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Hallo,
auf besagtem Bild ist am rechts stehenden Hauptsignal auf mittlerer Höhe ein Kasten angebracht. Vermutlich ein Signal.
Erinnert sich ein Augenzeuge, was da angezeigt wurde?
Grüße
Ulrich

Hier ein Link zur Galerie/Keine Antwort

geschrieben von: oskarchen Bln

Datum: 12.09.21 12:21

Damit die Galerie auch anklickbar ist: [eisenbahnstiftung.de]

Mit freundlichen Grüßen, oskarchen Bln
S&B schrieb:
Zitat:
... auf besagtem Bild ist am rechts stehenden Hauptsignal auf mittlerer Höhe ein Kasten angebracht ...
Hi, ein Augenzeuge bin ich zwar nicht, aber das werden mit ziemlicher Sicherheit Richtungsanzeiger (damals schon Zs 4) gewesen sein. Denn in diese Richtung gab es spurplanmäßig mögliche Fahrstraßen nach Weißenfels, Sangerhausen sowie Wolkramshausen. Das Gleis könnte mit etwas Sicherheit das Gl. 6 gewesen sein, somit das Asig P6. Bei Ausfahrt jeweils auf Hf 2 wäre dann die entsprechende Richtung zusätzlich durch Zs 4 anzuzeigen. Ob es aus Gl. 6 auch eine Fahrstraße nach Wolkramshausen gegeben hat, ist nicht bekannt. Die Bauform der Richtungsanzeiger war in den früheren Jahren auch noch einfacher gestrickt (Transparent beleuchteter Buchstabe, also noch ohne Lichtpunkte), das würde die beiden Gehäusekästen erklären. Vielleicht ein "W" für Weimar oder Weißenfels und ein "S" für Sangerhausen? Ist aber nur Vermutung.

Gruß aus Reykjavík Berlin
Wulf

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Eldgosið í Fagradalsfjalli: Live from the volcano in Geldingadalir
Bevor man sich dort in der Bildergalerie einen Wolf sucht – es geht um dieses Bild (Hotlink):
https://eisenbahnstiftung.de/images/bildergalerie/79981.jpg

Etliche alte Preußen haben sich an einem kalten Wintertag in Erfurt Hbf versammelt, deren Nummern sich leider nicht erschlossen haben. Neben den P 8 ist zumindest die Erfurter 78 122 zu identifizieren. (03.01.1958) Foto: Gerhard Illner


Walter
Richtungsanzeiger kann ich als Augenzeuge bestätigen. Es gab in Erfurt an den Bahnsteigen 5, 6 und 7 W (Weimar) N (Nordhausen) und S (Sömmerda / Sangerhausen). Bei diesem Gleis dürfte es N und S gewesen sein.

Re: Kennbuchstaben des Zs 4 am Asig P6

geschrieben von: EDK 1000

Datum: 13.09.21 10:37

Farjado schrieb:
Richtungsanzeiger kann ich als Augenzeuge bestätigen. Es gab in Erfurt an den Bahnsteigen 5, 6 und 7 W (Weimar) N (Nordhausen) und S (Sömmerda / Sangerhausen). Bei diesem Gleis dürfte es N und S gewesen sein.
Hallo, ich habe jetzt mittels des zweiten Bildes in der Galerie das Gleis 6 eindeutig identifiziert, also handelt es sich um das Asig P6. Nach einem andern Plan, den ich in den Tiefen meiner Festplatte gefunden habe, gab es von hier aus die Fahrstrassen P6 2/n und P6 2/w, also nach Wolkramshausen/Nordhausen sowie nach Weimar/Weißenfels.
Nach Sömmerda/Sangerhausen gab es aus Gleis 6 keine Fahrstrasse, nur aus Gleis 5 und 5a und aus den Durchgangsgleisen. Auf Grund der Bezeichnungen der Fahrstrassen erscheint es also absolut plausibel, dass für die Fahrtrichtungen nach Osten die Kennbuchstaben N, W und S Verwendung fanden, somit am angefragten Sig P6 die Buchstaben N und W.

P.S. Wo ist das Gleis 7? Das Gleis 7 lag im Gbf, hier gab es am Zsig H7 in Richtung Osten nur die Fahrstrasse zum Asig E nach Weimar.

Gruß aus Reykjavík Berlin
Wulf

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Eldgosið í Fagradalsfjalli: Live from the volcano in Geldingadalir




2-mal bearbeitet. Zuletzt am 13.09.21 11:10.

Re: Kennbuchstaben des Zs 4 am Asig P6

geschrieben von: Farjado

Datum: 13.09.21 11:25

Ich meinte Bahnsteig 7, die Gleis Bahnsteignummern sind auf größeren Bahnhöfen häufig nicht mit den Gleisnummern identisch. Ich habe mal den Gleisplan 1939, welcher in dem Buch Verkehrsknoten Erfurt hinten abgedruckt ist herausgeholt. Hier ist das Gleis mit 73 oder 78 bezeichnet. Der Druck ist sehr klein, so dass auch die Fahrstraßenangaben kaum lesbar sind. Mit Umbau des Schmidtstädter Knotens (1972), hat sich in diesem Bereich einiges verändert, vor allem wegen des Gleises für die Baustellenumfahrung während des Brückenschubes. Da ich davon ausgegangen bin, das es von P6 nur Fahrstraßen Richtung Nordhausen und Sangerhausen gegeben hat, bin ich von N und S als Kennbuchstaben ausgegangen und hatte mich auch mit "dürfte" vorsichtig ausgedrückt.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 14.09.21 18:29.

Re: Kennbuchstaben des Zs 4 am Asig P6

geschrieben von: S&B

Datum: 13.09.21 13:25

Danke, Farjado und Wulf!
Grüße
Ulrich

Re: Kennbuchstaben des Zs 4 am Asig P6

geschrieben von: Lokleitung

Datum: 14.09.21 16:22

Farjado schrieb:
... die Gleisnummern sind auf größeren Bahnhöfen häufig nicht mit den Gleisnummern identisch...
Hmmm?

Mit freundlichen Grüßen
Ralph Dißinger

"Wenn das 'gesunde Volksempfinden' an die Macht kommt, endet das oft im Weltkrieg.
Geist addiert sich nicht. Dummheit schon." Dieter Nuhr

Re: Kennbuchstaben des Zs 4 am Asig P6

geschrieben von: Farjado

Datum: 14.09.21 18:27

Pardon, ich meinte die Bahnsteignummern sind häufig nicht mit den Gleisnummern identisch.
S&B schrieb:
Hallo,
auf besagtem Bild ist am rechts stehenden Hauptsignal auf mittlerer Höhe ein Kasten angebracht. Vermutlich ein Signal.
Erinnert sich ein Augenzeuge, was da angezeigt wurde?
Hallo Ulrich,

Suche mal nach "E11 in Erfurt", da gibt es das Signal von vorne.

MfG Frank
Danke, Frank, ich hätte nicht gedacht, daß es Richtungsanzeiger schon so lange gibt.

Aber warum gibt es Richtungsanzeiger überhaupt?
Wenn ein Zug abfahrbereit steht und das Signal auf Fahrt geht, kann der Lokführer losfahren. Genügt doch eigentlich?

Grüße
Ulrich
Hallo Frank !

Dein Hinweis ist aber zu Bahnsteig 6 mit allen drei Richtungen, die P8 steht am Bahnsteig 11, da ist darunter
das Gleissperrsignal u. nur zwei Richtungsanzeiger !

Gruß kalte Reserve

Re: Warum gibt es überhaupt Richtungsanzeiger?

geschrieben von: EDK 1000

Datum: 15.09.21 15:57

S&B schrieb:
... Aber warum gibt es Richtungsanzeiger überhaupt?
Wenn ein Zug abfahrbereit steht und das Signal auf Fahrt geht, kann der Lokführer losfahren. Genügt doch eigentlich? ...
Hi Ullrich, NEIIIIIN, genügt nicht - da bis eben noch keine Erklärung kam, mache ich das jetzt mal.
Die Fehlleitung eines Zuges auf die freie Strecke ist ein schwerwiegender Vorfall im Eisenbahnbetriebsdienst, insbesondere, wenn eine oder beide Strecken nicht mit Streckenblock ausgerüstet sind, aber auch sonst. Eine (unbeabsichtigte) Fehlleitung ist möglich, wenn ein Zug auf den gleichen Signalbegriff (in unserem Beispiel auf Hf 2 in Ri. Weimar und auch in Ri. Nordhausen) signalmäßig in in zwei unterschiedliche Strecken eingelassen werden könnte. Daher für den Tf die Zusatzinformation durch das Zs 4. Werden die Fahrten in die unterschiedliche Strecken durch verschiedene Signalbegriffe angezeigt, ist für den Tf anhand der unterschiedlichen Signalbegriffe und seiner Streckenkenntnis erkennbar, auf welche Strecke es hier geht (z.B. Hf 1 nach Strecke A und Hf 2 nach Strecke B), in diesem Fall wäre ein Zs 4 nicht erforderlich.

Gruß aus Reykjavík Berlin
Wulf

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Hallo Hifo,

auf dem besprochenen Winterbild der Eisenbahnstiftung von Erfurt West (und noch besser im nächsten Bild der Eisenbahnstiftung aus höherer Position!) ist in (fast) allen Gleis mehr oder weniger deutlich eine leicht aussermittige, gleichmäßige (Schleif-?)Spur im Schnee erkennbar.
Hab gerade keine Idee woher diese stammen könnte(n). Dampf aus herunterhängendem Kupplungsschlauch? Auf den Schwellen schleifende Kupplungsteile? scheiden wohl aus. Beheizbare LZB gab es wohl zur damaligen Zeit auch noch nicht?!
Hoffe die Frage ist nicht zu sehr OT (und auch nicht zu dämlich!)

Danke schon mal für klärende Antworten.

Gruß aus Bamberg
Hallo Armin,

das dürfte durch warmes oder heisses Wasser entstanden sein, also wohl am ehesten von den Heizschläuchen?

Gruß aus https://share-your-photo.com/img/7a468ead84_album.jpg
Michael

Re: Warum gibt es überhaupt Richtungsanzeiger?

geschrieben von: S&B

Datum: 16.09.21 13:35

Hallo Wulf,

letztlich liegt die Einstellung des richtigen Fahrweges doch in der Verantwortung des Fahrdienstleiters.

Kann mir eine gewisse Hetze leider nicht verkneifen. :-)
Gucken Lokführer überhaupt, wohin sie fahren?
Z.B. fuhr seinerzeit in Düren jemand gegen das Halt zeigenden Signal einem durchrauschenden Güterzug in die Flanke.

Ein im Dienst ergrauter Weichenwärter war der Überzeugung: Die schauen nicht:
Wenn ich ein Gleis in den Atscher Weiher hätte- die führen da rein! :-)

Grüße
Ulrich

Re: Warum gibt es überhaupt Richtungsanzeiger?

geschrieben von: EDK 1000

Datum: 16.09.21 18:29

S&B schrieb:
... letztlich liegt die Einstellung des richtigen Fahrweges doch in der Verantwortung des Fahrdienstleiters ...
Hæ Ulrich,
da hast Du natürlich Recht, aber auf der vom mir beschriebenen Sicherheitsphilosophie (hier mit Rückfallebene durch den Tf) beruht nun einmal die Betriebssicherheit der Eisenbahn seit über hundert Jahren. Wahrscheinlich werden die aktiven und ehemaligen Lokführer hier im Forum deiner Ansicht auch widersprechen. Auch wird in der LST-Sicherheitsdenke an der Schnittstelle Signal- / Betriebsdienst immer nur davon ausgegangen, dass nur ein (relevanter) Regelverstoß durch einen beteiligten Eisenbahner erfolgt, dementsprechend werden die LST-Anlagen geplant. Darüber hinaus gehende mögliche Szenarien mit weiteren Eventualitäten werden bei der Gestaltung der Signalanlagen nicht berücksichtigt (auch heute nicht), hier wird davon ausgegangen, dass zwei Regelverstöße gleichzeitig nicht/kaum geschehen - der Rest ist das in Kauf genommene Restrisiko.

Gruß aus Reykjavík Berlin
Wulf

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