Nur schnell ein paar Kurzmeldungen zu Aktivitäten rund um neue/alte türkische Bahngrenzübergänge.
Bei einem Ortstermin mit Vertreter*innen der armenische Presse wurde diesen die Vorbereitungen zur potentiellen Grenzöffnung nach Armenien gezeigt, die seit über 30 Jahren geschlossen ist. Die Teilnehmer*innen fuhren per Bahn von Kars nach Akyaka, dem heutigen Ende der Strecke, eine Fahrt von 50 Minuten für 57 km. Ab hier verbleiben circa 20 km bis zur Grenze bei Gümrü. Anscheinend wird aktuell die Gesamtstrecke von Kars bis Gümrü erneuert, so dass die Fahrzeit auf 30-40 Minuten reduziert werden könnte. Indes ist die Grenzöffnung noch gänzlich unsicher. Zwar besteht die Absicht, aber politische Entscheidungen können diese noch lange verschieben, wenn nicht gänzlich verhindern.
Zum Bericht
Vor wenigen Tagen wurde bei einem Treffen beider Staatspräsidenten ein Vertrag im Rahmen der "Development Road" unterschrieben, der die Etablierung eines Grenzbahnhofs zwischen der Türkei und dem Irak bei Ovaköy, südöstlich von Cizre, vorsieht. Die Bagdadbahn überquert syrisches Gebiet; dieser Grenzbahnhof würde hingegen erstmals einen direkten Übergang ermöglichen. Allerdings müsste die Türkei hierfür 180 km neue Strecke von der Kupferbahn (Kurtalan) bauen.
Traditionell war die Türkei nicht gut per Bahn an die Nachbarländer angebunden, mit nur sehr wenigen Übergängen; im Personenverkehr ist nur noch jener nach Bulgarien aktiv. Das will die jetzige Regierung wohl ändern. Wenn ich richtig zähle, so sind bereits im Bau oder in Planung neue Bahngrenzübergänge nach Bulgarien, Syrien und Naxicevan. Hingegen zählt man einen ungenutzten Bahnübergang nach Griechenland (oder gibt es dort gelegentlich Güterverkehr? Ich glaube nicht), Georgien (nur Güterverkehr), Iran (seit Kriegsausbruch geschlossen; oder verkehren dort noch Güter?) und 2(?) geschlossene Grenzübergänge nach Syrien. Somit scheint die Sorge um den tatsächlichen Gebrauch, außer beim symbolträchtigen Übergang nach Armenien, vernachlässigt zu werden.
Was ist Ihr Lieblingsduft?
"Der Geruch von Dampfschiffen und Eisenbahnen."
Aleko Konstantinov, Weltreisender, Schriftsteller, 1863-1897