Servus!
Im Oktober 2024 wollten wir dem Herbstblues entfliehen und buchten uns recht kurzfristig einen Flug nach Dalmatien. Im Gegensatz zu fast ganz Kontinentaleuropa sollte dort die Sonne scheinen und die Tatsache, daß die InterCities nach Zagreb wieder lokbespannt rollten (und just in dieser Woche sogar mit zwei Zugpaaren pro Tag!), spielte bei der Entscheidung natürlich auch eine gewisse Rolle. :)
Montag, 28. Oktober 2024
Mit dem Auto ging es in knapp zwei Stunden zum EuroAirport, wo wir nach einem kurzen Stau um kurz nach 7 eintrafen. Nachdem wir das Gepäck schnell los wurden ging auch die Sicherheitskontrolle ohne Malheure vonstatten. Um halb10 hoben wir auch schon ab, eine gut belegte Maschine von easyJet brachte uns pünktlich nach Split. Und da Nebensaison war (Nebensaison ist cool! *g*), hatten wir ratzfatz unser Gepäck und standen vor dem (nun) menschenleeren Flughafen. Schon beeindruckend – kannten wir den Airport sonst ja nur mit Menschen überlaufen.
Und so standen wir da und genossen die Sonne von Dalmatien – bis endlich Zeit war, mal bei Onkel Europcar nach unserem bestellten Mini-SUV zu fragen. Tja, die meisten Leute mögen sich über ein Upgrade freuen, wir aber weniger: Anstatt eines Autos mit zumindest einem bisschen Bodenfreiheit wollte man uns genau das Gegenteil andrehen: Eine fast brandneue Mercedes C-Klasse. Alter Schwede, wir wollen mit dem Auto über Schotterpisten düsen und nicht die Promenade von Split beeindrucken. Aber alles Lamentieren nützte nichts, man hatte im Moment nichts anderes parat: Na gut, wir hatten euch ja gewarnt.
Nun waren wir mobil und beschlossen, uns als erstes den IC aus Zagreb vorzunehmen. Es war zwar noch Schmodder am Himmel, aber das sollte sich eigentlich ausgehen...
... wir sehen hier 2044 021 mit dem IC 521 bei Unesic...
... bis Prgomet hatten wir den Zug dann wieder eingeholt.
Von Split her war auch schon der Gegenzug unterwegs, den wir bei Primorski Dolac samt der führenden 2044 004 abpassten.
Na, das war doch schon mal ein schöner Anfang! Zwischenzeitlich hatten wir auch eine Unterkunft gefunden – wir hatten einfach mal unsere Vermieterin vom letzten Dalmatienurlaub angeschrieben. Laut booking war die Wohnung zwar frei, aber der dort genannte Preis sprengte unser Budget deutlich. Zwei Nachrichten später waren wir handelseinig und verabredeten uns für abends an der Ferienwohnung in Kastel Stari. Bis dahin war noch etwas Zeit die wir für Besorgungen und eine gepflegte Balkanplatte im Restaurant „Kamin“ nutzten. Das kannten wir ebenfalls noch vom letzten Mal und es hat auch dieses mal überzeugt... :-)
Die anschließende Schlüsselübergabe verlief ratzfatz und so waren wir nun im „Besitz“ einer Ferienwohnung mit Meerblick. Nach einem oder zwei Balkonbierchen (noch war es abends herrlich warm) ging es dann in die Heia...
Dienstag, 29. Oktober 2024
Ein Blick vom Balkon offenbarte einen blankgeputzten Himmel, vom Schmodder war nichts mehr zu sehen. Ein Blick auf die Knin-Webcam (die damals noch funktionierte) brachte aber leider keinen brauchbaren Güterzug, sodaß wir uns dem Planverkehr widmeten...
... der aber leider nur aus 7023 003 bestand...
... welcher als R 5521 von Kastel Stari nach Split dieselte.
Bis zum nächsten Programmpunkt, dem IC aus Split, war noch etwas Zeit, die wir zu einem Käffchen mit Meerblick nutzten. :-)
Doch pünktlich für den IC 520 waren wir wieder parat; 2044 018 hatte Dienst und wir standen bei Perkovic.
Nun war wieder mal eine längere Durststrecke angesagt. Von Norden her war zwar ein Güterzug im Zulauf, aber bis dahin sollte es noch etwas dauern. Wir machten, was wir in Perkovic am liebsten machen: Frühstück im Tante-Emma-Laden besorgen und unter der Bahnhofslinde verputzen. :-)
Ganz vergessen hatten wir allerdings, die Webcam zu checken: Da ist in Knin doch tatsächlich ein Güterzug abgefahren. Wir starteten den Motor und versuchten, dem Zug so weit wie möglich entgegen zu fahren – doch weit kamen wir nicht, die Schranken an der Bahnhofsausfahrt senkten sich bereits...
... also verarzteten wir den von 2062 119+111 gezogen Zug eben vor Ort.
In Perkovic ging der Zug naturgemäß auf die Seite. Bevor hier irgendetwas passieren würde, müsste erst einmal der Regio nach Sibenik raus...
... und für den stellten wir uns quasi in der Ausfahrt von Perkovic auf.
Nun wieder zurück zum Güterzug. Die Frage war nun, wohin gehts? Wahrscheinlicher war Solin, da die meisten Züge dorthin gingen. Allerdings sahen wir die Schüttgutwagen auch schon in Sibenik stehen – nur: Für die Piste gabs seit längerer Zeit schon keine Güterzug-Sichtungen mehr in den einschlägigen whatsapp-Gruppen. Aber wir sind hier ja aufm Balkan, hier sind die Leute ja supernett: Auf zum Fahrdienst und mal freundlich nachgefragt. Solin war die Antwort des jungen Bahnhofschefs. Wir ins Auto und ab an die Strecke. Nach zwanzig Minuten war dann auch das erwartete GM-Orgeln zu hören, nur: Es kam nicht näher! So ein Dreck, bog der Zug doch nach Sibenik ab. Der wäre (auch) dort soooo schön im Licht gefahren! Die Fahrdienstleitung soll mal froh sein, daß wir des Kroatisch nicht mächtig sind...
Na gut, kannste nix machen. Mund abwischen und weiter...
Arg lange ging es dann auch nicht, ehe der Zagreber IC auf der Bühne erschien. 2044 004 erwarteten wir nahe Mravnica...
... wir starteten umgehend zur Verfolgung und positionierten und an der Kirche St. Martin zwischen Primorski Dolac und Prgomet...
... Markus machte unterdessen etwas Kunst. :-)
Nächster Programmpunkt war der Gegenzug. Wir wollten ihn an den Hängen von Labin umsetzen und kraxelten deshalb ein bisschen herum...
... und fanden recht schnell den place-to-be...
... 2044 021 war heute...
... für den IC 522 eingeteilt.
Und nun? Es stand noch der Perkovic-Pendel auf dem Programm und den 60340 (also der klassische nachmittägliche Güterzug aus Solin) hatten wir auch noch nicht gesehen. Wir beschlossen, den Rest des Nachmittags hier in den Felsen zu verbringen und zu schauen, was die HZ uns noch so bot.
Damit hatten wir gerechnet...
... 7123 005/006 als R 5506 (Split-Perkovic).
Nun war die Frage, was macht der Güterzug? Schon durch? Ausfall? Heute ab Sibenik statt ab Solin? Da sich die Sonne dem Bergrücken unaufhaltsam näherte, packten wir zusammen und schlürften Richtung Auto. Doch war da in der Ferne nicht ein Orgeln zu hören? Hm, wir drehten nochmals um und tigerten langsam aber sicher (keine Angst, ein Zug schliche sich hier gewiß nicht unbemerkt durch!) nochmals zurück...
... und er kam doch noch, der legendäre „60340“, heute im allerletzten Büchsenlicht angeführt von 2063 003.
Das war nun aber echt ein schöner Tagesabschluß! Da es für das Abendessen noch zu früh war, fuhren wir noch kurz in unserer Ferienwohnung vorbei für ein lecker Balkonbierchen (Markus, Beifahrer), bzw. eine Balkoncola (Martin, Fahrer). Später ging es dann nochmals runter an den Strand. Was im Sommer vermutlich in ein heilloses Chaos ausgeartet wäre, ging heute herrlich easy: Keine Parkplatzsorgen, kein Tischreservieren, keine Warteschlangen vorm Restaurant. Nebensaison ist cool! :-)
Lassen wir uns überraschen, was uns die nächsten Tage zu bieten haben!
Viele Grüße
Der Schwarzwaldbahner & KBS720.
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1-mal bearbeitet. Zuletzt am 26.06.26 16:29.