Am 13. Dezember 2009 stellte ich hier einen kleinen Bilderbogen
(Nach über 40 Jahren: Abschied von der 218 aus Mittel-/Oberfranken und der Oberpfalz - ein Rückblick (m v B)) über den 41jährigen Einsatz der Lokomotiven der Baureihe 218 in Mittel- und Oberfranken sowie in der Oberpfalz ein.
Nachdem mein damaliger Provider die Segel gestrichen hat und alle Bilder in den Weiten des Internets verloren gegangen sind, die 218 sich aber unveränderter Beliebtheit erfreut und ich in letzter Zeit einige Male auf diesen Beitrag und insbesondere seine Bilder angesprochen wurde, möchte ich heute den Beitrag geringfügig überarbeitet reanimieren.
Mit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2009 endete der planmäßige Einsatz der Baureihe 218 in Oberfranken. Letztmalig verkehrte am Freitag, dem 11.12.2009, der aus vier Rotlingen bestehenden Schülerzug RB 34424 von Bayreuth nach Pegnitz mit einer 218 an der Spitze.
Bild 1:
Zur Würdigung dieses historischen Ereignisses wurde 218 489 mit einem Aufkleber versehen.
Bild 2:
Mit der Ankunft in Pegnitz endete der planmäßige 218-Einsatz in Oberfranken.
Bild 3:
Die Vier-Wagen-Garnitur wurde danach von 218 489 als Lr 77132 durch das Pegnitztal nach Nürnberg gebracht, begleitet von einer wackeren Schar fränkischer Eisenbahner.
Bild 4:
Mit Anlieferung der 218 001 am 17.05.1968 an das Bw Regensburg begann diese Epoche, mit der RB 34424 von Bayreuth nach Pegnitz am 11.12.2009 bzw. mit dem RE 352 von (Prag-) Furth i W nach Nürnberg am 12.12.2009 endete sie. 218 489, die letzte von Krauss-Maffei gebaute und im Oktober 1978 abgelieferte 218, war Zuglokomotive beider Reisezüge. 218 489 ist auch heute noch aktiv, allerdings nicht mehr bei DB Regio sondern seit 2017 bei Railsystems RP GmbH, Gotha, die sie wieder in ozeanblau-beiger Farbgebung einsetzt.
Meine erste Begegnung mit einer Oberpfälzer 218 hatte ich am 14. Februar 1974: Die Regensburger 218 285 wartet in Nürnberg Hbf auf Gleis 18, übrigens das gleiche Gleis wie im Bild zuvor, mit einem Eilzug nach Furth im Wald auf Ausfahrt:
Bild 5:
Zwei Tage später fuhr mir 218 001 mit einem Eilzug nach Nürnberg an der BD-Grenze Nürnberg/Regensburg bei Neukirchen b. SR vor die Kamera.
Bild 6:
Im April 1974 erwischte ich die 218 001 im Diesellokschuppen des Bw Nürnberg Rbf. Erstaunlich die damaligen Accessoires der 218 001: Läutewerk und Packwagensteckdose. ZBF und Haltegriffe hatte sie jedoch noch nicht.
Bild 7:
Knapp zehn Jahre später die gleiche Lok in Nürnberg Hbf, was hat sich doch alles geändert:
Bild 8:
Und weitere zwölf Jahre später am 05. Mai 1996 ist die gleiche Lok kaum noch wieder zu erkennen, Der orientrote Anstrich, die äußerlichen Folgen der von den Regentalbahn-Fahrzeugwerkstätten durchgeführten schallverbessernden Maßnahmen geben der Lok ein ungewohntes Aussehen.
Bild 9:
Bei der gleichen Gelegenheit entstand auch diese Aufnahme im Bw Nürnberg Hbf von vier Vorserienlokomotiven der Baureihen 218 und 217. Merkwürdig: 217 014 und 012 waren damals schon türkis-beige…..
Bild 10:
Wo wir gerade bei exotischen Anstrichen sind, soll auch eine Aufnahme der 218 416 in der Touristik-Farbgebung nicht fehlen. Am 07.Juni 1996 wartete 218 416, die von 1993 bis 2000 in Regensburg beheimatet war, vor dem Rundschuppen des Bw Nürnberg Hbf auf neue Einsätze.
Bild 11:
Nur wenige Meter vom Standort der vorherigen Aufnahme entstand am 30. Juli 1977 dieses Bild der 218 216.
Bild 12:
Der Winter 1982/83 bescherte Mittelfranken einigen Schnee. 218 307, 221 und 420 warten am 16. Januar 1983 am Rundschuppen des Bw Nürnberg Hbf auf ihre nächsten Einsätze.
Bild 13:
Nürnberg war nicht nur Anlaufpunkt der Regensburger 218, regelmäßig kamen alle süddeutschen 218 in die fränkische Metropole um im dortigen Ausbesserungswerk ihre Aufarbeitungen und Untersuchungen zu bekommen. Die Haltinger 218 286 wurde 1987 als Versuchsträger für ein neues Farbkonzept auserkoren. Am 5. Mai 1987 erwischte ich sie, noch nicht ganz fertig, im Außengelände des AW.
Bild 14:
Vor ihrer Rückkehr nach Haltingen durfte 218 286 noch bei beim Roll-Out der ersten neuen InterRegio-Wagen im PFA-Werk Weiden am 11. Mai 1987 mitwirken. Sie war am Freitag, den 8. Mai 1987 im AW Nürnberg fertiggestellt worden und verbrachte das Wochenende im sonnigen Bw Nürnberg Hbf, wo ich sie am 9. Mai 1987 neben 218 213 fotografieren konnte.
Bild 15:
Die östliche Ausfahrt des Nürnberger Hbf ist recht fotogen. 218 217 verlässt am 10.September 1992 mit einem Schnellzug nach Dresden den Nürnberger Hbf.
Bild 16:
Meine erste Begegnung mit dem Exoten 218 217 hatte am 23. Mai 1974 im Bw Nürnberg Rbf. Da die Bundesbahn ihre Lokomotiven dort einsetzten, wo es sinnvoll war, nämlich vor Schnellzügen, schweren Eilzügen und auch vor schweren Güterzügen, und nicht nach Geschäftsbereichen sortiert, kamen die Regensburger 218 vor allen Zugarten zum Einsatz. So liefen die 218 auch regelmäßig das Bw Nürnberg Rbf an. Pech für mich, daß ich an jenem Tag nur Schwarz-Weiß-Filme dabei hatte….
Bild 17:
218 217 war dank ihrer rot-beigen TEE-Farbgebung in der BD Nürnberg schlechthin der Hingucker und wurde gerne auch auf Fahrzeugausstellungen gezeigt. Ostern 1984 fand bei der Dampfbahn Fränkische Schweiz (DFS) in Ebermannstadt ein Bahnhofsfest statt und die BD Nürnberg unterstützte dies großzügig mit der Entsendung ihrer damaligen Lok-Raritäten. Am Abend des Ostermontags schleppte 218 217 die drei fränkischen Grazien 194 563, 220 051 und 118 003 wieder zurück nach Nürnberg. Ich erwischte sie im Wiesenttal bei Kirchehrenbach.
Bild 18:
Während 218 217 mit ihrem TEE-Anstrich stets besonderes Interesse fand, war der andere Anstrichversuchsträger von 1974, die 218 218, mit ihrem türkis-beigen Allerweltsanstrich eher unbeachtet. Am 29. Februar 1988 fotografierte ich sie im leicht verschneiten Nürnberger Hbf.
Bild 19:
Langjähriges Haupteinsatzgebiet der Regensburger 218 war die Strecke von Nürnberg entlang der Pegnitz nach Bayreuth bzw über Marktredwitz nach Hof und Eger. Östlich von Hersbruck zweigt die Verbindungsbahn zu der von Nürnberg aus links der Pegnitz verlaufenden Strecke nach Amberg/Schwandorf/Furth im Wald. Der Fußgängersteg über den dreigleisigen Abschnitt ist sicherlich schon von Heerscharen von Eisenbahnfotografen als erhöhter Standpunkt genutzt worden, Auch mich trieb (und treibt) es regelmäßig dort hin. Am 2. Juni 1992 fotografierte ich dort 218 207 mit einer unbekannten Schwester vor dem D 250 (Prag-) Marktredwitz – Nürnberg (- Frankfurt).
Bild 20:
Bis in dieses Jahrtausend wurde die Strecke durch das Pegnitztal von internationalen Zügen befahren. Am 16. Juni 1985 war 218 421 mit einem Vorzug zum D 251 nach Prag bei Rupprechtstegen unterwegs.
Bild 21:
An fast der gleichen Stelle entstand die Aufnahme mit der Vorserienlok 218 010.
Bild 22:
Zwischen Rupprechtstegen und Velden befindet sich der wohl spektakulärste Teil der Pegnitzstrecke. Tunnel und Brücken wechseln in schneller Folge. Am 6. Mai 1985 war 218 200 mit dem D 251 bei Lungsdorf Richtung Prag unterwegs; französische Kurswagen gibt es schon lange nicht mehr im Pegnitztal.
Bild 23:
Ebenfalls im Sommer 1985 entstand diese Aufnahme des D 251 mit 218 227 bei Velden.
Bild 24:
Auch der Güterverkehr durch das Pegnitztal war in den achtziger Jahren recht beachtlich und fest in den „Händen“ der 218. Regensburg beheimatete in dieser Zeit über 70 Loks der Baureihe 218!
218 236 war mit einem ansehnlichen Güterzug am 15. Oktober 1986 Richtung Nürnberg unterwegs. Die Aufnahme entstand bei Rauhenstein zwischen Ranna und Michelfeld.
Bild 25:
Nur einige 100 Meter weiter nördlich vom vorherigen Aufnahmestandpunkt entfernt nahm ich am 15. August 1992 218 211 mit einem Güterzug auf.
Bild 26:
Ebenfalls in der Panoramakurve bei Rauhenstein, diesmal in der Innenseite, fotografierte ich am 1. August 1996 diesen InterRegio Richtung Süden mit 218 220 als Vorspann vor einer unbekannt gebliebenen 232/234. Ob diese Bespannung damals planmäßig war, oder ob die 218 der 232 zur Hilfe geeilt war, ich weiß es nicht mehr.
Bild 27:
Einige Kilometer nördlich von Pegnitz gibt es einen „Feldherrenhügel“, von dem man ab Nachmittag einen prächtigen Blick auf südwärtsfahrend Züge hat bzw hatte, seit einigen Jahren ist diese Stelle weitestgehend zugewachsen. Im Juli 1992 ließ sich 218 231 mit einem kurzen Güterzug dort allerdings noch in Szene setzen.
Bild 28:
Während der Suche nach einer schönen Fotostelle bei Neusorg hörte ich es im Wald plötzlich rumpeln und es entstand diese Aufnahme mit 218 009, die Richtung Marktredwitz unterwegs war.
Bild 29:
Nach einem 400-m-Sprint (ok, mit dem Auto) konnte ich am Bahnhof Neusorg den gleichen Güterzug wie in der vorhergehenden Aufnahme mit 218 009 nochmal ablichten.
Bild 30:
Ost-West Begegnungen. Heute selbstverständlich. 1987 musste man in Bayern schon nach ganz oben, nach Hof eben, fahren, um eine derartige Aufnahme zu bekommen. 132 696 der Reichsbahn hatte den D 309 von Reichenbach gebracht und begegnete 218 007.
Bild 31:
Eine weitere 218-Strecke war die Verbindung Hof – Bamberg über Neuenmarkt-Wirsberg und Lichtenfels. Hier hatten die 218 im Jahr 1973 die 01 abgelöst. Am 21. April 1984 ist 218 200 mit einer Schwestermaschine bei Marktschorgast Richtung Lichtenfels unterwegs.
Bild 32:
In Bamberg übernahmen die 218 Schnell- und Eilzüge von Würzburg Richtung Hof. Am 1. August 1982 begegneten sich 141 372 und 218 239 in Bahnhof Bamberg.
Bild 33:
1977 gab es in Bamberg noch ein „richtiges“ Bw, das zu dieser Zeit auch noch Lokomotiven und Triebwagen beheimatete. Diese Aufnahme der 218 314, die wohl von Hof nach Bamberg gekommen war, ergab sich als Beifang eines der V 80 geschuldeten Besuchs dort.
Bild 34:
Die seit 1939 elektrisch betriebene Strecke Bamberg – Nürnberg zählte nicht unbedingt zu den Stammstrecken der Regensburger 218. 218 423 war dort am 15. Mai 1984 mit einer illustren Garnitur unterwegs und passiert in flotter Fahrt Erlangen.
Bild 35:
Auch nicht gerade zu den Stammleistungen der Regensburger 218 gehörten EuroCities von Nürnberg nach Leipzig. Es sei denn, daß die direkte Strecke über den Frankenwald gesperrt war und der in Tagesrandlage verkehrende EC 10 „Mimara“ Zagreb - Leipzig über Marktredwitz – Hof – Plauen – Altenburg umgeleitet werden mußte. Irgendwann im Winter 1994/95 war das der Fall, es reichte aber Tageszeit bedingt nur zu einer Aufnahme im Nürnberger Hbf. Hinter den beiden österreichischen Wagen sind die EC-Wagen der kroatischen und slowenischen Bahnen zu erahnen.
Bild 36:
Die Ostbahn von Nürnberg nach Amberg/Schwandorf war ebenfalls über Jahrzehnte eine Domäne der Regensburger 218. Die Maxhütte in Sulzbach-Rosenberg sorgte für regen und schweren Güterverkehr auf der Schiene. Am 16. Mai 1984 war 218 230 mit einem Kokszug nach Sulzbach-Rosenberg Hütte unterwegs und nimmt gerade die Hartmannshofer Steige in Angriff.
Bild 37:
Neun Jahre und zwei Farbkonzepte später ist 218 224 mit einem gemischten Güterzug ebenfalls auf der Hartmannshofer Steige Richtung Amberg unterwegs.
Bild 38:
Etwa 600 m weiter Richtung Nordwesten befindet sich ein langgestreckter Rechtsbogen, dem wir zu Dampflokzeiten den Titel „Konzertkurve“ verliehen haben. Am 1. August 1985 brummte 217 002, einer der drei Vorserienmaschinen dieser Baureihe, mit einem Erzzug für die Maxhütte die Steigung hinauf.
Bild 39:
Das enge Lehental bietet auch von etwas oben reizvolle Motive. 218 211 als Vorspann vor einer 217 im Juni 1986 bei Lehenhammer.
Bild 40:
Leider hat der links im Hintergrund sichtbare „Folkerts Forellenhof“ in Lehenhammer im Jahr 2001 Konkurs anmelden müssen und ist seitdem geschlossen. Eine ausgedehnte Gartenbahn mit den Spurweiten 127 und 184 mm des Vereins Lehentalbahn & Gasthof-Pension Forellenhof, die von 1978 bis 2001 in Betrieb war und mittlerweile nahezu vollständig abgebaut ist, stellte eine weitere Attraktion im Lehental dar. 218 295 ist am 25. Mai 1974 mit dem E 2669, der Kurswagen von Dortmund nach Prag mit sich führt, unterwegs und läßt sich vom Forellenhof nicht beeindrucken.
Bild 41:
Neben der Maxhütte in Sulzbach-Rosenberg sorgte auch der Truppenübungsplatz Grafenwöhr regelmäßig für Güterverkehr auf der Schiene im Lehental. 218 238, eine der „Warngau-Loks“, zieht einen langen Zug mit Fahrzeugen des Zirkus „Oliv“.
Bild 42:
Mit sechs Silberlingen am Haken brummt 218 206 am 23. Juni 1985 die Steigung bei Etzelwang hoch. Bei genauerer Betrachtung erkennt man, daß hier zwei Drei-Wagen-Wendezüge zusammengekuppelt wurden. Die vordere Garnitur hat einen Steuerwagen mit Karlsruher Kopf, während bei der hinteren Garnitur ein „Hasenkasten“-Steuerwagen zum Einsatz kam.
Bild 43:
218 306 (gab es die nicht auch mal bei Fleischmann?) im Herbst 1986 bei Etzelwang.
Bild 44:
Bis zur Elektrifizierung des Abschnitts Ansbach – Crailsheim – Goldshöfe (1985) sowie der Murrbahn (1996) waren die Schnell- und Eilzüge Nürnberg – Stuttgart wesentlicher Teil des Regensburger 218-Programms. Bei Schnelldorf begegnete mir am 17. Mai 1985 218 001 mit einen Eilzug nach Stuttgart.
Bild 45:
In the Middle of Nowhere zwischen Crailsheim und Ansbach gab im März 1984 eine unbekannte 218 einen netten Hintergrund für einen knorrigen Baum ab.
Bild 46:
Die Regensburger 218 hatten die Bespannung der hochwertigen Reisezüge Stuttgart – Nürnberg 1977 von den Villinger 221 übernommen. Während die 221 alleine auf dieser Strecke zum Einsatz kamen, waren die 218 in der Regel als Pärchen unterwegs… .
Solch ein Pärchen mit 218 234 an der Spitze hatte am 26. Juni 1983 den D/E 2856 Bayreuth - Nürnberg – Konstanz bis Stuttgart gebracht. Neben Kurswagen aus Prag (bis Stuttgart) führte er noch Kurswagen Bayreuth - Nürnberg – Freudenstadt mit sich! In heutigen Zeiten unvorstellbar.
Bild 47:
Am 6. Januar 1985 bespannten 218 231 (von 2005 bis 2012: 218 822) und 218 203 ab Stuttgart Hbf den D 495 Straßburg – Hof (mit Kurswagen nach Bayreuth!).
Bild 48:
Damit soll es aber genug sein mit den Erinnerungen an den planmäßigen Einsatz der 218 in Mittel-/Oberfranken und der Oberpfalz.
So schnell sollte Nordost-Bayern dann auch nicht 218-frei werden. Bis zur Inbetriebnahme der Schnellfahrstrecke (Bamberg-) Ebensfeld – Erfurt im Dezember 2017 wurden in Nürnberg auf dem „Ämterstutzen“ zwei Abschlepp-218 für den Fall eines Falles auf der Schnellfahrstrecke Nürnberg – Ingolstadt vorgehalten, die selbstverständlich auch regelmäßig bewegt werden wollten. Und bis heute verirren sich mäßig aber regelmäßig irgendwelche „privaten“ 218 in die Region, das kann aber nicht drüber hinwegtäuschen, daß die Epoche 218 in Nordost-Bayern vorbei ist.
Danke fürs Durchhalten.
Matthias
picr
Edit: Fehlerkorrektur -->118 013? in 118 003 und Michelbach in Michelfeld geändert
3-mal bearbeitet. Zuletzt am 2024:06:20:11:50:26.