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Liebe HiFo-Leser,

keine Sorge, in diesem Bericht widme ich mich nicht den teils doch recht bizarren Trieben japanischer Männer (wo kann man sonst z.B. gebrauchte Damenhöschen im Supermarkt kaufen), sondern den Triebwagen auf Taiwan, nachdem ich im letzten Beitrag die Elektroloks der Staatsbahn auf Taiwan vorgestellt hatte. Auch wenn die Triebwagen auf Taiwan fast ausschließlich aus Japan kommen und japanische Triebwagen meist nicht sonderlich schön anzuschauen sind („Quadratisch. Praktisch. Gut.“), so gibt es doch eine große Vielfalt und einige interessante Informationen. Ergänzungen und Korrekturen sind wie immer herzlich willkommen. Leider hat dieser Beitrag ungewollt am Karfreitag traurige Aktualität bekommen. Bei einem Unfall auf der North-Link Line nördlich von Hualien starben mindestens 50 Menschen (siehe auch [www.drehscheibe-online.de]). Betroffen war der Neigetechnik-Triebwagen TEMU1013/14 der Baureihe TEMU1000, die auch in diesem Beitrag vorgestellt wird.

Vorab nochmals der Links zu den vorangegangenen Berichten:


0. Prolog

1. Geographie Taiwans

2. Geschichte Taiwans

3. Geschichte der Eisenbahn
   3.1 Die erste Eisenbahn auf Taiwan (1877 – 1893)
   3.2 Vollendung der Stammlinie (1895 – 1908)
   3.3 Expansion und erste Rückschläge (1909 – 1937)
   3.4 Die Eisenbahn im Krieg (1937 – 1945)
   3.5 Der mühsame Wiederaufbau (1945 – 1958)
   3.6 Ringschluss, Elektrifizierung sowie Niedergang der Nebenbahnen und des Güterverkehrs (1959 – 1991)

   3.7 HGV, Pendlerverkehr und Metrolinien (1992 – heute)
   3.8 Aktueller Zustand/Betrieb der TRA
   3.9 Aktueller Zustand/Betrieb der THSCR


4. Eisenbahnstrecken auf Taiwan
   4.1 Staatsbahn (TRA)
   4.2 THSRC (Taiwan High Speed Rail Corporation)

   4.3 Streckenportraits der Staatsbahnstrecken
   4.4 Übersicht der Metrosysteme auf Taiwan
   4.5 Geplante Strecken auf Taiwan

5. Rollendes Material
   5.1 Dampflokomotiven
       5.1.1 Tenderlokomotiven (1.067mm)

       5.1.2 Schlepptenderlokomotiven (1.067mm)
       5.1.3 Dampflokomotiven der Taitung-Linie (762mm)
   5.2 Diesellokomotiven
       5.2.1 Diesel-hydraulische Lokomotiven (1.067mm)
       5.2.2 Diesel-elektrische (Strecken-)Lokomotiven (1.067mm)
       5.2.3 Diesel-elektrische (Rangier-)Lokomotiven (1.067mm)
       5.2.4 Kleinlokomotiven/Schienentraktoren (1.067mm)
       5.2.5 Diesellokomotiven der Taitung Line (762mm)

    5.3 Elektrolokomotiven
    5.4 Triebwagen
       5.4.1 Dampftriebwagen
       5.4.2 Benzoltriebwagen
       5.4.3 Dieseltriebwagen

       5.4.4 Triebwagen der Taitung Line (762mm)
       5.4.5 Elektrotriebwagen

6. Weitere Bahnen auf Taiwan
   6.1 Waldbahnen auf Taiwan
   6.2 Alishan Forest Railway
       6.2.1 Geschichte
       6.2.2 Strecken
       6.2.3 Rollendes Material
   6.3 Zuckerrohrbahnen auf Taiwan
       6.3.1 Geschichte
       6.3.2 Rollendes Material
   6.4 Sonstige (Klein)Bahnen auf Taiwan
       6.4.1 „Push cart lines“
       6.4.2 Minenbahnen
       6.4.3 Salzbahnen


Aufgrund der Längenbeschränkung für Beiträge im Forum musste ich den Beitrag wieder in drei Teile aufteilen:
- Dampf-, Benzol- und Dieseltriebwagen
- Triebwagen der Taitung Line
- Elektrotriebwagen



5.4 Triebwagen

Die Eisenbahn auf Taiwan setzte bereits sehr früh auf Triebwagen, so waren z.B. bereits vor dem Zweiten Weltkrieg über 30 Benzoltriebwagen in Betrieb, die (nach diversen Umbauten und Modernisierungen) noch teilweise bis in die 1990er-Jahre in Betrieb waren. Die ersten Triebwagen in Form von Dampftriebwagen wurden sogar schon ab 1915 eingesetzt. Auch nach dem Zweiten Weltkrieg wurden fleißig neue Dieseltriebwagen in Japan gekauft. Mit der Elektrifizierung der Western Line 1979 wurden dann auch elektrische Triebwagen bestellt, aufgrund der teilweise recht kurvigen Strecken auch mit Neigetechnik. Der Personenverkehr ist ähnlich wie in Deutschland inzwischen fast ausschließlich von Triebwagen geprägt. Auf der elektrifizierten Ringstrecke verkehren moderne Elektrotriebwagen, auf den nicht-elektrifizierten Stichstrecken verkehren Dieseltriebwagen. Lokbespannte Züge werden immer seltener.

Die Baureihenbezeichnungen der Triebwagen ähneln denen der Lokbaureihen. Eine Buchstabenkombination identifiziert hauptsächlich die Traktionsart:
- ST: Dampftriebwagen („STeam“)
- GA: Benzoltriebwagen („GAsoline“)
- DR: Dieseltriebwagen („Diesel Railcar“), manchmal auch DRC
- EMU: Elektrotriebwagen („Electric Multiple Unit“)
- TEMU: Elektrotriebwagen mit Neigetechnik („Tilting Electric Multiple Unit“)

Auf die Buchstabenkombination erfolgt ein meist vierstelliger, runder Zahlencode. Die einzelnen Exemplare erhalten dann fortlaufende Nummern, z.B. haben die 20 Triebwagen der Baureihe DR3100 die Bezeichnungen DR3101 – DR3120. Teilweise werden in der offiziellen Buchführung auch noch zweistellige Zahlencodes vorangestellt, die eine Größenindikation des Triebwagens geben, z.B. 30DR2300. Das ist ein Überbleibsel aus der japanischen Besatzungszeit, auf den Fahrzeugen stehen aber meist nur die Bezeichnungen ohne führenden Zahlencode, also z.B. DR2301 anstatt 30DR2301. Ich verwende die Zahlencodes daher nur bei Benzoltriebwagen, die während der japanischen Besatzungszeit nach Taiwan kamen sowie die daraus durch Umbau entstandenen Dieseltriebwagen. Bei Triebwagen, die nach dem Krieg nach Taiwan kamen, verzichte aufgrund der besseren Lesbarkeit auf den führenden Zahlencode.

In den weiter unten aufgeführten Tabellen habe ich (soweit bekannt) die folgenden Informationen aufgeführt:
- Anzahl der Triebwagen
- Nummer bei Einsatzbeginn in Taiwan
- Jahr, ab dem der Triebwagen in Taiwan eingesetzt wurde
- Hersteller (Abkürzungen siehe unten)
- Baujahr
- Anmerkung

Für die bessere Lesbarkeit in den Tabellen habe ich die folgenden Abkürzungen für die Hersteller verwendet:

DAEDaewooKR
HITHitachiJP
HUATaiwan Railway Administration - Hualien workshopTW
GECGeneral Electric CompanyGB
KAWKawsakiJP
KSKisha SeizoJP
NSNippon SharyoJP
ROTRotemKR
SOCSocimiIT
TOKTokyu Car CorporationJP
TRGTangrong Iron WorksTW
TRSCTaiwan Rolling Stock Co., Ltd.TW
UCWUnion Railway Passenger and Wagon CompanyZA



5.4.1 Dampftriebwagen

Bekannt sind mir nur sechs Dampftriebwagen, die unter der Klasse ST10 eingereiht wurden. Sie wurden bei Kisha Seizo gebaut, über Einsatz und Verbleib habe ich leider keine weiteren Informationen gefunden.

KlasseAchsfolgeBeschreibung/ Auflistung FahrzeugeBild (Klick zum Vergrößern)




ST10B'2'Kisha Seizo lieferte zwischen 1915 und 1921 sechs Dampftriebwagen nach Taiwan. Weitere Informationen habe ich leider nicht.https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/e/ee/Steam_railcar_at_the_Taihoku_depot.jpg/320px-Steam_railcar_at_the_Taihoku_depot.jpgUnknown author / Public domain
6ST11 - ST161915/1921KS1915/1921




https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/e/ee/Steam_railcar_at_the_Taihoku_depot.jpg
Bild 1: Dampftriebwagen auf der Drehscheibe im BW Taihoku /Taipei (Photo by Unknown author / Public domain from Wikimedia Commons).





5.4.2 Benzoltriebwagen

Bereits 1930/31 beschaffte man bei Nippon Sharyo zwölf Benzoltriebwagen der Typen kiha 1 und kiha 10 (Baureihen 18GA1000 und 18GA1010). Zudem kamen 1931 nochmals vier größere Benzoltriebwagen von Nippon Sharyo (25GA2100) und Kawasaki (25GA2200). Die Triebwagen bewährten sich und 1934 wurden nochmals fünf weitere Exemplare bestellt. In einer dritten Welle kamen 1935/36 nochmals insgesamt 13 große Benzoltriebwagen nach Taiwan, wiederum gebaut bei Nippon Sharyo (30GA2300) und Kawasaki (30GA2400). Ob die Triebwagen tatsächlich mit Benzol/Benzin oder eher mit Ethanol betrieben wurden, ist unklar. In den vielen Zuckermühlen entstand bei der Zuckerproduktion als Nebenprodukt auch Ethanol und die Zuckermühlen setzten auch Triebwagen mit Ethanolverbennung ein. Mit Beginn des Krieges wurde die Ethanolgewinnung aus strategischen Gründen nochmals massiv ausgeweitet.

Die meisten Exemplare überlebten den Zweiten Weltkrieg und waren zunächst weiter in Betrieb. Mitte der 1950er-Jahre wurden dann neue Dieselmotoren eingebaut und die Triebwagen innerlich und äußerlich modernisiert, womit sie dann auch offiziell als Dieseltriebwagen klassifiziert wurden (siehe nächstes Kapitel). Lediglich bei den beiden ältesten Baureihen ist unklar, ob sie tatsächlich noch einen Dieselmotor erhielten. Ab 1961 waren diese Triebwagen nämlich als klassische Personenwagen klassifiziert, die aber auch recht schnell verschrottet wurden. Die modernisierten Triebwagen waren dagegen bis in die 1990er-Jahre auf den Nebenstrecken im Regelbetrieb (siehe nächstes Kapitel für Details).


KlasseAchsfolgeBeschreibung/ Auflistung FahrzeugeBild (Klick zum Vergrößern)




18GA1000B'2'?Bereits 1930 wurden die ersten vier Benzoltriebwagen bei Nippon Sharyo vom Typ kiha 1 gekauft. Es handelte sich um rund 11m lange, 13,6t schwere, vierachsige(?) Triebwagen mit 36 Sitzplätzen und einer Gesamtkapazität von 80 Personen. Alle Exemplare überlebten den Zweiten Weltkrieg und blieben zunächst weiter in Betrieb. 1957 wurden die vier Triebwagen als Dieseltriebwagen umgruppiert. Es ist aber unklar, ob die Triebwagen tatsächlich einen neuen Dieselmotor bekamen oder ob sie nur als nicht-motorisierte Beiwagen für andere Dieseltriebwagen genutzt wurden. 1961 wurden die Triebwagen dann als reine Personenwagen klassifiziert, dann aber aufgrund ihres Alters relativ schnell verschrottet.https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/e/ee/Kiha_1_petroleum-powered_railcar_of_Taiwan_Railway.jpg/320px-Kiha_1_petroleum-powered_railcar_of_Taiwan_Railway.jpgUnknown author / Public domain from Wikimedia Commons (https://commons.wikimedia.org/wiki/Main_Page )
418GA1001 - 18GA10041930NS1930type kiha 1, later renumbered to 18DR1001 - 18DR1004 and used as passenger car without engine




18GA1010B'2'?Ein Jahr nach den kiha 1 Triebwagen wurden acht Exemplare vom Typ kiha 10 ebenfalls bei Nippon Sharyo beschafft. Die Triebwagen waren geringfügig größer und hatten statt drei nur noch zwei Türen. Einer der Triebwagen wurde 1941 verschrottet, der Rest blieb auch nach dem Krieg zunächst in Betrieb. Parallel zur Klasse 18GA1000 wurden auch diese Triebwagen zur Dieseltriebwagen umklassifiziert und einige Jahre noch als Beiwagen genutzt, bevor alle verschrottet wurden.leider kein Bild :-(
818GA1011 - 18GA10181931NS1931type kiha 10; 18GA1016 scrapped in 1941; 18GA1018 became 18GA1016; rest later renumbered to 18DR1011 - 18DR1017 and used as passenger car without engine




25GA2100B'2'?Zusammen mit den kiha 10 Triebwagen (18GA1010) wurden von Nippon Sharyo auch zwei kiha 100 Triebwagen nach Taiwan geliefert. 1934 folgten nochmals drei Exemplare. 1941 erhielt ein Exemplar bereits einen Dieselmotor, ein Exemplar wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört. Die verbliebenen vier Exemplare erhielten 1956 neue japanische DMH17 Motoren mit 160PS und wurden als 25DR2101 - 25DR2104 umklassifiziert. https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/3/30/Kiha_100_medium-sized_petroleum-powered_railcar_of_Taiwan_Railway.jpg/320px-Kiha_100_medium-sized_petroleum-powered_railcar_of_Taiwan_Railway.jpgUnknown author / Public domain from Wikimedia Commons
225GA2101 - 25GA21021931NS1931type kiha 100; after re-motorization in 1956 renumbered to 25DR2101 - 25DR2102
325GA2103 - 25GA21051934NS1934type kiha 100; 25DR2105 destroyed in WW2; after re-motorization in 1956 renumbered to 25DR2103 - 25DR2104




25GA2200B'2'?Neben zwei kiha 100 Exemplaren kamen auch zwei kiha 200 Triebwagen nach Taiwan, die bei Kawasaki gebaut wurden, aber weitgehend baugleich zu den kiha 100 Triebwagen sind. 1934 folgten nochmals zwei weitere Triebwagen. Zwei Exemplare überlebten den zweiten Weltkrieg nicht. Die verbliebenen zwei Exemplare erhielten analog zu den GA2100 Triebwagen 1956 neue DMH17 Motoren und wurden in 25DR2203 und 25DR2204 umklassifiziert.https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/d/d8/Taiwan_Railway_Kiha_200_medium-sized_petroleum-powered_railcar_by_Kawasaki_Heavy_Industries.jpg/320px-Taiwan_Railway_Kiha_200_medium-sized_petroleum-powered_railcar_by_Kawasaki_Heavy_Industries.jpgUnknown author / Public domain from Wikimedia Commons
225GA2201 - 25GA22021931KAW1931type kiha 200; both destroyed in WWII
225GA2203 - 25GA22041934KAW1934type kiha 200; after re-motorization in 1956 renumbered to 25DR2203 - 25DR2204




30GA2300B'2'?1935 kamen fünf Triebwagen vom Typ kiha300 (JNR kiha42000) von Nippon Sharyo nach Taiwan, ein Jahr später folgten nochmals zwei Exemplare. Alle Triebwagen überlebten den Krieg und erhielten 1954 einen neuen NHHB-600 Motor (200PS) mit hydraulischer Kraftübertragung. Damit wurden sie unter der Bezeichnung 30DR2300 eingereiht.leider kein Bild :-(
530GA2301 - 30GA23051935NS1935type kiha 300; after re-motorization in 1954 renumbered to 30DR2301 - 30DR2305
230GA2306 - 30GA23071936NS1936type kiha 300; after re-motorization in 1954 renumbered to 30DR2306 - 30DR2307




30GA2400B'2'?Neben den kiha300 Triebwagen kamen 1935 (4 Exemplare) und 1936 (2 Exemplare) vom Typ kiha400 nach Taiwan. Gebaut wurden sie bei Kawasaki, ansonsten waren sie praktisch identisch zum Typ kiha300. Alle Triebwagen überlebten den Krieg und erhielten 1954 einen neuen NHHB-600 Motor (200PS) mit hydraulischer Kraftübertragung. Damit wurden sie unter der Bezeichnung 30DR2300 eingereiht.https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/5/56/Taiwan_Railway_large-sized_petroleum-powered_Kiha_400_railcar_by_Kawasaki_Heavy_Industries.jpg/320px-Taiwan_Railway_large-sized_petroleum-powered_Kiha_400_railcar_by_Kawasaki_Heavy_Industries.jpgUnknown author / Public domain from Wikimedia Commons
430GA2401 - 30GA24041935KAW1935type kiha 400; after re-motorization in 1954 renumbered to 30DR2401 - 30DR2404
230GA2405 - 30GA24061936KAW1936type kiha 400; after re-motorization in 1954 renumbered to 30DR2405 - 30DR2406


https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/e/ee/Kiha_1_petroleum-powered_railcar_of_Taiwan_Railway.jpg/1024px-Kiha_1_petroleum-powered_railcar_of_Taiwan_Railway.jpg
Bild 2: Einer der vier im Jahre 1931 von Nippon Sharyo gelieferten kiha1 Triebwagen (Klasse 18GA1000). Der Triebwagen war bis in die Mitte der 1950er-Jahre in Betrieb, anschließend wurde der Motor ausgebaut und der Triebwagen wurde noch einige Jahre als Personenwagen verwendet (Photo by Unknown author / Public domain from Wikimedia Commons via Wikimedia Commons).


https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/3/30/Kiha_100_medium-sized_petroleum-powered_railcar_of_Taiwan_Railway.jpg/1024px-Kiha_100_medium-sized_petroleum-powered_railcar_of_Taiwan_Railway.jpg
Bild 3: Der Triebwagen 104 wurde 1934 bei Nippon Sharyo gebaut und gehörte zur zweiten Gruppe der Benzoltriebwagen (25GA2100). Er erhielt 1956 einen Dieselmotor und wurde als 25DR2104 eingereiht. Nach weiteren Modernisierungen in den 1960er- und 1970er-Jahren erhielt er die Bezeichnung 35DR2104. Erst 1999 schied er aus dem Betrieb und wurde leider verschrottet (Photo by Unknown author / Public domain from Wikimedia Commons via Wikimedia Commons).


https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/d/d8/Taiwan_Railway_Kiha_200_medium-sized_petroleum-powered_railcar_by_Kawasaki_Heavy_Industries.jpg/1024px-Taiwan_Railway_Kiha_200_medium-sized_petroleum-powered_railcar_by_Kawasaki_Heavy_Industries.jpg
Bild 4: Der Triebwagen 204 ist im Prinzip baugleich zum Triebwagen 104, wurde jedoch 1934 bei Kawasaki gebaut und wurde daher unter der Klasse 25GA2200 eingereiht. Auch er erhielt 1956 einen Dieselmotor und wurde als 25DR2204 eingereiht. Nach weiteren Modernisierungen in den 1960er- und 1970er-Jahren erhielt er die Bezeichnung 35DR2204. Erst 1999 schied er aus dem Betrieb und wurde leider verschrottet, sein Bruder 35DR2203 blieb dagegen als Denkmal erhalten (Photo by Unknown author / Public domain from Wikimedia Commons via Wikimedia Commons).


https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/5/56/Taiwan_Railway_large-sized_petroleum-powered_Kiha_400_railcar_by_Kawasaki_Heavy_Industries.jpg/1024px-Taiwan_Railway_large-sized_petroleum-powered_Kiha_400_railcar_by_Kawasaki_Heavy_Industries.jpg
Bild 5: Der Triebwagen 402 gehörte zur dritten und größten Gruppe der Benzoltriebwagen. Er wurde 1935 bei Kawasaki gebaut (30GA2402) und erhielt 1954 einen Dieselmotor, womit er zu 30DR2402 wurde. Nach weiteren Modernisierungen in den 1960er- und 1970er-Jahren erhielt er die Bezeichnung 35DR2402. Leider wurde er 1992 bei einem Zusammenstoß mit einem LKW an einem Bahnübergang so stark beschädigt, dass er verschrottet werden musste (Photo by Unknown author / Public domain from Wikimedia Commons via Wikimedia Commons).




5.4.3 Dieseltriebwagen

Die ersten Dieseltriebwagen entstanden aus der Umrüstung der alten Benzoltriebwagen auf Dieselmotoren Mitte der 1950er-Jahre. Die Triebwagen erhielten dadurch neue Bezeichnungen und tauchen daher in diesem Kapitel erneut auf. Sie wurden auch äußerlich immer wieder verändert und wiesen zum Schluss kaum noch Ähnlichkeiten zu ihrem ursprünglichen Zustand auf (man vergleiche die Bilder 3 und 6!). Erst 1999 schieden die letzten umgerüsteten Triebwagen aus, sie waren über 60 Jahre im Einsatz!

Die ersten Neubeschaffungen von Dieseltriebwagen erfolgten ab 1955, als man acht Triebwagen bei Tokyu (DR2500), die auf der japanischen Einheitsbaureihe JNR kiha 10 basierten, bestellte. Die Triebwagen waren nicht für den Nebenbahndienst gedacht, sondern sollten die dampfgeführten Expresszüge auf der Western Line ablösen. Mit ihrer Maximalgeschwindigkeit von 105km/h konnten sie die Reisezeit zwischen den beiden größten Städten der Insel massiv reduzieren. Die Triebwagen bewährten sich und so wurden 1957 nochmals zehn Exemplare in Betrieb genommen (DR2600). Mit der Beschaffung der Baureihe DR2700 wurden die Triebwagen dann aber in den sekundären Dienst verdrängt, bevor sie Mitte der 1980er-Jahre aus dem Dienst schieden und verschrottet wurden.

Bei der bereits erwähnte Baureihe DR2700 handelte es sich um 25 bei Tokyu im Jahre 1966 bestellte Exemplare. Es waren höchst moderne Triebwagen mit Edelstahlkarosserie, die für Mehrfachtraktionen ausgelegt waren. Vom Äußeren prägten sie das Gesicht der japanischen Triebwagen, die im Prinzip genauso wie die heutigen japanischen Dieseltriebwagen aussehen. Die Triebwagen übernahmen die Expressleistungen von den Triebwagen der Baureihe DR2500 und DR2600, bevor sie 1979 aufgrund der Elektrifizierung der Western Line selbst in den sekundären Dienst verdrängt wurden. Ab 2002 wurden die Triebwagen nach und nach wegen Rostschäden ausgemustert, inzwischen gibt es keine betriebsfähigen Exemplare mehr.

Durch den Ausbau der Bahnstrecken an der Ostküste mussten ab Anfang der 1980er-Jahre neue Dieseltriebwagen bestellt werden. Hier kam jetzt ein neues Konzept zum Tragen, das bei allen neueren Dieseltriebwagen angewendet wird. Es handelt sich um Dreierpärchen aus Motorwagen + Beiwagen + Motorwagen. Die Wagen sind nicht fest miteinander verkuppelt, aufgelöst werden die Pärchen aber eigentlich nur bei anstehenden Wartungen. Die Pärchen selbst werden dann zu Verbünden aus bis zu vier Pärchen (also insgesamt 12 Wagen) zusammengefügt. So kann man sehr einfach auf schwankende Nachfrage reagieren. Jeder Motorwagen hat eine eigene Nummer, die Beiwagen haben auch eine meist um 50 höhere Nummer. Bei meiner Übersicht zähle ich die Motorwagen daher jeweils einzeln, anstatt nur die Pärchen zu zählen. Den Anfang machten zehn Dreierpärchen, die Tokyu 1982 lieferte, ein Jahr später folgten nochmals fünf Pärchen (DR2800 für Motorwagen und DR2850 für Beiwagen). Weiter ging es 1986 mit fünf weiteren Pärchen von Hitachi (DR2900 für Motorwagen und DR2950 für Beiwagen), gefolgt von 27 baugleichen Dreierpärchen 1990 (DR3000 für Motorwagen bzw DR3070 für Beiwagen) und schließlich zehn Pärchen 1998 von Nippon Sharyo (DR3100 bzw. DR3150). Alle Triebwagen wurden zwischenzeitlich modernisiert (u.a. Einbau elektrischer Türen). Da die Ringlinie inzwischen komplett elektrifiziert ist, haben die Dieseltriebwagen ihre Einsatzgebiete weitegehend verloren. Bis auf die Baureihe DR3100 sollen die anderen Baureihen bis spätestens 2024 aus dem aktiven Dienst ausscheiden. Die Baureihe DR3100 wurde inzwischen barrierefrei umgebaut und soll noch länger im Einsatz bleiben (u.a. als Backup für elektrische Triebwagenzüge, da die jährliche Taifunsaison immer wieder für erhebliche Schäden an der Oberleitung sorgt).

Darüber hinaus gibt es noch ein paar Splittergruppen. Durch die Umspurung der Taitung Line 1982 wurden zehn relative neue Dieseltriebwagen (Baujahr 1962 – 1971) sowie 20 passende Beiwagen zunächst arbeitslos. Daher erfolgte ebenfalls eine Umspurung der Triebwagen auf Kapspur, damit sie weiter auf der Taitung Line eingesetzt werden konnten. Eingereiht wurden sie als DR2000 (Motorwagen) bzw. DR2050 (Beiwagen). Mitte der 1990er-Jahre schieden die Triebwagen aber endgültig aus dem Dienst. Der Betrieb auf den Stichstrecken/Nebenlinien erfolgte bis in die 1990er-Jahre mit den ursprünglichen Benzoltriebwagen aus den 19030er-Jahren. So bestellte man 1991 zwei Testexemplare bei den taiwanesischen Tangrong Iron Works, die als DR2510 eingereiht wurden, aber nicht überzeugen konnten. Sie sind inzwischen schon wieder nicht betriebsfähig abgestellt. Stattdessen bestellte man 1998 insgesamt 36 Triebwagen bei Nippon Sharyo (DR1000), die speziell für den Betrieb auf den Nebenstrecken konzipiert wurden.


KlasseAchsfolgeBeschreibung/ Auflistung FahrzeugeBild (Klick zum Vergrößern)




18DR1000B'2'?Die Triebwagen der Klasse 18GA1000 wurden 1957 in 18DR1000 umklassifiziert. Ob sie einen neuen Motor erhielten, ist unklar. Vermutlich wurden sie nur als Beiwagen genutzt, 1961 wurden sie dann als reine Personenwagen klassifiziert. leider kein Bild :-(
418DR1001 - 18DR10041957NS1930former 18GA1001 - 18GA1004, 1961 re-classified as passenger coaches; all scrapped




18DR1010B'2'?Die sieben verbliebenen Triebwagen der Klasse 18GA1010 wurden 1957 in 18DR1010 umklassifiziert. Ob sie einen neuen Motor erhielten, ist unklar. Vermutlich wurden sie nur als Beiwagen genutzt, 1961 wurden sie dann als reine Personenwagen klassifiziert. leider kein Bild :-(
718DR1010 - 18DR10171957NS1931former 18GA1011 - 18GA1017, 1961 re-classified as passenger coaches




25DR2100B'2'?Die Triebwagen der Klasse 25GA2100 erhielten 1956 einen Dieselmotor und wurden in 25DR2100 umklassifiziert. In den 1960er- und 1970er Jahren erfolgten nochmals äußerliche Anpassungen und ein NHHB-600 (200PS) Motor wurde eingebaut, wobei die Triebwagen nochmals in 35DR2101 - 35DR2104 umklassifiziert wurden. Alle Triebwagen wurden 1999 stillgelegt. 35DR2102 blieb als Denkmal erhalten, alle anderen wurden 2003 verschrottet.https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/b/ba/TRA_DR2103_at_Shihfen_Station_19920824.jpg/320px-TRA_DR2103_at_Shihfen_Station_19920824.jpgThyristorchopper / CC BY-SA (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)
425DR2101 - 25DR21041956NS1931/1934former 25GA2101 - 25GA2104; re-numbered to 35DR2101 - 35DR2104 after second re-motorization; DR2102 on display, rest scrapped




25DR2200B'2'?Die zwei Triebwagen der Klasse 25GA2200 erhielten 1956 einen Dieselmotor und wurden in 25DR2200 umklassifiziert. In den 1960er- und 1970er Jahren erfolgten nochmals äußerliche Anpassungen und ein NHHB-600 (200PS) Motor wurde eingebaut, wobei die Triebwagen nochmals in 35DR2203 - 35DR2204 umklassifiziert wurden. Alle Triebwagen wurden 1999 stillgelegt. 35DR2203 blieb als Denkmal erhalten, alle anderen wurden 2003 verschrottet. leider kein Bild :-(
225DR2203 - 25DR22041956KAW1934former 25GA2103 - 25GA2204; re-numbered to 35DR2203 - 35DR2204 after second re-motorization; DR2203 on display, other scrapped




30DR2300B'2'?Nach der Remotorisierung wurden die Triebwagen der Baureihe 30GA2300 als 30DR2300 eingereiht. Nach diversen Veränderungen (u.a. Verlängerung auf 20m und andere Drehgestelle) wurden sie in 35DR2300 umgezeichnet. Nach einem Zusammenstoß wurden 1997 zwei Exemplare verschrottet. Die restlichen Triebwagen schieden 1999 aus dem Dienst. Bis auf DR2303 (erhalten im Eisenbahnmuseum Taipei) wurden alle Exemplare verschrottet. leider kein Bild :-(
730DR2301 - 30DR23071954NS1935/36former 30GA2301 - 30GA2307; re-numbered to 35DR2203 - 35DR2204 after external modification; DR2305 and DR2306 scrapped in 1997 after accident; DR2303 on display at Taipei Railway Museum, rest scrapped




30DR2400B'2'?Nach der Remotorisierung wurden die Triebwagen der Baureihe 30GA2400 als 30DR2400 eingereiht. Nach diversen Veränderungen (u.a. Verlängerung auf 20m und andere Drehgestelle) wurden sie in 35DR2400 umgezeichnet. Nach Unfällen 1992 bzw. 1997 wurden zwei Exemplare verschrottet. Die restlichen Triebwagen schieden 1999 aus dem Dienst. Bis auf DR2404 (erhalten im Eisenbahnmuseum Taipei) wurden alle Exemplare verschrottet. leider kein Bild :-(
630DR2401 - 30DR24061954KAW1935/36former 30GA2401 - 30GA2406; re-numbered to 35DR2401 - 35DR2406 after external modification; DR2402 and DR2405 scrapped in 1992/1997 after accidents; DR2404 on display at Taipei Railway Museum, rest scrapped




DR2500?Nachdem man mit der Umrüstung der alten japanischen Benzoltriebwagen mit Dieselmotoren gute Erfahrungen gemacht hatte, beschaffte man ab 1955 acht Triebwagen bei Tokyu, die auf der JNR-Baureihe Kiha 10 basierten. Die knapp 20m langen Triebwagen mit 72 Sitzplätzen hatten einen NHRBS-600 Motor mit 300PS Leistung, der den Triebwagen auf bis zu 105km/h beschleunigen konnte. Die Triebwagen wurden in Expresszügen zwischen Taipei und Taichung sowie zwischen Taipei und Kaohsiung eingesetzt und reduzierten die Fahrtzeiten massiv gegenüber den bisher dampfbespannten Zügen. Ab Mitte der 1960er-Jahre wurden die Triebwagen nach und nach in sekundäre Leistungen verdrängt und schließlich zwischen 1983 und 1989 stillgelegt und allesamt verschrottet. leider kein Bild :-(
8DR2501 - DR25081956TOK1955/1956all scrapped




DR2600?Nachdem man mit der Baureihe DR2500 sehr gute Erfahrungen gesammelt hatte, beschaffte man 1957 zehn weitere Triebwagen (DR2601 - DR2610) sowie vier nicht motorisierte Beiwagen (DR2651 - DR2654). Sie entsprachen im Prinzip der Baureihe DR2500, hatten jedoch an beiden Enden Führerstände, so dass das Drehen in den Endbahnhöfen entfiel. Dennoch teilten sie das gleiche Schicksal wie die Baureihe DR2500, lediglich ein Beiwagen (DR2652) blieb erhalten.https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/b/b2/TRA_DR2652_in_Changhua_City_20120607.jpg/320px-TRA_DR2652_in_Changhua_City_20120607.jpgSSR2000 / CC BY-SA (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)
10DR2601 - DR26101957TOK1957included four non-motorized additional trailers numbered DR2651 - DR2654; all scrapped except DR2652 (on static display)




DR2700?Um die dampfbetriebenen Personenzüge auf den Hauptlinien auf Diesel umzustellen, orderte man 1966 bei Tokyu 25 hochmoderne Triebwagen, die als erste Triebwagen in Taiwan eine Edelstahlkarosserie hatten und für Mehrfachtraktion ausgelegt waren. Die 20m langen, max. 110km/h schnellen und 34t schweren Triebwagen bieten 60 Plätze und wurden von einem Cummins NHHRTO-6-B1 mit 335PS angetrieben. Eingereiht wurden sie als DR2701 - DR2725, dazu kamen noch 6 nicht-motorisierte Beiwagen (DR2751 - DR2756). Eingesetzt wurden die Triebwagen zunächst als Expresszüge auf der Western Line. Mit deren Elektrifizierung 1979 wurden sie aber in den sekundären Dienst verdrängt. In den 1980er- und 1990er-Jahren wurden die Triebwagen mit einem Cummins NT855-R4 (310PS) remotorisiert. Um die Motoren zu schonen, wurden die Beiwagen aussortiert und die Triebwagen verkehrten nur noch ohne Beiwagen in Mehrfachtraktion. Die Beiwagen sind bis auf ein Exemplar (DR2752) alle verschrottet. Ab 2002 wurden dann auch nach und nach die Triebwagen wegen Rostschäden aussortiert und teilweise verschrottet. 2014 schieden die letzten Triebwagen aus dem aktiven Dienst. Acht Exemplare wurden zunächst noch für Charter- und Sonderzüge vorgehalten, aufgrund schwerer Rostschäden sind sie inzwischen aber alle nicht mehr betriebsfähighttps://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/d/d8/DR2705_at_Taichung.JPG/320px-DR2705_at_Taichung.JPGThe original uploader was Chou0416 at Chinese Wikipedia. / CC BY-SA (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)
25DR2701 - DR27251966TOK1966included 6 non-motorized additional trailers numbered DR2751 - DR2756; all out of service




DR2800?Durch den Bau der North Link Line sowie der Umspurung der Taitung Line wurden zusätzliche Dieseltriebwagen benötigt. So bestellte man 1982 zunächst 20 Triebwagen sowie zehn nicht-motorisierte Beiwagen bei Tokyu Car Corporation. Die Triebwagen haben eine Länge von 20m, sind 37t schwer und bieten 38 bzw. 46 Sitzplätze (Beiwagen). Angetrieben wurden sie zunächst von einem Cummins NT855R-R4 Motor mit 310PS, der Beiwagen hat ebenfalls einen Motor für die Stromversorgung der Klimaanlage. Betrieben werden die Züge immer in festen Dreierpärchen (Motorwagen + Beiwagen + Motorwagen), wobei für einen Gesamtzug dann bis zu vier Dreierpärchen zusammengekuppelt werden. Die Triebwagen überzeugten und so wurden 1983 nochmals fünf Dreierpärchen bestellt, die 1984 geliefert wurden. Die Züge wurden auf den nicht-elektrifizierten Strecken an der Ostküste eingesetzt. Ab 2002 erhielten die Triebwagen nach und nach neue Cummins NTA855-R1 Motoren, die auch in der Baureihe DR3100 eingesetzt werden. Zudem wurde der Innenraum modernisiert und die Falttüren wurden durch elektrische Türen ersetzt. Ein barrierefreier Umbau wurde vor einigen Jahren geplant, wird aber nicht mehr umgesetzt, denn durch die mittlerweile erfolgte Elektrifizierung der gesamten Ringlinie und Umstellung auf elektrische Triebwagen sollen alle Triebwagen der Reihe 2800 bis Ende 2024 außer Dienst gehen.https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/f/fd/%E5%9E%8B%E6%9F%B4%E8%81%AF%E8%BB%8A_%E6%BA%AA%E5%8F%A3%E9%9A%A7%E9%81%93_%2833112262584%29.jpg/320px-%E5%9E%8B%E6%9F%B4%E8%81%AF%E8%BB%8A_%E6%BA%AA%E5%8F%A3%E9%9A%A7%E9%81%93_%2833112262584%29.jpgbilly1125 from Hualien, Taiwan / CC BY (https://creativecommons.org/licenses/by/2.0)
20DR2801 - DR28201982TOK1982includes 10 non-motorized coaches numbered DR2851 - DR2860
10DR2821 - DR28301984TOK1984includes 5 non-motorized coaches numbered DR2861 - DR2865




DR2000?Die zehn Triebwagen samt jeweils zwei Beiwagen der Baureihe LDR2300 (siehe Triebwagen der Taitung Line) erhielten nach der Umspurung auf Kapspur 1982 die Bezeichnung DR2000 (Triebwagen) bzw. DR2050 (Beiwagen). Die Dreierpärchen kamen weiter auf der Taitung Line zum Einsatz, bis sie 1996 von Triebwagen der Klasse DR2700 abgelöst wurden. Die zwei Triebwagen DR2009 und DR2010 wurden noch ein paar Jahre für den internen Verschub im AW Hualien genutzt, bevor sie verschrottet wurden. Die meisten anderen Trieb- und Beiwagen wurden bis 2001 ebenfalls verschrottet, ein rundes Dutzend steht über ganz Taiwan verteilt und wird teilweise als Restaurant genutzt.https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/1/15/TRA_DR2067_DR2069_DR2060_20120906.jpg/320px-TRA_DR2067_DR2069_DR2060_20120906.jpgMesopotamila / CC BY-SA (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)
10DR2001 - DR20101982TOK1962/1971former LDR2301 - LDR2310, after re-gauging 1982 classified as DR2000 and DR2050 (additional coaches without motor); In use until 1996; DR2009 and DR2010 used for internal shunting in Hualien workshop, afterwards scrapped as most others. Several cars on static display all around Taiwan




DR2900?Der Ausbau der Linien an der Ostküste erhöhte die Nachfrage im Personenverkehr und die Triebwagen der Baureihe DR2800 reichten insbesondere zur Ferienzeit nicht mehr aus. So bestellte man 1986 zehn Triebwagen sowie fünf nicht-motorisierte Beiwagen bei Hitachi. Für das westliche Auge unterscheiden sich die Züge auf den ersten Blick nicht von der Baureihe DR2800, wenn man genauer hinschaut, erkennt man allerdings ein paar Unterschiede. Die Motorisierung und der Betrieb als festes Dreierpärchen sind dagegen absolut identisch zur Baureihe DR2800. Anfangs wurden die Pärchen auch mit Pärchen der Baureihe DR2800 im Verbund betrieben, was allerdings aufgrund verschiedener Probleme wieder aufgegeben wurde. Seither verkehren wieder nur sortenreine Zugverbände. Wie bei der Baureihe DR2800 wurden Innenraum und Motor inzwischen erneuert bzw. ersetzt und anstatt Falttüren haben die Triebwagen elektrische Türen bekommen. Ein barrierefreier Umbau wurde vor einigen Jahren geplant, wird aber nicht mehr umgesetzt, denn durch die mittlerweile erfolgte Elektrifizierung der gesamten Ringlinie und Umstellung auf elektrische Triebwagen sollen alle Triebwagen der Reihe 2800 bis Ende 2024 außer Dienst gehen.https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/4/46/TRA_DR2903_at_Dahu_Station_20140927.jpg/320px-TRA_DR2903_at_Dahu_Station_20140927.jpgbilly1125 from Hualien, Taiwan / CC BY (https://creativecommons.org/licenses/by/2.0)
10DR2901 - DR29101986HIT1986includes 5 non-motorized coaches numbered DR2951 - DR2955




DR3000?Der Bau der South Link Line erforderte weitere Dieseltriebwagen. So wurden 1990 noch 27 Dreierpärchen der Baureihe DR2900 bei Hitachi bestellt. Da die verfügbaren Nummern im 2900er-Bereich nicht ausreichten, wurden die Triebwagen unter der Baureihe DR3000 eingereiht, obwohl sie absolut identisch zur Baureihe DR2900 sind. Die Beiwagen mussten anders wie sonst üblich nicht als DR3050, sondern als DR3070 eingereiht werden. Alles für die Baureihe DR2900 gesagte gilt auch für die Baureihe DR3000. Aufgrund von Unfällen sind drei Pärchen inzwischen außer Betrieb.https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/2/2d/TRA_DR3050_Taitung-20130906.jpg/320px-TRA_DR3050_Taitung-20130906.jpgRsa / CC BY-SA (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/)
54DR3001 - DR30541990HIT1990includes 27 non-motorized coaches numbered DR3071 - DR3097; DR3017, 3045, 3047, 3048, 3051, 3052, 3093, 3094, 3096 scrapped due to accidents




DR2510?Die vorhandenen Dieseltriebwagen waren für den Pendlerverkehr nicht geeignet. Daher bestellte man 1991 für nicht-elektrifizierte Stichstrecken in der Nähe von Ballungsräumen zwei Triebwagen bei Tangrong Iron Works, die sich allerdings insbesondere aufgrund zu hohen Dieselverbrauchs überhaupt nicht bewährten. So blieb es bei zwei Einzelexemplaren, die zunächst auf einzelnen Abschnitten der Western und Mountain Line, später auf der South Link Line eingesetzt wurden, bis sie aufgrund zahlreicher Ausfälle abgestellt wurden. Für die Aufnahme des Personenverkehrs auf der Linkou Line im Jahre 2005 wurden die Triebwagen nochmals Instand gesetzt, mit dem Ende des Personenverkehrs 2012 auf der Linkou Line wurden sie abermals abgestellt. Für Sonderverkehre 2014 wurden sie nochmals kurz reaktiviert, seither gammeln sie aber auf Abstellgleisen vor sich hin. https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/2/2e/DR2510_Train_on_LinkouLine.jpg/320px-DR2510_Train_on_LinkouLine.jpgI, SElefant / CC BY-SA (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/)
2DR2511 - DR25121991TRG1991both out of service




DR1000?Mitte der 1990er-Jahren waren auf den nicht-elektrifizierten Strecken noch immer Triebwagen aus den 1930er-Jahren im Einsatz, die zwischenzeitlich zwar modernisiert worden waren, aber den Anforderungen schließlich nicht mehr genügten. So wurden 1998 insgesamt 36 neue Dieseltriebwagen in Japan bestellt, wie ihre Vorgänger aus den 1930er-Jahren bei Nippon Sharyo. Sie entsprechen weitgehend der Baureihe DR3100, allerdings sind ihre Maße etwas kleiner, damit sie besser zum Lichtraumprofil der Nebenstrecken passen. Die Wagen sind knapp 20m lang und knapp 40t schwer und haben eine Höchstgeschwindigkeit von 110km/h. Angetrieben werden sie von einem 350PS starken Cummins NTA855-R1, für die Klimaanlage und die Elektrik gibt es einen Zusatzmotor. Das letzte Exemplar erhielt eine Luxusausstattung für Sonderfahrten (zunächst als DSC1001 eingereiht), wurde 2014 aber in ein normales Exemplar (DR1036) umgebaut. Die Triebwagen wickeln inzwischen weitgehend den Verkehr auf allen nicht-elektrifizierten Stichstrecken der TRA ab.https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/9/9f/TRA_DRC1025_at_Taichung_Station_20060129.jpg/320px-TRA_DRC1025_at_Taichung_Station_20060129.jpgCheng-en Cheng / CC BY-SA 2.0 TW (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/tw/deed.en)
36DR1001 - DR10361998/1999NS1998/1999DR1036 was initially a luxus variant numbered DSC10001 until it was converted to a a standard in 2014




DR3100?Als bisher letzte Dieseltriebwagenbaureihe wurden 1998 nochmals zehn Dreierpärchen bei Nippon Sharyo bestellt, die Montage erfolgte weitgehend in Taiwan bei den Tangrong Iron Works. Allzu groß sind die Unterschiede zur Baureihe DR2900/DR3000 nicht. Die Triebwagen hatten von vorne herein elektrische Schiebetüren und einen Cummins NTA855-R1 Motor. Zwischen 2018 und 2019 wurden die Triebwagen barrierefrei umgebaut, da man noch längere Zeit mit ihnen plant. Zwar sind alle Streckenabschnitte der Ringlinie, auf denen die Züge verkehren, inzwischen elektrifiziert. Dennoch möchte man auch weiter eine gewisse Anzahl an Dieseltriebwagen vorhalten, da es zur Taifunzeit immer wieder zu Schäden an der Oberleitung kommt und so ein Betrieb trotz der Schäden sichergestellt werden kann. Militärstrategische Gründe gibt es sicherlich auch.https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/c/c9/TRA_DR3114_at_Taitung_Station_20140720.jpg/320px-TRA_DR3114_at_Taitung_Station_20140720.jpgbilly1125 from Hualien, Taiwan / CC BY (https://creativecommons.org/licenses/by/2.0)
20DR3101 - DR31201998NS1998includes 10 non-motorized coaches numbered DR3151 - DR3160


https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/b/ba/TRA_DR2103_at_Shihfen_Station_19920824.jpg/1024px-TRA_DR2103_at_Shihfen_Station_19920824.jpg
Bild 6: Triebwagen 35DR2103 im Bahnhof von Shifen (Pinxi Line) am 24.08.1992. Er wurde 1934 bei Nippon Sharyo (vgl. auch Bild 3, das den baugleichen Triebwagen DR2104 im Auslieferungszustand zeigt) und erfuhr diverse Umbauten und Neumotorisierungen. Im Jahre 1999 wurde der Triebwagen dann durch die Baureihe DR1000 abgelöst und kurz darauf verschrottet. Sein Bruder DR2103 blieb dagegen als Ausstellungstück erhalten (Photo by Thyristorchopper / CC BY-SA (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0) via Wikimedia Commons).


https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/b/b2/TRA_DR2652_in_Changhua_City_20120607.jpg/1024px-TRA_DR2652_in_Changhua_City_20120607.jpg
Bild 7: Von den Triebwagen der Baureihen DR2500 und DR2600, die zwischen 1955 und 1957 bei Tokyu beschafft wurden, blieb leider nur der Beiwagen DR2652 erhalten. Er diente lange Zeit einer McDonalds Filiale als Veranstaltungsort für Kindergeburtstage (dort entstand auch das Bild). Inzwischen wurde er abtransportiert und soll als Museumsstück aufgearbeitet werden (Photo by SSR2000 / CC BY-SA (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0) via Wikimedia Commons).


https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/d/d8/DR2705_at_Taichung.JPG/1024px-DR2705_at_Taichung.JPG
Bild 8: Der Triebwagen DR2705 sowie weitere Exemplare der Baureihe DR2700 bei einer Sonderfahrt im Bahnhof Taichung im Jahre 2006. 1966 wurden 25 damals hochmoderne Triebwagen (u.a. Edelstahlkarosserie und Mehrfachtraktion) und sechs Beiwagen bei Tokyu gebaut. Zum Zeitpunkt der Aufnahme waren alle Triebwagen bereits aus dem aktiven Dienst ausgeschieden, mittlerweile gibt es aufgrund schwerer Rostschäden kein betriebsfähiges Exemplar mehr (Photo by The original uploader was Chou0416 at Chinese Wikipedia. / CC BY-SA (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0) via Wikimedia Commons).


https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/f/fd/%E5%9E%8B%E6%9F%B4%E8%81%AF%E8%BB%8A_%E6%BA%AA%E5%8F%A3%E9%9A%A7%E9%81%93_%2833112262584%29.jpg/1024px-%E5%9E%8B%E6%9F%B4%E8%81%AF%E8%BB%8A_%E6%BA%AA%E5%8F%A3%E9%9A%A7%E9%81%93_%2833112262584%29.jpg
Bild 9: Von der Baureihe DR2800 wurden 1982/83 bei Tokyu insgesamt 30 Motorwagen (DR2800) und 15 Beiwagen (DR2850) gebaut und nach Taiwan geliefert, die jeweils zu Dreierpärchen gekuppelt sind, die dann wieder im Mehrfachverbund zusammengezogen werden können. Das Bild zeigt vier solcher Dreierpärchen, angeführt von DR2819 (Photo by billy1125 from Hualien, Taiwan / CC BY (https://creativecommons.org/licenses/by/2.0) via Wikimedia Commons).


https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/1/15/TRA_DR2067_DR2069_DR2060_20120906.jpg/1024px-TRA_DR2067_DR2069_DR2060_20120906.jpg
Bild 10: Dieses Bild zeigt drei als Denkmal aufgestellte Beiwagen der Baureihe DR2050. Die Baureihe DR2000 (bzw. DR2050 für die Beiwagen) entstand 1982 durch die Umspurung von Triebwagen, die zwischen 1962 und 1971 auf die damals noch mit 762mm Spurweite betriebene Taitung Line kamen (LDR2300). Nach der Umspurung war die Klasse DR2000 noch einige Jahre auf der Taitung Line im Einsatz, bis sie 1996 endgültig abgestellt wurde. Die meisten Exemplare wurden verschrottet, der Rest ist als Denkmal oder gar zur Nutzung als Restaurant über ganz Taiwan verteilt. Man vergleiche das Bild mit Bild 29, das einen Triebwagen der Baureihe LDR2300 im Originalzustand vor Umspurung zeigt (Photo by Mesopotamila / CC BY-SA (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0) via Wikimedia Commons).


https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/4/46/TRA_DR2903_at_Dahu_Station_20140927.jpg/1024px-TRA_DR2903_at_Dahu_Station_20140927.jpg
Bild 11: Der Triebwagen DR2903 samt weiteren Exemplaren der Klasse DR2900 im Bahnhof von Dahu. Basierend auf den Dreierpärchen der Baureihe DR2800 (siehe Bild 9) wurden 1996 fünf weitere Dreierpärchen bei Hitachi bestellt, die als DR2900 (Motorwagen) bzw. DR2950 (Beiwagen) eingereiht wurden (Photo by billy1125 from Hualien, Taiwan / CC BY (https://creativecommons.org/licenses/by/2.0) via Wikimedia Commons).


https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/2/2d/TRA_DR3050_Taitung-20130906.jpg/1024px-TRA_DR3050_Taitung-20130906.jpg
Bild 12: Die Baureihe DR2900 (siehe Bild 11) bewährte sich und so wurden 1990 nochmals 27 Dreierpärchen bei Hitachi bestellt. Die Triebwagen sind absolut baugleich, da es jedoch im 2900er-Nummernbereich nicht ausreichend freie Nummern gab, erfolgte die Einreihung unter DR3000 bzw. DR3070 (Beiwagen). Das Bild zeigt DR2903 und weitere Triebwagen im Bahnhof Taitung (Photo by Rsa / CC BY-SA (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/) via Wikimedia Commons).


https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/2/2e/DR2510_Train_on_LinkouLine.jpg/1024px-DR2510_Train_on_LinkouLine.jpg
Bild 13: Die 1991 gebaute Baureihe DR2510 blieb eine Splittergattung mit nur zwei Exemplaren. Das Bild entstand auf der Linkou Line, einer Stichstrecke, die eigentlich nur für den Kohletransport zu einem an der Küste gelegenen Kohlekraftwerk diente. Zwischen 2005 und 2012 wurde versuchsweise auch ein Personenbetrieb durchgeführt, der weitgehend mit der Baureihe DR2510 abgewickelt wurde. Beide Exemplare sind inzwischen nicht mehr betriebsfähig abgestellt (Photo by I, SElefant / CC BY-SA (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/) via Wikimedia Commons).


https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/9/9f/TRA_DRC1025_at_Taichung_Station_20060129.jpg/1024px-TRA_DRC1025_at_Taichung_Station_20060129.jpg
Bild 14: Da sich die Baureihe DR2510 (siehe Bild 13) nicht bewährte, beschaffte man 1998 schließlich 36 neue Triebwagen bei Nippon Sharyo (DR1000), um auf den Nebenbahnen/Stichstrecken die über 60 Jahre alten, ehemaligen Benzoltriebwagen abzulösen. Das Bild zeigt DRC1025 im Bahnhof von Taichung, von wo aus sie zur der bei Touristen beliebten Jiji Line (Ershui Chencheng) verkehrt (Photo by Cheng-en Cheng / CC BY-SA 2.0 TW (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/tw/deed.en) via Wikimedia Commons).


https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/c/c9/TRA_DR3114_at_Taitung_Station_20140720.jpg/1024px-TRA_DR3114_at_Taitung_Station_20140720.jpg
Bild 15: Die modernste Dieseltriebwagenbaureihe sind zehn Dreierpärchen (DR3100 bzw. DR3150 für Beiwagen), die 1998 bei Nippon Sharyo gebaut wurden. Das Bild zeigt DR3114 sowie weitere Exemplare der Baureihe DR3100 am Bahnhof von Taitung. Neben der Baureihe DR1000 für den Nebenstreckendienst ist es die einzige Dieseltriebwagenbaureihe, die noch längerfristig zum Einsatz kommen soll (Photo by billy1125 from Hualien, Taiwan / CC BY (https://creativecommons.org/licenses/by/2.0) via Wikimedia Commons).




Die kapspurigen Dampf-, Benzol- und Dieseltriebwagen sind damit soweit alle vorgestellt. Direkt als Antwort auf diesen Beitrag geht es dann weiter mit den 762mm-Triebwagen der Taitung Line.



2-mal bearbeitet. Zuletzt am 08.04.21 21:16.

[TW] 5.4.4 Triebwagen der Taitung Line (762mm)

geschrieben von: Flo1979

Datum: 08.04.21 17:16

5.4.4 Triebwagen der Taitung Line (762mm)

Auch auf der alten Taitung Line wurden relativ früh Benzoltriebwagen aus Japan eingesetzt. Zwischen 1932 und 1939 wurden insgesamt zehn Benzoltriebwagen von Nippon Sharyo beschafft. Eingruppiert wurden sie in die Klassen LSGA2000, LSGA2020, LSGA2040 und LSGA2100 („light rail secondary gasoline car“). Leider sind mir keine Details bekannt. Nach dem Krieg erhielten die verbliebenen Exemplare einen Dieselmotor und wurden in entsprechende LDR-Klassen umklassifiziert („light rail diesel rail car“). Spätestens mit der Umspurung der Taitung Line im Jahre 1982 wurden die Triebwagen aber wohl alle verschrottet.

Nach dem Krieg wurden dann 1957 vier Triebwagen der Marke Eigenbau im Ausbesserungswerk Hualien der Taitung Line gebaut und als LDR2200 eingereiht. Eines der Fahrzeuge wurde 1982 ebenfalls noch umgespurt und im AW Hualien als interne „Verschublokomotive“ eingesetzt, dann aber verschrottet. Zwei Triebwagen blieben erhalten, einer steht am Hauptbahnhof von Taipei als Denkmal, der andere ist inzwischen wieder betriebsfähig aufgearbeitet und dreht in einem Park in Hualien seine Runden.

Zwischen 1962 und 1971 bestellte man nochmals insgesamt zehn Triebwagen bei Tokyu in Japan, das AW in Hualien steuerte noch 20 Beiwagen zu, eingereiht wurden sie als LDR2300 bzw. LDR2350 (Beiwagen). Da die Triebwagen bei der Umspurung der Taitung Line noch nicht einmal 20 Jahre alt waren, wurden alle Trieb- und Beiwagen ebenfalls auf Kapspur umgespurt und unter der Klasse DR2000 bzw. DR2050 geführt. Die letzten dieser umgespurten Triebwagen gingen dann 1996 außer Betrieb.


KlasseAchsfolgeBeschreibung/ Auflistung FahrzeugeBild (Klick zum Vergrößern)




LSGA2000 / LDR?Im Jahre 1932 wurden die ersten Benzoltriebwagen auf der Taitung Line eingesetzt. Geliefert wurden sie von Nippon Sharyo. Nach dem Zweiten Weltkrieg erhielten sie einen Dieselmotor und wurden als LDR2000 klassifiziert. Weitere Details sind mir leider nicht bekannt.leider kein Bild
4LSGA2001 - LSGA20041932NS1932gasoline engine later replaced with diesel engine and classified as LDR2000




LSGA2020 / LDR2020?1937 folgten nochmals zwei Benzoltriebwagen von Nippon Sharyo, die nach dem Krieg ebenfalls einen Dieselmotor erhielten und als LDR2020 klassifiziert wurden.leider kein Bild
2LSGA2021 - LSGA20221937NS1937gasoline engine later replaced with diesel engine and classified as LDR2020




LSGA2040 / LDR2040?Ein dritter 1937 gelieferter Triebwagen war zwar baugleich mit der Reihe LSGA2020, hatte aber eine andere Sitzplatzanordnung. Daher wurde er zunächst als LSGA2040 klassifiziert, später mit Dieselmotor als LDR2040.leider kein Bild
1LSGA2041 - LSGA20421937NS1937gasoline engine later replaced with diesel engine and classified as LDR2040




LSGA2100 / LDR2100?Die letzten drei Benzoltriebwagen wurden 1939 aus Japan geliefert. Auch sie erhielten später einen Dieselmotor und wurden als LDR2100 klassifiziert.leider kein Bild
3LSGA2101 - LSGA21031939NS1939gasoline engine later replaced with diesel engine and classified as LDR2100




LDR2200?Im Ausbesserungswerk Hualien der Taitung Line entstanden 1957 in Zusammenarbeit mit Taipei Machinery Factory vier Triebwagen, die sehr starke Ähnlichkeiten mit älteren, japanischen Straßenbahntriebwagen aufwiesen. Die 14m langen und 18t schweren Triebwagen hatten Platz für 50 Personen und wurden bis zur Umspurung der Taitung Line 1982 eingesetzt. LDR2203 wurde wie die Taitung Line auf Kapspur umgespurt und kam noch für einige Jahre im AW Hualien als interne Verschublokomotive (mit inoffizieller Nummerierung DR2000) zum Einsatz, bevor er verschrottet wurde. LDR2202 wurde bereits 1982 verschrottet. LDR2201 steht inzwischen als Denkmal am Hauptbahnhof Taipei, LDR2204 wurde inzwischen wieder betriebsfähig aufgearbeitet und verkehrt zusammen mit der Dampflok LDK59 im Hualien Railway Cultural Park.https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/1/1c/Taiwan_Railways_Administration_LDR2201_20120520.jpg/320px-Taiwan_Railways_Administration_LDR2201_20120520.jpgSSR2000 / CC BY-SA (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)
4LDR2201 - LDR22041957HUA1957LDR2202 re-gauged 1982 and used internally in Hualien workshop (DR2000) before scrapped; LDR2201 on static display at tapei Main Station, LDR2204 in running condition at Hualien Railway Cultural Park




LDR2300?Zwischen 1962 und 1971 wurden insgesamt zehn Triebwagen von Tokyu Car Corporation an die Taitung Line geliefert, dazu kamen zu jedem Triebwagen noch zwei unmotorisierte Beiwagen, die im AW Hualien zusammen mit der Hualien Machinery Factory in Eigenbau entstanden. Mit der Umspurung der Taitung Line auf Kapspur wurden auch alle Triebwagen und Beiwagen umgespurt (siehe Dieseltriebwagenbaureihe DR2000). https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/f/f3/The_newly_bought_TRA_LDR2300.jpg/320px-The_newly_bought_TRA_LDR2300.jpgUnknown author / Public domain
10LDR2301 - LDR23101962/1971TOK1962/1971all re-gauged in 1982 and numbered as class DR2000




LDR2400?1967 entstanden im Ausbesserungswerk noch vier Dieseltriebwagen der Marke Eigenbau. Weitere Details sind mir leider nicht bekannt.leider kein Bild
4LDR2401 - LDR24041967TRA1967self-built by Hualien workshop





https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/1/1c/Taiwan_Railways_Administration_LDR2201_20120520.jpg/1024px-Taiwan_Railways_Administration_LDR2201_20120520.jpg
Bild 28: Der Triebwagen LDR2201 verkehrte bis zur Umspurung 1982 auf der Taitung Line (762mm Spuweite). Im Gegensatz zu anderen Triebwagen wurde er nicht mehr umgespurt, stattdessen steht er jetzt am Hauptbahnhof von Taipei als Denkmal. Gebaut wurde er 1957 mit drei weiteren Exemplaren als Marke Eigenbau im AW Hualien unter der Baureihe LDR2200 (Photo by SSR2000 / CC BY-SA (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0) via Wikimedia Commons).


https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/f/f3/The_newly_bought_TRA_LDR2300.jpg/1024px-The_newly_bought_TRA_LDR2300.jpg
Bild 29: Das Bild zeigt einen der der zehn zwischen 1962 und 1971 von Nippon Sharyo gelieferten Triebwagen (LDR2300) sowie die dazu vom AW Hualien gebauten 20 Beiwagen (LDR2350). Nach der Umspurung der Taitung Line auf Kapspur wurden die Triebwagen ebenfalls umgespurt und blieben noch bis in die Mitte der 1990er-Jahre in Betrieb. Man vergleiche das Bild mit Bild 10, das drei Beiwagen nach der Umspurung zeigt (Photo by Unknown author / Public domain via Wikimedia Commons).




Zum Abschluss fehlen jetzt noch die kapspurigen Elektrotriebwagen, die ich als weitere Antwort auf den Ursprungsbeitrag angehängt habe.

[TW] 5.4.5 Elektrotriebwagen

geschrieben von: Flo1979

Datum: 08.04.21 17:17

5.4.5 Elektrotriebwagen

Mit der Elektrifizierung der Western Line bestellte man parallel zu den E-Loks auch elektrische Triebwagenzüge bei GEC in Großbritannien. Die Triebwagenzüge folgten einem Konzept, dem bis heute eigentlich alle auf Taiwan eingesetzten elektrischen Triebwagen folgen. Die elektrische Einrichtung, Transformator und Motor verteilen sich auf die Wagen, wobei meistens zwei Waggons eine Triebwagenzuges angetrieben sind (EMU = Electric Multiple Unit). Daher sind die Wagen eng miteinander verknüpft und daher zähle ich im Gegensatz zu den Dieseltriebwagen, wo ich jeden angetriebenen Teil einzeln gezählt habe, bei den elektrischen Triebwagen nur den gesamten Triebwagen, denn die TRA nummeriert diese auch entsprechend so. Die Triebwagenzüge können dann zu Verbünden verbunden werden, so dass Zugkonstellationen mit bis zu 16 Wagen möglich sind (die dann aber aufgrund der Bahnsteiglänge nur an wenigen Bahnhöfen halten können).

Ab 1979 wurden 13 fünfteilige Triebwagenzüge von GEC (EMU100) auf der elektrifizierten Western Line eingesetzt, 1986 folgten dann elf dreiteilige Triebwagenzüge von UCW aus Südafrika, wobei GEC den elektrischen Teil zulieferte (EMU200). Da die italienische Socimi gegen die verlorene Ausschreibung der Baureihe EMU200 klagte, kaufte die TRA 1988 nochmals acht dreiteilige Triebwagenzüge (EMU300), die der Baureihe EMU200 sehr stark ähnelte. Die drei Baureihen der ersten Generation versahen nach Anfangsproblemen den Fernverkehr auf der Western Line realtiv zuverlässig. Die Baureihe EMU100 ist inzwischen aus dem aktiven Dienst ausgeschieden, aus der Baureihe EMU200 entstand durch Modernisierung zwischen 2002 und 2004 die Baureihe EMU1200, die Baureihe EMU300 soll trotz zwischenzeitlicher Modernisierungen demnächst ebenfalls aus dem aktiven Dienst ausscheiden, ebenso die Baureihe EMU1200.

Im stetig wachsenden Pendlerverkehr setzte die TRA auf den elektrifizierten Strecken ältere Dieseltriebwagen ein, die einst eigentlich für den Fernbetrieb gebaut wurden. So bestellte man 1990 bei UCW in Südafrika zwölf vierteilige Triebwagenzüge speziell für den Pendlerverkehr (EMU400). Die stetige Zunahme des Pendlerverkehrs sowie die weitere Elektrifizierung der Ringlinie erforderten immer wieder neue elektrische Triebwagen für den Pendlerverkehr. 1995/96 kamen 86 vierteilige Triebwagenzüge von Daewoo aus Südkorea (EMU500), 2001 14 vierteilige Triebwagenzüge von Rotem aus Südkorea (EMU600), 2007 40 vierteilige Züge von Nippon Sharyo (EMU700) und 2014 schließlich 86 wiederum vierteilige Triebwagenzüge (EMU800) bei Nippon Sharyo und TRSC (einem Joint Venture von Nippon Sharyo und taiwanischen Zugherstellern). Seit 2019 ist dann wieder Rotem aus Südkorea an der Reihe. Sie sollen bis 2023 52 zehnteilige Triebzüge für den Pendlerverkehr liefern. Diese sollen dann nach und nach die Baureihe EMU500 ersetzen, nachdem die Baureihe EMU400 bereits aus dem aktiven Dienst ausgeschieden ist.

Im schnellen Fernverkehr hat die TRA seit der Eröffnung der Hochgeschwindigkeitslinie an der Westküste keine Chance mehr. Für den Betrieb auf der mittlerweile elektrifizierten, aber recht kurvigen Strecke an der Ostküste bestellte man 2005 elektrische Triebwagenzüge für den Fernverkehr mit Neigetechnik. Hitachi lieferte bis 2007 zwölf vierteile „Wackeldackel“ (TEMU1000). Weitere Bestellungen waren vorgesehen, scheiterten aber am Preis. Im Rahmen einer neuen Ausschreibung lieferte Nippon Sharyo dann 2013 insgesamt 34 vierteilige Züge mit Neigetechnik (TEMU2000). Durch den mittlerweile stark gefallenen Yen-Kurs wurden dann 2015 nochmals je vier Exemplare der Baureihen TEMU100 und TEMU200 nachbestellt.

Damit ist die TRA für den Betrieb auf der elektrifizierten Ringstrecke zunächst bestens ausgestattet. Die restlichen Linien (ausschließlich recht kurze Stichstrecken) sollen nicht elektrifiziert werden und werden bis auf weiteres hauptsächlich mit Dieseltriebwagen der Baureihe DR1000 bedient. An der Westküste spielt fast nur noch der Pendlerverkehr eine Rolle, für den Fernverkehr auf den restlichen Streckenabschnitten der Ringlinie genügen die Neigetechnik-Triebwagen.

KlasseAchsfolgeBeschreibung/ Auflistung FahrzeugeBild (Klick zum Vergrößern)




EMU100?Für den Betrieb auf der ab 1979 elektrifizierten Western Line beschaffte man 13 Triebwagenzüge bei GEC in Großbritannien. Jeder Triebwagenzug besteht aus fünf Teilen: einem motorisierten Wagen ("electric power car") mit Führerstand (EP101 - EP113), einem weiteren Motorwagen ("motor car") ohne Führerstand (EM101 - EM113), zwei unmotorisierten Wagen ("electric trailer") ohne Führerstand (ET101 - ET126) sowie einem unmotorisierten Steuerwagen ("electric driver trailer", ED101 - ED113). Bis zu drei dieser Fünferpärchen können zusammengekuppelt werden, so dass Zuglängen bis zu 15 Waggons möglich sind. Jedes Fünferpärchen hat eine Leistung von 1275kW, die Höchstgeschwindigkeit beträgt 120km/h und je Wagenart haben zwischen 44 und 52 Personen Platz. Wie bei den gleichzeitig von GEC gelieferten Elektrolokomotiven gab es am Anfang erhebliche Probleme und es mussten viele Nacharbeiten geleistet werden, bis die Züge halbwegs zuverlässig in den Regelbetrieb genommen werden konnten. Die Triebwagen verkehrten als Expresszüge zwischen Taipei und Kaohsiung und verkürzten die Reisezeit auf vier Stunden und 10 Minuten. Durch Unfälle schieden nach und nach einzelne Wagen aus, bis schließlich 2010 die Baureihe EMU100 aufgrund des Alters, wachsender Fehleranfälligkeit und fehlender Ersatzteile komplett aus dem Plandienst ausschied. Zwei Triebwagenzüge (EP101, EP106) sind noch betriebsfähig erhalten und kommen für Sonderfahrten oder bei Spitzenlasten (z.B. rund um Chinesisch Neujahr) zum Einsatz.https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/b/bd/2011-03-10_British_Lady_in_7776_Cruise_Train.JPG/320px-2011-03-10_British_Lady_in_7776_Cruise_Train.JPGEnglish: Soar Ao-Kuu中文(台灣)‎: 蒼空 翔日本語: 蒼空 翔 / CC BY-SA (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)
13EMU101 - EMU1131979GEC1978each EMU consists of five cars (EP + EM + ET + ET + ED) with individual numbering; only EP101 and EP106 left in running condition




EMU200?Da die Baureihe EMU100 den Bedarf nicht mehr decken konnte, bestellte man 1986 insgesamt elf Triebwagenzüge bei UCW in Südafrika, die elektrischen Teile lieferte wiederum GEC. Bei der Baureihe handelt es sich nur noch um Dreierpärchen bestehend aus zwei Motorwagen (EMC201 - EMC211 bzw. EM201 - EM211) und einem nicht motorisierten Wagen (EP201 - EP211) in der Mitte, auf dem sich allerdings der Pantograph und der Transformator befindet. So haben in allen Wagen jeweils 44 Personen Platz. Bis zu fünf Dreierpärchen können miteinander gekuppelt werden, im Normalfall verkehrten drei Pärchen im Verbund. Insgesamt drei Wagen mussten im Verlauf unfallbedingt ausscheiden. Zwischen 2002 und 2004 erfolgte bei den verbliebenen 30 Wagen eine komplette Überarbeitung und aus den Dreierpärchen wurden drei Neunerpärchen, die dann unter der Baureihe EMU1200 eingereiht wurden.https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/d/dd/Taiwan_Railway_Administration_EMU_206_Banqiao_1989.jpg/320px-Taiwan_Railway_Administration_EMU_206_Banqiao_1989.jpgThyristorchopper / CC BY-SA (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)
11EMU201 - EMU2111987UCW1986each EMU consists of three cars (EMC + EP + EM); re-worked between 2002 and 2004 and listed as class EMU1200




EMU300?Bei der Ausschreibung für die Triebwagen der Baureihe EMU200 wurde die italienische Socimi übergangen. Nach Protesten orderte die TRA 1988 nochmals acht Dreierpärchen (EMC301 - EMC308, EP301 - EP308, EM301 - EM308) bei Socimi, die weitgehend der Baureihe EMU200 entsprechen. Ausgelegt waren die Triebwagen für eine maximale Geschwindigkeit von 130km/h. Aufgrund diverser Probleme konnte das im Regelbetrieb aber nie ausgefahren werden. Auch sonst gab es erhebliche Startschwierigkeiten, die dadurch verschärft wurden, dass Socimi relativ kurz nach der Auslieferung Bankrott ging. Erst nach mehreren Überarbeitungen durch die taiwanesischen Tangrong Iron Works (u.a. Einbau von Drehgestellen von Adtranz) konnte der Betrieb stabilisiert werden. Wie bei der Baureihe EMU200 werden meist drei Dreierpärchen im Verbund gefahren. Unfallbedingt hat sich die Anzahl der einsatzfähigen Triebzüge auf sechs reduziert. Auf einen ursprünglich vorgesehenen barrierefreien Umbau der Züge wurde verzichtet, da die verbliebenen Exemplare in den kommenden Jahren stillgelegt werden sollen.https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/6/60/TRA_EMU300_Tze-Chiang_Ltd-Exp_Hsinchu_Sta_20160915.jpg/320px-TRA_EMU300_Tze-Chiang_Ltd-Exp_Hsinchu_Sta_20160915.jpgCassiopeia sweet / Public domain
8EMU301 - EMU3081989SOC1988/1989each EMU consists of three cars (EMC + EP + EM), six sets still operational, rest scrapped due to accidents




EMU400?Im Pendlerverkehr auf dem Abschnitt Keelung - Hsinchu der Western Line verkehrten in den 1980er-Jahren trotz der Elektrifizierung fast nur Dieseltriebwagen, die einst im Fernverkehr eingesetzt wurden und daher ungeeignet waren. Die vorhanden elektrischen Triebwagen wurden nur im Fernverkehr zwischen Taipei und Kaohsiung eingesetzt. Da ein S-Bahnähnlicher Ausbau der Pendlerverkehre geplant war, bestellte man 1990 bei UCW 12 vierteilige Triebwagenzüge (EM401 - EM412, EP401 - EP412, ET401 - ET412, EMC401 - EMC412). Die Waggons haben längs zur Fahrtrichtung angeordnete Sitzbänke, so dass es pro Waggon 60 Sitzplätze und 120 Stehplätze gibt, bis zu vier Triebwagenzüge können verbunden werden, d.h. Züge mit bis zu 16 Wagen sind möglich. Nach der Einführung der Baureihe EMU700 schieden die Züge nach und nach aus dem aktiven Dienst, einige wurden als Testfahrzeuge für die stetig weitergehende Elektrifizierung der Ringstrecke oder als Ersatzfahrzeuge verwendet. Inzwischen sind nur noch zwei Triebwageneinheiten betriebsfähig, der Rest ist abgestellt.https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/2/2e/TRA_EM410_at_Xike_Station_20150103.jpg/320px-TRA_EM410_at_Xike_Station_20150103.jpgbilly1125 / CC BY (https://creativecommons.org/licenses/by/2.0)
12EMU401 - EMU4121990UCW1990each EMU consists of four cars (EMC + ET + EP + EM), only EMU405 and EMU410 in operational condition




EMU500?Für den weiteren Ausbau des Pendlerverkehrs auf inzwischen neu elektrifizierten Teilstrecken der Ringlinie beschaffte man zwischen 1995 und 1997 insgesamt 86 vierteilige Triebwagenzüge (EMC501 - EMC586, EP501 - EP586, ET501 - ET586, EM501 - EM586) bei Daewoo in Südkorea. Das äußere Design lehnt sich an den Dieseltriebwagen der Baureihe DR300 an. Die Sitzbänke sind auch hier längs zur Fahrtrichtung eingebaut, zudem gibt es für einen flüssigeren Fahrgastwechsel an den Haltestellen drei anstatt zwei Türen pro Wagen. Nach einem Unfall 2007 schieden zwei Wagen aus, so dass es nur noch 85 Triebwagenzüge gibt, die zwei verbliebenen Wagen dienen als Ersatzteilspender. Wie bei der Baureihe EMU400 können bis zu vier Triebwagenzüge aneinandergekoppelt werden. Die Triebwagenzüge wurden zwischenzeitlich mehrfach modernisiert, so dass sie z.B. auch mit Triebwagen der Baureihe EMU600 gekoppelt werden können. Zuletzt erfolgte ein barrierefreier Ausbau.https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/7/73/TRA_EMU500_EM537_Xizhi_20130807.jpg/320px-TRA_EMU500_EM537_Xizhi_20130807.jpgRsa / CC BY-SA (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/)
86EMU501 - EMU5861995/97DAE1995/97each EMU consists of four cars (EMC + ET + EP + EM), EMU508 partly scrapped due to accident




EMU600?Die wachsende Bedeutung des Pendlerverkehrs für die TRA erforderte weitere Bestellungen von elektrischen Triebzügen. So wurden 2001 14 vierteilige Triebwagenzüge bei Rotem in Südkorea bestellt. Die Triebwagen entsprechen weitgehend denen der Baureihe EMU500, wobei es mehrere technische Verbesserungen gab (u.a. regeneratives Bremssystem). Die Montage der letzten acht Triebzüge erfolgte bei den Tangrong Iron Works in Taiwan. Mittlerweile wurden die Züge technisch modernisiert und barrierefrei ausgebaut.https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/9/95/TRA_EMU600_EM605_Xizhi_20130807.jpg/305px-TRA_EMU600_EM605_Xizhi_20130807.jpgRsa / CC BY-SA (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/)
14EMU601 - EMU6142001/02ROT2001/02each EMU consists of four cars (EMC + ET + EP + EM)




EMU1200?Nachdem die Triebwagen der Baureihe EMU200 in die Jahre gekommen waren, schrieb die TRA eine Komplettmodernisierung der verbliebenen 30 Wagen der Baureihe EMU200 aus, die TRSC gewann. Aus den zehn Dreierpärchen der Baureihe EMU200 wurden drei Neunerpärchen (EMC + EP + EM + EM + EP + EM + EM + EP + EMC), die drei verbliebenen Wagen dienen als Ersatzteilspender. Sowohl im Äußeren (neue Frontpartien und Türen) als auch bei der Inneneinrichtung erfolgten umfassende Modernisierungsarbeiten, die elektrische Einrichtung und die Drehgestelle blieben aber weitgehend erhalten. Bis 2004 war die Erneuerung abgeschlossen und die Triebwagen verkehrten wieder im Fernverkehr. Weitere Modernisierungen sind nicht mehr angedacht, die Triebzüge sollen in den nächsten Jahren ausgemustert werden.https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/8/8f/TRA_EMU1200_at_Taichung_Station_20130807.jpg/320px-TRA_EMU1200_at_Taichung_Station_20130807.jpgRsa / CC BY-SA (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/)
3EMU1201 - EMU12032002/2004TRSC2002/2004retrofit based on 27 cars of class EMU200




EMU700?Da die Baureihe EMU400 aufgrund ihres Alters immer mehr Zuverlässigkeitsprobleme hatte, beschloss man 2007 den Kauf von 40 vierteiligen Triebzügen bei Nippon Sharyo (EMC701 - EMC740, EP701 - EP740, ET701 - ET740, EM701 - EM740). Die ersten drei Triebzüge wurden noch fertig aus Japan angeliefert, alle weiteren wurden in Taiwan von TRSC, einem Joint Venture von taiwanesischen Bahnherstellern und Nippon Sharyo, montiert. Äußerlich unterscheiden sie sich recht stark von den anderen Baureihen für den Pendlerverkehr. Aber der technische Aufbau und die Inneneinrichtung mit Sitzbänken längs der Fahrtrichtung sind geblieben. Die vierteiligen Triebzüge verkehren meist im Doppelverbund (also mit acht Wagen). https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/9/9d/TRA_EMU700_EMC728_Xizhi_20130807.jpg/320px-TRA_EMU700_EMC728_Xizhi_20130807.jpgRsa / CC BY-SA (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/)
40EMU701 - EMU7402007NS & TRSC2007each EMU consists of four cars (EMC + EP + ET + EM)




TEMU1000?Aufgrund des Ausbaus der Straße zwischen Taipei und Yilan verlor die Bahn massiv an Konkurrenzfähigkeit, da die Züge aus Taipei einen Umweg über die Nordspitze der Insel nehmen müssen. Daher beschloss man die Elektrifizierung der Strecken an der Ostküste sowie Begradigungen an der bestehenden Strecke. Die sind aber aufgrund der extremen geographischen Gliederung der Ostküste extrem aufwendig und der Bau einer direkten Strecke von Taipei durch das hohe Gebirge nach Yilan würde noch viele Jahre dauern. So schrieb man 2005 den Kauf von 24 elektrischen Triebwagenzügen mit Neigetechnik aus. Hitachi gewann die Ausschreibung und lieferte Anfang 2007 die ersten sechs vierteiligen Triebzüge, Ende 2007 folgten sechs weitere Züge. Die Züge wurden auf Basis der japanischen Einheitsbaureihe JR Kyushu 885 entwickelt und bestehen aus zwei unmotorisierten und zwei motorisierten Wagen (TED + TEM + TEP + TEM), wobei immer zwei vierteilige Pärchen jeweils spiegelverkehrt aneinander gekoppelt sind. Die Züge liefen zunächst auf der Western Line, wo sie für eine neue Rekordfahrzeit zwischen Taipei und Kaohsiung sorgten (3:15). Dort standen sie dann aber in Konkurrenz zur neu eröffneten Hochgeschwindigkeitsstrecke und wurden an die Ostküste verlegt. Da sich zwischenzeitlich der Wechselkurs erheblich verändert hatte, konnten sich die TRA und Hitachi nicht auf einen Preis für die zweite Hälfte der Lieferung entscheiden. So musste eine erneute Ausschreibung gestartet werden, die dann schließlich Nippon Sharyo gewann. Die im Rahmen dieser Bestellung ausgelieferten Neigetechnik-Triebwagenzüge wurden dann allerdings unter der Klasse TEMU2000 eingeordnet. Später hatte sich der Wechselkurs des Yen massiv verschlechtert, so dass die TRA 2014 nochmals vier Triebwagenzüge der Klasse TEMU1000 nachorderte. Somit sind jetzt 16 vierteilige bzw. acht achtteilige Triebzuggarnituren der Baureihe TEMU1000 hauptsächlich an der Ostküste im Einsatz. Das Pärchen aus TEMU1013/1014 verunglückte am 2. April 2021 bei einem der schwersten Eisenbahnunglücke auf Taiwan mit mindestens 50 Toten an der Ostküste nördlich von Hualien.https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/1/18/TRA_TEMU1000_TED1007_Xizhi_20130807.jpg/320px-TRA_TEMU1000_TED1007_Xizhi_20130807.jpgRsa / CC BY-SA (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/)
12TEMU1001 - TEMU10122007HIT2006/07each EMU consists of four cars (TED + TEM + TEP + TEM)
4TEMU1013 - TEMU10162016HIT2016each EMU consists of four cars (TED + TEM + TEP + TEM)




TEMU2000?Nachdem die Hälfte der ausgeschriebenen Exemplare der Baureihe TEMU1000 von Hitachi geliefert worden waren, konnte man sich nicht auf einen Preis für die zweite Hälfte einigen. So musste eine erneute Ausschreibung erfolgen, die dann schließlich Nippon Sharyo gewann. Die ersten Züge wurden Ende 2012 geliefert und waren dann ab Mitte 2013 im Regelbetrieb. Bis Ende waren alle 34 bestellten vierteiligen Triebzüge ausgeliefert. Der technische Aufbau entspricht weitegehend dem TEMU1000 (TED + TEMA + TEP + TEMB), wobei auch her immer zwei Triebwagenzüge spiegelverkehrt miteinander verbunden werden. Dank des gefallenen Yen-Kurses konnten 2014 nochmals vier vierteilige Triebwagenzüge bestellt werden, die 2015 ausgeliefert wurden. Der Verbund aus TEMU2007 und TEMU2008 wurde bei einem der schwersten Eisenbahnunfälle Taiwans am 21. Oktober 2018 am Bahnhof Xinma an der Ostküste mit 18 Toten so schwer beschädigt, dass er nicht mehr repariert werden konnte und außer Betrieb blieb.https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/f/fa/TRA_TEMU2028_at_Hsinchu_Station_20170130.jpg/320px-TRA_TEMU2028_at_Hsinchu_Station_20170130.jpg林昱維 / CC BY-SA (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0)
34TEMU2001 - TEMU20342013NS2012/13each EMU consists of four cars (TED + TEMA + TEP + TEMB); EMU2007 and EMU2008 srapped after accident
4TEMU2035 - TEMU20382015NS2015each EMU consists of four cars (TED + TEMA + TEP + TEMB)




EMU800?Der zunehmende Pendlerverkehr und die fortschreitende Elektrifizierung der Ringlinie erforderten weitere elektrische Triebzüge für den Pendlerverkehr. Daher startete die TRA 2007 eine Ausschreibung, auf die aber keine Angebote eingingen. Erst nach mehrfachen Änderungen an der Ausschreibung nahmen Nippon Sharyo und TRSC den Auftrag zum Bau von 74 vierteiligen Triebzugeinheiten an. Als die TRA dann bei einer Inspektion der Montage der ersten beiden Prototypen in Japan entdeckte, dass man sich nicht an die Spezifikationen hielt (so wurde z.B. anstatt des vertraglich vereinbarten Bremssystems von Knorr ein System von Nabtesco verwendet), kam es zu jahrelangen Rechtsstreitigkeiten und massiven Lieferverzögerungen. Nach mehreren gerichtlichen Entscheidungen wurde dann schließlich 2013 das erste Testexemplar geliefert, das dann schließlich 2014 in den offiziellen Betrieb gehen konnte. Bis 2015 wurden auch die restlichen Exemplare geliefert. Aufgrund von Strafzahlungen und dem Verfall des japanischen Yen hatte die TRA ein Guthaben angehäuft, für das es nochmals 12 weitere vierteilige Triebzüge bestellte, die bis 2017 geliefert wurden. Vom Äußeren her unterscheiden sich die Züge sehr stark von den bisherigen Baureihen. Die bisher geraden Enden wurden durch aerodynamisch angepasste Schnauzen ersetzt. Die angetriebenen Waggons befinden sich nun auch nicht mehr nur am Ende, sondern man hat eine Kombination ED + EMA + EP + EMB, wobei EMA und EMB die angetriebenen Wagen sind. Normalerweise werden zwei Triebzüge spiegelbildlich miteinander im Verbund betrieben. https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/2/2c/TRA_EMU800-ED827.jpg/320px-TRA_EMU800-ED827.jpgRsa / CC BY-SA (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/)
74EMU801 - EMU8742014/2015NS & TRSC2012/2015each EMU consists of four cars (ED + EMA + EP + EMB)
12EMU875 - EMU8862016/2017NS & TRSC2016/2017each EMU consists of four cars (ED + EMA + EP + EMB)




EMU900?Von der Baureihe DR900 sind aktuell wohl nur ein oder zwei Testexemplare im Einsatz. Es handelt sich um zehnteilige Triebzüge von Hyundai Rotem aus Südkorea für den Pendlerverkehr. Bis 2023 sollen 52 Triebwagenzüge geliefert werden.https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/c/c1/%E5%8F%B0%E9%90%B5EMU900%E5%9E%8B%E9%9B%BB%E8%81%AF%E8%BB%8A.jpg/320px-%E5%8F%B0%E9%90%B5EMU900%E5%9E%8B%E9%9B%BB%E8%81%AF%E8%BB%8A.jpgTaiwan Railways Administration / Attribution
52EMU901 - EMU9522019/2023ROT2019/2023each EMU consists of ten cars




https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/b/bd/2011-03-10_British_Lady_in_7776_Cruise_Train.JPG/1024px-2011-03-10_British_Lady_in_7776_Cruise_Train.JPG
Bild 16: Das Bild zeigt zwei Exemplare der Baureihe EMU100 bei einer Sonderfahrt 2011, vermutlich EMU101 und EMU106. Zu diesem Zeitpunkt waren die fünfteiligen Triebzüge von GEC, die 1979 den Dienst aufnahmen, bereits aus dem aktiven Dienst ausgeschieden. Aufgrund der britischen Herkunft werden die Triebwagen auch als „British Lady“ bezeichnet, wobei die Triebwagen für mich überhaupt nicht „ladylike“ aussehen (Photo by English: Soar Ao-Kuu中文(台灣)‎: 蒼空 翔日本語: 蒼空 翔 / CC BY-SA (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0) via Wikimedia Commons).


https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/d/dd/Taiwan_Railway_Administration_EMU_206_Banqiao_1989.jpg/1024px-Taiwan_Railway_Administration_EMU_206_Banqiao_1989.jpg
Bild 17: Ein historisches Bild aus dem Jahre 1989 zeigt den dreiteiligen EMU206 mit zwei weiteren Exemplaren der Baureihe EMU200 im Bahnhof von Banqiao. Zwischen 2002 und 2004 wurden die ursprünglich 1988 bei UCW in Südafrika gebauten Triebwagen komplett überarbeitet und firmieren seither unter der Baureihe EMU1200 (Photo by Thyristorchopper / CC BY-SA (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0) via Wikimedia Commons).


https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/6/60/TRA_EMU300_Tze-Chiang_Ltd-Exp_Hsinchu_Sta_20160915.jpg/1024px-TRA_EMU300_Tze-Chiang_Ltd-Exp_Hsinchu_Sta_20160915.jpg
Bild 18: Bilder der Baureihe EM300, die 1988 bei Socimi in Italien gebaut wurden, sind auch bald historisch, denn diese Baureihe soll demnächst auch aus dem Dienst scheiden. Das Bild zeigt drei unbekannte Garnituren am Bahnhof von Hsinchu (Photo by Cassiopeia sweet / Public domain via Wikimedia Commons).


https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/2/2e/TRA_EM410_at_Xike_Station_20150103.jpg/1024px-TRA_EM410_at_Xike_Station_20150103.jpg
Bild 19: Auch die Baureihe EMU400 ist bereits aus dem aktiven Plandienst ausgeschieden. UCW aus Südafrika lieferte 1990 insgesamt 12 vierteilige Züge für den Pendlerverkehr. Es waren die ersten elektrischen Triebwagen für den Nahverkehr, die bisherigen Triebwagen wurden speziell für den Fernverkehr gebaut. Als das Bild 2015 vom EMU410 (UCW, 1990) am Bahnhof Xizhi entstand, waren die Triebwagen noch im Dienst (Photo by billy1125 / CC BY (https://creativecommons.org/licenses/by/2.0) via Wikimedia Commons).


https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/7/73/TRA_EMU500_EM537_Xizhi_20130807.jpg/1024px-TRA_EMU500_EM537_Xizhi_20130807.jpg
Bild 20: Die Baureihe EMU500 ist dagegen noch im Einsatz. Daewoo lieferte zwischen 1995 und 1997 insgesamt 86 vierteilige Triebwagenzüge für den Nahverkehr. Die Züge wurden inzwischen modernisiert, das Bild zeigt EMU537 (Daewoo, 1995/97) am Bahnhof Xizhi (Photo by Rsa / CC BY-SA (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/) via Wikimedia Commons).


https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/9/95/TRA_EMU600_EM605_Xizhi_20130807.jpg/1280px-TRA_EMU600_EM605_Xizhi_20130807.jpg
Bild 21: Auch die Baureihe EMU600 wurde unverkennbar für den Nahverkehr beschafft. Rotem aus Südkorea lieferten 2001 insgesamt 14 vierteilige Triebwagenzüge nach Taiwan. Das Bild zeigt EMU605 (Rotem, 2001) am Xizhi (Photo by Rsa / CC BY-SA (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/) via Wikimedia Commons).


https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/8/8f/TRA_EMU1200_at_Taichung_Station_20130807.jpg/1024px-TRA_EMU1200_at_Taichung_Station_20130807.jpg
Bild 22: Aus 30 Waggons der Baureihe EMU200 (siehe Bild 17) entstanden zwischen 2002 und 2004 durch Modernisierung drei neunteilige Triebwagen, die als Baureihe EMU1200 eingereiht wurden. Wenn man die Bilder 17 und 22 vergleicht, erkennt man, dass es nicht nur kosmetische Änderungen bei der Modernisierung gab. Das Bild entstand 2013 am Bahnhof Taichung, wird aber auch bald historisch sein, denn die Baureihe EMU1200 soll demnächst aus dem Dienst scheiden (Photo by Rsa / CC BY-SA (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/) via Wikimedia Commons).


https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/9/9d/TRA_EMU700_EMC728_Xizhi_20130807.jpg/1024px-TRA_EMU700_EMC728_Xizhi_20130807.jpg
Bild 23: Gerade mal fünf Jahre war der Triebwagen EMU728 (Nippon Sharyo, 2007) alt, als er 2013 am Bahnhof Xizhi abgelichtet wurde, aber das feuchte Klima und das Meer haben den Wagen schon zugesetzt. Nippon Sharyo lieferte 2007 insgesamt 40 dieser vierteiligen Züge nach Taiwan. Eingesetzt werden sie im Pendlerverkehr (Photo by Rsa / CC BY-SA (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/) via Wikimedia Commons).


https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/1/18/TRA_TEMU1000_TED1007_Xizhi_20130807.jpg/1024px-TRA_TEMU1000_TED1007_Xizhi_20130807.jpg
Bild 24: So sieht ein taiwanesischer Wackeldackel aus. Nach fast 30 Jahren wurden auch mal wieder neue elektrische Triebwagen für den Fernverkehr bestellt. Um auf den insbesondere an der Ostküste sehr kurvigen Strecke die Geschwindigkeit zu erhöhen, beschaffte man 2007 bei Hitachi insgesamt 12 vierteilige Triebzüge mit eingebauter Neigetechnik, die auf der japanischen Baureihe JR Kyushu 885 basieren, und reihte sie als TEMU1000 ein. 2014 wurden dann nochmals vier Triebzüge nachbestellt. Das Bild zeigt TEMU1007 (2007, Hitachi) und ein weiteres, unerkannt gebliebenes Exemplar im Bahnhof Xizhi (Photo by Rsa / CC BY-SA (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/) via Wikimedia Commons).


https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/f/fa/TRA_TEMU2028_at_Hsinchu_Station_20170130.jpg/1024px-TRA_TEMU2028_at_Hsinchu_Station_20170130.jpg
Bild 25: Ursprünglich wollte man bei Hitachi 24 Triebzüge der Baureihe TEMU1000 bestellen. Nach Lieferung der ersten Hälfte der Exemplare konnte man sich aber für den zweiten Teil nicht auf einen Preis einigen, so dass eine neue Ausschreibung erforderlich wurde. Die gewann dann Nippon Sharyo, die dann ab 2012 insgesamt 34 vierteilige Triebzüge mit Neigetechnik nach Taiwan lieferten, wo sie als TEMU2000 eingeordnet wurden. 2014 wurden dann nochmals vier Exemplare nachbestellt. Eines der 38 Exemplare ist nach einem schweren Zugunglück mit 18 Toten 2018 außer Betrieb. Das Foto zeigt TEMU2028 (Nippon Sharyo, 2012) und ein weiteres, unerkannt gebliebenes Exemplar am Bahnhof Hsinchu (Photo by 林昱維 / CC BY-SA (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0) via Wikimedia Commons).


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Bild 26: Für den wachsenden Pendlerverkehr wurden zwischen 2014 und 2017 nochmals 86 vierteilige Triebwagenzüge bei Nippon Sharyo und TRSC beschafft, die unter der Baureihe EMU800 einsortiert wurden. Das Bild zeigt EMU827 (Nippon Sharyo/TRSC, 2014/17) (Photo by Rsa / CC BY-SA (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/) via Wikimedia Commons).


https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/c/c1/%E5%8F%B0%E9%90%B5EMU900%E5%9E%8B%E9%9B%BB%E8%81%AF%E8%BB%8A.jpg/1024px-%E5%8F%B0%E9%90%B5EMU900%E5%9E%8B%E9%9B%BB%E8%81%AF%E8%BB%8A.jpg
Bild 27: Neuester Zugang bei der TRA in Sachen elektrischer Triebwagen ist die Baureihe EMU900. Erste Testexemplare wurden wohl 2019 von Rotem geliefert, bis 2023 sollen insgesamt 52 der zehnteiligen Triebzüge ausgeliefert werden (Photo by Taiwan Railways Administration / Attribution via Wikimedia Commons).



Damit ist auch das Kapitel Triebwagen wie auch das Thema Staatsbahn für diese Beitragsreihe abgeschlossen. Weiter geht es dann in den nächsten Berichten mit weiteren Bahnen auf Taiwan. Als erstes schauen wir uns die Waldbahnen an, ein höchst interessantes Kapitel: in spektakulären Streckenführungen erreichten die Waldbahnen auf Taiwan teilweise Höhen von über 2.600m. Einige waren noch bis Ende der 1980er-Jahre im Regelbetrieb und mit der Alishan Forest Railway hat eine der vielleicht spektakulärsten Eisenbahnen der Welt sogar überlebt und bietet heute Touristenbetrieb an. Ich würde mich also sehr freuen, wenn ihr dann wieder dabei seid.

Herrlich...

geschrieben von: Hubert G. Königer

Datum: 09.04.21 11:30

..., da lacht einem Triebwagenfreund das bypass-gespickte Herz im Leibe, und er greift nach Härtstropfen, die nicht im Diätplan stehen. Danke für diese sorgsam erstellte und sehr interessante Studie!
Viele Grüsse, Hubert.

Wer quer denkt, zeigt, dass er nichts denkt..
Bekannte Tatsache

Re: [TW] 5.4.5 Elektrotriebwagen

geschrieben von: schroed2

Datum: 16.04.21 10:03

kleine Anmerkung: bei den EMU500 war auch Siemens als Lieferant u.a. der Antriebsausrüstung beteiligt

Re: [TW] 5.4.5 Elektrotriebwagen

geschrieben von: AS78

Datum: 16.04.21 16:16

Soweit ich erinnere, konnte (kann?) der einschlägig geneigte japanische Herr getragene Damenunterwäsche praktischerweise auch aus dem Automaten ziehen. Spitzenpreise waren dabei mit Höschen zu erzielen, die Menstruationsrückstände aufwiesen. Mir persönlich haben die ubiquitären Getränke- und Bierautomaten (mit Zeitschloß für die Whiskey Ausgabe für die ungefestigte japanische Jugend) weit mehr zugesagt.

Eigentlich interessieren mich Triebwagen eher weniger und das Taiwanesische Eisenbahnwesen nur am Rande. Aber daß es hier noch Kollegen gibt, die umfangreiche, prall mit Fakten gefüllte Beiträge verfassen, ist eine so große Freude, daß ich mir diese hier zu äußern erlaube.

Begeisterte Grüße

http://www.drehscheibe-foren.de/foren/file.php?99,file=80544      AS78

Vielen Dank

geschrieben von: Flo1979

Datum: 16.04.21 21:34

Hallo Hubert, schroed2 und AS78,

vielen Dank für das Lob und die Ergänzungen. Die Eisenbahnen auf Taiwan sind schon ein exotisches Thema (war es für mich bis vor ein paar Monaten ja auch). Umso mehr freut es mich, dass meine Beiträge hier dennoch den einen oder anderen interessierten Leser finden. Nächste Woche schaffe ich es dann hoffentlich, den Beitrag über die Waldbahnen hier im Forum einzustellen.

Viele Grüße