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Vor genau 43 Jahren: Wieso fotografiere ich eine 120(DR)?

geschrieben von: NAch

Datum: 06.04.21 23:30

Moin,
Wir schreiben den 07.04.1978.

Eigentlich war ich der Dampfloks wegen hier. Das Stadtgebiet von Ost-Berlin war zunächst noch die Begrenzung meines Wirkungskreises.
Diesel wurde mit Verachtung gestraft. Die Wagenschlange dahinter hat mich aber doch zum Auslöser greifen lassen:

https://www.drehscheibe-online.de/galerie/ds_bild.php?id=201,k3_181467-f984d03fd.jpg
Viele, viele bunte ...
Heutzutage erfreut dieses Bild jedoch auch.

Beim Diaabend wurden jedoch meist solche Bilder gezeigt:
https://www.drehscheibe-online.de/galerie/ds_bild.php?id=201,k3_111514-ca77f47ee.jpg
Schöneweide

https://www.drehscheibe-online.de/galerie/ds_bild.php?id=201,k3_90359-f8c742995.jpg
Etwas Deckung

Vorschaubilder, mit einem Klick haben Interessierte das Bild (den Text dazu sowie ggf. die Kommentare) in der Galerie vor sich.

Mit Berliner Grüßen

Achim
Link zu allen meinen Bildern in der Galerie: [www.drehscheibe-online.de]
Link zur Beitragsübersicht: (Hinweis: mit der Galerieumstellung zum 08.04.2017 führen einige Galerielinks in den Beiträgen in die Irre)
[www.drehscheibe-online.de]
Link Ottbergen April 1976 , Link Ottbergen Mai 1976
Sehr schön, ein Autopendel mal nicht mit einer artfremden Ladung.
Kam der beladene Zug so aus Moskau (waren die Wagen umspurbar) oder hat man die Autos in Brest oder sonstwo an der sowjetisch-polnischen Grenze umgeladen? 🤔

Dank für die Bilder und Gruß aus der Pfalz,

Hagen
hagen schrieb:
Kam der beladene Zug so aus Moskau (waren die Wagen umspurbar) oder hat man die Autos in Brest oder sonstwo an der sowjetisch-polnischen Grenze umgeladen? 🤔

Dank für die Bilder und Gruß aus der Pfalz,

Hagen
Wäre ein Zug von Brest/Frankfurt (Oder) von Norden übers Karower Kreuz gekommen?

Ich tippe mal auf Rostock Seehafen.

Gruß, Ulrich
Hallo Ulrich,

sorry, hatte die Fahrtrichtung nicht bedacht, kenne mich allerdings auch mit den örtlichen Gegebenheiten nicht wirklich aus.

Hatte aber auch nicht in Erwägung gezogen, daß man für den Warentransport zwischen zwei Städten, die in annähernd direkter Linie mit der Bahn verbunden sind, den Seeweg wählt.

Danke für die Aufklärung,

Gruß aus der Pfalz,

Hagen
Hallo,

interessant ist auch dieses Bild von Pkw Moskwitsch [www.gettyimages.de] in Rostock Seehafen.

Bildtext: "Im Überseehafen von Rostock stehen Pkw vom Typ Moskwitsch für die DDR, die der RoRo Frachter "Mekanik Fedorov" aus der Sowjetunion gebracht hat, aufgenommen 1985."

Hier sieht man sogar den Transport auf einem entsprechenden RoRo-Schiff: [www.faktaomfartyg.se]

Grüße,

Sebastian

Edit: Link zur Abbildung des RoRo-Schiffes "Mekhanik Tarasov" hinzugefügt.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 07.04.21 18:29.
Hallo Achim,

großartiges Bild . Gut das du abgedrückt hast. Ich habe nur einmal einen kompletten Trabbizug mit ner Trommel am Treptower Park gesehen. Damals war ich auf dem Weg zur Lehre und hatte frühmorgens keinen Fotoapparat dabei.

Lange bevor Skoda Teil des Volkswagen-Konzerns wurde, also nach dem Fall der Mauer und dem Zusammenbruch der Ost-Staaten (unter alter sozialistischer Führung) und die ersten Skoda Favorit im Westen angeboten wurde, kaufte mein Nachbar Anfang der 1980er Jahre in WEST-Berlin einen Skoda 105L.
Es war wohl damals das preiswerteste Auto.
Das Exemplar, welches ich dann 1988 meinem Nachbarn abgekauft hatte, wurde in einem kleinen Laden in der Nostizstraße bestellt...

Jetzt zu meiner Frage:
wie sind Skoda`s nach Ost-Berlin geliefert worden?
wie sind Skoda`s nach West-Berlin geliefert worden?


Viele Grüße
Andreas

P.S.: schade, ich habe leider kein Bild mehr von meinem 105er... finde ihn heute noch zeitlos elegant...


Meine Dickschrift soll kein Schreien oder dergleichen darstellen, sondern einfach der besseren Lesbarkeit!
Wenn ich schreie, dann sieht das anders aus....
hagen schrieb:
"Hallo Ulrich,


Hatte aber auch nicht in Erwägung gezogen, daß man für den Warentransport zwischen zwei Städten, die in annähernd direkter Linie mit der Bahn verbunden sind, den Seeweg wählt.

Danke für die Aufklärung,"


Ihr beide habt das Entscheidende vergessen.
Alle Transit Transporte durch Polen lies sich der Bruder der DDR in harter Valuta bezahlen!

Das muss man sich echt mal vorstellen.
Der sozialistische Warenfluss lief nur mit DM.
Nur aus diesem Grunde wurde in den 80iger Jahren der Fährhafen Mukran auf Rügen aus dem Boden gestampft und neue RoRo Schiffe für den Eisenbahnwagen Transport gebaut.
Umgehung von Polen......



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 07.04.21 18:44.
Skoda wurden per Bahn fast ausschließlich mit Leks (also die doppelstückigen Autotransportwagen) der CSD ausgeliefert.
Hallo,

ich denke, dass es im Bundesgebiet einen Importeur für Skoda gab und der wird etwa alle zwei, drei Wochen einen Transportwagen bestellt haben, der ab Braunschweig in einem Transitgüterzug nach Berlin mitlief.

Skoda-Autos sah man in West-Berlin seit mindestens 1960 recht häufig.

Die Nostitzstr.(zur Erklärung) liegt übrigens in Kreuzberg (Westen).


Gruß, Ulrich

Transit-Transporte durch Polen

geschrieben von: TransLog

Datum: 07.04.21 21:09

heizhaus schrieb:Zitat:
Zitat:
Ihr beide habt das Entscheidende vergessen.
Alle Transit Transporte durch Polen lies sich der Bruder der DDR in harter Valuta bezahlen!

Das muss man sich echt mal vorstellen.
Der sozialistische Warenfluss lief nur mit DM.
Nur aus diesem Grunde wurde in den 80iger Jahren der Fährhafen Mukran auf Rügen aus dem Boden gestampft und neue RoRo Schiffe für den Eisenbahnwagen Transport gebaut.
Umgehung von Polen......
Man stelle sich vor, es wäre Krieg zwischen NATO und den Ländern des Warschauer Vertrages gewesen.
Was hätten die Polen da verdienen können!

Das wirft auch ein Licht auf die Wichtigkeit des Nordstream 2 Projektes...

Gruß, Ulrich
heizhaus schrieb:
Zitat:
Ihr beide habt das Entscheidende vergessen.
Alle Transit Transporte durch Polen lies sich der Bruder der DDR in harter Valuta bezahlen!

Das muss man sich echt mal vorstellen.
Der sozialistische Warenfluss lief nur mit DM.
Nur aus diesem Grunde wurde in den 80iger Jahren der Fährhafen Mukran auf Rügen aus dem Boden gestampft und neue RoRo Schiffe für den Eisenbahnwagen Transport gebaut.
Umgehung von Polen......
Musste Polen etwa in M bezahlen wenn das Land Transitladungen durch die DDR hatte?
Oder andere "Bruderländer" die das Streckennetz der DR fuer Exporte nutzten?
Und wenn die CSSR Skoda nach Skandinavien exportierte bekamen die ja auch Devisen dafuer.
Geld wird da wohl weniger geflossen sein sondern nur bei etwaigem plus/minus bei den Achskilometern.
Und irgendwer wird die Währung in der abgerechnet wurde fuer das RGW/OPW Gebiet festgelegt haben.
Polen galt ab den 1980er Jahren als unsicherer Kantonist im eigenen Lager, da wollte man etwaige Störungen im
Waren- und vor allem im Militärtransport minimieren, das wird der wahre Grund fuer Mukran gewesen sein.
Auch soll es schon mal "Schwund" gegeben haben, beim Transit durch die polnische Volksrepublik.

Lada als Decksladung

Der Fzg. Import per Schiff hatte fuer die (D)DR Vorteile in logistischer Hinsicht.

Die DR Autopendel kamen mit Exportguetern , eben auch Wartburg, LKW und Landmaschinen regelmäßig nach Rostock.
Da lagt es doch auf der Hand die Wagen auf dem Rueckweg möglichst wieder zu beladen.
Fuer die Schiffe und ihre Ladungen wird das ähnlich gewesen sein.

Laut Wikipedia kamen die letzten Moskwitsch 1979 in die DDR.

Gruß

Norbert
@Norbert


Es war tatsächlich so das die DDR an Polen für Transitleistungen harte Valuta zu zahlen hatte !

Der Ausgleich der Achskilometer lief separat über den OPW und war, ohne die genauen Zahlen zu kennen, vernachlässigbar.

Murkran ist einzig und allein zur Einsparung von Devisen gebaut wurden. Das Polen mittlerweile als nicht zuverlässig eingeschätzt wurde und man diesen Risiko Faktor umgehen konnte war ein Nebenefekt.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 08.04.21 14:11.
Norbert Bank schrieb:
Musste Polen etwa in M bezahlen wenn das Land Transitladungen durch die DDR hatte?

Batürlich nicht! Waren die nach Tarif SMGS durch die die DDR tarifiert waren wurden in XTR und nicht in M beglichen. Waren, die nach ETT tarifiert waren wurden dagegen nach SFr berechnet.

Norbert Bank schrieb:
Oder andere "Bruderländer" die das Streckennetz der DR fuer Exporte nutzten?
Und wenn die CSSR Skoda nach Skandinavien exportierte bekamen die ja auch Devisen dafuer.
Geld wird da wohl weniger geflossen sein sondern nur bei etwaigem plus/minus bei den Achskilometern.

Achskilometer ist wieder etwas anderes, die bekommt der Eigentümer des Wagens, egal wer das ist.

Wenn die CSSR Skodas nach Skandinavien exportierten dann fuhr man auch bis zur Fähre nach SMGS. Der Fährtarif DR-SJ dagegen mu´te in Sfr beglichen werden. Dacon erhielt die DR die Hälfte der Einnahmen.

Norbert Bank schrieb:
Und irgendwer wird die Währung in der abgerechnet wurde fuer das RGW/OPW Gebiet festgelegt haben.
Polen galt ab den 1980er Jahren als unsicherer Kantonist im eigenen Lager, da wollte man etwaige Störungen im
Waren- und vor allem im Militärtransport minimieren, das wird der wahre Grund fuer Mukran gewesen sein.
Auch soll es schon mal "Schwund" gegeben haben, beim Transit durch die polnische Volksrepublik.

Lada als Decksladung

Der Fzg. Import per Schiff hatte fuer die (D)DR Vorteile in logistischer Hinsicht.

Zahlungen innerhalb des RGW wurden in XTR abgerechnet. Auch die Eisenbahnen untereinander rehneten damit ab.

In den 80er Jahren kamen aber immer mehr Betriebe auf den Dreh, nebn dem Preis in XTR auch noch ein Teil in DM zu fordern. Dabei nutzten die Firmen ihre Monopolstellung innerhalb des RGW aus. Die PKP nutzte eben das aus, das man nur eingeschränkt sie umgehen konnte - die Strecken über die CSD waren nicht so leistungsfähig und auch schon überlastet.

Damit waren kein verläßlichen Liefertemine möglich.

Knut
heizhaus schrieb:
Der Ausgleich der Achskilometer lief separat über den OPW und war, ohne die genauen Zahlen zu kennen, vernachlässigbar.

Murkran ist einzig und allein zur Einsparung von Devisen gebaut wurden. Das Polen mittlerweile als nicht zuverlässig eingeschätzt wurde und man diesen Risiko Faktor umgehen konnte war ein Nebenefekt.

Bring mal nicht alles durcheinander: Ausgleich von Achskilometer gab es nur bei Personenwagen. Da waren die Zahlungen in der Tat vernachlässigbar.

Bei Güterwagen gab es die Wagenmiete. Die zahle die Bahn, auf der der Wagen gerade war an den Eigentümer des Wagens. Für Wagen als Beistellung und bei angeordneter beschleunigter Rückgabe verdoppeöte sich die Miete. Da kamen jährlich Millionen an Transferrubel zusammen. Die bekam die DR zwar gutgeschrieben, aber ihr fehlten trotzdem die Wagen weil diese an der polnischen Ostgrenze auf ihre Entladung warteten.

Ein weiterer Nebeneffekt von Mukran war die Umladung nach deutschen Qualitätsstandarts. So waren z-B. die Möbelkombinate nach anfänglicher Skepsis am Ende von der Route über Mukran begeistert, weil die Beschädigungen bei der Umladung entfielen und das Gut auch im Ganzen beim Empfänger ankamen.

Knut