Servus!
Der Sommerurlaub 2024 war eigentlich so geplant, wie wir es schon seit Jahren machen. Eine Woche Bahnfahren, eine Woche Fotografieren. 2024 war aber alles anders: Ein sehr stabiles Hoch befand sich Mitte August über Rumänien und machte auch keine Anstalten, wegziehen zu wollen. Temperaturen von teils weit über 30 Grad machten nun auch keine große Lust auf unser geplantes, recht Übersetzfenster-lastiges Bahnfahrprogramm, und wir beschlossen, die Fahrerei sein zu lassen und uns nur der Fotografie zu widmen. Sollte das Wetter in Woche zwei abkacken könnte man immer noch ein kleines Mitfahrprogramm einlegen.
Und was sollen wir sagen? Wir hatten tatsächlich vierzehn Tage mehr oder weniger Vollsonne, also wundert euch nicht, wenn wir euch die nächsten Wochen mit Beiträgen vollspamen! Auch wenn der ein oder andere Tag ohne Kutter auskommt, so sind die Sulzer-Dinosaurier doch der Hauptakteur dieser Beitragsreihe! :-)
Samstag, 10. August 2024
Und so startete der Urlaub am Samstag im heimischen Triberg. Per Bus und Bahn wurde Titisee erreicht, wo noch ein kleiner Abstecher mit der sich dort im Sonderzugeinsatz befindlichen E41 001 unternommen wurde.
Hier steht der Sonderzug in Seebrugg im Abstellbahnhof.
Über Singen-Friedrichshafen und Ulm wurde Stuttgart erreicht (Insider wissen, daß hier der FEX Bodensee Grund des unüblichen Laufwegs gewesen sein muß).
Sonntag, 11. August 2024
Mit dem IRE200 (damals hieß der noch so) ging es nach Ulm und mit einer fahrbaren Klobrille weiter nach Memmingen, zum Airport München West (oder so). Unsere Freunde von WizzAir brachten uns dann zügig ins erste Zielgebiet: Sibiu. Bei weiteren (recht neuen) Freunden hatten wir dann einen Mietwagen für zwei Wochen gebucht. Nachdem das Übergabeprozedere in einer ehemaligen Lagerhallte (das kennen wir von B-Anbietern wie Klasswagen ja schon) gefühlte Ewigkeiten ging (das kannten wir von Klass allerdings bislang nicht), hielten wir endlich die Schlüssel für einen VW Tiguan in der Hand. Wunderbar, genau das Auto, das wir wollten: Toll zu fahren und ein paar cm höher, um vielleicht auch mal bedenkenlos eine rumänische Buckelpiste unter die Räder zu nehmen. :-)
Nur, was tun? Auf einen Gewaltritt WeißGottWohin hatten wir heute keine Lust mehr. Wir beschlossen, den Abend in der Gegend zu verbringen, hier zu übernachten und morgen dann irgendwann mal in Richtung Piatra Neamt aufzubrechen. Dort hofften wir auf zahlreiche Kutter und vielleicht auch den einen oder anderen Güterzug.
Doch zurück ins Hier und Jetzt. Vom Vorjahr wussten wir, daß abends aus dem Olttal ein lokbespannter Regio zu erwarten wäre. Also auf dahin!
Bei Podu Olt erwarteten wir 62 1149 mit dem R 2067 (Ramnicu Valcea-Sibiu) am Haken.
Als nächstes stand der Nachtzug von Sibiu nach Mangalia auf dem Programm. Wir standen bei Turnu Rosu und fotografierten 60 0718 mit dem IR 1912. Keine Ahnung wie masochistisch man veranlagt sein muß, um 12 Stunden im Dosto durch die Nacht zu fahren... :-)
Nun stand nur noch „der Ungar“ an, welcher heute mal nur mit einem einzigen Wagen auskommen musste: 60 0670 mit dem IR 76 (Budapest-Brasov) bei Talmaciu.
Wir brausten zum Hotel Fantanita Haiducului, welches wir im Vorjahr schon nutzen. Es hatte den Vorteil, daß es etwas außerhalb lag und man so nicht nach Sibiu rein musste, und es hatte ein sehr leckeres Restaurant. Was will man mehr?
Montag, 12. August 2024
Frühstück fiel aus – immerhin war Wetter angesagt! Ein Blick aus den Fenster bestätigte dies und so ging es auch gleich los. Für heute wollten wir uns noch etwas in der Region aufhalten und dann ganz langsam in Richtung Nordosten bewegen.
Unser erster Programmpunkt war der „Ister“, welchen wir unweit von Scoreiu fuzzten: 64 1179 mit dem NZ 473 (Budapest-Bucuresti).
Gestern Abend hatten wir ja bereits den Gegenzug abgelichtet, nun stand der nordfahrende Nachtzug an. Bei Turnu Rosu knipsten wir den IR 1914 (Constanta-Sibiu), welcher ebenfalls die 60 0718 drauf hatte.
Hach, warum erinnert mich diese Zugnummer nur immer wieder an tolle Fahrten im Allgäu? :-) Wir sehen 60 1036 mit dem (I)R 2064 (Sibiu-Ramnicu Valcea) im Bahnhof zu Podu Olt.
Auf unserem Zettel stand nun abermals „der Ungar“. Wie bereits gestern war wieder 60 0670 eingeteilt, den IR 77 von Brasov bis Simeria zu befördern.
In nächster Zeit stand nicht viel Zugverkehr an, sodaß wir uns mal den Bahnhof Podu Olt anschauten...
... hier chillte 77 0928 in der Morgensonne und wartete auf neue Aufgaben.
Die nächsten Zugleistungen sollten leider nur „clasa Desiro“ (wie es früher mal so schön in der CFR-App stand) sein, aber wenn man schon mal hier ist...
... 96 2036 als R 2101 (Brasov-Sibiu) im Bahnhof Talmaciu...
... und 96 2018 als R 2063 (Piatra Olt-Sibiu) bei Turnu Rosu.
Die nun folgende Hochlichtphase nutzten wir, ein paar weitere Kilometer gen Nordosten voranzukommen. An Bord unseres Autos herrschte eine gewissen Sympathie sowohl für Aufnahmen von 628, wie aber auch von romanisierten Caravellen. Was lag da näher als an dem Nebenbähnle von Brasov nach Zarnesti einen kurzen Zwischenstopp einzulegen?
Als erstes steuerten wir den Bahnhof Rasnov an. Hier versammelten sich zur Mittagszeit 97 0536 als R 11341 (Brasov-Zarnesti) und 628 278 als R 11342 (Zarnesti-Brasov).
Karlsruhe-Ludwigshafen-Haltingen-Ulm-Brasov. Laut revisionsdaten.de sind das die Betriebshöfe des 628 278, welcher bei Rasnov als R 11343 von Brasov nach Zarnesti fuhr.
Der nächste Zug dieser Relation war dann eine Caravelle: 97 0536 als R 11345 (Brasov - Zarnesti)...
... bis Tohanu Vechi hatten wir den Zug wieder eingeholt.
Dieses illustre Motiv bei Rasnov wollten wir uns nicht entgehen lassen! 628 226 kam passend aus Brasov daher…
... auch diesen Dieselstinker hatten wir bis Tohanu Vechi wieder eingeholt.
Für den nächsten Zug aus Brasov mussten wir dann gar nicht weit fahren. Wir verhafteten 97 0536 als R 11349 (Brasov-Zarnesti) ebenfalls bei Tohanu Vechi.
Die Sonne sank immer tiefer, aber ein Zug sollte sich noch ausgehen, oder? Aber arg viel später hätte 628 226 mit dem Fahrtziel „R9 Treysa“ dann aber doch nicht kommen sollen.
So, hier war die Messe nun gelesen. Für morgen war abermals tolles Wetter vorhergesagt, Tourplaner Markus hatte für den Morgen schon ein Programm gebastelt, das bei Sandominic starten sollte. Wir fuhren also mal in die Richtung und fanden bei Ciba dann auch ein Apartment, in welchem man auch später noch einchecken konnte.
Was uns die nächste Tage erwarten sollte, seht ihr irgendwann in diesem Kino! :-)
Viele Grüße
Der Schwarzwaldbahner & KBS720.