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Silberlinge im Interzonenzüge?

geschrieben von: Mattias Jansson

Datum: 12.01.21 18:25

Ich habe neulich ein kurzer Film im YouTube gesehen, der offensichtlich in der DDR für Ausbildungszwecke gedreht wurde.

Um 0:51 fährt ein Zug in Gerstungen ein, und es besteht soweit man es sehen kann nur aus Silberlinge. Diese habe ich immer eher als Nahverkehrswagen verstanden.

Der Film scheint aus der 70-er oder frühe 80-er Jahre zu sein. (Die 01 0529 wurde 1983 ausgemustert.) Ich bin nur zweimal über die damalige Grenze Bahn gefahren, durch Helmstedt/Marienborn und Schwanheide/Büchen. Das war im Jahr 1988 und es waren dann nur richtige D-zugwagen dabei.

Kam das häufig vor das mit Silberlinge über der innendeutsche Grenze gefahren wurde?

(Ich muss auch hinzufügen dass ich damals mit Interzonenzüge direkt nach Berlin gefahren bin, wobei es hier wahrscheinlich sich um ein Zug handelt der wirklich in die DDR fuhr; in so einem Zug fuhr ich nie mit).


Quelle: YouTube

Re: Silberlinge im Interzonenzüge?

geschrieben von: Leinetalbahner2006

Datum: 12.01.21 18:40

Ja, manche Silberlinge hatten die Kästen für die Platzreservierungen an den Sitzen gehabt.

Das Äkspärten Fortbildungsset - von erfahrenen Bahnern empfohlen ! Zum üben aller Betriebssituationen
https://www.facebook.com/111148037019818/photos/a.112443326890289/236634737804480/

Re: Silberlinge im Interzonenzüge?

geschrieben von: dtlwinkler

Datum: 12.01.21 18:50

Hallo,
Silberlinge waren in den Interzonenzügen bis etwa Mitte der 70er völlig normal. Das Bild in Gerstungen ist aber vor 1973 fotografiert, dann endete der 01.5-Einsatz nach Bebra.



4-mal bearbeitet. Zuletzt am 13.01.21 19:26.

Re: Silberlinge im Interzonenzüge?

geschrieben von: Der Mann aus dem Feld

Datum: 12.01.21 18:56

In Silberlingen bin ich aus dem Bundesland Hessen in die DDR mehrfach mitgefahren.
Das war damals so üblich.

Re: Silberlinge im Interzonenzüge?

geschrieben von: Christian Kehr

Datum: 12.01.21 19:02

Ja, das gab es häufig. Die Silberlinge hatten ein geringes Eigengewicht aber reichlich Sitzplätze, ein Vorteil beim Dampfbetrieb. Hier welche in Dresden angeblich im Jahr 1964 (an einem Silberlingdrehgestell kann man noch die über Kegelräder angetriebenen LiMas erkennen), Fotograf mir leider unbekannt: Frank Ebermann
52 2289 Dresden Hbf von Königsbrück, Sommer 1964.jpg

Schöner ist natürlich die Garnitur an der 52 2289 ... DR pur ... für Modelleisenbahner ein schönes Kontrastprogramm ... Frank Ebermann weist ergänzend darauf hin, dass aus der 52 2289 nach Rekonstruktion die 52 8143 wurde.

Grüße



2-mal bearbeitet. Zuletzt am 14.01.21 14:10.

Re: Silberlinge in Interzonenzügen?

geschrieben von: EDK 1000

Datum: 12.01.21 19:02

Hallo, es wurden regelmäßig zu Ostern, Weihnachten, Kirchentagen und zu den Ferien spezielle Entlastungszüge eingelegt (meist als Vor- oder Nachzug zum regulären Transitzug), die aus Wagenmaterial gebildet waren, welche oft aus dem Stilllager des Nahverkehrs der DB gebildet waren. Hier habe ich aber die DB in unrühmlicher Erinnerung, ich habe in diesen Verkehren neben den beschriebenen n-Wagen auch komplette Entlastungszüge aus DB-Vorkriegseilzugwagen erlebt.

Im Ggs. dazu stellte die DR, wenn sie die stellende Bahnverwaltung war, oft (demonstrativ??) sehr gepflegte oder neu beschaffte (Seitengang-) Reisezugwagen für die Entlastungszüge, ähnlich den Messesonderzügen. Mir ist kein einziger Entlastungszug der DR in Erinnerung, der beispielsweise komplett aus Bghwe-Wagen gebildet war, in den 80er Jahren gab es aber Entlastungszüge teilweise mit Bmhe-Wagen.

Ich habe früher, wenn ich zu diesen Zeiten unterwegs war, immer die Vor- oder Nachzüge benutzt, denn während in den normalen, überfüllten Zügen die Reisenden auch in den Gängen standen, waren die Entlastungszüge oft nur zu 70...80% besetzt.

Edit: Das bezieht sich auf meine Erfahrungen von den Reisen im Transitverkehr in den 70er und 80er Jahren.

Gruß aus Reykjavík
Wulf




2-mal bearbeitet. Zuletzt am 13.01.21 12:23.

Re: Silberlinge in Interzonenzügen?

geschrieben von: 52 4*6

Datum: 12.01.21 19:14

Hallo,

diese Wagen sind dann auch im sogenannten Stilllager auch innerhalb des Binnenverkehrs gelaufen. Ich bin in den frühen 70 er Jahren von Dresden nach Berlin in solchen Wagenpark gefahren. Allerdings weiß ich nicht mehr ob es ein Entlastungszug zum Städte Schnellverkehr war oder der Regelzug.

Viele Grüße
Matthias

Re: Silberlinge in Interzonenzügen?

geschrieben von: gerdboehmer

Datum: 12.01.21 19:19

Hallo,

Das Gegenstück zu den Silberlingen, die Halberstädter Mitteleinstiegwagen Bmhe waren auch in den Zügen zwischen der Bundesrepublik und der DDR, sowie im Transit nach Berlin West anzutreffen. Über den Einsatz von Bghwe in Richtung Bundesrepublik wurde hier im Forum auch schon berichtet.





1-mal bearbeitet. Zuletzt am 12.01.21 21:47.

Re: Silberlinge im Interzonenzüge?

geschrieben von: 01 008

Datum: 12.01.21 19:43

Hier ein Bild des D 1045 Stuttgart - Dresden aufgenommen in Marktredwitz. Zuglok war 001 126, Vorspann ab Kirchenlaibach 052 295. Der 1045/1046 war im Winterfpl ein Saisonzug der an Weihnachten und Ostern fuhr. Er führte regelmäßig Silberlinge mit.
1971-01-02--D 1045 5.jpg

Re: Silberlinge im Interzonenzüge?

geschrieben von: dtlwinkler

Datum: 12.01.21 19:50

Hallo,
Hier mal noch ein Bild vom D 1027 Nürnberg-Leipzig am 5.9.1972 in Leipzig-Plagwitz. Es ist gerade Herbstmesse und die planmäßige V 180 wohl unpässlich. Deshalb muss 03 162 heute diesen Dienst machen. Der Zug besteht - soweit erkennbar - aus "Silberlingen" und vorn zwei Altbau-Verstärkungswagen. Der Altbau-Packwagen war planmäßig.

002-0130_03__162 1972.09.05 Leipzig-Plagwitz retusch).jpg



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 12.01.21 19:51.

Re: Silberlinge im Interzonenzüge?

geschrieben von: Eurocity341

Datum: 12.01.21 21:12

Hallo!

Silberlinge waren, wie meine Vorschreiber schon richtig nannten, in den 1960er und 1970er Jahre Gang und Gäbe im innerdeutschen Reiseverkehr. Bekannte Leistungen waren u. a.

Sommer 1965: D 1041/1042 Düsseldorf - Frankfurt (Oder) -> ein Belegfoto befindet sich im Heft "Die DR vor 25 Jahren - 1965" vom EK-Verlag.

Bekannt sind u. a. auch die Leistungen (Zugnummern von 1970/71):

D 189/190 Mönchengladbach - Leipzig bzw. Frankfurt (Oder) - Mönchengladbach
D 199/200 Frankfurt (M) - Frankfurt (O) bzw. Leipzig - Frankfurt (M)

D 189/190 und D 199/200 waren in einem Umlauf enthalten.

D 263/264 Dresden - Hamburg.

In den 1980er Jahren wurden sie auch weiterhin im Wochenend-Zug (Lichtenfels -) Ludwigsstadt - Saalfeld (Saale) und zurück eingesetzt.

Nach dem Mauerfall natürlich in einigen Entlastungszügen und später auch regulären Nahverkehrs- und Eilzügen.

Kai-Uwe, der "Cottbuser"

Mit freundlichen Grüßen

Der Cottbuser




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 12.01.21 21:17.

Re: Silberlinge im Interzonenzüge?

geschrieben von: Stefan Höfel

Datum: 12.01.21 21:24

Moin Mattias!

Zumindest in den 60er und 70er Jahren fuhren Silberlinge über Lübeck in die DDR.
Der Zug, den ich selbst noch mit 118 der DR erinnere, hatte 12 Wagen, darunter neun Silberlinge der 2. Klasse und auch ein blauer Aüm!

MfG aus L..... und komm/t gut durch die Zeit

Stefan

Re: Silberlinge in Interzonenzügen?

geschrieben von: 050 058-7

Datum: 12.01.21 22:04

Hallo Wulf,

ist doch ganz klar.

Im Westen, also bei der DB war die DDR nie als eigenständiger Staat anerkannt.

Daraus folgt: Inlandsverkehr mit Nahverkehr

Im Gegensatz dazu war der Westen für die DDR Ausland.

Deswegen die bessere Ausrüstung durch die DR.

Bevor ich nun gesteinigt werde, so wurde uns die Welt in der Schule (60iger und 70iger Jahre) im Westen beigebracht.

Gruß
Jürgen

Halbgepäckwagen?

geschrieben von: tuswa

Datum: 12.01.21 22:05

Hallo,

Danke fürs Zeigen dieser Bilder.
Am meisten interessiert mich den Halbgepäckwagen an 2. Stelle.
Diese Wagen entstanden Anfang der 60er aus verschiedene Fremdwagen.

Um welchen Wagen handelt es sich hier?
Erinnert irgendwie an einen ex NS-Wagen...

MfG,
Tuswa.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 12.01.21 22:06.
beide Bahnverwaltungen waren nicht gerade wählerisch sondern nahmen was brauchbar und verfügbar war.
Köln-Gotha, nachts im LOWA E5, war schon mal der "Lotteriehauptgewinn"...
Kürzlich gab es hier eine Doppelstockeinheit im Westen zu sehen.
Hier im Thread habe ich eine kurze Filmsequenz in einer Wochenschau von 1962 verlinkt der zwei grenzüberschreitente
Züge zeigt.
In der Eisenbahnstiftung findet sich auch das eine oder andere Bild. Silberlinge kamen öfters vor.

Gruß

Norbert

Doppelstockeinheit im Westen

geschrieben von: dampfbahner

Datum: 12.01.21 23:23

Norbert Bank schrieb:
Kürzlich gab es hier eine Doppelstockeinheit im Westen zu sehen.
Das war hier, Bilder 6 und 7:
- [www.drehscheibe-online.de] .

Gruß aus Magdeburg

Klaus

Re: Silberlinge in Interzonenzügen?

geschrieben von: Rübezahl

Datum: 13.01.21 00:43

050 058-7 schrieb:
Hallo Wulf,

ist doch ganz klar.

Im Westen, also bei der DB war die DDR nie als eigenständiger Staat anerkannt.

Daraus folgt: Inlandsverkehr mit Nahverkehr

Im Gegensatz dazu war der Westen für die DDR Ausland.

Deswegen die bessere Ausrüstung durch die DR.

Bevor ich nun gesteinigt werde, so wurde uns die Welt in der Schule (60iger und 70iger Jahre) im Westen beigebracht.

Gruß
Jürgen
Da wurde uns auch unterrichtet, die deutschen Gebiete jenseits der Oder-Neiße seien "zur Zeit" unter polnischer und sowjetischer Verwaltung, also ebenso wie die DDR "Inland". Diese Realitätsferne wurde dann in der Brandt-Ära endlich beendet. Mit der neuen Politik kamen auch die Begriffe "Ostzone", "SBZ" oder "Interzonenzug" aus den Amtsstuben und dem Schriftverkehr.

Sehr häufig habe ich die Züge von Köln über Oebisfelde mit den Endbahnhöfen Leipzig, Zwickau und Dresden zu Reisen in die DDR genutzt. Nur einmal, während der Osterreisezeit. landete ich in den 1960er Jahren dabei mal im Silberling. Aus einer Platzkarte fensterplatz im Nichtraucher wurde dann ein Gangplatz im Raucherabteil eines Silberlings ...

Gruß

Rübezahl

Re: Silberlinge in Interzonenzügen?

geschrieben von: Dr. Joachim Ludwig

Datum: 13.01.21 01:40

Silberlinge waren in den regelmäßig verkehrenden Interzonenzügen meistens als Verstärkungswagen eingesetzt, in unregelmäßig verkehrenden Zügen dagegen häufig anzutreffen. Der Autor des Erstbeitrags ist offensichtlich in Transitzügen und nicht in Interzonenzügen gefahren.
Die 010529 des Bw Erfurt war bis Frühsommer 1973 im Bw Erfurt stationiert ( Ende 05.73 ging der Planeinsatz von 01.05 nach Bebra und Hamburg zu Ende). Danach kam 010529 nach Saalfeld, ab 08.80 als Heizlok nach Berlin- Schöneweide, wo sie 1983 z - gestellt und ausgemustert wurde. Die Filmaufnahme ist zwischen 1970 ( Umnummerierung auf EDV- Nummer) und Frühjahr 1973 entstanden.
Bleibt gesund!
Dr.joachim.ludwig

Re: Silberlinge in Interzonenzügen?

geschrieben von: Dampffrosch

Datum: 13.01.21 06:51

Hallo zusammen,

weitere Bezeichnungen die noch verwendet wurden waren "Mitteldeutschland" und "Drüben".
Gott sei Dank ist das lange vorbei.

Gruß
Horst

Re: Silberlinge in Interzonenzügen?

geschrieben von: bigboy4015

Datum: 13.01.21 07:24

Sehen wir es mal ganz anders:
Über welche Entfernungen wurden denn im Binnenverkehr der DB Silberlinge eingesetzt? Bis in die 1970er liefen die im Fernverkehr. Mir fällt da auf Anhieb der "Westerländer" E 2070 Luxembourg-Trier-Koblenz-Gießen-Kassel-Hamburg-Westerland und der Gegenzug E 2071 ein. Zumindest im Winter 78/79 hatte der regelmäßig gleich 3 Silberlinge und drei Wagen der SNCF (an die CFL verliehen!!!)
Wagenreihung des 2070: Bn, Bn, ABn, ABm (UIC-Y), Bm (UIC-Y), Dm

Bigboy4015 - Ulrich Wolf - Betreiber von US-Modellbahn.net
"Kürzlich gab es hier eine Doppelstockeinheit im Westen zu sehen."

Tag,

das gab es 1989 und 1990 dann auch wieder. Rostocker S-Bahn-Vierteiler in Lübeck waren da gang und gäbe.

Mattias Jansson.: "Ich muss auch hinzufügen dass ich damals mit Interzonenzüge direkt nach Berlin gefahren bin"
Wie geht denn das? Interzonenzüge hielten doch maximal in Potsdam oder am Schönefelder Flughafen, beides also außerhalb Berlins. Oder gab es Interzonenzüge, die in (Ost-)Berlin hielten?

Viele Grüße

Heiko



2-mal bearbeitet. Zuletzt am 13.01.21 10:08.

Re: Silberlinge in Interzonenzügen?

geschrieben von: Christian Kehr

Datum: 13.01.21 10:09

Hallo Rübezahl, wo und wann bist Du denn zur Schule gegangen? ...

Aus dem Riesengebirge vor ausgebüchst?

Grüße



2-mal bearbeitet. Zuletzt am 13.01.21 10:11.

Re: Halbgepäckwagen?

geschrieben von: Christian Kehr

Datum: 13.01.21 10:17

Hallo Tuswa,

ich denke Du beziehst Dich auf das Foto aus Dresden und die Wägen hinter der 52er. Den Halbgepäckwagen vermag ich nicht zuzuordnen, den dritten Wagen halte ich für einen ehem. Italiener, direkt an der Lok hängt ein ehemals preussischer Oberlichtschnellzugwagen. Ein Sachse fehlt ... oder ist jedenfalls nicht mehr im Bild.

Grüße

Re: Silberlinge in Interzonenzügen?

geschrieben von: Andreas Knipping

Datum: 13.01.21 10:35

Ob ein Zuglauf dem Fern- oder Bezirks- oder Nahverkehr angehört, hat natürlich mit der staatsrechtlichen Qualifizierung der durchfahrenen Regionen nichts zu tun. Die DB setzte gewiss nicht von Berchtesgaden oder Basel nach Emden oder Kiel dreiachsige Umbauwagen ein, weil der Zug das eigene Staatsgebiet nicht verließ und demgemäß zum Nahverkehr gehörte.
Auf den gesamten Gebieten des Eisenbahnbetriebs und -verkehrs hielten sich die Bahnverwaltungen auch sehr verfeindeter Staaten und Gebiete spätestens seit 1918 immer an die Praxis einer fachorientierten Nachbarschaft. Die Bundesrepublik behandelte die DDR zwanzig Jahre lang stillschweigend und dann weitere zwanzig Jahre offiziell als einen anderen Staat lediglich mit der Besonderheit, dass dieser Staat nicht als "Ausland" galt. Sowas kommt vor. Nordirland liegt auch nicht in der Republik Irland, ist aber für sie nicht Ausland. Entsprechend undramatisch kommunizierten DB und DR.
Wie schon in anderen Beiträgen zutreffend berichtet setzten DB und DR eine große Vielfalt von Wagen grenzüberschreitend ein, ohne dass sich hierfür eine politische Steuerung beobachten ließe. Ich erinnere mich an meine Reise von Genthin nach München 1965, komplett in Interzonenzügen! Von Genthin bis Potsdam fuhr ich (hinter der 01.5) im Silberling des Zuges aus Köln. Der damalige Sinn für politische Realitäten war erkennbar am Fehlen der großen "Wagenabteilkarte", die in Silberlingen des Binnenverkehrs ja noch über die "Sowjetzone" hinaus bis Tilsit reichte. Ab Potsdam bis München (zunächst hinter V 180) war es dann wohl ein DR-Wagen mit Sechserabteilen. (Was den Komfort betrifft: Im Vergleich zum DR-"Modernisierungswagen" konnte der Silberling als Pullmann gelten.)
Und ach ja: Zum Thema "keine Nahverkehrswagen über die Grenze" schauen wir einfach mal (mit Josef Seng) 1962 nach Luzern!
S-1962-087.jpg

Re: Silberlinge in Interzonenzügen?

geschrieben von: Matthias Muschke

Datum: 13.01.21 10:51

Andreas Knipping schrieb:
Ab Potsdam bis München (zunächst hinter V 180) war es dann wohl ein DR-Wagen mit Sechserabteilen. (Was den Komfort betrifft: Im Vergleich zum DR-"Modernisierungswagen" konnte der Silberling als Pullmann gelten.)
Hallo Andreas,

Und wie begründet sich das? Beide hatten Kunstlederbänke (geplant bei der DR übrigens im Regelfall für Acht), der Mod.-Wagen wenigstens Abteile. Der Silberling war in nichts besser... Die "Centoporte" fuhren wohl für Gastarbeiter als Kurswagen, dazu gibt es aktuell einen Artikel im "Semaphor".

MfG

"Damit auch ich was zu meckern habe: Ich finde immer die künstliche Dampfentwicklung durch Abblasen an den Zylindern fürchterlich. Sicher gibt das für den ambitionierten Laien tolle Fotos, den Sound jedoch zerstört es vollkommen. :-("

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aus aktuellem Anlass :-(: [www.youtube.com]

Re: Silberlinge in Interzonenzügen?

geschrieben von: Andreas Knipping

Datum: 13.01.21 11:25

Ja eben, der Modernisierungswagen hatte acht schmale Sitze pro Reihe. Die Beinfreiheit war zu gering. Und in Zeiten ohne Klimaanlage waren die nur im obersten Teil per Kurbel zu öffnenden Fenster eine Zumutung und verstärkten eine gewisse Beklemmung in den engen Abteilen. Es geht mir aber nicht um einen nachträglichen Ost-West-Wettbewerb um die besseren Wagen, sondern um den realistischen Blick auf den seinerzeitigen Alltag des Bahnverkehrs.

Re: Silberlinge in Interzonenzügen?

geschrieben von: Cossebaude

Datum: 13.01.21 11:40

Hm... Und wieder mal ausgerechnet im Historischen Forum... Nein, der Personenbahnhof Basel Badischer Bahnhof liegt (wie die gesamte Stadt Basel) nicht in Deutschland.

Re: Silberlinge in Interzonenzügen?

geschrieben von: Matthias Muschke

Datum: 13.01.21 11:46

Cossebaude schrieb:
Hm... Und wieder mal ausgerechnet im Historischen Forum... Nein, der Personenbahnhof Basel Badischer Bahnhof liegt (wie die gesamte Stadt Basel) nicht in Deutschland.
Das ist richtig aber in dem Fall trotzdem innerhalb des Geltungsbereichs der deutschen DV...

MfG

"Damit auch ich was zu meckern habe: Ich finde immer die künstliche Dampfentwicklung durch Abblasen an den Zylindern fürchterlich. Sicher gibt das für den ambitionierten Laien tolle Fotos, den Sound jedoch zerstört es vollkommen. :-("

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Re: ? zum Bild der Dresd'ner Silberlinge

geschrieben von: V.L.

Datum: 13.01.21 12:28

Hallo!

Was mag da in den Fenstern der "Dresdener" Silberlinge zu sehen sein? Sind das Aufkleber?

V.L.

Re: Silberlinge in Interzonenzügen?

geschrieben von: Cossebaude

Datum: 13.01.21 12:31

Matthias, natürlich. Aber Andreas hat explizit von Staatsgebiet geschrieben! Unterschätze nicht die Schärfe meiner Haarspalt-Axt... ;-)

Ist jetzt auch natürlich harmlos. Vor ein paar Jahren wurde hier im Forum ernsthaft und standhaft behauptet, dass der RAD im Dritten Reich Basel Bad. mit einem Zaun geschützt habe... Mittem im Kleinbasel?! Gemeint war dort natürlich der Badische Güterbahnhof auf der anderen Seite der Grenze...

Re: Silberlinge in Interzonenzügen?

geschrieben von: Dampffrosch

Datum: 13.01.21 12:56

Matthias Muschke schrieb:
Cossebaude schrieb:
Hm... Und wieder mal ausgerechnet im Historischen Forum... Nein, der Personenbahnhof Basel Badischer Bahnhof liegt (wie die gesamte Stadt Basel) nicht in Deutschland.
Das ist richtig aber in dem Fall trotzdem innerhalb des Geltungsbereichs der deutschen DV...

MfG
Ein deutscher Bahnhof auf Schweizer Staatsgebiet - so habe ich es während meiner Dienstzeit bei der Deutschen Bundesbahn gelernt.

MfG
Eine allgemeine Frage zur Themenüberschrift dieses Nebendiskussionsastes: was bitte hat dieser Diskussionsnebenzweig mit »„Silberlinge“ im Zugverkehr in - oder durch das Gebiet der DDR« zu tun, oder andersherum, was ist bloß so unendlich schwer daran, Kommentarüberschrift und Kommentar in Einklang zu bringen [kirste.userpage.fu-berlin.de]?



Dampffrosch schrieb:
Ein deutscher Bahnhof auf Schweizer Staatsgebiet - so habe ich es während meiner Dienstzeit bei der Deutschen Bundesbahn gelernt.
Und so ist es auch heute noch, zusammen mit den anderen im Eigentum der Bundesrepublik Deutschland stehenden Bahnstationen auf Schweizer Staatsgebiet, wie Riehen, Riehen Niederholz, Herblingen, Thayngen, Neuhausen Bad Bf, Beringerfeld, Beringen Bad Bf, Neunkirch, Wilchingen-Hallau und Trasadingen.

Ansonsten ist anzubemerken, dass Andreas Knipping lediglich auf den Post des Users „Bigboy4015“ reagiert hat, dem es um die Entfernungen ging.

Strecke 700 (Auszug) Basel–Mannheim, Kusbuch Winter 81-82.jpg

▲ Fahrplantechnischer Binnenverkehr ab Basel bad. Bf

.



https://www.drehscheibe-online.de/foren/file.php?99,file=49743Windmühlen des Monats:

  • Kommentarüberschriften ohne jeglichen Bezug zum Kommentar darunter
  • willkürlich zerfetzte - und über Betreff und Textfeld verteilte Satzanfänge
  • Kommentare, die sinnlos „irgendwo“ angehängt wurden

  • https://www.drehscheibe-online.de/foren/file.php?099,file=179308mit freundlichem Gruß
    https://www.drehscheibe-online.de/foren/file.php?099,file=163824
    Walter
    Mithilfe erwünscht:
    Im Forum aktiv mitwirken — aber wie geht das?
    (Der Versuch einer Anleitung von Forennutzern für Forenutzer)
    https://www.drehscheibe-online.de/foren/file.php?099,file=163828 https://www.drehscheibe-online.de/foren/file.php?099,file=163828 https://www.drehscheibe-online.de/foren/file.php?099,file=163828 https://www.drehscheibe-online.de/foren/file.php?099,file=163844




    1-mal bearbeitet. Zuletzt am 13.01.21 17:17.

    Re: Silberlinge in Interzonenzügen?

    geschrieben von: Nord_süd_bahn

    Datum: 13.01.21 15:19

    Andreas Knipping schrieb:
    Ja eben, der Modernisierungswagen hatte acht schmale Sitze pro Reihe. Die Beinfreiheit war zu gering. Und in Zeiten ohne Klimaanlage waren die nur im obersten Teil per Kurbel zu öffnenden Fenster eine Zumutung und verstärkten eine gewisse Beklemmung in den engen Abteilen. Es geht mir aber nicht um einen nachträglichen Ost-West-Wettbewerb um die besseren Wagen, sondern um den realistischen Blick auf den seinerzeitigen Alltag des Bahnverkehrs.
    Und der stenge Geruch von Desinfektionsmittel.

    MfG die Nordsüd S-Bahn

    Ja - der typische "Reichsbahn-Geruch"

    geschrieben von: Peter

    Datum: 13.01.21 15:30

    Hallo!

    Nord_süd_bahn schrieb:
    Andreas Knipping schrieb:
    Ja eben, der Modernisierungswagen hatte acht schmale Sitze pro Reihe. Die Beinfreiheit war zu gering. Und in Zeiten ohne Klimaanlage waren die nur im obersten Teil per Kurbel zu öffnenden Fenster eine Zumutung und verstärkten eine gewisse Beklemmung in den engen Abteilen. Es geht mir aber nicht um einen nachträglichen Ost-West-Wettbewerb um die besseren Wagen, sondern um den realistischen Blick auf den seinerzeitigen Alltag des Bahnverkehrs.
    Und der stenge Geruch von Desinfektionsmittel.
    Dieser fuer "damals" so typische Geruch ruehrte von Wofasept her - [de.wikipedia.org]
    Ich habe den heute noch in der Nase, wenn ich an die Zugfahrten denke.

    Gruss

    Peter

    Ich will gar nicht, dass mich jeder mag - im Gegenteil: Die Sympathie oder Zuneigung gewisser Menschen waere mir hochgradig peinlich.
    (Merke: Fuer manche Menschen gehe ich bis ans Ende der Welt, fuer manche nicht mal bis zur Tuer)

    ***** Friends help you move. True friends help you move bodies. *****

    Wenn Sie Rechtschreibfehler finden, so beachten Sie bitte, dass diese beabsichtigt sind: Es gibt immer Menschen, die nach Fehlern suchen - und ich versuche, allen Lesern etwas zu bieten. Seit einiger Zeit biete ich sogar (gegen einen kleinen Obolus) auch Patenschaften fuer meine Fehler an.

    Re: Basel Bad

    geschrieben von: Matthias Muschke

    Datum: 13.01.21 16:29

    Dampffrosch schrieb:
    Ein deutscher Bahnhof auf Schweizer Staatsgebiet - so habe ich es während meiner Dienstzeit bei der Deutschen Bundesbahn gelernt.

    MfG
    Ganz so einfach ist es nicht. Es gilt dort z.B. das schweizer Arbeitsrecht, wie überhaupt für alles rechtliche die CH zuständig ist...

    MfG

    "Damit auch ich was zu meckern habe: Ich finde immer die künstliche Dampfentwicklung durch Abblasen an den Zylindern fürchterlich. Sicher gibt das für den ambitionierten Laien tolle Fotos, den Sound jedoch zerstört es vollkommen. :-("

    Facebook-Fundstück...

    [m.facebook.com]

    aus aktuellem Anlass :-(: [www.youtube.com]




    1-mal bearbeitet. Zuletzt am 13.01.21 16:29.
    Der Zeuge Desiros schrieb:
    Wie geht denn das? Interzonenzüge hielten doch maximal in Potsdam oder am Schönefelder Flughafen, beides also außerhalb Berlins. Oder gab es Interzonenzüge, die in (Ost-)Berlin hielten?
    Ich versteh' die Frage nicht... Die Interzonenzüge hielten doch auch in Berlin Zoo (und m.W. auch Firedrichstrasse) - das würde ich doch als Berlin bezeichnen.

    Re: Silberlinge im Interzonenzüge?

    geschrieben von: DZW-Bahner

    Datum: 13.01.21 17:13

    Zwischen Görlitz und München verkehrten die D466/467 mit "normalem" DB Wagenmaterial. Saisoniert dazu waren zwischen Stuttgart und Dresden die D 1466/1467 unterwegs und wurden viele Jahre auch mit Silberlingen bestückt. Eine Schaffnerleistung Anfang der 8oer Jahre brachte mich auf den mit Reichenbachern Zugführern besetzen D 1467 auf einen dieser Züge von Zwickau bis Dresden. In Dresden hatte ich den Zugteil Richtung Zugende abzurüsten, der Zf machte sich im vorderen Zugteil zu schaffen. Alles gut, bis ich zum "Zugschlußsignal" gekommen bin. Da mir der "Silberling" Wagentyp vollkommen unbekannt war (wir Wilkauer Zugbegleiter hatten es ja in der Regel mit Bag/Baag oder Bghw und selten mit E 5 Wagen zu tun- Zugschlußlaternen inclusive) hab ich wohl alles was am Wagenende mit Vierkant zu drehen war genutzt, um die beiden roten Lampen auszubekommen incl. der an diesen Wagen vorhandener Verriegelung der Rolljalusie. Nach einer gefühlten Ewigkeit kam dann der Zf lachend nach hinten und zeigte mir wo der Zugschlußschalter "versteckt" war. Das waren meine Erinnerungen an die im Grenzüberschreitenden Verkehr über Hof-Gutenfürst eingesetzten "Silberlinge".
    Bernd
    Eibacher schrieb:
    Der Zeuge Desiros schrieb:
    Wie geht denn das? Interzonenzüge hielten doch maximal in Potsdam oder am Schönefelder Flughafen, beides also außerhalb Berlins. Oder gab es Interzonenzüge, die in (Ost-)Berlin hielten?
    Ich versteh' die Frage nicht... Die Interzonenzüge hielten doch auch in Berlin Zoo (und m.W. auch Firedrichstrasse) - das würde ich doch als Berlin bezeichnen.
    Das kommt davon, wenn man Transitzüge und Schnellzüge des "grenzüberschreitenden Binnenverkehrs" in die "Interzonenzugsoße" wirft. Die Transitzüge fuhren Transit durch die DDR bis Westberlin. Erster Vekrhshalt in der DDR war der Bahnhof Friedrichstraße. Die anderen hielten ab dem Grenzbahnhof an allen Bahnhöfen, die in der DDR im D-Zug-Verkehr bedient wurden, der D von Köln nach Görlitz u.a. auch in Potsdam und Bln-Schönefeld.

    Gruß

    Rübezahl
    "Bananenwagen" mit Güterzügen in die "Zone" gelangt sind ...................
    Hallo!

    Die ersten Verkehrshalte in der DDR bei den Zügen nach Berlin war nicht Berlin Friedrichstraße, sondern folgende:

    Schwanheide -> Anschluß Richtung Hagenow Land - Schwerin
    Marienborn -> Anschluß Richtung Magdeburg
    Wartha -> Anschluß Richtung Eisenach (bis 1963, dann außer Betrieb; Ersatz durch Gerstungen)
    Gerstungen war gesperrt (Ab 1963. Ausnahme war zeitweilig Nachtzung Basel - Berlin, wo es einen Anschlußzug nach Eisenach gab. Binnenverkehr Gerstungen - Eisenach war im Anschlußzug nicht möglich, da nur für Anschlußreisende aus Richtung Basel - Bebra.).
    Probstzella war gesperrt (Ausnahme: zu bestimmten Anschlußzügen in Richtung Saalfeld (Saale))
    Gutenfürst -> Anschluß Richtung Schönberg (Vogtland) - Plauen

    In der Gegenrichtung gilt dies entsprechend.

    Bis 13. August 1961 war an allen Stationen Umsteigen zum DR-Binnenverkehr möglich. Da hielten aber fast alle Berlin-Züge auch auf bestimmten Bahnhöfen in der DDR.

    Kai-Uwe, der "Cottbuser"

    Mit freundlichen Grüßen

    Der Cottbuser




    3-mal bearbeitet. Zuletzt am 13.01.21 18:01.

    Re: Silberlinge im Interzonenzüge?

    geschrieben von: Posten 60

    Datum: 13.01.21 18:30

    Moin Mattias, Moin Stefan, Moin zusammen,

    genau so war das, es gab bis 1979 rum auch Zugdurchläufe bis Stralsund.
    Um Ostern und Weihnachten waren immer paar Silberlinge mit schwarzem Keks mit dabei,
    die markanten königsblauen Erste-Klasse-Wagen dazu, sah immer top aus.
    Um 1976 kam rund um Schwerin die 132 zum Einsatz, nach Lübeck aber erst paar Tage später,
    bis der zuständige Technische Bundesbahnoberamtsrat der BD Hamburg sich von der Zuverlässigkeit
    der sowjetischen Großdiesellokomotive überzeugen konnte.
    Die Silberlinge wiederum hatten doch alles, was man bei einer Eisenbahn braucht: stabile Sitze, Übersetzfenster, Dampf- und E-Heizung, elektrisches Licht,
    und die 120 km/h zwischen Bad Kleinen und Rostock waren auch kein Problem.


    Gruß Nils

    OT Frage zu E 2070/2071

    geschrieben von: L-B-E

    Datum: 13.01.21 18:42

    Hallo Ulrich,

    Vielen Dank für die Info.
    Diese Zugbildung war mir bisher unbekannt.
    Ich verfüge nur über das Kursbuch Sommer 1979,
    darin konnte ich diese Leistung ab Westerland nicht entdecken.

    Frage 1
    War im ZpBR dieser so abgebildet?
    Wenn an die CFL verliehen, welche Wagen wären dafür ansonsten durch die CFL gestellt worden?
    Gab es unterwegs noch weitere Wagenveränderungen? Kurswagen auf Teiabschnitten?

    Frage 2
    Bespannung ab Westerland mit 218er bis Hamburg Hbf.?
    Ab Hamburg mit BR 110?

    Der Zug schreit förmlich nach einer Umsetzung auf der Modellbahn. 😉

    Vielen Dank vorab.

    VG Frank

    Ein echtes Foto muß nicht erklärt werden; noch kann es mit Worten beschrieben werden - Anselm Adams

    Zur Zeit unter polnischer Verwaltung

    geschrieben von: Sonderkorrespondent

    Datum: 13.01.21 20:54

    Rübezahl:
    Da wurde uns auch unterrichtet, die deutschen Gebiete jenseits der Oder-Neiße seien "zur Zeit" unter polnischer und sowjetischer Verwaltung, also ebenso wie die DDR "Inland". Diese Realitätsferne wurde dann in der Brandt-Ära endlich beendet.
    Irgendwo habe ich den Spruch Ende der 80er Jahre gesehen und war einigermaßen befremdet. War das im Bundesbahn-Kursbuch oder kann das nachweislich ausgeschlossen werden?

    Wobei es die „Rbd Stettin zur Zeit in Pasewalk“ eventuell auch noch ganz knapp in die DDR geschafft hatte.


    Rübezahl:
    Sehr häufig habe ich die Züge von Köln über Oebisfelde mit den Endbahnhöfen Leipzig, Zwickau und Dresden zu Reisen in die DDR genutzt.
    Wo sie wiederum Ende der 80er mit offensichtlich über 20 Jahre alten Wagen durchaus für Erstaunen über diese Art von Visitenkarte sorgen konnten.
    Der Zeuge Desiros:
    Interzonenzüge hielten doch maximal in Potsdam oder am Schönefelder Flughafen, beides also außerhalb Berlins. Oder gab es Interzonenzüge, die in (Ost-)Berlin hielten?
    Im Dezember 1989 wurden tatsächlich welche zusätzlich eingelegt. Fuhren üblicherweise über Nacht und von/nach Schweineöde.

    Vor dem Systemausfall gab es aber keine. War für Verkehrsgeographie-Lehrer das Paradebeispiel, um die Bezeichnung des Bahnhofs Flughafen Berlin-Schönefeld zu erläutern: Der Name nimmt Bezug auf den Flugplatz und nicht auf die Ortschaft Schönefeld, die eben nicht zu Berlin gehört und folglich auch kein „Berlin-Schönefeld“ ist. Was nach der Wende dann offensichtlich vielen Leuten zu hoch war.
    Sonderkorrespondent schrieb:
    Der Zeuge Desiros:
    Interzonenzüge hielten doch maximal in Potsdam oder am Schönefelder Flughafen, beides also außerhalb Berlins. Oder gab es Interzonenzüge, die in (Ost-)Berlin hielten?
    Im Dezember 1989 wurden tatsächlich welche zusätzlich eingelegt. Fuhren üblicherweise über Nacht und von/nach Schweineöde.

    Vor dem Systemausfall gab es aber keine. War für Verkehrsgeographie-Lehrer das Paradebeispiel, um die Bezeichnung des Bahnhofs Flughafen Berlin-Schönefeld zu erläutern: Der Name nimmt Bezug auf den Flugplatz und nicht auf die Ortschaft Schönefeld, die eben nicht zu Berlin gehört und folglich auch kein „Berlin-Schönefeld“ ist. Was nach der Wende dann offensichtlich vielen Leuten zu hoch war.
    Der Flughafen Stuttgart-Echterdingen liegt auch in nicht in Stuttgart, sondern in Leinfelden-Echterdingen, und der von Hannover namens Langenhagen liegt in Langenhagen vor den Toren der Niedersachsenmetropole und nicht auf ihrem Territorium. In Rom ists genauso - Fiumicino ist ein schönes Fischerdorf 20 km von Rom entfernt mit einem großen Flughafen.

    Gruß
    Mw

    Bei der Fülle des zu verarbeitenden Materials sind einzelne Fehler oder Unrichtigkeiten nicht gänzlich zu vermeiden (Kursbuch Deutsche Bundesbahn)
    Hallo!

    Diese Züge wurden zum 17.11.1989 in Fahrt gesetzt. Von bzw. nach Ost-Berlin wurden folgende Züge eingesetzt:

    D 1100/1101 München - Nürnberg - Probstzella - Halle (Saale) - Berlin-Lichtenberg
    D 1138/1139 Berlin-Lichtenberg - Potsdam - Nauen - Wittenberge - Schwanheide - Hamburg
    D 1158/1159 Berlin-Schöneweide - Halle (Saale) - Erfurt - Gerstungen - Bebra - Frankfurt (M)
    D 1448/1449 Berlin-Schöneweide - Magdeburg - Marienborn - Helmstedt - Köln, zurück bis Berlin Baumschulenweg

    Bis auf D 1448/1449 waren es totale Neuleistungen. D 1448/1449 ersetzten zwischen Berlin und Magdeburg die zuvor eingesetzten D 641/648.

    Zu Weihnachten und Ostern 1989/90 verkehrte zum D 444/445 noch zusätzlich folgender Zug im Verkehr DR-DB:

    D 10444/10445 Cottbus - Flughafen Berlin-Schönefeld - Potsdam - Magdeburg - Marienborn - Düsseldorf

    Kai-Uwe, der "Cottbuser"

    Mit freundlichen Grüßen

    Der Cottbuser

    Vekehrshalte außerhalb Berlins/ Schönefeld

    geschrieben von: Mikado-Freund

    Datum: 13.01.21 22:01

    Sonderkorrespondent zitierte „Der Zeuge Desiros“ der da schrieb:
    Interzonenzüge hielten doch maximal in Potsdam oder am Schönefelder Flughafen, beides also außerhalb Berlins.
    mit dem Kommentar: »War für Verkehrsgeographie-Lehrer das Paradebeispiel, um die Bezeichnung des Bahnhofs Flughafen Berlin-Schönefeld zu erläutern: Der Name nimmt Bezug auf den Flugplatz und nicht auf die Ortschaft Schönefeld, die eben nicht zu Berlin gehört und folglich auch kein „Berlin-Schönefeld“«
    Ebensowenig, wie der Flughafen Halle/Leipzig weder auf Hallenser - noch auf Leipziger Gebiet liegt.

    Heiko hat doch aber auch nichts anderes geschrieben …?
    In Österreich liegen die Flughäfen Wien in Schwechat, Graz in Thalerhof/Kalsdorf und Linz in Hörsching.
    Das ist also keine Besonderheit sondern ganz normal.

    Re: Silberlinge im Interzonenzüge?

    geschrieben von: Exil-Hallenser

    Datum: 14.01.21 21:45

    Hallo zusammen,

    auf den Seiten der Deutschen Fotothek finden sich ebenfalls einige Beispiele für Silberlinge im Reichsbahnland,
    z.B. hier, hier oder hier im Jahre 1966.

    Viele Grüße,
    Thorsten

    Re: Silberlinge in Interzonenzügen?

    geschrieben von: Diesel73

    Datum: 14.01.21 22:31

    Hallo,
    der E2070 hatte im Sommer 1978 zwischen Kassel und Hamburg-Altona folgende Zugbildung: 103-Bn-ABn-Bn-Dms-Bm(SNCF)-ABm(SNCF)-ABn-Bn-Bn. Ab Altona natürlich umgekehrte Reihenfolge und mit 218 bespannt. Der Gegenzug E2071 von Altona bis Kassel: 110-Dms-Bm(SNCF)-ABm(SNCF)-ABn-Bn-Bn-Bn-ABn-Bn.
    Im Sommerfahrplan 1979 verkehrte der Zug unter gleicher Zugnummer nach Würzburg mit nur noch 7 Wagen der DB (2x Bn-ABn-Bn und dazwischen ein BDm.

    Gruß
    Werner

    Silberlinge im "Kleinen Grenzverkehr".

    geschrieben von: Lionman

    Datum: 15.01.21 17:38

    Hallo Matthias,

    im Winter 1978/79 wurden Silberlinge im "Kleinen Grenzverkehr" nach Saalfeld, mit 95er-Bespannung, eingesetzt. Ein Bild dazu findet in dem Buch
    Dampflokomotiven in Thüringen", Der Bahnbetrieb rund um Saalfeld von 1972 - 1980 vom Frankh-Verlag auf Seite 109.

    Beste Grüße aus Hannover-Mittelfeld.

    Frank Stephani

    Re: Silberlinge im "Kleinen Grenzverkehr".

    geschrieben von: Rübezahl

    Datum: 15.01.21 17:53

    Lionman schrieb:
    Hallo Matthias,

    im Winter 1978/79 wurden Silberlinge im "Kleinen Grenzverkehr" nach Saalfeld, mit 95er-Bespannung, eingesetzt. Ein Bild dazu findet in dem Buch
    Dampflokomotiven in Thüringen", Der Bahnbetrieb rund um Saalfeld von 1972 - 1980 vom Frankh-Verlag auf Seite 109.

    Beste Grüße aus Hannover-Mittelfeld.
    Das ist gut bekannt. Bis Probstzella ging es mit E 44. Noch bemerkenswerter finde ich die Leistungen im Kleinen Grenzverkehr via Marienborn. Da konnte man mit dem LVT in den "Westen" fahren!

    Gruß

    Rübezahl

    Re: Silberlinge in Interzonenzügen?

    geschrieben von: Ulf Kutzner

    Datum: 17.01.21 03:33

    Andreas Knipping schrieb:
    Ja eben, der Modernisierungswagen hatte acht schmale Sitze pro Reihe. Die Beinfreiheit war zu gering. Und in Zeiten ohne Klimaanlage waren die nur im obersten Teil per Kurbel zu öffnenden Fenster eine Zumutung und verstärkten eine gewisse Beklemmung in den engen Abteilen. Es geht mir aber nicht um einen nachträglichen Ost-West-Wettbewerb um die besseren Wagen, sondern um den realistischen Blick auf den seinerzeitigen Alltag des Bahnverkehrs.

    Acht Sitze pro Reihe in den von Dir beschriebenen Sechserabteilen, das ist stark.
    Bei der PKP wurden aber später, wie zu lesen war, in besseren Zügen teils nur
    sechs Reisende pro Achterabteil gebucht.

    Gruß, ULF

    Re: Silberlinge in Interzonenzügen?

    geschrieben von: Wagen-Micha

    Datum: 17.01.21 10:32

    Guten Morgen!

    Ergänzung zum Sommer 1982:

    Da gab es den E 2080 München - Würzburg - Bebra - Kassel Hbf
    mit Dms, Bnrz, ABnrz und 2 Bnrz, ( ein Münchener Umlauf )

    ab Kassel dann weiter als E 2070
    der dann noch weitere Wagen mitführte, u.a. auch KW aus Bald Wildungen
    nach Hamburg, und zweitweise sogar bis Westerland

    Gegenleistung war dann der E 2071 / 2081 / 2083
    nach München
    auch wieder mit KW von Westerland ( saison bedingt ) nach Bad Wildungen


    Wagen-Micha



    1-mal bearbeitet. Zuletzt am 17.01.21 10:32.

    Sitzplätze in den Abteilen der Mod-Wägen

    geschrieben von: Christian Kehr

    Datum: 17.01.21 10:58

    Ich glaube da gibt es eine Begriffsverwirrung ...

    Ich gehe mal davon aus, dass in der 2. Klasse pro Abteil 8 Sitzplätze, also 4 pro Sitbankreihe vis ´s vis gegeben waren, also wie in den Vorkriegeswagen 2./3. Klasse. In den 1990ern bin ich ein paar mal von Frankfurt nach Würzburg in in CSD-Y-Wagen 2. Klasse gefahren, da war das auch noch so.

    Grüße

    Das ist aber ein anderes Thema. (o.w.T)

    geschrieben von: Lionman

    Datum: 17.01.21 11:14

    (Dieser Beitrag enthält keinen Text)
    Frank Stephani

    Re: Silberlinge in Interzonenzügen?

    geschrieben von: Wagen-Micha

    Datum: 17.01.21 12:00

    ... und Silberlinge im Verkehr Berlin / DDR sind mir im Süddeutschen Raum ( BD München oder Nürnberg ) nicht bekannt.

    Wagen-Micha

    Re: Silberlinge in Interzonenzügen?

    geschrieben von: S&H

    Datum: 17.01.21 18:35

    Hallo

    Den Beitrag von Wagen-Micha kann ich nur bestätigen.
    Denn, wer würde schon im Fernverkehr einen D-Zugzuschlag fürs Sitzen in einem abteillosen, ohne Polstersitze ausgestatteten Nahverkehrswaggon bezahlen wollen?


    Viele Grüsse

    Hans Horst

    Re: Silberlinge in Interzonenzügen?

    geschrieben von: gerdboehmer

    Datum: 17.01.21 19:29

    Nabend,

    Silberlinge und baugleiche Mitteleinstiegwagen, sowie Grossraumwagen anderer Bauarten waren und sind bei fast allen europäischen Bahnverwaltungen auch im Fernverkehr anzutreffen. Nur weil es einige Kollegen hier nicht selbst erlebt oder beobachtet haben heisst das doch nicht, das es nicht so war.





    1-mal bearbeitet. Zuletzt am 17.01.21 19:41.
    Lionman schrieb:
    […] im Winter 1978/79 wurden Silberlinge im "Kleinen Grenzverkehr" nach Saalfeld mit 95er-Bespannung eingesetzt.
    Ein Bild dazu findet in dem Buch »Dampflokomotiven in Thüringen · Der Bahnbetrieb rund um Saalfeld von 1972 - 1980« vom Frankh-Verlag auf Seite 109
    Hallo Frank,

    das ist mir auch noch erinnerlich, auch wenn ich diese Züge nie „live“ gesehen habe.

    Anbei zwei weitere – beispielhafte – Bilder a) in der [www.fotocommunity.de] und b) innerhalb https://www.0-gleich-dampflok.de/fototagebuecher/fototagebuch-1976-1977-erste-eintraege-mit-ddr-reisebericht-1977/ —> [www.0-gleich-dampflok.de].


    Gruß

    Walter

    Re: Silberlinge in Interzonenzügen?

    geschrieben von: Norbert Bank

    Datum: 21.01.21 02:56

    S&H schrieb:
    Hallo

    Den Beitrag von Wagen-Micha kann ich nur bestätigen.
    Denn, wer würde schon im Fernverkehr einen D-Zugzuschlag fürs Sitzen in einem abteillosen, ohne Polstersitze ausgestatteten Nahverkehrswaggon bezahlen wollen?

    Meine Eltern, ob sie wollten oder nicht. Auch die Platzkarten halfen nichts. Köln-Gotha im LOWA E5.
    Manch einer zahlte sogar den D-Zugzuschlag und musste stehen.
    Manchmal auch trotz Platzkarte, weil die DR den Zug wegen Ueberlänge nicht
    annahm und Wagen abgehängt wurden.

    Gruß

    Norbert
    Mikado-Freund schrieb:


    Dampffrosch schrieb:
    Ein deutscher Bahnhof auf Schweizer Staatsgebiet - so habe ich es während meiner Dienstzeit bei der Deutschen Bundesbahn gelernt.
    Und so ist es auch heute noch, zusammen mit den anderen im Eigentum der Bundesrepublik Deutschland stehenden Bahnstationen auf Schweizer Staatsgebiet, wie Riehen, Riehen Niederholz, Herblingen, Thayngen, Neuhausen Bad Bf, Beringerfeld, Beringen Bad Bf, Neunkirch, Wilchingen-Hallau und Trasadingen.

    Ansonsten ist anzubemerken, dass Andreas Knipping lediglich auf den Post des Users „Bigboy4015“ reagiert hat, dem es um die Entfernungen ging.

    [attachment]

    ▲ Fahrplantechnischer Binnenverkehr ab Basel bad. Bf

    .



    Gehe ich recht in der Annahme, daß Dreieck und Fußnote so nicht im Kursbuch standen?

    Gibt es besondere Gründe, warum Du Zug 5720 von der hervorhebenden Blaurahmung
    ausgenommen hast?
    Ulf Kutzner schrieb ein Vollzitat und fragte:
    Gehe ich recht in der Annahme, daß Dreieck und Fußnote so nicht im Kursbuch standen?
    Ja. Es handelt sich um eine Bild- bzw. Scanunterschrift.

    Gibt es besondere Gründe, warum Du Zug 5720 von der hervorhebenden Blaurahmung ausgenommen hast?
    Nein, gibt es nicht. Den hab ich schlicht übersehen, vergessen …

    Walter