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 04 - Historisches Forum 

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siehe auch:
[CH] SBB-Probelokomotiven Ee 3/4 16301-16302 von 1923 für den Rangierdienst (7B) [www.drehscheibe-online.de]
[CH] SBB-Rangierlokomotiven Ee 3/3 16311-16326 von 1928, genannt Halbschuh (15B) [www.drehscheibe-online.de]
[CH] SBB-Rangierlokomotiven Ee 3/3 16331...16460 von 1930-66 (12B) [www.drehscheibe-online.de]
[CH] SBB-Zweifrequenz-Rangierlokomotiven Ee 3/3 II 16501...16519 (18B) [www.drehscheibe-online.de]
[CH] SBB-Rangierlokomotiven Ee 6/6 16801-16802 von 1952 (8B) [www.drehscheibe-online.de]
[CH] SBB-Rangiertraktoren Te II 221-236 von 1927/33 (8B) [www.drehscheibe-online.de]
[CH] SBB-Rangiertraktoren Te II 237-246 von 1934/39 (18B) [www.drehscheibe-online.de]
[CH] SBB-Rangiertraktoren Te I und Tem I von 1937/57 (26B) [www.drehscheibe-online.de]
[CH] SBB-Rangiertraktoren Te III 121-138 von 1941/49 (20B) [www.drehscheibe-online.de]
[CH] SBB-Rangiertraktoren Tem III 321-365 von 1954/62 (24B) [www.drehscheibe-online.de]
[CH] SBB-Rangiertraktoren Te II, Te III, Te IV und Tem II von 1965/80 (14B) [www.drehscheibe-online.de]
[CH] SBB-Benzintraktoren von Breuer und anderen Herstellern, 1921-31 (9B) [www.drehscheibe-online.de]
[CH] SBB-Benzintraktoren von Raco Regensdorf, Teil 1, Bauarten 1921-35 (5B) [www.drehscheibe-online.de]

1935-39 baute die Maschinenbaufirma Robert Aebi Raco in Regensdorf 24 neu entwickelte Traktoren Tm 321-329 und Tm 511-525 mit 40 PS-Benzinmotor Bauart Zürcher und 4-Gang-Getriebe für die Schweizerischen Bundesbahnen SBB. Die 4,95 m langen Fahrzeuge wogen 5,5 t. Die als Typ RA 11 bezeichneten Fahrzeuge waren deutlich niedriger gebaut als die Einheitstraktoren, weil der Führerstand nicht über, sondern stirnseitig neben dem Motor eingebaut war. Die überdachte Ladefläche wurde beibehalten, die Rangierplattform entfiel, bemerkenswert war die Rückkehr vom Kardan- zum Kettenantrieb. Obwohl sie vom Aufbau her eher für den Baudienst geeignet waren, kamen auch Tm 321-329 schon 1940/42 als Tm 526-534 zum Stationsdienst. 1964 waren die letzten Stationstraktoren dieser Bauart in den Bahnhöfen Andelfingen, Brügg BE, Reconvilier, Arnegg, Courtelary, Steckborn und Le Pont eingesetzt. Sie wurden bis Ende 1965 alle verkauft oder abgebrochen.

Die Maschinenfabrik und Eisengiesserei Ed. Metzger AG in Kallnach übernahm im September und Dezember die SBB-Traktoren Tm 522 und Tm 534 ex 324 von 1936/37 und setzte sie noch über 20 Jahre lang ohne sichtbare Betriebsnummer ein, wobei der eine nach 1985 nur noch als Ersatzteilspender diente.
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Im Oktober 1963 kaufte die am Bahnhof St. Gallen Haggen ansässige Stahlbaufirma Debrunner&Cie. AG die beiden SBB-Traktoren Tm 529 ex 327 von 1937 und Tm 533 ex 323 von 1936. Tm 533 wurde schon 1964 an die Bodensee - Toggenburg-Bahn BT weitergereicht. Als Tm 8 fuhr der alte Raco-Traktor als letzter seiner Art bis 1996. Bei der BT hatte er einen Hürlimann-Dieselmotor von 45 PS erhalten. BT Tm 8 in Degersheim, Februar 1994. Die BT versah den bisher offenen Führerstand mit Seitenwänden, Türen und Fenstern.
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Der frühere SBB Tm 529 blieb etwa 15 Jahre bei der Firma Debrunner im Einsatz und wurde dann als Ersatzteilspender für Tm 8 an die BT nach Herisau abgegeben.
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1964 übernahm die MO den ausrangierten SBB-Traktor Tm 531 ex Tm 325 von 1937. Bei den SBB hatte er zuletzt in Oberentfelden rangiert, wo die Rollbockgrube der WSB zu bedienen war. Der ohne Motor gekaufte RACO-Traktor erhielt bei der MO einen 3-Zylinder-Dieselmotor von Mercedes-Benz, er diente anfänglich als Inventarstück ohne Betriebsnummer beim MO-Baudienst. Im Industriegebiet von Martigny-Bourg mit seinem rasch wachsenden Netz von Anschlussgleisen fand er ab 1975 als MO Tm 511 ein neues Tätigkeitsfeld. 1983 ging er an die Firma Veuthier in Martigny, 1990 an den Werklokhändler Asper in Küsnacht ZH.
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1948/49 baute Raco eine weitere Serie Benzintraktoren vom Typ RA11 für die SBB. Der Führerstand der Tm 535-542 blieb offen, die Stirnwände erhielten zwei grosse, gummigefasste Fenster anstelle der eckigen Zwillingsfenster. 1965/66 erhielten alle sieben noch vorhandenen Traktoren Mercedes-Benz-Dieselmotoren mit 45 PS. Tm 535 und 539 waren ab 1964/72 als Tm 897 und 899 (1. Besetzung) für interne SBB-Dienststellen im Einsatz. 1976-82 wurden die Raco-Traktoren dieses Typs an Privatbahnen und Firmen verkauft oder abgebrochen. SBB Tm 537 hat im Juni 1973 Sonntagsruhe im Bahnhof Tecknau.
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Im September 1979 verkauften die SBB ihren Tm 537 an die Vereinigten Huttwil-Bahnen VHB, die ihn als Tm 51 (2. Besetzung) im Bahnhof Kleindietwil einsetzten.
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Als letzter Mohikaner blieb Tm 538 bis 1982 in SBB-Diensten, 1978 traf ich ihn im Bahnhof Wynigen BE an. Der Ring auf dem Dach war ein typisches Kennzeichen der RA11 und ihrer Verwandten. Nach Entgleisungen oder in der Werkstätte war immer klar, wo man ansetzen musste...
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Sein Gnadenbrot verdiente Tm 538 1982-92 bei der Mühle Egli in Nebikon.

SBB Tm 536 ging im Juni 1980 an die SZU nach Zürich Giesshübel. Die SZU-Werkstätte verpasste ihm einen geschlossenen Führerstand und einen schicken Anstrich. Als SZU Tm 10 rangiert er den soeben renovierten Personenwagen B 273, Januar 1981.
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1980 diente SBB Tm 540 als Grundlage für den Bau eines Akkutraktors der Vitznau - Rigi-Bahn VRB. Stadler Bussnang verwandelte den alten Raco-Traktor in ein umweltfreundliches Rangierfahrzeug für Werkstätte und Bahnhof Vitznau. Seit über 40 Jahren macht sich VRB Ta 2/2 1 auf der grossen Drehscheibe in Vitznau nützlich.
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1952 baute Raco Regensdorf eine Kleinserie von drei Stationstraktoren mit grundsätzlich gleichem Aufbau wie die Bauart RA11. SBB Tm 301-303 erhielten einen Bedford-Benzinmotor mit 40 PS und ein 4-Gang-Getriebe. Die 5 m langen Fahrzeuge wogen 8 t. Tm 301 wurde schon 1955 ausrangiert, Tm 302-303 zu Tm 543-544 umgezeichnet, Der zuletzt in Aadorf eingesetzte Tm 544 wurde 1969 zum Tm 898 umnummeriert und der Wagenwerkstätte Chur zugeteilt. Wochenendruhe für Tm 898 ex 544, August 1971 (Ausschnittvergrösserung). Das Bild ist ein ausgesprochenes Frühwerk in meiner Sammlung, es entstand knapp vor meinem 15. Geburtstag.
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In der HW Chur wurden die SBB-Einheitswagen I ab 1976 mit Gummiwulstübergängen anstelle der bisherigen Faltenbälge ausgerüstet, die einfachen braunen Stamoidpolster der 2. Klasse wichen komfortableren, rot und grün gefärbten Kunstledersitzbänken nach dem Vorbild der 1965 eingeführten EW II. Tm 898 zieht einen der ersten umgebauten EW I aus der Werkstatt ins Freie. Ein Handwagen der Post und eine mobile Viehverladerampe bereichern die Szene.
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Die Raco-Traktoren von 1952 erhielten als erste ihrer Art einen geschlossenen Führerstand. Dafür blieb die Stirnwand Seite Laderaum fensterlos. 1965 erhielten die beiden Traktoren von 1952 einen Mercedes-Benz-Dieselmotor mit 45 PS.

Zur Vergrösserung des Reibungsgewichts hat Tm 898 Ballast geladen. Am Haken hat er einen der zahlreichen, in Chur aus verkürzten Untergestellen von zwei- und dreiachsigen Personenwagen erbauten Güterzugbegleitwagen mit Spitznamen „Sputnik“. Tm 898 ex 544 wurde im November 1985 ausrangiert.
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1978 wurde der zuletzt in Leuzigen eingesetzte Tm 543 als Tm 899 (2. Besetzung) nach Lugano Vedeggio versetzt, wo er für die Güterwagenwerkstätte der Rollenden Landstrasse tätig war.
https://abload.de/img/2308_85_sbb-tm899-vedfbkhb.jpg

Als Ballast dient eine Rahmenpalette, dicht mit Hemmschuhen beladen. Das Loch in der Stirnwand erleichtert die Sicht auf den Kupplungshaken. Tm 899 ex 543 wurde im April 1987 ausrangiert.
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Fortsetzung folgt.

Gruss, Werner

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2-mal bearbeitet. Zuletzt am 07.04.21 21:59.
Grüezi Werner,

der SZU Tm 10 wurde bei der SZU nie umgebaut, der kam so in den Giesshübel! Einen Umbau hätte ich mitbekommen! Wir hätte dazumal gar keine Kapazitäten gehabt. Auch Tempelmann/Waldburger schreiben nichts von einem Umbau.

Den MO-Tm 511 habe ich 2011 noch in La Chaux-de-Fonds beim Depot gesichtet.

Herzlichen Gruss
Urs
Urs Nötzli schrieb:
der SZU Tm 10 wurde bei der SZU nie umgebaut, der kam so in den Giesshübel! Einen Umbau hätte ich mitbekommen! Wir hätte dazumal gar keine Kapazitäten gehabt. Auch Tempelmann/Waldburger schreiben nichts von einem Umbau.

Sali Urs

Danke für deine Rückmeldung. Meine Information habe ich aus dem EA 9/1980, hier der Originaltext:

Von den SBB wurde der Tm 536 (Prototyp von 1949) übernommen, der nach Umbau als SZU Tm 10 in Betrieb genommen wird. Der bisher offene Führerstand wird mit Rücksicht auf Fahrten durch die Wagenwaschanlage geschlossen, zudem wird einseitig die GF-Kupplung für das Schleppen von Üetliberg-Fahrzeugen angebaut.


Was meinst du dazu? Vielleicht geschah der Umbau bei Raco oder in einer SBB-HW, wenn die SZU das damals nicht selber konnte.

beste Grüsse, Werner



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 07.04.21 23:38.
Hallo,

hat der Tm 10 wirklich zeitweise eine +GF+-Kupplung gehabt? Auf dem Bild oben hat er am nicht sichtbaren Ende einen Sihltalwagen am "Haken", heute hat er definitiv beidseitig Schraubenkupplungen...

Oder war das etwas "mobiles", wie sie gemäss dem besagten Buch auch die Em2/2 7 (Mutz) ab und zu trug? Ich sah solche Manöver immer nur mit Kupplungswagen.

Gruss Patrick
Einfach Super, diese Beiträge über die sonst wenig beschriebenen Rangiertraktoren der SBB.
Grüezi Zusammen,

zum Thema Tm 10:
Ein Blick in die entsprechende Literatur (Peter Willen, OF 1983) hilft: Der Tm 10 ist definitiv umgebaut worden (u.a. Brücke über Puffer und geschlossener Führerstand).
Desweiteren ist er ja als Ersatz für den Tm 9 beschafft worden, und der zeigt sich auf dem dortigen Foto mit einer Art mobilen Hilfskupplung, die er nach
Abstellung sicher an seinen Nachfolger abgegeben hat.

Merci,
bisden
Karsten
abde44 schrieb:
Grüezi Zusammen,

zum Thema Tm 10:
Ein Blick in die entsprechende Literatur (Peter Willen, OF 1983) hilft: Der Tm 10 ist definitiv umgebaut worden (u.a. Brücke über Puffer und geschlossener Führerstand).


Diese Brücke über die Puffer (Seite Üetliberg) hat er heute auch nicht mehr...

Generell würde mich sehr interessieren, was von diesen speziellen RACO-Bauarten, die ich bisher teilweise nur aus dem Willen-Büchern kenne, heute noch existiert. Den besagten Tm 10 (SZU/ZMB, Sihlwald) und den Ta2/2 1 (VRB, Vitznau) auf alle Fälle noch.
Grüezi,

dass er umgebaut wurde, steht ausser Frage, aber ich bin mir nicht sicher, dass der Umbau bei der SZU geschah, mir war, dass dies bei Raco war. Die Dieselloks konnten jeweils beidseitig mit eingesteckten GF-Kupplungen versehen werden, teils waren sie immer dran (Waschanlage!), teils sporadisch.
Manöver mit den montierten GF-Kupplungen und Normalzug- und Stossvorrichtungen waren nicht so Jedermanns Sache, musste man doch "verdammt" aufpassen, dass einem die GF-Kupplung nicht in die Knie schlägt! Zumal sie uns auch den "Berner Raum" streitig machte!
Auch eine Scharfenberg-Kupplung konnte man einstecken, denn deren Höhe wurde so vorgeschrieben. Die nicht genutzten Kupplungen lagen jeweils in der Waschanlage bereit.

Ob der Traktor überhaupt bei der SZU gespritzt wurde, ist mir eben auch nicht geläufig.

Im Rangierfeld Giesshübel wurde kaum mit Kupplungswagen manövriert, erst als der Bahnhof Selnau für den Gütertransport nach dem Uetliberg wegfiel, musste der Verlad im Freiverlad stattfinden, wo der Kupplungswagen bergseits zum Zug kam. Aber mit dem Mutz machte man dies mit der talseitig montierten GF-Kupplung einfacher . . . Die Wagen wirden jeweils auf die Sihlbrücke gestellt und die UB-Twg. fuhren vom Depot her an und kuppelten dort und machten die Bremsprobe vor der Bergfahrt. Nach der Talfahrt musste man die Wagen auch dort wieder abholen und in den Freiverlad hinter dem Güterschuppen an die Rampe stellen.

Urs
Grüezi Patrick - und andere,

warum wohl haben wir in den 70er-Jahre den Verein Rollmaterialverzeichnis der Schweiz VRS gegründet?
Da gibt es z. B. auch das Lieferverzeichnis der Firma Namens Robert Aebi, zusammengestellt von Sébastien Jarne, unserem Spezialisten! Herausgekommen ist die Broschüre im Mai 2010.

Kann auch die Mitgliedschaft im VRS nur empfehlen. Ausser der SBB werden alle Bahnunternehmen in der Schweiz behandelt. Alle fünf Jahre hat man ein vollständiges Werk über die Bestände mit Umbauten, Verkäufe, Abgänge und Neuzugänge von Rollmateril in den Händen!

Urs