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Rangierbahnhof Puttgarden: Zugbildungsaufgaben?

geschrieben von: cargofuzzy

Datum: 14.11.21 15:24

Hallo!

In der DVD „Die Vogelfluglinie“ des EK-Verlages gibt es auch einige historische Szenen (1960er-Jahre) zum Güterverkehr. So sieht man bei 20:40 einen rollenden Güterwagen, so dass anzunehmen ist, dass es hier (wie damals in sehr vielen Güterbahnhöfen) auch Abrollbetrieb über einen Ablaufberg gab. In der Blütezeit hatte der Bahnhof gemäß der DVD immerhin 145 Weichen.

Dazu habe ich einige Fragen:
Die meisten Güterwagen, die über Puttgarden liefen, waren vermutlich internationale Ferntransporte mit Start- und Zielpunkt außerhalb von Schleswig-Holstein. Daher frage ich mich, welche Zugbildungsaufgaben Puttgarden hatte. Wurden hier alle gemischten (internationalen) Güterzüge zerlegt, um Wagen für die Bahnhöfe zwischen Puttgarden und Neustadt herauszunehmen? Zu welchen Zielen im Nahbereich (Übergabegüterzüge) bzw. Fernbereich (nationale und internationale Durchgangsgüterzüge) wurden hier nach Inbetriebnahme der Vogelfluglinie im Jahr 1963 Züge gebildet? Wie hat sich dies in den 1970er und 1980er-Jahren geändert? War Puttgarden als „Rangierbahnhof“ eingestuft?


Gruß
Paul
Moin!

Der Bahnhof war ja in erster Linie für das Zerlegen und Zusammenstellen der Züge von/zur Fähre gedacht. Vielleicht täusche ich mich, aber einen Ablaufberg gab meines Wissens nicht.

Hier gibt es einen Gleisplan, der keinen Ablaufberg zeigt.

Bis in die 90er Jahre gab es aber lokalen Güterverkehr auf Fehmarn. Landkirchen, Orth, Burg und Petersdorf wurden bei der Eröffnung des Bahnhofs Puttgarden noch angefahren. Die für dort bestimmten Güterwagen liefen über Puttgarden und wurden von dort aus weiter verteilt.
Jedoch gab es hierfür extra Züge, die mit den internationalen Güterzügen nichts zu tun hatten.

Grüße aus dem Nordwesten
Sebastian




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2021:11:14:16:48:52.

Re: Rangierbahnhof Puttgarden: Zugbildungsaufgaben?

geschrieben von: Fdl Uwf

Datum: 14.11.21 16:54

Hallo Paul,

habe mal in meinen alten Güterkursbüchern der DB nachgeschaut.
Puttgarden hatte eine eigene Wegekarte für Eil- und auch für Frachtgutwagen. Es waren aber nur die Verbindungen im Eilgutwagenverkehr eingetragen. Direkte Beförderungen gab es nach

1966: Basel, Fulda, Hmb-Eidelstedt, Hmb Hgbf, Lübeck Rbf und Rodby F.
1972: Basel, Hmb-Eidelstedt, Lübeck Rbf und Rodby F.
1975: Hmb-Eidelstedt, Lübeck Rbf und Rodby F. Zusätzlich 1976 noch Hmb-Wilhemsburg für Frachtgutwagenladungen.

Es gab auch noch weitere Eilgutwagengruppen, doch diese mussten dann in anderen Bahnhöfen auf andere Züge umgestellt werden. Für die umliegenden Bahnhöfe wurden die Güterwagen von Lübeck Rbf zugeführt.

Gruß
Martin

Re: Rangierbahnhof Puttgarden: Zugbildungsaufgaben?

geschrieben von: cargofuzzy

Datum: 14.11.21 17:22

Sebastian Berlin schrieb:
Moin!

Der Bahnhof war ja in erster Linie für das Zerlegen und Zusammenstellen der Züge von/zur Fähre gedacht. Vielleicht täusche ich mich, aber einen Ablaufberg gab meines Wissens nicht.

Hier gibt es einen Gleisplan, der keinen Ablaufberg zeigt.

Bis in die 90er Jahre gab es aber lokalen Güterverkehr auf Fehmarn. Landkirchen, Orth, Burg und Petersdorf wurden bei der Eröffnung des Bahnhofs Puttgarden noch angefahren. Die für dort bestimmten Güterwagen liefen über Puttgarden und wurden von dort aus weiter verteilt.
Jedoch gab es hierfür extra Züge, die mit den internationalen Güterzügen nichts zu tun hatten.
Hallo!

Also gab es extra Züge für den lokalen Bereich (vermutlich ab Lübeck oder Hamburg?), die in Puttgarden zerlegt wurden.
Aber warum wurden dann in Puttgarden die internationalen Züge von/zur Fähre zerlegt und neu zusammen gestellt (da ja offenbar keine Waggons für den Nahbereich aus den internationalen Züge herausgenommen wurden)? Das würde nur dann Sinn machen, wenn in Puttgarden internationale Güterzüge zu UNTERSCHIEDLICHEN Ziel-Rangierbahnhöfen in Dänemark und / oder Deutschland gebildet wurden. Welche Ziel-Rangierbahnhöfe waren das konkret?

Wenn es wirklich keinen Ablaufberg in Puttgarden gab (was der Gleisplan (danke für den Link) tatsächlich nahelegt), dann wurden hier mit Sicherheit auch keine internationalen GZ gebildet, sondern nur Übergabezüge für den Nahbereich. Das würde dann bedeuten, dass die internationale Züge in Puttgarden nur "verkürzt" wurden, damit sie verteilt auf mehrere Gleise in der Fähre passten. Somit war Puttgarden vermutlich kein klassischer Rangierbahnhof mit Zugbildungsaufgaben für Durchgangsgüterzüge zu anderen Rangierbahnhöfen im In- oder Ausland.

Gruß
Paul

Re: Rangierbahnhof Puttgarden: Zugbildungsaufgaben?

geschrieben von: cargofuzzy

Datum: 14.11.21 17:30

Hallo Martin,

danke für die Infos. Liefen diese Eilgutwagen in den gemischen Durchgangsgüterzügen ab Puttgarden mit?
Dann wurden diese vermutlich in Puttgarden ohne Ablaufbetrieb vorne oder hinten an diese angekuppelt.

Gruß
Paul


Fdl Uwf schrieb:
Hallo Paul,

habe mal in meinen alten Güterkursbüchern der DB nachgeschaut.
Puttgarden hatte eine eigene Wegekarte für Eil- und auch für Frachtgutwagen. Es waren aber nur die Verbindungen im Eilgutwagenverkehr eingetragen. Direkte Beförderungen gab es nach

1966: Basel, Fulda, Hmb-Eidelstedt, Hmb Hgbf, Lübeck Rbf und Rodby F.
1972: Basel, Hmb-Eidelstedt, Lübeck Rbf und Rodby F.
1975: Hmb-Eidelstedt, Lübeck Rbf und Rodby F. Zusätzlich 1976 noch Hmb-Wilhemsburg für Frachtgutwagenladungen.

Es gab auch noch weitere Eilgutwagengruppen, doch diese mussten dann in anderen Bahnhöfen auf andere Züge umgestellt werden. Für die umliegenden Bahnhöfe wurden die Güterwagen von Lübeck Rbf zugeführt.

Gruß
Martin

Re: Hauptaufgabe des Bahnhofs Puttgarden

geschrieben von: Sebastian Berlin

Datum: 14.11.21 17:34

Zitat
Also gab es extra Züge für den lokalen Bereich (vermutlich ab Lübeck oder Hamburg?), die in Puttgarden zerlegt wurden.
Aber warum wurden dann in Puttgarden die internationalen Züge von/zur Fähre zerlegt und neu zusammen gestellt (da ja offenbar keine Waggons für den Nahbereich aus den internationalen Züge herausgenommen wurden)?
Ja, die Güterwagen für die lokalen Gütertarifpunkte wurden aus Lübeck zugeführt.
Und wie du etwas weiter unten richtig feststellst, wurden die internationalen Züge zerlegt, damit sie auf die Fähre passen. Ohne diese Aufgabe hätte es ja nie einen Bahnhof Puttgarden gegeben.

Grüße aus dem Nordwesten
Sebastian




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2021:11:14:17:34:46.

Aus den Umläufen ist zu entnehmen daß es seinerzeit

geschrieben von: OZL-Lokd.

Datum: 14.11.21 17:40

Ngs ab Hamburg/Lübeck und zurück gab ( 9000 er Nummernkreis) und die Feinverteilung durch die in Puttgardener Bahnhofs-Köf erfolgte
Scan 67 Bw Lübeck V 200.1 Blatt 1.jpg
Scan 68 Bahnbetriebswerk Lübeck Umläufe BR 332 und 265.jpg

Re: Rangierbahnhof Puttgarden: Zugbildungsaufgaben?

geschrieben von: Diesel73

Datum: 14.11.21 18:31

Hallo,
den Güterzugbildungsvorschriften der BD von 1975 ist sinngemäß folgendes zu entnehmen:
-alle Züge (TEEM, Sg, Dg, Ne und Ng) endeten in Puttgarden bzw begannen dort
-es wurden Wagen(gruppen) nach Dänemark, Norwegen und Schweden in Puttgarden auf die jeweiligen Fähren verteilt bzw. kamen von dort
-das bedingte umfangreiche Rangierarbeiten, da auch Leerwagen für/von der Insel zu befördern waren
-insgesamt war das Güteraufkommen auf Fehmarn, in Großenbrode und in Heiligenhafen aber gering, hierfür reichte schon 1978 ein Nahgüterzugpaar

Ich bin seit 1990 jeden Sommer in der Gegend gewesen und oft mit meinen Kindern stundenlang Züge geguckt (auch auf dem Stellwerk). Montags und z.T. auch dienstagsmorgens fuhren kaum Güterzüge, da sie am Wochenende nicht beladen wurden.

Ganzgüterzüge verkehrten mit Ausnahme von LKW-Aufliegern und später mal Containern auf der Strecke nicht, denn Massengut wird in der Gegend mit dem Schiff transportiert und erst im Lübeck oder Hamburg ausgeladen.

Gruß
Werner



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2021:11:14:18:31:59.

Re: Rangierbahnhof Puttgarden: Zugbildungsaufgaben?

geschrieben von: Bahnfrosch

Datum: 14.11.21 19:05

Hallo Paul,

im EK-Buch von der Baureihe V 65 ist ein Laufplan ab 29.9.1963 abgedruckt, der die lokalen Übergaben und Nahgüterzuge beinhaltet:

Üb 16360 Puttgarden - Burg
Lz Burg-Großenbrode
Üb 16212 Großenbrode - Heiligenhafen
Üb 16365 Heiligenhafen - Burg
Ng 9223 Burg - Orth
Ng 9224 Orth - Burg
Üb 16367 Burg - Puttgarden
Lz Puttgarden - Burg
3 h Rangieraufenthalt (Burgstaaken)
Üb 16369 Burg- Puttgarden

Gruß Bahnfrosch
Moin aus Neumünster,

nicht alle Güterwagen mit Gefahrgut wurde gleichzeitig auf der Fähre transportiert. Die wurden aus den Güterzügen herausgenommen.
Wenn einige Güterwagen vom Zoll überprüft werden mussten, wurde sie aus dem Zug herausgenommen. Dafür gab es extra Gleise - 11 - 15 und 29, 30 - siehe die Gleise ganz rechts im Bild.

https://live.staticflickr.com/65535/50317618757_9c17a430da_h.jpg
G-P50-Puttgarden-2019-11-11-024 by D-Zug-Schaffner, auf Flickr

https://live.staticflickr.com/65535/51095862045_4d227af473_h.jpg
A-P50-Puttgarden-1972-07-001 by D-Zug-Schaffner, auf Flickr

1972 waren die Gleis rechts (29 + 30) voll.

Gruss aus Neumünster vom

D-Zug Schaffner

Rainer

[www.flickr.com]

Ui - ein V200.1-Umlauf

geschrieben von: RT

Datum: 15.11.21 14:21

mit Leistungen nach Kiel! :) Vielen Dank dafür. Wenn Du Lust hast, auch noch Blatt 2 zu posten - ich würde mich freuen!

Vielen Dank schon hier und viele Grüße,
Ralph (Timmermann)
da der V 160 Umlauf Kiel-Kreiensen nicht zum Thema gehörte s. Anlage
Scan 67 Bw Lübeck V 200.1 Blatt 2.jpg
Man darf ja nicht vergessen, daß es neben Ablaufbetrieb ja auch noch das Abstoßen gibt, wenn kein Berg vorhanden ist. Wenn also rollende Güterwagen zu sehen sind, wurden diese vermutlich abgestoßen., ein früher tagtäglicher selbstverständlicher Vorgang im Rangierbetrieb, heute eine fast schon exotisch anmutende Rangierbewegung. Aber sie wird immer noch angewendet und auch unterrichtet.
Wenn es immer nur einzelne Rangieraufgaben waren, lohnte es sich nicht, eigens einen Ablaufberg anzulegen - obwohl ich heute angesichts mancher Fragmente und Spuren in der Landschaft schon öfters überrascht war, WO es alles Ablaufberge (oder wenigstens -hügelchen) gab.

"Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit, aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher." [Albert Einstein]


"Ich bin, wie ich bin. Die einen kennen mich, die anderen können mich...!"
[Konrad Adenauer]




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2021:11:15:15:48:27.

Re: Ui - ein V200.1-Umlauf - bl. 2 hatte ich weggelassen

geschrieben von: RT

Datum: 15.11.21 15:57

Ich weiß, aber zu meinem Bahn-Thema passt er wunderbar :) Vielen herzlichen Dank Dir!

Viele Grüße,
Ralph
Vielen Dank für die Umläufe! Sehr interessant!
Bemerkenswert finde ich auch, dass gemäß dem 332-Umlaufplan 4 Übergabe-Zugpaare nach Burg verkehrten.


OZL-Lokd. schrieb:
Ngs ab Hamburg/Lübeck und zurück gab ( 9000 er Nummernkreis) und die Feinverteilung durch die in Puttgardener Bahnhofs-Köf erfolgte
[attachment]
[attachment]

Re: Rangierbahnhof Puttgarden: Zugbildungsaufgaben?

geschrieben von: cargofuzzy

Datum: 15.11.21 18:09

Diesel73 schrieb:
Hallo,
den Güterzugbildungsvorschriften der BD von 1975 ist sinngemäß folgendes zu entnehmen:
-alle Züge (TEEM, Sg, Dg, Ne und Ng) endeten in Puttgarden bzw begannen dort
-es wurden Wagen(gruppen) nach Dänemark, Norwegen und Schweden in Puttgarden auf die jeweiligen Fähren verteilt bzw. kamen von dort
-das bedingte umfangreiche Rangierarbeiten, da auch Leerwagen für/von der Insel zu befördern waren
-insgesamt war das Güteraufkommen auf Fehmarn, in Großenbrode und in Heiligenhafen aber gering, hierfür reichte schon 1978 ein Nahgüterzugpaar

Ich bin seit 1990 jeden Sommer in der Gegend gewesen und oft mit meinen Kindern stundenlang Züge geguckt (auch auf dem Stellwerk). Montags und z.T. auch dienstagsmorgens fuhren kaum Güterzüge, da sie am Wochenende nicht beladen wurden.

Ganzgüterzüge verkehrten mit Ausnahme von LKW-Aufliegern und später mal Containern auf der Strecke nicht, denn Massengut wird in der Gegend mit dem Schiff transportiert und erst im Lübeck oder Hamburg ausgeladen.

Gruß
Werner
Hallo Werner,

vielen Dank an dich (und alle anderen) für die interessanten Infos! Mir war nicht bekannt, dass von Puttgarden aus Eisenbahnfähren nach Dänemark, Norwegen und Schweden verkehrten. Das erklärt natürlich den umfangreichen Rangierbetrieb. Somit musste wohl jeder gemischte Güterzug aus Ri. Lübeck mindestens in die drei internationalen Richtungen (plus Nahbereich) aufgelöst werden.
Aber wie ging das ohne Ablaufberg? Offenbar nur mit Abstoßen, aber das stelle ich mir sehr aufwändig vor!

Gruß
Paul

Güterverkehr Fährbahnhof Puttgarden

geschrieben von: TEEM 41510

Datum: 15.11.21 20:15

Moin und Hallo,


Puttgarden hatte den betrieblichen Titel Fährbahnhof. Einen Einzelwagen-Rangierbetrieb gab es im vermuteten Sinne nicht. Die Züge hatten teils eigene Aufgaben.

In den 60er Jahren bis zur Inbetriebnahme des Rangierbahnhofes Maschen, südlich Hamburg, stellte sich der Betrieb folgender massen dar. In Hamburg wurden regulär alle Güterzüge rangierdienstlich behandelt. Normale Dg- und Ng-Frachtenzüge kamen von Süden oder Westen in den Rangierbahnhöfen Hamburg-Harburg, Hmb-Wilhelmsburg, Hmb-Eidelstedt oder Hmb-Rothenburgsort an. Letzterer war auf jeden Fall Dg- / Ng-Zugbildungsbahnhof nach Puttgarden. Die anderen 3 Bahnhöfe evtl. in geringerem Umfang auch. Ausserdem wurden Güterwagen zwischen allen 4 Hamburger Rbf mit Ng-Zügen weiterbefördert. Weshalb wegen zweimaliger Zugbildung in Hamburg bei der Durchreise bekanntlich Maschen Rbf gebaut wurde.

Eilgüterzüge wurden in Hmb-Eidelstedt Rbf behandelt. Von Süden oder Westen fuhren dann Sg, De und TEEM durch Harburg und Hamburg Hbf nach Eidelstedt oder mit Fahrtrichtungswechsel zwischen Norderelb-Brücke und Oberhafen in Hamburg Hauptgüterbahnhof (Hgbf) über Barmbek nach Eidelstedt auf eingleisiger Güterumgehungsbahn. Diese eiligen Züge fuhren dann nach der Zugbildung für Puttgarden ab Eidelstedt wieder durch den Hbf, Hgbf nach Rothenburgsort und Lübeck oder über Barmbek nach Hmb Hgbf (mit nochmaligem Richtungswechsel) über Rothenburgsort Richtung Puttgarden.

Ab 1977 wurde der Betrieb im Rbf Maschen Umbenennung in Maschen Rbf in den 90ern) aufgenommen. Von Maschen gab es ein Ng-Zugpaar mit Kopfmachen in Hmb Hgbf, vermutlich Zugbildung in Hmb-Rothenburgsort und Lübeck Rbf zur Bedienung der Strecke Neustadt (Holst) - Puttgarden. Ausserdem gab es ein zweites Ng-Zugpaar zur Beförderung von Überbreiten / Lademaßüberschreitung mit diesem Zug wurden die kleinen Bahnhöfe nicht bedient, ggf. Neustadt und Oldenburg (Militärverladung) bei Bedarf.


Zugbildung und Rangierbetrieb

Wagen von Lübeck Richtung Norden wurden nach Möglichkeit mit den beiden Ng-Zugpaaren gefahren. Wagen von Hamburg zu den verschiedenen Lübecker Hafenbahnhöfen wurden möglichst mit direkten Ng mit und ohne Halt in Lübeck Rbf zu den Häfen gefahren, z. B. nach Lübeck-Travemünde Skandinavienkai.
Bis in die 80er Jahre gab es Dg-Züge Maschen - Puttgarden mit den Zugnummern für Binnenverkehre im Zugnummernbereich Dg 61xxx. In den 80er Jahren wurden die Dg in internationale Züge Maschen Rbf - Roedby im Nummernbereich ab Dg 45751 folgend organisiert. Mit dem Güterverkehrsprojekt Dan-Link Wurden diese Züge möglichst im Zuglauf Maschen Rbf - Helsingborg organisiert.

Internationale TEEM hatten Puttgarden im Netz der DB teils als Anfangs- oder Entbahnhof. Nach der Fährfahrt über die Ostsee fuhr die DSB in Dänemark mit neuer TEEM-Zug-Nr.
Von Südfrankreich über Köln-Eifeltor und von Italien über Chiasso, Basel, Mannheim, Bebra gab es diverse internationale TEEM mit Ziel Helsingborg und Stockholm, seltener Malmö. Oslo wurde mit Zubringer TEEM ab Helsingborg angebunden. Aus beiden Richtungen trafen sich die TEEM in Maschen Rbf, teils endete dort einer. Aus beiden Zügen wurden die Wagen mit Richtungsziel Roedby einschl. Helsingborg zu einem weiterfahrenden TEEM gebildet. Der andere TEEM fuhr teils über Flensburg-Weiche - Padborg - Fredericia nach Aarhus.


Güterverkehr in Puttgarden

Güterzüge fuhren teils am westlichen Bahnsteiggleis ein. Die ankommende 218 wurde abgehängt und über die nördlichen Weichen fuhr die Lok meist Richtung Bw-Abstellung. Eine V60 zog bei langen Zügen einen Teil des südlichen Zugendes ab und stellte diesen in die westlichen Gleise daneben. Insbesondere dann, wenn ein Güterzug auf 2 Gleise verteilt wurde. Danach fuhr die V60 wieder von Süden an den Zug und schob die Wagen auf die 3 nebeneinander liegenden Gleise auf den Fährschiffen. Alle Fähren fuhren nur bis ins 19 Km entfernte Rödby. Andere Fährhäfen gab es ab Puttgarden nicht. Ggf. wurden bestimmte Wagen für Zollbehandlung ausgesetzt. Es gab später aber bestimmt Zoll-Vereinfachungen und auch den EU-Binnenmarkt, so dass eigentlich nicht viel mehr als nötig rangiert wurde.
Westlich des letzten Bahnsteiggleises gab es 2 Güterzug Aufstellgleise und südlich der folgenden 5 Richtungsgleise mindestens 2 Ein- und Ausfahrgleise.
Am erstgenannten westl. Bahnsteig kam mal eine Lübecker 218 mit dem Sondergüterzug Sg 71692 Chiasso - Helsingborg an. Das war ein Interfrigo-Kühlwagen-Ganzzug mit DB-Binnenverkehrs-Zugnr., der mit Weintrauben beladen war. Dieser Zug wurde vermutlich auf 2 Fährschiffe aufgeteilt. Die Fahrzeiten der Güterzüge lag so, dass immer 2 Schiffe genutzt werden konnten.

Früher gab es im westlichen Teil des Bf 5 seperate Richtungsgleise für Güterwagen nach Burg (Fehmarn), Hmb-Wilhelmsburg, Hmb Hgbf, Lübeck, sowie Dienstfracht / Ortswagen Puttgarden. Rangiert wurde im Abstoßbetrieb, die Wagen wurden kurz angeschoben und rollten dann ins Bestimmungsgleis.


Beschreibung eines Zuglaufs nach Helsingborg und Stockholm


Mit der Ankunft in Roedby hat die DSB ebenfalls möglichst geringen Rangierbetrieb gemacht. Die Zugteile aus den 3 Gleisen der Schiffe wurden neu zusammengestellt. Nyköbing und Vordingborg hatten nur örtlichen Güterverkehr und keinen Rangierbetrieb.
Eine rangierdienstliche Behandlung kann es nur in Kobenhavn gegeben haben. Von dort ging es zum Fährbahnhof Helsingör, mit dem Schiff nach Helsingborg und von dort weiter wie oben beschrieben.


Hier mal ein Beipiel

Sg 41718 Basel Bad Rbf - Helsingborg tgl außer Sa/So + S/nS Fpl Mai 1989

.........23.03 ab Basel Bad Rbf,..................Tfz 151 1465 t
00.31 01.04 Offenburg Wagenzugang
02.35 02.42 Mannheim-Friedrichsfeld Personalwechsel
05.44 05.46 Bebra Personalwechsel
08.14 08.17 Lehrte Personalwechsel
10.00 12.00 Maschen Rbf neue Zugbildung, Tfz 140 1100 t Hg 90 Km/h
12.22 12.35 Hamburg Hgbf Kopfmachen,.... Tfz 218 1100t
durch 13.41 Lübeck Hbf
15.10 16.00 Puttgarden
18.10 19.49 Roedby Faerge
22.45 01.00 Kobenhavn Zugbildung
.........02.43 an Helsingborg



Grüße aus dem Norden von Markus



6-mal bearbeitet. Zuletzt am 2021:11:16:19:45:07.

Re: Güterverkehr Fährbahnhof Puttgarden

geschrieben von: D-Zug-Schaffner

Datum: 15.11.21 20:45

TEEM 41510 schrieb:
Eilgüterzüge wurden in Hmb-Eidelstedt Rbf behandelt. Von Süden oder Westen fuhren dann Sg, De und TEEM durch Harburg und Hamburg Hbf nach Eidelstedt oder mit Fahrtrichtungswechsel zwischen Norderelb-Brücke und Oberhafen in Hamburg Hauptgüterbahnhof (Hgbf) über Barmbek nach Eidelstedt auf eingleisiger Güterumgehungsbahn. Diese eiligen Züge fuhren dann nach der Zugbildung für Puttgarden ab Eidelstedt wieder durch den Hbf, Hgbf nach Rothenburgsort und Lübeck oder über Barmbek nach Hmb Hgbf (mit nochmaligem Richtungswechsel) über Rothenburgsort Richtung Puttgarden.

Moin aus Neumünster,

einen Teil der Güterzüge von Eidelstedt - Puttgarden und Gegenrichtung hatte man auch bis zum Bau des Rbf Maschen über Neumünster, Ascheberg, Eutin, Neustadt umgeleitet um Hamburg zu entlasten. In Wankendorf, an der Strecke Neumünster - Ascheberg wurden deshalb sogar neue Signalanlagen eingebaut. Bei diesen Güterzügen handelte es sich auch um TEEM.

https://live.staticflickr.com/65535/50368469503_2bd52f8895_h.jpg
A-W03-Wankendorf-1975-07-001 by D-Zug-Schaffner, auf Flickr

Juli 1975, Güterzug Eidelstedt - Puttgarden, kurz vor Wankendorf

https://live.staticflickr.com/65535/50792329951_163362b000_h.jpg
A-M12-Malente-Gremsmuehlen-1973-06-001 by D-Zug-Schaffner, auf Flickr

Juni 1973, Malente Gremsmühlen, 221 120 mit einem Güterzug Puttgarden - Eidelstedt.

Gruss aus Neumünster vom

D-Zug Schaffner

Rainer

[www.flickr.com]
Hallo Paul!

Von Puttgarden fuhren nur Eisenbahnfähren nach Dänemark und zwar nach Rødby.

Die Züge bzw. Teile davon auf diesen Fähren fuhren dann ggf. noch weiter nach Schweden und/oder Norwegen oder auch nur bis Kopenhagen.

Mit historischen Grüßen und kommt gut durch die Zeit

Stefan

Re: Rangierbahnhof Puttgarden: Zugbildungsaufgaben?

geschrieben von: Nietenreko

Datum: 16.11.21 11:24

Abstossen war früher eigentlich das Normale, das wurde auf jedem Bahnhof gemacht, und es ging dabei schon deftig zur Sache! Ich kenne es noch aus eigenem Erleben, aber auch wenn man sich mal alte Ton-Pruissen-File ansieht, wie die früher durch den Bahnhof gedengelt sind, hin und her, das war nichts für schwache Nerven! :-)

Hinweis: Beitrag kann Spuren von Ironie enthalten.

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