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 04 - Historisches Forum 

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Guten Abend.
In den Sommerferien 1969 kam wieder die Gelegenheit, die elterliche Kleinbildkamera mit dem Farbdiafilm gelegentlich zu nutzen. So ging es im Juli mit Eltern, Großeltern und zwei Hunden nach Sonthofen im Allgäu. Die Hunde sollten für das Bahnfoto noch wichtig werden. Der Bahnbetrieb wurde nicht so sehr beachtet, da dort nach meinem damaligen Wissen „nur“ noch Dieselbetrieb war.
Bei einem Ausflug Richtung Österreich sollte es einen kurzen Halt geben. Zufällig an einer eingleisigen elektrifizierten Bahnstrecke. Die Hunde konnten Gassi gehen und fühlten sich offenbar sehr wohl, einer wälzte sich wohlig im Gras. Er war so vergnügt, weil dort ein Kuhfladen lag. Also Hundewäsche im nahe gelegenen Bach und danach Trocknen des Hundes. Die Aktion wurde von mir mit der Familienkamera dokumentiert. Gut, dass wir so eine längere Zeit dort bleiben mussten. Es kam doch noch ein Zug. Und was für Einer. Eine DB 194 vor einem ÖBB 4030, an dem noch ein DB-Kurswagen hing :
https://live.staticflickr.com/65535/51099782583_ea9d0f8112_o.jpg


https://live.staticflickr.com/65535/51099782533_39a911dae3_o.jpg


https://live.staticflickr.com/65535/51099337757_83193fef99_o.jpg


Leider ist keine Fahrzeug-Nr erkennbar. Nach dem Blick ins Kursbuch Sommer 1969 vermute ich, dass es sich um den E 602 Reutte – Innsbruck handelt. In Garmisch-Partenkirchen geht der Kurswagen auf den E 663 nach München über. Ein heute unbekannter Komfort für ältere oder behinderte Fahrgäste.
Warum die 194 vorgespannt war, ist nicht bekannt. Der 4030 müsste den Kurswagen eigentlich alleine ziehen können.
Hinweise (insbesondere zur Örtlichkeit) und Korrekturen sind willkommen.


MfG
GS
Hallo Gerald,

das ist keine 194, sondern eine 1020, die offensichtlich als sogenannter Zweckvorspann zum Einsatz kanm, um eine gesonderte Zugfahrt (Leerlokfahrt) zur Rückführung nach Innsbruck einzusparen.

Viele Grüße
Wolfgang-D.
Moin Gerald!

Die Vorspannlok ist eine 1020 der ÖBB und war als E94 an die Deutsche Reichsbahn ausgeliefert worden. Der DB-Wagen hinter dem 4030/6030 ist ein sogenannter Zollausschlußwagen, in dem Reisende den österreichischen Abschnitt der Strecke Kempten-Reutte-Garmisch als unkontrollierte Reisende passieren durften. Natürlich durfte in den Wagen auf österreichischem Staatsgebiet nicht ein- oder ausgestiegen werden, eine Passkontrolle fand nicht statt. Der Wagen galt in Österreich als Zollausland. Lediglich in Reutte mußte österreichischer Boden betreten werden, denn bis dorthin fuhr aus Kempten eine VT98-Garnitur, die in Reute an einem dafür eingerichteten Bahnsteigabschnitt endete. Dort stand dann der DB-Wagen zur Weiterfahrt bereit und war ab Griesen (=erster Bf auf deutschem Boden Richtung Garmisch) wieder uneingeschränkt freigegeben. Deine Fotos entstanden unweit des Bahnhofes Berwang.

Mit freundlichem Gruß
Helmut

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1-mal bearbeitet. Zuletzt am 06.04.21 23:38.
Guten Abend zusammen,

Vorab danke für das Einstellen des Zeitdokuments.
Der abgebildete Zug ist nicht auf dem Weg nach Innsbruck sondern nach Reutte. Die Aufnahme entstand exakt beim Haltepunkt Bichlbach Almkopfbahn.

Grüße
Stephan a. T.

Korridorzüge

geschrieben von: 144.5

Datum: 07.04.21 06:29

Hallo Gerald,

danke fürs Zeigen dieser besonderen Komposition.

Dein Beitrag und der Hinweis von Helmut haben mich veranlasst, mal in Kursbüchern dieser Zeit nachzusehen.

Dabei ist mir bei KBS 402c (Garmisch - Reutte i.T. (- Kempten)) aufgefallen, dass der Begriff Korridorzug in fetter Schriftart auftaucht, nämlich für den E 601 / E 2101 Innsbruck ab 7:50, Schanz an 9:50 und für TE 608 / E 2108 Ehrwald ab 5:17, Innsbruck an 7:32.
Für den "Korridor-Kurswagen" fehlt mir leider das Kurswagenverzeichnis, das man sich damals für die KB-Regionalausgaben extra an ausgewählten Bahnhöfen abholen musste (Service Bundesbahn!). Das KW-Symbol sehe ich bei Triebwagen 2936 Kempten ab 15:12, Garmisch an 18:12.

In den Buchfahrplänen der Korridorstrecke Salzburg - Rosenheim - Kufstein ist explizit vermerkt: "Ein- und Aussteigen in Rosenheim nicht gestattet". Vielleicht war es auf der o.g. Strecke genauso.

Zum Glück ist dieses Theater - abgesehen von vorübergehenden Pandemiezeiten - vorbei.

Gruß
144.5



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 07.04.21 06:33.

Re: Ein Zug mit DB 194 + ÖBB 4030

geschrieben von: HPK

Datum: 07.04.21 12:31

Ich glaube nicht, dass der 4030 die Fahrzeit in den 36,5%o Rampen hätte halten können.
Natürlich wäre es auch möglich gewesen dass wegen großem Frachtanfall in Reutte der Güterzug für die 144 zu schwer wurde.

Sperrwagen waren 4030 und 6030, damit das Außerfern ohne Passkontrolle vom übrigen Österreich erreicht werden konnte.

601KB_69s.jpeg

601zpa_69s.jpeg

mfG
HPK

Re: Ein Zug mit DB 194 + ÖBB 4030

geschrieben von: Stephan aus Tirol

Datum: 07.04.21 19:15

Hallo zusammen,

Ich habe selbst im Kursbuch 1969/70 nachgesehen. Es handelt sich um den TE601. Hier war es nicht unüblich, dass dieser zum Einsparen einer Leerfahrt einen Leervorspann bekam. Die 1020 war wahrscheinlich für den V von Reutte nach Innsbruck. Die Uhrzeit würde passen. Die Baureihe 4030 war planmäßig auf der Karwendel- und Außerfernbahn unterwegs und konnten die Rampenstrecken wenn mit reduzierter Länge gut bewältigen (incl. Anfahren in der Steigung). Zuletzt in den Achtzigern war es der 4030.311 mit Widerstandsbremse, der in der Tagesrandlage auf der Karwendelbahn unterwegs war.
Die Korridorzüge habe ich selbst regelmäßig genutzt. Diese Variante des Grenzübertritts ohne Pass- und Zollkontrolle gab es wie schon geschrieben auch über das deutsche Eck (Kufstein-Rosenheim), Brenner - Innichen (Italien), und auf der KBS 17a sogar durch den Eisernen Vorgang über Ungarn. Auf ausländischen Gebiet wurden die Korridorwagen einfach an allen Türen abgesperrt, beim heutigen Sicherheitswahn undenkbar.

Grüße
Stephan aus Tirol
Stephan aus Tirol schrieb:
Guten Abend zusammen,

Vorab danke für das Einstellen des Zeitdokuments.
Der abgebildete Zug ist nicht auf dem Weg nach Innsbruck sondern nach Reutte. Die Aufnahme entstand exakt beim Haltepunkt Bichlbach Almkopfbahn.

Grüße
Stephan a. T.
Standort simmt, den Haltepunkt gab es damals aber noch nicht.

Gruß
Mw

Bei der Fülle des zu verarbeitenden Materials sind einzelne Fehler oder Unrichtigkeiten nicht gänzlich zu vermeiden (Kursbuch Deutsche Bundesbahn)
Hallo,

Den Haltepunkt Bichlbach-Almkopfbahn bestand damals noch nicht, sonst wäre beim 1. und teilweise beim 2. Bild ein Bahnsteig im Bild. Heute steht der Fotograf am Parkplatz der Almkopfbahnstation, wo man in diesem Winter als Wintersportler aufgrund der ausbleibenden Touristen auch gegen Mttag noch einen Parkplatz bekam. Die Brücke der B179 war damals noch relativ neu.

Schönen Abend aus dem winterlichen Tirol
Stephan
Guten Abend.

Erst mal vielen Dank an alle Informanten !

Eine ÖBB 1020 hatte ich auch im Sinn, aber bin bei der
Unterscheidung zur DB 194 unsicher. Wie kann man sie
unterscheiden ?
Auch hatte ich unterschätzt, dass wir so früh unterwegs
waren und hatte daher den Nachmittagskurs vermutet.
Die Örtlichkeit kann man in Google mit Hilfe von Stephan
gut identifizieren.

Viele Grüsse
GS

Unterschiede 1020 ÖBB 194 DB

geschrieben von: luchs

Datum: 07.04.21 21:59

Es gibt einige Detailunterschiede, am auffälligsten ist aber der Umbau von 3 auf 2 Fenster an der Stirnseite. Wobei die hier noch nach 3 Fenster aussieht. Hier kann man aber gut die Beschriftung (-stextur) erkennen, da war auch ich sponatan bei ÖBB. DB Loks haben dafür ein längeres Dach bekommen.
Ob auch die Farben anders sind, kann ich gerade nicht sagen.

Luchs.

Re: Unterschiede 1020 ÖBB 194 DB

geschrieben von: Josef58

Datum: 07.04.21 22:03

Servus,
die abgerundeten Lüftergitter an den Vorbauten sind auch ein Unterschied.
Gruß Josef
geraldseibel schrieb:
Eine ÖBB 1020 hatte ich auch im Sinn, aber bin bei der
Unterscheidung zur DB 194 unsicher. Wie kann man sie
unterscheiden ?

Vor allem an den Klatte Lüftern und den modernisierten Stromabnehmen.

mfG
HPK