DREHSCHEIBE-Online 

Anzeige

HIER KLICKEN!

 04 - Historisches Forum 

  Neu bei Drehscheibe Online? Hier registrieren! Zum Ausprobieren und Üben bitte das Testforum aufsuchen!
Bilder, Dokumente, Berichte und Fragen zur Vergangenheit der Eisenbahn und des öffentlichen Nahverkehrs - Bilder vom aktuellen Betriebsgeschehen bitte nur im Zusammenhang mit historischen Entwicklungen veröffentlichen. Das Einstellen von Fotos ist jederzeit willkommen. Die Qualität der Bilder sollte jedoch in einem vernünftigen Verhältnis zur gezeigten Situation stehen.
Dies ist KEIN Museumsbahnforum! Bilder, Meldungen und Fragen zu aktuellen Sonderfahrten bitte in die entsprechenden Foren stellen.

Zeitungsartikel 1842 - 1934

geschrieben von: Walter aus Bayern

Datum: 17.07.21 21:22

Servus,

neuer Lesestoff:

Augsburger Postzeitung
Mittwoch, 30. März 1842
Nr. 89
Augsburg. Dem Vernehmen nach ist dahier die allerhöchste Entschließung hinsichtlich der Richtung der Augsburg=Nürnberger Eisenbahn eingetroffen. Dieselbe wird von hier über Donauwörth, Fünfstetten, Neubühl, Weißenburg, Ellingen, Schwabach nach Nürnberg geführt. Der Bahnhof kommt vor das Klinkerthor zu stehen und wird durch einen Schienenweg um die Stadt mit dem Bahnhofe der München=Augsburger Eisenbahn in Verbindung gesetzt.

Augsburger Abendzeitung
Sonntag, 19. Juli 1846
Nr. 200
München, 18. Juli. Bei dem gestrigen Gewitter wurden die drei dem hiesigem Bahnhofe zunächst befindlichen Bahnwärter vom Blitz beschädigt, der sich an dem Draht, mit welchem die Zeichen gegeben werden, fortleitete.

Augsburger Anzeigblatt
Mittwoch, 17. Juli 1850
Nro. 194
Beim Eisenbahnbau in der Nähe von Obergünzburg brach vor einigen Tagen unter der Last von sechs Rollwägen eine Holzbrücke plötzlich zusammen. Zwölf Eisenbahnarbeiter stürzten in die Tiefe. Ein Arbeiter wurde von der auf ihn fallenden Last sogleich zerschmettert und die übrigen sind schwer verletzt. Der Anblick war gräßlich. Die Verwundeten wurden nach Obergünzburg gebracht.

Augsburger Tagblatt
Mittwoch, 28. Juni 1854
Nr. 175
Wie nunmehr bestimmt ist, wird Se. Maj. König Max kommenden Freitag dahier eintreffen, nach kurzem Verweilen auf dem Bahnhofe die Reise bis Bamberg fortsetzen, allda übernachten und am 1. Juli Sich nach Schweinfurt begeben, von wo aus die Eröffnungsfahrt der Eisenbahn nach Würzburg ihren Anfang nimmt.

Augsburger Tagblatt
Dienstag, 7. September 1858
Nr. 245
München, 4. Sept. Die Eröffnung der Eisenbahn von Innsbruck nach Kufstein wird von Seite Oesterreichs sehr festlich begangen. In Innsbruck wurde ein besonderes Comité niedergesetzt, welches ein Programm der Festlichkeiten zu entwerfen hatte. Nach diesem Programm, das auch bereits von Sr. kais. Hoh. dem Erzherzog=Statthalter genehmigt worden ist, dauert dies Fest zwei Tage. Am ersten Tage: Eröffnung der Bahn durch die Abfahrt von Innsbruck nach Kufstein, woselbst die k. bayer. Behörden ebenfalls eintreffen werden. Gabelfrühstück in Kufstein. Rückfahrt nach Innsbruck, woselbst man um 3 Uhr Nachmittag einzutreffen gedenkt. Darauf folgt kirchliche Einweihung der Lokomotiven, dann Festtafel und Abends Festvorstellung im Theater. Am zweiten Tag ist Auffahrt bei dem Erzherzog=Statthalter zur Darbringung des Dankes für die große von Sr. apostolischen Majestät dem Lande erwiesene allerhöchste Gnade, dann Festschießen auf der k. k. Landeshauptschießstätte in Innsbruck, welches der Erzherzog=Statthalter eröffnen wird und an welchem jeder Ausländer mit gleichen Rechten Antheil nehmen kann, wie jeder Inländer. Den Schluß des Festes bildet das große Tirolser=Sängerfest. Der Tag der Bahneröffnung wird später bekannt gegeben werden. Bayerischerseits werden aus Anlaß dieser Bahneröffnung auch mehrfache Festlichkeiten veranstaltet, doch ist noch nichts Näheres hierüber bekannt.

Illustrirte Zeitung
23. August 1862
No. 999
Die Brennerbahn in Tirol, deren Bau künftiges Frühjahr in Angriff genommen werden soll, wird sowol in Betreff der auszuführenden Kunstbauten als der landschaftlichen Reize der Gegenden, welche sie durchzieht, den ersten Rang unter den österreichischen Bahnen einnehmen. Für die Strecke von der Brennerhöhe sind die vier Stationsplätze : bei der Post am Brenner, am Giglberg, in Gossensaß und Sterzing bestimmt.

Augsburger Abendzeitung
Montag, 7. Mai 1866
Nr. 125
München, 5. Mai. Die Abreise Sr. Maj. des Königs Ludwig I. von Nizza ist, nach den von dort eingetroffenen Nachrichten, auf den 12. Mai festgesetzt. Se. Majestät wird die Reise hieher über Lyon, Genf, Zürich zurücklegen, und die Ankunft in München am Mittwoch den 16. mit dem Abendzuge um 7 Uhr 55 Min. erfolgen. (Bayer. Ztg.)

Münchner Neueste Nachrichten
Montag, 17. Januar 1870
Nr. 17
München, 16. Januar. - Gestern Abends nach 7 Uhr entgleiste aus bisher unermittelter Ursache der um 3/4 6 Uhr von hier in der Richtung Nürnberg abgehende Schnellzug Nr. 43 zwischen Augsburg und Gersthofen. Ein Heizer blieb todt, einige andere Personen wurden zwar beschädigt, jedoch dem Vernehmen nach nicht lebensgefährlich, und kamen meist nur mit leichten Kontusionen davon. Dagegen sind die Wägen arg beschädigt und die Bahn führ heute unfahrbar.

Augsburger Tagblatt
Sonntag, 30. August 1874
Nr. 205
München, 28. Aug. Se. Maj. der König, welcher gestern Abend 8 Uhr 25 Minuten von Paris mit dem direkten Kurierzug abgereist war, ist heute Abend 7 Uhr 20 Minuten in der Station Pasing eingetroffen. Die 3 Waggons, in welchen Se. Maj. der König, die Reisebegleitung etc. waren, wurden vom Kurierzug losgetrennt und von einer bereitstehenden Maschine nach Starnberg gebracht, woselbst Se. Maj. der König kurz nach 8 Uhr angelangt ist. Der Ausflug nach Paris währte sohin vom 20. bis 28. August Abends.

Illustrirte Zeitung
23. März 1878
No. 1812
Die bairische Bahnlinie von Eggenfelden nach Pocking längs des Rottthals ist zurzeit in Bauangriff genommen, und es wird an derselben rüstig gearbeitet. Die nunmehr genehmigte Alternative von Neumarkt über Oberdietfurt nach Eggenfelden (statt Ganghofen) ist theilweise in genereller Projectirung begriffen, theils schon die Grunderwerbung bethätigt und der Bahnkörper gezogen.

Augsburger Abendzeitung
Dienstag, 23. Mai 1882
Nr. 141
Die Eröffnung der Gotthardbahn.
Luzern, 21. Mai. Um 7 Uhr 20 Min. Abends traf der Festzug mit den Gästen aus Italien und Tessin ein. Der Zug hatte 19 Wagen, worunter 5 Salonwagen, ein Schlafwagen und zwei Lokomotiven. Dieser reichbekränzte Zug führte etwa 400 Gäste, worunter zwei Minister aus Italien und der deutsche Botschafter. Denselben wurde ein festlicher Empfang mit Musik am Bahnhof durch die Bahndirektion und eine große Volksmenge bereitet. Alles war entzückt von der herrlichen Fahrt. Der Empfang auf der ganzen Strecke war ein begeisterter; die ganze Landbevölkerung war herbeigeströmt. In Lugano wurde das Frühstück eingenommen, wobei die schweizerische und italienische Volkshymne gespielt wurde. In Bellinzona hielt der Syndicus eine Ansprache an den Minister und brachte ein Hoch auf die Schweiz und Deutschland aus. Der Tunnel wurde in zwanzig Minuten durchfahren. In der deutschen Schweiz herrschte großer Jubel. Der Zug wurde auf allen Bahnhöfen mit Begeisterung empfangen. Luzern ist festlich geschmückt. Auch Mailand trifft zur Beleuchtung des Domplatzes großartige Vorbereitungen. Prinz Amadeus wird in Mailand den König vertreten und im Palais ein Banket mit zweihundert Gedecken geben. - Unter den Klängen "der Wacht am Rhein" langte um 8 Uhr 20 Minuten von Basel der Festzug mit den deutschen und schweizerischen Gästen an. Der Empfang der Vertreter des Bundesrathes und des Reichstags fand durch den schweizerischen Gesandten in Paris, Roth, statt. Der Zug, aus Lokomotive und 5 Salonwagen bestehend, führte 178 Personen. Der italienische Senatspräsident und der deutsche Staatsvertreter sprachen wie alle Gäste ihre vollste Befriedigung über die gesehenen Bahnbauten und den Empfang aus. Kurz nach 1/2 9 Uhr trafen auch mit dem Züricher Zug der bayerische Minister v. Crailsheim und der würtembergische Minister v. Mittnacht ein.

Augsburger Abendzeitung
Mittwoch, 15. September 1886
Nr. 254
// München, 14. Sept. - Gestern Abend mit dem Schnellzuge kam von Salzburg bezw. Reichenhall das Erbgroßherzoglich Mecklenburg=Strelitz'sche Ehepaar von einem längeren Aufenthalte in Berchtesgaden hier an. Die hohen Reisenden wurden am Ostbahnhof von den hier weilenden Prinzen Eduard und Aribert von Anhalt begrüßt, welche mit ihrer Schwester, der Frau Erbgroßherzogin, in die Vorstellung von Wagner's "Rheingold" fuhren, während der Erbgroßherzog nach dem Zentralbahnhofe weiter und von dort ins Hotel "Bellevue" fuhr, wo die hohen Gäste einige Tage Aufenthalt nehmen werden.

Allgemeine Zeitung
Samstag, 12. April 1890
Nr. 101
* Die Erweiterung des Münchener Centralbahnhofes. In der heute Vormittag stattgefundenen Sitzung des Finanzausschusses wurde beschlossen, die für den Umbau des Centralbahnhofes geforderte Summe von 12,440,000 M. und für den Bau eines Postgebäudes die Summe von 1,845,000 M. zu bewilligen. Die Petitionen der Gemeinde München und der oberbayerischen Handelskammer über den Umbau des Centralbahnhofes wurden durch diese Beschlüsse für erledigt erklärt.

Münchner Neueste Nachrichten
Samstag, 16. Juni 1894
Nr. 274
Einzige Tages=Ausgabe
München, 15. Juni. - bc. Sonderzüge nach Schliersee, Garmisch und Tölz. Wegen Aufeinanderfolge von zwei Feiertagen am 16. (Bennotag) und 17. Juni (Sonntag) läßt das k. Oberbahnamt außer den Sonntagszügen auch heute Abend schon 7 Uhr 37 Minuten einen Sonderzug nach Schliersee und um 7 Uhr 27 Minuten einen solchen nach Murnau (Garmisch) verkehren. Am Samstag werden nachstehende Sonderzüge abgefertigt: nach Tölz (Gmund) 5 Uhr 48 Minuten Früh, nach Schliersee 6 Uhr 11 Minuten Früh und 11 Uhr 10 Minuten Vormittags, nach Murnau (Garmisch) um 5 Uhr Früh und 8 Uhr 40 Minuten Vormittags, letztere Züge gehen um 8 Uhr 40 Minuten Vormittags und 11 Uhr 40 Minuten wieder von Murnau nach München zurück. Ebenso geht Abends 7 Uhr 45 Minuten ein Sonderzug von Tutzing und ABnds 7 Uhr 4 Minuten von Starnberg nach München ab. Am Sonntag, den 17. Juni geht 11 Uhr 10 Minuten Vormittags ein Sonderzug nach Schliersee und gehen solche von Tutzing Abends 7 Uhr 45 Minuten, von Tölz Abends 9 Uhr 6 Minuten und von Starnberg Abends 7 Uhr 4 Minuten nach München zurück. Diese Züge werden nur bei günstiger Witterung abgefertigt.

Münchner Neueste Nachrichten
Montag, 11. April 1898
Nr. 167
Einzige Tages=Ausgabe
München, 18. April. - m. Eigenthümlicher Unfall. Während am 7. April Nachmittags auf den Doppelbahngeleisen zwischen Schleißheim und Feldmoching zwei Schnellzüge aneinander vorbeifuhren, zog der Heizer der Maschine des nach München fahrenden Schnellzuges nach vollzogener Schürung des Feuers seinen Feuerhaken zurück und gerieth hierbei mit der rechten Hand an einen Wagen des vorbeisausenden Schnellzuges nach Landshut. Dieser Zug riß ihm den kleinen Finger der rechten Hand vollständig ab. Der Blutverlust war sehr stark, doch konnte, da der Zug schon nach einer Viertelstunde München erreichte, bald ein Nothverband angelegt werden.

Augsburger Abendzeitung
Sonnabend, 12. April 1902
Nr. 100
R. München, 12. April. Der Hilfskondukteur Anton Pommer, der gestern den um 8 Uhr hier ankommenden Holzkirchener Zug begleitete, ist nahe der Großhesseloher Brücke, wohl aus eigenem Verschulden und ohne daß Jemand den Vorfall beobachtet hatte, abgestürzt und überfahren worden. Seine Leiche wurde heute Morgen nächst der Großhesseloher Brücke gefunden. Sie war ganz zerstückelt. Es scheint, daß ein zu Geschwindigkeitsversuchen abgelassener Probezug, der in der kritischen Zeit in der Richtung nach Holzkirchen verkehrte, den Abgestürzten ein zweites Mal überfahren hat.

Münchner Neueste Nachrichten
Donnerstag, 22. März 1906
Nr. 136
Vorabend=Blatt
Der Starnberger Bahnhof in München.
München, 21. März.
Anknüpfend an die Mitteilung über die in jüngster Zeit hergestellte Baumpflanzung am Starnberger Bahnhof nächst der Arnulfstraße sind in weitesten Kreisen Befürchtungen geäußert worden, es möchte der für den Staat so rentable Starnberger und Vorortbahnhof noch lange Jahre als das elende Provisorium weitergeschleppt werden, welches er jetzt ist. Auf eingezogene Erkundigung hiewegen wurde uns die Mitteilung, daß zwar ein Projekt für die Erbauung eines neuen Bahnhofs auf der Nordseite des Hauptbahnhofs im Anschluß an den jetzigen Nordbau gefertigt ist und dem Verkehrsministerium vorliegt, und daß überhaupt der Umbau des ganzen Betriebshauptgebäudes nach Abbruch des Vorbaues (des alten Bahnhofs mit seinem Säulengang am Bahnhofpaltz und seiner Schalterhalle) geplant sei, daß aber wohl noch Jahre verstreichen werden, bis dieses Projekt zur Ausführung gelangt.
Wenn der Abbruch des Provisoriums an der Arnulfstraße mit dem Gesamtumbau des Hauptbahnhofs verquickt wird, so wird also der jetzige unwürdige Zustand am Starnberger und Vorortbahnhof wohl noch ein Dezennium dauern; es ist aber nicht begreiflich und auch nicht nötig, daß die beiden Projekte miteinander zur Ausführung kommen. Als dringendstes erscheint die Beseitigung der jetzigen Zustände im sogenannten Sommerbahnhof. Früher hieß derselbe so. weil die Bahnverwaltung einsah, daß man im Winter den Starnberger Fahrgästen nicht zumuten könne, in dieser Bretterhütte ohne richtige Warteräume, mit den dem Luftzug ausgesetzten Schaltern etc. zu verweilen. Als aber der ganze Vorortverkehr nach Pasing, Planegg und Gauting, Bruck und Maisach dahin verlegt und die Bahn nach Kochel und Oberammergau eröffnet wurde, ließ man den Sommerbahnhof auch für den Winterbetrieb geöffnet und beschränkte sich darauf, einige Provisorien für den Aufenthalt der Reisenden, für Vermehrung der Schalter hinzuzufügen. Diese Provisorien bestehen jetzt schon mehr als zehn Jahre; das Publikum muß sich in der äußerst zugigen Schalterhalle, in der an Sonn= und Feiertagen ein unbeschreibliches Gedränge herrscht, oder auf dem nicht minder dem Luftzug preisgegebenen Perron aufhalten, es muß sich an den Billettschaltern die Fahrkarte erkämpfen und an der Perronsperre sich drücken und ängstigen lassen, bis es endlich den Zugang zum Bahnzug erreicht. In den Berichten, welche die Bahnverwaltung im Sommer über den Sonntagsverkehr an die Presse erläßt, liest man, daß 6000 - 8000 Münchner und Fremde nach Starnberg, die vierfache Zahl nach Pasing, 5000 bis 6000 Personen nach Lochham und Planegg, 3000 nach Bruck etc. gefahren seien, man hört, daß an Sonn= und Feiertagen oft fast 80 Züge zwischen München und Starnberg und 200 Vorortzüge zwischen München und Pasing verkehren, man vernimmt ferner, daß die Erträgnisse des Pasinger Vorortverkehrs ungemein große sind und von Jahr zu Jahr der Verkehr auf dieser Vorortbahn sich steigert; trotzdem scheint die Bahnbehörde sich zu einer Besserung der Verhältnisse im Starnberger und Vorortbahnhof noch immer nicht entschließen zu wollen!
Sie sollten einmal hören, welches vernichtende Urteil die vielen Fremden fällen, die im Sommer und Herbst an den Starnberger See und nach Garmisch, an den Walchensee und nach Linderhof fahren, und die mit Erstaunen fragen, ob es denn möglich sei, solch' unwürdige Zustände für eine der stärkstfrequentierten Bahnlinien und in der Kunst= und Residenzstadt München jahrelang zu belassen - einen häßlichen Barackenbau ohne praktische Einrichtungen für den internationalen Reiseverkehr und den Massen=Ausflugsverkehr, ohne entsprechende Warte= und Gepäckräume, mit unpraktisch angelegten Schaltern etc. Da die Staatseisenbahnverwaltung diese berechtigten Urteile nicht gehört zu haben scheint und da sie überhaupt nicht zu fühlen scheint, wie sehr sie durch Belassung solcher Zustände ihrem Rufe und dem Besuche Münchens und des Starnberger Sees und des Gebirges durch Fremde schadet, so muß an dieser Stelle offen hierüber gesprochen und dem dringenden und allgemeinen Verlangen auf baldigsten Neubau des Starnberger Bahnhofs Ausdruck verliehen werden, und dies umso ernstlicher, als im nächsten Sommer schon durch Ermäßigung der Fahrpreise im Nahverkehr der Verkehr nach Starnberg und Garmisch = Kochel noch viel stärker werden und dann das jetzige Bahnhofprovisorium unhaltbar sein wird.
Da der Landtag eben versammelt ist, möge der Herr Verkehrsminister eine Nachtragsforderung für zeitgemäße Erweiterungsbauten einbringen, der Landtag und die Reichsräte würden sie angesichts der offenkundigen und einer Großstadt unwürdigen Zustände im Starnberger Bahnhof sicher glatt bewilligen.

Münchner Neueste Nachrichten
Mittwoch, 18. Mai 1910
Nr. 227
Vorabendblatt
In der Nacht vom Sonntag stürzte der Schaffner Bauer IV von München bei Ausfahrt des Personenzuges 610 aus Fürstenfeldbruck vom Zuge ab. Obwohl der Schaffner schwer verletzt wurde - er erlitt einen Bruch beider Arme und bedeutende Kopfverletzungen -, konnte er sich zur Station begeben; von dort wurde er mit dem nächsten Zug nach München in die Chirurgische Klinik verbracht.

München - Augsburger Abendzeitung
Mittwoch, 24. Juni 1914
Nr. 116
Lokal-Anzeiger
* Das Verkehren der sogenannten Gutwetterzüge auf den Staatseisenbahnen an Sonn= und Feiertagen wird zukünftig jeweils durch Ausstecken rot=gelber Flaggen an folgenden Stationshäusern der städtischen Straßenbahnen bekannt gegeben: Hauptbahnhof, Karlsplatz, Max Weberplatz, Neuhausen, Ostbahnhof, Ostfriedhof, Feilitschstraße, Sendlingertorplatz, Boschetsriederstraße, Forstenriederstraße, Humboldstraße, Isartalbahnhof, Landsbergerstraße, Notburgastraße, Schleißheimerstraße.

München - Augsburger Abendzeitung
Freitag, 15. September 1918
Nr. 464
Abendausgabe
* Die Beheizung der Züge im Winter. Die bayer. Verkehrsverwaltung erläßt für die Heizung der Züge im Winter 1918/19 folgende Verfügung: Die Züge dürfen nur vom 15. Oktober 1918 bis 15. April 1919 geheizt werden. Die Heizung hat erst bei einer Außenwärme von weniger als Plus 8 Grad C. zu beginnen. Nahpersonenzüge, Arbeiterzüge, Werkstättenzüge und Triebwagen bleiben ungeheizt. Die Nebenbahnzüge, deren Fahrzeit nicht mehr als eine Stunde beträgt, sind erst bei einer Außenwärme von weniger als 0 Grad C. zu heizen. Diese Verfügung der Verkehrsverwaltung ist notwendig einmal wegen der Abminderung des Verbrauchs an Kohlen, und dann wegen des knappen Bestandes an Heizschläuchen.

Münchner Neueste Nachrichten
Mittwoch, 7. Juni 1922
Nr. 236
General=Anzeiger
Die Pfingstfeiertage
Nicht nur die Doppelfeiertage, auch die Schönheit der Natur locken um die Zeit des lieblichen Festes zu Wanderfahrten. So war denn der Ausflugsverkehr heuer ganz besonders stark. Aeltere Bahnbeamte versichern, daß sie so etwas noch nicht mitgemacht haben. Sämtliche Feiertags= und Schönwetterzüge waren eingelegt, außerdem mußten noch an den Starnberger= und Ammersee und in die Berge - nach Salzburg, wo der Burschenschaftertag stattfand - die Züge doppelt und dreifach gefahren werden. Viele Vereins= und Schülerausflüge wurden unternommen. Man nahm vielfach zur Beförderung wie in der Kriegs= und Nachkriegszeit auch Güterwagen zu Hilfe. Alles strebte hinaus, da wider Erwarten das Wetter schön geblieben war. Ohne die Entlastung durch den Holzkirchner und den Starnberger Sommerbahnhof, die sich bei diesem Pfingstverkehr als dringend notwendige Einrichtungen erwiesen, hätte der Hauptbahnhof den Verkehrserfordernissen nicht genügen können. An Stelle der Ausflügler, die aus München fortdrängten, traten viele hier ankommende Gäste, es mußten darum auch am Montag abend die Züge in die Nachbarstädte und weiterhin bis Nürnberg beispielsweise doppelt verkehren. Im ganzen übertraf der Pfingstverkehr sowohl den des Vorjahres wie jenen der Friedensjahre beträchtlich. Das gesamte Bahnpersonal aller Sparten hatte ansehnliche Leistungen zu vollbringen. Es wurden am Freitag 81,000, am Samstag 135,000, am Pfingstsonntag 146 000 und am Montag in Berücksichtigung des starken Rückstroms 160,000 Personen befördert. Dementsprechend waren die Einnahmen der vier Tage 1,466,000 M 2,070,000 M, 1,501,000 und 1,272,000 M. Die Einnahme am Pfingstsamstag allein war so groß, daß sie die Gesamteinnahme der vorjährigen Pfingsttage erreichte. Das Reisepublikum verhielt sich im ganzen sehr gut und nahm die außergewöhnlichen Umstände mit verständnisvoller Rücksicht hin. Im Ostbahnhof wurden Samstag, Sonntag und Montag 36,376 Karten im Fern= und Nahverkehr abgesetzt, im Isartalbahnhof am Pfingstsonntag und Pfingstmontag 38,623 Karten.

München - Augsburger Abendzeitung
Donnerstag, 24. Juni 1926
Nr. 167
Die Gesellschaftsfahrten mit elektrischen Triebwagen. Die Reichsbahndirektion München stellt für Sonderfahrten auf den elektrischen Betriebsstrecken nach Landshut, Herrsching, Kochel, Peissenberg, Mittenwald und Ehrwald Triebwagen neuester Bauart in den Dienst. Der Wagen hat 72 Sitzplätze. Bei stärkerer Beteiligung können Anhängewagen beigegeben werden. Die Mindestgebühr für die Benützung eines Triebwagens für Sonderfahrt beträgt den Fahrpreis für 60 gewöhnliche Fahrkarten 4. Klasse, mindestens jedoch 100 Mark.

München - Augsburger Abendzeitung
Samstag/Sonntag, 16./17. August 1930
Nr. 219
Von den Puffern totgequetscht
* Traunstein, 16. August. Ein schwerer Unfall hat sich im Bahnhof Bergen bei Traunstein ereignet. Beim Rangierdienst geriet der 31 Jahre alte Bahngehilfe Engelbert Steinbeck zwischen die Puffer und wurde so gequetscht, daß er augenblicklich tot war.

Bayerische Staatszeitung
Montag, 8. Januar 1934
Nr. 5
Bei der Arbeit tödlich verunglückt
Auf dem Industriegleis zwischen Freimann und Milbertshofen ereignete sich beim Eingleisen eines aus den Schienen gesprungenen Benzin=Transportwagens ein schwerer Unfall, als der hochgebockte Wagen zurückrutschte und den 37 Jahre alten Bahnschlosser Paul Ostermaier traf. Ostermaier wurde sehr schwer verletzt und starb kurz nach seiner Einlieferung in das Krankenhaus Schwabing.

Walter

Re: Zeitungsartikel 1842 - 1934

geschrieben von: Buran

Datum: 18.07.21 08:25

Um welche elektrischen Triebwagen handelte es sich im Jahr 1926?
Waren das schon die ET85?

Re: Zeitungsartikel 1842 - 1934

geschrieben von: Walter aus Bayern

Datum: 18.07.21 16:27

Servus,

zum Zeitungsartikel Augsburger Tagblatt vom 30. August 1874:
Ludwig II. reiste in Begleitung von Graf Holnstein, Generaldirektor Schamberger und vier Dienern nach Paris. Auf dieser Inkognito-Reise (er reiste als Graf von Berg) besuchte der König neben Paris auch Versailles und Klein-Trianon, das Lustschlößchen der Dubarry.

Walter