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 04 - Historisches Forum 

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Bilder, Dokumente, Berichte und Fragen zur Vergangenheit der Eisenbahn und des öffentlichen Nahverkehrs - Bilder vom aktuellen Betriebsgeschehen bitte nur im Zusammenhang mit historischen Entwicklungen veröffentlichen. Das Einstellen von Fotos ist jederzeit willkommen. Die Qualität der Bilder sollte jedoch in einem vernünftigen Verhältnis zur gezeigten Situation stehen.
Dies ist KEIN Museumsbahnforum! Bilder, Meldungen und Fragen zu aktuellen Sonderfahrten bitte in die entsprechenden Foren stellen.
Moin zusammen,
Im heutigen 3. Teil über die US-Army aus Garlstedt und deren Militärtransporten auf der FVE-Gleistrasse, beschäftigen wir uns mit den anfänglichen Werdegängen und den geschichtlichen Gründen ihrer Stationierung.

Geschichte:

Der TrÜbPl Garlstedt mit seiner Fläche von ca.1300 Hektar liegt zwischen Bremen und Bremerhaven und wurde bereits seit Kaisrs Zeiten als militärischer Schießplatz genutzt. Das Nato-Oberkommando stellte fest, daß in der norddeutschen Tiefebene ein "Panzerloch" vorhanden war, durch das die Warschauer Pakt Staaten im Falle eines Krieges quasi "in einem Sparziergang" zum Rhein vorstoßen könnte. Die Geschichte der Kaserne ist eng mit der Entwicklung des amerikanischen Heeres nach 1945 in Europa und insbesondere in Deutschland verknüpft. 1965 begannen Überlegungen für einen Bau einer Kaserne in Garlstedt. Im November 1974 kündigte der US-Verteidigungsminister Jams R. Schlesinger an, daß die USA ihre Bodentruppen "ground support forces" in Deutschland verringen würden. An ihrer Stelle sollten zwei Kampfbrigaden und andere Einheiten treten, um den amerikanischen Beitrag zu NATO-Kampfverbänden zu erhöhen. Die ersten Soldaten der Brigade 75 of the US 2nd Armored Division aus Ford Hood, Texas trafen im März 1975 in Deutschland ein. Sie wurden durch General Alexander M. Haig, Supreme Allied Commander, Europe und Staatssekretär Dr. Siegfried Mann begrüßt. Garlstedt wird im Mai 1976 erstmalig als Standort der Brgade 75 genannt, um die Nato-Streitkräfte der Armee-Gruppe Nord zu verstäken. Im Ramen eines Regierungsabkommens, im Juli 1976 von US Präsident Gerald R. Ford und Bundeskanzler Helmut Schmidt abgeschlossen, wurden die Stationierungskosten für die Brigade festgelegt. Die Kosten für die Bundesrepublik Deutschland betrugen 171,2 Mio. DM und der USA 94,8 Mio. DM. Die ersten Arbeiten begannen im Februar 1977, Grundsteinlegung erfolgte im Mai 1977 in Gegenwart von Bundesverteidigungsminister Georg Leber und dem amerikanischen Heeresminister Clifford L. Alexander. Im Juli 1978 wurde die Brigade 75 in "2nd Aremored Dividsion (Forward) in Grafenwöhr feierlich umbenannt. Die wesentlichen Baumaßnahmen sind im September 1978 fertiggestellt. Am 17.10.1978 traf das erste, von 200 Mann starken Vorkommando der 2nd Armored Division (Forward) in Garlstedt ein.

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Bild 1: Das Bild zeigt das Areal der US-Kaserne und ihr Wappen der Kampfbrigarde "HELL ON WHEELS" (HÖLLE AUF RÄDERN)
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Bild 2: US-Militärgeländekarte über die geographische Lage der Lucius-D.Clay-Kaserne

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Bild 3: US-Lageplan der Kaserne in Garlstedt

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Bild 4: Das Foto stammt vom Buchautor Andreas Mausolf aus seinem geschriebenen Buch "Die Farge-Vegesacker Eisenbahn", Bremer Hauschildverlag unter ISBN-Nr.: 978-3-89757-389-5

Es zeigt im Frühjahr 1980 einen typischen US-Army Militärreisezug von Bahnhof Bremen-Vegesack kommend und ist für die Bereitstellung eines Manövers bestimmt. Der Zug durchfährt den Bahnhof Bremen-Farge-Ost der FVE. Er wird wenig später die Panzerverladerampe der Bundeswehr in Schwanewede/Neuenkirchen erreichen, wo bereits schon mit dem Verladen der US-TANKS begonnen wurde. Das linke Gleis gehört übriegens zu den Gleisanlagen des Bremer IVG-Tanklagers in Bremen-Farge. Es dient als Zieh- und Verbindungsgleis zum IVG Verladebahnhof I. Die Übergabestelle für die Kesselwagen ist der Bahnhof Bremen-Farge-Ost. Die Schnellzugwagen bestanden sehr oft aus den Waggontypen ABü (320) für die 1./2. Klasse der höheren amerikanischen Dienstgrade und den Wagentypen Bü (340) für die 2. Klasse für das "Fußvolk" der Panzergrenadiere.

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Bild 5: Das Foto wie bei Bild 4 stammt von Andreas Mausolf, 1980

Das Foto zeigt den Bahnhof Bremen-Farge-Ost der Farge-Vegesacker Eisenbahn. Dort standen nicht nur viele Kesselwagenganzzüge und Wagengruppen für die Vorhaltung und Bereitstellung zum befüllen der Waggons im IVG-Tanklager, sondern auch der Bereitstellung der Drehgestellflachwagen mit den Typen Re und Rs, den Rungenwagen Kbs und Kbl 443 und natürlich den Bundeswehrschwerlastwagen mit einer Art "Fischbauch" als Tragrahmen und den Wagentypen Rlmmp 700 und Rlmmps 650.
Der Mak-Loktyp G 1600 BB der FVE, fährt in Richtung Panzerverladerampe der Bundeswehr in Schwanewede/Neuenkirchen.

So, dass war es wieder mal. Im 4.Teil, den ich noch vorbereiten muss geht es weiter mit den militärischen Aktivitäten auf dieser Bahn.

Gruß V102 Achim
Hallo Achim,

Interessanter und lesenswerter Artikel!
Was mich bezüglich Militärzügen noch interessiert ist, ob diese besonders bewacht werden/wurden, wenn Sie zum stehen kommen? Weiß da jemand etwas drüber?

Beste Grüße
Benny
Moin Benny,

danke für Deine Frage. !979 bin ich oft zur Panzerverladerampe nach Schwanewede/Neuenkirchen mit dem Fahrrad gefahren. Die Hospitalstraße führt durch einen zum Teil bebautes Gebiet und an der Lützo-Kaserne in Schwanewede vorbei. Ab dem örtlichen Truppenübungsplatz ist dort eine Sperrschranke für den Durchgangsverkehr vorhanden, weil Wochentags einige Ortskundige Bewohner früher diese gerne als Abkürzung benutzten. Sie diente damals eigendlich nur der Bundeswehr in Schwanewede und der Panzerbrigade 32 aus der ehem. Lützo-Kaserne für ihre Ausbildungsfahrten. Auch die Amerikaner aus Garlstedt nutzten diese, um mit ihren Fahrzeugen aus Garlstedt zur der Eisenbahnverladung zu kommen. Werde diese in den nächsten Teilen noch behandeln. Die Straße selber und die Panzerverladerampe ist kein "Militärischer Bereich" oder "Militärischer Sicherheitsbereich" "Vorschicht! Schusswaffengebrauch", sondern frei zugänglich, mit Ausnahmen der Panzerübungsgelände und Wege. Wie in Garlstedt ist dieses Areal nur am Wochenende erlaubt zu betreten. Viele Fahrradfahrer und Fußgänger konnten die Barriere leicht umgehen.

Während der Panzerverladungen der US-Army konnte man an der Seite mit Abstand das Geschehen beobachten und auch fotografieren. Leider hatte ich damals 1979 keine Kammera und das Eisenbahnfotografieren entdekte ich erst sechs Jahre Später als Hobby. Ich steckte ja im ersten Ausbildungsjahr als Maschinenschlosser und mußte lernen. Nicht so wie heute, Internet war noch Zukunft. Und zu spionieren gab es da auch nichts, wenn man die Panzer und Ausrüstungen ablichten hätte wollen, dann hätte man auch in der Ortschaft fotogrfieren und analysieren können- für den Feind aus dem Osten. Aber die wußten ja schon alles, wie umgekehrt auch.

Die Militärzüge waren nicht bewacht.

Gruß V102 Achim
Bei uns in Lichterfelde West (Berlin) waren die richtigen Panzerzüge, z.B. die zu Übungen in Franken und zurück fuhren, durchaus immer bewacht. Da gab es sogar eigene Güterzugbegleitwagen der US Army für:
[www.bahnbilder.de]
An Bord fuhr US Militärpolizei, die auch weit reichende Funkgeräte hatten, so dass sie auch beim Durchqueren der DDR mit ihren Zentralen funken konnten. In den Militärschnellzügen fuhr auch MP mit, es gab einen Zugkommandaten und somit könnte man auch von "bewacht" sprechen. Auf dem Bahnhof gab es auch US Militärpolizei mit Wachtposten.



2-mal bearbeitet. Zuletzt am 25.11.21 21:24.

Aha, aus einem Buch geklaute Bilder!

geschrieben von: ludger K

Datum: Gestern, 20:22:41

Bilder in Büchern sind nicht vogelfrei! Das hier ist schlichtweg Diebstahl!


Dieses Bild aus Blumenthal ist dagegen kein Diebstahl, sondern mein Eigentum:


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