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 04 - Historisches Forum 

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Links zu einigen der bisherigen Folgen (von dort geht's jeweils mit links weiter; damit die Liste kurz bleibt)

Folge (15): [www.drehscheibe-online.de] (Fluch & Segen kurzer Brennweite, Würzburg 6.9.67)
Folge (16): [www.drehscheibe-online.de] (Zwei ET 26 als 4142 in Erlangen im Sommer 1969)
Folge (17): [www.drehscheibe-online.de] (Blick ins Bw Nürnberg Hbf im Juli 1967)
Folge (18): [www.drehscheibe-online.de] (Dampf in Erlangen 1966)
Folge (19): [www.drehscheibe-online.de] (Nagelneu und uralt - Großdiesel in Erlangen 1968)
Folge (60): [www.drehscheibe-online.de] (Nur vier Bilder vom Erlanger Burgbergtunnel)
Folge (61): [www.drehscheibe-online.de] (München - ein kleiner Nachschlag)
Folge (62): [www.drehscheibe-online.de] (01 180 vor D 147)
Folge (63): [www.drehscheibe-online.de] (Mit dem Fahrrad über Heidelberg nach Mudau)


Hallo zusammen,

als Folge (64) kommt heute – wie originell - eine 64. In den Osterferien 1970 war ich mit zwei anderen Eisenbahnfreunden im VW-Käfer unterwegs durch Süddeutschland und lernte dabei zum allerersten Mal die sogenannte "Zugverfolgung" kennen. Einem Nahgüterzug war man mit dem Käfer gewachsen, vielleicht sogar mit dem Fahrrad.

Es war wenige Tage vor Ostern 1970, mit hoher Wahrscheinlichkeit am 24. oder am 25. März. An diesem herrlichen Vormittag waren wir früh zunächst im Bw Tübingen. Von dort ging es rechtzeitig an die KBS 325g. Die Fahrzeiten des Nahgüterzugs nach Gültstein waren bekannt. Die restliche Strecke nach Herrenberg war 1970 schon seit 4 Jahren stillgelegt. Wir erwarteten den Zug bei Unterjesingen. Hinter der 064 519-2 vom Bw Tübingen folgten der Begleitwagen Pwgs41, ein Omm44, ein Schiebedachwagen Tbis, zwei gedeckte Güterwagen unterschiedlicher Bauart, und am Schluss ein langer Schiebewandwagen Hbis. Die Wagenspezialisten mögen mich korrigieren.

1a_Tübingen-Entringen März 1970 Ng 064 519-2 h.jpg
Bild 1: Der kurze Nahgüterzug Tübingen-Gültstein nähert sich Unterjesingen.

2a_Tübingen-Entringen März 1970 Ng 064 519-2 i.jpg
Bild 2: Zuglok ist 064 519-2 vom Bw Tübingen. Die frühlingshaften Temperaturen erlauben am Begleitwagen den Durchblick.

3a_Tübingen-Entringen März 1970 Ng 064 519-2 k.jpg
Bild 3: Der Zug erreicht Unterjesingen und fährt durch.

Der erste Halt des Zuges zum Aussetzen der beiden geschlossenen Güterwagen war in Pfäffingen, damals weithin bekannt durch die Maico-Motorräder. Warum die beiden für den örtlichen Düngemittel-Betrieb bestimmten Wagen in Tübingen nicht am Zugschluss eingereiht worden waren? Der Hbis verblieb nämlich weiter im Zug. Aufgrund der ersten Szene (Bild 4) wäre vorstellbar, dass zunächst der Hbis am Zugschluss auf dem Ladegleis abgestellt wurde (Richtung Bahnhofsgebäude). Der einfache Gleisplan ist in Kombination der Bilder 4 und 7 zu erkennen; Pfäffingen hatte fünf Weichen. Zu welchem Zweck die Lok danach offenbar längere Zeit auf der Weiche ins Ladegleis stehen blieb, bis die Sicherheitsventile geräuschvoll abbliesen (Bild 5), ist nicht ersichtlich. Danach wurden die G-Wagen noch ein Stück weiter ins Überholgleis gedrückt (warum nicht gleich?), abgekuppelt und auf dem Durchgangsgleis umfahren. Mit dem Zug hinter der Lok wurden sie in das lange Anschlussgleis geschoben (Bild 6). Schließlich wurde der Hbis wieder aus dem Ladegleis geholt und hing danach erneut am Zugschluss (siehe später Bild 8). Für die Ausfahrt Richtung Gültstein wurde der Zug ins Durchgangsgleis gestellt. In der Ferne sieht man die beiden G-Wagen im Anschluss (Bild 7). Recht umständliches Manöver. Sieht jemand von Euch eine andere Lösung? Es waren je zwei G-Wagen im Eingang und Ausgang, danke Hans-Dieter. Der Hbis war zwischenzeitlich auf Gleis 2 (Durchgangsgleis) abgestellt; zum tatsächlichen Ablauf siehe Beitrag unten, danke Pfeiftafel.

4a_Tübingen-Entringen März 1970 Ng 064 519-2 f.jpg
Bild 4: Der Zug steht in Pfäffingen. Der Hbis vom Zugschluss ist bereits abgekoppelt. Möglicherweise ist er rechts außerhalb des Bildes im Ladegleis abgestellt. Nein, auf Gleis 2, links außerhalb des Bildes.

5a_Tübingen-Entringen März 1970 Ng 064 519-2 e.jpg
Bild 5: Die Lok steht immer noch auf der Weiche ins Ladegleis. Die Sicherheitsventile blasen.


- gleich geht´s weiter –



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2021:02:28:10:50:54.
- Fortsetzung -

6a_Tübingen-Entringen März 1970 Ng 064 519-2 d.jpg
Bild 6: Die beiden G-Wagen werden in das lange Anschlussgleis geschoben; der Zug verbleibt dabei an der Lok. Richtig: Die zwei G-Wagen sind im Ausgang und werden hier aus dem Anschluss gezogen.

7a_Tübingen-Entringen März 1970 Ng 064 519-2 g.jpg
Bild 7: Der Zug steht abfahrbereit im Bahnhof Pfäffingen auf dem Durchgangsgleis. Im Hintergrund die beiden zugestellten G-Wagen im Anschlussgleis.

Die Abfahrt in Richtung Entringen beobachteten wir in der Rechtkurve hinter dem Bahnhof Pfäffingen, dort wo die Strecke in einem etwa Nord-Süd-verlaufenden Einschnitt verschwindet. Das Licht war am Vormittag für einen Richtung Nordwesten fahrenden Zug überall denkbar ungünstig, gut nur für Nachschüsse, aber hier ging es.

8a_Tübingen-Entringen März 1970 Ng 064 519-2 .jpg
Bild 8: Der Nahgüterzug verlässt Pfäffingen. Letzter Wagen ist wieder der zwischenzeitlich versteckte Hbis.

9a_Tübingen-Entringen März 1970 Ng 064 519-2 b .jpg
Bild 9: Der Lokführer schaut herüber zu den Zugverfolgern, deren VW-Käfer startbereit auf einem Feldweg steht.

10a_Tübingen-Entringen März 1970 Ng 064 519-2 c .jpg
Bild 10. 064 519-2 verschwindet mit ihrem kurzen Nahgüterzug im Einschnitt.

Ende meiner ersten Zugverfolgung, wenn man das überhaupt so nennen darf. Wir sprangen ins Auto und eilten zum nächsten Termin. Ich denke, es war der E 2106 auf der Brücke bei Eyach, der sich dort im Bahnhof um 11 Uhr mit dem 4915 kreuzen sollte. Von Pfäffingen nach Eyach braucht man eine halbe Stunde, damals wohl eher etwas mehr. Die Abfahrt des Ng in Pfäffingen muss somit wohl spätestens um etwa 10.20 Uhr erfolgt sein, weil wir rechtzeitig für beide Züge an der Brücke über die Eyach Position bezogen hatten. Davon aber ein anderes Mal.

Ach wie gemütlich war das Leben doch, wenn man mit der Bahn unterwegs war, aber sowas hätte man verpasst.

Grüße in die Runde,

Bernhard



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2021:02:28:10:45:40.

Kleiner Einspruch

geschrieben von: hdk

Datum: 27.02.21 07:53

Moin Bernhard,

als erstes vielen Dank für die schönen Bilder.
Es ist gerade auch der nicht so spektakuläre Betrieb, der viel Reiz ausübt.

Zum Bild 1 ist zu sagen, dass nicht einer der beiden G-Wagen, die die 64 dort vorm Bauch hat, vorher im Zug zu sehen ist.
Beim 4. Wagen mit seinem ungewöhnlichen Langträger tippe ich auf einen Franzosen, beim 5. Auf einen Bremen.

Der linke der beiden Wagen vor der 64 dürfte ein Gmms 56 sein, der rechte ein Glmms 61(?).
Also beide weder mit aussen liegendem Langträger noch Vorkriegsbauart.

Interessant ist, welcher Betriebsablauf dort denn dann zu sehen ist.
Eventuell ist das schon die Bereitstellung für das Lumpensammeln auf der Rückfahrt.

Liebe Grüße

Hans-Dieter



2-mal bearbeitet. Zuletzt am 2021:02:27:08:01:27.
Hallo Bernhard

Vielen Dank für Deinen Beitrag, wie ich überhaupt Deine Bilderserien immer wieder gerne sehe.

Die Gültsteiner Übergabe habe ich 1968/1969 während meiner Tübinger Studienzeit auch mehrfach fotografiert, aber immer nur in Tübingen selbst, da ich mangels eigenen PKW nicht so flexibel sein konnte.

Was die Reihung im Zug angeht, so vermute ich, dass die für die Übergabe nach Gültstein bestimmten Wagen im Tübinger Güterbahnhof in einem bestimmten Gleis gesammelt wurden, so, wie sie halt mit Güterzügen aus anderen Richtungen ankamen. Da standen sie wohl nicht in der Reihenfolge, wie die einzelnen Bahnhöfe nacheinander lagen. Bevor man sie aber dann im Tübinger Gbf. entsprechend der Reihenfolge der Bestimmungsbahnhöfe umrangierte, hielt man es wohl für besser, dass das die 64er unterwegs bewerkstelligte. Hinsichtlich der Rangierarbeiten auf den Unterwegsbahnhöfen vermute ich mal wie mein Vorredner, dass da auch schon für die Rückfahrt vorgearbeitet wurde. Zeit war ja genug, denn wenn ich mich recht erinnere, war das Güterzugpaar so irgendwie zwischen 11 und 16 Uhr unterwegs.

Viele Grüße

Wolf-Dietmar
Hallo,

vielen Dank für den Beitrag und der Dokumentation des Rangiermanövers in Pfäffingen. Wie wurde rangiert? Rekonstruktion des Ablaufs:
- Einfahrt auf Gleis 2
- Abhängen des Tbis auf Gleis 2 und stehen lassen
- Umsetzen des Zugs Richtung Gültstein nach Gleis 1
- weiter ins Anschlussgleis und abziehen des Wagenausgangs
- Zwischenparken des Wagenausgangs an der Ladestraße für die Rückfahrt
- die beiden Wagen für den Anschließer auf Gleis 1 [Gleisbezeichnung korrigiert] stellen
- zurück Richtung Gültstein nach Gleis 2, Tbis ankuppeln
- Umsetzen mit allen Wagen Richtung Tübingen nach Gleis 1 auf die zwei Wagen für den Anschließer
- diese in den Anschluss drücken
- zurück nach Gleis 2 mit umsetzen Richtung Tübingen
- Grundstellung herstellen und weiter geht es nach Gültstein

Grundsätzlich wäre es einfacher gewesen Pfäffingen nur auf der Rückfahrt zu bedienen, da Gültstein aber einen sehr sparsamen Gleisplan hatte (umfahren für die Rückfahrt durchs Ladegleis notwendig), musste man sich die Arbeit in Pfäffingen machen. Man hätte die Pfäffinger Wagen natürlich auch in Entringen oder Altingen zwischenparken können. Warum man dass nicht gemacht hat? Möglicherweise aufgrund der vorgesehenen Bedienzeiten von Pfäffingen.

Pfeiftafel



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2021:02:28:10:58:34.
Lieber Bernhard,

herzlichen Dank für die neuerliche schöne Bildserie. Am besten gefällt mir das letzte Foto (Bild 10) mit dem Blick in einen wunderbaren Vorfrühlingstag, dazu ein Nahgüterzug, wie es ihn schon lange nicht mehr gibt. Traumhaft.

Schöne Grüße
Steffen
Ein sehr schöner Bilderbogen, der Erinnerungen an ein ähnliches Szenario hervorruft, welches ich ungefähr zur gleichen Zeit im Bf. Pleystein der Strecke nach Eslarn beobachtet habe.

Meine Theorie zum Ablauf der Rangierarbeiten: Der Schiebewandwagen wurde auf dem Streckengleis vor der Einfahrweiche abgestellt, um ihn nach Umlaufen der beiden G-Wagen gleich wieder an den Park ankuppeln zu können. Hätte er im Überholgleis gestanden, weiter links, wie du vermutest, hätte er nach Umlaufen der beiden G-Wagen ja wieder an diese angesetzt, mit in den Anschluss gedrückt und danach nochmal - erneut im Überholgleis abgestellt - separat umfahren werden müssen, was unnötige Arbeit gewesen wäre. Daß die Lok so lange dort auf der Weiche gestanden hat, kann damit zusammenhängen, daß der vordere G-Wagen am Güterschuppen entladen und anschliessend leer zur erneuten Beladung in den Anschluss gedrückt wurde. Warum allerdings die Lok auf den abzweigenden Strang der Weiche 2 (ich benenne die jetzt einfach mal so, beginnend mit der Einfahrweiche 1 ganz links, nicht im Bild) gefahren ist, von wo aus sie ja doch wieder ein Stück zurückdrücken musste, um über den dann geraden Strang der Weiche 2 und die Weichen 3 und 5 zum Umlaufen auf das Streckengleis zu gelangen, wird interessant sein, herauszubekommen. Jedenfalls ist es aber eine sehr gute Vorlage für die Umsetzung auf einer Modellbahn.

Interessant finde ich, daß der Gleisplan bis heute kaum verändert wurde, lediglich die Weiche 4 - die Anbindung des Anschlusses - fehlt. Das Anschlussgleis selber liegt noch, jedenfalls nach google maps, es wurde nur an das Ladestraßengleis angebunden, und natürlich wurde die Ladestraße aufgegeben. Aber der Güterschuppen und selbst die Kopframpe scheinen noch zu existieren. Und der Bahnsteig wurde verbreitert und modernisiert.

Danke für diesen schönen Bericht, bin auf die Fortsetzung gespannt!

Hinweis: Beitrag kann Spuren von Ironie enthalten.

Was man in Pfäffingen beachten muss, dass der Bahnhof zum damaligen Zeitpunkt wohl schon unbesetzt war, für Zugkreuzungen im Reiseverkehr aber weiterhin über ein Stellwerk verfügte. Man konnte deshalb nur ins durchgehende Hauptgleis, Gleis 2, ein- und ausfahren.
Der Betriebsablauf ist hier toll dokumentiert:
[m.youtube.com]

Warum die Lok auf Bild 4 und 5 in Richtung Ladegleis steht, kann ich auch nicht nachvollziehen.

Grüße
Pfeiftafel

Besondere Vorsicht beim Rangieren! (2 Scan)

geschrieben von: Olaf Ott

Datum: 27.02.21 12:31

Hallo Bernhard!

Erst einmal Dank für deinen Beitrag. Einfach schön!

Etwas Material für die Rangierbewegungen möchte ich anhängen. Vielleicht erkennen die
Rangierfachleute etwas.


Gültstein-70.jpg


Und der Buchfahrplan soll nicht fehlen:
Ergänzung: Winter 70/71






17283-70.jpg


Ich wünsche eine gute Zeit!

Olaf Ott



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2021:02:28:11:32:34.
Hallo Berhard,

zu der Ausbeute Deiner ersten Zugverfolgung kann man Dir nur gratulieren! Wie gerne wäre ich bei den Rangiermanövern in Pfäffingen dabei gewesen!

Gruß
Klaus
Hallo Bernhard,

Deinen Beitrag über den Nahgüterzug nach Gültstein im März 1970 habe ich sehr genossen!
Auch daß Du Dich noch an die Rangiermanöver in Pfäffingen erinnerst, finde ich toll!

Deine Beschreibung erinnert mich daran, daß ich ein Jahr zuvor ebenfalls den Nahgüterzug nach Gültstein bis Pfäffingen und die dortigen Rangiermanöver verfolgt und z.T. fotografiert habe, aber nicht so ausführlich wie Du.

64 389 fährt mit ihren 4 Wägelchen in Tübingen am Wildermuth-Gymnasium vorbei, 11.4.1969
64 389 Ausf. Tübingen Hbf 11.4.1969 lv 1024.jpg

Hier dampft das Zügle zwischen Tübingen West und Unterjesingen Richtung Pfäffingen, 11.4.1969
64 389 Tübingen West- Unterjesingen 11.4.1969 rv 1024.jpg

Ankunft in Pfäffingen 11.4.1969
64 389 Pfäffingen 11.4.1969 rv 1024.jpg

Rangieren in Pfäffingen 11.4.1969
64 389 Pfäffingen 11.4.1969 rang 1024.jpg

Ausfahrt in Pfäffingen nach Gültstein mit einem Begleit- und einem Güterwagen, 11.4.1969
64 389 Ausf. Pfäffingen 11.4.1969 1024.jpg

Vielen Dank, daß Du uns auf diese gemütliche Tour durchs Ammertal mitgenommen hast!

Gruß
Detlef
Hallo Bernhard,

schade, dass Du die Verfolgung des Ng 17283 abgebrochen hast. Zwei Bilder des Zuges im Endbahnhof Gültstein, im Mai 1970 aufgenommen, gibt es

hier


Gruß
Charlie
Guten Morgen zusammen,

vielen Dank Euch allen für Eure Kommentare und Ergänzungen! Es ist immer wieder eine Freude!

@ Hans-Dieter: Hervorragend, das war gleich zu Anfang die Schlüsselinformation. Für die Unterscheidung der G-Wagen aus verschiedener Perspektive und bei unterschiedlicher Beleuchtung fehlt mir der Blick. Also zwei im Eingang und zwei im Ausgang, die aber noch bis zur Rückfahrt stehen bleiben.

@ Wolf-Dietmar: Deine Erklärung für die Wagenreihung leuchtet mir ein. Das Wagenaufkommen war so gering, dass die Rangierbewegungen auf den Unterwegsbahnhöfen überschaubar blieben. Die Zeiten für den Ng waren zumindest im Winterfahrplan 1969/70 offenbar früher.

@ Pfeiftafel: Perfekt, das ist die Lösung. Beim sechsten "-" muss es heißen "die beiden Wagen für den Anschließer auf Gleis 1 (nicht 2; da steht ja der Hbis) stellen", richtig? Damit konnte man sie nach Umfahren mit dem ganzen Zug in das Anschlussgleis drücken. Warum die Lok auf Bild 4 und 5 auf der Weiche ins Ladegleis steht bleibt rätselhaft. Nur diese Beobachtung hatte bei mir zu der Vermutung geführt, dass der nicht mehr am Zug befindliche Hbis vorher im Ladegleis zwischengeparkt worden war.

@ Steffen: Ja, das letzte Bild hat irgendwie Symbolcharakter. Der Zug verschwindet, wie so vieles….. Vergangene Zeiten.

@ Nietenreko: Die Szenarien waren überall ganz ähnlich. Damals wurde der Personenverkehr immer zuerst eingestellt und es hieß "nur noch Güterverkehr", gefühlt für die Ewigkeit. Also konnte man sich mit dem Beobachten noch beliebig Zeit lassen. Was den Ablauf der Rangierarbeiten betrifft - denke ich - hat Pfeiftafel schon die zutreffende Lösung. An ein Abstellen des Hbis auf dem Streckengleis habe ich am Anfang auch einmal gedacht, aber da war der Bahnübergang, den man sicher nur so kurz wie möglich blockieren wollte, also ohne Kuppeln.

@ Pfeiftafel: Auch durch den schönen Film ist mir mehr klargeworden, vielen Dank!

@ Olaf: Dein Altpapier ist wunderbar! Was da alles geregelt war. Der Buchfahrplan für den Ng 17283 wurde entweder großzügig gehandhabt, oder er gilt nicht für den Winter 1969/70. Für den Aufenthalt in Pfäffingen war 8.46 Uhr bis 9.10 Uhr vorgesehen. Nach Sonnenstand und dem vorherigen Besuch im Bw war es bei uns etwa eine Stunde später, also ca. 10 Uhr. Das passt gut zu den Fahrzeiten der Schienenbusse bis Entringen im Winterfahrplan 1969/70. Da kam werktags der 4732 um 8.26 Uhr in Tübingen Hbf an, und erst um 11.25 Uhr fuhr dort der 4733 nach Entringen ab. Die Lücke von drei Stunden ohne Personenverkehr hat man wohl für den Ng genutzt und damit Kreuzungen vermieden.

@ Klaus: Schön wären ein paar Bilder mehr gewesen und dabei auch ein Überblick über das ganze Areal. In meiner Erinnerung waren es nur unübersichtliche Manöver. An eine solche "Dokumentation" über 50 Jahre danach habe ich damals natürlich nicht gedacht ;-).

@ Detlef: Deine Bilder sind eine herrliche Ergänzung! Leider sind meine Erinnerungen an den Ablauf der Rangiermanöver nur anhand der Aufnahmen rekonstruiert. Ich versuche noch den Ablauf bei Deinem Besuch zu verstehen. Er ist ähnlich, aber doch ein bisschen anders. Die Szene auf dem vorletzten Bild kann ich noch nicht so richtig einordnen. Spannend!

@ Charlie: Sehr schön den Zug auch im Endbahnhof rangieren zu sehen! Wirklich schade, dass wir ihm nicht noch bis dorthin gefolgt sind, aber da gab es ein dichtes und anstrengendes Programm…

Einen erholsamen Sonntag und nochmals vielen Dank an alle!

Bernhard
Hallo Bernhard,

danke, ist korrigiert!

Auch ich darf mich für die tollen Beiträge und Querverweise bedanken.
Pfäffingen hatte laut Buchfahrplan noch einen Agenten.

Da ich von Herbst 2001 bis Sommer 2004 als Tübinger Student in Pfäffingen gewohnt habe, habe ich eine besondere Beziehung zur damals bereits wieder „reaktivierten“ (ganz tot war sie nie) Ammertalbahn. Denn wie sagte einst ein Tübinger Verkehrsplaner: „Was haben wir gekämpft, dass es in Ammerbuch kein Gymnasium gibt!“ Somit konnte man die Strecke in die SPNV-Aufbruchjahre retten indem man den Bedarf an Schülerverkehr hoch hielt.

Das Rangieren in Detlefs Beitrag ist aufgrund der Lücken eine harte Nuss! Ich versuche es aber auch mal:

1. Bild: Die Ed-Wagen waren für Tübingen West.
2. Bild: Der Gls207 (2. Wagen) befördert Stückgut (siehe Bild 5). Der 2. G-Wagen muss für Unterjesingen gewesen sein, denn er ist auf 3. Bild verschwunden. Der Tis am Zugschluss geht nach Gültstein zu Rigips?
3. Bild: Der Gls207 wurde an den Güterschuppen gestellt.
Ohne Bild: Zurück nach Gleis 2, mit dem Tis Richtung Tübingen umsetzen, den Gls207 am Güterschuppen aufnehmen und vor die Einfahrweiche Richtung Gültstein stellen. Dann zum Anschließer (Düngerwerk) und den Gs212 (der mit dem gerippten Blechdach) abziehen.

Und jetzt beginnt das große Rätsel:
4. Bild: Dann den Gls207 vor der Einfahrweiche wieder aufnehmen und ihn wieder an den Güterschuppen stellen (Bild 5).
5. Bild: Wohin ist der Gs212 verschwunden? Am Güterschuppen steht nur der Gls207!
Wenn er an die Ladestraße zur Abholung auf dem Rückweg gestellt wurde, wäre Bild 4 unlogisch. Hat jemand eine Idee?
Oder ist der Gs212 doch bereits auf Bild 2 zu sehen und nicht in Unterjesingen geblieben. Aber wo ist er dann auf Bild 3?
Schön ist auch die württembergische Weiche im Vordergrund.

Viele Grüße
Pfeiftafel
Moin,

ich habe ein Bild des Rangiermanövers in Pfäffingen leider weder abgezogen noch eingescannt und kann es auch derzeit nicht nachträglich einscannen. Es gehört zwischen Bild 3 und 4 in meinem Beitrag. Zu sehen ist auf dem Negativ zunächst der Begleitwagen und davor die 64 389 auf dem hinteren Gleis.
In Höhe des linken hinteren Rades des Begleitwagens steht die Weiche an Gleis 2 auf Abzweig, erkennbar an dem Weichensignal.

Vielleicht läßt sich das Rangiermanöver dadurch besser erklären?

Viele Grüße
Detlef