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[GB][IM]Schmalspur in Nordwales und Isle of Man - Teil 8: Welshpool und Shrewsbury



Zunächst die Links zu den bisherigen Teilen:
Teil 1: Llandudno
Teil 2: Llangollen, Pontcysyllte-Aquädukt, Chester
Teil 3: Llanberis und Holyhead
Teil 4: Llandudno - Blaenau Ffestiniog - Machynlleth
Teil 5: Aberystwyth und Devil’s Bridge
Teil 6: Fairbourne – Barmouth und Talyllyn Railway
Teil 7: Caernarfon und Welsh Highland Railway


Derzeit dauert es leider immer etwas länger, bis der jeweils nächste Teil fertig wird. Bitte daher um Geduld. Aber heute ist es wieder so weit: der nächste Teil ist da.


Dienstag, 25. Juli 2017


Heute ist der letzte Tag in Wales. Wir besuchen die siebte und letzte Schmalspurbahn (Welshpool - Llanfair Caereinion) und machen einen Abstecher nach Shrewsbury.


In der Früh bekomme ich ein Erinnerungs-SMS von FlyBE, der Fluggesellschaft, bei der wir den Flug zur Insel Man gebucht haben. Solche Dinge bin ich natürlich (noch) nicht gewohnt, weil ich ja nicht gar so häufig fliege. Es ist schon erstaunlich, was die heutige Technik so alles möglich macht. Für viele Zeitgenossen ist das wohl ganz normal und selbstverständlich.
Wir fahren mit dem gleichen Zug wie gestern nach Welshpool. Im Zug gibt es ein Buffet-Service und die Dame, die den Wagen schiebt, fragt uns plötzlich auf Deutsch, ob wir Deutsche sind. Sie spricht perfekt und fast akzentfrei Deutsch, was uns doch etwas erstaunt. Es ergibt sich ein Gespräch und sie erzählt, dass sie eigentlich Schottin ist und schon lange in Shrewsbury wohnt. Deutsch habe sie in der Schule gelernt, aber sich eben immer bemüht, weiter zu lernen, viel zu lesen usw.

Spaziergang entlang der eingestellten Trasse in Welshpool

In Welshpool haben wir nun etwa eine Stunde Zeit bis zur Abfahrt unseres Zuges nach Llanfair Caereinion (Zur Erinnerung: Man spricht das etwa wie „Chlanwajr“ aus) – und der Schmalspurbahnhof liegt heute am westlichen Rand des Ortes, sodass wir sowieso ein gutes Stück zu Fuß gehen müssen. Aber bei unserem gestrigen Umsteigeaufenthalt in den Schienenersatzverkehr habe ich ja schon die Tafel mit dem historischen Weg entlang der ehemaligen Trasse gesehen, und so folgen wir den nummerierten Tafeln, die uns die Geschichte dieser Bahn näherbringt und auch viele alte Fotos zeigt. So ist der Spaziergang kurzweilig, nur manchmal ist es etwas schwer, die jeweils nächste Tafel zu finden. Der erste Streckenabschnitt ist überhaupt komplett durch ein Einkaufszentrum überbaut, sodass man darum herumgehen muss. Wie man im Internet lesen kann, gibt es immer wieder Diskussionen, ob man die Strecke nicht (auf anderem Weg als bisher natürlich) wieder zur National Rail-Bahnstation verlängern soll. Der Weg ist ganz nett, einmal überqueren wir auch einen Kanal, auf dem Boote unterwegs sind, außerdem sehen wir auch eine Kirche, aber wir haben keine Zeit, sie uns anzusehen. Wir kommen schließlich nach einem Weg von einer Meile und vielen Infotafeln entlang der früheren Strecke, die teilweise mitten in der Straße verlaufen ist, zur Station Raven Square, wo es einen großen Parkplatz gibt und wo wir gleich mal unsere Fahrkarten besorgen, die pro Person 13,50 £ kosten. Sodann warten wir auf die Einfahrt unseres Zuges, die wir beobachten und fotografieren können.

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Wie so oft in Großbritannien gibt es viele Kanäle, so auch hier in Welshpool.

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Die Kirche wäre wohl interessant, aber wir dürfen unseren Zug nicht versäumen.

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Der Zug bei der Einfahrt in Welshpool. Besser gelang es leider nicht.

Nicht schlecht staune ich, dass er aus drei Wagen der Zillertalbahn und einem ungarischen Wagen besteht. Die Lokomotive heißt „The Earl“ und trägt die Nummer 822. Die dreiachsige Lok wurde von Beyer Peacock 1902 für diese Bahn gebaut und ist somit original. Die Zillertalbahn-Wagen stammen aus dem Jahr 1900 und wurden 1968 von Tirol nach Welshpool als Geschenk abgegeben. Ich konnte nur Wagen 16 unseres Zuges und später beim Gegenzug Wagen 17 eindeutig identifizieren, vermutlich waren die beiden anderen die Wagen Nr. 14 und 15. Der MÁV-Wagen Cax430 ist erst 1958 gebaut worden und war in Nyíregyháza (sprich: Njiir-Ädj-Haaza) im Einsatz, danach kam er nach Čierny Balog in die Slowakei (Schwarzgranbahn - Čiernohronská železnica), von wo er 1999 nach Welshpool verkauft wurde. Interessant ist die Kupplung, die hier verwendet wird: sie wird Grondana-Kupplung genannt und besteht aus einem Mittelpuffer, eine Hakenkupplung wie bei Normalspurwagen ist dann darüber angebracht – wohlgemerkt: nur EINE, nicht zwei links und rechts wie bei der Zillertalbahn oder den anderen österreichischen Schmalspurbahnen.

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Ein Wagen der Zillertalbahn.

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Unsere Lokomotive beim Wasserturm.

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Der ganze Wagensatz noch ohne Lokomotive.

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Das Innere des Wagens hat durchaus Ähnlichkeiten mit den Straßenbahnwagen meiner Kindheit.

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Bemerkenswert finde ich die Kupplung. So etwas sah ich noch nirgendwo sonst.

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Der ungarische Wagen passt irgendwie nicht so richtig zum Zug.

Fahrt nach Llanfair Caereinion

Wir können noch das Wasserfassen der Lokomotive beobachten, dann steigen wir auch schon ein und die Fahrt beginnt. Ein seltsames Gefühl, in einem alten Zillertalbahnwagen zu fahren. Die Landschaft wirkt irgendwie ähnlich wie in Oberösterreich. Es ist sanft hügelig und die Fahrt ist recht gemütlich. Lustig ist, dass eine Herde Kälber voller Schreck flieht, als unser Zug an ihnen vorbeifährt. Ich dachte mir eigentlich, die müssten Züge hier doch schon gewohnt sein. Unterwegs gibt es eine Zugkreuzung mit der Lokomotive „Joan“ Nr. 12, die aus Antigua stammt und 1929 gebaut wurde. 1971 kam sie nach Welshpool, seit 2011 hat sie einen neuen Kessel. Die drei Wagen stammen von der Zillertalbahn, der SKGLB (Salzkammergut-Lokalbahn) und aus Ungarn. Bei der Ankunft in Llanfair sehen wir noch weitere Loks: Nr. 11 „Ferret“, eine zweiachsige Diesellokomotive von 1940, die 1971 übernommen wurde sowie die dreiachsige Diesellokomotive Nr. 7 „Chattenden“, Baujahr 1947.

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Die Landschaft neben der Strecke ist nicht spektakulär, aber hübsch. Sie erinnert mich an Österreich.

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Die hügelige Gegend könnte auch in Oberösterreich sein.

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Viel Grün, nur die Abgrenzung der Grundstücke ist völlig anders als in Österreich.

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Die Kälber fliehen entsetzt. Sie werden es wohl noch lernen.

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Und immer wieder hübsche Ausblicke und kleine Refugien.

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Kreuzung mit dem Gegenzug mit Lokomotive Joan.

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Die Lokomotive Joan.

Nun ist es an der Zeit, ein paar Fakten zu dieser Schmalspurbahn zusammenzutragen:

Die Schmalspurbahn Welshpool – Llanfair Caereinion
(Welshpool and Llanfair Light Railway - Rheilffordd y Trallwng a Llanfair Caereinion)


Die Bahnlinie ist eine der wenigen Schmalspur-Nebenbahnen, die nach dem Light Railways Act von 1896 gebaut wurden. Ziel war die wirtschaftliche Erschließung des abgelegenen Gebietes. Die Bahn wurde 1903 eröffnet, warf aber nie Gewinn ab. 1923 übernahm die Great Western Railway die Linie, aber bereits 1931 wurde der Personenverkehr eingestellt. Ab 1948 war die Linie Teil von British Rail, Ende 1956 wurde auch der Güterverkehr eingestellt. Wenige Jahre später schlossen sich Eisenbahnfreunde zusammen und übernahmen die Bahnlinie. In der Folge wurde die Strecke wiederhergestellt, der erste Abschnitt (von Llanfair Caereinion ausgehend) wurde 1963 eröffnet, bis 1981 wurde schließlich wieder Welshpool erreicht, allerdings stand die Strecke durch die Stadt bis zum Normalspurbahnhof nicht mehr zur Verfügung, sodass ein neuer Endbahnhof bei Raven Square am Stadtrand errichtet wurde. Es gibt jedoch Überlegungen einer erneuten Verlängerung durch die Stadt über eine andere Route. Die Strecke weist starke Steigungen (über eine Passhöhe) und viele Kurven auf.
Die für Großbritannien eher unübliche Spurweite von 762 mm erschwerte den Erwerb von Rollmaterial für die Museumsbahn. Es gab im britischen Kolonialreich jedoch zahleiche Bahnen dieser Spurweite, sodass die heutigen Loks teilweise aus fernen Ländern stammen (z.B. Antigua, Sierra Leone). Allerdings ist auch die in Österreich übliche „Bosnische Spur“ von 760 mm passend, sodass Wagen der Zillertalbahn auf dieser Linie zu finden sind. Von den Lokomotiven stammt jedoch nur eine aus Österreich: eine HF160D Baujahr 1944 wurde 1969 übernommen. Sie war bei der SKGLB als Nr. 19 im Einsatz, kam 1955 zu den STLB (als 699.01, aber nicht zu verwechseln mit der ÖBB 699.01). 1969 wurde sie nach Welshpool abgegeben, wo sie unter der Nr. 10 und mit dem Namen „Sir Drefaldwyn“ ab 2013 aufgearbeitet wurde. Zwei Lokomotiven stammen von Waldbahnen in Rumänien, einige Wagen aus Ungarn.

Aufenthalt in Llanfair und Rückfahrt

Unser Aufenthalt in Llanfair beträgt eine Stunde und wir bleiben in dieser Zeit im Bahnhofsbereich. Die Zeit vergeht mit Fotos sowie mit Tee und einem Caramel Shortcake. Diese Art Süßigkeit ist ausnahmsweise einmal nicht mein Geschmack, aber nun weiß ich wenigstens, was es ist. Gesehen hab ich solche cakes schon öfter. Im Bahnhofsbereich stehen mehrere Lokomotiven abgestellt.

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Ungewohnt sieht die Lokomotive „Ferret“ aus.

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Lokomotive Nr. 7 Chattenden.

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Dann eine Überraschung: Ein Wagen der Salzkammergut-Lokalbahn.

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Wieder eine Überraschung: es gibt auch Damen im Freiwilligen-Einsatz bei der Lokomotive.

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Unsere Lokomotive beim Bekohlen.

Es ist sonnig und warm und wir genießen also unseren letzten Tag in Wales. Die Rückfahrt verbringe ich auf der Plattform unseres Wagens – eine Erinnerung an viele Fahrten auf den Plattformen von N28-Wagen auf der Südbahn in meiner Jugend.

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Öfter sind wir nahe bei einem Fluss oder überqueren diesen auf einer Brücke.

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In Cyfronydd ist Zugskreuzung. Ein Eisenbahner bringt den Token zum Lokführer des Gegenzuges, der gerade die Einfahrtsweiche passiert.

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Es ist wieder Lokomotive Joan mit Wagen aus Ungarn, der SKGLB und der Zillertalbahn.

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Und wieder ein Stück walisische Landschaft abseits der hohen Berge.

In Welshpool angekommen, schauen wir uns die Ausstellung in einem Schuppen an, wo es zum Beispiel die letzte in Großbritannien gebaute Schmalspurdampflok zu sehen gibt, eine Vierzylinder Gelenklokomotive für eine Industriebahn (gebaut 1953). Sie trägt die Nr. 6 und heißt Monarch. Weiters ist die Lok Nr. 8 (Dougal) von 1946 ausgestellt, die kein Führerhaus hat.

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Im Ausstellungsraum steht die Lokomotive Nr. 6 Monarch, die als letzte in Großbritannien gebaute Schmalspurlok für Industriebahnen gilt (1953).

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Ob diese Lok das Führerhaus verloren hat oder nie eines besessen hat, konnte ich nicht herausfinden.

Eigentlich staune ich, dass in Welshpool fast überall nur der englische Name verwendet wird, auf dem Schmalspurbahnhof steht jedoch auch der walisische Name „Y Trallwng“ (Erinnerung: W wird als U gesprochen!). Wie ich dann bei Wiki lesen kann, waren die Einwohner der Stadt wegen der Nähe zu England schon im Mittelalter traditionell Englisch sprechend.
Wir warten noch, bis unser Zug wieder die nächste Fahrt Richtung Llanfair antritt, damit wir ihn bei der Ausfahrt fotografieren können, dann spazieren wir auf einem anderen Weg zurück zum Bahnhof.

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Unser Zug fährt wieder nach Llanfair Caereinion, wir fotografieren ihn bei der Ausfahrt aus Welshpool.

Nun überlegen wir, was wir noch tun könnten, denn wir haben ja noch Zeit. Die Entscheidung ist schnell getroffen: Shrewsbury soll eine hübsche Stadt sein, also fahren wir – heute nicht mit Schienenersatzverkehr, sondern mit dem Zug – nach Shrewsbury, das sogar einen walisischen Namen hat, obwohl es schon in England liegt: Amwythig. Es liegt ja nicht weit von Welshpool entfernt, sodass die Heimfahrt von dort auch nicht viel länger dauert als von Welshpool.

Stadtbesichtigung Shrewsbury

Gleich neben dem Bahnhof befindet sich ein Schloss, das wir besuchen und von wo es eine hübsche Aussicht gibt. Auch auf den Bahnhof und die östlichen Einfahrtsgleise kann man gut sehen. Ich staune wieder einmal über die Kreuzungen, die es bei uns in dieser Art ja nicht gibt. Unmittelbar nach den Bahnsteigen führen die zwei Strecken mit jeweils mehreren Gleisen scharf nach links bzw. scharf nach rechts und viele Gleise kreuzen einander, ohne durch weitere Weichen verbunden zu sein.

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Die östliche Ausfahrt von Shrewsbury. Rechts geht es u.a. nach Welshpool und Aberystwyth oder Pwllheli, links Richtung Birmingham.

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Und hier das Ganze von oben (von der Burg aus gesehen).

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Ein London Midland class 170 steht abfahrbereit in Shrewsbury.

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In diesem Teil der Burg sind irgendwelche Ämter ungebracht.

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Von diesem Plateau mit Türmchen kann man gut auf die östliche Bahnhofsausfahrt blicken.

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Der nächste class 170 von London Midland fährt gerade Richtung Birmingham aus.

Wir spazieren dann Richtung Altstadt bzw. was wir als Altstadt vermuten, und richtig: irgendwo finde ich einen Stadtplan, den ich fotografiere, damit ich auf dem Handy dann immer nachsehen kann wo wir sind. Die Innenstadt ist fast vollständig vom River Severn umgeben. Dort, wo sich die Mäander des Flusses fast treffen, liegt der Bahnhof und bildet sozusagen eine Barriere zur Altstadt. Wir finden nun nette kleine Gassen mit viel Fachwerk, ähnlich wie in Chester. Auch eine Kirche finden wir, und die Fußgängerzone ist auch recht nett. Sogar eine katholische Kathedrale gibt es, aber die ist leider geschlossen, sodass wir über andere kleine Gassen schließlich wieder zum Bahnhof zurückkommen.

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Von der Burg kommen wir wieder in die Stadt und es bietet sich dieses Bild.

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Neben neuren Häusern findet sich immer noch viel Fachwerk in Shrewsbury.

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Dieses Haus dürfte schon einige Jahrhunderte auf dem Buckel haben.

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Wir halten zwar Ausschau nach einem Pub, können uns aber nicht entschließen und bevorzugen daher, in unserem Quartierort Machynlleth das Abendessen einzunehmen.

Wir nehmen den nächsten Zug nach Machynlleth und wollen dort zu Abend essen.

Abendessen im „White Lion“

Das Lokal haben wir schon einmal im Vorbeigehen gesehen, aber wir waren noch nicht da drin. Es ist in Sichtweite des Uhrturms und vor dem Lokal steht eine Tafel wie bei uns aufgestellt: auf einer Seite Walisisch und auf der anderen Englisch beschrieben. Immerhin hab ich schon so viele Wörter im Kopf, dass ich von „BWYD AR CAEL YMA 12-9 POB DYDD“ immerhin „Essen“ (Bwyd), „hier“ (yma) und „alle Tage“ (pob dydd) verstehen kann. Zumindest an diesem Tag in Wales. Monate später hab ich das alles natürlich längst vergessen. Es ist jedenfalls der letzte Tag, an dem wir von walisischen Aufschriften umgeben sind.

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Walisische Seite der Klapptafel vor unserem Pub. Damals konnte ich sogar einige Wörter verstehen.

Wir sitzen draußen im Freien, denn es ist heute nicht kalt. Ich habe heute Lust auf Fisch und bestelle daher „Crispy Whitebait“ um 7,95 £, ohne zu wissen, was es genau ist. Es entpuppt sich als kleine Mini-Fischchen im Ganzen, und zwar paniert, daher also crispy. Dazu gibt es wie üblich Erbsen und diesmal Erdäpfelpürree. Klar, dass auch wieder ein Bier probiert werden muss, ich hab aber nicht notiert, was es für eines war. Es kostete 2,70 £ und kam mir also nicht teuer vor. Whitebait wird im Wörterbuch mit Breitling oder Sprotten übersetzt, es können aber auch Sardinen, Heringe oder Makrelen sein, jedenfalls gilt das Wort als Sammelbezeichnung für kleine, junge Fische bis 5 cm, die in Schwärmen an den Küsten vorkommen und so in Mengen gefangen werden. Ich kenne solche kleinen Fische getrocknet aus Japan.

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Das letzte Essen in Wales und das Abschlussbild dieses Berichtteils: Crispy Whitebait.

Nach diesem letzten Abendmahl in Wales gehen wir heim und packen unsere Sachen, denn morgen geht es ja zum Flughafen Birmingham und von dort zur Insel Man, der zweiten Station unseres Urlaubs.


Fortsetzung:
Teil 9: von Wales zur Insel Man


EDIT: Link zum nächsten Teil eingefügt.

LG Gustav
HIER sind meine Reiseberichte zu finden!




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2017:12:09:21:14:04.
tokkyuu schrieb:
Bemerkenswert finde ich die Kupplung. So etwas sah ich noch nirgendwo sonst.

Hast Du doch höchstselbst bei der Talyllyn fotografiert...

Zitat:
Wieder eine Überraschung: es gibt auch Damen im Freiwilligen-Einsatz bei der Lokomotive.

Mindestens ebenso bei der Talyllyn.
Holger Koetting schrieb:
tokkyuu schrieb:
Bemerkenswert finde ich die Kupplung. So etwas sah ich noch nirgendwo sonst.

Hast Du doch höchstselbst bei der Talyllyn fotografiert...

Aber nein!
Bei der Talyllyn gibt es ja SEITENpuffer und DAZWISCHEN ist die Schraubenkupplung, so wie bei Normalspurwagen.
Hier ist die Schrauben-Kupplung jedoch ÜBER einem MITTELpuffer.
Und in Österreich gibt es ZWEI Schraubenkupplungen NEBEN dem MITTELpuffer.

LG Gustav
HIER sind meine Reiseberichte zu finden!
Hallo tokkyuu,
Hier ein paar Hinweise zu deinen Bildern. Diese Bauart der Kupplung bietet durch den Hakenhebel den Vorteil, dass die Schraubenfeder durch die Kupplung als Zughakenfeder fungiert und gleichzeitig durch das bewegliche Mittelstück als Pufferfeder wirkt. Hier nochmal eine Großaufnahme.


wllr 1999.09.11.15.jpg

Was die Lok Dougal betrifft, so hat sie nie ein Führerhaus besessen als wir 1999 dort waren wurde sie sogar angeheizt. Soviel ich weiß, war sie früher mal in einem Gaswerk als Verschublok tätig.



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MfG Rudi.

Wieder sehr nett, danke! :-) (o.w.T)

geschrieben von: Roni

Datum: 09.12.17 16:35

(Dieser Beitrag enthält keinen Text)
lg, Roni - [raildata.info] - Folge auf Twitter: [twitter.com] - Meine DSO-Reportagen: [www.drehscheibe-online.de]
http://raildata.info/raildatabanner1.jpg

Re: Wieder sehr nett, danke! :-)

geschrieben von: Schmalspurbahnfreund

Datum: 09.12.17 18:22

Mich würde interessieren, ob man die österreichischen Fahrzeuge von 760 mm auf 762 mm umgespurt hat, oder ob es einfach so geht. Dürfte ja innerhalb der Toleranzen liegen, so wie bei der Probefahrt von 99 633 auf der Zillertalbahn.

Re: Wieder sehr nett, danke! :-)

geschrieben von: tokkyuu

Datum: 09.12.17 20:27

Schmalspurbahnfreund schrieb:
Mich würde interessieren, ob man die österreichischen Fahrzeuge von 760 mm auf 762 mm umgespurt hat, oder ob es einfach so geht. Dürfte ja innerhalb der Toleranzen liegen, so wie bei der Probefahrt von 99 633 auf der Zillertalbahn.

Ich weiß zwar nicht mehr, wo ich darüber gelesen habe, aber es ist dort gestanden, daß das innerhalb der Toleranzgrenze liegt, daß also die Lok und die Wagen ohne Umspurung weiterverwendet werden können. Zwei Millimeter ist ja wirklich kaum zu bemerken.

LG Gustav
HIER sind meine Reiseberichte zu finden!

Re: Wieder sehr nett, danke! :-)

geschrieben von: kentishman

Datum: 09.12.17 21:13


Ich weiß zwar nicht mehr, wo ich darüber gelesen habe, aber es ist dort gestanden, daß das innerhalb der Toleranzgrenze liegt, daß also die Lok und die Wagen ohne Umspurung weiterverwendet werden können. Zwei Millimeter ist ja wirklich kaum zu bemerken.
Und besonders bei Schmalspurbahnen mit Vmax 40km/h. 

Mir interessiert übrigens, ob die "bosnische" Spurweite von den (kolonial-)britischen kommt, oder v.v.

Sehr hübsch, danke! (o.w.T)

geschrieben von: S-Transport

Datum: 09.12.17 21:32

(Dieser Beitrag enthält keinen Text)
Herzliche Grüße

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Übersicht: [www.drehscheibe-online.de]

. . .  hier noch ein Nachtrag zu dem MÁV-Wagen. Am 01.05.1998 noch in Cierny Balog kurz vor dem Verkauf.

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MfG Opizug