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Kombination Laternen Elektrisch/Gas

geschrieben von: brzzl88

Datum: 12.01.21 20:33

Hallo zusammen
Ich bin normalerweise im Modellbahnforum unterwegs und habe deswegen an die Spezialisten hier zum Umbau einer BR58 / G12 folgende Frage .
Gab es das beim Vorbild das eine Lok die elektrische Beleuchtung (mit Turbogenerator) hatte ,
mit einem Tender ( pr 3 T 20 ) gekuppelt war bei dem die Laternen noch Gasbeleuchtung waren.
Diese Umbausituation stellt sich mir weil ich den Tender nur mit grösserem Aufwand auf elektriche Laternen umstellen könnte.
LG Rainer



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 13.01.21 10:22.

Re: Kombination Laternen Elektrisch/Gas

geschrieben von: eifelindianer

Datum: 12.01.21 21:31

Meine Meinung:

Das halte ich für eher unwahrscheinlich, da der Turbogenerator grundsätzlich ausreichend Strom lieferte und der Tender gehörte in der Regel fest zur Lok.
Vielleicht hat es das mal zum Ende des Kriegs, aus einer Not heraus, gegeben. Besser ein Tender mit Gasbeleuchtung, als kein Tender.

MfG
Bernd

Re: Kombination Laternen Elektrisch/Gas

geschrieben von: Willi Ess

Datum: 12.01.21 22:53

Hallo Rainer

In welche Zeit sollte Deine G12 denn dargestellt werden?
Stell doch mal ein Foto der Rückseite des Tenders ein wo
der Typ der Laternen zu erkennen ist.
Vielleicht wurden ja "alte Gaslaternen" elektrifiziert?
Da wird vielleicht was zu machen sein.

Schönen Abend noch und an alle anderen: Bleibt schön gesund!

Gruss vom Willi

Willi Ess - Der Lemgoer

Re: Kombination Laternen Elektrisch/Gas

geschrieben von: eifelindianer

Datum: 13.01.21 05:37

Hallo Reiner, hallo Willi

Gasbeleuchtung wurde ab den 1930-ern bei Lokomotiven nicht mehr neu gebaut. Ich meine die 99.22 (oder 99.73?) war die letzte Baureihe die noch mit Gasbeleuchtung in ihrer Lokbeschreibung beschrieben wird. Alle anderen neu gebauten Lok hatten grundsätzlich einen Turbogenerator. Das Gaslaternen auf elektrisch umgebaut wurden war gängigePraxis. Wagen wurden wohl noch länger mit Gasbeleuchtung betrieben, sie galten seit Erfindung der elektrischen Beleuchtung im Zugbetrieb, allgemein aber als nicht besonders sicher. Die Reichsbahn gab nach 1950 eigens dazu noch ein Lehrbuch heraus, was mir von der Bundesbahn nicht bekannt ist. Seit den 1920-ern publizierte man die elektrische Beleuchtung als die Errungenschaft überhaupt. Die Gasbeleuchtung wird damals wohl noch bei Kleinbahnen zu finden gewesen sein.
Ich lasse mich aber gerne vom Gegenteil überzeugen, falls es anders gewesen sein sollte.

Schönen Tag und beste Grüße
Bernd

Bilder von Lok/Tender

geschrieben von: brzzl88

Datum: 13.01.21 10:18

Das ist/soll eine DRG-Lok also Epoche II so um 1930 werden


20210113_094732_HDR.jpg
20210113_094742_HDR.jpg



2-mal bearbeitet. Zuletzt am 13.01.21 10:21.

Re: Kombination Laternen Elektrisch/Gas

geschrieben von: Willi Ess

Datum: 13.01.21 10:23

Moin zusammen

Dem ist nichts hinzuzufügen. Nur - folgendes. Allgemein hatte jede
Bahnverwaltung bis in die 1920er Jahre eigene Laternentypen. Ab
da wurde bei der DR bei neu zu beschaffenden Laternen eine Ver-
einheitlichung wie bei den Lokomotiven allgemein eingeführt. Ganz
unabhängig davon wurden gute vorhandene Laternen in den Werk-
stätten von Gas und Petroleum auf E umgebaut. Wobei oft nur das
äussere Gehäuse beibehalten wurde und der Reflektor und die neue
Halterung für die Glühlampen neu eingebaut wurden.
Fürs Modell: Gasbehälter weg und schon ist der Umbau zu 98%
fertig. Wer will da noch gegen "anstinken". Innerhalb von den folgenden
100 Jahren gab es den Umständen folgend (WW II + Mangelwirtschaft)
nichts, was es nicht gab.
Wünsche was + machts gut + Grüsse vom Willi

Edit schrieb noch was dazu:

Nun sind ja auch Fotos da :-)))

Nu - da sind scheinbar Petroleumlaternen mit dem hohen Rauchabzug
zu erkennen. Wenn das alles ist, den Abzug komplett weg ( rundes
Gehäuseoberteil) und einen Griff drauf - fertig.
Aber Gaskessel muss auch weg.

PN an Rainer mit Fotos

Willi Ess - Der Lemgoer




2-mal bearbeitet. Zuletzt am 13.01.21 10:53.

Re: Kombination Laternen Elektrisch/Gas

geschrieben von: tobias_bautzen

Datum: 13.01.21 12:29

Hallo Rainer,

dem kann ich nur zustimmen: Die Form der Laternen stellt Petroleumlaternen dar und keine Gaslaternen. Die Reflektoren passen dagegen eher zu elektrischen Einheitsloklaternen. Insofern kann durch Entfernen oder Einkürzen der Kamine und neue, kürzere Griffe sehr authentisch eine Umbauvariante Petroleum - Elektrisch daregstellt werden. So eine Laterne habe ich in meiner Sammlung, sie hat noch den zugeschweißten Ansatz des Kamins und einen gekürzten Griff, aber einen der ersten Einheitsloklaterne entsprechenden Elektro-Einsatz.

Der Gaskessel muss natürlich entfernt werden.

Viele Grüße Tobias

Re: Kombination Laternen Elektrisch/Gas

geschrieben von: Dampffrosch

Datum: 13.01.21 13:01

tobias_bautzen schrieb:
Der Gaskessel muss natürlich entfernt werden.

Viele Grüße Tobias
Oder man füllt Schnaps rein 🤫.

Gruß
Horst

Re: Kombination Laternen Elektrisch/Gas

geschrieben von: Willi Ess

Datum: 13.01.21 13:39

Hallo Tobias
Stell doch mal ein Foto Deiner Laterne hier rein.

Nun - die gezeigte Modellausführung des Reflektors
ist mit Sicherheit der modellmöglichen Beleuchtung
geschuldet.

Und den fehlenden Puffer wieder montieren -
sonst wirds nix im Zugdienst ;-))))

Schaun wir mal ob wir dem Rainer noch ein bissl helfen können.

Viele Grüsse vom Willi

Willi Ess - Der Lemgoer

Danke an Alle die geholfen haben !

geschrieben von: brzzl88

Datum: 13.01.21 15:19

Vielen Dank an Euch alle für Euere fundierten Antworten , das hilft mir auf alle Fälle weiter.
Dann schmeiss ich den Gaskessel runter , entferne die Kamine der Lampe und bringe Griffe an.
Damit sollte mein Problem gelöst sein , in den Gasbehälter füll ich Schnaps (min. 40 %), für die Nächte an denen ich nicht schlafen kann.
Vielen Dank nochmals und herzliche Grüsse
Rainer

P.S
Die Lok ist eine Rivarossi G.12 , BR 58 1578 .
Im Juli 2010 neu gekauft hat das Tendergehäuse nach ca. 4-5 Jahren die irreperable Zinkpest bekommen.
Vom Hersteller sind keinerlei Tenderersatzteile oder komplette Tender verfügbar, die Kommunikation mit Rivarossi bzw. Hornby ist auch (vorsichtig ausgedrückt) mehr als dürftig.
Nicht empfehlenswert , die können sich von deutschen bzw. östereichischen Fabrikanten ne dicke Scheibe abschneiden.
Habe in der Bucht für kleines Geld von einer Fleischmann DRG 56er ein für das Tenderfahrwerk passendes Gehäuse "geschossen".
Deswegen meine Fragen wegen den Laternen.
Jetzt muss ich entsprechende Halterungen im Inneren anbringen damit man das Gehäuse auf dem Fahrwerk "wie Orginal" festschrauben kann.
Im Anschluss müssen die Kleinteile , Griffstangen usw. angebracht werden bevor das "Ding" neu lackiert und beschriftet werden kann.
Dann kann die Lok das AW verlassen.



3-mal bearbeitet. Zuletzt am 13.01.21 15:24.
eifelindianer schrieb (inhaltlich):
Gasbeleuchtung wurde ab den 1930ern bei Lokomotiven nicht mehr neu verbaut. Ich meine die 99²² (oder 99⁷³?) war die letzte Baureihe, die noch mit Gasbeleuchtung in ihrer Lokbeschreibung beschrieben wird. Alle anderen neu gebauten Lok erhielten grundsätzlich einen Turbogenerator.
Das ist damit sicher ein wichtiger zeitlicher Schnitt; der TO fragt jedoch nach einer Baureihe, die bereits ab dem Jahre 1917 gebaut wurde.

BTW, erstes Baujahr der 99²² war das Jahr 1931, das der 99⁷³ 1928.




Walter



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 13.01.21 16:02.

Re: Danke an Alle die geholfen haben !

geschrieben von: Willi Ess

Datum: 13.01.21 19:03

Hast noch einige Infos als PN

Frohes Schaffen

Willi Ess - Der Lemgoer
Hallo Mikado-Freund das ist ein guter Einwand.

Das eine Reihe 58 noch eine Gasbeleuchtung hätte haben können, möchte ich geschichtlich begründen. Zum Glück habe ich die betreffenden Quellen.

1913 wurde, um mit der Gasbeleuchtung in Wettbewerb treten zu können, aus wirtschaftlichen Gründen von der KPEV angeordnet, das alle neu zu bauenden D-Zug Wagen mit elektrischer Batteriebeleuchtung ausgerüstet werden sollten. Aufgrund dieser Anordnung wurden dann bis 1920 rund 1200 D-Zug Wagen damit ausgerüstet. Diese Wagen wurden von 1928 bis 1933 dann auf Einzelwagen Maschinenbeleuchtung, Einheitsbauart der DR, umgebaut. *
1920 wurde die Einzelwagen Maschinenbeleuchtung eingeführt. Die Lichtspannung betrug einheitlich 24 Volt. Lieferanten waren die Gesellschaft für elektrische Zugbeleuchtung in Berlin, Brown, Boveri & Co in Mannheim, und die Julius Pintsch AG in Berlin (Pintsch betrieb auch eigene Ölgas-Anstalten bei der Reichsbahn).
1924 ereignete sich in der Schweiz ein Eisenbahnunglück, bei dem durch den einzigen deutschen gasbeleuchteten Wagen ein Brand verursacht wurde. Dies gab Veranlassung, das die fremden Eisenbahnverwaltungen den Übergang deutscher Wagen mit Gasbeleuchtung nicht mehr zuließen. Die Deutsche Reichsbahn war daher gezwungen ihre sämtlichen für den Übergangsverkehr bestimmten D-Zug Wagen mit Gasbeleuchtung auf elektrische Beleuchtung umzubauen. Diese Arbeit wurde 1931 abgeschlossen.
1925 wurde bei der Deutschen Reichsbahn angeordnet das alle Neubau-Personenwagen nur noch mit Einzelwagen Maschinenbeleuchtung ausgerüstet werden sollten.
1926 wurde angeordnet das alle neu zu bauenden Dampflokomotiven nur noch mit elektrischer Beleuchtung ausgerüstet werden sollten.
Nachdem 1925 versuchsweise auf einigen Dampflokomotiven eingeführte elektrische Turbo-Lokbeleuchtung verschiedener Bauarten befriedigende Betriebserfahrungen ergeben hat, entschloß sich die DR Ende 1926 zur allgemeinen Einführung der Turbo-Lokbeleuchtung. Seit diesem Zeitpunkt erhalten alle im Bau befindlichen Einheitslokomotiven nur noch Turbo-Lokbeleuchtung Gleichzeitig wurde mit dem Umbau der vorhandenen Loks mit Gas- und Petroleumbeleuchtung in Turbo-Lokbeleuchtung. Im Jahre 1935 waren bereits 5.700 Lokomotiven mit Turbo-Lokbeleuchtung ausgerüstet.

* Die DR besitzt 56.000 normalspurige Personenwagen und Personenzug-Gepäckwagen, außerdem noch 12.000 Güterzug-Gepäckwagen. 1924 waren erst etwa 1500 Wagen mit elektrischen Beleuchtungsanlagen ausgerüstet. Das führte, das es mehrer Bauarten der elektrischen Beleuchtung gab, untereinander zu Problemen. Also mußte die DR eine der vorhandenen Bauarten als Einheitsbart erklären oder eine eigene Einheitsbauart entwickeln und einführen. Die Aufgabe wurde im letzteren Sinne erfüllt.
--------
Somit hätte die Reihe 58 tatsächlich noch längere Zeit eine Gasbeleuchtung haben können, doch die Frage des TO bezog sich auf einen Mischbetrieb von Turbo-Lokbeleuchtung, also elektrische Signallaternen an der Lokomotive und am Tender gasbetriebene Signallaternen und das dürfte es im Regelbetrieb wohl nicht gegeben haben. Ich halte das im Regelbetrieb für weitestgehend unwahrscheinlich, aber say never never.
--------

Beste Grüße und noch einen schönen Abend
wünscht
Bernd

geändert!



6-mal bearbeitet. Zuletzt am 15.01.21 16:05.
Hallo,

einen Mischbetrieb von elektrischer und Gasbeleuchtung halte ich auch für ausgeschlossen, weil beim Umbau auf elektrisches Licht sicher die Gasanlage entfernt wurde. Dagegen könnte ich mir gut vorstellen, dass vorübergehend am Tender Petroleumlaternen aufgesteckt waren, wenn z. B. ein nicht so schnell reparabler Kabelbruch die E-Beleuchtung lahmgelegt hat. Als provisorischer Ersatz sollten auf der Lok zwar "Dunkelfeinde" vorhanden gewesen sein, aber für mehrere Tage hat man vielleicht doch mal auf Petroleum zurückgegriffen.

Hier noch zwei Bilder der oben erwähnten, umgebauten Petroleumlaterne - noch mit echtem Dampflokdreck. Man sieht gut den zugeschweißten Ansatz des Kamins. Das obere, abnehmbare Ende fehlt. Der Henkel wurde etwas eingekürzt.

Loklaternen sind ein sehr interessantes Thema, dazu hätte ich auch noch eine Menge Fragen. Z. B. habe ich eine grün lackierte Einheitsloklaterne aus den 30er Jahren, allerdings ist mir nie eine nicht-schwarze Laterne auf Fotos aufgefallen.

Viele Grüße Tobias
Loklaterne Umbau 1.jpg

Loklaterne Umbau 2.jpg
Hallo Tobias

Ja da danke ich schon mal für die Fotos. Ja die wurde mit Sicherheit mal umgebaut.

Könntest Du die grüne auch bitte mal einstellen?

Übrigens zu Deiner Vermutung im Mischbetrieb E + Petroleum habe ich hier
auf meinem Datenfriedhof eine Aufnahme einer Tenderlok, wo man hinten 2 E-Laternen
und zugleich vorn eine Petroleumbauart mit hohem Schornstein erkennen kann.

Habe keine Rechte am Bild aber bei interesse PN an mich.

Schönen abend noch vom Willi

Willi Ess - Der Lemgoer