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Gleise / Radprofil, Streckenverlauf und ?

geschrieben von: 600mm

Datum: 14.01.21 00:46

JörgS schrieb:
Ich vermute daher, dass die eingesetzten Fahrzeuge der Reichsbahn über ein BO-Strab Radprofil verfügten. Nur wie erfolgte dann die Wartung ? EBO Gleise konnten diese Fahrzeuge nur noch sehr beschränkt befahren.
Die Problematik mit den verschieden Radprofilen ist mir von der Karlsruher Stadtbahn bekannt. War das damals auch schon so mit den jeweiligen Radprofilen? Ich Glaube aber nicht wirklich, das an den Fahrzeugens irgendwas geändert wurde am Radprofil. Diese Maßnahme wurde Ende 1944 durchgeführt! Da gab es sicher ganz andere Probleme.

Auch die Sinnhaftigkeit der eingerichteten recht kurzen Strecke vom Odeonplatz bis zur Ecke Hohenzollern- / Leopoldstraße, so wird es jedenfalls benannt, finde ich fragwürdig. Mitten in der Stadt so ein Aufwand für knappe 2Km? Wie kamen die Fahrzeuge dorthin? Die eingesetzte Lok ist doch bestimmt nicht durchgängig auf der besagten Strecke die ganze Zeit im Einsatz verblieben ohne diese zu verlassen. Wie wurde die Restaurierung der Maschine durchgeführt? Wasser aus einem Hydranten und Kohle per LKW oder andersartig rangeschafft?

Ich vermute, die Strecke hatte eine Verbindung zur DR. Anders kann ich es mir über mehrere Monate nicht wirklich vorstellen.

Die Rot eingezeichnete Strecke ist die beschriebene Kriegslinie V. In Gelb ist meine Vermutung. Bis zur Höhe des Güterbahnhofes Schwabing lag auch Straßenbahn. Sicherlich mussten ein Paar fliegende Gleise vom Güterbahnhof Schwabing verlegt werden um auf die Leopoldstraße zu kommen. Richtig Sinn hätte die Strecke gemacht, wenn sie weiter bis nach Milbertshofen bestanden hätte. Dort gab es doch bestimmt wichtige Rüstungsindustrie?

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Eisenbahnen sind in erster Linie nicht zur Gewinnerzielung, sondern dem Gemeinwohl verpflichtete Verkehrsanstalten. Sie haben entgegen dem freien Spiel der Kräfte dem Verkehrsinteressen des Gesamtstaates und der Gesamtbevölkerung zu dienen.
- Otto von Bismarck -

Fragen, Vermutungen, Erkenntnisse

geschrieben von: 144.5

Datum: 14.01.21 04:34

Hallo Bahnhistoriker,

erst mal danke an Klapauzius für den Ausgangsbeitrag, der offensichtlich ein interessierendes Thema anspricht, sowie für die ergänzenden Anmerkungen.

Cronauer's Film wurde nach einer Restaurierung durch das Filmmuseum 2015 öffentlich vorgestellt und zusätzlich kommentiert. Das Werk habe ich mir daraufhin besorgt. Die Aufnahmen sind beklemmend, obwohl es z. B. von Hamburg oder Berlin noch viel schlimmeres Material gibt.

Der Betrieb mit Dampf + VS wirft natürlich einige Fragen auf, wie:
- Streckenwahl (es gab noch zwei weitere Linien: Stiglmaierplatz - Rotkreuzplatz und Hbf - Barthstraße, alle ziemlich gerade und ohne größere Steigungen)
- Betriebskonzept z. B. Antransport der Fahrzeuge, Versorgung und Unterhaltung
- Gab es solche Notlösungen auch in anderen Städten.

Zur Verbindung Odeonsplatz - Hohenzollernstr. vermute ich, dass sie "kriegswichtig" war, da sie eine Verbindung nach Freimann und insbes. zum dortigen RAW darstellte (ca. 6000 Bedienstete), welches auch Aufgaben zerstörter Werke zu übernehmen hatte [Chronik zum 50jährigen Bestehen]. In der Höhe der Hohenzollernstr. konnte man in die offensichtlich noch intakte L 6 (Wendeschleife am Nikolaiplatz) nach Freimann umsteigen. Wie schon angemerkt, waren u. a. die zerstörten Oberleitungen ein Problem. In der Ludwigstr. waren sie weitgehend mit relativ großer Spannweite an den tw. zerstörten Gebäuden angebracht.

Einen Antransport der Kohle per LKW halte ich für unwahrscheinlich, nachdem Straßenbahnen LKWs zwecks Treibstoffeinsparung auf ausgewählten Strecken regelmäßig schleppten.

Über weitere Hinweise würde ich mich freuen.

Schöne Grüße
144.5
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