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In der Mitte des Sommers verbrachten wir eine Woche in Szeklerland. Wir haben von Hause früh am Dienstagmorgen 18. Juli gestartet und fuhren zuerst bis Újszász, wo unsere Mitreisenden sich zu uns angeschlossen haben. Dann ging die Fahrt weiter über Gyula und der Grenzübergang Varsánd. Bereits in Rumänien, von Chişineu-Criş fuhren wir in der Nähe der ehemalige Lokalbahn Arad - Brad, der wurde die Eisenbahngesellschaft "Aradi és Csanádi Egyesült Vasutak" (abkürzung ACsEV, deutsch Arader und Csanáder Vereinigte Eisenbahnen) in den 1890-er Jahren gebaut. Die Strecke wurde zum 1. November 2011 vollständig von Unternehmen Regiotrans übernommen werde, mit ihre aus Frankreich stammende Zuggarnituren. Der Zugverkehr ist gering, wir trafen uns mit einem Zug erstmal in Gurahonţ (97-0797-7, ex SNCF "Caravelle" X 4736).
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Der Endpunkt der Bahnstrecke befindet sich in Brad, die Fortführung in Richtung Deva ist von Brad ausgehend demontiert. Das Bahnhofsgebäude wie ein Palast, gebaut von der ACsEV in 1896, heute historisches Denkmal. Nachdem eine lokale Organisation, aufgrund des vernachlässigten Zustand der Gebäude anzeigte den rumänischen Staat in Brüssel, schließlich begannen die Renovierungsarbeiten.
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Das zweitgrößte Eisenbahnunternehmen in Rumänien startet zwischen Arad und Brad vier Zugpaare pro Tag. Im Bild: die Triebwagen 97-0579-9 als Zug № 14450 wartet ihre Abfahrtszeit.
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Zwischen Brad und Deva verläuft parallel zur Landstraße einer Geisterbahn. Der Bau dieser Bergbahn-linie wurde 1939 begonnen, 1945 unterbrochen und 1979 wieder aufgenommen. Das langfristige Ziel war die Verkürzung der Bahnverbindung von Großwardein nach Craiova, der Zugbetrieb wurde am 1988 aufgenommen. Die Strecke war schließlich weniger als ein Jahrzehnt in Betrieb, der Verkehr wurde nach einem Erdrutsch eingestellt. Heute wird die Schiene nur bei Deva für den Transport von Steinen benutzt. Drei Tunnel und mehrere Viadukte befindet sich in der 36 Kilometer lange Strecke, in Bild ist die Viadukt bei Vălişoara zu sehen.
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Wir haben in Bahnhof Simeria haben wir eine längere Pause gemacht. Es ist interessant: die Station wurde in der Mitte einer weites Wiese gebaut, weil der Stadt Deva Stadt gab kein Stück Grund für den Bau dem Bahnhof und und die Wagenreparaturwerkstatt. Die heutige Siedlung begann während der Bau der Eisenbahn zu entwickeln, die ersten Bewohner waren Bahnbauarbeiter und Eisenbahnbeamter. Hinter dem Bahnhof entwickelte sich eine große Eisenbahnerkolonien, und begann seinen Betrieb - in 9. Oktober 1911. mit zwei Ärzte und drei Krankenschwestern - mit der Aufnahme der ersten Patientin der ersten Krankenhaus der MÁV. Das ursprüngliche Empfangsgebäude wurde zu Beginn der 1900-er Jahre nach Plänen von Ferenc Pfaff neugebaut, und wurde zu einem der größten ländlichen Bahnhofsgebäude Ungarns. In der von Simeria nach der petroschener Kohlenfelden führende Eisenbahnstrecke fuhren von 1909 die größten und leistungsfähigsten Dampflokomotiven der damalige Europa (MÁV VIm, später BR 651). Hier verbrachte mein Vater die glücklichsten Jahre ihrer harter Jungenzeit, während sein Vater an der Station arbeitete als Fahrdienstleiter.
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Nach dem Verlassen der Stadt Simeria kam ein größerer "Sprung": in einer der wenigen Autobahnen in Rumänien fuhren wir bis Hermannstadt (120 km), und weiter in der Fernstraße № 1 bis Fugreschmarkt (Făgăraş). Hier trafen wir mit einer eingleisige, nicht elektrifizierte Eisenbahnlinie (Herrmanstadt - Kronstadt). Diese Bahnstrecke entstand am Ende des 19. Jahrhunderts unter der Bezeichnung "Localbahn Felek–Fogaras". Sie wurde am Ende des Jahres 1892 fertiggestellt, die Fortsetzung nach Kronstadt wurde 1908 geweiht. Wir haben nahe der Stadt Fugreschmarkt ein Güterzug fotografieren - leider direkt gegen das Sonnenlicht...
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In Fugreschmarkt wandten wir uns nach Norden und bald erschien vor uns die Burgruine Rupea. Diese malerische Festung zählte einst zu den stärksten Festungen Siebenbürgens. Die Anlage, die stammt aus dem 14. Jahrhundert, wurde vor kurzem mit Hilfe von Fördergeldern der EU renoviert.
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Um acht Uhr abends, natürlich durch Osteuropäische Zeit, kommen wir endlich in Filia an, wo unsere Freunde auf uns warten. Nach der schönen, aber langen Reise gab schon kein anderes Programm, nur ein köstliche Abendessen und und ein guter Schlaf. Das kleine, urige Dörflein Filia (ungarisch: Erdőfüle, ins deutsche übersetzt "Waldohr") liest in der Region "Erdővidék" genannt, was soviel wie "Waldland" bedeutet. Die Siedlung - deren Bevölkerung überwiegend ungarischsprachigen - ist unbedeutend, aber die Umgebung bieten eine eindrucksvolle Natur mit wilde Berge, sanfte Hügel und tiefe Wälder... und natürlich Bären...
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Am nächsten Tag gingen wir nach Nachbarort Doboşeni, wo die Eltern von unserer Freunden leben. Wir passierten in Filia noch einem gepflasterten Weg, aber früher gab es nur in schlechten Zustand befindliche, unbefestigte Straßen in der Ortschaft. In Doboşeni gibt es bis heute keine Asphaltiere Straßen.
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Ungarische ist die Muttersprache von etwa 50 % der Bevölkerung des Dorfes. Die meisten leben von der Landwirtschaft: sie bestellen ihre eigene Feld und behalten Milchkühen. Andere Beschäftigungsmöglichkeiten sind wirklich nicht in der Umgebung.
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Aber Doboşeni und seine Umgebung ist reich an Mineralwasser mit verschiedenen chemischen Zusammensetzungen. Der sehr schmackhaft, kohlensäurehaltiges Getränk wird aus natürlichen oder künstlich erschlossenen Brunnen entnommen. Doboşeni hat mehrere öffentliche Brunnen, im Bild: "der Burnnen des Dorfes".
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Am Donnerstag den 20. Juli nachmittag verabschiedeten uns von unseren sekler Freunden und verließen Filia Richtung Kovasna. Für diese Verbindung haben wir nicht den kürzesten Weg gewählt, denn wir wollten ein paar Eisenbahnfotos machen. Wir hielten bei Marienburg (Feldioara), aber leider nur ein Güterzug kam gezogen von der Lokomotive 40-0854-2 der Unternehmen Unicom Tranzit.
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Besonders sehenswert ist in Marienburg die auf einem rund 70 Meter hohen Vorsprung erbaute Burg. Die Festung errichtete der Deutschritterorden in 1211, bei mehreren Schlachten wurde die Burg zerstört, repariert und eingenommen, ging jedoch erst 1838 einem Erdbeben zu Grunde. Vor drei Jahren stehen zwar noch einige Umgrenzungsmauern, aber jetzt ist die gesamte Anlage wieder aufgebaut. Die evangelische Kirche, die mit einer Mauer eingefriedet ist, so alt, wie die Burg - aber wartet auf seine Wiederherstellung.
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Kurze Zeit später waren wir schon an der Station der Stadt Sankt Georg (Sfântu Gheorghe). Im Bahnhofsvorplatz ist zu sehen die Dampflokomotive N3-404 auf dem Denkmalsockel. Ich selbst könnte noch dieses Fahrzeug an ihrer letzter Dienststelle, in Cellulosenwerk Kovasna (neben der Bahnhof) sehen, obwohl dann war die Fabrik und auch die Lok seit mehrere Jahren außer Betrieb. Die C-gekuppelte, 1909 von Borsig unter der Fabriknummer 7174 gebaute Tenderlok wurde die normalspurige Rangierdienst abgewickelt.
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Bald darauf gingen wir weiter. Wir waren nur am Rande der Stadt Sankt Georg, als wir sahen ein, in der Bretz (Breţcu) - Sankt Georg Nebenstrecke verkehrenden Containerzug. So wir mußten umkehren und an der Station fotografierten die attraktive farbige Lokomotive 81-0881-8.
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Bald kamen wir in Kovasna und nahmen unsere Zimmer.




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 01.08.17 11:29.

Danke für die Bilder aus Transsilvanien!

geschrieben von: Hubert G. Königer

Datum: 01.08.17 16:07

Hallöle,

herzlichen Dank für Deinen Beitrag mit ausgezeichneten Bildern aus einer mir gut bekannten Gegend! Eine Frage: Du schreibst, der von den deutsch-sprechenden Siebenbürger Sachsen verwendete deutsche Name für Făgăraş sei «Fugreschmarkt». Nach meiner Kenntnis lautet der deutsche Name «Fogarosch», siehe
[de.wikipedia.org] .
Diese Seite
[www.siebenbuerger.de]
nennt auch siebenbürgisch-sächsisch «Fugresch».

Es wäre interessant zu wissen, woher der von Dir genannte Ausdruck «Fugreschmarkt» kommt.

Viele Grüsse,
Hubert, der in einem Monat auch in Comandău/Komandó sein wird...

http://666kb.com/i/d3suyhxde7atexkr4.jpg 07/01/2015 JE SUIS CHARLIE - 13/11/2015 NOUS SOMMES PARIS - 14/07/2016 NOUS SOMMES NICE

Sehr schön! (o.w.T)

geschrieben von: S-Transport

Datum: 01.08.17 17:01

(Dieser Beitrag enthält keinen Text)
Grüße aus Wangen im Allgäu

Simon Scharfenberger

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Übersicht: [www.drehscheibe-online.de]

Re: Danke für die Bilder aus Transsilvanien!

geschrieben von: Tamás Tasnádi

Datum: 01.08.17 18:24

Hallo, Hubert!

Aus der ungarische Wikipedia, obwohl es aufgeführt dort in zwei Formen: Fugreschmarkt/Frugreschmarkt [hu.wikipedia.org].

Mit freundliche Grüße aus Ungarn:
Tamás