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Heyden-Chemie Regensburg, 80er (10B)

geschrieben von: Thomas Mattusch

Datum: 18.07.21 15:15

Servus zusammen!

Vorab: Nicht einfach für mich war die Recherche zur Historie dieses Werkes, ist doch so gut wie nichts über Vorgänger, bzw. Nachfolgefirmen der Heyden-Chemie in Regensburg-Schwabelweis zu finden.
Soweit ich „ermitteln“ konnte, entstand die Fabrik als „Süddeutsche Holzverzuckerung“ (Holag) 1939 zur Erzeugung heimischer Treibstoffe auf dem jetzigen Gelände an der Grenze von Regensburg-Schwabelweis und Tegernheim. Nach Kriegsende wurde das Gelände die meiste Zeit unter der Heyden-Chemie geführt, später Bristol-Meyer-Sqibb und DSM-Adeno.

Das Frachtaufkommen war so hoch, dass auf der Trasse der meterspurigen Walhallabahn ein Dreischienengleis erstellt wurde. Die Bedienung erfolgte über den Bahnhof Walhallastraße, 2 Bilder der Ausfädelung für das Werk sind übrigens im Buch „Unvergessene Walhallabahn Band 2“ zu finden.

Nach der Stilllegung der Walhallabahn wurde die dritte Schiene abgebaut, weiterhin erfolgte bis zur Einstellung des Werkes die Bedienung über dieses Anschlussgleis, Reste davon findet man weiterhin auf der Fahrt von Regensburg nach Tegernheim.

Doch nun zu meinen Bildern, die Mitte der 1980er und einige wenige 2003 entstanden:

Ein Blick über das Werksgelände, welches wir nach Überqueren der Donaustaufer Straße und (öffnen des Werkstores) vorfinden: Das Anschlußgleis verteilt sich auf 5 Gleise, 2 dienen dem ein, bzw. Ausgang der Wagen Links hinten sehen wir den Lokschuppen, rechts ein Anschluss zum Lagerschuppen

heyden_18.jpg

Das nächste Bild ist aus der Gegenrichtung entstanden, beeindruckt haben mich die hohe Anzahl von Doppelkreuzungsweichen älterer Bauart, der rechte Abzweig führt über zwei weitere Doppelkreuzungsweichen mittels Deutschlandkurve in einem 90°-Winkel in einen weiteren Anlagenteil, welche aus 2 parallel verlaufenden Gleisen Bestand. Diesen Bereich hatte ich leider nicht fotografiert.


heyden_12..jpg

der Beginn der Deutschlandkurve:
heyden_17.jpg

Die Gelenkzungenweichen waren mir ein Bild wert.
heyden_15.jpg

Das Bild einer der vier Doppelkreuzungsweichen entstand 2003
DSM18.JPG


weitere Bilder in Teil 2..



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 18.07.21 16:20.

Re: Heyden-Chemie Regensburg, 80er (10B)

geschrieben von: Thomas Mattusch

Datum: 18.07.21 15:21

weiter mit Teil 2..

Bereits 1940 wurde eine kleine Akku-Lok bei der Maschinenfabrik Gottwald-Müller beschafft, die extra aus dem Lokschuppen gefahren wurde.
scan_2013_03@130510-0003.jpg

Dies war mir natürlich 2 Bilder wert:
heyden_04.jpg
scan_2013_06@130619-0025.jpg

Auch die kleine Gmeinder-Lok, eine kleine Gmeinder mit 50 PS wurde ins Licht gefahren.
scan_2013_06@130612-0024.jpg

Das weitere Bild entstand im Jahre 2003, hier war die die Gmeinder bereits komplett umlackiert (und um 180° gedreht). Auf dem Umlauf liegt die Zugstange, welche in der Deutschlandkurve eingesetzt wurde.
16040411.JPG

Übrigens wurden beide Maschinen, sowohl die kleine Akkulok bereits 1999, als auch die kleine Gmeinder 2004, von den Regensburger Straßenbahn-Walhallabahn und Eisenbahnfreunde, kurz RSWE e.V. gerettet. Nach einer Abstellzeit im Regensburger Hafen, der Hinterstellung auf einer PKW-Verkaufsfläche konnten beide Maschinen im Zuge einer Kooperation mit der AKB in Amberg im Jahre 2019 im ehemaligen BW Amberg trocken untergestellt werden. Hier werden beide im entstehenden Museum des OIL-M (Oberpfälzer-Industrie- und Lokalbahnmuseums) präsentiert.

Gruß Thomas / Obertraubling

[www.tmattusch.de]




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 18.07.21 15:37.

Re: Heyden-Chemie Regensburg, 80er (10B)

geschrieben von: achristo

Datum: 18.07.21 15:52

Servus Thomas,

ein sehr schöner Werksbahn-Beitrag von einer weitgehend unbekannten Bahn.

Von der Akkulok habe ich aus dem Bahn-Express die Daten ermitteln können:
B-akku Gottwalt Müller 483/1940, Mai 1940 geliefert an die Süddeutsche Holzverzuckerungs AG, Regensburg-Schwabelweis (01)/ Von Heyden, Regensburg/ Bristol-Myers-Sqibb, Regensburg/ DSM Fine Chemicals GmbH, Regensburg/ 1999 an Regensburger Straßenbahn-, Walhallabahn- und Eisenbahnfreunde e.V. RSWE, Regensburg

Zur Gmeinder habe ich folgende Daten gefunden:
B-dm Gmeinder 5371/1965, neu geliefert an Deutsche Maizena AG, Werk Regensburg/ Chemische Fabrik von Heyden, Regensburg/ DSM Fine Chemicals Germany GmbH, Regensburg (03.2001 vh)/ 22.10.2004 an Regensburger Straßenbahn-, Walhallabahn- und Eisenbahnfreunde e.V. RSWE, Regensburg

Viele Grüße
Andreas

Alle nicht anders gekennzeichneten Aufnahmen stammen von mir und unterliegen dem Urheberrecht
Andreas Christopher (Achristo) im Internet: [www.achristo.homepage.t-online.de]
Übersicht Achristo's Foto-Historama: [www.achristo.homepage.t-online.de]

Re: Heyden-Chemie Regensburg, 80er (10B)

geschrieben von: Joachim Leitsch

Datum: 18.07.21 18:23

sehr schöner Beitrag zu einem weitestgehend unbekannten Betrieb.

Hier gibt es noch Wagenporträts aus dem Werk: [www.drehscheibe-online.de]

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das war einmal :(

Re: Heyden-Chemie Regensburg, 80er (10B)

geschrieben von: Bullok

Datum: 18.07.21 19:28

Hallo Thomas,

das sind Bilder, wie ich sie mir wünsche: Kesselwagen und tolle Gleisinfrastruktur ! Sehr schön, die Deutschlandkurve !

Vielen Dank fürs Zeigen !


Schöne Grüße

Ralph

Re: Heyden-Chemie Regensburg, 80er (10B)

geschrieben von: Zugbeobachter

Datum: 18.07.21 19:43

Danke, für den schönen Bilderbogen des Industrieanschlusses in Schwabelweis.

Sind denn die Gleisanlagen im Werk noch vorhanden? Bei google maps (was nicht zwingend aktuell sein muß) wären die Gleis noch größtenteils im Werk vorhanden.

Leider sind die Gleisanlagen außerhalb - also zwischen Regensburg-Walhallastraße und Schwabelweis schon längst zerstückelt und nur noch in Bruchteilen vorhanden.
Hier war kein Wille, dies zu erhalten. Leider.

In meiner Ausbildungszeit als EiB erlebte ich so 1993 noch die Zustellung eines zweiachsigen Kesselwagens mit einer 365er. Damals in Schrittgeschwindigkeit fuhren wir mit dem einen Wagen nach Schwabelweis.
Aus der Erinnerung mußte damals schon geschoben werden nach Schwabelweis. Dies kann ich nach den Jahren allerdings nicht mehr fundiert darlegen.

Viele Grüße
Berthold
alias Zugbeobachter ;-)



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 18.07.21 21:46.

Re: Heyden-Chemie Regensburg, 80er (10B)

geschrieben von: e_ulrich

Datum: 19.07.21 01:24

Hallo, Thomas,

herzlichen Dank für diesen hochinteressanten Beitrag.
Bemerkenswert sind die alten bayerischen "Z-Tafeln" der DKW,
von denen eine, wenn ich das recht sehe, in die falsche Richtung zeigt!

Grüße,

Ernst
Guten Morgen zusammen,

es freut mich, dass dieser Beitrag Anklang findet.

kurz zu den Fragen:

Meines Wissen liegt das Gelände im Bereich ab dem Zufahrtstor brach, es könnte zumindest noch die Gleisharfe vorhanden sein.

Die beiden Gleise nach der Deutschlandkurve wurden abgebaut.

Das ehemalige Dreischienengleis von Bahnhof Walhallastraße ist wirklich nur mehr in Fragmenten vorhanden

Und wegen der Z-Tafel, die ist wirklich falsch montiert..

Übrigens war mir die ganze Mechanik ein Bild wert:

heyden_16.jpg

Schöne Woche noch!

Gruß Thomas / Obertraubling

[www.tmattusch.de]

Re: Heyden-Chemie Regensburg, 80er (10B)

geschrieben von: Christian Kehr

Datum: 19.07.21 15:38

Interessante Bilder ...

hier kann man die Deutschlandkurve noch erkennen ...

https://www.google.de/maps/search/Regensburg-Schwabelweis+heyden+chemie/@49.0213096,12.1590869,145m/data=!3m1!1e3

aber und wie die Anbindung der Werkbahn mal war, auch nicht mehr ... im Nachfassen ... es ging im Bogen gen Norden rein und raus ...

Irgendein ganz großes Licht hat auf die Anschlusstrasse ne Busspur gesetzt ... man langt sich ans Hirn ... aber total unmöglich wäre eine Reaktivierung nicht wenn man das bei g.-earth so abfliegt, vorausgesetzt der Straßentransport wäre dauerhaft teurer als der Bahntransport ... so einfach ist das. Was das Werk überhaupt noch an Massen zu transportieren hat/hätte, kann ich natürlich nicht einschätzen.

Grüße



2-mal bearbeitet. Zuletzt am 19.07.21 15:49.