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 04 - Historisches Forum 

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Bilder, Dokumente, Berichte und Fragen zur Vergangenheit der Eisenbahn und des öffentlichen Nahverkehrs - Bilder vom aktuellen Betriebsgeschehen bitte nur im Zusammenhang mit historischen Entwicklungen veröffentlichen. Das Einstellen von Fotos ist jederzeit willkommen. Die Qualität der Bilder sollte jedoch in einem vernünftigen Verhältnis zur gezeigten Situation stehen.
Dies ist KEIN Museumsbahnforum! Bilder, Meldungen und Fragen zu aktuellen Sonderfahrten bitte in die entsprechenden Foren stellen.
Vorbemerkung: Was jetzt kommt, ist tatsächlich "ernst gemeint". Ich würde so gerne wissen, "wo war ich". Es gibt aber kein Foto, das es zu erkennen gibt. Nur den Versuch, Bilder aus meinem Kopf zu beschreiben und daraus eine Lösung zu finden. Und es gibt hier eigentlich nur Text. Damits nicht so eintönig wird, ein paar Fotos, die im weitesten Sinne dazu passen....



Berlin – Klassenfahrten waren hier schon mehrfach und von verschiedenen Autoren Gegenstand der Betrachtung. Auch ich hab meine Erlebnisse hier schon präsentiert.

Heute jedoch will ich über diesen „Schulklassiker“ der West-Abschlussklassen weniger berichten, als eine detektivischer Frage damit verbinden. Kurz gesagt: Wo war ich nur?

Eigentlich leben meine Erzählungen ja von meinem guten, fast fotografischem Gedächtnis. Ohne aber in die Gehirnforschung einsteigen zu wollen, offensichtlich bedürfen diese „Erinnerungen“ aber ein paar „Fakten“ und „Aufhänger“, um sich nach Jahrzehnten noch richtig einordnen zu lassen. Fotos zum Beispiel ermöglichen es einem, das Drumherum einer Szene auch nach langer Zeit wieder wie einen Film abspielen zu lassen. Offensichtlich wird es aber immer nebulöser, je weniger man in der damaligen Situation „zu Hause“ war. Sprich – wenn man schon damals mit den Umständen nichts verbunden hat, keine Vorinformationen fixiert waren und keine Fotos gemacht wurden – dann kann es u.U. ganz schön dünn werden mit den "Erinnerungen".

Dies trifft nun ausgerechnet auf den Eisenbahn-Teil meines damaligen Ost-Berlin-Besuchs zu. Ich wollte im Osten Dampfbetrieb sehen, hatte mich darauf aber überhaupt nicht vorbereitet und eigentlich auch keinen blassen Schimmer, wo das im Rahmen eines Tagesaufenthalts sinnvoll und erlaubt wäre. Ich hatte keinen Plan, überhaupt keinen – aber ich setzte ihn um.

Heute kenn ich Berlin wie meine Westentasche (….Ostentasche….) und schon im Laufe der 80er Jahre näherte ich mich dieser Stadt bei vielen Besuchen immer mehr an. Doch dieser erste Besuch im Juli 1980 in Ostberlin bleibt für mich rätselhaft. Vielleicht kann ich ihn mit Eurer Hilfe ein wenig „aufhellen“ und meinen "Erinnerungsfilm" wieder zusammenkleben.

Dennoch, kurz doch eine kleine Erzählrunde. Der Berlin-Aufenthalt unserer 10bG (G stand für "Gemischt", weil im katholischen Bayern noch ganz gerne Klassen nach Geschlecht sortiert waren) aus Weilheim/Obb war bestens organisiert, wie ich heute in der Retrospektie von über 40 Jahren sagen kann. "Wie für mich gemacht" wohnten wir quasi direkt an der Siemens-Güterbahn und ich konnte die Lok 3, die Stiefschwester zu E69 04 tatsächlich aus meinem Zimmer heraus beim Rangieren beobachten. Der Anhalter Portikus wurde ebenso wenig ausgelassen, wie Kreuzberg(damals noch ein achaischer Kiez), die Yorckbrücken und die Potsdamer Straße, fast an Christiane F.´s S.O.U.N.D vorbei. Mein erster "Disko"-Besuch (im Riverboot am Fehrbelliner Platz)- ich selbst hätte damals nicht gedacht, heute Mitglied der Berliner Clubcommision zu werden und die Clubmarken mehrer wichtiger Clubs zu besitzen. Beim "Bummeln" faszinierte uns natürlich das Europcenter und besonders das Ku-Damm-Eck mit seinen verwinkeltem Innenleben. Also - nicht nur die Postkarten-Motive Berlins, sondern offensichtlich von kenntnisreichen Lehrern durchaus ein Blick in den Alltag der Mauerstadt, die am Anfang der wilden 80er stand. Natürlich gab es auch das Pflichtprogramm: Reichstag, Politischer Vortrag im Amerikahaus, Mauer..... und den Tag in Ost-Berlin.

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Das einzige Foto in diesem Beitrag, das tatsächlich im Juli 1980 entstanden ist. Nur wenige Schritte von unserem Wohnheim entfernt, war das Kabelwerk von Siemens, in dem mir, wie auf Bestellung, die Lok #3 vor die Kamera lief. Beziehungsweise lief ich ihr an einem Vormittag hinterher.... (die Tage in Berlin müssen 30 Stunden/Tag gehabt haben, bei dem, was ich alles reinpacken konnte)

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Schon bei unserer Stadtrundfahrt, vom Anhalter kommend, unter dem Kreuzberg vorbei und dann durch die Yorckbrücken fand ich das Gelände im Vorlauf von Potsdamer- und Anhalterbahnhof faszinierend. Ist es bis heute, auch wenn in den 80er hier noch reine Eisenbahnnostalgie vorherrschte. Doch auch das "Heute" mit dem quirlligen Park am Gleisdreieck ist dies ein wunderbarer Platz, der nicht schöner sein könnte. Welch ein Edelstein, eine grüne Bresche in der Stadt mit so viel Eisenbahn-Historie..Aufnahme 1989

Ost-Berlin
Auch hier stand "Pflicht" auf dem Programm: Bus-Stadtrundfahrt mit einer vom Staat gestellten Ost-Reiseführerin (die muss derart beeindruckend gewesen sein, das ich nichts, aber auch gar nichts mehr davon weiß...), Museumsinsel, Mittagessen im Opern-Cafe, Palast der Republik (sehr beeindruckend: mein erster Coktail an der Bar) . Und trotz dieses strammen Programmes, uns blieb ein mehrstündiges Zeitfenster "zur freien Gestaltung". Ich scharrte meine Hauptbezugspersonen um mich und verkündete, ich wolle "Dampfloks" sehen. Für diesen Teil der Eisenbahn hatte ich kein besonderes Interesse - wohl "mangels Masse". Als Oberbayer liebte und lebte man mit Altbau-Elloks. Dampf war ein "theoretischer " Wert und die erste große Deutschland-Tour im Sommer 1978 war definitiv ein Jahr zu spät, um noch einen Blick darauf zu erhaschen.
Die Lektüre der einschlägigen Eisenbahn-Postillen war - lästigerweise - aber immer noch voll mit Berichten über den todgeweihten Dampfbetrieb. Natürlich focusiert auf die DDR und seine Reichsbahn. Und da las man halt, auf der Suche nach E-Lok-Meldungen, durchaus ein wenig mit. Das rund um Berlin noch Dampfbetrieb zu erleben war, das es Güterbahnhöfe und Bw´s mit schwarzen Riesen noch gab, soweit war ich informiert. Sowas wollte ich also auch mal sehen, live und in Farbe.
Vorbereitet habe ich mich darauf nicht. Ich musste aus der Situation heraus also entscheiden, was zu tun ist. Was kann man kurzfristig erreichen, auf welchen "Namen" im Streckenplan würde ich anspringen?
Ich weiß es nicht mehr. Ich weiß nicht mehr, wo ich hingefahren bin. Lange hatte ich vermutet, ich wäre nach Schöneweide gefahren. Wäre wohl auch keine schlechte Idee gewesen. Schöneweide, das wird es wohl gewesen sein. Als ich nach dem Mauerfall recht schnell den Osten unter anderen Bedingungen erkundigen konnte, wurde mir schnell klar. Ich bin nie zuvor mit der S-Bahn zum Ostbahnhof, zur Warschauer Straße gefahren. Ich war auch nie zuvor in Schöneweide - das war alles ganz anders, wie meine Erinnerung an diesen Ausflug. Die waren nämlich folgende:

Der ungeplante Ausflug begann am Alex. Am Ziel angekommen stiegen wir in einer kleinen Bahnhofshalle aus. Wir gingen rückwärtig aus diesem Hochbahnhof heraus. Denn mit einer "oben fahrenden" U-Bahn (wohl in einem Al-Zug) sind wir hierher gefahren. Mein Erinnerungsfragment spuckt einen Bahnhof wie Eberswalder Straße oder Schönhauser Allee aus. Was natürlich nicht stimmt, weil da würde dann ja der "Dampflok-Bahnhof" fehlen. Wir sind also aus der Bahnhofshalle raus, und rechterhand (Fahrrichtung Stadtauswärts) konnte man ein Bahngelände sehen. Und Dampfloks. Experiment geglückt - zurück zum Alex. Zurück zur Klasse, zurück in den Westen.

Wo also war ich? Inzwischen habe ich einen Verdacht. Das Ziel muss einen "klingenden Namen" gehabt haben, sonst hätte ich ja gar nicht gewusst, warum ich da hin will. Und nachdem es Schöneweide nicht war, fällt mir nur noch ein Name ein: "Pankow". Da würde U-Bahn, Hochbahn passen. Ein größeres Bahngelände, rechts von der U-Bahn, auch. Nur - zumindest heute ist Pankow ja keine Bahnhofshalle. Aber wie war das im Sommer 1980? Wird schon eine Halle gehabt haben, damals. Happy End. Happy End? Denkste.....

Die U-Bahn fuhr damals ja nur bis zur Vinettastraße. Wenn sich keine größeren geologischen Verschiebungen ereignet haben, dann gab es am damaligen Endbahnhof auch keinen Rangierbahnhof in Sichtweite.

Nun stehe ich also immer noch ratlos da. Mit ein paar Erinnerungsfragmenten. Aber nichts passt zusammen, nichts ergibt einen Sinn.
Vielleicht habt Ihr ein wenig mehr "Idee", wo ich war. Ich kann´s mir fast nicht vorstellen, aber irgendeine Lösung muss es doch geben.....

Ich freue mich, wenn Ihr meine "Traumreise" mitmacht, wenn Ihr Ideen oder Spekulationen beitragen könnt, oder, wenn ihr das alles nur ganz "irre" findet. Ich auch.... -:)

Bernd
PICT0454.JPG
Doch noch Dampf in Berlin.... Und da, weiß ich sogar, wo es war. Witzleben mit 18 201, einem ganz großen Star bei den Berliner Dampffahrten


Bernd Mühlstraßer

Ein paar VIDEOS der BAUREIHE E69 - hier:

[www.youtube.com]

oder wie wär´s mit der E69-Facebook-Seite unter dem Suchbegriff: Die Baureihe E69




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 07.04.21 19:28.
"Und nachdem es Schöneweide nicht war, fällt mir nur noch ein Name ein: "Pankow". Da würde U-Bahn, Hochbahn passen."

In Pankow ist die U-Bahn aber unten und die S-Bahn oben. Zwischen Schönhauser Allee und Vinetastraße geht es runter: [goo.gl] , hier geht es rein [goo.gl] und S Vinetastraße ist unter der Erde: [goo.gl] . Auch in Pankow ist die U-Bahn unten: [goo.gl] .
Hallo,
das einzigste Bahngelände, welches im östlichen Berlin mit der Hochbahn (Kleinprofil U-Bahn) erreichbar war, ist der S-Bahnhof Schönhauser Allee und der dortige Abschnitt des Innerings gewesen. Der U-Bahnhof war/ist eine Halle, von dem es über Treppen zur Straße sowie zum tieferliegenden S-Bahnhof ging.
Dampfverkehr war dort durchaus noch zu beobachten. Alle weiteren Bahnanlagen in der Nähe waren nur mit Weiterfahrt mit der S-Bahn sowie der Bimmel (Pankow) von dort zu erreichen.
Gruß aus Berlin Biesdorf
Lutz

War (niederl. für wo?)

geschrieben von: TransLog

Datum: 07.04.21 20:49

Hallo Bernd,

spannende Erinnerungen...

Na klar, bei Euch gab's keinen Dampf sondern alte Elloks. Man liebt ja was man kennt. ;-)

Vom Alexanderplatz gab es ja nur eine U-Bahn-Linie, die (abgesehen vom Streckenstummel nach "Thälmannplatz" meist als Hochbahn Richtung Pankow (Vinetastr.) führte. Eberswalder Str. hieß damals noch Dimitroffplatz.

Du wirst einen Streckenübersichtsplan gesehen haben und in Dimitroffstr. zur S-Bahn umgestiegen sein.

Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen: Es war 1980 und ein junger Eisenbahnfan aus dem Westen hatte keinen Bock auf Dampfloks...

Gruß aus Berlin,
Ulrich

Re: War (niederl. für wo?)

geschrieben von: Bellevue

Datum: 07.04.21 21:20

Sorry Ulrich,

da ist Dir wohl was durcheinander geraten... Dimitroffstraße war nicht der Umsteigebahnhof zur S-Bahn, sondern Schönhauser Allee. So sah das Ost-Netz aus (zwar nicht 1980, sondern 1985, das macht hier aber keinen Unterschied):

Netzplan Ost-Berlin 1985.jpg

Viele Grüße
Thomas

Re: War (niederl. für wo?)

geschrieben von: Türen schließen selbsttätig

Datum: 07.04.21 23:08

....ja, Bernd, es gibt eigentlich keine andere Deutungsmöglichkeit als die Schönhauser Allee. Es gibt keine ander Hochbahnstation, an der die S-Bahn / Eisenbahn gekreuzt wird. Danach kommt ja schon Vinetastraße, der damalige Endbahnhof, der aber schon wieder unter der Erde liegt. Und auch weit entfernt von "Sichtweitenabstand" zum S-Bahnhof Pankow liegt. Da bewegte sich in den letzten Jahren des Dampfbetriebs gar nicht so wenig zwischen 2'C1' und 1'E....:) Aber das wurde ja eigentlich schon geschrieben.

Ich wollte besonders dieses Phänomen der Klassenfahrten nach Berlin nochmal würdigen - wegen einer "Ehrenrunde" in der 10. (oder 11.?) kam ich zweimal in den Genuss einer solchen....:) Und immerhin einmal war da noch ein weiterer Ferrophiler dabei, den man nicht erst zu einem Ausflug in die entlegenen, aber dampfhöffigen Randbereiche der Hauptstadt drängen musste, sondern der gleich freiwillig mitkam. Ich war, zahlreichen DäDeRäh-Reisen sei Dank, da bereits mit den Gepflogenheiten und Rahmenbedingungen vertraut, er hingegen nicht, weswegen er ein wenig unter Strom stand hinsichtlich einer doch recht stark in Richtung "gleich kommen sie und sacken uns ein" belasteten Erwartungshaltung.... Nun, "sie" sackten uns nicht ein, weil "sie" nicht kamen, aber leider taten es ihnen die Dampfloks bis auf Restgrößen in homöopathischer Größenordnung gleich.... Altglienicke war damals bei uns der Schauplatz des Geschehens. Dazumal gab es an den Straßen an der Stadtgrenze noch die besetzten Posten, von denen ich nicht sagen kann, ob und wie die Kontrollen vornahmen. In der S-Bahn habe ich solche Kontrollen nur einmal erlebt, was aber zumindest sagt: es gab sie.

Ich war ja damals schon divers orientiert, soll heissen: ich fand Eisenbahn UND Straßenbahn geil...:) Leider blieb's bei den Straßenbahnen aber fast vollständig beim Mitfahren ohne Fototätigkeit - blöd, nein: saublöd aus heutiger Sicht. Da war eigentlich viel mehr zu holen als bei der Eisenbahn, und das fotografieren war vollkommen problemlos, wenn man sich jetzt nicht gerade die örtliche Stasi-Repräsentanz als Hintergrund aussuchte. Herrlich, diese bleibenden Eindrücke von Gotha-Dreiwagenzügen, bis unter die Decke vollgestopft mit Werktätigen und ihren Anfahrversuchen an Haltestellen, die eher einem permanenten Rädergleiten auf der Stelle entsprachen als fühlbarer Beschleunigung und erkennbarer Ortsveränderung.... Der Sandverbrauch muss enorm gewesen sein! Die Straßenbahnen in West und Ost lagen damals -wir reden hier von der Mitte der 70er Jahre- viel weiter auseinander als die Eisenbahnen. Zweiachserzüge gehörten im Westen da schon zu 99,9% der Vergangenheit an, bewältigten aber im Osten noch immer einen ganz erheblichen Teil des Regelverkehrs in vielen Städten. So auch in Berlin.

Es scheint ja auch hier eine nicht nur aus mir bestehende Gemeinde von Leuten zu geben, die -nein, nicht wegen "sich-um-den-Bund-drücken", sondern aus beruflichen Gründen- nach den Zeiten der Klassenfahrten in Berlin gelandet sind, ich persönlich schon einige Jahre vor Mauerfall auf der Insel. Da hat mich die Eisenbahn dann aber nicht mehr so interessiert -Russendiesel etc. waren halt nicht meine Welt- ausgenommen die S-Bahn in ihren West-Zustand des Tiefschlafs, eine ganz eigene Welt, eine phantastische Gegenwelt, die sich mir in vielen Spaziergängen auf und neben verfallenden und zugewucherten Gleisanlagen, Bahnhöfen und Bahnsteigen ebenso zu liebgewordener Erinnerung formte wie z.B.
der Blick von der Halenseebrücke auf und dann der Besuch im von Streikenden besetzten Stellwerk Halensee in den bewegten Tagen einige Jahre früher. Erlebte Geschichte, Zeiten, die ich nicht missen möchte!
Lif.jpg



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 08.04.21 11:08.

Re: War (niederl. für wo?)

geschrieben von: Würzburger

Datum: 08.04.21 10:16

Ja, jetzt wurde ich geoutet, die Geschichten über Stasi, Volkspolizei und Trapos hatten ihre Spuren hinterlassen.

Der Kleinbürger aus Franken war damals 1974 sehr zwiespältig aufgestellt, aber es ist nichts passiert, selbst in Altglienicke nicht, obwohl wir uns da wohl schon im Grenzbereich des für den Westler betretbaren Bereichs befanden!

In den Achtzigern war ich dann noch drei- oder viermal mit der Unimannschaft Handball in Berlin, da war das Geschehen schon deutlich entspannter, allerdings war ich dann auch ein par Tage älter!

Gruß, Thomas



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 08.04.21 12:08.

Re: War (niederl. für wo?)

geschrieben von: Radiowaves

Datum: 08.04.21 11:37

Türen schließen selbsttätig schrieb:
Danach kommt ja schon Vinetastraße, der damalige Endbahnhof, der aber schon wieder unter der Erde liegt.
Das ist jetzt peinlich, denn ich habe geantwortet, ohne dies zu wissen. Die Zeit, in der ich in S+U Pankow ausstieg, um in eine arbeitsplatzbedingte Behelfsunterkunft in der Grunowstraße zu gelangen, war 2004 und nicht in den 1980er Jahren. Ich hielt Pankow also ganz allgemein für den "schon immer"-Endpunkt der U 2. Dass erst zwischen 1997 und 2000 hier gebaut und schließlich eröffnet wurde, war mir nicht bekannt.

Danke - wieder was gelernt.

Alles nur ein Traum?

geschrieben von: Bernd Mühlstraßer

Datum: 08.04.21 19:45

Hallo Leute,

vielen Dank an alle, die sich die Mühe gemacht haben, sich in den jungen Bernd in Ost-Berlin 1980 hineinzuversetzen....

Mir war eigentlich klar, das es keine Lösung geben würde. Was mich ja wirklich besonders ärgert: Ich hab wirklich ein legendäres Gedächtnis. Bei alten Familiengeschichten kann ich tatsächlich mal beisteuer, was Onkel Ernst vor 53 Jahren für einen Pullover getragen hat, als er Holzhacken war... Und da war ich 4. Warum also krieg ich die Dampfgeschichte nicht mehr zusammen?

Nachdem ich mich bei der ganzen Geschichte noch am Besten an den Aussteigebahnhof erinnern kann, war mir selbst eigentlich klar, das es eine U-Bahn gewesen sein muss. Und da es vom Alex damals nicht soviel Auswahl an U-Bahnlinen gab, musste es einfach die heutige U2 sein. Aber das Ziel passt einfach nicht wirklich. Und das es die Schönhauser war, würde ja bedeuten, das unter mir Dampfloks vorbeigefahren wären. Leider wird hier wird die Erinnerung völlig verschwommen. Ich kann mich eigentlich nur an eine im dampfigen Dunst liegende Gleisfläche erinnern. Die hätte ich aber so nicht erreichen können und meine Spezl hätten mir was gehustet, hätte ich sie zu einen langen Fußmarsch genötigt.

Ich muss wohl akzeptieren, das sich hier eine überraschende Erinnerungslücke in meinem Leben auftut. Gut, das es die schon sehr lange gibt, sonst müsste ich mir allgemein langsam Sorgen machen.

Weil bei den Beträgen die "Angst" vor der Ordnungsmacht angesprochen wurde: Ja, die hatte ich. Die hat mir einiges an "Forschung" in den 80ern in Berlin versaut. Selbst im "Westen", bei der Frage ob man die Fläche am Anhalter (da wo das Tempodrom jetzt steht) erforschen könnte, der Blick auf die E00 am Hamburger Bahnhof, eine ausgedehnte Wanderung über die Yorkbrücken - all das verdarb/verkürzte/verhinderte der große Respekt des oberbayerischen Jugendlichen vor der Ost-Macht.
Das diese nicht unberechtigt war, das zeigte mir allerdings auch die Erfahrung. Der geschilderte Klassenaufenthalt 1980 in Ostberlin war der eigentlich einzige Ost-Besuch, der NICHT zu Problemen mit der Ordnungsmacht führte.
Negativer Höhepunkt war, als ich für mehrere Stunden in den Katakomben an der Friedrichstraße verschwand, weil mich der Zoll/=Stasi als potentiellen Republikflüchtling festgenommen hatte. Ich hatte IMMER Probleme......


Also nochmals vielen Dank für Eure Spurensuche. In erster Linie wollte ich Euch ein wenig unterhalten, nur vage war die Hoffnung, auf eine "Lösung". Ich denke nun mal aus "Wahrscheinlichkeitsgründen": Es war die Schönhauser und ich hab vielleicht gar nicht wirklich was richtig Dampiges gesehen.

Bernd

PICT0493.jpg

1x über die Straße am Alex, da, wo jetzt das ALEXA steht.....

Bernd Mühlstraßer

Ein paar VIDEOS der BAUREIHE E69 - hier:

[www.youtube.com]

oder wie wär´s mit der E69-Facebook-Seite unter dem Suchbegriff: Die Baureihe E69




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 08.04.21 19:50.

Re: Alles nur ein Traum?

geschrieben von: 01 1066

Datum: Gestern, 12:24:27

Bernd Mühlstraßer schrieb:
Mir war eigentlich klar, das es keine Lösung geben würde. Was mich ja wirklich besonders ärgert: Ich hab wirklich ein legendäres Gedächtnis. Bei alten Familiengeschichten kann ich tatsächlich mal beisteuer, was Onkel Ernst vor 53 Jahren für einen Pullover getragen hat, als er Holzhacken war... Und da war ich 4. Warum also krieg ich die Dampfgeschichte nicht mehr zusammen?

[...]

Ich muss wohl akzeptieren, das sich hier eine überraschende Erinnerungslücke in meinem Leben auftut. Gut, das es die schon sehr lange gibt, sonst müsste ich mir allgemein langsam Sorgen machen.

Servus Bernd,

das mit dem "legendären Gedächtnis" habe ich auch (früher bisweilen sehr zum Unwillen meines 2019 verstorbenen Vaters, der auf seine Weise auch ein gutes Gedächtnis hatte - nur eben 29 Jahre älter...), manchmal funktioniert das sogar noch heute (wir suchten nach Namen von Mitgliedern unseres damaligen Sportvereins, nach kurzem Nachdenken fielen sie mir wieder ein).

Aber "Erinnerungslücken" bezüglich Berlin habe ich auch feststellen müssen. Zum Glück wusste ich immer, wo ich war: Berliner Luft 1972 ... (27 Bilder, teils off topic)

Aber bis in die 1990er Jahre (erst von da an war ich häufiger in Berlin) glaubte ich fest daran, dass ich damals tatsächlich verbotswidrig ab Bild 17 die Stadtgrenze von Berlin überschritten hatte. Dem war nicht so, wie ich bei einer späteren Recherche feststellte. Aber ich war lange Zeit fest davon überzeugt!


Fazit: gräm' Dich nicht allzu sehr!