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Im letzten Teil sind wir aus Palermo kommend in Siracusa angekommen: [www.drehscheibe-online.de]
Von dort fahren wir in diesem Teil weiter nach Giardini bei Taormina und werden auf den Ätna fahren.

Tag 8: Siracusa – Giardini Naxos

Am Vormittag haben wir noch Zeit, uns die Altstadt Siracusas anzuschauen, bevor wir diese tolle Stadt nach nur einer Nacht wieder Richtung Norden verlassen. In der charaktervollen kleinen Ferienwohnung in der Altstadt wäre ich gerne noch länger geblieben. Am spannendsten finde ich die Kathedrale. Von vorne sieht sie mit ihrer barocken Fassade zwar sehr ansehnlich, aber nicht direkt besonders aus, für die Größe und Bedeutung der Stadt eher etwas klein.

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Von der Seite zeigt sie dagegen ein anderes Gesicht.

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Die Kathedrale war in ihrem ersten Leben nämlich der griechische Tempel der Athene aus dem 5. Jh. vor Chr. Im 7. Jh. n. Chr wurde er dann wie der Concordiatempel von Agrigent zu einer Kirche umgebaut. Im Gegensatz zu jenen ist dieser hier aber bis heute eine Kirche geblieben.
Außen wurden die Freiräume zwischen den Säulen zugemauert, innen wurden dagegen die bei antiken Tempeln geschlossene Cella mit Öffnungen versehen.

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In der Nähe der Kathedrale liegt direkt an der Küste die Süßwasserquelle Fonte Aretusa. Das Süßwasser fließt vom Festland unter dem Meeresboden des Hafens zur Insel und gewährleistete die Trinkwasserversorgung bei Belagerungen. Der Legende nach soll sich die Nymphe Aretusa auf der Flucht in diese Quelle verwandelt haben. Neben wenigen weiteren Gewässern im Umland von Syrakus ist hier der einzige Ort Europas, an dem Papyrus wild vorkommt.

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Danach besichtige ich das staufische Castello Maniace an der Spitze der Insel.

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Nach Besichtigung der Burg wird es für Zeit, sich zum Bahnhof zu begeben. Diesmal wartet auf uns endlich mal kein Minuetto, sondern ein Wendezug mit einer der in Italien allgegenwärtigen E 464 und einen Steuerwagen, ähnlichen den alten Hasenkästen der DB.

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Über die gleiche Strecke wie gestern auf dem Hinweg geht es wieder nach Norden. In Catania steigen wir aus, denn hier haben wir für die kommenden vier Tage einen Mietwagen reserviert. Nun mit dem Auto geht es noch ein Stück weiter entlang der Ostküste. Am frühen Nachmittag erreichen wir unser Tagesziel Giardini Naxos. Die nächsten vier Tage bleiben bis auf Relikte stillgelegter oder unvollendeter Bahntrassen bahnfrei.

Tag 9: Ätna und Taormina

Nachdem wir ihn schon mehrmals aus der Ferne sehen konnte, wollen wir heute auf den Ätna. Wir sind früh unterwegs, weil für den Nachmittag Wolken gemeldet sind. Mit dem Auto kommt der Besucher bis zur Rifugio Sapienza 1910 m ü. NN. Von dort kann man die Seilbahn bis auf 2500 m ü. NN nehmen. Die Talstation liegt inmitten von kahlen Lavafeldern. Direkt neben dem Parkplatz liegen schon zwei kleine Nebenkrater.

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Im Moment ist der Gipfel noch wolkenfrei.

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Auf Höhe der Bergstation liegt Schnee. Von hier wären es noch über 800 Höhenmeter zum Gipfel des höchsten Vulkan Europas. Bis auf 3000 m ü. NN fahren Geländebusse.

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Da der Gipfel jedoch immer stärker in Wolken verschwindet sparen wir uns die Zeit und das Geld für den Bus und bleiben in der Nähe der Bergstation.

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Auch hier gibt es einen Nebengipfel.

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Leider ziehen jetzt auch hier immer stärker Wolken auf und verdecken die atemberaubende Aussicht.

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Weshalb begeben wir uns schon um kurz nach 11 Uhr auf den Rückweg. Nach einer kurzen Mittagspause in Zafferana am Fuß des Ätnas fahren wir nach Giardini zu unserer Ferienwohnung zurück und stellen das Auto ab. Giardini liegt direkt unterhalb des sehenswerten und bekannten Orts Taormina. Dorthin gehen wir am Nachmittag zu Fuß hoch.

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Von hier oben können wir schon wieder das Festland jenseits der Straße von Messina sehen.

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Hier oben gibt es auch ein antikes Theater. Im Hintergrund könnte der Ätna zu sehen, heute Nachmittag jedoch nicht.

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Wie Makler sagen würden: Lage ist alles. In die andere Richtung hat das Theater das Meer im Hintergrund.

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Dann gehen wir wieder runter nach Giardini. Unten in der Mitte versteckt sich die Bahnstrecke, leider ohne Zug.

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Von unten bei uns in Giardini am Strand sieht Taormina am Abend auch sehr ansehnlich aus.

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Tag 10: Gole di Alcantara und Bahnhof Giardini Naxos

Da wir gestern schon auf dem Ätna und Taormina waren, ist unser heutiges Tagesprogramm eher entspannt. Am Vormittag besichtigen wir die nahegelegene Schlucht Gole di Alcantara. Im Gegensatz zu gestern wird der Bezug zur Bahn heute vorhanden sein. Durch das Tal der Alcantara verläuft nämlich die stillgelegte Normalspurstrecke von Alcantara nach Randazzo. Kurz vor der Schlucht führt die Strecke neben der Straße über die Ponte San Cataldo.

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In der Schlucht hat sich das Flüsschen Alcantara durch Basaltgestein des Ätnas gegraben.

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Bei der Schlucht quert die Straße die Bahntrasse. Hier wurde bei der Sanierung der Strecke in den 90er Jahren ein Haltepunkt für die beliebte Touristenattraktion eingerichtet, jedoch hat dieser nie Planverkehr gesehen. Dieser wurde nach der Sanierung nämlich nicht mehr aufgenommen.

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Heute ist die Trasse gründlich zugewachsen. In den letzten Jahren kam die Strecke aber wieder ins Gespräch als Kandidat für eine Reaktivierung im Ausflugsverkehr. Mal schauen, ob daraus was wird.

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Ein wenig flussabwärts führt die Strecke über eine weitere Brücke.

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Recht zeitig sind wir wieder in Giardini zurück. Ich nutze die Zeit für einen kurzen Sprung ins Meer. Weil dieses Mitte April noch ziemlich frisch ist, bleibt es aber bei einem wirklichen kurzen Sprung. Am späten Nachmittag machen wir einen Spaziergang zum nahegelegenen Bahnhof Giardini-Naxos. Das Bahnhofsgebäude ist ein wahres Schmuckstück.

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Das Restaurant gegenüber hat dagegen seine besten Zeiten hinter sich.

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Auch von innen ist das Empfangsgebäude sehenswert und gepflegt. Wer den Bahnhof mit Bahnverkehr sehen will, sollte nicht mehr ewig warten. 2022 haben die Bauarbeiten für eine weiträumige Neutrassierung begonnen, die Taormina untertunnelt. Bis zur Fertigstellung wird es aber noch dauern.

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In der Zwischenzeit ist ein lokbespannter Regionalzug gekommen und wartet auf die Zugkreuzung.

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Etwas später kommt sogar ein Güterzug durch.

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Nach dem nächsten Regionalzug, diesmal Steuerwagen voraus, gehen wir zum Ort zurück.

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Morgen werden wir Giardini in Richtung des Landesinneren verlassen. Dort werde ich auch aufklären, was es mit der Settimana Santa aus dem Titel auf sich hat. Am Ende des Teils werden wir der Ferrovia Circumetnea einen Besuch abstatten.


Meine Reiseberichte und Bahnen in der Südwestpfalz:
[www.drehscheibe-online.de]




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2024:03:25:18:45:52.
Hallo Eric,

herzlichen Dank für die bisherigen Teile dieses Berichts!

Da kommen gleich wieder Urlaubsgefühle hoch, war ich doch erst im vergangenen Herbst dort unten. Es hat allerdings nur für einen kleinen Teil der Insel gereicht - den Vulkan kenne ich bislang nur von unten - und aufgrund meiner Begleitung stand die Bahn jetzt auch nicht im alleinigen Mittelpunkt der Reise. Heute ärgere ich mich, dass ich nicht auf Befahrung der nun kurzfristig stillgelegten Schmalspurteilstrecke gepocht hatte :P

Zitat:Zitat
Auch von innen ist das Empfangsgebäude sehenswert und gepflegt. Wer den Bahnhof mit Bahnverkehr sehen will, sollte nicht mehr ewig warten. 2022 haben die Bauarbeiten für eine weiträumige Neutrassierung begonnen, die Taormina untertunnelt. Bis zur Fertigstellung wird es aber noch dauern.
Wirklich, wirklich traurig, dieser Einbuddelwahn. Gerade Taormina-Giardini ist ein echtes Kleinod, wenn man früh ankommt und erstmal die hässliche Betonwüste in Catania verlassen hat. Ich erlaube mir mal eine kleine Ergänzung aus Gleisperspektive:

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Pünktliche (zwei Minuten zu früh) Einfahrt des ICN 1959 kurz vorm Bf. Taormina-Giardini.


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Es sind so die kleinen Details die mich begeistert haben. Der Bodenbelag, der Schriftzug an der Schmalseite, Verzierung der Überdachung, die gepflegte Vegetation mit Zitronenbaum (und Kaktus auf Gl. 2/3).


https://s20.directupload.net/images/240326/a4foycc3.jpg


...und die eisenbahnhistorische Ausstellung im ehemaligen Fdl-Häuschen.
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