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Wer war Designer des DR VT18.16?

geschrieben von: tbk

Datum: 21.11.20 11:14

http://railfaneurope.net/pix/de/diesel/dmu/historic/VT18/VT18_aachen1.jpg

Ist überliefert, aus wessen feder die formgestaltung dieses zuges stammte?


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Bei der fülle des zu verarbeitenden materials sind trotz sorgfältiger bearbeitung vereinzelte tippfehler oder kleinere unstimmigkeiten nicht immer vermeidbar. Eine rechtliche gewähr für die richtigkeit des inhalts dieses beitrages kann daher nicht übernommen werden.

Re: Wer war Designer des DR VT18.16?

geschrieben von: gerdboehmer

Datum: 21.11.20 11:56

Hallo,

Meines Wissens nach geht das Design auf Franz Kruckenberg zurück, der ja bei der Entwicklung von Eisenbahnfahrzeugen federführend beteiligt war.

und ein schönes Wochenende

Re: Wer war Designer des DR VT18.16?

geschrieben von: tbk

Datum: 21.11.20 12:14

So weit klar, aber Kruckenberg arbeitete nach dem krieg für die DB; als der VT18.16.01 im jahr 1963 vorgestellt wurde, war er bereits 80 jahre alt und sicher schon im ruhestand. Ich kann mir nicht vorstellen, dass er zur zeit der deutschen teilung (verschärft seit dem mauerbau 1961) aktiv in die entwicklung einbezogen wurde. Seine vorkriegsentwicklungen, insbesondere der 137 155, dienten also höchstens als inspiration. Wie wohl auch der DB VT11.5 von 1957, dessen form von Klaus Flesche (MAN) gestaltet worden war.


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Bei der fülle des zu verarbeitenden materials sind trotz sorgfältiger bearbeitung vereinzelte tippfehler oder kleinere unstimmigkeiten nicht immer vermeidbar. Eine rechtliche gewähr für die richtigkeit des inhalts dieses beitrages kann daher nicht übernommen werden.

Re: Wer war Designer des DR VT18.16?

geschrieben von: Pio

Datum: 21.11.20 12:34

Die SVT der Bauart Görlitz als auch die 11.5 der DB waren logische Weiterentwicklungen aus dem SVT der BA Kruckenberg.
Während dem 11.5 deutlich seine Verwandschaft mit dem 137 155 anzusehen ist, wurde der 18.16. im Waggonbau Görlitz mit den Erfahrungswerten
aus dem Vorkriegs VT Kruckenberg neu entworfen. Der VT 11.5 lehnte sich enger an sein Vorbild 137 155 an, während der 18.16. einen abweichenden Zugverbandsaufbau erhalten hat, Beide Züge übernahmen das Antriebskonzept mit Dieselmotor und Strömungsgetriebe vom 137 155, welche auch von Voith für die DB (LT306r Voith Heidenheim) und DR (L306rt Voith St.Pölten) zugeliefert wurden. Anordnung der Agregate und Maschienendrehgestelle setzten dem Designern enge Vorgaben.
Um die Frage nach dem Design für den 18.16. zu beantworten: Konstruktionsabteilung des VEB Waggonbau Görlitz
Design 11.5 : Abteilung Design der Maschinenfabrik Augsburg-Nürnberg unter Leitung von Klaus Flesche.

Zwei Trapeze pro Bahnhof statt zwei einfacher Weichenverbindungen !!!

Re: Wer war Designer des DR VT18.16?

geschrieben von: miyake

Datum: 21.11.20 16:54

Hallo,

im Buch "Die Schnelltriebwagen der Bauart Görlitz" aus dem EK-Verlag steht auf S. 120:

"Über die Ausarbeitung der Projekte, die den Bau eines Schnelltriebwagens vorbereiteten, ist leider nicht viel bekannt. Wir wissen aber, dass das Institut für Angewandte Kunst, vertreten durch die Gestalter Reichelt, Gutheil und Köhler, die Gestaltung des Zuges übernommen hatten. Schon die Ansicht des SVT Görlitz lässt den Schluss zu, dass der Kruckenbergsche SVT 137 155 als Vorbild diente. So kann man in der Fachliteratur lesen, dass der 1938 von Kruckenberg in deutlicher Anlehnung an Formen des Flugzeugbaus entwickelte Schnelltriebwagen, dessen Vorbau in Tropfenform über die Fenster des hochliegenden Führerstandes zur Dachhöhe aufschloss, als Vorläufer einer Reihe moderner Triebwagen gelten kann. Weiterhin wird erwähnt, dass der Schienenfahrzeugbau der DDR die von Kruckenberg experimentell gestalteten Formen beim SVT Görlitz nach neuen technischen und gestalterischen Erkenntnissen weiterentwickelt hat. Ein Werksentwurf aus Görlitz, der an die "schwellenden Kurven und bombastischen Stromlinien" amerikanischer Autos erinnert hatte, wurde übrigens verworfen."

Re: Wer war Designer des DR VT18.16?

geschrieben von: saum13

Datum: 21.11.20 19:01

Durch ein Gestalterkollektiv aus Heidenau wurde die "heute bekannte" äußere Farbgebung sowie die Innenaustattung entworfen.

saum

Re: Wer war Designer des DR VT18.16?

geschrieben von: wolfgang-d. richter

Datum: 21.11.20 20:10

Pio schrieb:
Die SVT der Bauart Görlitz als auch die 11.5 der DB waren logische Weiterentwicklungen aus dem SVT der BA Kruckenberg.
Während dem 11.5 deutlich seine Verwandschaft mit dem 137 155 anzusehen ist, wurde der 18.16. im Waggonbau Görlitz mit den Erfahrungswerten
aus dem Vorkriegs VT Kruckenberg neu entworfen. Der VT 11.5 lehnte sich enger an sein Vorbild 137 155 an, während der 18.16. einen abweichenden Zugverbandsaufbau erhalten hat...
So stimmt dieser Abschnitt sicher nicht, wenn man sich die Skizzen der Züge im Vergleich anschaut - beide haben sich vom Kruckenbergschen Entwurf gelöst, wobei sich der VT 11.5 mit seinem Triebkopfkonzept noch etwas weiter entfernt (was auch die gestalterischen Aspekte der Kopfform mit einbezieht):

https://abload.de/img/gegenberstellungsvt97jjt.jpg

Die Konstrukteure beider Züge haben einen entscheidenden Nachteil des Kruckenberg-Zuges eliminiert, den extremen vorderen Überhang des Fahrdiesels.
Beim Görlitzer Zug wandert dieser, wie bei den älteren SVT aus gleichem Hause, ins Drehgestell, bei der MAN-Lösung wird er im Fahrzeugkasten angeordnet, wobei der auch hier noch unvermeidliche Überhang durch die Hilfsdiesel-Generatorgruppe mehr als kompensiert wird:

https://abload.de/img/gegenberstellungsvt-b2jkhb.jpg

Es darf auch nicht außer Acht gelassen werden, dass der Kruckenberg-Zug mit gerade mal zwei angetriebenen Achsen kaum als Muster für einen Serienbau tauglich gewesen ist; der Schritt zu grundlegenden Veränderungen war eine logische Konsequenz, die gleich zu zwei erfolgreichen Ergebnissen geführt hat.

Viele Grüße
Wolfgang-D.

Re: Wer war Designer des DR VT18.16?

geschrieben von: Pio

Datum: 21.11.20 22:54

Was ist in den Worten Weiterentwickllung mit den Erfahrungswerten aus ........ falsch?
11.5 übernahm das Konzept des DM im Vorbau, was zu dem doch größeren Volumen dieses führte.
18.16 setzte den DM mit Getriebe Lichtanlaßmaschiene/Lüftergenerator ins Drehgestell, und damit tiefer. Außerdem wurde die Anordnungsrichtung umgedreht und der DM in den M-Raum hinter den Führerstand verlegt. Dadurch war im Vorbau Platz und konnte dementsprechend freier gestaltet werden.
Zwischen dem Kruckenberg VT und dem 11.5/18.16. lagen einige Jahre rasanter technischer Entwicklungen. Es wurden auch beide Fahrzeuge unter anderen gesellschaftlichen und vor allen Dingen auch materiellen Bedingungen weiterentwickelt, was natürlich auch zu unterschiedlichen Ergebnissen und Lösungsansätzen führte.

Zwei Trapeze pro Bahnhof statt zwei einfacher Weichenverbindungen !!!




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 21.11.20 23:05.

Re: Wer war Designer des DR VT18.16?

geschrieben von: wolfgang-d. richter

Datum: 21.11.20 23:46

Ich hatte mich an der Formulierung gestört, dass ein Triebkopfkonzept einem Jakobs-Triebwagenzug ähnlicher sein soll als ein Triebwagenkonzept, der Rest passte doch ganz gut.

Gruß
Wolfgang-D.