Im Juni 2026 unternahm ich eine zweigeteilte Reise durch Skandinavien. Die erste Hälfte galt Norwegen (auch mit Zug) und Familie. Da meine Frau früher in Oslo lebte, gibt es dort auch Familie und Freunde (diesen Teil werde ich im Bericht straffen). Im zweiten Teil ging es mit einem Freund, Daniel, durch Schweden und Finnland.
Doch nun genug des Vorgeplänkels. Es geht los.
Samstag, 13. Juni 2026
Start der Reise war mit der S 3 um 08:18 Uhr von Olching nach München. Nach dem Erwerb von Reiseproviant am Hauptbahnhof stieg ich in den ICE 682 nach Hamburg Hbf. Bei herrlichem Sommerwetter ging es bis Hannover zügig und pünktlich dahin.

Das Wetter passte sich der Umgebung an: Grau in Grau
Kaum waren wir durch, wurde auch das Wetter wieder hell.

Als wir nach Verden / Aller kamen, kam der Zug zum Stehen, woraufhin eine Durchsage erfolgte, dass wir wegen eines umgestürzten Baumes etwa eine halbe Stunde hier verharren. Es ging aber schon nach etwa 20 Minuten weiter, allerdings fuhr der ICE nur noch im Schneckentempo, so dass Hamburg Hbf mit +35 erreicht wurde.
Dort erwarb ich am Automaten eine Tageskarte 9 Uhr des HVV und fuhr mit der nächsten U2 zur Haltestelle Osterstraße. Von dort ging ich zu Fuß etwa zehn Minuten, bis mein Schwager Christian und seine Frau Bettina erreicht waren. Sie hatten für mich einen wunderbaren Kaffeetisch gedeckt.

Reichlich gedeckter Kaffeetisch
Nach einer guten Stunde intensiver Unterhaltung verabschiedete ich mich von den beiden und fuhr mit der U2 zum Gänsemarkt, wo ich im nahe gelegenen Alsterhof eincheckte. Nachdem ich mein gemütliches Zimmer bezogen hatte, fuhr ich zum Hauptbahnhof und speiste in der nahe gelegenen Schifferbörse.


Mein gemütliches Zimmer


Ich bestellte mir Schnitzel mit Pommes und Gurkensalat.
Auf dem Rückweg sah ich noch diesen Bus

Um ca. 22 Uhr beendete ich den Tag.
Sonntag, 14. Juni 2026
Nach dem Frühstück um halb acht packte ich meine Siebensachen und ging zum Dammtorbahnhof, wo ich mir noch ein Franzbrötchen besorgte. Pünktlich um 09:28 Uhr fuhr mein ICE 778 ab. Als ich gerade dachte, jetzt wird es Zeit für das Franzbrötchen, kam eine Togvertinne, der ich einen Kaffee abkaufte. Das war doch mal eine Zeiteinteilung!

Franzbrötchen und Kaffee
Um 10:40 Uhr wurde Kiel erreicht, wo ich direkt zum Fährterminal von Colorline am Norwegenkai ging. Nach dem Checkin am Schalter wartete ich darauf, bis ich um kurz vor 13:00 Uhr auf das Schiff konnte.

Mein Schiff auf der Fahrt nach Oslo, die MS Color Magic
Da ich vorgesorgt hatte, musste ich mich nicht in der Schlange einreihen. Ich habe bei der Buchung das VIP-Mittagessen im Oceanic a la card für 34,40 € dazugebucht und durfte daher kurz vor 13:00 Uhr direkt auf das Schiff.

Ganz entspannt konnte ich hier vorbeigehen.

Mein Platz, sogar mit Bank

Ich entschied mich für den Smashburger.
Anschließend ging ich in meine Kabine und stellte zu meiner Überraschung fest, dass meine Kabine sogar ein kleines Fenster hatte.


Um 17:00 Uhr suchte ich den Irish pub an Bord des Schiffes auf, wo ich ein norwegisches Hansa Bier und zwei 7up trank.


Es gab sogar Livemusic
Nach anderthalb Stunden ging ich an Deck, um die Unterquerung der Große-Belt-Brücke zu verfolgen. Es war allerdings sehr schwierig, vernünftige Fotos zu machen, da sich sehr viele Narzissten in ihrem Element breit machten.

Es ging dann doch noch was
Anschließend ging ich in meine Kabine und ließ in aller Ruhe den Tag ausklingen.
Montag, 15. Juni 2026
Ich stand zeitig auf und nahm im Oriental Café ein kleines Frühstück und ging anschließend an Deck. Allerdings war es sehr windig und kalt, so dass ich mich dick einpacken musste. Aber es lohnte sich. Es gab sehr schöne Eindrücke vom Oslofjord.

Einfahrt in den Oslofjord


Nach dem Anlegen fuhr ich mit Umstieg am Nationaltheater zu Gisela, wo mich Berit, Giselas Tochter, von der Bushaltestelle abholte.

Angekommen bei Gisela (und Berit)

Empfangen wurde ich mit einem fein gedeckten Spätstück.
Danach unterhielten wir uns und gingen um etwa halb vier zum Minigolfplatz in Torshov. Der dort Platzdienst habende Minigolfer freute sich wie ein Schneekönig, als Berit im erzählte, dass ich in Deutschland im Minigolfverein spiele. Er schenkte mir nach unserer Runde einen Ball, der anlässlich des 30jährigen Vereinsjubiläum herausgebracht wurde.

Auf dem richtigen Weg, der Ball auf dem Vulkan.
Nach einer kurzen Pause fuhren Berit und ich zu einem kleinen Stadtteilkonzert in Tonsenhagen.
Anschließend ging es für uns beide zum Steinbruvann, an dem Berit den Stormkjökken aktivierte.


Berit backt Pfannkuchen mit Zwiebeln und Speck

Die herzhaften Pfannkuchen schmeckten wirklich lecker – und romantisch war´s auch noch.
Nachdem alles aufgegessen war, stellte Berit die Geräte zum Abkühlen. Währenddessen kam eine sehr zutrauliche Entenfamilie zu uns.


Wenn diese Tiere weiter so zutraulich sind, werden sie wohl schnell in der Pfanne landen.
Anschließend fuhr mich Berit noch zu Gisela, wo ich nach einem kurzen Plausch mich zur Bettruhe begeben habe.
Dienstag, 16. Juni 2026
Um 10 Uhr gab es Frühstück, nachdem Berit dazugekommen ist. Anschließend gingen wir wieder zum Minigolf.
Nachmittag bekam ich die Nachricht, dass auf der Raumabahn Schienenersatzverkehr, auf norwegisch kurz und knapp „busss for tog“ ist.
Also musste ich etwas umplanen und ein entsprechendes Ticket buchen.
Abends fuhren Gisela und ich zum Restaurant Schröder, wo wir Kjöttkaker aßen. Ich gönnte mir als Dessert einen sauleckeren norwegischen Karamellpudding.


Am Abend bereitete ich mich für die Eisenbahnfahrt der nächsten beiden Tage vor.
Mittwoch, 17. Juni 2026
Nach dem Frühstück fuhr ich zum Hauptbahnhof (Sentralstasjonen). Da ich frühzeitig dort war, musste noch ein Trippel Royal daran glauben.

Mein Lieblingseis in Norwegen: Trippel Royal
Ich bestieg den Regiontog 45 nach seiner Bereitstellung in Wagen 1 (Premium)

Auch in Norwegen verbreitet: unsägliche Reihenbestuhlung

Aber ich hatte einen vis-a-vis-Platz mit Tisch


Stellvertretend zwei Bilder von der schönen Landschaft



Kaffee bzw. Tee waren für die Fahrgäste der Premium Class inkludiert.
Um kurz nach elf Uhr war es Zeit, in mich zu gehen. (siehe Username)

Das Angebot im Speisewagen


Das Angebot in der Praxis

Mein Platz
Zunächst gab es Pölse mit Lompe und 7up

Hinterher gab es noch Waffel mit brunost (Brauner Käse)

In Dombas wechselte ich in Wagen 3 der 2. Klasse, da ich ja ursprünglich nur bis dorthin für den Zug gebucht hatte.

An den beiden Fensterplätzen saß ein nettes Ehepaar aus Berlin, mit denen ich ins Gespräch kam.
Nach der Ankunft in Stören entstand noch ein Nachschuss vom Zug.

Kurz nach dem Check in im Hotel ging ich noch eine Runde zwecks Einkauf und Essen gehen.

Wenn Alkohol schon so teuer ist, trinkt man doch was Gescheites und nicht so eine Pi.....
Anschließend kehrte ich im Torino Emkos ein und verleibte mir eine Pizza Hawaii ein.

Auf dem Rückweg zum Hotel schaute ich noch am Bahnhof vorbei.

Das Gleis nach rechts führt nach Oslo, woher ich gekommen bin und das linke nach Röros, wo ich fahren werde.
Danach ging es ins Hotel


Donnerstag, 18. Juni 2026
Da mein Zug 2386 nach Röros erst um 10:31 Uhr fuhr, konnte ich mir alle Zeit der Welt lassen. Das tat ich auch und genoss das reichhaltige Frühstück. Es gab unter Anderen Brunost, Nugatti und Spiegelei mit Bacon. Kurz nach 10:00 Uhr ging ich die paar Schritte zum Bahnhof, wo ich im Warteraum Platz nehmen konnte. Da es an diesem Tag angefangen hat zu regnen, war ich sehr dankbar dafür.

Dies war für die nächsten anderthalb Stunden mein Zug.

Dies war mein Platz

Es gab sogar ein gastronomisches Angebot.

Die Landschaft war schön anzusehen.
Nach dem Ausstieg fertigte ich noch ein Foto vom Generatorwagen ??? an

Frage an die Fachleute: Ist das ein Generatorwagen?

So sah er innen aus.

Das Empfangsgebäude in Röros

Im hübschen Warteraum

Es gibt sogar eine Bahnhofsgaststätte
Danach begab ich mich ins Zentrum der Stadt.

Hier war schon Pippi Langstrumpf

...und hat hier den größten Schneeball gerollt.
Nach so viel Kindheitserinnerungen musste ich mich erst mal im gemütlichen Kaffestuggu stärken.

Das ist richtige norwegische Gemütlichkeit

Es gab Solskinnsbolle und Kaffee.
Nach einer abermaligen kurzen Runde ging ich zurück zum Bahnhof, wo mein Zug um 14:17 Uhr abfuhr.

Ein Blick in den Innenraum.

...mit meinem Platz
Teilweise wurde die Abfahrt mittels grüner Signalflagge beauftragt.


Auch zwischen Röros und Hamar war die Landschaft schön anzuschauen.
Während der Fahrt fiel mir ein Piktogramm auf, das ich bis dahin nie gesehen hatte.

Im Notfall wird hier auch mit der Säge Hand angelegt, aber sicher einer leistungsstärkeren als auf dem Piktogramm.


Auch hier gab es einen Kaffee bzw. Snack und Getränkeautomaten.
In Hamar fertigte ich noch ein Foto der Garnitur an.

Viel interessanter fand ich allerdings einen weiter hinten abgestellten Wagenpark.







Ein kurzer Gang in das Empfangsgebäude musste dann auch noch sein.

Immer wieder schön ist der Warteraum in Hamar mit seinen holzvertäfelten Wänden.
Dann war allmählich die Abfahrt meines Regiontog 46 nach Oslo ran.

Regiontog bei der Einfahrt in Hamar.

Man kann die Beinfreiheit selbst bei Reihenbestuhlung in der 2. Klasse als in Ordnung bezeichnen.
Natürlich stattete ich der Fresskiste einen Besuch ab.

Kjöttboller mit Pasta und eine Cola
Nach der Ankunft in Oslo fuhr ich mit der nächsten Straßenbahn zu Gisela, die mich mit leckeren Waffeln empfing. Leider scheinen die Altbaustraßenbahnen komplett aus Oslo verschwunden zu sein.

Waffel mit Brunost, einfach lecker
Freitag, 19. Juni 2026
...war der Tag, als ein Freund, Daniel, nach Oslo aufbrach, um gemeinsam Skandinavien unsicher zu machen.
Weil die Schifffahrt von Kiel nach Oslo mit seiner Fahrt im Oslofjord immer ein Erlebnis ist, habe ich ihm empfohlen, mit dem Zug nach Kiel und weiter mit dem Schiff nach Oslo zu fahren.
Da Daniel Rollstuhlfahrer ist, habe ich für ihn die Direktverbindung von Fulda nach Kiel rausgesucht. Einerseits, weil er dann in Kiel wohl genug Zeit haben würde, andererseits um ein lästiges Umsteigen zu umgehen. Er kann zwar noch aufstehen und kurze Strecken zu Fuß gehen, aber Umstiege sind ja auch immer mit dem Risiko des Anschlussverlustes und Mühen behaftet.
Daher stieg er um 05:41 Uhr in den ICE 778. Was wir nicht berücksichtigt hatten, war die Tatsache, dass die Deutsche Bahn wieder ihr ganzes Können zeigte.
Sie ließen seinen ICE in Hannover verenden und setzten ihn in den um bei der Abfahrt mit über 2 Stunden verspäteten ICE 78. Die Ankunft in Hamburg erfolgte mit satten über 3 Stunden Verspätung. Hinzu kam, dass er am Hauptbahnhof nicht aussteigen konnte und zum Dammtor weiter fahren musste, da der Aufzug am Hauptbahnhof nicht funktionierte.
Jetzt war guter Rat teuer. Berit hatte herausgefunden, dass am Nachmittag oder am nächsten Morgen ein Flugzeug von Hamburg nach Oslo fliegt, wo es auch noch entsprechend freie Plätze gab.
Aaaaber: wie einen E-Rollstuhl unangemeldet ins Flugzeug bringen?
Zunächst fuhr er mit einem Taxi zum Flughafen und traf dort auf eine sehr engagierte und hilfsbereite Flughafenmitarbeiterin.
Für mich war an diesem Tag eigentlich ein entspanntes Treffen mit Helga bei ihr zu Hause geplant. Zum Treffen kam es auch, aber aus entspannt wurde nichts. Mit einem Ohr und mit einer Hand war ich ständig am Handy. Gefühlt minütlich gab es bei Daniel neue Entwicklungen und für ihn neue Probleme zu lösen.
Um ca. 15:00 Uhr kam von Daniel die erlösende Nachricht, dass er am Gate eingecheckt ist und der Rollstuhl verladen ist. Vielen Dank an dieser Stelle an die hervorragende Mitarbeiterin am Hamburger Flughafen. Sie hat für ihn Alles bestens geregelt und alle Probleme lösen können.
Helga fuhr mich zum Bahnhof Sköyen, von wo ich direkt zum Flughafen fahren konnte.
Angekommen am Flughafen stach mir ein Plakat in die Augen.

Ich fragte mich, warum bekommt es die Ukrainische Bahn hin, trotz Krieg ihre Züge pünktlich fahren zu lassen, während es die Deutsche Bahn nicht schafft.
Zur voraussichtlichen Ankunft um 18:15 Uhr begab ich mich zum Ausgang der Fluggäste. Es dauerte noch bis 19:15 Uhr, bis wir uns in die Arme nehmen konnten.
Natürlich war es jetzt sein Wunsch, nur noch ins nächste Bett zu fallen.
Wir aßen nach seinem Chek-in noch gemeinsam im Restaurant des Raddison Hotel.

Mein Essen: Entenbrust
Nach dem Essen verabschiedeten wir uns und vereinbarten, dass Daniel nach dem Frühstück mit dem Taxi zu Gisela kommt.
Anschließend fuhr ich mit Zug und Straßenbahn zurück zu Gisela und fiel nach einem Gläschen Wein ins Bett.
1-mal bearbeitet. Zuletzt am 05.08.26 18:01.