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Frage zu 141 001 und 141 005

geschrieben von: Fahrgast aus FNU

Datum: 13.09.21 17:36

Hallo und guten Tag,

Ende der 1970er/Anfang 1980er Jahre weilten die Münchener 141 001 (damals in o/b) und 141 005 (in grün) für eine Weile beim Bw Hagen-Eckesey. Ausgehend vom Bw Oberhausen Hbf wurden diese für eine Erprobung im "angestrengten S-Bahn-Verkehr" auf der S 3 zwischen Oberhausen Hbf und Hattingen (Ruhr) eingesetzt.

Könnte das mit Änderungen an der Bremse in Verbindung stehen? Die S 3 war überschaubar lang und trotzdem musste alle Nase lang ein Zwischenhalt eingelegt werden. Die Bremse musste für das Anfahren relativ schnell wieder gelöst sein.

Auf den wunderbaren Seiten von Ulrich Budde steht vieles, aber keine Hinweise auf den Grund der Maßnahme.

Vielleicht kann die Schwarmintelligenz des HiFo etwas Licht in mein Dunkel bringen.

Danke und Grüße
Fahrgast

Re: Frage zu 141 001 und 141 005

geschrieben von: Plumps

Datum: 13.09.21 18:04

Fahrgast aus FNU schrieb:
Könnte das mit Änderungen an der Bremse in Verbindung stehen?



Danke und Grüße
Fahrgast
Hallo,

was wurde denn an der Bremse geändert?

Grüße

Re: Frage zu 141 001 und 141 005

geschrieben von: CNL

Datum: 13.09.21 22:45

Guten Abend,
bei der 141 005 weiß ich es nicht, aber die 001 war eine der ganz wenigen ihrer Baureihe, welche eine elektrische Nachlaufsteuerung eingebaut bekommen hatten.
Könnte mir gut vorstellen, daß Erkenntnisse über deren Bewährung im S-Bahn-Dienst gewonnen werden sollten.
Aber gesicherte Informationen hierzu liegen auch mir nicht vor.
Grüße
Uwe

Re: Frage zu 141 001 und 141 005

geschrieben von: 216 034-9

Datum: 13.09.21 23:33

CNL schrieb:
Guten Abend,
bei der 141 005 weiß ich es nicht, aber die 001 war eine der ganz wenigen ihrer Baureihe, welche eine elektrische Nachlaufsteuerung eingebaut bekommen hatten.
Könnte mir gut vorstellen, daß Erkenntnisse über deren Bewährung im S-Bahn-Dienst gewonnen werden sollten.
Aber gesicherte Informationen hierzu liegen auch mir nicht vor.
Grüße
Uwe
Alle 141 hatten bis zum Umbau auf "Auf- Absteuerung" eine Nachlaufsteuerung. Diese wurde nur bei der 141 001 nicht ausgebaut. 141 001 hatte auch eine Anfahrüberwachung mit Stufenüberwachungsgerät. Zumindestens war es noch Ende der 80er Anfang der 90er so, als die 141 001 bei uns im Bw Ffm1 lief.

Gruß Martin

Re: Frage zu 141 001 und 141 005

geschrieben von: bpfi

Datum: 14.09.21 04:27

Hallo,

als einzig mir bekanntes TFZ bei der alten DB hatten die 141 automatische Bremsgestängesteller. Ich denke nicht daß diese seit Lieferung verbaut waren, sondern nachgerüstet wurden. Vielleicht wurden diese dann auf der S-Bahn im Ruhrgebiet getestet bevor die ganze BR damit ausgerüstet wurde.
Jedenfalls war das eine feine Sache, man musste nicht dauernd den Kolbenhub überprüfen und die Bremse nachstellen, man hatte immer eine super Bremse. Das hätte sich über die Jahre auch bei der 140 gelohnt, wurde aber versäumt.

Tschüß,

Bernd

Re: Frage zu 141 001 und 141 005

geschrieben von: CNL

Datum: 14.09.21 08:44

Teil 1 Deiner Aussage ist zutreffend.
Die 141 001 hatte aber -wie bereits oben geschrieben- eine elektrische Nachlaufsteuerung, also ohne mechanische Welle (ebenso wie z.B. 141 055) entsprechend der 140er mit Vielfachsteuerung, also ab 757 (und später natürlich auch 195, 196, 362 und 706).
Und ja, ihre Anfahrüberwachung, die hat die 001 zumindest bis zu ihrem Einsatzende bei DB Regio behalten.
Grüße
Uwe

Re: Frage zu 141 Bremsgestängesteller

geschrieben von: m38902687-1

Datum: 14.09.21 09:01

Eine kleine nebensächliche Bemerkung dazu: Die Bremsgestängesteller wurden erst ab ca. 1980 in größerer Anzahl, jedoch bei nicht sämtlichen Maschinen, eingebaut. Das hatte ja den Vorteil, dass die Maschinen nicht alle 2 Tage betriebshindernd in eine Werkstatt zur Bremsverschraubung mussten, da die Maschinen im schnellen Nahverkehr ja einen hohen Bremsklotzverschleiss hatten. Wer schon mal eine Bremse ohne Grube oder am Bahnsteig verschraubt hat, der kann ein Liedchen davon singen. Im annähernd gleichen Zeitraum wurde auch die pneumatisch angetriebene Nachlaufsteuerung mit mechanischer Welle durch die Auf-Ab-Steuerung ersetzt. Gruß Fritzle.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 14.09.21 09:06.

Re: Frage zu 141 Bremsgestängesteller

geschrieben von: CNL

Datum: 14.09.21 09:21

Der Stellmotor selbst war pneumatisch angetrieben, aber doch nicht die Nachlaufsteuerung!!
Mal einfach gesagt.
Grüße
Uwe

Re: Frage zu 141 Bremsgestängesteller

geschrieben von: eifelindianer

Datum: 14.09.21 09:28

Für den S-Bahn Betrieb mit der Ellok 141 beschaffte sich die DB dazu automatische, einfachwirkende Bremsgestängesteller. Einmal den Bremsgestängesteller, der Firma WABACO Westinghouse, mit der Bezeichnung "Stopex, Typ Ap-DB" (1976) und einmal den Bremsgestängestellesteller "RL 1" der Firma Knorr Bremse (1979).
Dazu haben sich die Firmen WEBACO Westinghouse und die Knorr Bremse AG in jeweils einer Informationsschrift etwas ausgelassen.
Dieses Problem trat erneut bzw. in ähnlicher Weise wieder auf, als man auf der S 12 wendezugfähige 140-er einsetzte. Man musste bei jedem Vorbereitungsdienst die Bremse begutachten bzw. einschätzen ob diese den Tag überdauern würde. Jeden zweiten Tag ging der Hobel in die Werkstatt zum Bremse nachstellen bzw. bei Bedarf zum Bremssohlenwechsel.


Beste Grüße
Bernd



3-mal bearbeitet. Zuletzt am 14.09.21 10:37.

Re: Frage zu 141 Bremsgestängesteller

geschrieben von: Dieselpower-WW

Datum: 14.09.21 10:59

So war das, ja...deshalb wurden diese 140er auf der lustigsten S-Bahn der Welt auch so bald wie möglich wieder durch (ehemalige Münchner) 111er der Folgenummern 189 bis 196 (ozeanblau/beige) ersetzt.

Genau am anderen Ende der 141er Ordnungsnummern, nämlich ganz am Schluß, befanden sich übrigens die Versuchskaninchen mit der E-Bremse (447-451), welche aber meinen Informationen nach nicht so ganz zuverlässig arbeitete, aber tatsächlich schon zurückspeisen konnte (Nutz- oder Rekuperationsbremse).

Ich könnte mir vorstellen, zum Schluß ihrer Karriere haben die 141, aber auch die 140er im Wendezugdienst mit ihrer einlösigen Bremse so manchen Frischling ins Schwitzen gebracht....Lok voraus kann man mit der Zusatzbremse ja noch mal "nachfassen" - aber Stw voraus...? Ich bin in Wahn einmal mit dem Fahrrad aus dem ehemaligen Citybahn-Steuerwagen (als die die Ladetür noch hatten) in den Schotter ausgestiegen....da nimmt man EINMAL das Fahrrad mit....

"Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit, aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher." [Albert Einstein]


"Ich bin, wie ich bin. Die einen kennen mich, die anderen können mich...!"
[Konrad Adenauer]




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 14.09.21 11:02.

Re: Frage zu 141 Nachlaufsteuerung

geschrieben von: m38902687-1

Datum: 14.09.21 11:02

CNL schrieb:
Der Stellmotor selbst war pneumatisch angetrieben, aber doch nicht die Nachlaufsteuerung!!
Mal einfach gesagt.
Grüße
Uwe
Werter Uwe!
Eine kleine erläuternde Bemerkung dazu: der Luftmotor ist die einzige (mechanische) Kraftquelle in dieser Steuerung. Er betätigt mech. die Lastschalter, das Stufenschaltwerk und die mechanische Welle zu den Nachlaufsteuerwerken auf den Führertischen nach vorgebener Stufenwahl des Tf. Mal einfach gesagt. gruß Fritzle.

Re: Frage zu 141 Bremsgestängesteller

geschrieben von: eifelindianer

Datum: 14.09.21 11:17

Tja beim Bremsen sollte man halt erst überlegen wann man mit selbiger anfängt einen Zug anzuhalten. Eine mehrlösige Bremse verzeiht schon mal die eine oder andere Fehleinschätzung, diese ist aber, entgegen aller Unkenrufe, auch nicht unerschöpftbar.
Wenn man einen Personenzug mit drei oder vier Wagen mit mehrlösiger Bremse und einer Lok mit einlösiger Bremse fährt, merkt man auch erst mal wie bescheiden Wagen bremsen und wer im Zug die wirksamste Bremse hat. Um ein vielfaches schlimmer, wenn dann der gesamte Zug einlösige Bremsen hat.
Doch nun zurück zum Thema.


Beste Grüße
Bernd

Re: Frage zu 141 Bremsgestängesteller

geschrieben von: m38902687-1

Datum: 15.09.21 11:27

eifelindianer schrieb:
Tja beim Bremsen sollte man halt erst überlegen wann man mit selbiger anfängt einen Zug anzuhalten. Eine mehrlösige Bremse verzeiht schon mal die eine oder andere Fehleinschätzung, diese ist aber, entgegen aller Unkenrufe, auch nicht unerschöpftbar.
Wenn man einen Personenzug mit drei oder vier Wagen mit mehrlösiger Bremse und einer Lok mit einlösiger Bremse fährt, merkt man auch erst mal wie bescheiden Wagen bremsen und wer im Zug die wirksamste Bremse hat. Um ein vielfaches schlimmer, wenn dann der gesamte Zug einlösige Bremsen hat.
Doch nun zurück zum Thema.


Beste Grüße
Bernd
Kleine Bemerkung dazu: Eben aus diesem o.g. Grunde wurde, wo es betrieblich irgend möglich war, die Z-Lok am talseitigen Zugende eingestellt. Beispiel: heutige Seehasstrecke Konstanz-Engen vor 1994, Höllentalbahn, Betrieb mit BR 141/139. Manchmal waren die damals noch längeren Bahnsteige zu kurz. Gruß Fritzle.