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Überführung eines LVT zum Raw Tempelhof 1971

geschrieben von: TransLog

Datum: 21.02.21 13:40

Hallo,

vor 50 Jahren war das Raw Wittenberge für die Unterhaltung der LVT zuständig.

Überraschend wird hier jedoch der 172 003 (Bw Wustermark) zum Raw Tempelhof nach West-Berlin überführt. Vielleicht sollte er dort eine T0 erhalten. Das bringt für mich folgende Erkenntnisse:

Das Raw Tempelhof, das seit 1963 nur noch Untersuchungen an Lok des Bw Grunewald vornahm, wurde also gelegentlich noch für Arbeiten an Fahrzeugen von Bw in der DDR genutzt.

Meines Wissens hatte das Bw Wustermark zwischen 1961 und 1980 keine planmäßigen Leistungen in oder nach West-Berlin zu fahren, jedoch gab es offenbar eine kleine Anzahl von Passpersonal für besondere Fälle.

Wahrscheinlich wurde der LVT von einer Lok gezogen, damit das Personal auf direktem Weg wieder nach Wustermark Rbf zurückkehren konnte.
Ansonsten wäre eine Fahrgastfahrt über Friedrichstr.-Lichtenberg-Potsdam/Birkenwerder erforderlich gewesen.

Wie erhielt Personal vom Bw Wur seine Streckenkenntnis (nach zehn Jahren Unterbrechung)? Gab es halbjährliche Unterweisungsfahrten?






https://www.lokomotive-fachbuchhandlung.de/images/product_images/popup_images/3967_0.jpg

Bildtext: 106 625-7 und 172 003-6 (beide Bw Wustermark, Überführung zu Bedarfsausbesserung) durchfahren auf dem Weg zum Raw Tempelhof
am 30. März 1971 den Bahnhof Berlin-Halensee. Foto: Martin Stertz

Lokomotive-fachbuchhandlung.de

Edit: Schadgruppe

Gruß, Ulrich



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 21.02.21 14:27.

Re: Überführung eines LVT zum Raw Tempelhof 1971

geschrieben von: Pio

Datum: 21.02.21 13:55

Auch 118 des T-Bw Bln.Karlshorst waren zu Unfallinstandsetzung im RAW Tempelhof.

Zwei Trapeze pro Bahnhof statt zwei einfacher Weichenverbindungen !!!

Re: Überführung eines LVT zum Raw Tempelhof 1971

geschrieben von: nohabgm

Datum: 21.02.21 14:11

Hallo,
dazu passend der Eintrag im Betriebsbuch.
Gruß Thomas


57596FFF-E66F-45BB-817E-695B45191A6A.jpeg

Sehr interessanter Beitrag

geschrieben von: TransLog

Datum: 21.02.21 14:25

Hallo,

toll, was Du alles zur Hand hast!

Da das Raw Tf auch mit BR 101 des Bw Grunewald zu tun hatte, war wohl ein 6KVD 18 vorrätig...


Gruß, Ulrich

Re: Überführung eines LVT zum Raw Tempelhof 1971

geschrieben von: 19FT1

Datum: 21.02.21 17:01

Hallo zusammen,

es war in der ehemaligen Rbd Berlin üblich, dass Triebfahrzeuge zum RAW Tempelhof zu Bedarfinstandhaltungen gebracht wurden. (z.B.: Motorenwechsel bei der V 180). Die zu wechselnden Komponenten wurden per Eisenbahn nach Tempelhof gefahren. Zu Beginn der Verdieselung hatten die Bahnbetriebswerke keine ausreichende Technik zum Austausch von schweren Bauteilen. Die Achssenken waren oft nur Zweispindelachssenken und somit nicht zum Tausch von Achsen mit Achsgetrieben geeignet, vorhandene Kräne waren oft nur mit geringer Tragfähigkeit (3,5 t), also für einen 12KVD nicht nutzbar. Wenn ich mich recht erinnere war es irgendwann mit Tempelhof zu Ende (nach dem Eisenbahnerstreik (?). Dieselmotore haben wir dann in Seddin in Ferch- Lienewitz gewechselt, dort war ein Sägewerk mit einem Bockkran.

mfG



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 21.02.21 17:53.

Re: Überführung eines LVT zum Raw Tempelhof 1971

geschrieben von: TransLog

Datum: 21.02.21 23:59

19FT1 schrieb:
Hallo zusammen,

es war in der ehemaligen Rbd Berlin üblich, dass Triebfahrzeuge zum RAW Tempelhof zu Bedarfinstandhaltungen gebracht wurden. (z.B.: Motorenwechsel bei der V 180). Die zu wechselnden Komponenten wurden per Eisenbahn nach Tempelhof gefahren. Zu Beginn der Verdieselung hatten die Bahnbetriebswerke keine ausreichende Technik zum Austausch von schweren Bauteilen. Die Achssenken waren oft nur Zweispindelachssenken und somit nicht zum Tausch von Achsen mit Achsgetrieben geeignet, vorhandene Kräne waren oft nur mit geringer Tragfähigkeit (3,5 t), also für einen 12KVD nicht nutzbar. Wenn ich mich recht erinnere war es irgendwann mit Tempelhof zu Ende (nach dem Eisenbahnerstreik (?). Dieselmotore haben wir dann in Seddin in Ferch- Lienewitz gewechselt, dort war ein Sägewerk mit einem Bockkran.
Erstaunlich. In der großen Halle in Seddin konnte man keine Motore tauschen? Ich las, dass die BR 130 des Bw Wustermark buchmäßig in Seddin beheimatet blieben (das waren fast 16 Stück), weil man in Wur keinen Motorentausch machen konnte.

Gruß, Ulrich
Hallo.

Meines Wissens wurden besonders Gleisbaumaschinen westlicher Produktion, im RAW Tempelhof bearbeitet.
Vorteil war, dass Fremdmonteure nicht in die DDR einreisen mussten. Dies galt auch für die problemlosere Anlieferung von Ersatzteilen.
Dies war auch noch nach 1980 so, nachdem die Kapazität im RAW Tf reduziert worden war.
Ob da noch alle Loks, die in Berlin (West) beheimatet waren, kann ich mir nicht vorstellen.
Ich lasse mich aber auch gerne berichtigen.



Grüße aus Berlin
Schienenknecht


Re: Überführung eines LVT zum Raw Tempelhof 1971

geschrieben von: 19FT1

Datum: Gestern, 17:25:01

Ja das war so, das war noch das Erbe aus der Dampflokzeit. Die damalige Mittelhalle hatte noch ein Holzdach. Erst mit des Auswechseln des Daches 1985- 1987 konnten neue Dachstützen aus Stahl eingebaut werden, die dann auch Stützen für eine Kranlaufbahn hatten. Als Zwischenlösung wurde noch ein 8 Mp- Brückenlaufkran im Freigelände errichtet.

Siehe auch dazu: Eisenbahnknoten Seddin VBN , Herrausgeber Dr. Helmut Walter, Berlin 2004