das konnten wir gerade gut gebrauchen für die Strecke nach Oltenita. Aber da war noch unser Mietwagen, der sollte erst einmal einen neuen Reifen bekommen.

Die anderen beiden Teile findet ihr hier:
Teil 1: [www.drehscheibe-online.de]
Teil 2: [www.drehscheibe-online.de]

05.06.


Wir standen relativ früh auf und waren auch froh diese stinkende Bude von Hotel zu verlassen. Auf dem Parkplatz dann aber der nächste Schock. Der andere Vorderreifen war auch platt. Gut das wir gestern das Autobazar-Viertel angesteuert hatten. Allerdings war der 05.06. ein Feiertag in Rumänien, aber der vierte Vulcanizare hatte geöffnet. Allerdings konnten wir kein Wort rumänisch und die Mitarbeiter kein Deutsch und kaum Englisch, wir konnten ihnen also nicht klar machen, dass die Karre einen Platten hatte und etwa 300 Meter entfernt stand. Wir machten ihnen aber klar, dass wir gleich wiederkommen werden. Ich sprach mich mit Max ab und während ich vorsichtig das Auto im Schritttempo und mit Warnblinker durch den Gegenverkehr zur Werkstatt steuerte, lief Max nebenher und achtete mit auf den Verkehr. Auf dem Hof angekommen, hatte sich der kaputte Reifen schon fast von selbst „erledigt“ gehabt. Wir kauften zwei neue Vorderreifen und ließen sie aufziehen. Das ganze ging relativ flott über die Bühne. Das war jetzt aber nicht so tragisch, da es in und um Bukarest relativ nebelig war. Wir fuhren trotzdem an die Strecke und hofften auf Besserung. Es war ja bereits der dritte Tag an dem wir uns mit der Strecke beschäftigten, irgendwann muss es ja mal klappen mit dem Wetter. Normalerweise sollte man die Strecke an einem guten Tag schaffen können, aber wir wollten halt was mitnehmen, wenn man schon so weit dafür gefahren ist.

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Nachdem einige Motive dem Hochnebel zum Opfer fielen, gelang unser erstes brauchbares Bild bei Căldăraru wo unser alter Bekannter 76 2410 die Bühne betrat. Allerdings erweckten wir nicht nur die Aufmerksamkeit des Lokführers auf uns, sondern auch von den Anwohnern des Grundstückes. Da die Frau aber kein Wort verstand, lief sie zurück in das Haus und holte ihren Mann. Der erwies sich aber als freundlich und konnte sogar ein paar Worte Deutsch. Im allgemeinen sind die Rumänen auch freundlich zu Touristen. Ein anderer sagte uns während des Urlaubes, in Rumänien gäbe es kaum Kriminelle, die leben alle in Deutschland. Vielleicht steckt da auch ein Fünkchen Wahrheit hinter.

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Das dazugehörige Bild.

Zu Hochlichtzeiten suchten wir Galbinasi heim. Ein kleiner Ort mit einem Haltepunkt, welcher früher auch ein größerer Landbahnhof gewesen sein dürfte mit Laderampe und Co. Geblieben ist abgesehen von der gleislosen Laderampe aber nichts mehr. Das Bahnhofsgebäude ist zur Hälfte dem Verfall ausgesetzt, zur anderen Hälfte aber noch bewohnt. Wenige Meter weiter westlich verläuft der Fluss Dambovita, über den mal eine Straßenbrücke führte, welche aber schon etwas „hinüber“ aussah. Für die Fußgänger wurde deshalb eine Hängeseilbrücke errichtet, welche aber auch schon etwas „abgenutzt“ aussah.

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Neben vielen streunenden Hunden, gab es auch viele streunende Katzen in Rumänien, diese Mieze war relativ anhänglich und vermutlich erst wenige Tage alt.

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Die alte Straßenbrücke, im Hintergrund sieht man den "Ersatz"

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76 2412 konnte kurz hinter dem besagten Haltepunkt auf dem Weg nach Oltenita festgehalten werden.

Im darauffolgenden Ort Vasilati fanden wir eine nette Stelle an einem Sportplatz. Der Schlonz machte sich eher im Süden breit, so dass wir notgedrungen erstmal nördlich von Budesti unterwegs sein mussten. Der Haltepunkt von dem Dorf war allerdings auch Rastplatz für eine Zigeunerfamilie geworden, aber dazu später mehr.

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76 2413 rumpelte am frühen Nachmittag Richtung Oltenita und kommt gleich am besagten Haltepunkt zum stehen.

Um noch ein paar Stellen ausfindig zu machen, fuhren wir auch dem Südabschnitt entgegen. Allerdings folgt der zu 60% einer eher unschönen Hochspannungsleitung oder war Mannshoch zugewuchert. Allerdings waren wir nicht die einzigen, die Pech hatten. Während wir mit dem Wetter an der Strecke Pech hatten, hatten andere Pech mit der „Straße“. Wir waren zwar nicht live beim Unfall dabei, aber die Spuren im Feld waren gut 200 Meter lang.

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Die Spur endete unten im Gebüsch

Spätnachmittags lauerten wir den Zügen nach Titan Sud auf, das Wunschmotiv in Budesti ging aber in die Hose. Aber der folgende Takt klappte, allerdings nicht in Budesti, sondern in Galbinasi. Neben dem Friedhof, der dazugehörigen Kapelle und dem verfallenen Haus, entpuppte sich die Gegend auch als illegale Müllkippe, welche sich aber über das ganze Land verteilen. Neben dem Gestank von Unrat und verdorbenem, lag auch der Geruch von Verwesung in der Luft. Nicht sonderlich lecker, aber damit muss man (leider) rechnen, wenn man in solchen Ländern unterwegs ist.

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76 2401 rumpelte am Abend an Galbinasi vorbei.

Die Nacht verbrachten wir allerdings im Hotel TACO, welches natürlich ein Zimmer für uns hatte. Allerdings mussten wir die Koffer drei Stockwerke nach Oben tragen. Wir wollten am nächsten Tag einen letzten Versuch unternehmen und unsere Motive umzusetzen.

06.06.


Die Nacht war, wie die letzten Nächte relativ kurz und wir standen schon gegen 6 vor dem Auto. Dieses mal waren alle vier Reifen voll. Wir fuhren ohne große Umwege nach Tanganu, da hatte ich eine potentielle nette Stelle bei google.maps gefunden. Kaum angekommen, war klar, die Stelle war geeignet für ein Foto.

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76 2412 mit dem R15183 nach Oltenita kurz hinter Tanganu. Der Bahnsteig vom Haltepunkt war gerade mal lang genug für zwei Türen, wenn der Lokführer gut gebremst hatte.

Wir setzten einfach mal zur Verfolgung an, wir kannten die Straße gut und wir passten uns den üblichen rumänischen Fahrstil an. Am nächsten Bahnübergang hatten wir den Triebwagen schon wieder überholt gehabt. Da ich aber nicht um eine Haaresbreite vor dem Triebwagen über die Gleise huschen wollte, blieben wir am Bahnübergang stehen. Max schaffte sogar noch ein Bild. In Plataresti lag der Haltepunkt direkt vor dem Bahnübergang. Da die Fahrgäste noch mit dem Ein- und Aussteigen beschäftigt waren, konnten wir noch rüber. Kurz hinter dem Dorf fuhren wir zur bekannten Stelle bei der Pannenbucht.

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Ein zweites, bzw. drittes mal wanderte der Zug auf den Chip.

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Noch waren wir aber nicht fertig, also hinterher, bei Vasilati am Bahnübergang fanden wir die nächste Stelle. Kurz hinter Vasilati rollte unser alter Bekannter wieder durch den Sucher.

Die nächste Stelle lag etwas weiter entfernt. Durch die Zugkreuzung in Budesti kann man etwas Zeit gewinnen, allerdings sind südlich von Budesti die Straßen nicht mehr im besten Zustand. In Curcani verfuhren wir uns zu allem Übel noch. Trotzdem schafften wir es noch zur rechten Zeit über die Schlaglochpiste von Hauptstraße zur Fotostelle.

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Wir hatten sogar etwas mehr Zeit als erwartet, so konnten wir uns noch in Ruhe postieren. Der nächste Haltepunkt Luica liegt noch in Sichtweite. Rechts die angesprochene Hochspannungsleitung, welche hier einen großen Teil des südlichen Abschnittes „begleitet“.

Die letzten 45 Minuten waren für uns relativ hektisch, aber wir waren froh bereits mehr erreicht zu haben als am Vortag. Der Wetterbericht hatte wohl mal recht. Viel mit ausruhen war aber nicht. Bei Galbinasi stand schon die nächste Fotostelle auf dem Plan. Wir fuhren zum Friedhof und begaben uns in die hinterste Ecke. Obwohl es noch früh am Morgen war, war der Friedhof gut besucht. Wir wollten möglichst unauffällig sein, da wir die anderen Leute nicht stören wollten und wir auch nicht wussten, wie die Leute auf Fotografen auf dem Friedhof reagieren.

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76 2410 fuhr durch die Tümpellandschaft als R15185 nach Oltenita.

Wir mussten uns nochmals beeilen, denn der Zug kreuzt nicht in Oltenita. Dort kann man den Zug dann ohne störenden Gegenzug ablichten. Die Gleisanlagen sind zu 80% ungenutzt von Oltenita. Nur das durchgehende Hauptgleis und das Kreuzungsgleis werden noch benötigt.

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Kurz vor der Einfahrt füllte sich der Bahnhof mit Fahrgästen, zumindest einige konnten wir bitten, den Mittelbahnsteig zu verlassen. So klappte zumindest die Version ohne den zugefahrenen Güterschuppen.

Dann war Frühstück angesagt, wir hatten besorgten was von der örtlichen Tanke und fuhren nach Vasilati. Die angesprochenen Zigeuner schliefen wohl noch in ihrem Zelt und wir stellten unser Auto auf der anderen Seite vom Bahndamm in den Schatten. Irgendwann klopfte es an der Scheibe und ein Junge stand mit aufgehaltener Hand am Auto. Da wir einfach nur unsere Ruhe haben wollten, gaben wir ihm ein paar Lei und er verschwand wieder. Kaum war wieder Ruhe eingekehrt, stand der „Opa“ vor der Autotür und trommelte mit einer Kelle in einem Kochtopf herum. Sahen wir aus wie ein sch*** Supermarkt? Wir schmissen ihm das seit Tagen auf der Rückbank liegende 7-Days-Bröttchen in den Topf und als er mal raffte, dass wir doch kein Supermarkt waren, ging er wieder fort. Zum Glück war kurz darauf Zeit für den Zug. 76 2413 als R15187 nach Oltenita in Vasilati. Da wir kein Bock hatten, dass nochmal die Zigeuner vorbeikommen, kratzten wir die Kurve.

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Der Haltepunkt gefiel uns aber ganz gut, das kleine „Empfangsgebäude“ stand zwar leer, wirkte aber gepflegt.

Der nächste Takt sollte auch zwei mal klappen. Allerdings gefiel uns das erste Foto doch nicht so und wir steuerten die zweite Stelle an, welche erneut in Curcani lag. Dieses mal kannten wir ja den Weg. Kaum angekommen, erweckten wir gleich wieder Aufmerksamkeit. Viele Autos verirren sich wohl nicht an den Ortsrand. Die Kuh vom Morgen war leider auch weg, die hätten wir gerne mit in das Motiv genommen.

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So rollte als R15189 76 2404 ohne das geplante Motiv durch den Sucher.

Wir versuchten den Zug bei der Einfahrt von Oltenita erneut zu machen, aber die Sonne war noch nicht weit genug herum, so dass wir erst ein Mittagessen anpeilten und anschließend den nächsten Takt.

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76 2410 dürfte das wohl meistabgelichtete Fahrzeug in diesem Urlaub gewesen sein. Bei der Einfahrt von Oltenita stand wir für den R15191 bereit.

Jetzt standen noch zwei Motive vor unserer Abreise auf der Liste. Wir steuerten Budesti an und machten erst einmal Pause von der ganzen Hektik in den ganzen Stunden.

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76 2414 rollte pünktlich an dem alten Speicher von Budesti vorbei. Links im Gebüsch (nicht sichtbar) gammelt noch eine alte Rangierlok vor sich hin.

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Wir verfolgten den Zug kurz hinter Fundeni. Dort machten wir das letzte Foto des Tages von dem gleichen Zug.

Langsam mussten wir wieder Richtung „Norden“. Wir wollten aber keine große Strecke mehr fahren, aber wir wollten dem Ziel schon einmal näher kommen. Unser Ziel fiel auf Pitesti. Damit hätte man schon gut zwei Stunden gespart. Da wir keine sonderliche Lust auf die Umgehungsstraße um Bukarest hatten, aufgrund des unübersichtlichen Verkehrschaos, entschieden wir uns direkt durch Bukarest zu fahren. Klingt zwar verrückt, aber wer die Umgehungsstraße kennt, weiß dass unübersichtliche Beschilderungen, unklare Verkehrsregeln und Schlaglöcher noch zu den geringsten Problemen gehören. Außerdem führt vom Zentrum die Straße direkt auf die Autobahn. Es war sicherlich keine leichte Aufgabe, aber machbar. So sah man auch etwas von Bukarest selbst. Das Casa Radio (?) zum Beispiel. Einen für Ortsunkundige leerstehenden Palast mitten in Bukarest.

[www.google.de]

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Geparkt wird in Bukarest da, wo gerade Platz ist.

Als wir endlich das Chaos hinter uns gelassen hatten, fanden wir auch schnell die Straße, welche auf die Autobahn führte. Auf der Ausfallstraße mischte sogar eine Walze mit unter den Verkehr. Etwas ruhiger wurde es dann auf der Autobahn nach Pitesti, etwas gewöhnungsbedürftig war allerdings, dass sich mitten im Kreisel bei der Abfahrt von Pitesti eine Tankstelle befand. Wir fanden ein gutes Drei-Sterne-Hotel in Pitesti was Yaki-Center hieß. Die Zimmer waren relativ groß und da das Wetter am nächsten Tag eh schlechter werden sollte, wollten wir etwas ausgeschlafener unsere Reise fortsetzen.

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Die Szene könnte glatt aus einem Werner-Film kommen, fehlt nur noch der Bölkstoff ;-)

07.06.


Der Morgen war dann doch relativ schön, allerdings hatte ich nichts in der Gegend geplant und wusste auch nicht wo was machbar war. Aber an der Luft merkte man schon, dass sich das gute Wetter eh in ein bis zwei Stunden erledigt hätte. Wir fuhren weiter nach Sibiu und Arad. Die Strecke durch das Gebirge war relativ flott, es war auch etwas weniger Verkehr als noch vor einer guten Woche. Das Wetter verschlechterte sich auch relativ schnell wie schon im Wetterbericht angekündigt. Kurz hinter Ramnicu Valea gab es auch den ersten Unfall zu sehen. Allerdings war es nur ein Achsbruch bei einem LKW. Ein paar Kilometer weiter war aber was größeres. Da lag in einer Haarnadelkurve ein LKW komplett auf der Seite. Die zwei Baustellen auf der Strecke waren aber kein größeres Problem. Vermutlich hatten wir einfach nur Glück, dass wir die Hälfte der Strecke nach drei Stunden geschafft hatten. Ab Sibiu ging es bis Deva wieder auf die Autobahn, welche dann in Deva in einem Kreisel endet, die restliche Autobahn ist noch im Bau. Da der Magen knurrte, suchten wir den nächstbesten Imbiss heim, das Essen ließ zwar auf sich warten, aber war im groben und ganzen ganz lecker. Bei Margina sollte es wieder auf die Autobahn gehen, allerdings zog ein Unwetter auf, was nicht gerade harmlos aussah. Wir legten eine kurze Pause ein und als die ersten Blitze zuckten, stiegen wir wieder in das Auto und fuhren auf die wieder vorhandene Autobahn Richtung Arad. Das Unwetter bekamen wir natürlich auch zu spüren, Sichtweite auf der Autobahn lag bei unter 30 Metern, dafür wurde aber das Auto mal von außen gewaschen. In Arad waren wir relativ schnell fündig und bekamen sogar eine Suite im Hotel Xe Mar. Das Essen im Restaurant war auch in Ordnung. Der nächste Tag sollte aber laut Wetterbericht nicht so dolle werden. Wir entschieden uns erneut etwas länger zu schlafen und dann gegebenenfalls mit einem Zug irgendwo hin und zurück zu fahren.

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Das aufziehende Unwetter.

08.06.


Der Morgen war wie angesagt grau in grau. Wir durchforsteten die Nebenbahnen im näheren Umkreis, aber jede Verbindung hätte mindestens 2-3 Stunden Wartezeit mit sich gebracht. Aber dafür erweckte das Wolkenradar etwas Hoffnung. Es zog ein großes Sonnenloch auf uns zu, wenn alles passt, müsste dies am frühen Nachmittag über Arad liegen. Wir machten uns entsprechend langsam fertig und fuhren auf die relativ verkehrsreiche Nebenbahn Arad-Nadlac und kundschafteten einige Stellen aus. Wir hatten ja noch genug Zeit. Die eine Stelle lag kurz vor Pecica, die andere kurz hinter Pecica und die dritte im Endbahnhof Nadlac. Als es Zeit wurde, sah man das angekündigte Wolkenloch auf uns zuziehen. Zur Planzeit hingen aber immer noch die Wolken vor der Sonne. Als wir den Zug hörten, wurde es langsam knapp. Etwa 10 Sekunden bevor der Zug dingfest gemacht wurde, strahlte die Sonne auf die Landschaft.

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Kurz vor der Abfahrt gelang mir noch ein Foto mit einer Straßenbahn von unserem Balkon. Leider stellte sich gerade in dem Moment die Müllabfuhr vor die Tankstelle, so dass ich diese leider "rasieren" musste.

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57 0377 kurz vor der Einfahrt vom Bahnhof Pecica.

Dann mussten wir uns sputen, der Zug macht zwar hinter Pecica einen großen Bogen und musste in Pecica selbst noch kreuzen, aber wir hatten dafür noch hinter Pecica eine zwei Kilometer lange Schlaglochpiste vor uns. Aber es klappte und wir hatten sogar noch zwei bis drei Minuten Zeit.

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Hinter Pecica ist die Gleislage etwas abenteuerlicher, trotzdem polterte hier der Zug mit gut 50-60 Sachen durch die Landschaft.

Dann hatten wir eigentlich etwas Zeit und fuhren nach Nadlac zum Bahnhof. Da der Zug noch einen Umweg über die Käffer machte, waren wir 15 Minuten vor der Planankunft dort. Wir machten uns (zum Glück) ein paar Minuten eher auf den Weg zu den Gleisen und postierten unsere Leitern. Obwohl hier die Signale nutzlos sind, trat ein Bahnbediensteter aus dem Gebäude und dem gefiel unser Treiben auf den Leitern im Umsetzgleis nicht so ganz. Als wir von den Leitern stiegen, war alles wieder in Ordnung. Man merke; Auf den Leitern in den Gleisen stehen ist nicht erlaubt, Neben den Leitern im Gleis stehen ist in Ordnung :-D Wir stiegen aber brav ab und wollten uns eine Alternative überlegen. Dazu kamen wir aber nicht, denn mit Sagenhaften -7 kam der Caravelle um die Ecke. Drauf geschissen und ab auf die Leitern, bevor der Bahnbedienstete merkte, dass wir verbotenerweise auf den Leitern standen, war das Bild auch schon auf dem Chip.

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Gut das der Zug vor Plan war, anschließend wollte ich noch ein Handyfoto für Whatsapp machen, da war es schlagartig wieder dunkler geworden. Das Sonnenloch war nun Geschichte.

Wir fuhren weiter Richtung Oradea sah es sogar etwas besser aus, da hatten sich die Wolken etwas aufgelöst und wir hofften auf den Nachmittags-Personenzug nach Arad, welcher eigentlich eine Dieselleistung sein sollte. Nördlich von Nadab fanden wir eine passable Stelle für den Zug und standen auf dem mittlerweile stillgelegten Streckengleis nach Graniceri. Der Zug war, wie wir schon erwartetet hatten, nicht pünktlich. Wir hörten es aus der Ferne schon pfeifen und dann kam das Unheil.

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Von allen Triebfahrzeugen in Rumänien musste natürlich diese Sch***karre von Desiro kommen.
Wir warteten aber noch etwas, mit der Hoffnung, dass es irgendein verspäteter IR war, keine 10 Minuten später schlossen sich auch schon wieder die Schranken, aber die Ausfahrt wurde nach Norden gezogen. Aus der Ferne sah man schon, dass es definitiv kein Desiro sein wird, der da Richtung Norden rollt. Dumm nur, dass die Strecke kaum Kurven kennt und für Nordfahrer die Sonne noch mindestens eine Stunde brauchen würde. Einziger, fast möglicher Punkt wäre kurz hinter Chisineu Cris, welches wir auf gut Glück mal ansteuerten.

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60 1330 zog einen gemischten Güterzug Richtung Oradea. Im Hintergrund schwach zu Erkennen ist das Lichtvorsignal und das Formhauptsignal, welches die Einfahrt von Chisineu Cris signalisiert.

Wir waren erst einmal bedient vom Tag im positiven Sinne. Wer hätte bei angekündigten zwei Sonnenstunden damit gerechnet, dass wir fünf Bilder zustande bringen (+das Straßenbahnbild vom Balkon). Wir fuhren allerdings weiter nach Huedin, da wollten wir nicht zu spät sein, weil Nachts will ich nicht unbedingt mit einem unbeleuchteten Pferdefuhrwerk auf der Straße Bekanntschaft machen. Das Auto machte aber schon wieder Probleme, dieses mal war es das Geräusch, als würden die Bremsen schleifen. Vermutlich waren die Bremsscheiben oder was da in der Karre auch verbaut war schon ziemlich abgenutzt. Das Problem behebten wir, indem wir das Radio lauter drehten. Wir müssen ja nur noch 14 Stunden in der Kiste überleben. In Huedin ging es wieder zum Motel Montana, wir haben ja noch die Fernbedienung, welche wir aus Versehen im Rucksack vergessen hatten. Außerdem bot sich das alles so an, wir hatten schließlich noch ein Motiv offen. Im Hotel gab es dann wieder die Kammer für 90 Lei (Etwa 20-22Euro) für uns beide und das Restaurant war ja auch ganz in Ordnung. Dort hauten wir quasi die letzten Lei auf den Kopf, wobei wir gar nicht so viel Essen konnten. Etwas Geld sollte ja noch für die letzten Kilometer nach Cluj Napoca bleiben.

09.06.


Ein letztes mal früh Aufstehen hieß es an diesem Morgen. Draußen war es Bitterkalt, gerade mal 7°C sagte das Auto. Deswegen war mir in kurzer Hose und T-Shirt auch etwas frisch. Die Sonne ging gerade auf als wir losfuhren. Unser Ziel war ein unscheinbarer Haltepunkt mitten im Nix. Es sollten innerhalb kürzester Zeit je ein CFR, IRC und TFC-Zug kommen. Der Haltepunkt Macau lag irgendwo im nichts, aber nicht in Macau, das waren noch gut zwei Kilometer. Als erstes kam der CFR-Regio, welcher mit 64 1264 bespannt war im Schlonzschaden. (Na Klasse, hier laufen zu 2/3 diese Desiro´s rum, aber wehe da kommt mal was Interessantes und man greift gleich wieder ins Klo). Es folgte der IRC aus Huedin, wenigstens der klappte halbwegs. Der TFC war leider nicht wie erhofft ein 614 sondern nur ein Wattlooper. Immerhin klappte dieser auch. Wunschmotiv bekommen, Wunschzug leider nicht. Aber jetzt konnten wir wenigstens Richtung Flughafen fahren. Vorher wurde das Auto entmüllt und aufgetankt. Die Leitern, Säge und Gartenschere konnten wir natürlich nicht mit in das Flugzeug nehmen, deswegen stellten wir dieses Ordentlich neben den Haltepunkt, irgendwer wird das schon mitnehmen und gebrauchen können. Für den Mülleimer wären die zwölf Tage alten Sachen zu Schade gewesen.

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ex 928/628 481 kam am Haltepunkt kurz zum halten.


Als wir das Auto abgaben, war das Gesicht der Angestellten nicht mehr ganz so freundlich wie vor zwölf Tagen. Natürlich war der Schaden am Blinker (das fehlende Plastik) nicht zu übersehen, aber wir hatten es denen ja per Mail mitgeteilt gehabt, ob was angekommen ist, wusste ich natürlich nicht. Ich bekam nur eine Bestätigungsmail. Den Schaden, der auf dem Übernahmeprotokoll angezeichnet war, wollte sie uns allerdings in die Schuhe schieben. Zwar war der Riss in der Front nicht zu sehen bei der Übernahme, aber die Korrosion unter dem Lack sprach eindeutig dafür, dass der Schaden schon älter als zwölf Tage sein musste. Auch die Reinigung des Auto´s wollte sie noch in Rechnung stellen, wobei ich sie darauf hinwies, dass auch dies im Vertrag geregelt sei. Zwar war das Auto dreckig, aber nach der Reinigung wäre es wie vorher, Sprich wir hatten keine Flecken oder Brandlöcher in den Sitzen hinterlassen. Es sah halt so aus, wie eben ein Auto nach zwölf Tagen in Rumänien und nach knapp 8000 Kilometern aussah. Eine Rechnung bekamen wir bis heute nicht. Eigentlich wollte ich auch über SIXT buchen, aber das ging ja leider nicht. Mit denen gab es nie Probleme! Der Flieger auf dem Rückflug war fast ausgebucht. Zum Glück war zwischen mir und Max der Sitz noch frei und so hatten wir es etwas bequemer auf dem Rückflug nach Dortmund. In Dortmund war das Wetter typisch Deutsch und wir setzten etwas unsanfter im Sturm und Regen auf der Landebahn auf. Die Wiedereinreise klappte auch ohne Probleme und wir wollten mit dem Taxi zum Hauptbahnhof. Der Ali im Taxi wollte wissen wo unser Reiseziel den läge. „Isch masch eusch gute Preis, 600Euro bis Hannover“. Allerdings wollte ich nicht 600 Euro ausgeben und andererseits wäre es mit dem Taximeter günstiger gewesen. Von meinem Beruf her weiß ich das ein Taxi von Hamburg Harburg zu mir nach Hause (167Kilometer) etwa 320 Euro kostet. Von Dortmund Airport zu mir sind es genau 20 Kilometer mehr. Auch wenn die Preise etwas variieren mögen, würde der Unterschied nicht so krass sein. Letztendlich war man froh, als man am späten Nachmittag daheim war und die Bilder auf den PC ziehen konnte.

(Alle Handybilder ohne Copyright, entstanden von Max)

Mittlerweile wird schon der nächste Urlaub geplant, dieses mal aber mit dem eignen Auto. Wohin die Reise geht, lasse ich erstmal offen, zumindest aber grob Richtung Mittelmeer ;-)

Hallo,

Schöner Bericht mit vielen hochwertigen Bildern. Danke dafür. Allerdings finde ich die Rückgabe eines vollkommen verdreckten Mietwagens dann doch arg grenzwertig. Bei unseren 7-10 Tagestouren durch Moldawien, mit jedes Mal so ca. 4000-5000km auf der Uhr, sieht die Kiste danach auch aus wie Schwein - doch als letzte Amtshandlung vor der Rückreise geht das Mietochod noch in die Komplettreinigung vor der Rückgabe. Kostet weniger als 10 Euro - und man ist auch beim nächsten Mal ein gern gesehener Kunde, der ein kostenloses Upgrade erhält.

Viele Grüße
Alex

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Hallo Alex,

Natürlich wollten wir das Auto noch vorher reinigen, aber wir hatten auf dem Rückweg keine Waschanlage die im Betrieb war gefunden gehabt. Der Wagen war auch nicht so übel verdreckt, wie der Skoda im Jahr zuvor. Da hatte uns sogar die Polizei angehalten gehabt und uns auf den braunen Balken auf dem Nummernschild hingewiesen. Im allgemeinen sei gesagt, dass Auto war etwas dreckig, aber nicht so verdreckt, dass es schon eckelhaft aussah.

Schön das dir der Bericht gefällt!

Danke für die schöne Reportage aus Rumänien.

Wie habt ihr euch eigentlich über die Fahrpläne informiert?
Ich war im November in Rumänien und habe mir da die Fahrpläne für RT von der Regiotranshomepage ausgedruckt. Für den Rest habe ich mytrains.ro verwendet. Was für CFR Züge recht gut funktioniert hat.
Bei Regiotrans klappte es aber nur mäßig, da einfach oft Züge gar nicht kamen obwohl sie im Fahrplan standen. Anrufen bei der Regiotrans Hotline brachten da nie Erfolg. Das Callcenterpersonal sprach zwar brauchbar Englisch, meinte aber immer nur es gibt diese Züge nicht.
Wie sind da eure Erfahrungen? Bzw. gibts Tipps?
Die Informationen haben wir uns von den privaten via screenshot abgespeichert, sonst gibt es noch einen interrailfahrplan als App, der auch offline funktioniert. Dieser war bis auf einen Zug der CFR auch aktuell!