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Horst Troche zum 90. Geburtstag

geschrieben von: Steffen Lüdecke

Datum: 21.02.21 21:05

Liebe Hifo-Gemeinde,

am morgigen 22.02.2021 wäre Dipl. Ing. Horst Troche 90 Jahre alt geworden. Am 22.02.1931 geboren, verstarb er 83-jährig am 29.04.2014 in Mannheim.

Gerd Jahreis hat dieses Datum nicht vergessen und mir die Anregung gegeben, hier im Forum an einen ganz Großen der Eisenbahnszene zu erinnern. Wir alle kennen seinen Namen, kennen seine unglaublichen Leistungen auf dem Gebiet der Museumslokomotiven und auch seine hervorragenden Bücher.

Hier findet sich ein Überblick über sein Wirken:
[www.google.com]

Horst Troche war nicht nur Vollbluteisenbahner, sondern engagierte sich in seinem Heimatkreis auch für zahlreiche kulturelle Belange.

Wir Eisenbahnfreunde können uns glücklich schätzen, dass er gelebt hat!

Schöne Grüße
Steffen


image005-b1.jpg

Dipl. Ing. Horst Troche (am Lokführerfenster) auf 23 105 anlässlich einer Jahresabschlussfahrt zu Beginn der 1990er Jahre (Aufnahme: Gerd Jahreis).

Re: Horst Troche zum 90. Geburtstag

geschrieben von: Steffen70619

Datum: 21.02.21 23:26

Hallo zusammen,

ja, Horst Troche war ein Großer in der Eisenbahnszene.
Bin mit seinen Werken allerdings auch erst in den letzten 15 Jahren in Berührung gekommen.
Nicht zuletzt dank ihm ist die 03 zu meiner Lieblings-Einheitslok avanciert.

https://i.servimg.com/u/f81/20/16/05/29/03_18810.jpg

Möge er in Frieden ruhen und sein Werk weitergeführt werden.

Herzliche Grüße
Steffen

Mein Respekt für seine Lebensleistung! (o.w.T)

geschrieben von: TransLog

Datum: 21.02.21 23:48

(Dieser Beitrag enthält keinen Text)

Gäbe es eine Hall of Fame (mB)

geschrieben von: Peter Bäuchle

Datum: 22.02.21 00:08



Gäbe es eine Hall of Fame für Eisenbahner..

..er wäre der erste gewesen, dem ein Platz gebührte.

Wer das Glück hatte Ihn kennen lernen zu dürfen, wird Ihn nicht vergessen.
Unvergessen wird nicht nur sein literarisches Vermächtnis bleiben, sondern vor Allem die beherzte, engagierte Arbeit die er für SEINE Eisenbahn leistete.
Unvergessen sein Bemühen um das Eisenbahn-Jubeljahr 1985 mit dem er für immer verbunden bleibt.

https://abload.de/img/1984-0797-1250sortm8k5a.png


Danke Horst Troche!
Mit höchstem Respekt vor dieser Persönlichkeit und seinem Lebenswerk

Peter Bäuchle

Die Profalla-Wende: die Konzentration auf's Kerngeschäft..

Freiheit hört da auf, wo soziale Verantwortung der egoistischen Vorteilsnahme untergeordnet wird !

Teuerster Lokführer der Deutschen Bundesbahn

geschrieben von: Dampffrosch

Datum: 22.02.21 01:21

Hallo,

das hat ihm der leider zu früh verstorbene Wolfgang Löckel einmal gesagt.
Ohne Horst Troche wäre das Jubiläum 1985 nicht das geworden, wie es stattfand. Schön dass an ihn erinnert wird.

Gruß aus Pampanga

Horst



2-mal bearbeitet. Zuletzt am 24.02.21 03:50.

Re: Horst Troche zum 90. Geburtstag

geschrieben von: Schwellenleger

Datum: 22.02.21 08:01

Guten Morgen Steffen,

sehr gute Idee von Gerd und Dir, an ihn zu erinnern.
Er bleibt unserer Zunft sicher noch eine ganze Weile in (guter) Erinnerung. Unvergessen auch sein Wissensschatz und seine angenehme, offene Art. Bei ihm blieb keine Anfrage unbeantwortet - ja, man hatte sogar den Eindruck, daß er sich für die angesprochenen Themen dann jeweils selbst interessierte. Und was mich dann zumeist noch faszinierte - er glänzte mit viel Hintergrundwissen, konnte Zusammenhänge gut erklären und wenn er selbst einmal sich einer Sache dann doch nicht so ganz sicher war, dann hatte er auch den Mut, dies offen zu sagen und hatte dann wiederum auch schon eine Empfehlung, wen man denn ansprechen und dort noch mal anfragen sollte...

Solches Gebahren hat mir sehr gefallen. Nicht nur, weil es in den "oberen Etagen" doch eher selten vorkommt... ;-)

Schade, daß er "so früh" gehen mußte.. ..und gut, daß "wir" ihn hatten.

Meint in angenehmer Erinnerung
Uwe

Re: Horst Troche zum 90. Geburtstag

geschrieben von: Kranmeister

Datum: 22.02.21 17:33

Auch von mir noch ein Bild von Horst Troche.

Entstanden am Ende der großen Rundfahrt anläßlich des BDEF Verbandstages in Heidelberg (1993 ?)
D62_2118.jpg

Re: Teuerster Lokführer der Deutschen Bundesbahn

geschrieben von: salix

Datum: 23.02.21 10:22

Leider etwas verspätet, da ich erst heute diese Beiträge entdeckt habe, möchte ich auch an Horst Troche erinnern. Seinem Eifer bei den Vorbereitungen und auch während der Jubiläumsveranstaltungen 1985 kann man nur dankbar sein. Der Ausdruck "teuerster Lokführer" ist mir noch eine persönliche Anmerkung wert. Als Horst Troche am ersten Morgen vor der Parade im Aufstellbahnhof Dutzendteich allen Teilnehmern gutes Gelingen wünschte, kam er auch mit mir ins Gespräch und erzählte mir, daß er auf einer Lok der BR 74 seine Lokführerprüfung abgelegt hätte. Es war damals noch üblich, daß alle höheren Beamte im technischen Dienst die Lokführerprüfung ablegen mußten.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 24.02.21 12:07.
salix schrieb:
Leider etwas verspätet, da ich erst heute diese Beiträge entdeckt habe, möchte ich Horst Troche auch gratulieren. Seinem Eifer bei den Vorbereitungen und auch während der Jubiläumsveranstaltungen 1985 kann man nur dankbar sein. Der Ausdruck "teuerster Lokführer" ist mir noch eine persönliche Anmerkung wert. Als Horst Troche am ersten Morgen vor der Parade im Aufstellbahnhof Dutzendteich allen Teilnehmern gutes Gelingen wünschte, kam er auch mit mir ins Gespräch und erzählte mir, daß er auf einer Lok der BR 74 seine Lokführerprüfung abgelegt hätte. Es war damals noch üblich, daß alle höheren Beamte im technischen Dienst die Lokführerprüfung ablegen mußten.

Ich kenne den Horst nicht, hab aber schon viel über ihn gelesen, aber sollte es nicht treuester statt teuerster Lokführer heißen?

Gruß aus Hamburg

Mathias



2-mal bearbeitet. Zuletzt am 23.02.21 21:53.
Hallo Mathias!

Teuerster Lokführer ist richtig, wenn man hierbei die Besoldungsstufe von Horst Troche zugrunde legt, denn er befand sich in einer fachlichen und hierarchischen Spitzenposition bei der DB

Mit freundlichem Gruß

Helmut

Meine bisher erschienenen Beiträge findet ihr in meinem Inhaltsverzeichnis hier: [www.drehscheibe-online.de]

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1-mal bearbeitet. Zuletzt am 23.02.21 22:20.
Helmut Philipp schrieb:
Hallo Mathias!

Teuerster Lokführer ist richtig, wenn man hierbei die Besoldungsstufe von Horst Troche zugrunde legt, denn er befand sich in einer fachlichen und hierarschischen Spitzenposition bei der DB

Mit freundlichem Gruß

Helmut

Ok, sei es ihm aufgrund seiner Qualifikation und seines Engagements auch gegönnt, auf mich wirkte das irgendwie wie ein Schreibfehler. Es wirkt auf mich auch auch ein wenig negativ konotiert, sag ich mal so als Linguist, als teuerster Lokführer der Republik bezeichnet zu werden.

Re: Teuerster Lokführer der Deutschen Bundesbahn ??

geschrieben von: HFy

Datum: 23.02.21 22:17

Nein, der Schreibfehler ist ganz woanders!
Mein Graecum ist zwar längst verjährt, aber ich glaube nicht, daß Horst Troche seinen Posten ersessen hat.

Herbert



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 23.02.21 22:20.

Re: Teuerster Lokführer der Deutschen Bundesbahn ??

geschrieben von: HFy

Datum: 23.02.21 22:21

Sehe gerade, es ist im Ursprungsbeitrag schon korrigiert.

Re: Horst Troche zum 90. Geburtstag

geschrieben von: Kanzleirat

Datum: 23.02.21 23:10

Guten Abend,

auch ich erinnere mich sehr gerne an Horst Troche. Da er auch einen Schreibtisch in Mainz hatte, wo er u.a. Leiter des ZW war, trafen wir uns des öfteren zum ungezwungenen Plauderstündchen. Seine lustigen Erzählungen hatten Zwerchfell-Muskelkater zur Folge. Das war ein Macher, der auch 'nen A.sch in der Hose hatte, was ja bei den heutigen Führungskräften fehlt.

Er ist zu früh gegangen .....

Kanzleirat

Langsam glaube ich, daß die Profilneurose doch ansteckend ist.

Re: Teuerster Lokführer der Deutschen Bundesbahn ??

geschrieben von: salix

Datum: 24.02.21 12:04

Mit dem Wort "teuerster" beziehe ich mich auf ein Zitat meines Vorschreibers, der wiederum einen engen Bekannten von Horst Troche zietiert hat. Zur Erläuterung sei gesagt, daß H. Troche trotz seiner hohen Stellung in der DB-Hierarchie keinen Hehl aus seiner Liebe zur Dampflok machte.

Re: Teuerster Lokführer der Deutschen Bundesbahn

geschrieben von: eifelindianer

Datum: 24.02.21 13:03

Das war bis zur Gründung der DB AG völlig normal das die zukünftigen Gruppenleiter ebenfalls eine Lokführerprüfung ablegen mussten, jedoch bei Weitem nicht im Umfang wie es beim allgemeinen (Wald- und Wiesen-) Lokführer üblich war. Immerhin machten sie später ja auch Begleit- und Abnahmefahrten. Da fragte man ein wenig die technischen Details ab und sie mussten eine Probefahrt absolvieren. Auch herrschte bei jener Prüfung auch eine völlig andere Atmosphäre. Ob man da überhaupt durchfallen konnten, bezweifele ich mal. Dafür verlangte man als Diplomarbeit den Entwurf einer noch nicht erschienen Lokomotivbeschreibung.
Für eine E-Lok habe ich irgendwo eine solche Arbeit noch im Archiv rumliegen.
Nix Weltbewegendes, aber Teile dieser Arbeit wurden später dann in die offizielle BZA Lokbeschreibung mit eingearbeitet. In dieser Herachie wäscht man halt auch nur mit Wasser.


Beste Grüße
Bernd




salix schrieb:
Leider etwas verspätet, da ich erst heute diese Beiträge entdeckt habe, möchte ich auch an Horst Troche erinnern. Seinem Eifer bei den Vorbereitungen und auch während der Jubiläumsveranstaltungen 1985 kann man nur dankbar sein. Der Ausdruck "teuerster Lokführer" ist mir noch eine persönliche Anmerkung wert. Als Horst Troche am ersten Morgen vor der Parade im Aufstellbahnhof Dutzendteich allen Teilnehmern gutes Gelingen wünschte, kam er auch mit mir ins Gespräch und erzählte mir, daß er auf einer Lok der BR 74 seine Lokführerprüfung abgelegt hätte. Es war damals noch üblich, daß alle höheren Beamte im technischen Dienst die Lokführerprüfung ablegen mußten.

Re: Horst Troche zum 90. Geburtstag

geschrieben von: bw nürnberg rbf

Datum: Gestern, 16:30:01

Hallo Steffen,

"Anlässlich einer Dienstreise zum ehemaligen Bundesbahn-Ausbesserungswerk Trier im Jahre 1973 sah ich dort zum ersten Male ein Kranprüfgewicht, das sich bei näherem Hinsehen als Rest einer Lokomotive aus längst vergangenen Zeiten deutscher Eisenbahngeschichte entpuppte."

Mit diesen Worten begann Horst Troche in seinem Buch über die preußischen Normal-Güterzuglokomotiven der Gattungen G3 und G4 seinen Bericht über die Aufarbeitung der Museumslokomotive "Saarbrücken 3143". Mit einer feinen Mannschaft hatte er dafür gesorgt, dass bis zum 13.11.1984 diese Lok aus einem Prüfgewicht (das war lediglich Kessel, Dampfmaschine und Fahrwerk ohne weitere Bauteile) wieder vollständig entstehen konnte.

Seiner Aufmerksamkeit entging nicht, dass es sich um das wohl letzte erhaltene Exemplar einer Lokomotivgattung handelte, welches von fast allen Lokfabriken in Preußen zwischen 1877 und 1901 (die 4 nachgelieferten G4 2 von 1903 außer Acht gelassen) in den beiden Bauarten handelte. Es war mit 2989 Exemplaren die meistgebaute deutsche Lokomotivgattung des 19. Jahrhunderts, stellte das Rückgrad der preußischen Bahnen dar und war zwischen Aachen und Eydtkuhnen in allen preußischen Direktionen anzutreffen.

Der Eisenbahner Horst Troche hatte diese historische Bedeutung verstanden und nicht nur für die Aufarbeitung der Lokomotive gesorgt, sondern auch noch sein bemerkenswertes Buch zu dem Thema geschaffen. Dieses Buch sticht aus der unermesslichen Fülle von Bauartenbüchern von Heißdampf- und Einheitslokomotiven schon deshalb heraus, weil sich hier mit reichlich Überblick dem Themengebiet der frühen Eisenbahntechnik gewidmet worden ist. Gerhard Moll und Hansjürgen Wenzel können wir noch in einem Atemzug als Autoren nennen, die auch einer Nassdampflokomotive im historischen Kontext größere Publizität verschaffen konnten.

Viele Grüße
Jürgen Hanelt