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mit dem Austria-Ticket 1978 durch Österreich (13 a)

geschrieben von: E-Lok-Woife

Datum: 07.06.21 19:42

Hej allihopa,

mit dem dreizehnten Kapitel geht heute mein Reisebericht der 43 Jahre zurückliegenden Österreichtour
zu Ende. Der Fahrtverlauf schaute folgendermaßen aus:

09-11-00.jpg


Als ich im Salzburger Hauptbahnhof gegen 01:30 den D 249 bestiegen hatte, fand ich zu meiner Freude
schnell ein völlig leeres Abteil, in dem ich mich lang machen konnte. Ein letzter Blick nach draußen bei
der Abfahrt: Nieselregen - Pfui Deifi! Große Hoffnungen auf einen "würdigen" Abschluß der Tour machte
ich mir nicht mehr. Die Fahrkartenkontrolle fand bereits nach kürzester Zeit statt, dann hatte ich meine
Ruhe. Drei Stunden später wurde ich bei der Einfahrt in einen größeren Bahnhof wach und schaute
schläfrig aus dem Fenster, um zu sehen, wie weit ich schon gekommen war. Es war Amstetten. Puh! So
weit hätte ich an diesem Tag eigentlich gar nicht mehr Richtung Osten fahren wollen. Das hieß jetzt
schleunigst aufstehen und raus aus dem Zug. Es war frisch, regnete aber wenigstens nicht mehr. Im
Bahnhof selbst war es nach der Ausfahrt meines Zuges völlig ruhig; am östlichen Ende des Personen-
bahnhofs, an den der Verschiebebahnhof angrenzte, stand aber eine l040er direkt unter einer Gleisfeld-
leuchte. Da sich die Lok unbesetzt war und sich nicht bewegte, nutzte ich die Gelegenheit, um unter
Zuhilfenahme des Holzklotzes eine Nachtaufnahme zur gerade beginnenden blauen Stunde zu machen:

09-11-01  1040.13  Amstetten.jpg


Eine gute Stunde später kroch im Osten langsam die Sonne über den Horizont. Während der Himmel über
Amstetten noch völlig bedeckt war, schaute es Richtung St. Pölten so aus, als ob das Wetter dort richtig
gut werden würde:

09-11-02  Amstetten.jpg


Nun stand ich vor einem Dilemma: sollte ich dem Sonnenschein entgegenfahren und mich an meinem letzten
Tag noch weiter von meinem Heimatstandort entfernen, oder das Risiko eines wolkenreichen Tages in Kauf
nehmen und auf der Westbahn zurückfahren? Der auf dem Nebengleis eingefahrene P 2000 mit der l046.25 als
Zuglok nahm mir die Entscheidung ab: nachdem ich die Fuhre fotografiert hatte, stieg ich in diesen Zug ein:

09-11-03  1046.25  Amstetten.jpg


Der P 2000 war ein klassischer Frühpersonenzug für Berufspendler, der unterwegs an jeder Kuhblöke einen
Halt einlegte; für die 60km nach St. Valentin war er ziemlich genau 40 Minuten unterwegs. Eigentlich hatte
ich vorgehabt, bis Linz durchzufahren; die in St. Valentin stehende l080.08 war aber Grund genug für eine
Fahrtunterbrechung - zumal sich die Wolkendecke sichtbar aufzulösen begann. Leider setzte sich der kurze
Güterzug in dem Moment als ich ihn erreicht hatte auch schon in Bewegung; der Bildausschnitt ist daher
nicht ganz so optimal:

09-11-04  1080.08  St. Valentin.jpg

Fortsetzung in Kürze!

mit dem Austria-Ticket 1978 durch Österreich (13 b)

geschrieben von: E-Lok-Woife

Datum: 07.06.21 21:07

Dank des relativ langen Aufenthalts des P 2000 in St. Valentin (06:35 - 06:50) konnte ich mit diesem Zug gleich
nach meinem Foto der l080 meine Fahrt fortsetzen. Da ich immer noch ein bisserl müde war, machte ich es mir
recht bequem und gedachte bis Linz noch ein kleines Nickerchen zu machen. Leider wurde der Zug aber dann
rasch ziemlich voll. Und in einem gut besetzten Pendlerzug kommt es nicht so gut an, wenn man da über drei
Sitzplätze verteilt schläft. Einer der in Enns zugestiegenen Fahrgäste fragte dann auch nicht lange, sondern
packte mich an den Füßen und schleuderte sie Richtung Fußboden - sein Kommentar dabei: "Schloofn koonst
dahaam!" Sein Kollege war zumindest verbal noch weitaus weniger nett; er fragte in die Runde "Heast, woos
moocht´n dea Saandla doo herinnen (was hat dieser Penner hier zu suchen)?" Diese Frage konnte ich ihm aber
leicht beantworten: "Zugfahrn - genau wia Du. Bloß fahr i da Gaudi hoiba, weil zum Arbatn hätt i um dee Zeit no
ned aufschteh meng (Ich fahre Zug - genau wie Du. Aber ich fahre spaßeshalber, weil für mich ein so frühes
Aufstehen um der Arbeit willen eher nicht in Frage gekommen wäre)!" Die Stimmung im Abteil blieb bis Linz ziemlich frostig...

Nach einer Katzenwäsche (viel gebracht hatte es nicht mehr...) im Linzer Bahnhofsklo stand mein Plan für
den Rest des Tages weitgehend fest, da sich nun auch im Westen die Wolkendecke rasch aufzulösen begann.
Ich wollte mich nach Attnang-P. durchschlagen, dort in der Zf eventuell nach Krokodilen Ausschau halten
und eventuell ein paar Stationen Richtung Salzkammergut fahren, bevor ich endgültig die Heimreise antrat.
Überraschenderweise war die Zugförderungsstelle aber erstaunlich leer - und außer einer bereits kassierten
und ziemlich ungünstig dastehenden l089er befand sich kein einziges Krokodil vor Ort. Aber wenigstens
erwischte ich die l04l.ll beim Ausrücken; die Lok hatte damals noch ihre alten Frontfensterrahmen:

09-11-05  1041.11  Zf Attnang-P.jpg


Die Beförderung des Kammerer Hansls, der ein paar Jahre zuvor noch im Plan der Reihe l073 enthalten war,
oblag Ende der 70er Jahre den Reihen l045 oder ll45. Am 11. September 1978 hatte die blutorange ll45.08
diese Aufgabe übernommen:

09-11-06  1145.08  Attnang - P.jpg


Im Bahnhofsverschub war an diesem Tag die ebenfalls blutorange l080.l4 eingeteilt. Während des Verschiebe-
betriebes war die Lok fix mit einem uralten Hilfsbremswagen mit Holzaufbau gekuppelt:

09-11-07  1080.14  Attnang-P.jpg


Der um 10:20 in´s Salkammergut fahrende E 500 (Erzherzog Johann) hatte für mich dann eine echte
Überraschung parat: hing da doch glatt eine l0l8 als Zuglok dran! Daß dieser Zug über Jahre hinweg
eine der Paradeleistungen der Reihe l0l8 war, war mir zu diesem Zeitpunkt natürlich nicht bekannt
gewesen. Jedenfalls war diese edle alte Schnellzuglok Grund genug zum Einsteigen; vielleicht würde
sich ja unterwegs irgendwo eine schöne Gelegenheit für ein Foto ergeben. Und es ergab sich tatsächlich
etwas; der Aufenthalt in Obertraun - Dachsteinhöhlen reichte für ein Hochkantbild meines Zuges mit
einer fotogenen Felswand im Hintergrund:

09-11-08  1018.03  Obertraun-Dsth.jpg


In Bad Mitterndorf begegnete uns die ll45.02 mit einem interessanten Reisezug, der aus vier Schlieren- und
einem Schürzenwagen bestand - jedoch ohne Packwagen unterwegs war. Und die ganze Garnitur war noch
tannengrün lackiert:


09-11-10  1145.02  Bad Mitterndorf.jpg

Bearbeitung: Grammatikfehler korrigiert




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 08.06.21 06:24.

mit dem Austria-Ticket 1978 durch Österreich (13 c)

geschrieben von: E-Lok-Woife

Datum: 07.06.21 21:27

In Stainach-I. angekommen registrierte ich zu meinem Mißfallen, daß sich soeben der Ennstaler Milchsammler
Richtung Selzthal vom Acker gemacht hatte. Über Umwege bin ich aber tatsächlich auf dem Tauschweg noch
zu einem Dia dieses Zuges gekommen, das ich der Vollständigkeit halber hier mit herzeigen will. Die l045.09
war eine von drei blutorange lackierten Maschinen ihrer Reihe; sie hatte drei beige Zierstreifen, von denen
der obere nur zwischen den Führerstandstüren verlief, die beiden anderen jedoch um den ganzen Lokkasten
umlaufend:


09-11-11  1045.09  Stainach-I.jpg

Den Ende der 70er Jahre immer noch recht umfangreichen Bahnhofsverschub besorgte am 11.Sept.1978
die l045.l2:


09-11-12  1045.12  Stainach - I.jpg


Die l045.03, die hier mit einem Zweiwagenzug Richtung Attnang-P. zu sehen ist, war ebenfalls blutorange
lackiert; bei dieser Lok war aber nur der mittlere Zierstreifen umlaufend:

09-11-13  1045.03  Stainach-Irdning.jpg


Auf der Rückfahrt Richtung Attnang-P. sah ich schließlich im Bahnhof bad Aussee die dritte blutorange
l045er stehen; bei dieser Maschine fehlte der Dachrandzierstreifen:

09-11-14  1045.14  Bad Aussee.jpg


In Steeg-Gosau hatte ich Zeit, meinen mit der ll4l.22 bespannten Zug im Bild festzuhalten:


09-11-15  1141.22  Steeg - Gosau.jpg


Fortsetzung in Kürze!
Bei der Einfahrt in den Bad Ischler Bahnhof registrierte ich ein in der Nähe der Traunbrücke stehendes
noch völlig unverdorbenes altösterreichisches Formsignal. Da ich ein solches ganz gerne einmal mit
einem Zug fotografiert gehabt hätte, stieg ich dort aus, obwohl ich dadurch natürlich eine ganze Stunde
verlor. Pünktlich um 16:35 fuhr der E 703 mit der ll4l.2l in Bad Ischl ein. Leider muß man beim Betrachten
der Aufnahme feststellen, daß in der Vor-Sommerzeit-Ära die Schatten am frühen Abend schon recht lang
waren damals...

09-11-16  1141.21  Bad Ischl.jpg


Eigentlich hätte ich nun mit dem E 703 bis Attnang-P. durchfahren wollen; in Ebensee standen aber die ll89.02
und 03 nebeneinander dermaßen schön in der tiefstehenden Abendsonne, daß ich trotz des leichten Zeitdrucks
zum Heimfahren meinen Zug wieder verließ. Bei den beiden Lokomotiven angekommen spulte ich den vollen
Film in die Dose zurück und holte aus dem Rucksack eine Fimschachtel heraus. Ah, Innenlasche eingeknickt,
also voller Film drin. Nächste Schachtel: Innenlasche eingeknickt, also voller Film drin. Nächste Schachtel:
Innenlasche eingeknickt... Nach sieben oder acht Schachteln leerte ich schließlich den ganzen Rucksack aus
und stellte die Schachteln mit den vollen Filmen nebeneinander auf den Boden. Sechs Reihen, je zehn Filme,
also 60 insgesamt. Ich hatte mich restlos verschossen - was für ein @#$%&dreck! Was es daraufhin im
Ebenseer Bahnhof zu hören gab, war sicher nicht 100%ig jugendfrei und hinsichtlich der Lautstärke einem
Fischmarktschreier wohl mindestens ebenbürtig. Was jetzt? Nun gut - ich hatte zwar keine Schillinge mehr,
aber da waren ja noch die knapp 17,- DM deutsches Geld. Dafür sollte sich doch irgendwo noch ein Diafilm
auftreiben lassen! An die Tatsache, daß ich mit einem solchen Kauf kein Geld mehr für die Heimfahrt zur
Verfügung haben würde, verschwendete ich dabei keinen Gedanken.

Lange mußte ich in der Umgebung des Ebenseer Bahnhofs nicht suchen: es gab da eine größere Trafik, in
der man tatsächlich Filme kaufen konnte. Nur: die Preiskalkulation einer Trafik mit Andenkenladen schaut
ein bisserl anders aus als die eines befreundeten Fotohändlers in einer oberbayerischen Kleinstadt. Satte
195,- Schillinge oder 30,- DM hätte der Kodachrome-Film gekostet. Hätte ich das Geld noch gehabt, wäre
mir das aber in diesem Augenblick wurscht gewesen - ich hätte ihn trotzdem genommen. Für 110,- Schillinge
oder 17,- DM / Stück waren aber noch Negativfilme da - und nach einigen Verhandlungen mit Erläuterung
meiner Kassenlage überließ mir der Trafikbesitzer dann tatsächlich gnädigerweise für 16,- DM und ein paar
Gequetschte - also meinen pekuniären Gesamtrestbestand - einen Negativfilm. Doch leider war inzwischen
die Sonne untergegangen und die ll89.03 verschwunden. Das letzte Bild der Tour wurde somit ein lichtmäßig
ziemlich flaues Negativ-Bild der ll89.02 im Ebensser Bahnhof:

09-11-17  1189.02  Ebensee.jpg


Mit dieser Aufnahme war meine Österreichtour in fotografischer Hinsicht dann zu Ende. Der Holzklotz, der
mich elf Tage begleitet hatte, flog in Ebensee irgendwo in´s Gelände und ich fuhr mit dem P 3441 nach
Attnang-P. weiter. Dort hatte ich einen günstigen Anschluß zum E 644 nach Salzburg, wo es noch einmal
spannend wurde. Wie jetzt nach Hause kommen? Das Wichtigste schien mir erst einmal über die Grenze
nach Freilasing hinüberzukommen. Von dort aus wären es nach Siegsdorf nur noch gut 30 km gewesen - das
hätte sich in fünf Stunden sicher machen lassen. Obwohl ich Schwarzfahren eigentlich stets zutiefst
abgelehnt habe, bin ich dann also ohne Fahrkarte in den D 216 eingestiegen und habe dann gleich den
Schaffner aufgesucht, um ihm meine mißliche Lage zu beichten. Und manchmal braucht man einfach Glück
im Leben: der Eisenbahner war einer unserer Stammzugbegleiter auf der Ruhpoldinger Strecke und kannte
mich deshalb gut. Ich brauchte den Zug in Freilassing nicht zu verlassen und mußte letztendlich nur die
sechs Kilometer von Traunstein nach Siegsdorf zu Fuß zurücklegen. Ein Klacks!

Bis heute denke ich gerne an diese erste große Reise auf eigene Faust zurück - nicht nur hinsichtlich des
Erlebten, sondern auch und gerade wegen der dabei entstandenen Dias, auf denen ich oft eine Atmosphäre
habe einfangen können, die bereits wenige Jahre später vergangen war. Natürlich habe ich mich oft gefragt,
ob ich vielleicht das eine oder andere Ziel vorziehen und dafür etwas anderes sausenlassen hätte sollen;
letztendlich bin ich aber mit dem Fahrtverlauf und den Ergebnissen insgesamt durchaus zufrieden. Das
Einzige, was mich ein bisserl wurmt ist die Tatsache, daß ich nicht wenigstens einen halben Tag an der
Wiener elektrischen Stadtbahn verbracht habe, denn bei meinem nächsten Wienbesuch war diese schon
Geschichte.

Euch allen einen schönen Abend und ha det bra!

Euer Woife

Re: mit dem Austria-Ticket 1978 durch Österreich (13 c)

geschrieben von: Werner

Datum: 07.06.21 23:25

Hallo Woife,
also ob ich den Mut aufgebracht hätte, so eine Tour durchzustehen... Ich weiß nicht. In Österreich habe ich da die Jugendherbergen vorgezogen. Waren zwar immer etwas speziell, aber ein sicheres Bett. Von der Wiener Stadtbahn habe ich auch nur ein einziges Schwarz-Weiß Bild.
Schade, dass die Reise schon zu Ende ist. Und lass Dich nicht ärgern wegen 1 oder I. Ich wäre da gar nicht auf die Idee gekommen, mich deshalb zu beschweren.
Zu Deinen 100 Euro für`s Scannen: Ich habe erst fast 500 Taler für die Reparatur meines Nikon Scanners bezahlt. Also ist alles relativ. Freue mich schon auf Deine nächsten Beiträge.


Gruß Werner


Hallo,

auch ich würde mich sehr über weitere Beiträge von Dir freuen; sind immer sehr spannend. Übrigens, auch ich stamme ursprünglich aus einem Ort an einer Nebenbahn im Landkreis Traunstein (früher Landkreis Laufen), wo zu meinen Schülerzeiten am Chiemgaugymnasium Traunstein noch der VT 98 (der erst später zum 798 wurde) verkehrt ist.

Gruß

Re: Grosses Danke Schön

geschrieben von: Cuneo56

Datum: 08.06.21 07:28

Wilkommen daheim
Danke furs mitnehmen auf diese tour.

Freue Mich schon auf weitere fahrten, gerne auch mıt solche besonderheıten

Ciao.

https://www.drehscheibe-online.de/foren/file.php?099,file=356875 Ciao, Adriaan.

Re: Grosses Danke Schön

geschrieben von: e32

Datum: 08.06.21 08:22

Auch ich sage Danke, dass du uns auf diese Tour mitgenommen hast.
Altbau E-Loks sind wirklich was interessantes.
Bitte lass dich nicht beirren, ich freue mich auf die nächste Tour.

Re: mit dem Austria-Ticket 1978 durch Österreich (13 c)

geschrieben von: WN

Datum: 08.06.21 09:22

Eine interessante und unterhaltsame Beitragsserie erhält ihren krönenden Abschluss. Danke vielmals.

Ich freue mich auf die nächsten Reportagen!

Auch wenn hier sehr viel schöne Seiten aus einer heilen (?) Bahnwelt gezeigt wurden, so zeigt das Missgeschick in Ebensee deutlich doch nicht alles golden war dazumals. In Zeiten der Digitalfotografie steht wohl niemand mehr mittellos vor dem Motiv. Wenn man bedenkt, dass du mit 60 Diafilmen mehr oder weniger ein kleines Vermögen verknipst hast, leuchtet es auch vielmehr ein, dass das Budget knapp war und für eine Jugendherberge keine Schillinge mehr da waren.


Als kleines Dankeschön hab ich mal ganz tief in Vaters-Fotoarchiv gekramt und ein Krokodilbild vom 1.8.78 aus Ebensee angefügt.
118909.JPG
Hallo Woife

Wahsinn, was du da alles erlebt hast. Also so eine Tour hätte ich nicht überstanden, aber es hat sich gelohnt.
Danke für`s Mitnehmen. Nun Amstetten habe ich erst viel später erlebt, aber die 1046 in alt habe ich noch erwischt.

Und Stainach-Irdning war uns 2 mal einen Urlaub wert, 1080, 1041, 1141, 1045...

Da bin ich mal auf weitere Beiträge gespannt.
Grüße Horst
Hallo Woife,

in einem deiner hervorragenden Berichte kündigtest du das Ende deiner Reise damit an, dass wir, also die Leser, es bald geschafft haben würden. Ich hätte noch mehr davon vertragen. Vielen Dank für die Schilderung deiner Erlebnisse. Das größte Geschenk für mich ist das Bild der 1045.07 in Schärding. Leider konnte ich die Lokomotiven dieser Baureihe nicht mehr im Betrieb erleben. Diese unscheinbaren Maschinen stellten den Beginn einer neuen Bauweise von Elektrolokomotiven dar. Auch wenn sie eher wie die berühmten grauen Mäuse in Erscheinung traten, sie standen am Anfang der modernen Elektrolokomotiven mit Drehgestellen und gefederten Antrieben.
Amüsiert hat mich auch die kleine Geschichte vom Personal der Ruhpoldinger Strecke in einem Fernzug von Salzburg. Das habe ich auch noch erlebt. Man kannte sich eben und grüßte einander.
Ich hoffe, dass bei dir noch mehr Schätze schlummern und ich freue mich schon auf deren Erwachen.

Gruß, Bernd
Moin Woife!

Sehr gerne habe ich Deine Beitragsfolgen nicht nur wegen Deiner Fotos betrachtet, sondern auch aufgrund Deines lebhaften Textes gelesen. Junge, Junge, Du hast ja so manches Mal recht hoch gepokert und auf der Schneide eines Sägeblattes so manchen Eiertanz aufgeführt - aber es ist ja alles gutgegangen.


Für Deine Mitnahme auf die Österreich-Tour dankt Dir - mit Grüßen aus dem Norden

Helmut

Meine bisher erschienenen Beiträge findet ihr in meinem Inhaltsverzeichnis hier: [www.drehscheibe-online.de]

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Ein dickes Dankeschön!

geschrieben von: Armchair traveller

Datum: 08.06.21 16:48

Hallo Woife,
auch von mir als still genießendem Mitleser ein dickes Dankeschön.
Tolle Fotos aber die Texte waren wirklich der Hammer. Ich habe mitgefiebert, bin selber ca. 10 Jahre später mit dem Tramper-Monats-Ticket durch Deutschland gereist, kreuz und quer mit Übernachtungen im Zug / Jugendherberge. Aber so einfach irgendwo zu schlafen hätte ich mich sicherlich nicht getraut. Sehr eindrucksvolle Tour.
Danke fürs Mitnehmen!
AT



2-mal bearbeitet. Zuletzt am 08.06.21 16:49.

Re: mit dem Austria-Ticket 1978 durch Österreich (13 c)

geschrieben von: SCPro

Datum: 08.06.21 21:48

...vielen Dank für die tollen Berichte - ich habe jedem einzelnen sehnlichst entgegengefiebert - klasse!

Gruß, Sandro



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 08.06.21 21:49.
Servus Woife,

tolle Reise, toll beschrieben und super Fotos!
Als bekennender Formsignalfan gefällt mir natürlich dieses tolle Signal da in Bad Ischl.
Das letzte derartige Signal wurde am 13.12.1991 in Furth-Palt niedergeschnitten. Ich war vorher zweimal da. Ganz sicher bin ich mit der Jahreszahl allerdings nicht.

Es grüßt

Altbauelok

Re: Herrliche, abenteuerliche Serie - Herzlichen Dank!

geschrieben von: Michael_F

Datum: 09.06.21 01:39

Hallo Woife,

da Deine tolle Serie nun (leider) am Ende ist, wird es langsam Zeit auch mal meinen „Senf“ dazuzugeben… 😉

Erstmal vielen Dank Für Deine ausführlichen Erinnerungen, schön dass Du den Reisebericht mit den neu aufgefundenen Erinnerungen nochmals eingestellt hast. Schon unglaublich, was „man“ in jungen Jahren so alles treibt … 😊 Ich habe alles gerne gelesen und nachempfunden.

Das weckte gleich Erinnerungen an meine eigenen Reisen in mein damaliges Eisenbahn-Lieblingsland Österreich und auch darüber hinaus. Wobei meine Interessen da eher auf Schmalspur- und Privatbahnen ausgerichtet waren, aber das ist hier ja egal.

Die erste Reise per Austria-Ticket 1985 war noch etwas weniger abenteuerlich als die deinige (ich war ja auch noch ein braves, ordentliches Landei ….). Meine Eltern hatten kein Problem mit meinem Hobby, und so bekam ich bei Abfahrt eine dicke Tüte Hartwürste als Grundverpflegung mit, und Übernachtungen waren immer in Jugendherbergen vorgesehen. Was manchmal auch nett war; in der im Waldviertel in Neu-Nagelberg zum Beispiel war ich der einzige Gast (die war glaube ich eigentlich sogar zu) und bin am Morgen mit den Kindern der Herbergseltern zum Bahnhof gelaufen und nach Gmünd gefahren – hatte was, so mit der Schmalspurbahn zur „Arbeit“ zu fahren ….

Die vielen späteren Touren, insbesondere die über die 4-Tages-Rabbitcard, waren dann weniger ordentlich, geschlafen habe ich da dann auch meistens im Zug (incl. der An- und Abreise mit dem Holland-Wien-Express) - heute mag ich mir nur ungern vorstellen, wie ich da nach mehreren Nächten hintereinander im Zug für meine Umgebung optisch und olfaktorisch gewirkt haben mag, insbesondere im Sommer …. Gerne hatte ich die Variante genommen, im Osten abends einen schnellen Zug über die Korridorstrecke Richtung Arlberg zu nehmen, so weit wie es der Fahrplan gerade noch zuließ, und dann mit einem langsameren Nachtzug über Zell zurückzufahren. Oder zur Murtalbahn habe ich 1990 mal den Kurswagen Wien Süd – Lienz genommen, der zwar recht früh in Villach ankam, dort aber auf einem Abstellgleis längere Zeit auf den ersten Regionalzug nach Lienz warten musste, sodass die Nacht dann doch recht lang war, bevor es zurück nach Unzmarkt ging und dann mit dem lokbespannten Früh-GmP (P war hier sowohl Personen wie auch Postbeförderung) gen Tamsweg.

Nach mehreren Nächten war ich dann oft hundemüde, ich kann mich erinnern, wie ich mal im Sommer am offenen Fenster eines Triebwagens der Lokalbahn Gmunden-Vorchdorf stand und trotzdem mit Fahrtwind um die Nase am Einschlafen war …

Aber ganz so wild wie Du habe ich es dann doch nicht getrieben, schlafen im Park oder einer Bank am Bahnhof, das hätte ich mich dann doch nicht getraut. Habe ich zwar auch mal gemacht, in Ungarn 1989 im Bahnhof Kiskörös, nachdem die Jugendherberge Kecskement zu war und ich dann halt mit dem letzten Schmalspurzug nach Kiskörös und mit den ersten wieder zurück gefahren bin. Aber das war ja ein Notfall (und im Nachhinein war die Fahrt durch die nächtliche Puszta auch sehr schön gewesen).

Kein Geld mehr hatte ich 1990 auch mal, am Ende einer Interrailtour in Italien, das langte das Geld mehrere Tage lang nur noch für eine Tafel Schokolade, ein Brot und eine Flasche Wasser pro Tag. Das Geld war so knapp, dass ich mit dem allerletzten Diafilm mehrere Tage extrem haushalten musste, da das Geld beim besten Willen nicht mehr für einen Film gereicht hätte (drei Tage Nulldiät hätte ich wohl nicht geschafft)…

Eine Nacht im Güterwagen hatte ich dann aber nie. An sich eine echt verwegene Idee, und ganz sicher hätte ich damals auch nicht bedacht, dass der sehr hart gefedert ist, und sehr schlecht isoliert …. Nur auf den Leerwagenzettel hätte ich sicher geschaut, um nicht ganz ins Blaue zu fahren ….. ;-)

Bei Deiner gestörten Nacht in St.Pölten habe ich mich gefragt, warum Du bis 5:00 rumgelungert hattest, anstatt um 3:00 den GmP nach Mariazell zu nehmen (wäre ja sogar die richtige Traktionsart gewesen), aber Deine Bilder aus dem Waldviertel waren auch spannend.

Dann bleibt mir nur noch zu sagen, vielen Dank für die Serie, und zeige vielleicht doch mal wieder Bilder aus Österreich. Ich kann verstehen, dass das Unverständnis über Deine Schreibweise der „1“ nervt, aber irgendjemand hat immer was zu meckern; Deine diesbezügliche „Marotte“ fand ich eigentlich ganz nett 😊. Und ich muss zugeben, dass mir auch als eingefleischter Österreichfan nie bewusst aufgefallen ist, dass die Eins gar kein Häkchen hat …

Viele Grüße
Michael
Moin,

da bin ich gerne mitgereist bei dieser tollen Reiseserie. Vielen Dank! Der Holzklotz hätte nach dieser Tour aber einen Ehrenplatz im Garten oder Blumenkübel verdient :D

Viele Grüße,
Patrick
Hallo Woife

Besten Dank für den überaus interessanten Reisebericht,
Ich möchte dir dazu gratulieren.

Der Spruch :
Wer eine Reise tut, der kann was erzählen - stimmt eben doch.
Das Eisenbahn-Fotografieren ist prioritär, aber was man daneben den ganzen Tag erlebt, ist genau so spannend.
Wenn ich (wir) an unsere Reisen denken, kommen mir immer wieder lustige Anekdoten in den Sinn.
Ich möchte auf jeden Fall die Reisen , die man nur in den jungen Jahren macht, nicht missen.

Eigentlich sollten mehrere der hier Lesenden solche Berichte verfassen.
Das würde das Forum sehr bereichern.
Ich weiss aber auch, dass das Arbeit ist.
Ich selbst wollte mal einen Bericht über meine 6 1/2 wöchige Reise von 1971 nach Schweden - Finnland verfassen.
Anderes war dann aber wieder wichtiger.

Mit Bestem Dank.
Grüsse aus der Schweiz
Thuri
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