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 04 - Historisches Forum 

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Hallo Gemeinde,

ich habe da eine etwas ungewöhnliche Frage an die Älteren von uns.
Ich war Mitte der 80er, Anfang der 90er Jahre auf einer Dampfsonderfahrt ab Köln via Aachen, Belgien, dann Waelkenreadt, Vennbahn, Köln.
Ich meine, es ist 41 360 gefahren.
Jedenfalls gab es gleich am Anfang in Belgien Probleme, anscheinend Höhe der Tenderachsen nur wenige cm über den belgischen Gleiskontakten.
Das hat jedenfalls der belgische Wagenmeister im Grenzbahnhof festgestellt.
Der Sonderzug durfte zwar fahren, ist aber mit 30 km durch Belgien durchgezuckelt und musste an jedem dieser Gleiskontakte auf 10 km/h abbremsen.

Diese Langsamfahrt durch Belgien brachte dem Sonderzug dann massive Verspätung ein.
Zum Schluss habe ich den letzten Tageszug nach Hause verpasst und bin dann mit einem damaligen Nachtzug Amsterdam-Basel nach Hause gefahren.
Ich weiss noch, die Rückfahrt war am Datum der Zeitumstellung auf Sommerzeit, jedenfalls hatte der Zug in der Ankunft Basel 1,5 Std Verspätung.

Jetzt meine Frage: weiss noch jemand hier das Datum dieser Fahrt.
Im Voraus mal vielen Dank.

Gruss aus Südbaden
Christof 421
Bis ca. 1990 war die Vennbahn noch im "normalen" Betrieb, da betrug die Höchstgeschwindigkeit, zumindest ab Rearen 10km, "schneller" ging's erst nach der Streckensanierung zu Beginn der 1990er.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 06.04.21 14:14.
Hallo Pogg 3000,

die Langsamfahrt war nicht nur auf der Vennbahn, sondern durch ganz Belgien.
Deshalb auch die massive Verspätung.

Gruss aus Südbaden
Christof 421
Moin,

die Sonderfahrt war im Jahre 1990.
Der Zug war definitiv mit 41 360 bespannt.
Meines Wissens fuhr der u.A. auch die Maasstrecke runter, vermutlich Lüttich - Trois-Ponts, einige Fotografen standen sich seinerzeit in den "Affenfelsen" bei Coo die Füße platt.

HTH

Gruß
Christof



3-mal bearbeitet. Zuletzt am 06.04.21 14:39.
Moin,

Pogg 3000 schrieb:
Bis ca. 1990 war die Vennbahn noch im "normalen" Betrieb, da betrug die Höchstgeschwindigkeit, zumindest ab Rearen 10km, "schneller" ging's erst nach der Streckensanierung zu Beginn der 1990er.
Die Hg lag im Herbst 1988 bei 30 oder 40 km/h (später im Museumsbahnbetrieb 40 km/h), es gab aber mehrere kilometerlange Langsamfahrstellen. Damals hatte ich die Gelegenheit gehabt, bis Sourbrodt mitzufahren.
Der Zug fuhr weiter bis Büllingen zum Sägewerk, Holzspäne abholen. Bis dort wollte man meinen Kumpel und mich aber nicht mitnehmen, weil man Ärger mit Vorgesetzten befürchetete.

Der Forenkollege Thomas, "Pogg 3000" schrieb mir später per PN, daß er 1989 mitgefahren sei, mit Hg 10 von Raeren bis Sourbrodt. Beitrag entsprechend angepaßt.

Die SNCB hat 1989 den Betrieb eingestellt, die Eröffnung des Museumsbetriebes auf der Vennbahn erfolgte am 3. Juni 1990.

Gruß
Christof



6-mal bearbeitet. Zuletzt am 07.04.21 20:29.
Hallo,
an diese Fahrt erinnere ich mich gut. Mit einem Kumpel mit dem Nachtzug von Stuttgart, in aller Herrgottsfrühe in Düsseldorf ausgestiegen. Wohin die Bayernfans fuhren, wird uns ein Fußball-Statistiker sicher recherchieren können.
Dann mit der 41 360. Die hatte schon den Schornstein gekürzt bekommen wegen des belgischen Lichtraum-Profils. In voller Fahrt bis Herzogenrath, dann mit 139/140 als Schublok bis zum Gemmenicher Tunnel. In Montzen eine Untersuchung durch die SNCB vor der Weiterfahrt. Diese dauerte ewig. Der Grund wurde nicht mitgeteilt, aber als es endlich weiterging, wurde durchgesagt: Das Bremsgestänge des Tenders hängt nur 2 mm über den belgischen Krokodilen. Schließlich wurde erlaubt, mit max 40 km/h durch Belgien zu fahren, und 20 km/h über Krokodilen (das ist jeweils 10 km/ mehr, als Christof 421 schreibt, aber ich will nichts beschwören).

In Liège große Pause, um Wasser und Öl zu fassen, pünkliche Abfahrt (jedenfalls mit +60) wurde angedroht. Leere Versprechung, die Lok kam später, und dann gab es angeblich Kompetenzstreit wegen der Zuständigkeit für die Bremsprobe.

Ab Trois-Ponts ging es auf die Vennbahn, dieses Mal geplant langsam. Es war kalt im Silberling Wagen 4. Grund: die Batterie war leer, und wegen der Schleichfahrt lieferte der Dynamo auch nicht genug Saft. Da gab es Streit zwischen denen, die rauskucken wollten, weil sie hier noch nie gefahren sind, und denen, denen es zu kalt war.

In Jünkerath angekommen auf einem Gleis, das es heute nicht mehr gibt, Lokwechsel und dann, es war schon dunkel: Schnellfahrt, dass einem schwindlig wurde. Ein Tempo, das man den ganzen Tag vermisst hatte! In Köln war der letzte Zug nach Stg schon weg, so dass wir wieder auf den Nachtzug warten mussten. Schon wieder die Bayernfans, das wird eine schreckliche Nacht werden. Wir fanden ein Abteil in einem Bm. Eine Frau hatte sich zwei Sitze am Fenster zusammengeschoben, wir schoben und die anderen vier Sitze zusammen und so versuchten wir zu dritt zu ruhen. (Die älteren unter euch kennen noch die Sechser-Abteile mit den verschiebbaren Plastiksitzen.) Die Bayern waren dann doch nicht so schlimm, zwei Nachtfahrten und Unmengen Bier forderten ihren Zoll, und irgendwann hörten wir nur noch die Räder und schliefen bis um ca 5 in Stg. Die Frau stieg ebenfalls aus. Vorne am Zug war ein Sonderwagen für die Fans. Die lagen kreuz und quer über Tische und Stühle. Die Frau meinte, die Putzfrau wollte durchwischen und hätte alles, was im Weg war, über die Stühle geschmissen. Solche Körperhaltungen kann man wohl nur im Koma annehmen - die Gleider müssen denen drei Tage lang geschmerzt haben.

Eine Fahrt, die ich nie vergessen werde!
Gute Fahrt
Harald S

Jeder 1,86te ist eine Frau.