Teil 2:
Sonderfahrt Hildesheim - Altenau
Teil 3:
”100 Jahre Deisterbahn” in Barsinghausen
Teil 4:
Weserbergland-Rundfahrt m. P 8
Teil 5:
Leinhausen, Helmstedt, Lehrte, Rethen
Liebe HiFo-Freunde,
nur ein paar Wochen (und ein Jahreswechsel) nach der Exkursion zum Aw Bremen [
www.drehscheibe-online.de] stand die nächste Exkursion des Hannoveraner Lehrstuhls für Schienenfahrzeuge und maschinelle Bahnanlagen an, nämlich im Januar oder Anfang Februar 1972; Ziel war das Werk der Linke-Hofmann-Busch GmbH in Salzgitter [
www.lokhersteller.de]. Ich bin ziemlich sicher, dass wir dahin nicht mit der Bahn, sondern bis vor das Werkstor mit einem Bus gefahren sind.
Entweder stand der Mensch, der für unsere Werksführung eingeteilt war, anfangs nicht zur Verfügung, oder im Werk fand irgendetwas Offizielles statt; jedenfalls war unsere erste Station in Salzgitter-Watenstedt das LHB-Werksmuseum. Ich wusste bis dahin nichts von dessen Existenz – das Museum war und ist für „Normalbürger“ nicht zu besichtigen – und war außerordentlich angenehm überrascht über das, was da geboten wurde! Ein Blick aus neuerer Zeit auf die Exponate ist hier [
www.bahnfotokiste.de] zu sehen.
Mein erstes Foto zeigt eine Lok für 750 mm Spurweite, gebaut 1926 von Linke-Hofmann-Lauchhammer unter der Werk-Nr. 2617 für die Gewerkschaft Humboldt + Grube in Thüste-Wallensen, eine Braunkohlengrube mit Brikettfabrik (bis 1966) [
de.wikipedia.org] im Landkreis Hameln-Pyrmont.
Bild 1
Ein paar Meter weiter stand ein normalspuriger B-Kuppler, gebaut 1922 von Linke-Hofmann in Breslau unter der Fabr.-Nr. 2539 für die GBAG. Zuletzt (bis 1962) soll die Lok bei der Hafenbahn Wilhelmshaven eingesetzt gewesen sein. Die allerdings ist mir kein Begriff, und bei Google findet sich mit dem Suchwort auch nur die aktuelle Bahn-Erschließung des Jade-Weser-Ports. Von der Abzweigung in Mariensiel über den „Großen Hafen“ bis zur früheren Baustelle der 4. Hafeneinfahrt war Anfang der Sechzigerjahre allein die Vorortbahn Wilhelmshaven für den Bahnbetrieb am Hafen zuständig, s. Bild 18 in [
www.drehscheibe-online.de]. Ich frage mich also, welcher Hafenteil von der „Hafenbahn Wilhelmshaven“ bedient wurde; für mich kommt allenfalls ab 1958 der Ölhafen infrage, wobei ich eigentlich davon ausgegangen war, dass von da aus das Öl per
Pipeline zu den Raffinerien befördert wurde.
Bild 2
Als nächstes wird es erstmal staatlich: Bilder 3 und 4 zeigen Kopf und Führerhaus der P 8 Hannover 2412, der späteren 38 1444. Ich kann hier nur diese beiden Teilansichten präsentieren; meine Gesamtansicht ist nicht vorzeigbar. Die 1920 gebaute Lok war Ende 1960 beim Bw Flensburg ausgemustert worden [
www.revisionsdaten.de].
Bild 3 |
Bild 4 |
Die nächste Lok ist die Maschine, für die sich allein in meinen Augen der Museumsbesuch schon gelohnt hat: die 1924 mit der Fabr.-Nr. 2922 von LHW gebaute 39 184. Die Lok war 1960 beim Bw Jünkerath ausgemustert worden [
www.revisionsdaten.de]. Auf den Schwarz-weiß-Bildern ist zum Glück nicht zweifelsfrei zu erkennen, dass die Lok historisch unpassend in Preußisch-Grün, aber mit DRG-Nr. präsentiert wird. Zu dem Zeitpunkt hatte das Deutsche Museum einen ähnlichen Fauxpas an der 18 451 bereits korrigiert (Bayerisch-Grün + Windleitbleche).
Bild 5
Es folgen Ansichten von der Front, dem Führerhaus …
Bild 6 |
Bild 7 |
… und dem Fahrwerk der P 10.
Bild 8
Das nächste Fahrzeug, das ich aufs Korn genommen habe, ist der Berliner Straßenbahnwagen 3325. Der 1922 als T 27 gelieferte Wagen ist offenbar erst nach einem Umbau 1933 zum TM 33 zur Zufriedenheit der BVG gelaufen, hat aber dann bis zum Ende des (West-) Berliner Straßenbahnbetriebs 1967 durchgehalten.
Bild 9
Das folgende Fahrzeug ist wieder eines, das, wie die P 10, bei mir Begeisterung ausgelöst hat: der DB-VT 06 104 (ex SVT 137 277), ausgestellt im DRG-Outfit und falsch als SVT 137 851 beschriftet. Der Mittelwagen hat im Museum keinen Platz gefunden und ist leider verschrottet worden. Der 1938 abgenommene Triebwagen wurde am 22.11.59 beim Bw Köln-Nippes ausgemustert, nachdem er knapp 2 Jahre zuvor schon einmal ausgemustert, aber 59 offenbar noch einmal in Betrieb gegangen war [
www.revisionsdaten.de]. Da der Triebwagen in den Kriegsjahren kaum im Einsatz war, kommt er vielleicht gerade auf 15 Einsatzjahre, halb so viel, wie man von einem Schienenfahrzeug eigentlich erwartet. Immerhin sind 4 Schwesterfahrzeuge 1958 von der DB im Rahmen eines Tauschgeschäfts zur DR gekommen und haben da ein angemessenes Betriebsalter erreicht [
de.wikipedia.org].
Bild 10
35 Jahre Schnelltriebwagen-Kopfdesign: links (Bild 11) nochmal der VT 06, rechts (Bild 11) der 403 alias „Donald Duck“; die Form ist spitzer und die Fenster sind größer geworden. Doch halt: eine Scharfenbergkupplung sieht anders aus, als das Teil, mit dem das rechte Fahrzeug ausgestattet ist! Und überhaupt: ist das überhaupt ein Fahrzeug? Ist es nicht wirklich, sondern so etwas wie ein Mockup Anfang der Siebzigerjahre!
Bild 11 |
Bild 12 |
Damit sind wir aus dem Museum in die Fertigungshallen von LHB gelangt; und Bild 13 verdeutlicht, dass dieses Mockup vom 403 Anfang der Siebziger deutlich sparsamer ausgeführt worden war, als man das gut 25 Jahre später bei dem Fahrzeug mit der gleichen Baureihenbezeichnung gemacht hat!
Bild 13
Viel habe ich während der Werksbesichtigung nicht mehr fotografiert; Reisezugwagen für den Nahen oder Fernen Osten interessierten mich auch eher weniger. Aber bei den fast fertigen DB-Fahrzeugen habe ich noch zweimal den Auslöser betätigt. Bild 14 zeigt mit 420 071 den 25. Zug dieser Baureihe von LHB. Die Abnahme des Zuges sollte am 10.4.72 erfolgen, nach knapp 30 Einsatzjahren im Januar 2002 die Z-Stellung und am 18.7.03 die Ausmusterung; der Triebwagen war von Anfang bis zum Schluss beim Bw München-Steinhausen beheimatet [
www.revisionsdaten.de].
Bild 14
Das für heute letzte Bild zeigt die Front des 420 070. Auch dieser Triebwagen war von der Abnahme am 16.3.72 bis zur Ausmusterung am 15.12.03 in München-Steinhausen beheimatet [
www.revisionsdaten.de]. Ein paar Jahre später hätte ich sicher auch die Rohbau-Wagenkästen rechts genauer aufs Korn genommen; aber dafür hatte ich 1972 noch kein Auge.
Bild 15
Die Bilder 14 und 15 mit den Betriebs-Nrn. 070 und 071 hatte ich bei Geburtstagsglückwünschen schon einmal gezeigt; ein Alter um 70 ist derzeit ja beinahe schon HiFo-typisch! Ich hoffe, es stört sich keiner daran, dass ich die Fotos hier im Kontext der Exkursion noch einmal zeige! Beim nächsten Mal gibt es wieder aktiven Dampf: es geht mit zwei T16
1 in den Oberharz!
Bis dahin
Klaus
Meine HiFo-Beiträge: [
www.drehscheibe-online.de]
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