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Hallo,

bei der Eisenbahnstiftung wurde folgendes Bild (datiert auf 1953) neu eingestellt:
76695.jpg


Irre ich mich oder führen die Leitungen wirklich zu dem Kesselwagen nebenan? Die Manometer an den Kesseln deuten ja darauf hin, dass hier mit Druck gearbeitet wird, aber was wird da mit Druck geliefert? Pressluft für die Spritzgeräte? Wie kam dann das Wasser dazu? Ich kenne diese Art Kesselwagen eher für Leuchtgas oder ähnliches. Und obendrauf der kleine Kessel. Ist das eine nachträgliche Umrüstung? Mit drei gleich großen Kesseln sind mir solche Wagen bekannt, aber so?

Vielleicht ist ja sowas auch im neuen Kesselwagenbuch von Stefan Carstens zu finden? Kommt aber leider erst nächsten Monat...

Und vorab Danke an alle Leser und vor allem Antworter!
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Der Wagner
Peter Brinke

"Everything will be ok in the end. If it's not ok, it's not the end."
Morgens,

Die Leitungen führen zu dem Kesselwagen. Der Druck wird für die Hochdruckreinigung benötigt. Kärcher ist Dir ein Begriff ?

Alternative Wahrheiten?

geschrieben von: Enno

Datum: 03.05.21 09:55

Ich kann beim besten Willen nicht zweifelsfrei erkennen, ob die Schläuche mit dem Kesselwagen in Verbindung stehen.
Auch von Manometern, die vom TO erwähnt werden, kann ich nichts erkennen.
Ebenfalls kann ich nicht erkennen, in welcher Form hier eine Parallele zu Hochdruckreinigern (vulgo "Kärcher") bestehen soll, die ja einen Motor/Pumpe zur Druckerzeugung haben.
Was mir jedoch auffällt, ist dass die Reinigungslanze mit zwei Schläuchen angeschlossen ist (warum?) und dass das Personal ausgesprochen unpassend gekleidet ist, für derartige Arbeiten.

http://www.abload.de/img/_dsc4941.2403pp3g.jpg

Kesselwagen für Luftdruck? Merkwürdig.

geschrieben von: Pericoloso Sporgersi

Datum: 03.05.21 10:01

Luftdruck müsste doch in Werkstätten und Bereitstellungsanlagen massenweise zur Verfügung stehen. Deshalb glaube ich eigentlich nicht, dass der Kesselwagen etwas mit der Reinigung zu tun hat. Aber ich lass mich gern eines besseren belehren.
P.S.

Re: Kesselwagen für Luftdruck? Merkwürdig.

geschrieben von: Matthias Muschke

Datum: 03.05.21 10:09

Pericoloso Sporgersi schrieb:
Luftdruck müsste doch in Werkstätten und Bereitstellungsanlagen massenweise zur Verfügung stehen.
In Dessau steht bis heute über dem Schiebebühnenfeld: "Seid sparsam mit der teuren Pressluft!" - nicht ohne Grund... ;-)
@Enno - das ist ein Stinknormaler Arbeitsanzug, wie ich ihn als Stift auch noch getragen habe - alle in Blau, der Meister wöchentlich frisch in Schwarz!

MfG

"Damit auch ich was zu meckern habe: Ich finde immer die künstliche Dampfentwicklung durch Abblasen an den Zylindern fürchterlich. Sicher gibt das für den ambitionierten Laien tolle Fotos, den Sound jedoch zerstört es vollkommen. :-("

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aus aktuellem Anlass :-(: [www.youtube.com]

Re: Kesselwagen für Luftdruck? Merkwürdig.

geschrieben von: Enno

Datum: 03.05.21 10:13

Matthias Muschke schrieb:
@Enno - das ist ein Stinknormaler Arbeitsanzug, wie ich ihn als Stift auch noch getragen habe - alle in Blau, der Meister wöchentlich frisch in Schwarz!
Ja eben. Völlig ungeeignet ;-)
Wenn du mit so etwas wie der Waschbürste nach oben agierst läuft dir die Suppe am Stiel in die Ärmel.

http://www.abload.de/img/_dsc4941.2403pp3g.jpg




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 03.05.21 10:16.

Ein wenig hinsehen muß man schon...

geschrieben von: salix

Datum: 03.05.21 11:16

Zitat: Auch von Manometern, die vom TO erwähnt werden, kann ich nichts erkennen.

Dann schau dir die Mitte des rechten Kessels an, da siehst du unter einer hochgeklappten Haube zwei Manometer. Am linken Kessel ist die Haube runter geklappt.
Hallo Enno und Kollegen,
interessantes Bild und interessante Fragen...

Daß ein Behälter auch eine Füllstands- oder auch -Druckanzeige hat, ist ja nun nichts ungewöhnliches. ( Außer der Behälter wäre völlig zweckentfremdet wie etwa die Kessel der US-Wagen, die nach dem Kriege oft eine Nachnutzung als Sandbehälter hatten. )

Für mich bleibt aber die Frage offen, warum die im Bild sichtbaren Schläuche nicht vorne am "Bedienstand" des Dienstgüterwagens abgehen, sondern offensichtlich "viel weiter hinten"... ( Ein Indiz dafür, daß sie doch erst von einem weiteren Wagen abgehen.. ? )

Da der Mann rechts am Wagen eine Rückenspritze trägt nehme ich an, daß dieser ein spezielles Reinigungsmittelchen aufsprüht. Der links neben ihm sichtbare Mann, zu dem das Schlauchpaar führt, könnte dann tatsächlich derjenige sein, der "mit Hchdruck" dann den ganzen anhaftenden Schmutz herunter schwemmen läßt... ( Bei Hochdruckreinigern kommt es ja auf die "Schwemmleistung" an... )

Da Gerd ja schon den aktuellen Branchen-Primus aus Winnenden genannt hat - vielleicht hat jemand Lust, das Bild im Zusammenhang mit einer Anfrage an die Firma Kärcher zu senden. Wenn nicht die, wer könnte dann das zu sehende Arbeitsgerät identifizieren?

Wer traut sich?
(Ich selbst bin im Moment im "Redaktionsschluß" für ein aktuelles Buchprojekt, da bleibt leider keine Zeit. Sonst gerne.. )

Herzliche Grüße
Uwe
Es geht wohl mehr um die Reinigung der Fenster als um die Reinigung des Wagens. Die Blechwände sehen nicht sonderlich naß aus. Von links nach rechts. Der erste Arbeiter hat eine Bürste aus der Wasser spritzt. Der zweite hat etwas in der Hand, das an zwei Schläuche angeschlossen ist, wo die Flüssigkeit mit hohem Druck austritt. Der dritte ist am auffälligsten, er hat auf dem Rücken ein Gestell mit einem Behälter wie ihn in früheren Jahren z.B. die Winzer getragen hatten, wenn sie damit ihre Rebstöcke gegen Blattläuse gespritzt hatten. Die Frage, die sich mir stellt, ist die Reihenfolge der Arbeiten. Oder sollten mit einem Foto unterschiedliche Reinigungsvorgänge in einem Abwasch dargestellt werden?

Der Kesselwagen rechts könnte zur Erzeugung von Acethylen gedacht sein, in dem man aus Karbid und Wasser dieses Gas herstellt. Der Wagen wird nichts mit der Wachaktion zu tun haben.

geschrieben von: Enno

Datum: 03.05.21 11:36

Möglich ist alles, aber ich sehe da nur zwei "Knubbel" die von meinem Gehirn nicht als "Manometer" gedeutet werden. Ich sehe da eher zwei Handräder oder Ventile.

http://www.abload.de/img/_dsc4941.2403pp3g.jpg

Re: Kesselwagen für Luftdruck? Merkwürdig.

geschrieben von: gleis59

Datum: 03.05.21 12:05

*Wenn du mit so etwas wie der Waschbürste nach oben agierst läuft dir die Suppe am Stiel in die Ärmel.*

Hallo Enno,
genau so war es und nicht nur bei der Waggonwäsche.
LKw-Fahrer und deren Beifahrer können Lieder davon singen,
damals waren Waschanlagen rar.

Der rechte Mitarbeiter, Vor-oder Einsprüher, trägt die Chemikalien
auf dem Rücken und ist mit einem Handpumpendruckerzeuger tätig.

Grüße
siegfried



Enno schrieb:
Matthias Muschke schrieb:
@Enno - das ist ein Stinknormaler Arbeitsanzug, wie ich ihn als Stift auch noch getragen habe - alle in Blau, der Meister wöchentlich frisch in Schwarz!
Ja eben. Völlig ungeeignet ;-)
Wenn du mit so etwas wie der Waschbürste nach oben agierst läuft dir die Suppe am Stiel in die Ärmel.
Die Leiter scheint jedenfalls aus Holz zu sein, die im Betrieb auf offener Strecke so wohl nicht erlaubt wäre. Ich denke es handelt sich um einen zu einem umfunktionierten Bahnhofswagen für die Reinigung von Reisezugwagen, weil die Infrastruktur an Wasserleitungen in diesem Bereich vermutlich fehlt. Das Bild sollte in einem BW entstanden sein, wo es zu der Zeit noch keine Waschstraße mit Bürsten usw. gab.

Was haben Waggons in einem Bw zu suchen?

geschrieben von: Enno

Datum: 03.05.21 12:41

Deren Reinigung "sollte" doch wohl Aufgabe eines Bww sein. Und wieso man zum Rumplatschen ausgerechnet einen Bereich wählt wo es keine Wasserversorgung gibt, will sich mir auch nicht erschließen.
Holzleiter stimmt allerdings ;-)

http://www.abload.de/img/_dsc4941.2403pp3g.jpg




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 03.05.21 12:41.

Re: Was haben Waggons in einem Bw zu suchen?

geschrieben von: Der Wagner

Datum: 03.05.21 12:55

Hallo,

es ist nicht gesagt, dass dort kein Wasseranschluss ist. Vielleicht sollte der Wagen ja nur die Druckluft liefern?
Außerdem ist es 1953 - da musste man noch mit manchen Provisorien leben. 8 Jahre nach dem Krieg und 4 Jahre nach Gründung der DB gab es noch so manche Baustellen, die heute vorsintflutlich anmuten. Wichtig war damals, dass der Betrieb läuft und dem Kunden ordentliche Angebote gemacht wurden.
Da musste im Betrieb so manches improvisiert werden...

Gruß

Der Wagner
Peter Brinke

"Everything will be ok in the end. If it's not ok, it's not the end."

Re: ??? Frage zu historischem Bild bei der Eisenbahnstiftung

geschrieben von: WHA

Datum: 03.05.21 13:18

Moijen Peter,

also zunächst einmal ist überhaupt nicht sicher, daß die Leitungen zu dem (ehemaligen) Gaskesselwagen führen. Das läßt sich auf dem Bildausschnitt unmöglich erkennen.

Es ist für mich durchaus denkbar, daß ein fahrbares Aggregat (= Kärcher-Vorläufer?) auf den "Bahnsteig" steht und der Kesselwagen damit gar nichts zu tun hat.

Sofern es von dieser Szene nicht weitere Bilder aus anderen Blickwinkeln gibt, ist alles Spekulation.


Ach so, als man kein Leuchtgas mehr brauchte, sind diese Kesselwagen im Prinzip für alles verwendet worden, das in Kesseln transportiert werden mußte.


Beste Grüße
Wolfgang

"Es ist keine Schande, nichts zu wissen, wohl aber, nichts lernen zu wollen" - Plato
Der Wagner schrieb:
… führen die Leitungen wirklich zu dem Kesselwagen nebenan?
Die Manometer an den Kesseln deuten ja darauf hin, dass hier mit Druck gearbeitet wird, aber was wird da mit Druck geliefert?
Pressluft für die Spritzgeräte?
Wie kam dann das Wasser dazu?
Hallo „Der Wagner“,

Tipp: Bilder aus der Eisenbahnstiftung lassen sich ohne Probleme verlinken!

Der Text zum Bild https://eisenbahnstiftung.de/images/bildergalerie/76695.jpg lautet:
Außenreinigung mit intensiver Fensterwäsche im Bww Hof. (26.10.1953) Foto: BD Regensburg (Zeitler)



Zur Sache habe ich mal zwei Bildausschnitte angefertigt und vergrößert:

a) es scheint sich um ein Foto für den Fotografen zu handeln, das die verschiedenen Arbeitsgänge „Schmutzlösemittel per Rückentragespritze aufbringen“, „(an)gelösten Schmutz mit Waschbürste abbürsten“, „Spülen“ zeigen soll


b) die Armaturen am rechten Kessel kann ich, ebenso wie „Enno“, nicht als Manometer deuten

Waschvorgang (II), Schlauchleitungsverlauf.jpg


c) die diversen Schläuche verschwinden unter dem Wagen mit den drei Kesseln. Ob sie dann denn mit einem von denen denen dann auch irgendwo verbunden sind, das halte ich zumindest für fraglich


d) @ „Enno“: die drei Leute arbeiten aus damaliger Sicht eigentlich™ alle so, dass ihnen dabei nichts von den angewendeten Flüssigkeiten „in die Ärmel laufen“ sollte … ▼

Waschvorgang (I) v.l.n.r. Bürsten, Spülen, Sprühen.JPG




Gruß

Walter

_______________
(Edits: Datei des Bildausschnittes I höher komprimiert, damit Ausschnitt von der Forensoftware nicht mehr verkleinert werden wird; Bild in der EBS gefunden, Link zum Bild -, Zeilenumbrüche - und geschützte Leerzeichen eingefügt, Orthographie)



3-mal bearbeitet. Zuletzt am 06.05.21 23:07.

Re: Nö

geschrieben von: salix

Datum: 03.05.21 14:07

Dann beantworte eine einfache Frage :Was sollen zwei Handräder oder Ventile unmittelbar nebeneinander mit einer abgehenden Leitung?

Gegenfrage

geschrieben von: Enno

Datum: 03.05.21 14:19

Was sollen zwei Manometer unmittelbar nebeneinander mit einer abgehenden Leitung?
Letztendlich ist das doch Herumgestocher im Nebel. Man kann es auf dem Bild nicht erkennen. Mein Erfahrungshorizont jedoch wird definitiv nicht mit "Manometer" angetriggert. Die Manometer die ich gesehen habe, sahen anders aus. Möglicherweise ist es bei dir anders.

http://www.abload.de/img/_dsc4941.2403pp3g.jpg

Re: Gegenfrage

geschrieben von: salix

Datum: 03.05.21 14:31

Nun, für mich dient der Wagen der Acethylenerzeugung, da macht ein Druckminderventil mit zwei Manometern Sinn.

Re: dritte Ausschnittsvergrößerung

geschrieben von: Mikado-Freund

Datum: 03.05.21 15:34

salix schrieb (inhaltlich):
Zitat:
… Acethylenerzeugung, da ergibt ein Druckminderventil mit zwei Manometern Sinn.
Hallo,

leider kann der derzeit von mir verwendete Browser nur maximal 300 % vergrößern, aber ich erkenne da zwar zwei »Knubbel«, aber nach wie vor keine Manometer:

Ausschnitt III.jpg
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