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 04 - Historisches Forum 

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Bilder, Dokumente, Berichte und Fragen zur Vergangenheit der Eisenbahn und des öffentlichen Nahverkehrs - Bilder vom aktuellen Betriebsgeschehen bitte nur im Zusammenhang mit historischen Entwicklungen veröffentlichen. Das Einstellen von Fotos ist jederzeit willkommen. Die Qualität der Bilder sollte jedoch in einem vernünftigen Verhältnis zur gezeigten Situation stehen.
Dies ist KEIN Museumsbahnforum! Bilder, Meldungen und Fragen zu aktuellen Sonderfahrten bitte in die entsprechenden Foren stellen.
Eine Stippvisite bei dem englischen Eisenbahnfreund A. B., den ich 1984 in Çankiri (Türkei) kennengelernt hatte, nutzten wir am Samstag (30.08.1986) zu einem Besuch bei der Severn Valley Railway [www.svr.co.uk] , ca. 30 km südwestlich von Birmingham. In Kidderminster, dem südlichen Endpunkt der Museumsbahn, kam uns zum Auftakt die LMS „Black Five“ 5000 (Crewe 216/1935) mit einem Zug aus Bridgnorth vor die Kameras:

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Westlich des Gemeinschaftsbahnhofs Kidderminster verläuft die Museumsbahn durch einen Tunnel. Von dem Hügel aus hat man einen Blick ins weite Land. Aus der Tiefe des Raumes tauchte schließlich die die 1‘C-h2 Ivatt Class 4 MT # 43106 (Darlington Works 1951) auf:

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Nach dem „Abstieg“ ins Tal warteten wir auf die Standard Class 4 MT 4-6-0 # 75069 (Swindon Works 1955):

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Ein charakteristisches Bauwerk der Severn Valley Railway ist die Victoria Bridge über den Severn südlich von Arley, die hier von der # 43106 befahren wird:

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In der südöstlichen Ausfahrt von Arley legte die # 75069 eine schöne Anfahrt hin:

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In Vor-Smartphone-Zeiten konnte man auch an normalen Betriebstagen noch in Bahnhöfen fotografieren. In Arley bot sich die Straßenbrücke als Fotostandpunkt an, als die „Black Five“ # 5000 dort einlief:

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Im weiter nördlich gelegenen Bahnhof Highley kreuzte die als Lz nach Bridgnorth zurückkehrende # 5000 einen späteren Planzug, der von der „modified Hall“ # 6960 „RAVENINGHAM HALL“ (Swindon Works 1944) gezogen wurde:

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„Modified“ bedeutet nicht, dass die Loks nachträglich umgebaut wurden, die modified Halls wurden vielmehr in dieser Form gebaut. Analog zur S 101 würde man im deutschen Sprachgebrauch vielleicht von der Bauart 1944 sprechen. Äußerlich lassen sich die modified Halls von der ursprünglichen Ausführung („Bauart 1928“) leicht durch die Rahmenbleche unterscheiden, die hinter dem Pufferträger vor der Rauchkammer deutlich zu Tage treten. Wie zur Verdeutlichung war der nächste Zug mit einer Collett Hall GWR 4930 „HAGLEY HALL“ (Swindon Works 1929) bespannt:

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(Charles Benjamin Collett war als Chief Mechanical Engineer verantwortlich für die Entwicklung der ursprünglichen Halls, die modified Halls wurden von Frederick William Hawksworth verantwortet.)

Am Sonntag kam die 2‘C1‘-h3 der Merchant Navy Class # 35028 „CLAN LINE“ (Eastleigh Works 1948) vor dem „Shakespeare Limited“ London Marylebone – Stratford-upon-Avon zum Einsatz. Zunächst wieder einmal ein Blick auf die Streckenkarte:

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Dampf in einer Hauptstadt war für mich immer etwas Besonderes. Deshalb musste die erste Aufnahme unbedingt in London entstehen. Wie oft in derartigen Situationen riss die Wolkendecke auf, als man direktes Sonnenlicht überhaupt nicht gebrauchen konnte:

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Glücklicherweise war der Autoverkehr am Sonntagmorgen recht flüssig, sodass wir den Sonderzug in Saunderton, wo die Sonne allerdings ähnlich ungünstig stand, wieder eingeholt hatten:

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Dank eines fahrplanmäßigen Halts in Princes Risborough konnten wir bei Haddenham noch einmal zuschlagen:

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In Banbury übernahm eine Diesellok den Sonderzug, damit die „CLAN LINE“ nach Birmingham Tyseley (?) zum Restaurieren fahren konnte. Als die Pacific Tender voraus nach Stratford-upon-Avon dampfte, hatte wir uns im Haltepunkt Wilmcote diese Fotostelle ausgesucht:

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Die erste Aufnahme der Rückfahrt entstand in Bearley West Junction mit Blick in Richtung Süden (rechts die Strecke nach Birmingham):

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Nördlich des Bahnhofs von Banbury fanden wir diese schöne gemauerte Straßenbrücke (Grimsbury Green), die offenbar auch heute noch existiert:

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Die Schotterwüste im Hintergrund zeugt noch von der Great Central Strecke aus Rugby, die früher hier einmündete. - Ein längerer Halt in Banbury ermöglichte schließlich noch diese Abschiedsaufnahme bei King’s Sutton:

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Hallo Helmut,

na, das ist ja wider ein Beitrag genau nach dem Geschmack eines Englandliebhabers. Bei der Severn Valley Railway hast Du eine interessante Zusammenstellung von eingesetzten Dampfloks erlebt und mit die besten Fotopunkte ausgesucht. Es hätte sogar sein können, dass wir uns bei der SVR begegnet sind, denn Ende August/Anfang September 1986 hatte ich meine Arbeitswochen in der Werkstatt der SVR in Bridgnorth. Sehr gut sind auch die Details, die Du uns herüberbringst, z.B. zu den Unterschieden zwischen den beiden Loks der "Hall Class". 4930 Hagley Hall, das Flagschiff der SVR soll übrigens nach schier endloser Abstellzeit wohl in diesem Jahr wieder dampfen. Die Lok hat neue Zylinderblöcke erhalten und das Fahrwerk ist in der Werkstatt von Bridgnorth fast fertig, am Kessel laufen die letzten Arbeiten. Die LMS 5000 war eine Leihgabe des National Railway Museum York und war nur für eine Untersuchungsperiode (in GB sind das 10 Jahre) bei der SVR eingesetzt. Heute hat die Lok wieder einen Platz im NRM in York gefunden, bei meinem letzten Besuch dort wurde sie als Zuglok etlicher Wagen aus den königlichen Sonderzügen präsentiert. 43106 war eine der ertsen Betriebsloks der Severn Valley Railway und ist seit der Eröffnung 1970 dort fast durchgehend im Einsatz. 75069 stammte vom Schrottplatz Barry, war für eine Untersuchungsperiode auf der SVR im Einsatz und dann lange abgestellt. Seit 2019 ist sie nach einer sehr aufwändigen HU aber wieder zuverlässig im Severn-Tal im Einsatz. Raveningham Hall war ebenfalls mehrere Jahr Bewohnerin des Schrottplatzes in Barry, ehe sie von einem Privatmann erlöst und aufgearbeitet wurde. In den 80er Jahren war sie längere zeit bei der SVR beheimatet, und ich hatte während meiner Arbeitswochen bei der SVR eine sehr schöne Heizerschicht auf der Lok. Im Moment wechselt sie zwischen mehreren Museumsbahnen hin und her.

Vielen Dank für den schönen Rückblick.

Grüße aus der Pfalz
Hubert

6960 Raveningham Hall

geschrieben von: Dampffrosch

Datum: 14.01.21 11:55

Hallo Hubert,

sehr schön etwas über meine Lieblingslok zu erfahren. Dafür aber allerherzlichsten Dank 🙂.

Gruß aus Pampanga
Horst

Klasse, danke! (o.w.T)

geschrieben von: 012 055-0

Datum: 14.01.21 12:31

(Dieser Beitrag enthält keinen Text)
...es grüßt im 3/4 Takt
https://abload.de/img/012055-0fyug0.jpg
.
Fototaschenbilder bitte an diesen Beitrag anhängen:[www.drehscheibe-foren.de]


Hallo Helmut,

das sind ausgesprochen schöne Fotos von den englischen Dampfloks! Was mir bei den Loks von der Insel auffällt, ist die Tatsache, dass Windleitbleche ausgesprochen selten verwendet wurden, bei Deinen heutigen Fotos nur bei der "Merchant Navy" Class. Nach meinen Unterlagen haben die "Black Five" annähernd den gleichen Kuppelraddurchmesser, hatten aber, wie fast alle 2´C-Loks einschließlich der BR-Neubauloks, keine Windleitbleche. Beim schnellen Blättern ist mir noch aufgefallen: Angaben über die zulässige Höchstgeschwindigkeit sind Mangelware; deshalb war ich oben auf den Kuppelraddurchmesser ausgewichen!

Gruß
Klaus
Moin Helmut,

"very British" - diese Dampfer! Wie dort üblich sind fast alle Leitungen unter den Kesselverkleidungsblechen verschwunden und die Loks kommen für unsere Augen ziemlich nackt daher!

Du hast wieder sehr schön zugeschlagen und ich danke für die Mitfahrgelegenheit,

Martin

Re: Windleitbleche

geschrieben von: QJ 7002

Datum: 14.01.21 22:27

Hallo Klaus,

weitgehend unbekannt ist, dass einige der Gresley-A3 der ehemaligen LNER in den 50er-Jahren noch "german style smoke deflectors", sprich Witte-Bleche erhielten:

[thecryptmag.com]

Grüße

Martin

Re: Windleitbleche

geschrieben von: Klaus Groß

Datum: 15.01.21 12:47

Hallo Martin,

das erste Foto einer LNER-A3, das ich zu Gesicht bekommen habe, war das in "The Observers´s Book of Railway Locomotives of Britain", Ausgabe 1964; und da ist eine Lok mit "Witte-Blechen" zu sehen! Die englischen Pacifics hatten ja mehr oder weniger alle (bis auf die A3 in der Ursprungsform) irgendwelche Windleitbleche; aber bei anderen Loks sind die rar!

Gruß
Klaus