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Die Berliner M-Bahn (Teil 8 meine Ergänzung)

geschrieben von: vierachser

Datum: 07.04.21 22:01

Hallo Thomas,
erst mal vielen Dank für die 7 Teile Deines M-Bahn-Berichtes.
Kurze Erklärung, warum ich mich mit einem 8.Teil dranhänge. Da ich mich nicht dazwischen drängen wollte,
ich auch nicht wusste wie viele und was Du uns von der M-Bahn noch zeigst, hat mich erst einmal abwarten lassen.
Da Du jetzt aber durch bist, wollte ich mich allerdings nicht unten dranhängen. Dann wären diese Bilder wohl unter gegangen.
Auch wenn das keine schönen Bilder sind, bin ich doch der Meinung man sollte sie hier zusammen mit Deinen Bildern zeigen sollte.

In der Nacht von 17. zum 18. April 1987 verübten damals unbekannte Täter einen Brandanschlag auf die M-Bahn im
Bahnhof Gleisdreieck. Dabei wurden die Wagen 01+02 schwer beschädigt.
Als ich zufällig am 21.04.1987 am Bahnhof Gleisdreieck vorbei kam, räumte man gerade den letzten der beiden beschädigten
M-Bahn Wagen (01) aus dem Bahnhof. Da hatte ich keine Zeit mehr die Kamera entsprechend einzustellen, daher die schlechte Qualität.


M_Bahn 01 Gleisdreieck nach Brandanschlag 1987_04_21 JBr Bild1.jpg

Bild 1: Der schwer beschädigte Zugang am Bahnsteig. Dahinter sieht man den Wagen 01


M_Bahn 01 Gleisdreieck nach Brandanschlag 1987_04_21 JBr Bild3.jpg

M_Bahn 01 Gleisdreieck nach Brandanschlag 1987_04_21 JBr Bild2.jpg

Bild 2+3: Wartungsfahrzeug 05 zieht den schwer beschädigten 01 aus dem Bahnhof


M_Bahn 03 Gleisdreieck 1987_04_21 JBr.jpg

Bild 4: Draußen stand der Wagen 03


M-Bahn.jpg

Bild 5: In meiner Sammlung befindet sich auch Aufkleber im DIN A4-Format.

Ich hoffe meine kleine Ergänzung findet trotzdem Gefallen

Gruß vom vierachser

Re: Die Berliner M-Bahn (Teil 8 meine Ergänzung)

geschrieben von: TX1

Datum: 07.04.21 22:40

vierachser schrieb:
In der Nacht von 17. zum 18. April 1987 verübten damals unbekannte Täter einen Brandanschlag auf die M-Bahn
Auf jeden Fall interessante Ergänzung.
Auf [www.berliner-verkehrsseiten.de] steht, dass noch ein zweiter Anschlag mit erheblichem Aufwand versucht wurde.

Weiß man heute, was die Täter damit erreichen wollten? Mir würde jetzt nur Zerstörungswut einfallen.

Re: Die Berliner M-Bahn (Teil 8 meine Ergänzung)

geschrieben von: Mathias Hiller

Datum: 08.04.21 01:20

TX1 schrieb:
Auf jeden Fall interessante Ergänzung.
Auf [www.berliner-verkehrsseiten.de] steht, dass noch ein zweiter Anschlag mit erheblichem Aufwand versucht wurde.
Erwähnenswert für das Kapitel M-Bahn ist der auf BVS genannte Betriebsunfall vom 19.12.1988 – von Kritikern garstig als „großer Durchbruch in der Magnetbahn-Technologie“ geziehen.

Sehr viel später, bei der Einführung der sogenannten Metro-Linien, erschien in verschiedenen Tageszeitungen eine BVG-Beilage, in der sinngemäß erklärt wurde, wie die BVG zum M kam – oder gekommen sein wollte. Die Magnetbahn fand dabei keinerlei Erwähnung …

Re: Die Berliner M-Bahn (Teil 8 meine Ergänzung)

geschrieben von: Harkort

Datum: 08.04.21 08:46

TX1 schrieb:
Weiß man heute, was die Täter damit erreichen wollten? Mir würde jetzt nur Zerstörungswut einfallen.

Ich weiß es nicht, aber ich sehe eine zeitliche Nähe zum 01. Mai 1987: ziemlich genau zwei Wochen vorher.
Der war nämlich der Erste unter dem damals neuen rot-grünen Senat, wo es in Kreuzberg dann auch erstmalig
die berühmt-berüchtigten Krawalle gab.

Tja.

Gruß, Harkort

Re: Die Berliner M-Bahn (Teil 8 meine Ergänzung)

geschrieben von: Meganium

Datum: 08.04.21 09:21

Den Brandanschlag selbst wird man wohl nie aufklären können, vor allem die Motive. Gab es da eigentlich ein Bekennerschreiben oder so etwas? Oder Videoaufnahmen, wo man sehen konnte, wie jemand gezündelt hat?
vierachser schrieb:
Bild 5: In meiner Sammlung befindet sich auch Aufkleber im DIN A4-Format.
Der ist ja fast noch interessanter, als die Brandruine. Das Bild ist ja augenscheinlich in Berlin entstanden, aber zeigt eine Kabine der 80/2 noch ohne Fronttür und SchaKu.

Danke für diese Ergänzung.

Grüße

-chriz

--
Rückfragen ersparst du dir oft viel, nennst du sofort dein Reiseziel.

Re: Die Berliner M-Bahn (Teil 8 meine Ergänzung)

geschrieben von: Nord_süd_bahn

Datum: 08.04.21 13:19

Meganium schrieb:
Den Brandanschlag selbst wird man wohl nie aufklären können, vor allem die Motive. Gab es da eigentlich ein Bekennerschreiben oder so etwas? Oder Videoaufnahmen, wo man sehen konnte, wie jemand gezündelt hat?
Das waren Vorboten der IWF/Weltbanktagung im Jahre 1988, da waren noch andere Zerstörungsakte zu beklagen -allerdings mit weniger Aufsehen.

MfG die Nordsüd S-Bahn

Re: Die Berliner M-Bahn (Teil 8 meine Ergänzung)

geschrieben von: TX1

Datum: 08.04.21 20:37

Nord_süd_bahn schrieb:
Meganium schrieb:
Den Brandanschlag selbst wird man wohl nie aufklären können, vor allem die Motive. Gab es da eigentlich ein Bekennerschreiben oder so etwas? Oder Videoaufnahmen, wo man sehen konnte, wie jemand gezündelt hat?
Das waren Vorboten der IWF/Weltbanktagung im Jahre 1988, da waren noch andere Zerstörungsakte zu beklagen -allerdings mit weniger Aufsehen.
So ganz erschließt sich mir nicht, wie man damit etwas erreichen will. Wer fit genug ist, mal eben 200 Liter Brennstoff zu transportieren und nicht erwischt zu werden, kann auch politisch wirksame Maßnahmen im legalen Rahmen ausführen.

Aber irgendwie fällt das denen schwer, die im fundamentalen Konflikt mit der Gesellschaft stehen, siehe L'Insurrection qui vient: innovativ und sprachlich elegant beobachtet, aber am Ende nur Gewalt als Lösung. Das Buch wird übrigens im Kontext von Eisenbahnattentaten in Frankreich gesehen, ist also nicht komplett am Thema vorbei.

Re: Die Berliner M-Bahn (Teil 8 meine Ergänzung)

geschrieben von: Eurocity341

Datum: 08.04.21 21:26

Hallo!

Den ersten rot-grünen Senat gab es erst ab Frühjahr 1989, als Walter Momper zum Regierenden Bürgermeister gewählt wurde. 1987 wurde noch von Eberhard Diepgen (CDU) mit der FDP regiert.

Zur M-Bahn: das war natürlich auch von außerhalb ein interessantes Thema. Ich habe die Fahrten nicht miterleben können, da wir im November 1989 in Wedding in den Westteil der Stadt kamen. Im TV könnten wir in Cottbus dennoch miterleben, wie es mit diesem Verkehrsmittel weiterging. Der SFB mit der Berliner Abendschau war ja bei uns problemlos empfangbar.

Dennoch bleibt die M-Bahn ein interessantes Kapitel Berliner Verkehrsgeschichte. Das das Ende so schnell vonstatten ging, ahnte man vor 1989 natürlich nicht. Dennoch weise, im Vertrag gleich eine Klausel einzuarbeiten, falls man die U-Bahn wieder brauchen sollte, was ja dann auch geschah.

Danke vielmals für diesen interessanten Rückblick!

Kai-Uwe, der "Cottbuser"

Mit freundlichen Grüßen

Der Cottbuser




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 08.04.21 21:26.