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 08/01 - Auslandsforum 

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Hallo zusammen,

Heute folgt Teil 4 und damit der letzte Teil unserer Südamerika-Reise.

Teil 1: [www.drehscheibe-online.de]
Teil 2: [www.drehscheibe-online.de]
Teil 3: [www.drehscheibe-online.de]


Freitag, 03.07.2026

Nach einer Nacht in Antofagasta mussten wir uns heute langsam südwärts vorarbeiten. Am Montag früh stand nämlich unser Rückflug ab Santiago an. Der Plan für heute sah vor, zunächst bis Vallenar zu fahren, dort nachmittags fotografieren, abends noch weiter bis La Serena. Bei der Hinfahrt hatten wir bis zum frühen Nachmittag rund um Vallenar fotografiert, heute wollten wir quasi um die Zeit dort wieder einsteigen, um auch noch ein paar Nachmittagsstellen abarbeiten zu können.
Wir erreichten gegen 13 Uhr die Strecke. Ziel war zunächst der Abschnitt nördlich Vallenar. Zwischen zwei Bahnhöfen werden die beladenen Züge hier nachgeschoben und hierzu nutzt man ein Doppel mit älteren Loks, während man sonst auf modernen EMD GT46AC setzt. Bei unserer Ankunft standen die Schiebeloks im nördlichen Bahnhof (den Namen konnte ich nirgends finden) und die Loks liefen. Das machte Hoffnung auf einen baldigen Zug. Motivlich hat dieser Streckenabschnitt allerdings eher wenig zu bieten. Immerhin bot ein Hügel einen erhöhten Standpunkt und auch ein Kaktus ließ sich als Vordergrund einbauen. Schon bald kam ein Zug aus der Mine, die Schiebeloks setzten an und weiter gings Richtung Hafen.

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Ferronor 2805 (GP49) und 2176 schieben einen Güterzug nördlich Vallenar nach.

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Drohne


Wir wollten noch einen Leerzug abwarten, denn man konnte hier nett variieren mit verschiedenen Kakteen. Nachdem wir bisher noch keinen Zug Richtung Mine sahen, rechneten wir zeitnah damit. Wir warteten ewig, doch es bewegte sich nichts. Zumindest nichts auf der Schiene, am Himmel dagegen nämlich leider schon. Es zog dicker Schlonz auf und breitete sich immer weiter aus. Nach gut zwei Stunden vergeblicher Wartezeit gaben wir wetterbedingt auf und liefen zurück zum Auto. Der Schlonz war mittlerweile so dick, dass es keinen Sinn mehr hatte. Doch auch auf der folgenden Autofahrt bekamen wir keinen weiteren Zug mehr mit, nur die Schiebeloks standen einen Bahnhof weiter südlich. Der Verkehr auf dieser Strecke war also schon etwas enttäuschend, ich hatte mit mehr Zügen gerechnet. Den ganzen Nachmittag fuhr nicht ein Zug Richtung Mine.
Die Fahrt nach La Serena verlief zügig. Wir wählten das bereits von unserer Hinfahrt bekannte Hotel Diego de Almagro Serena. Im Gegensatz zum ersten Versuch wussten wir heute auch, wo das korrekte Hotel genau lag. Doch an der Rezeption meinte man, wir seien wohl im falschen Hotel, man findet unsere Reservierung nicht. Darauf zeigte ich meine Bestätigung von booking vor und auf einmal fand man dann doch die Reservierung.


Samstag, 04.07.2026

Heute wollten wir uns nochmal um die verhältnismäßig kurze Strecke bei La Serena zur Mine El Romeral kümmern. Nach den Erfahrungen bei der Hinreise wussten wir nun immerhin schon, was uns verkehrsmäßig erwartet, ein paar offene Motivideen hatten wir auch noch.
Wir standen zum ersten Licht an der Strecke bereit, doch der erste Zug ließ sich heute Zeit. Erst eine Stunde später im Vergleich zum ersten Besuch tauchte endlich ein Leerzug zur Mine auf.

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Mit der Drohne ein Stück entgegengeflogen.

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Leerzug zur Mine El Romeral, Lok 6 führte.


Auch der weitere Betriebsablauf gestaltete sich heute anders. Wir warteten beim ersten Kreuzungsbahnhof nach der Mine. Beim letzten Mal wurde hier nicht gekreuzt, sondern erst einen Bahnhof weiter Richtung La Serena. Heute kam dagegen zunächst der nächste Leerzug und fuhr in das Ausweichgleis.

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Lok 9 erreicht mit dem nächsten Leerzug den Kreuzungsbahnhof vor der Mine.


Der Vollzug war lichttechnisch jetzt sehr ungünstig, daher fuhren wir dem Leerzug nochmal voraus und fotografierten ihn wenige Kilometer weiter nochmal.

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Der gleiche Zug wenige Kilometer weiter.

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Und mit der Drohne.


Wir rechneten jetzt wieder mit einer längeren Pause. Doch man überraschte uns und schickte wenig später einen weiteren Leerzug Richtung Mine.

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Lok 5 kam mit weiteren Leerwagen.


Der Leerzug kreuzte nicht, sondern fuhr direkt zur Mine. Jetzt gabs aber doch mal wieder eine längere Pause. Erst zwei Stunden später rollte wieder etwas und zwar ein beladener Zug Richtung Hafen.

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Im Streiflicht wurde ein beladener Zug aus der Mine abgelichtet, zunächst mit der Drohne

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Von einem Hügel hatten wir einen schönen Weitblick.



Anschließend wollten wir heute noch ein Stück südwärts kommen. Ziel für heute war der Ort Los Vilos.


Sonntag, 05.07.2026

Heute Abend mussten wir Santiago erreichen. Das lag allerdings nur noch etwa drei Stunden entfernt, also hatten wir auch heute noch Zeit für Fotos. Wir versuchten unser Glück nochmal bei Fepasa zwischen Los Andes und Rio Blanco. Wie bei unserem ersten Besuch trafen wir kurz vor Rio Blanco wieder auf einen Leerzug, der dorthin unterwegs war. Lichttechnisch allerdings wegen der Bergschatten noch nicht umsetzbar. Es sah also wieder nach dem gleichen Programm aus wie letztes Mal. Wir schauten im Bahnhof Rio Blanco vorbei. Eine Reihe vermutlich beladene Wagen stand dort bereits, die örtliche Rangierlok für die Werkbedienung war allerdings nicht anwesend. Der Leerzug rangierte etwas, um seinen langen Zug in den kurzen Gleisen verteilen zu können. Nachdem die andere Lok immer noch nicht kam, fuhren wir mal zum Werk. Dort stand sie unter der Verladung, man war offenbar noch nicht fertig. Wenig später rangierte man den Schutzwagen zur Seite, das Zeichen für die bevorstehende Fahrt nach Rio Blanco. Mit der Drohne wurden ein paar Bilder davon angefertigt.

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Fepasa 1820 bringt die beladenen Wagen von der Mine zum Bahnhof Rio Blanco. (Drohne)


Wir fuhren nun gleich zur Hauptstraße auf die andere Seite des Bahnhofs, um startklar zu sein für die bevorstehende Fahrt nach Los Andes. Auch von dort konnte man die Aktivitäten im Bahnhof beobachten. Es wurde wieder etwas rangiert, dann kehrte erst mal Ruhe ein. Auch letztes Mal hatte man vor der Abfahrt nach Los Andes noch eine kurze Pause gemacht. Heute stand allerdings die Lok noch nicht auf den Wagen. Es passierte lange nichts. Sehr lange. Wir fuhren nochmal über die Ortsstraße direkt zum Bahnhof. Die Loks waren aus, das Personal saß im Bahnhofsgebäude. Wir warteten weiter. Wenig später tauchte ein Auto auf, das Lokpersonal stieg ein und Abfahrt. Aber nicht für den Zug, sondern für das Personal nach Los Andes. Trotz der beladenen Wagen im Bahnhof hatte man heute offenbar nicht vor, einen Zug abzufahren, zumindest nicht in absehbarer Zeit. Damit war für uns klar, weiteres Warten wäre sinnlos. Schade, so gings nun direkt Richtung Santiago.
Vor der Mietwagenrückgabe mussten wir diesen noch unbedingt waschen. Zwei Wochen durch staubiges Gelände hinterlassen ihre Spuren. Wir wollten zu einer SB-Waschanlage, doch sowas scheint in Chile absolut Mangelware zu sein. Eine intensive Onlinesuche brachte kaum Ergebnisse. In Quilicura, einem Vorort von Santiago, sollte es sowas an einer Tankstelle geben. Dort angekommen, sah man auch gleich, dass diese Teile wirklich Mangelware sind. Gefühlt ganz Santiago wollte gerade ihr Auto waschen. Wir stellten uns an der Schlange an, mindestens 10 Autos waren vor uns, es gab nur einen Waschplatz. Als wir endlich dran waren, war die Schlange hinter uns wieder genauso lang. Wir warfen den entsprechenden Betrag ins Gerät, doch nichts passierte. Es stand ein Preis von 1200 dran, das hatten wir passend eingeworfen. Eine nette Chilenin sah unsere Hilflosigkeit und kam her. Sie konnte sogar gut Englisch. Sie erklärte uns, man braucht Wertchips und keine Münzen. Die bekam man beim Tankwart. Problem war jetzt nur, der Einwurfschlitz war durch die Münzen verstopft, die fielen weder durch noch kamen sie wieder raus. Es war Hilfe von der Tankstelle erforderlich. Es dauerte längere Zeit, bis ein Mitarbeiter mit dem richtigen Schlüssel kam, um das Gerät zu öffnen. Nach etlichen Minuten hatte er das Problem behoben und wir konnten endlich waschen. Das war wirklich eine sehr unangenehme, peinliche Situation. Hinter uns eine ewig lange Schlange und wir hielten den Betrieb Ewigkeiten auf. Aber ich muss die Geduld der Chilenen bewundern. Es hat keiner gemeckert, sie blieben alle geduldig in der Schlange stehen. Kritisieren muss ich nur das Gerät, denn es war wirklich nirgends ersichtlich, dass man keine echten Münzen einwerfen muss, sondern diese Chips. Und man sah auch keinen, der vorher mal zu einem Tankwart gegangen wäre, offenbar hatte jeder schon ausreichend von diesen Teilen dabei. Nach dieser peinlichen Aktion fuhren wir weiter zum Supermarkt Lider, um noch ein paar Snacks für den langen Rückflug zu besorgen. Unsere Sachen hatten wir schnell gefunden, doch an der Kasse war erneut Geduld gefragt, So lange Schlangen an Supermarktkassen hatte ich noch nie gesehen. An jeder Kasse standen die Leute noch ewig weit hinter in die Gänge, man kam nirgends mehr durch. Ganz am Rand entdeckte ich eine Kasse, die offenbar für Leute mit kleineren Einkäufen gedacht war, hier war etwas weniger los. Trotzdem dauerte es auch hier Ewigkeiten, die Chilenen sind zwar geduldig, aber auch immer bei allem sehr langsam.
Anschließend lenkte ich unser Fahrzeug zum Hotel. Wir hatten das Hotel Diego De Almagro direkt am Flughafen gebucht. Dort gabs auch einen sehr schönen, großen Innenpool, den ich noch aufsuchte. Abendessen gabs direkt im Hotelrestaurant.


Montag, 06.07.2026

Der Tag des Rückflugs war gekommen. Abflug um 10 Uhr. Wir wollten aber trotzdem schon um 6:30 am Hotel los. Wer weiß, wie lang die Fahrzeugrückgabe bei Sixt dauert, die Abholung war ja schließlich eine Katastrophe. Vorher gabs noch Frühstück im Hotel. Auch hier wieder ein großes, reichhaltiges Buffet.
Bei Sixt angekommen, war immerhin sofort ein Mitarbeiter vor Ort, der sich um die Rückgabe kümmerte. Aber natürlich lief das nicht reibungslos. Man fand einen Kratzer an der Front, der angeblich neu sein sollte. Ich wüsste zwar nicht, wo der passiert sein sollte, aber einen Gegenbeweis hatte ich leider auch nicht. Er meinte, wenn ich keine Fotos hab, muss ich den Schaden bezahlen. Ich hatte zum Glück eine Versicherung ohne Selbstbeteiligung direkt bei Sixt abgeschlossen. Die Abwicklung ist allerdings sehr kompliziert. Ich muss hierzu ein langes Onlineformular bei der Versicherung ausfüllen und das abschicken. Einen Screenshot von dem abgesendeten Formular soll ich an Sixt schicken und zwar per WhatsApp. Und das alles spätestens nach 24h, ansonsten zahlt die Versicherung nicht.
Zunächst gings aber mit dem Shuttlebus zum Flughafen und der Koffer wurde abgeben. Das lief zügig ab, ebenso wie die Pass- und Sicherheitskontrolle. Am Gate angekommen, kümmerte ich mich nun um das blöde Formular der Versicherung. Man konnte die Seite sogar auf Englisch stellen. Es gab zahlreiche Felder zum Ausfüllen und deren Auswahlmöglichkeiten waren dann aber natürlich nur jeweils wieder auf Spanisch… Außerdem war das Ablaufdatum des Führerscheins ein Pflichtfeld, aber mein Führerschein hat kein Ablaufdatum. Naja, irgendwie war das Formular dann ausfüllt und schickte es wie gewünscht per WhatsApp an eine Nummer von Sixt. Bis heute kam keine Reaktion, ob alles passt oder ob es überhaupt ankam. Immerhin wurde mir auch nichts auf der Kreditkarte belastet, also wird schon alles in Ordnung sein.
Das Boarding für unseren Flug wurde pünktlich abgeschlossen, der Abflug erfolgte allerdings erst mit einer halben Stunde Verspätung. Das war insofern ungünstig, weil wir nur 1,5 Stunden Umsteigezeit in Paris haben. Die Aussicht nach dem Abflug war grandios.

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Nach dem Abflug in Santiago, ein letzter Blick auf die Anden.


Dienstag, 07.07.2026

Zum Glück war etwas Puffer im Flugplan und wir erreichten Paris nahezu pünktlich. Trotzdem wollte ich mich beeilen, denn der Anschlussflug ging von Terminal 2G, das nur per Bus zu erreichen ist. Zunächst stand noch eine Sicherheitskontrolle an, die ewig dauerte. Natürlich musste mein Fotorucksack zur Nachkontrolle, was wieder viel Zeit in Anspruch nahm, zu beanstanden hatten sie immerhin nichts. Auch die Passkontrolle dauerte sehr lange. Am Ende wurde das Abfluggate genau zur Boardingzeit erreicht. Glück gehabt, der nächste Flug mit AF nach München wäre nämlich erst über 5 Stunden später. So lange wollte ich, völlig übermüdet nach dem langen Flug, wirklich nicht am Flughafen Paris sitzen.
München wurde pünktlich erreicht, auch der Koffer kam überraschend schnell.


Fazit

Chile, das Land zeigte sich anders als ich es erwartet hatte. Nachdem ich bereits vor zwei Jahren meine ersten südamerikanischen Erfahrungen in Peru sammelte, stellte ich mir Chile ähnlich vor. Doch gleich zu Beginn in Santiago zeigten sich die Unterschiede am deutlichsten. Während in Lima, der peruanischen Hauptstadt, sehr gewöhnungsbedürftig gefahren wurde, war der Verkehr in Santiago vergleichbar mit europäischen Städten. Es wird rücksichtsvoll und vorsichtig gefahren. Auch die Hotels waren (meist) mit europäischen/nordamerikanischen Standards vergleichbar. Aber auch das Preisniveau ist leider ähnlich hoch. Bei den Restaurants bekamen wir in Chile sogar mehrmals auch eine englische Speisekarte, einmal auch in einem nur kleinen Ort. Auch das gabs in Peru nicht.
Die fotografische Ausbeute war durchaus erfolgreich, auch wenn mein größter Wunsch, ein Güterzug in Argentinien auf der C14, nicht geklappt hat. Etwas enttäuschend war teilweise der Verkehr bei der FCAB. Am Cumbre-Pass hatte ich mehr erwartet, dort liefs wirklich sehr zäh. Auch nach Ollagüe war es zumindest anfangs sehr mühsam. Der erste Tag dort blieb komplett ohne Bahnbild, an den nächsten beiden Tagen fuhr nur der Frühzug passend.
Doch insgesamt bin ich mit den zwei Wochen schon zufrieden, es hat vieles geklappt.
Weniger schön waren die Erfahrungen mit Sixt. Wenn jemand nach Chile reisen möchte, würde ich diesen Anbieter nicht empfehlen. Das war wirklich sehr mühsam mit denen. Der Pick Up an sich hatte seinen Zweck aber gut erfüllt, auch wenn er nicht sonderlich schön zu fahren war.
Das war sicherlich nicht meine letzte Reise auf den südamerikanischen Kontinent.
Damit endet der Reisebericht. Danke für euer Interesse.

Gruß
Dennis
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