Im letzten Teil bin ich an der Südküste der Bretagne auf der Halbinsel Quiberon angekommen und möchte nun ans Meer: [
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Tag 3: (Dinan – Rennes –) Quiberon – Auray
Vom Bahnhof Saint-Pierre-Quiberon zieht es mich nicht in den namensgebenden Ort, sondern in die Gegenrichtung zur schroffen Côte Sauvage, wo nur 1,5 km vom Bahnhof entfernt die Ebbe den wundervollen, nicht überlaufenen Strand Port Bara freigibt.
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Von hier arbeite ich mich mit mehreren Badepausen Baden Richtung Norden zur Landenge vor. Leider kann man nicht durchgehend an der Felsenküste entlang gehen, weshalb ich wieder umdrehen muss und zum nächsten Strand wieder obenrum gehen muss. Hinter mir liegt der Plage de Port Bara.
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Vor mir erwartet mich der Plage de Port Blanc.
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Besonderer Blickfang ist ein Felsentor. Neben Badegästen nutzen auch einige Surfer den Wellengang.
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Bei Ebbe kann der Meeresfrüchtefreund einen kleinen Nachmittagssnack in Form von Napfschnecken finden. Schon unsere Urahnen im Paläolithikum genossen diese Delikatesse, wie ich morgen im archäologischen Museum lernen werde.
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Der Letzte Strand für heute am Isthmus hat zwar keine Felsen mehr, aber dafür Züge. Der Haltepunkt Isthme bietet Badegästen hier einen hervorragenden ÖPNV-Anschluss.
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Richtung Halbinsel bekommt man neben dem Zug eine Festung mit aufs Bild. Eigentlich wollte ich mich dafür näher an der Festung positionieren, aber da war das Treibgut am Strand nicht aufgeräumt und bei der Entscheidung erhielt dann das Baden den Vorzug vor einem besseren Fotostandort.
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Noch barfuß geht es direkt vom Strand zum Haltepunkt, um die vorletzte Fahrt des Tages um 19 Uhr nach Auray zurückzunehmen. Gut, dass ich schon das Fahrrad für morgen habe, denn dafür hätte es jetzt nicht mehr gereicht.
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Aurays Altstadt teilt sich in eine Oberstadt und ein deutlich tiefergelegenes Hafenviertel am gleichnamigen Fluss auf.
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Dort unten gibt es eine sehr einladende Restaurants am Hafen, mich hat aber eine Crêperie in der Oberstadt angelacht. Als salzigen Galette nehme ich einen mit Ziegenkäse und Speck, dazu einen schönen bretonischen Cidre.
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Als Dessert folgt ein Crêpe mit Caramel à Beurre Salée und Äpfeln.
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Eigentlich hatte ich mich heute Abend bis spät in die Nacht in einer französischen Bar, das WM-Achtelfinale zwischen Deutschland und Frankreich anschauen, gesehen und war in Sorge vor einer schmerzhaft deutlichen Niederlage. Diese Sorge haben mir aber einige Tage vorher die Paraguayer genommen und so gehe ich lieber ins Bett.
Tag 4: Carnac und Umgebung
Die folgenden beiden Tage sind für mich bahnfrei, soll auch mal vorkommen. Ich werde mir mit dem Rad und einem weiteren Verkehrsmittel zahllose Relikte der prähistorischen Megalithkultur anschauen.
Am Vormittag werde ich dem Tire-Bouchon aber noch einige Mal über den Weg laufen. Heute Morgen muss ich zum ersten Mal auf dieser Reise keinen Zug erreichen und komme deshalb etwas spät aus dem Bett. Nachdem ich zuerst etwas Probleme habe, einen Radweg Richtung Carnac zu finden, quere ich die Tire-Bouchon-Strecke. Hinweisschilder weisen an den Bahnübergängen extra darauf hin, dass Züge kommen können. Bei den langen Winterpausen vielleicht ein sinnvoller Hinweis.
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Vor Ploemel verfahre ich mich minimal und werde dann vom Tire-Bouchon an einem Bahnübergang überrascht. Damit war ich ein paar Minuten zu spät, um den Zug am ersten Bahnhof nach Auray Belz-Ploemel zu erwischen. Im Nachhinein betrachtet wäre es wohl am schlauesten gewesen, den Zug bis hier oder noch eine Station weiter zu nehmen und erst von dort mit dem Rad zu starten. Die Fahrradmitnahme im Tire-Bouchon ist nur in einigen Fahrten erlaubt, in stärker ausgelasteten Fahrten verständlicherweise nicht. Welche Züge das sind, kann man dem Fahrplan und sogar der DB-App entnehmen.
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Der Bahnhof liegt mitten in Ploemel, während Belz 8 km im Nordwesten liegt. Eine Busverbindung kann ich nicht finden, weshalb ich den Bahnhofsnamen ziemlich irreführend finde.
Von Ploemel nach Erdeven kann ich mal richtig Kilometer gut machen, da der Radweg leicht zu finden und schnurgerade an der Straße entlangführt. Ohne irgendein Hinweisschild liegt das Schloss Karcadio an der Straße.
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Kurz vor 11 Uhr finde ich am Ortseingang von Erdeven meinen ersten Dolmen für heute.
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Im Wald am Ortsrand hat wohl Obelix bisschen was fallen lassen. Nein Spaß, nicht nur dass das kleine gallische Dorf an der Nordküste der Bretagne verortet wird, Asterix spielt zeitlich mindestens 1000 Jahre näher unserer Zeit als an der Epoche der Megalithkultur.
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Sprichwörtlich reihenweise Steine sind in den Steinreihungen wie hier in den Alignements de Kerzerho zu finden. Während bei den Dolmen klar ist, dass es sich um Grabmonumente handelt, ist der Sinn hinter diesen Alignements um Carnac noch nicht aufgedeckt und wird es mangels Schriftzeugnissen der Megalithkultur wohl auch nie endgültig werden. Eine gängige Theorie sieht in ihnen magische Schutzwälle vor dem Meer, was mich aber nicht so recht überzeugt.
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Richtung Plouharnel fahre ich nun im Zickzack über verwunschene Feldwege weiter, da der ganze Wald hier zugerümpelt ist mit Hinkelsteinen und Hünengräbern.
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So ganz blicke ich deshalb auch nicht mehr durch, welchen Dolmen genau ich hier fotografiert habe. Es müsste der Dolmen de Mané-Braz gewesen sein.
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Teilweise stehen sie auch mitten im Ort wie der Dolmen de Crucuno.
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Beim nächsten Bahnhof Plouharnel-Carnac erwischt mich der Tire-Bouchon erneut an einem nahegelegenen Bahnübergang.
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An dem Bahnübergang gibt es noch eines der älteren früher sehr häufigen Straßenschilder aus Beton. Mit etwas mehr Geschick ließe sich das Motiv sicher ganz nett umsetzen.
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Plouharnel-Carnac ist der einzige verbliebene Kreuzungsbahnhof zwischen Quiberon und Carnac, hat mehrere Zugkreuzungen täglich und ist deshalb mit einem Fahrdienstleiter besetzt. Obwohl nur 26 km lang, dauert die gemächliche Fahrt von Auray nach Quiberon ganze 50 min.
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Am frühen Nachmittag habe ich endlich das eigentliche Tagesziel, die riesigen Alignements von Carnac erreicht: Steinreihen, soweit das Auge reicht. Sie ziehen sich über Kilometer von Carnac Richtung Nordosten und bestehen aus tausenden Steinen. Waren sie früher wohl mal eine zusammenhängende Anlage, sind sie heute in mehrere Anlagen getrennt.
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Eine einstündige Führung durch die knallige Sonne zwischen den Steinen spare ich mir heute lieber und bleibe deshalb nur Zaungast. Stattdessen fahre ich zum Ortsteil Carnac-Plage an den Strand. Heute, aber nur gut eine Stunde, denn gestern habe ich mir trotz Sonnencreme übel den Rücken verbrannt.
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Im Gegensatz zur Côte Sauvage gestern ist das Meer hier in der durch die im Westen vorgelagerte Halbinsel Quiberon und den Isthmus komplett ruhig. Wieder mal ist Ebbe und in den Pfützen tummeln sich kleine Einsiedlerkrebse.
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Wieder im Ort statte ich dem kleinen, aber informativen archäologischen Museum einen Besuch ab. Gegenüber vor der Kirche finde ich wieder eines der heute seltenen Betonschilder. Hier in der Region habe ich noch vergleichsweise viele davon gefunden gefunden.
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12 km nach Auray wären schnell zu bewältigen, allerdings empfiehlt sich mit dem Rad ein Umweg und ich möchte außerdem noch die Steinreihungen abfahren.
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Zu den Alignements de Kermario gehören relativ große Steine.
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Ziemlich versteckt im Wald und völlig frei zugänglich liegt der Tumulus de Kercado. Google Maps hilft hier enorm bei der Suche nach Dolmen. Alle Dolmen waren vermutlich mal von einem solchen Hügel bedeckt, der dann jedoch über die Jahrtausende abgegangen ist und die Großsteine der Grabkammer unbedeckt übriggelassen hat.
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Bei Trinité-sur-Mer führt mein Heimweg über eine der Buchten der zerfurchten Küste. Während im Süden Richtung offenes Meer Freizeitboote liegen, …
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… sind es in der Bucht Fischerboote und Austernzüchter.
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Ein Warnschild vor der Austernzucht gehört wohl zu den eher exotischeren Vertretern seiner Art. Dummerweise hatte ich gestern, wo ich mehrere Kaufmöglichkeiten gehabt hätte, mein Austernmesser in der Unterkunft vergessen und heute, wo ich es dabeihabe, haben die Züchter sonntags geschlossen.
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Jetzt heißt es, 10 km lang Gas geben. Der Radweg ist über eine Nebenstraße ausgeschildert, die nicht viel Verkehr hat, aber trotzdem nicht die höchste Aufenthaltsqualität bietet.
Als ich gestern am Hafen von Auray war, dachte ich mir, dass es am Stadtrand eine große Bahnbrücke über den Fluss geben müsse. Ein Blick in Google Maps konnte dies bestätigen, aber nicht so recht aufklären, wie man dort hinkommen könnte. Als ich Auray erreiche, zeigt ein Blick in die DB-App, dass bald ein TGV kommen müsste und so versuche ich einen Weg zu finden. Von einem kleinen Park führt ein unausgeschilderter Weg nach unten ans Flussufer.
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Zum Abendessen kehre ich wieder in der Crêperie von gestern ein. Da ich heute kein richtiges Mittagessen hatte, wähle ich aber das Faux-Filet von der Tageskarte. So eine Galette ist zwar lecker, aber eher eine leichte Portion.
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Tag 5: Locmariaquer und Gavrinis
Heute Morgen ist direkt bei meiner Unterkunft der Wochenmarkt von Auray. Um Punkt 8 Uhr bin ich am Start, da ich leider nicht viel Zeit habe. Diese Märkte in französischen Kleinstädten haben nochmal ihren ganz eigenen Reiz, wie dieser Stand zeigt. Auch wenn es mir in den Fingern gejuckt hat, kann ich mich zusammenreißen und verhindern, dass es einen zweiten Reisebericht mit Huhn gibt.
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Schwach werde ich dagegen bei der Andouille de Plouharnel, einer würzigen geräucherten Wurst aus Schweineinnereien.
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Heute muss ich zwar keinen Zug erreichen, aber ein Boot von Locmariaquer zur Île de Gavrinis, das nur einmal am Tag um 9.45 Uhr verkehrt. Google Maps rechnet 48 min für die 15 km zum Hafen von Locmariaquer, aber angesichts des begrenzten Fahrplanangebots, plane ich lieber ordentlich Puffer ein, zumal man laut Betreiber 20 min vor Abfahrt am Anleger sein soll.
Das erste Drittel des Wegs kenne ich zum Glück schon vom gestrigen Heimweg und muss dort keine Sorge haben, mich zu verfahren, dann geht es Richtung Südosten zum Golfe du Morbihan. Unterwegs bei Kerouarc’h führt der Weg an einer alten Gezeitenmühle vorbei.
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Da es unterwegs keine größeren Zwischenfälle gab, bin ich reichlich zu früh am Hafen und setze mich noch ein wenig bei der kleinen Bar am Hafen, auch wenn es eigentlich noch etwas früh für Cidre ist.
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Etwas vor Plan legt das Boot nach Gavrinis ab.
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Bötchen wäre wohl der bessere Ausdruck. Für die Handvoll Fahrgäste reicht ein kleines Modell aus den 1960er Jahren. Mit mir an Bord sind einige französische Rentner mit Enkelkindern und der Inbegriff eines französischen Hipsterpärchens. Diese Bootsverbindung hat massiv meine Reiseplanung beeinflusst, denn Saisonstart war erst gestern. Deshalb und wegen des größeren Fahrplanangebots beim Tire-Bouchon habe ich die erste Juliwoche gewählt, bevor am 14. Juli traditionellerweise viele Franzosen in Urlaub fahren.
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Richtung Süden liegt der Ausgang des Golfe du Morbihan zum offenen Atlantik.
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Nach gut 15 min hat unser Boot die kleine Insel Gavrinis erreicht.
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Warum meine Mitreisenden und ich unbedingt auf dieses kleine unbewohnte Eiland wollen, erfahrt ihr dann im finalen Teil des Reiseberichts.