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 04 - Historisches Forum 

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Moin,

willkommen zu einem weiteren Abschnitt der Strecke Neumünster - Heide. Heute geht es um den Haltepunkt Beldorf und die Grünentaler Hochbrücke.
Bereits gezeigt wurden
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km 43,1 Haltepunkt Beldorf

Beldorf ist eine kleine Gemeinde mit knapp 300 Einwohnern. Sie führt die Grünentaler Hochbrücke in ihrem Wappen und besitzt einen Haltepunkt östlich der Brücke. Laut Wikipedia soll Beldorf einmal einen richtigen Bahnhof gehabt haben, das kann ich mir aber angesichts der Verhältnisse vor Ort gar nicht vorstellen.

Kann jemand Aussagen dazu machen, ob es in Beldorf jemals mehr als nur einen Haltepunkt gegeben hat?

Zunächst ein Bild vom 04.05.1988:

https://abload.de/img/a01-ausheide-040588axkzk.jpg
103. Blick aus Richtung Heide. Damals gab es zwei Bahnsteige, einen auf jeder Seite des Bahnübergangs.


Am 12.06.2020 machte ich dann ein paar mehr Bilder:

https://abload.de/img/0a-straenseite-120620rnk21.jpg
104. Straßenseite


https://abload.de/img/a10-nachneumnster-120xvk06.jpg
105. Blick in Richtung Neumünster


https://abload.de/img/a00-ausneumnster-12065dj61.jpg
106. Blick aus Richtung Neumünster.
Der zweite Bahnsteig auf der anderen Seite des Bahnübergangs in Richtung Heide ist verschwunden.


https://abload.de/img/a01-ausheide-120620g1jzg.jpg
107. Blick aus Richtung Heide mit einer Gesamtansicht des einen, verbliebenen Bahnsteigs.



km 45,0 Grünentaler Hochbrücke

Zweifellos das bedeutendste Bauwerk der Strecke ist die Grünentaler Hochbrücke, wo die Bahnstrecke Neumünster - Heide den Nord-Ostsee-Kanal in 42 Metern Höhe überquert. Um die Durchfahrhöhe zu gewährleisten, befinden sich auf beiden Seiten der Brücke Rampen. Die alte Hochbrücke von 1895 war eine kombinierte Eisenbahn- und Straßenbrücke mit reich verzierten Brückenköpfen und einer ansprechenden, filigranen Stahlkontruktion. Leider stand sie der Kanalverbreiterung im Wege, zuletzt befand sich hier die letzte Engstelle des Kanals. 1988 wurde sie deswegen durch einen Neubau ersetzt, nachdem schon in den Jahren zuvor wenig in ihre Instandhaltung investiert worden war und der Achsdruck der auf der Bahnstrecke eingesetzten Fahrzeuge kontinuierlich herabgesetzt werden musste - zuletzt durften nur noch Schienenbusse die Brücke queren. Weitere Informationen zur Brücke bietet der Wikipedia-Artikel:
[de.wikipedia.org]


Zunächst ein Bild vom 04.05.1988:

https://abload.de/img/a00-altebrckeausneumnykke0.jpg
108. Blick vom Ostufer des Kanals. Die Abbrucharbeiten waren bereits in vollem Gange und der Verkehr lief zu diesem Zeitpunkt bereits über die neue Brücke.


Bilder vom Abbruch im Mai 1988:

Die folgenden Bilder stammen von meinem Vater Jürgen Kruse. Als Rentner hatte er immer frei, wenn es darauf ankam und deswegen konnte er einen Ausflug an den Nord-Ostsee-Kanal machen, als wenige Tage nach meinem Besuch im Mai 1988 die alte Brücke ausgehoben und zur Verschrottung am Ufer des Kanals abgelegt wurde. Wie man auf den Bildern sehen kann, war das Ganze ein Volksfest mit tausenden Zuschauern.

https://abload.de/img/eb-abriss-0588-jkyyjc0.jpg
109. Die Brücke wird mit Stahltrossen an den Kränen befestigt (Foto: Jürgen Kruse)


https://abload.de/img/ec-abriss-0588-jk9jjit.jpg
110. Die Trossen sind gespannt (Foto: Jürgen Kruse)


https://abload.de/img/ea-abriss-0588-jkz9kqy.jpg
111. Die Stahlträger werden durchtrennt und die Brücke hängt an den Schwimmkränen. Im Hintergrund verfolgt Schleswig-Holstein das Geschehen von der neuen Brücke aus
(Foto: Jürgen Kruse)


https://abload.de/img/ed-abriss-0588-jkavkoa.jpg
112. Die Brücke ist aus dem Lager gehoben und wird herausbefördert (Foto: Jürgen Kruse)


https://abload.de/img/ee-abriss-0588-jk4xkqu.jpg
113. Die beiden Schwimmkräne drehen vorsichtig im Kanal, um die Brücke am Ufer ablegen zu können (Foto: Jürgen Kruse)


https://abload.de/img/ef-abriss-0588-jkc6k58.jpg
114. Fast geschafft!
(Foto: Jürgen Kruse)


weitere Bilder vom Abriss der Brücke finden sich hier:
[www.axpe-iz.de]

Kennt jemand das genaue Datum des Abbruchs der Brücke?



https://abload.de/img/b00-beidebrckenausneursjg7.jpg
115. Zum Abschluss noch einmal eine Gegenüberstellung der alten und der neuen (etwas nördlich gelegenen) Hochbrücke.
Bei meinem Besuch am 04.05.1988 begneteten sich die beiden staatlichen Reiseunternehmen DB und Y-Tours auf der Brücke.
Bei dem Zug handelt es sich um den hauptsächlich für die nach Hause fahrenden Schüler eingesetzten N 5159 (Heide - Hademarschen).



Am 12.06.2020 entstanden weitere Bilder von der nun seit über 20 Jahren in Betrieb befindlichen neuen Grünentaler Hochbrücke:

https://abload.de/img/d10a-nachneumnster-12fdkpu.jpg
116. Standortbestimmung an der Ostrampe.


https://abload.de/img/d00a-ausneumnster-1200qkel.jpg
117. Vergleichsbild zu 115, 32 Jahre später.


Das waren meine Eindrücke aus Beldorf und von der Grünentaler Hochbrücke.
Es wäre schön, wenn man klären könnte, ob es in Beldorf jemals mehr als einen Haltepunkt gegeben hat.
Und über weitere Bilder von der Grünentaler Hochbrücke würde ich mich freuen, vor allem Bilder zu Zeiten, als die alte Brücke noch in Betrieb war.
Vielleicht hat auch noch jemand weitere Bilder vom Abriss der alten Brücke aus anderen Perspektiven als diejenigen meines Vaters.

Zuletzt noch ein Link zu den Bildern von Rainer Butenschön: [flic.kr]


Viele Grüße
Christoph





2-mal bearbeitet. Zuletzt am 14.01.22 19:02.
Zitat
Zweifellos das bedeutendste Bauwerk der Strecke ist die Grünentaler Hochbrücke, wo die Bahnstrecke Neumünster - Heide den Nord-Ostsee-Kanal in 42 Metern Höhe überquert.
Hallo Christoph,


danke für die interessanten Bilder. Da mir die Zeit davonläuft (ich bereite aktuell eine mehrmonatige Reise zu den Verwandten in Brasilien vor und will schon in 5 Wochen abreisen + meine Kurzmeldungen des Jahrganges 1904 will ich vorher auch noch fertig haben) hier nur kurz, was ich zwischen 1891 - 1895 in der „Preetzer Zeitung“ gefunden habe:

19. Oktober 1891
• Ursprünglich war beabsichtigt, daß die Überführung von vier Eisenbahnlinien über den Nordostsee-Kanal durch eine Hochbrücke bei Grünthal und drei Drehbrücken erfolgen soll. Es ist nunmehr in Erwägung gezogen, anstatt der geplanten Drehbrücke bei Levensau von 36 Meter lichter Weite eine Hochbrücke von 42 Meter lichter Höhe herzustellen. Wie verlautet, ist man gegenwärtig damit beschäftigt, die bezüglichen Zeichnungen, Kostenanschläge usw. zur Herstellung einer Hochbrücke anzufertigen.

23. Dezember 1891
• Einen Triumph hat die deutsche Jndustrie bei Bau des Nord-Ostsee-Kanals in diesen Tagen gefeiert. Die bedeutendste über den Kanal führende Brücke ist die Eisenbahn-Brücke Grünthal mit ihrer bedeutenden Höhe und einer Spannbreite von 156 Metern. Vor einigen Tagen wurde in das gigantische Eisenwerk des Brückenbogens das Schlußstück eingesetzt, und die Jngenieure hatten die Freude, daß das Schlußstück auf den Millimeter genau das Eisengerippe der kolossalen Brücke abschloß, daß auf den Millimeter genau Schraubloch zu Schraubloch stand, um ungehindert den letzten Theil des Brückengewölbes einfügen zu können.

20. Februar 1892
• Dem Vernehmen nach soll jetzt die feste Bestimmung getroffen sein, daß die Ablieferung der Hochbrücke bei Grünthal am 1. August d. J. erfolgen soll und daß damit auch gleichzeitig die Fertigstellung der Umlegung der westholsteinischen Eisenbahn erfolgen wird.

27. Juli 1892
• Die kolossale Eisenbahnbrücke über den Nord-Ostsee-Kanal bei dem Hofe Grünthal, in jeder Hinsicht ein Prachtbau, ist jetzt soweit fertig, daß nur noch der Bohlen- und Schienenbelag herzustellen ist. Jm September d. J. wird man die Brücke dem Verkehr übergeben können.

10. September 1892
• Aus Grünthal wird berichtet: Die Arbeiten für die Verlegung der Westholsteinischen Eisenbahn über die beiden großen Eisenbahndämme und die Hochbrücke werden zum 16. September fertig gestellt werden. Die Bohlen sind schon gelegt, auch das nöthige Schienenmaterial liegt an Ort und Stelle und bedarf nur der Zusammenfügung.

6. Oktober 1892
• Die Hochbrücke bei Grüntal wurde am Sonntag dem öffentlichen Verkehr* übergeben. Zu diesem Zwecke waren mehrere Herren aus Berlin erschienen, und außerdem hatte sich ein zahlreiches Publikum eingefunden. Reichlich 20 Wagen fuhren nach einander über die Brücke, und verlief die Fahrt ohne jede Störung, ja, ohne daß irgend ein Pferd scheute. Allerdings wird mehrfach über die Glätte der Brückenbohlen, sowie über die steile Auf- und Abfahrt der Brücke geklagt. Ob aber, wie vielfach befürchtet wird, die Passage der Brücke mit Lastfuhrwerk sehr schwierig und bei Glatteis gefährlich ist, wird die Erfahrung zeigen.
* --> gemeint ist der Straßen- und Fußgängerverkehr.

Donnerstag, 10. November 1892
• Am Sonnabend fand die Probebelastung* der Hochbrücke über den Nord-Ostsee-Kanal bei Grünthal statt. Das Resultat fiel glänzend aus.
• Der Ortschaft Grünthal an der Westholsteinischen Bahn ist durch höheren Orts erlassene Verfügung die Bezeichnung „Grünenthal“ erlassen worden, welche nach alten Akten die richtigere sein soll.
* --> gemeint ist mit mehreren Lokomotiven.

11. November 1892
• Über die vorgestrige Reise des Kaisers nach Grünenthal zur Besichtigung der Hochbrücke: Jm Kommissionshause, nahe der Hochbrücke, nahm der Kaiser ein Frühstück ein und besichtigte von hier aus die Hochbrücke, wobei ihm Geheimrath Koch Vortrag hielt. Nach ca. 10 Minuten verließen die Herrschaften das Kommissionshaus, und der Kaiser ging nun mit Gefolge unterhalb der Brücke hindurch auf die entgegengesetzte Seite der Itzehoer Chaussee. Während der Kaiser hier noch weilte, wurde über die Hochbrücke der Sonderzug des Kaisers, welcher von dem alten Geleise der Westholsteinischen Eisenbahn bei der Hademarscher Weiche auf die neue Bahnstrecke geleitet war, geführt und hielt am Ende der Brücke an der Albersdorfer Seite. Der Kaiser stieg an dem südlichen Damme die 96 Stufen zählende Treppe nach der Hochbrücke hinauf; ihm folgte Prinz Heinrich und das Gefolge. Nach einem kurzen Rundblick gingen die hohen Herrschaften die Brücke entlang dem Sonderzuge zu. Der Kaiser verabschiedete sich und bestieg dann mit Gefolge den Salonwagen wieder, um über Heide weiterzufahren. Die Besichtigung währte eine Stunde.

17. November 1892
• Über die neue Hochbrücke bei Grünthal mehren sich die Klagen der Fuhrwerksbesitzer, denn dem einen ist die Steigung auf der Westseite zu stark und meint, die Schlucht vor der neuen Strecke hätte ausgefüllt werden müssen, damit wäre die Auffahrt bis zur Brücke um ein Bedeutenes erleichtert worden; der andere findet das Geländer auf der Brücke nicht hoch genug und glaubt, daß wenn Pferde auf der Brücke scheu werden, diese das Geländer überspringen können und in die Tiefe stürzen werden. Darin stimmen aber alle Rosselenker überein, daß die Schlagebäume zum Abschließen der Chaussee viel zu kurz vor die Brücke gelegt worden sind. Wenn erst das Dampfroß die Brücke passirt, werden vielleicht von Seiten der Kanalkommission andere Vorsichtsmaßregeln getroffen, um ein größeres Unglück zu vermeiden, Schlagbäume an jeder Seite der Auffahrt zur Brücke, dort, wo die alte Chaussee nach der neuen abbiegt, angebracht werden.

18. Dezember 1892
• Nachdem die Hochbrücke über den Nord-Ostseekanal bei Grünenthal schon seit Längerem dem Wagenverkehr der Chaussee übergeben gewesen ist, werden von voriger Woche an auch die Eisenbahnzüge der Westbahn über dieselbe gehen und demzufolge die bisherige Station „Grünenthal“ in der Nähe von Beldorf eingehen. Um indeß den Verkehr bis an diesem Punkt des Kanals aufrecht zu erhalten, ist auf dem östlichen Bahndamm, unmittelbar vor der Hochbrücke, eine neue Station* für den Personenverkehr errichtet.
* --> hier handelte es sich um einen Haltepunkt, der ebenfalls den Namen „Grünenthal“ trug, er wurde zum 1. Mai 1896 wieder aufgelassen. Etwa zur gleichen Zeit wurde die Station Beldorf eröffnet.

10. Januar 1893
• Seit einiger Zeit machen sich auf dem neuen, auf die Nord-Ostsee-Kanalbrücke führenden Eisenbahndamm bei Grünenthal an der westlichen Seite bedeutende Senkungen und Rutschungen bemerkbar, so daß eine größere Anzahl Arbeiter aufgeboten ist, um weiteren derartigen Beschädigungen vorzubeugen und die bereits entstandenen auszubessern. Warnungstafeln an der bezeichneten Stelle fordern zum Langsamfahren.


Der Kanal wurde am 20./21. Juni 1895 eröffnet.


Gruß Alberto



Nachtrag zu Beldorf: Jm Amtlichen Bahnhofsverzeichnis 1938 steht zu Beldorf ---> Bahnhof IV. Klasse, mit Agenten besetzt, ohne Kopframpe



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 14.01.22 19:53.
Moin moin!

Erst mal vielen Dank für die gesamte Serie.
Beldorf war tatsächlich einmal mehr als ein Haltepunkt rechts und links eines BÜ.
In meinem Plan von Ende der 40er Jahre (ein genaues Datum habe ich leider nicht) ist Beldorf als Agentur vermerkt.
Wir sehen ein Empfangsgebäude mit einem 142 m langen Bahnsteig südlich der Bahn. Der Bahnübergang ist beschrankt.
Ferner ein beidseitig angebundenes Ladegleis mit Laderampe und Lademaß. Außerem ein einseitig angebundenes Stumpfgleis.
Richtung Neumünster ist das Ladegleis durch eine Gleissperre gesichert, Richtung Heide durch das Stumpfgleis.

IMG_20220114_193221_383.jpg

Gruß
Christian
Moin aus Neumünster,

mir liegt ein Gleisplan vom Bahnhof Beldorf vom Februar 1954 vor.

Beldorf-1954-02.jpg


Hier sind sogar 2 Weichenverbindungen Richtung Heide eingezeichnet.


Auf der Hochbrücke bei Grünental gab es von 1892 . 1958 eine Deckungsstelle mit einem mechanischen Jüdel Kurbelstellwerk. Von 1958 - 1984 war dort ein elektromechanisches Stellwerk E 43 mit Lichtsignalen in Betrieb, von 1984 - bis zum Schluss war es nur noch ein Schrankenposten.


https://live.staticflickr.com/65535/50362564517_5632164f11_h.jpg
A-G03-Gruenental-1986-07-28-001 by D-Zug-Schaffner, auf Flickr

28.07.1986, N 5154 Neumünster - Heide

https://live.staticflickr.com/65535/50362401171_cf2bcac1d3_h.jpg
A-G03-Gruenental-1986-07-28-003 by D-Zug-Schaffner, auf Flickr

28.07.1986, rechts erkennt man die Deckungsstelle auf der Brücke, links die neue Brücke und oben auf der Brücke die Radarkontrolle für den Straßenverkehr.

Am 29.07.1986 hatte ich mir die Triebwagenfahrt Neumünster - Heide und zurück gegönnt. Auf der Hinfahrt (N 5154) war es leider sehr dunstig, aber auf der Rückfahrt (N 5157) war die Sicht besser.

https://live.staticflickr.com/65535/50361704598_15a6a5ba15_h.jpg
A-G03-Gruenental-1986-07-29-003 by D-Zug-Schaffner, auf Flickr

https://live.staticflickr.com/65535/50361704278_292d4f3292_h.jpg
A-G03-Gruenental-1987-08-11-001 by D-Zug-Schaffner, auf Flickr

11.08.1987, Blick auf die für den Verkehr bereits stillgelegt Brücke.

https://live.staticflickr.com/65535/50361703848_4096caafd7_h.jpg
A-G03-Gruenental-1987-08-11-003 by D-Zug-Schaffner, auf Flickr

Vergleich alt und neu.

Jetzt noch 2 aktuelle Bilder vom 06.01.2022, NBE RB 63 (81859) Büsum - Neumünster

https://live.staticflickr.com/65535/51803741356_c5411a7e35_h.jpg
G-G03-Gruenental-2022-01-06-007 by D-Zug-Schaffner, auf Flickr

https://live.staticflickr.com/65535/51804097699_bfa0e6b642_h.jpg
G-G03-Gruenental-2022-01-06-008 by D-Zug-Schaffner, auf Flickr

Gruss aus Neumünster vom

D-Zug Schaffner

Rainer




4-mal bearbeitet. Zuletzt am 14.01.22 21:10.
Sehr guter Bericht und prima Bilder.

Durch den Neubau der Brücke und der Streckenverschwenkung wurde die Strecke kürzer.

Es wurde eine Fehllänge in die Kilometrierung eingefügt.

km 46,0 + 73,30 m = km 46,1 + 27,47 m

Fehllänge: 54,17 m

Beste Grüße Klaus
Vielen Dank Christoph,
irgendwo da steh ich auch im Bild beim Brückenabriss,
ich habe mich noch nicht entdeckt ;)
Auch habe ich noch keine besonderen Fotos von damals wiedergefunden, nach vier Umzügen müsste einiges neu sortiert werden.
Die alte Brücke hat unter der westlichen Rampe einen Lagerraum für Sprengstoff, mit dem die Brücke im Verteidigungsfall ausgemerzt werden sollte. Hinter einer recht einfachen Stahltür verbirgt sich eine schwere "Tresortür" laut Anwohnern...
Die Berichte von Alberto sind auch Klasse!



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 14.01.22 22:55.

Beldorf

geschrieben von: D.Herzig

Datum: 15.01.22 11:15

Hallo,

die Pläne von Beldorf beweisen aber m.E. noch keinen Bahnhof. Es handelte sich wohl eher um eine Haltestelle (Hst Ag). Im Bahnhofsverzeichnis 1928 ist allerdings der volle Abfertigungsumfang ausgewiesen (seinerzeit Dienststelle 01 207).

Freundliche Grüße
Detlev
Moin Christoph,

vielen Dank für die interessanten Bilder. Bilder vom Abriss der Brücke habe ich noch nie gesehen. Musst ein echtes Spektakel gewesen sein.

Beste Grüße


Carsten

Alle meine Bildbeiträge auf DSO:

Beitragsverzeichnis



Meine Bilder in der DSO-Galerie

DSO-Galerie

Re: Beldorf

geschrieben von: D-Zug-Schaffner

Datum: 15.01.22 13:27

Moin aus Neumünster,

Bahnhöfe sind Bahnanlagen mit mindestens einer Weiche, wo Züge beginnen, enden, halten, kreuzen, überholen oder wenden dürfen. So steht es in der EBO und in der Ri 408.
Diese Möglichkeit bestand auf jeden Fall bis Anfang der 60er Jahre in Beldorf, bevor das Ladegleis mit den Weichen entfernt wurde.

Alberto hat ja auch geschrieben, dass Beldorf 1938 als Bahnhof aufgeführt wurde.

Im Gleisplan von 1970 sind zwar die Rampen und die Ladestraße noch eingezeichnet, aber bereits schon 2 Bahnsteige jeweils in Fahrtrichtung hinter dem Bahnübergang.

GP-B05-Beldorf-1970-12.jpg

Gruss aus Neumünster vom

D-Zug Schaffner

Rainer




2-mal bearbeitet. Zuletzt am 15.01.22 13:33.
Hallo Christoph,

wieder ein schöner Beitrag zu meiner absoluten Lieblingsstrecke. Besonders die Bilder vom Abbau der alten Hochbrücke sind interessant.
Von dem Abschnitt habe ich nur wenig, was ich an Bildern anhängen kann.

Bild 1

http://up.picr.de/11965438ji.jpg

798790+998267+998 überqueren mit N5157 die Grünenthaler Hochbrücke. Der Posten in der Mitte der Hochbrücke konnte mehr als 40 m über dem Kanal einen schönen Blick genießen. Allerdings wird es bei Sturm dort oben ziemlich ungemütlich gewesen sein... Im Hintergrund wächst schon die neue Brücke, die im September des Jahres freigegeben wurde. (13.Mai 1986)

Bild 2

http://up.picr.de/11965435wp.jpg

Noch einmal aus etwas anderer Perspektive 798790+998267+998 mit N5157 beim Überqueren der Grünenthaler Hochbrücke. Gut zu erkennen ist, dass die Bahn sich die Brücke mit der Straße teilen musste. Die "Radarfalle" oberhalb des Schienenbusses löste bei ihm nicht aus, aber anscheinend musste man die Autos besser kontrollieren als die Bahn. (13.Mai 1986)

Bild 3

http://up.picr.de/11965376vd.jpg

798 771+998888+798792+998901 mit N 5156 nach Heide in Beldorf (13. Mai 1986)

Das war es auch schon. Habe gerade festgestellt, dass ich noch etwas für den Beitrag über Hanerau-Hademarschen ergänzen kann. Werde ich gleich mal nachziehen.

Viele Grüße

Torsten

http://up.picr.de/10122137am.jpg

Antwort und eine alte Karte

geschrieben von: ccar

Datum: 16.01.22 19:11

Moin,

Ich bin überrascht, was Ihr alles habt ergänzen können - ein Geschichtsbogen von 1892 bis heute mit alten Gleisplänen und Bildern, klasse!

@ Alberto:
Schön, dass Du Dir die Zeit genommen hast, die Texte der alten Zeitungsartikel hier einzustellen. Wenn man sich vor Augen führt, was für eine Meisterleistung der Ingenieurskunst die Brücke 1892 darstellte und mit welchem Stolz man auf die Brücke sah, dann tun die Bilder vom Abriss der Brücke nicht einmal 100 Jahre später richtig weh. Die Brücke war sicherlich für eine längere Lebensdauer konzipiert, aber man hatte sich früher bestimmt nicht vorstellen können, was für einen Erfolg der Kanal haben würde und dass die damaligen Dimensionen nicht mehr genügen könnten.
Interessant auch zu erfahren, wann die Station in Beldorf eingerichtet wurde. Wenn man sich eine alte Landkarte anschaut, dann sieht man, dass die Station in der Tat schon auf dem verschwenkten Abschnitt liegt. Die alte Trasse kreuzte die Dorfstraße von Beldorf bei der Hausnummer 19, in deren Garten lag wahrscheinlich der alte Bahnhof.

@ Christian Protze, Rainer Butenschön und Detlev Herzig:
Danke für die alten Gleispläne und die Überlegungen, ob es damals einen Bahnhof gab. Beldorf war also doch ein "richtiger" Bahnhof. Bei meinem ersten Besuch 1986 war davon allerdings schon nichts mehr zu sehen gewesen, aber wenn die Anlagen auch schon in den Sechziger Jahren abgbrochen wurden, ist das natürlich auch kein Wunder.

@ Rainer Butenschön und Torsten Rathjen:
Danke für die ergänzenden Bilder, insbesondere von der alten Hochbrücke, als dort noch die Züge fuhren. Dafür kam ich zu spät in die Gegend.
Am besten gefällt mir das Schild auf Rainers Bild: "Aufsichtspersonal und alle Erwachsenen werden gebeten, jeden Unfug dieser Art zu verhindern."
Aber auch Schienenbusaufnahmen auf der Brücke sind absolut sehenswert.
Danke an Torsten auch für die Ergänzungen aus Hademarschen in Beitragfolge 5.

@ Klaus Erbeck:
Darüber, wie man nach dem Brückenneubau Überlängen korrigieren musste, habe ich mir noch keine Gedanken gemacht. Wenn man auf die alte Karte schaut, sieht man aber, dass der Brückenbau 1892 einiges an Überlänge schuf, wobei die Kilometrierung in Richtung Heide offenbar komplett neu berechnet wurde. Man sieht auch gut, dass die neue, nördlich gelegene Brücke die Strecke natürlich wieder ein wenig abkürzt. Toll, wie genau Du alles das auf Deiner Homepage dokumentierst!

@ Andreas / ölfuss:
Von dem Selbstzerstörungsmechanismus der alten Brücke wusste ich auch nichts, klasse, was für Informationen immer noch wieder zu Tage kommen. Ein Glück, dass die Wehrmacht in den letzten Kriegstagen davon nicht Gebrauch gemacht hatte.

@ Carsten / Philosoph:
Bei dem Brückenabriss wäre ich auch gerne dabei gewesen, aber ich war damals gerade mit dem Studium angefangen, da traute ich mich noch nicht, einen ganzen Tag mit Praktika zu schwänzen...

alte Karte Grünenthal.jpg

Viele Grüße
Christoph

Re: Antwort und eine alte Karte

geschrieben von: Alberto

Datum: 16.01.22 19:57

Hallo Christoph,


etwas zu Beldorf ist mir noch eingefallen:

Jn meinem Altpapier befinden sich einige „Hefte D“ des deutschen Eisenbahn-Güter- und Tiertarifs - das sind vereinfacht gesagt Verzeichnisse der damals aktuellen Güterbahnhöfe.

Heft D (Stand 1. September 1964) zu Beldorf ---> Wagenladungen, Tiere, ohne Kopframpe, unbesetzt

Heft D (Stand 1. Juni 1970) zu Beldorf ---> Wagenladungen, Tiere, ohne Kopframpe, unbesetzt

Der „Mutterbahnhof“ war Hademarschen (dort hatte der Kunde den „Papierkram“ zu erledigen)


Gruß Alberto
Wo ich gerade deine interessante Karte sehe, auf dithmarscher Gebiet ist von der alten Trasse noch eine Brücke erhalten geblieben. Falls keiner ein Foto dazu hat - ich wollte eh mal wieder hinfahren...

Hoch lebe die Bunderwehr! Mindestens 42 m hoch

geschrieben von: Der Zeuge Desiros

Datum: 17.01.22 13:08

Moin,

Heide - Neumünster war die letzte klassische Nebenbahn in Schleswig-Holstein, also ohne Modernisierung oder gar Einstellung. Groß investiert wurde nicht mehr in die Bahn, wollte die Bundesbahn sie doch lieber heute als morgen einstellen. Wer damals die DREHSCHEIBEn jener Jahre aus seinem Giftschrank holt, der wird feststellen: jedes Jahr erklang bei den Meldungen zu Änderungen zum Fahrplanwechsel das Totenglöckchen für diese 62 Kilometer Schiene. Dann kamen die Bundeswehr bzw. ihre Bündnispartner, die eine Ost-West-Verbindung im potenziell gefährdeten Schleswig-Holstein für unabdingbar hielten, und sorgten für den Neubau der Kanalbrücke. Und da es ein wenig doof ausgesehen hätte, eine neue Brücke zu bauen und dann den planmäßigen Zugverkehr einzustellen... Gut, dass sich die politische Großwetterlage erst entspannte, als die Brücke schon fertig war.

Und so fahren heute noch Züge über die Brücke. Den wahren Raubbau an der Strecke trieb dann, ganz friedlich, die DB Netz AG: Zwischen Heide und Neumünster gibt es noch genau einen einzigen Ausweichbahnhof, nämlich Hohenwestedt. Das führt dazu, dass auf dem westlichen Abschnitt nur noch ein 2-Stunden-Takt fahrbar ist (rein rechnerisch ein 90-min-Takt, aber der bringt ja nichts)! Krank!

Klein-Heiko, der in den späten 1980ern mit Bezirkswochenkarten des Bezirkes 274 im Norden seine Schulferien abfuhr, machte genau dort die erste Schienenbusfahrt seines Lebens. Es sollte nicht die letzte gewesen sein. Auf der damaligen KBS 123 natürlich am liebsten von West nach Ost, weil da der Motorwagen vorne lief und man so wunderbar vorne hinaus schauen konnte. Ansonsten half in Neumünster auch die freundliche Frage bei Lok- und Zugführer, ob man im Gepäckabteil des Steuerwagens mitfahren durfte. Irgendwo habe ich auch noch die Bilder von damals. Aber, wie gesagt, irgendwo...

Wirklich ästhetisch fand ich diese alte Grünenthaler Hochbrücke allerdings nicht. Gewiss, sie hatte mit der genieteten Stahlkonstruktion und den kunstvoll gestalteten Widerlagern mehr "Charakter" als der Neubau. Aber ich finde es irgendwie... naja, "optisch unrund", wenn der Brückenbogen gleich zweimal die Fahrbahn schneidet. Ein Tragwerk hat sich entweder über oder unter der Fahrbahn zu befinden. Das gilt auch für die Levensauer Hochbrücke bei Kiel.

Viele Grüße und danke für diese Zeitdokumente. Erstaunlich, wie nah man das Volk dort an die Abbruch-Baustelle heran ließ. Heute wäre da doch alles weiträumig abgesperrt.

Heiko

https://www.desiro.net/bilder/D-Reise2020-06.jpg

https://www.desiro.net/Signatur-Elektromobil1.jpg

Interesantes zur Brücke aus dem Kalten Krieg...

geschrieben von: ccar

Datum: 17.01.22 23:36

Moin,

erst einmal möchte ich mich bei Alberto, Andreas und Heiko für die weiteren Ergänzungen bedanken.
Heiko hat sicherlich Recht, dass es dem Kalten Krieg und der strategischen Bedeutung der Strecke geschuldet war, dass sich die Strecke durch alle Stilllegungswellen hat halten können - inklusive neuer Kanalbrücke. Und als der Kalte Krieg vorbei war, hatte glücklicherweise auch ein Umdenken in Bezug auf die Eisenbahn in Schleswig-Holstein eingesetzt. Andere Strecke hatten nicht so viel Glück!

Passend zu der strategischen Bedeutung der Strecke hat Helmut Philipp mir noch ganz interessante Informationen zu der Hochbrücke und zu dem Ladegleis in Beldorf zukommen lassen (vielen Dank!), ich gebe Euch den Text einmal so weiter, wie Helmut ihn mir geschickt hat:

"Ursprünglich war der Bahnhof Beldorf tatsächlich ein Bahnhof, nämlich mit einem Seitengleis nebst einer Be- und Entladerampe - und dieser Umstand wurde für militärische Zwecke genutzt.
Als strategisch wichtig gilt nämlich nicht nur der Nord-Ostsee-Kanal als solcher, sondern auch die festen Querungsmöglichkeiten für den Straßen- und Schienenverkehr. Deshalb war nahe des NOK-Ufers im II. WK dort eine Pontonbrücke als Geräteeinheit eingelagert, um im Ernstfall (= Zerstörung der Grünentaler Hochbrücke) zwischen den Ufern eine Landverbindung zu errichten. Auf dieser wären dann leichte Kfz (aber keine Panzer etc), Fußtruppen usw über den Kanal gelangt. Diese Pontonbrückenelemente waren nach Kriegsende natürlich obsolet. Einige Jahre nach der Gründung der Bundeswehr begann das Thema wiederum aktuell zu werden. Dieses Mal wurde eine komplette Schwimmbrücke (eine solche ist u.a. auch panzertauglich) als komplette Geräteeinheit dort vorgehalten. Diese Schwimmbrücke (sowie zwei weitere - eine bei Rendsburg, die andere komplett transportabel zerlegt in Schleswig) wurden vom Schweren Pionierbatallion 718 in Schleswig instandgehalten. Aus diesem Grunde war nach wie vor das zweite Gleis im Bf Beldorf vorzuhalten. Mit der Beendigung des Kalten Krieges entfiel das Bedrohungspotential, die schleswiger Kaserne wurde plattgemacht und zur Landesgartenschau umgestaltet und das zweite Gleis in Beldorf, welches vermutlich aus der Verteidigungskasse unterhalten oder gefördert wurde, war damit hinfällig geworden."


Das ist für mich neues Wissen gewesen, genauso wie die vorbereiteten Sprengladungen im Brückenkopf, von denen Andreas (Ölfuss) zu berichten wusste.
Glücklicherweise sind weder die Sprengladungen noch die Pionier-Ersatzbrücke zum Einsatz gekommen.

Viele Grüße
Christoph

Moin Christoph,

vielen Dank für die tolle Dokumentation!

Ich bin nur ein mal an der Grünentaler Hochbrücke gewesen, als das Ende der alten Grünentaler Hochbrücke schon absehbar und die neue noch im Bau war.

Es war ein eisigkalter Tag, als ich an der Brücke einem Schienenbus auflauerte:

998 ... + 798 772 Grünentaler Hochbrücke 30.11.1985
VT 98 9772+VS Grünenthaler Hochbrücke 30.11.1985.jpg

Nachschuß auf den 798 772 und die Einfädelung der Straße auf die Brücke 30.11.1985
VT 98 9772+VS Abf. Grünenthaler Hochbrücke 30.11.1985.jpg

Ich danke auch den anderen, die doch sehr interessante Aspekte zu dieser Brücke beigetragen haben, die mir bislang unbekannt waren.

Viele Grüße
Detlef