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Lampen und Laternen bei der Bahn: Teil 14

geschrieben von: Rally01

Datum: 15.09.21 04:40

Hallo liebe Leser,
heute kommt nach den elektrischen Signallaternen die Blinklichtanlage dran.

Zuerst erst schauen wir uns die Bahnübergangsbeleuchtung mit Gasbetrieb an.

Fotos davon habe ich noch nicht in die Finger bekommen. War das nur ein Projekt,oder kam das auch zur Ausführung?



https://abload.de/img/lampenbgas87km4.jpg

Bild 1: Hier eine Form der Bü Beleuchtung mit Propangasbeleuchtung.


https://abload.de/img/lampebgasbeleuchtunga1jyn.jpg

Bild 2 Ebenso dieser Scheinwerfer. So ganz erschließt sich mir der Zweck dieser Leuchte nicht.



https://abload.de/img/lampenbliloaltelji6.jpg

Bild 3: Hier sehen wir einen quadratischen Lampenschirm der Ausführung von 1953 bis 1961. Wie
Man hier sieht, wurden Blinklichanlagen auf dem Land nicht zusätzlich beleuchtet.

https://abload.de/img/lampenblilo64aka7.jpg

Bild 4: Das ist die Ausführung ab 1961 mit einer Signalschirm für Linksaufstellung.


https://abload.de/img/lampenstraensignallati0k6t.jpg

Bild 5: Hier die passende Zeichnung dazu. Im Gegensatz zur Reichsbahn, verwendete die Bundesbahn eine extra entwickelte Straßensignallaterne.


https://abload.de/img/lampenwssanlageuqklp.jpg

Bild 6: Auch bei der Reichsbahn gab es Blinklichtanlagen von WSSB.
Diese hatten eine modifizierte Hauptsignal Laterne als Straßensignal verwendet.


https://abload.de/img/lampenbberwachungzbjqv.jpg

Bild 7: Das dazugehörige Überwachungssignal hatte unten 2 gelbe, elektrisch beleuchtete Dauerlichter , damit man weiß,
dass da ein Üs kommt .Die wurden auch später auf Reflektorpunkte umgebaut. Oben das Weiße Licht war und ist auch
heute noch ein Dauerlicht, im Gegensatz zur DB Ausführung.


https://abload.de/img/hrtsmarb19kdg.jpg

Bild 8: Und hier die letzte DB Ausführung 1982 . Als Signalleuchte wurde da eine normale rote Leuchte von einer Straßenampel eingebaut.


https://abload.de/img/hrstmarb2rokn3.jpg
Bild 9: Bei den Anlagen kam auch ein leicht modifiziertes Überwachungssignal zum Einsatz.Dort wurde das untere gelbe Licht auch elektrisch beleuchtet.



https://abload.de/img/lampenbsignalba57ocj78.jpg

Bild 10: Hier das Überwachungssignal der Bauart 1957. Warum da eine Gasbeleuchtung für das gelbe Dauerlicht verwendet wurde, ist nicht ganz unumstritten.
Da in den Schalthäusern der Blinklichtanlagen auch Batterien verbaut sind, können die Anlagen bis zu 36 Stunden ohne Fremdstrom arbeiten. Würden da aber
2 Leuchten dauernd leuchten, müsste man entweder größere Batterien einbauen, oder sie kämen nur kürzere Zeit ohne Strom aus. Wer weiß , was da gefordert wurde?


https://abload.de/img/lampezeichnugnbsigmjkmd.jpg


https://abload.de/img/lampesfhjis.jpg

Bild 11. So sieht eine Lampe im ausgebauten Zustand aus.


https://abload.de/img/lampeblilovonhintent2k9w.jpg

Bild 12: Die Fassung ist herausgebrochen und man erkennt deutlich die Linse.


https://abload.de/img/lampenblilocfj6c.jpg

Bild 13: So sieht dann die modifizierte Variante aus: Blechplatte mit Loch vor das Signal gebaut, dann einen gelben Reflexionsstreifen ganz herum und einen gelben Punkt, da wo vorher die Gaslaterne war. Gaslaterne abgebaut und fertig.


https://abload.de/img/lampenblilo1v0kay.jpg

Bild 14: Einschalten kann man die Anlage auch mit einem Schlüssel(DB 21) entweder mittels RS(Rangierschalter) oder HET (Hilfs Einschalt Taste).Auch hier
ist links eine Kontrolllampe eingebaut.


https://abload.de/img/lampenblilo5tikxq.jpg

Bild 15: Es können auch 2 Straßensignale an einem Mast angebaut werde, wenn eine Straße in den Bahnübergang einmündet.


https://abload.de/img/lampenblilo4nsk3c.jpg
Bild 16: Mal genau hingeschaut bei einer Blilo (Blinklichtanlage Lokführer überwacht)oder Blifü(Blinklichtanlage fernüberwacht, also vom Stellwerk aus).
Äußerlich identisch.
Es gibt immer einen kurzen Augenblick, wo beide Straßensignale gleichzeitig leuchten. Das wurde von der StvO so gefordert. Damit, egal wo der
Autofahrerhinschaut, immer in rotes Licht sieht. Die Blinkfrequenz beträgt 1 mal pro Sekunde.

https://abload.de/img/lampenblilo411kyv.jpg

Bild17: Das Straßensignal von hinten.Damit man hineinschauen kann, muß man es aufschließen.


https://abload.de/img/lampenblilo3u9kbb.jpg

Bild 18: So sieht es geöffnet aus. Rechts unten wieder der Fernrohrhalter. Bei welchen Signalen gab es den??? Na , aufgepasst?...Richtig ,bei Licht Haupt-,
Vor- und Überwachungsignalen.


https://abload.de/img/lampenblilo6xbj05.jpg

Bild 19: So sieht das Fernrohr aus.


https://abload.de/img/lampenblilo7cykjr.jpg

Bild 20: So wird es dann in den Halter gesteckt. Damit kann man dann das Signal so justieren, das man das Signal in etwa 400 m genau als Lokführer auf
der Lok, oder eben als Autofahrer auf der Straße am optimalsten sieht.


https://abload.de/img/lampenschachbrettjust7hjr7.jpg

Bild 21: Diese Schachbretttafel diente als „Zielscheibe“ für das
Justagefernglas. Heute gibt es da Computerprogramme für.


https://abload.de/img/lampenblilo5rij9h.jpg

Bild 22: Darum sieht man unmittelbar vor dem Straßensignal auch nicht die volle Leuchtkraft.

In der nächsten Folge scheuen wir uns mal im Schalthäuschen um.




Grüße Ralf

Re: Lampen und Laternen bei der Bahn: Teil 14

geschrieben von: meister-röhrich

Datum: 15.09.21 08:50

Hallo Rally01,

Dein heutiger Artikel ist eine wunderbare Fortbildung für Signaler einer Museumsbahn, da wir diese Anlagen sicher noch viele Jahre museal betreiben (wollen). Ich habe schon als ehrenamtlicher Bm mitbekommen, dass die Ersatzteile immer rarer werden. Es werden halt nach und nach viele dieser Blilo-Anlagen ersetzt durch modernere Technik.

Freundliche Museumsbahner-Grüße
Klaus Röhrich

Re: Lampen und Laternen bei der Bahn: Teil 14

geschrieben von: Rally01

Datum: 15.09.21 09:07

Moin Klaus,

Dann freue dich auf Teil 15.


Grüße Ralf

Re: Lampen und Laternen bei der Bahn: Teil 14

geschrieben von: m38902687-1

Datum: 15.09.21 11:10

Eine kleine Bemerkung zu Bild 2 des interessanten Beitrages: Dieser Scheinwerfer diente sehr wahrscheinlich der Schrankenbaumbeleuchtung zur besseren und zeitigen Erkennung der damals nicht rückstrahlenden Bäume. Vor 70 und mehr Jahren war insbesondere im ländlichen und außerörtlichen Bereich die Straßenbeleuchtung nahezu gleich Null. Auch die Beleuchtung der Staßenfahrzeuge ließ häufig zu wünschen übrig. Derartige Beleuchtungen gab es später auch elektrisch, mit der Schrankenstellung aus- und einschaltbar gekuppelt. Aber vielleicht kommt da ja noch etwas. Gruß Fritzle.

Re: Lampen und Laternen bei der Bahn: Teil 14

geschrieben von: opus

Datum: 16.09.21 10:15

Sehr schön wieder.

Eine kleine Ergänzung noch zu den blinkenden Bahnübergangsicherungen: Man vermeidet es heute tunlichst, aber früher kam es durchaus vor, dass auch Bahnübergänge an mehrgleisigen Bahnstrecken mit einfachen Blinklichtanlagen gesichert wurden. Das konnte bedeuten, dass man mit Zugverkehr aus zwei Richtungen, möglicherweise zweitnah hintereinander, rechnen musste. Da ungeduldige Autofahrer erfahrungsgemäß manchmal aber nach der ersten Zugkreuzung lospreschen, konnte das bedeuten, dass man auf dem zweiten Gleis dann etwas 'Zug abbekommen' hat.
Daher hat man in diesem Fall manchmal eine Zusatzanzeige angesteuert:

https://abload.de/img/kimg601qwkvy.jpg

Ich kann mich nicht erinnern, dass diese Anzeigen oft verwendet wurden und ob es sie überhaupt noch gibt. Diese hier fand ich 2006 an mehreren untergeordneten Übergängen der Schwarzwaldbahn zwischen Hausach und Gutach. Sie sind inzwischen durch automatische Schrankenanlagen ersetzt.

Re: Lampen und Laternen bei der Bahn: Teil 14

geschrieben von: m38902687-1

Datum: 16.09.21 11:47

opus schrieb:
Sehr schön wieder.

Eine kleine Ergänzung noch zu den blinkenden Bahnübergangsicherungen: Man vermeidet es heute tunlichst, aber früher kam es durchaus vor, dass auch Bahnübergänge an mehrgleisigen Bahnstrecken mit einfachen Blinklichtanlagen gesichert wurden. Das konnte bedeuten, dass man mit Zugverkehr aus zwei Richtungen, möglicherweise zweitnah hintereinander, rechnen musste. Da ungeduldige Autofahrer erfahrungsgemäß manchmal aber nach der ersten Zugkreuzung lospreschen, konnte das bedeuten, dass man auf dem zweiten Gleis dann etwas 'Zug abbekommen' hat.
Daher hat man in diesem Fall manchmal eine Zusatzanzeige angesteuert:

[abload.de]

Ich kann mich nicht erinnern, dass diese Anzeigen oft verwendet wurden und ob es sie überhaupt noch gibt. Diese hier fand ich 2006 an mehreren untergeordneten Übergängen der Schwarzwaldbahn zwischen Hausach und Gutach. Sie sind inzwischen durch automatische Schrankenanlagen ersetzt.
Kleine bemerkung dazu: Das waren ineinander verschachtelte, unbeschrankte Feldwegübergänge, mit Läutesignal und der Leuchtschrift "2 Züge", welche leuchtete, wenn sich während des Befahrens oder nach dem Verlassen des BÜ des 1. Zuges ein anderer Zug im Gegengleis in die Einschaltstrecke einfuhr. Ob es sowas noch irgendwo giebt, weiß vielleicht ein anderer. Gruß Fritzle.

Re: Lampen und Laternen bei der Bahn: Teil 14

geschrieben von: martin welzel

Datum: 16.09.21 14:16

Moin Ralf,

ich ergänze Deinen interessanten Beitrag mit einem Bild vom 8.11.1981, als 420 140 auf der S6 von Essen nach Langenfeld am BÜ 22,8 (am Auerhof) in Essen-Werden vorüberrollte - dass direkt ein Gegenzug folgen würde, quittierte das Andreaskreuz mit der Leuchtschrift "2 Züge" und weithin zu hörendem Dauergeklingel, das auch der durchfahrende Zug nicht übertönte:

https://www.eisenbahnhobby.de/Versch/182-18_420140_E-Werden,Auerhof_8-11-81_S.jpg

(Bild habe ich schon diverse Male gezeigt)


Danke fürs Einstellen,

Martin

Re: Lampen und Laternen bei der Bahn: Teil 14

geschrieben von: Rally01

Datum: 16.09.21 15:20

Hallo Zusammen,


viell Dank an Opus und Martin für die Bilder mit 2 Züge.
Die Zeichnung dazu kommtbin Teil 15 nächste Woche.
Grüße Ralf

Re: Lampen und Laternen bei der Bahn: Teil 14

geschrieben von: Steffen Buhr

Datum: 16.09.21 18:58

m38902687-1 schrieb:
Kleine bemerkung dazu: Das waren ineinander verschachtelte, unbeschrankte Feldwegübergänge, mit Läutesignal und der Leuchtschrift "2 Züge", welche leuchtete, wenn sich während des Befahrens oder nach dem Verlassen des BÜ des 1. Zuges ein anderer Zug im Gegengleis in die Einschaltstrecke einfuhr. Ob es sowas noch irgendwo giebt, weiß vielleicht ein anderer.
Wenn die zweite Einschaltung kommt, nachdem der erste Zug den BÜ bereits geräumt und die Anlage ausgeschaltet hat, kommt keine „2 Züge“-Warnung sondern eine normale Einschaltung, denn dann steht die volle Annäherungszeit für die Räumung des BÜ zur Verfügung. Einen kurzen Film so einer Anlage gibt es bei Klaus Erbeck auf [www.rbd-erfurt.de] bei km 21,8. Ist zwar erst vom Juni, aber die Anlage ist allemal HiFo-würdig :) Wie das bei aufeinander folgenden, gekoppelten Anlagen lief weiß ich nicht.

Besten Gruß

Re: Lampen und Laternen bei der Bahn: Teil 14

geschrieben von: patrick_kn

Datum: 01.10.21 17:31

Hallo zusammen,

ja es gibt diese 2-Züge-Anlagen noch vereinzelt. Es ist noch gar nicht so lange her, da gab eine Aufstellung aller Anlagen in der Drehscheibe (also der Zeitschrift).
Inzwischen machen sich diese Anlagen aber ziemlich rar - kein Wunder, sind diese doch oft veraltet und störanfällig geworden und darüber hinaus auch aus Sicherheitsgründen auf dem Rückzug). Die Anlage BÜ-Allensbach-1 bspw. war in einer sogenannten BÜ-Kette eingereiht - dadurch waren diese BÜs besonders anfällig.
Wer solche Anlagen noch in Betrieb sehen will sollte sich beeilen...oder wird auf diversen Youtube-Kanälen fündig - einfach mal dort nach "BÜ 2-Züge" suchen...

Ergänzen möchte ich noch ein paar Hinweise:
1. Es gab und gibt bei den Optiken der Straßensignale durchaus Unterschiede - es gibt größere Optiken von Siemens (Link zu Youtube), kleinere Optiken von Pintsch-Bamag (Link zu Youtube) und auch die allseits bekannten "Ampeloptiken" (Link zu Youtube) und ganz selten mit Ampeloptiken mit LEDs (Link zu Youtube).
2. Es gibt auch unterschiedliche Signalschirme - neben den anfänglich quadratischen Schirmen* gibt es auch die genannten rechteckigen Schirme sowie kleinere Schirme für Seitenstraßen (Link zu Youtube) - in seltenen Fällen auch aufgehangen am Peitschenmast (Link zu Youtube).
3. Eine Besonderheiten unten den westdeutschen Blinktlicht-Anlagen sind solche mit "Aufsteck-Pfeilen" (Link zu Youtube) - höchst interessant wie ich finde!

*ich habe in einem Buch von welchem ich leider nicht mehr weiß welches es war - eine der frühen Ausführungen gesehen - sie stand bei Hochdorf bei Horb und hatte 2 übereinander liegende Blinklichter gehabt haben. Wikipedia hat dazu auch ein Bild (bis zum Kapitel 5 scrollen)).

Vielen Dank an Ralf für die tolle Artikelserie und die anderen die ebenfalls allerhöchst-interessantes Material beigesteuert haben. Man lernt wirklich nie aus! :-)

Gruß
Patrick_kn