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Dies ist KEIN Museumsbahnforum! Bilder, Meldungen und Fragen zu aktuellen Sonderfahrten bitte in die entsprechenden Foren stellen.
Servus,

wieder einmal möchte ich mich aus Oberbayern melden. Nachdem ich Euch vergangene Woche Bilder von dem Streckenabschnitt des Filzenexpress´ zwischen Ebersberg und Wasserburg gezeigt habe [www.drehscheibe-online.de], möchte ich Euch heute Bilder von der Fortsetzung der Strecke in Richtung Wasserburg zeigen - es sind die beiden Bahnhöfe der Stadt Wasserburg: Wasserburg Bahnhof und Wasserburg Stadt. Beide Stationen sind über eine 4 Kilometer lange Stichstrecke miteinander verbunden, die am 24.12.1902 eröffnet wurde und auf der der Gesamtverkehr am 02.03.1987 jäh unterbrochen wurde, als die Wassermassen starker Regenfälle den Bahndamm auf etlichen Metern unterspülten. Für die Bundesbahn seinerzeit ein willkommener Anlass zur Einstellung des Gesamtverkehrs.


https://abload.de/img/wasserburgbf-stadtfpk5m.jpg
Zur Einleitung eine Karte...


https://abload.de/img/w86-87eejfv.jpg
...und ein Auszug aus dem letzten Kursbuch (Winter 1986/87).
Eigentlich ein respektables Angebot, das den Stadtbahnhof mit der relativ weit außerhalb der Stadt gelegenen Station Wasserburg Bahnhof verband.
Sowohl die Züge aus Ebersberg als auch die Züge aus Rosenheim waren zum Wasserburger Stadtbahnhof durchgebunden.

Nun zu meinen Bildern, die allesamt am 26.10.1990 entstanden sind.


Bahnhof Wasserburg Bahnhof
km 24,7 (von Ebersberg / Grafing) - km 25,7 (von Rosenheim) - km 0,0 (nach Wasserburg Stadt)

Die Station Wasserburg Bahnhof wurde bereits am 01.05.1876 im Zuge der Bahnstrecke Rosenheim - Wasserburg - Mühldorf eröffnet, die jedoch eher der Umfahrung Münchens diente als dem Anschluss Wasserburgs an die Landeshauptstadt.
Am 24.12.1902 kam eine Stichstrecke zum Stadtbahnhof dazu, denn der ursprüngliche Wasserburger Bahnhof lag weit außerhalb der in einer Innschleife gelegenen Stadt Wasserburg.
In westliche Richtung wurde Wasserburg am 01.10.1903 mit der letzte Woche vorgestellten Bahnstrecke nach Ebersberg angebunden, so dass eine relativ direkte Verbindung auch nach München bestand.

Wir beginnen unseren Streifzug in Wasserburg Bahnhof. Es ist der an der Strecke Rosenheim - Mühldorf gelegene Bahnhof, von wo aus in Richtung Süden die Strecken nach Ebersberg und zum Stadtbahnhof abgehen.

https://abload.de/img/0a-straenseite-261090uvjwj.jpg
1. Straßenseite

https://abload.de/img/a01-ausmhldorf-261090zij08.jpg
2. Blick aus Richtung Mühldorf

https://abload.de/img/a00-ausrosenheim-2610rkjdx.jpg
3. Blick aus Richtung Rosenheim, Ebersberg und Wasserburg Stadt

https://abload.de/img/b01-ausmhldorf-2610902qj5u.jpg
4. Blick aus Richtung Mühldorf. Personenzüge fuhren gerade nicht, als ich vor Ort war, aber plötzlich kam ein Güterzug aus Richtung Rosenheim heran.


https://abload.de/img/a11-nachmhldorf-26109d2j0n.jpg
5. Blick in Richtung Mühldorf


https://abload.de/img/a10-nachrosenheim-261nmj8e.jpg
6. Blick in Richtung Rosenheim, Ebersberg und Wasserburg Stadt


https://abload.de/img/d10-nachrosenheim-261l5jn3.jpg
7. Blick in Richtung Rosenheim, Ebersberg und Wasserburg Stadt, dieses Mal mit der 212, die gleich nach der Ankunft anfing zu rangieren.


https://abload.de/img/b00a-ausrosenheim-261exkln.jpg
8. Blick aus Richtung Rosenheim, Ebersberg und Wasserburg Stadt.
Gut sieht man die umfangreichen Gleisanlagen im Bahnhof mit fünf Ausfahrsignalen in Richtung Süden.


https://abload.de/img/b10-nachrosenheim-261k4jiv.jpg
9. Blick in Richtung Wasserburg Stadt (links) bzw. in Richtung Rosenheim und Ebersberg (rechts).
Die Gleise nach Rosenheim und Ebersberg verzweigen sich hinter der Weiche rechts im Bild wieder.


https://abload.de/img/b00b-ausrosenheim-261ygjy2.jpg
10. Blick aus Richtung Rosenheim und Ebersberg (links) bzw. Wasserburg Stadt (rechts).



km 4,4 Bahnhof Wasserburg Stadt

Der Wasserburger Stadtbahnhof war bei meinem Besuch am 26.10.1990 schon 3½ Jahre außer Betrieb und vom restlichen Bahnnetz abgeschnitten.
Die nach der Streckenunterspülung seinerzeit im Stadtbahnhof eingeschlossenen Fahrzeuge wurden per Straßenroller abgeholt und die Bahnanlagen wuchsen langsam aber sicher zu.
Heutzutage ist auf dem Gelände der Busbahnhof von Wasserburg, das Bahnhofsgebäude beherbergt ein Café.

https://abload.de/img/0a-straenseite-261090w1kpr.jpg
11. Straßenseite


https://abload.de/img/a00-auswasserburgbahnu4jgf.jpg
12. Blick aus Richtung Wasserburg Bahnhof


https://abload.de/img/b01-vomgleisende-2610oljht.jpg
13. Blick vom Gleisende


https://abload.de/img/b00-auswasserburgbahnyek19.jpg
14. Blick aus Richtung Wasserburg Stadt



Am 30.07.1986 war Sven (Bremsbeamter a.D.) in Wasserburg Stadt, seinerzeit war dort noch Hochbetrieb mit mehreren Schienenbusgarnituren, die den Bahnhof sowohl aus Richtung Rosenheim als auch aus Richtung Ebersberg erreichten. Sven hat mir die beiden nachfolgenden Bilder zur Verfügung gestellt, damit Ihr auch sehen könnt, wie lebhaft es zu Betriebszeiten in Wasserburg Stadt zuging. Vielen Dank an Sven!

https://abload.de/img/1852_wasserburg_1200eajun.jpg
15. Blick aus Richtung Wasserburg Bahnhof mit 798 780-3, 998 256-2 und 998 864-3 auf dem linken Gleis



https://abload.de/img/1853_wasserburg_1200thjqn.jpg
16. Blick aus Richtung Wasserburg Bahnhof
Im Vorderund steht der 798 760-5 mit 998 259-6 und 998 652-2, Hintergrund steht der 798 692-0 mit 998 251-1 und 998 654-8


Im Gegensatz zu allen anderen Strecken dieser Region ist die Zukunft der Strecke zum Stadtbahnhof so gut wie aussichtslos nach dem vor ein paar Wochen ergangenem Gerichtsurteil: [www.drehscheibe-online.de]
Für mich ist es unverständlich, dass die Stadt Wasserburg nicht alles daran setzt, eine mögliche S-Bahn von Ebersberg bis zum Bahnhof Wasserburg auch bis in die Innenstadt verlängern zu können. Was würden andere Städte dafür geben, wenn sich ihnen so eine Chance bieten würde?

Soweit zum Thema Wasserburg, am 26.10.1990 schaute ich mir auch die Strecke Rosenheim - Wasserburg - Mühldorf an, deren nördlicher Abschnitt zu jener Zeit im Dornröschenschlaf lag.
Falls Interesse an weiteren Berichten aus dieser Region zu erkennen ist, werde ich Euch auch diese Bilder zeigen.

Bis dahin viele Grüße
Christoph





1-mal bearbeitet. Zuletzt am 24.11.20 00:00.
Moin Christoph,

vielen Dank für Deinen sehenswerten Beitrag!
Beste Grüße

Wolfgang

Mich interessiert vieles - und alles rund um das Bw Bestwig!

ccar schrieb:
Servus,

wieder einmal möchte ich mich aus Oberbayern melden. Nachdem ich Euch vergangene Woche Bilder von dem Streckenabschnitt des Filzenexpress´ zwischen Ebersberg und Wasserburg gezeigt habe [www.drehscheibe-online.de], möchte ich Euch heute Bilder von der Fortsetzung der Strecke in Richtung Wasserburg zeigen - es sind die beiden Bahnhöfe der Stadt Wasserburg: Wasserburg Bahnhof und Wasserburg Stadt. Beide Stationen sind über eine 4 Kilometer lange Stichstrecke miteinander verbunden, die am 24.12.1902 eröffnet wurde und auf der der Gesamtverkehr am 02.03.1987 jäh unterbrochen wurde, als die Wassermassen starker Regenfälle den Bahndamm auf etlichen Metern unterspülten. Für die Bundesbahn seinerzeit ein willkommener Anlass zur Einstellung des Gesamtverkehrs.


Im Gegensatz zu allen anderen Strecken dieser Region ist die Zukunft der Strecke zum Stadtbahnhof so gut wie aussichtslos nach dem vor ein paar Wochen ergangenem Gerichtsurteil: [www.drehscheibe-online.de]
Für mich ist es unverständlich, dass die Stadt Wasserburg nicht alles daran setzt, eine mögliche S-Bahn von Ebersberg bis zum Bahnhof Wasserburg auch bis in die Innenstadt verlängern zu können. Was würden andere Städte dafür geben, wenn sich ihnen so eine Chance bieten würde?

Soweit zum Thema Wasserburg, am 26.10.1990 schaute ich mir auch die Strecke Rosenheim - Wasserburg - Mühldorf an, deren nördlicher Abschnitt zu jener Zeit im Dornröschenschlaf lag.
Falls Interesse an weiteren Berichten aus dieser Region zu erkennen ist, werde ich Euch auch diese Bilder zeigen.

Bis dahin viele Grüße
Christoph
Servus Christoph,

vielen Dank für diesen Beitrag und natürlich auch für den vorherigen.
Mir war es leider nicht mehr vergönnt, diese Strecke im Betrieb zu sehen. und auch ich finde die vertane Chance zum S-Bahn Anschluss von EBE nach WS-Stadt äußerst bedauerlich,
aber dies passt leider zur allgemeinen Verkehrspolitik.
Vor vier Jahren, bei meinem letzten Besuch, war das Bahngelände (inkl. meines PKWs), völlig zugeparkt.

Selbstverständlich besteht (großes) Interesse von weiteren Beiträgen aus dieser Region.


Viele Grüße und bleib gesund.
Lines

https://abload.de/img/s3-6nrdlingen_54ozktg.jpg




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 26.11.20 07:24.

Ergänzung: Esig + Evsig (2 B)

geschrieben von: Djosh

Datum: 20.11.20 21:00

Hallo Christoph,

auch die Fortsetzung zeigt wieder interessante Eindrücke! Wasserburg Bahnhof war schon ein sehenswerter Bahnhof. Das Bahnsteigdach vom Inselbahnsteig stammt übrigens vom Hausbahnsteig in Mühldorf. Als in den 70er Jahren das dortige Bahnhofsgebäude neu gebaut wurde, wanderte ein Teil des Daches nach Wasserburg Bf, ein anderer zum Hp Schalchen an der Strecke Garching – Traunsteing.

Am 1. Mai 1988 wanderten wir die Strecke bis nach Wasserburg Stadt hinunter. Zur Ergänzung hier noch die beiden Signale:

https://doku-des-alltags.de/BDMuenchen/Ebersberg-Wasserburg/880501%20Data/21%20Wasserburg%20Bf.jpg

Das Einfahrsignal, bereits ohne Propangasbehälter. Die Spanndrähte waren noch vorhanden, die sieht man hier nur bisschen schlecht. Dahinter der Anschluss zur Molkerei. Leider kann ich nicht erkennen, was das für ein Kesselwagen ist. Den Abzweig kann man auf Google Maps noch erkennen, aber das weitere Gelände komplett mit weiteren Werkshallen bebaut:

[www.google.de]



https://doku-des-alltags.de/BDMuenchen/Ebersberg-Wasserburg/880501%20Data/22%20Wasserburg%20Bf.jpg

Das zugehörgige Vorsignal, direkt beim km 1,0. Dahinter der BÜ Megglestraße.

Inzwischen sieht aus auch hier bisschen anders aus
[www.google.de]



https://doku-des-alltags.de/BDMuenchen/Ebersberg-Wasserburg/890526%20Data/Film%202/15%20212%20209%20in%20Wasserburg%20Bf.jpg

Beim Rangieren war immer ganz schön was geboten. Hier 212 209 am 26. Mai 1989. Hier werden gerade Schiebewandwagen ins Ladegleis gedrückt. Später machte sich die Lok mit einem einzelnen Wagen nach Soyen auf.


Viele Grüße,
Georg

https://doku-des-alltags.de/banner/DSObanner01.jpg

Wasserburg Stadt

geschrieben von: Holger R

Datum: 20.11.20 21:17

Hallo zusammen,

dazu noch der Gleisplan von 1906 u.a. mit einständigen Lokschuppen

Wasserburg1906.jpg

Und nach dem Ausbau 20 Jahre später. Neben dem erweiterten Lokschuppen dürfte noch das nur kurze Zeit existierende Indutriegleis zur Flußbaustelle vor dem Tunnel interessant sein. Bis auf die Flußbaustelle und später die hintere Ladestraßenanbindung blieb der Gleisplan bis Anfang der 70er weitgehend unverändert. Obwohl es zu der Zeit noch lokbespannten Personenverkehr (1 Zugpaar) und natürlich Güterverkehr gab, wurde die hintere Gleisverbindung zum umfahren entfernt. Von nun an musste stets durch abrollen der Garnitur aus der Tunnelgefällestrecke umfahren werden. Durch die Lage der Güteranschließer in beide Richtungen ergaben sich dadurch durchaus komplizierte Rangiermanöver.

GleisplanWasserburgStadt1926.jpg

Hier noch der Blick aus den Tunnel (1986) - im Hintergrund das Innkraftwerk sowie vorne die Fläche der ehemaligen Flussbaustelle welche im Prinzip nur eine Abkippstelle für Flußbausteine war.
FilzenG_03.JPG

Schöne Bilder aus Wasserburg Stadt mit der Sonderfahrt der 24 009 gibt es in dem Thread von Steffen Lüdecke:
[www.drehscheibe-online.de]
Bild 18 dokumentiert dort schön den Umsetzvorgang mit dem zurückdrücken der Garnitur in den Tunnel. Für die Freunde der Sicherungstechnik: Fernverriegelte Handweiche und man sieht den Bedienknopf für die Hupe der Rangiersignale wenn zur Lok auf der anderen Seite des Tunnels keine Sichtverbindung besteht!


Viele Grüße
Holger



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 23.11.20 08:34.
Wieder ein sehr interessanter Beitrag, Christoph, und wunderbar ergänzt durch Informationen und Bildmaterial von Mitlesern - vielen Dank! Die geografische Lage des Bf Wasserburg Stadt war natürlich exquisit und so muss es nicht verwundern, dass die Modellbahnliteratur geradezu überquillt vor Anlagenvorschlagen zum Thema Wasserburg. Gerade die Unterführung an der Bahnhofsausfahrt schreit geradezu nach einer versteckten Einfahrt zum Schattenbahnhof. Gleichzeitig muss ich sagen, dass die Hochbauten an der Strecke mich teilweise nicht sehr beeindrucken. Interessant, dass das (aus meiner rein persönlichen Warte) besonders unattraktive EG des Bf Wasserburg Stadt ueberlebt hat.

Eine Mischperspektive der Bilder 8 und 10 konnte ich selber ca. einen Monat, bevor du deine Bilder aufgenommen hast, einnehmen, als ich als Passagier eines Reisebusses über den Bahnübergang der B 304 fuhr. Obwohl das jetzt 30 Jahre her ist, weiß ich genau, dass drei Schienenbusgarnituren im Bf auf Abfahrt warteten. Ich fiel fast vom gut gepolsterten Sitz, kannte ich den VT 98 doch nur aus der Literatur! Ich hatte nicht gedacht, dass so etwas überhaupt noch fuhr.
Klitzekleine Anmerkung: mit den Bildunterschriften zu Bild 8 ("Blick in Richtung Rosenheim, Ebersberg und Wasserburg Stadt") und Bild 10 ("Blick in Richtung Rosenheim und Ebersberg (links) bzw. Wasserburg Stadt (rechts)") meinst du sicher, dass der Blick auf die Einfahrgleise aus Richtung der genannten Orte fällt, nicht, dass die eigentlichen Orte in dieser Richtung liegen. Bei Bild 9 hast du es ja korrekt betitelt, obwohl der Fotograf in die andere Richtung blickte.

Wie gesagt, Oberbayern geht immer! Bitte meeehr!😋

Pfiat's aich,

Ricky

...and that's how the cookie crumbles!




2-mal bearbeitet. Zuletzt am 21.11.20 05:08.

Noch paar Schienenbusse

geschrieben von: Djosh

Datum: 21.11.20 09:09

Ricky Fitz schrieb:
Eine Mischperspektive der Bilder 8 und 10 konnte ich selber ca. einen Monat, bevor du deine Bilder aufgenommen hast, einnehmen, als ich als Passagier eines Reisebusses über den Bahnübergang der B 304 fuhr. Obwohl das jetzt 30 Jahre her ist, weiß ich genau, dass drei Schienenbusgarnituren im Bf auf Abfahrt warteten.
Servus Ricky,

zu dem Zeitpunkt dürfte die von Dir gesichtete dritte Garnitur der unter der Woche abgestellte Bei- und Steuerwagen auf Gleis 4 gewesen sein. Die Strecke Ebersberg – Wasserburg Bf wurde unter der Woche nur einteilig befahren, ab Sonntag aber dreiteilig. Werktags und am Samstag waren die beiden Fahrzeuge in Wasserburg Bf abgestellt:

https://doku-des-alltags.de/BDMuenchen/Ebersberg-Wasserburg/890526%20Data/Film%202/12%20Wasserburg%20Bf.jpg

Auf Gleis 4 stehen die beiden VB und VS, auf Gleis 3 wartet die Garnitur nach Rosenheim mit 798 524 auf die Abfahrt. Gleis 3 ist eigentlich das durchgehende Streckengleis Rosenheim – Mühldorf. Gleis 2 wurde nach meinen Beobachtungen so gut wie immer dem Güterzug vorbehalten. Der auf Gleis 1 stehende 798 675 ist zuvor aus Ebersberg angekommen. Normalerweise würde er hier jetzt auf die Rückfahrt um 15:42 (!) warten, aber an dem Tag wurde er nach Rosenheim ins Bw überführt.



https://doku-des-alltags.de/BDMuenchen/Ebersberg-Wasserburg/890526%20Data/Film%202/13%20798%20675%20in%20Wasserburg%20Bf.jpg

Dazu setzte er nach Gleis 3 über an die dort stehende Garnitur, ...



https://doku-des-alltags.de/BDMuenchen/Ebersberg-Wasserburg/890526%20Data/Film%202/14%20Nto%205366%20in%20Wasserburg%20Bf.jpg

... und vierteilig ging es dann nach Rosenheim.



https://doku-des-alltags.de/BDMuenchen/Ebersberg-Wasserburg/880405%20Data/23%20998%20864%20in%20Wasserburg%20Bf.jpg

Manchmal standen die erwähnten VB und VS aber auch auf dem Abstellgleis hinter Gleis 1, wie hier im April 1988. Auf dieses Gleis wurde auch der von Christoph im 1. Teil erwähnte 420er geleitet, der sich an Silvester 1988 in Ebersberg selbstständig gemacht hatte.



https://doku-des-alltags.de/BDMuenchen/Ebersberg-Wasserburg/880405%20Data/18%20211%20286%20in%20Wasserburg%20Bf.jpg

An dem Tag konnte ich auch diese hübsche Fahrzeugaufstellung festhalten.



https://doku-des-alltags.de/BDMuenchen/Ebersberg-Wasserburg/870820%20Data/03%20798%20653%20in%20Wasserburg%20Bf.jpg

Und auch der Ersatztriebwagen der Chiemgaubahn, 798 653, kam auch gelegentlich nach Wasserburg.


Viele Grüße,
Georg

https://doku-des-alltags.de/banner/DSObanner01.jpg





1-mal bearbeitet. Zuletzt am 21.11.20 09:10.

Dammrutsch: Parallelen zur Waginger Bahn

geschrieben von: Bahnhofsvorstand

Datum: 21.11.20 09:13

Auf der Waginger Bahn ereignete sich ca. 11 Jahre zuvor, um das Jahr 1976, ebenfalls ein vergleichbarer Dammrutsch und zwar zwischen den Hp Kirchhalling und Unteraschau.
Es waren damals auch starke Regenfälle. Ich selbst war damals Fahrgast in dem Frühzug von Waging nach Traunstein, der nach dem Hangeinschnitt vor dem Dammrutsch abrupt bremste und zum Stehen kam. Der dort hohe Bahndamm war abgerutscht und die Gleise hingen in der Kurve auf einer Strecke von ca. 20 m "in der Luft". Ca. 20 Minuten vorher war die dreiteilige Garnitur aus Traunstein noch über diese Stelle gefahren. Zurück ging es dann nicht mehr, denn zwischenzeitlich war der Damm abgerutscht.

Der Schienenbus fuhr dann nach Waging zurück und war dort für ca. 6 Wochen "eingeschlossen", bis der Bahndamm wieder in Ordnung gebracht war. Er musste mit hohem Kostenaufwand neu aufgeschüttet werden. Ein Wunder, dass damals diese Strecke nicht aus "technischen Gründen" stillgelegt wurde, wie ein Jahrzehnt später die Wasserburger Stadtstrecke.

Noch heute ist die Waginger Bahn im Stundentakt voll in Betrieb. Aber ganz ehrlich, auf der Wasserburger Strecke wäre die Fahrgastfrequenz - wenn diese noch bestehen würde - gewiss höher.
Hallo

...und so war der Wasserburger Bahnhof an der ex. KBS 941 wenn sich dort die Schienenbusse trafen,
26. September 1985...

Quelle: YouTube

Re: Noch paar Schienenbusse

geschrieben von: Ricky Fitz

Datum: 21.11.20 13:42

Djosh schrieb:
Ricky Fitz schrieb:
Eine Mischperspektive der Bilder 8 und 10 konnte ich selber ca. einen Monat, bevor du deine Bilder aufgenommen hast, einnehmen, als ich als Passagier eines Reisebusses über den Bahnübergang der B 304 fuhr. Obwohl das jetzt 30 Jahre her ist, weiß ich genau, dass drei Schienenbusgarnituren im Bf auf Abfahrt warteten.
Servus Ricky,

zu dem Zeitpunkt dürfte die von Dir gesichtete dritte Garnitur der unter der Woche abgestellte Bei- und Steuerwagen auf Gleis 4 gewesen sein. Die Strecke Ebersberg – Wasserburg Bf wurde unter der Woche nur einteilig befahren, ab Sonntag aber dreiteilig. Werktags und am Samstag waren die beiden Fahrzeuge in Wasserburg Bf abgestellt:

[...]

Viele Grüße,
Georg
Mensch, Georg, ich bin immer wieder beeindruckt, was du alles an Fachwissen hervorkramst! Oder du bindest uns Bären so schön auf, dass es keiner merkt...😉
Aber mal im Ernst, die Fotos zeigen ja, wie's war, und wie's auf deinem ersten Foto aussieht passt gut zu dem, woran ich mich erinnern kann. Wenn mich nicht alles täuscht, fand meine Busfahrt an einem Mittwoch Nachmittag statt (was für Schmarr'n man sich so alles merkt...), das passt ja dann zu deinen obigen Ausführungen.

Servus,

Ricky

...and that's how the cookie crumbles!




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 21.11.20 13:45.

Schienenbustreffen Wasserburg

geschrieben von: Holger R

Datum: 21.11.20 22:05

Richtig legendär war dort zu der Zeit eigentlich das (werk-) nachmittägliche Treffen von 4 Garnituren um kurz nach 15.30 Uhr:

FilzenF_1988.jpg

Viele Grüße
Holger

Re: Schienenbustreffen Wasserburg

geschrieben von: Rasendampfer01

Datum: 22.11.20 11:48

Schönes Bild aus Wasserburg der Schienenbus-Kreuzung...
-in meinem Film ist die 4fach Kreuzung nach 11 Uhr dokumentiert...

Gruß, Karl
Moin Christoph!

Mit diesem Beitrag entführst Du mich in unbekanntes Terrain. Zwar weiß ich natürlich, wo Wasserburg liegt, und von dem provisorischen Bahnbetrieb (wegen des Bahndammschadens) ist mir auch einiges bekannt, aber das ist alles nur angelesenes Wissen. Daher habe ich nun Deine Aufnahmen zwecks Wissenserweiterung gerne genutzt.
Relativ häufig scheint in dieser Gegend das "Ritter-Sport-Empfangsgebäude" (fast quadratisch, praktisch und gut) des Bf. Wasserburg zu sein, dieser Bautyp ist dort wohl in etwa Standart, denn ich habe diese Gebäudeform dort schon bei anderen Bahnhöfen gesehen. Die dortigen Bahnanlagen sind in der Tat großzügig vorhanden

Das EG von Wasserburg Stadt fällt da stilistisch deutlich aus dem Rahmen, vielleicht wurde es ja seinerzeit von der Stadt Wasserburg quasi als "Mitgift" für die Strecke zur Stadt errichtet.


Auf weitere Beiträge dieser Art von Dir würde ich mich freuen!

Mit besten Grüßen nach Seeland

Helmut

Meine bisher erschienenen Beiträge findet ihr in meinem Inhaltsverzeichnis hier: [www.drehscheibe-online.de]

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Hallo Christoph,

vielen Dank für diese tolle Fortsetzung aus Oberbayern.

Den kuriosen Gleisplan von Wasserburg Stadt, wo trotz fehlender Umsetzmöglichkeit noch Güterverkehr bis zur Streckensperrung stattfand und der eine der seltsamen Blüten der Bundesbahn-Rationalisierungsmassnahmen darstellte, haben wir in diesem Thread zusammen mit etlichen anderen Dingen einmal ausführlich diskutiert gehabt: [www.drehscheibe-online.de]

Auf weitere Beiträge aus dieser Region freue ich mich jetzt schon.


Viele Grüsse von Mark

Antwort - und gleich noch ein paar Fragen

geschrieben von: ccar

Datum: 24.11.20 00:16

Guten Abend,

ich bin begeistert, was Ihr in diesem Beitragsfaden an weiterem Wissen, Bildern und Links ergänzt habt und ich freue mich, dass die Gegend um Wasserburg auch ohne das Kuriosum Innbrücke Nord und Süd auf ein solches Interesse stößt.

@ Wolfgang Sorger:
Danke für das Lob.

@ Lines:
Es stimmt. Hinter dem Bahnhofsgebäude liegt der ZOB, der ganze Bereich zum Tunnel hin ist ein einziger Mega-Parkplatz.
Wahrscheinlich will man die Bahn nicht wieder in der Stadt haben, weil dann ein paar Stellplätze verloren gehen könnten.

@ Georg:
Sagenhaft, wass Du alles an Bildern, aber auch an Wissen über die beiden Bahnhöfe beisteuern kannst.
Dass die Wasserburger die Bahnsteigüberdachung der Mühldorfer recycelt haben, war mir koplett unbekannt und hätte ich auch nie vermutet.
War der Mittelbahnsteig ansonsten "dachlos" oder hat das Mühldorfer Dach ein anderes, älteres Dach ersetzt?
In Schalchen hatte ich mich übrigens über das Dach gewundert - da wirkt die Überdachung nämlich irgendwie ungewöhnlich für eine Haltestelle.
Auch die Erläuterungen zu den Betriebsabläufen im Wasserburger Bahnhof sind interessant.

> Der auf Gleis 1 stehende 798 675 ist zuvor aus Ebersberg angekommen.
> Normalerweise würde er hier jetzt auf die Rückfahrt um 15:42 (!) warten,
> aber an dem Tag wurde er nach Rosenheim ins Bw überführt.


Ich habe mich schon bei dem Betrachten des Fahrplans gefragt, was das Personal der Züge eigentlich in so langen Pausen gemacht hat? Haben sie auf einen anderen Triebwagen gewechselt oder hat man im Bahnhof abgehangen?

Überhaupt war der Fahrplan im Jahre 1990 schon skurril:
Von Montag bis Freitag fuhr man zwischen Rosenheim und Wasserburg, da gab es kaum Verbindungen in Richtung Ebersberg.
Zum Wochenende warr dann der Betrieb nach Rosenheim eingestellt, aber dafür ging auf der Ebersberger Strecke die Post ab.

@ Holger R:
Danke für die Gleispläne und vor allem für das Bild mit den vier Schienenbussen - diese Ansammlung ist echt beeindruckend!
Danke auch für den Link - den kannte ich noch nicht.

@ Bahnhofsvorstand:
Ich denke, die Waginger hatten bei "Ihrer" Unterspülung einfach Glück, die Wasserburger Pech. Wenn es die Stadtstrecke heute noch gäbe, würden da bestimmt die Ebersberger Züge im Stundentakt pendeln.

@ Ricky Fitz:
Stimmt, Wasserburg Stadt wäre ein idealer Modellbahnhof.
Danke für den Hinweis auf die fehlerhaften Richtungsangaben bei Bild 8 und 10. Jetzt sind sie korrigiert.


@ Karl (Rasendampfer):
Danke, dass Du das Ganze auch in bewegten Bildern festgehalten hast.
Das Full House mit Schienenbussen im Wasserburger Bahnhof war schon ein Erlebnis.

@ Helmut Philipp:
Ja, das "Ritter-Sport-Empfangsgebäude" vom Bahnhof Wasserburg ist ein bayerischer Typenbau.
Wenn man so ein Gebäude sieht, weiß man gleich, dass man in Bayern ist. Und das Empfangsgebäude vom Stadtbahnhof fällt tatsächlich ein wenig aus dem Baustil der Bayerischen Staatsbahn heraus, vielleicht war es wirklich ein "Geschenk" der Stadt Wasserburg an die Bahn.

@ Zaubermark:
Vielen Dank zu dem Link zum Rangierbetrieb im Stadtbahnhof nach dem Abbau der Umlaufmöglichkeiten. In meiner Naivität hatte ich geglaubt, dass der Rückbau erst nach Einstellung des Güterverkehrs erfolgt sei. Ich habe den verlinkten Beitragsfaden mit Interesse verfolgt, und trotzdem kann ich es nicht so richtig glauben, was ich da gelesen habe. Ist es richtig, dass die Güterzüge mit der Lok voraus aus Wasserburg Bahnhof kamen, und dass dann die Lok die Güterwagen aus dem Bahnhof hinaus zurück in den Tunnel schob, um dann ganz schnell an der Weiche vorbei wieder in den Bahnhof zu fahren, während die Güterwagen wegen des Gefälles langsam aus dem Tunnel herausrollten, so dass man inzwischen die Weiche umlegen konnte und die Wagen so auf das andere Gleis lenken konnte, wo man sie mit Hemmschuhen bremste?
War das ganz offizielle Rangiertechnik in der BD München? Vielleicht kann da doch noch mal jemand genauer drauf eingehen.

Ich schaue mit Spannung darauf, ob jemand meine Fragen beantworten kann.

Viele Grüße
Christoph

Re: Antwort - und gleich noch ein paar Fragen

geschrieben von: luchs

Datum: 24.11.20 19:04

Na ja, ob offiziell weiss ich nicht, wurde aber auch in Oberammergau praktiziert: Rausdrücken aufs Streckengleis, Handbremse rein, Lok aufs Nebengleis, Handbremse raus und aufs Bahnsteiggleis rollen lassen, Lok umsetzen.

Ich denke, dass man das hier ähnlich gemacht hat und die Wagen nicht einfach unkontrolliert hat rollen lassen.

Luchs.
Hallo Christoph

Interessante Dokumentation der Wasserburger Bahnhöfe. Ich war nur einmal dort (am 06.11.81) und habe u.a. folgende Fotos gemacht.
Zwei Bilder in Wasserburg Stadt mit 798 763-9, 1 Bild in Wasserburg Bf mit unbekannten 798.

Gruß Heinz


798 763-9 in Wasserburg Stadt 061181 Bild 2+.jpg

Wasserburg Stadt 061181 (2.1)+.jpg

Wasserburg Bf+.jpg

die Empfangsgebäude

geschrieben von: Jürgen K.

Datum: 24.11.20 20:35

Servus beinand,

erst mal Danke an Christoph für die tollen Berichte aus Ebersberg und Wasserburg. Das Empfangsgebäude von Wasserburg Bf ist wie schon erwähnt der bayerische Staatsbahn-Einheitswürfel, den es in verschiedenen Größen überall in Süd-, West- und auch Nordbayern gibt. In Ostbayern sind die Ostbahntypen anzutreffen. Das EG von Wasserburg Stadt ist allerdings auch eine Art Staatsbahn-Einheitsbau, allerdings aus dem frühen 20. Jhd. Ähnliche Gebäude gibt es auch in Kreuzstraße, Aying, Garching an der Alz, Tüssling. Auch die EG von z. B. Eslarn oder Oberviechtach zeigen einen ähnlichen Stil und stammen aus der späten bayerischen Staatsbahnzeit.
Pfiads eich

Jürgen
ccar schrieb:
Falls Interesse an weiteren Berichten aus dieser Region zu erkennen ist, werde ich Euch auch diese Bilder zeigen.

Moin Christoph

Danke für Deine Berichte aus Oberbayern. Die Region ist für mich ein großer weißer Fleck. Einzig von Rosenheim nach Mühldorf bin ich mal gefahren, inkl. Wanderung über die Innbrücke.
Da lasse ich hiermit mal mein Interesse an weiteren Berichten erkennen.

Schon seltsam, wie die Bundesbahn damals ihre Stilllegungsopfer ausgewählt hat. Immerhin erschien ihr Marquartstein so bedeutend, dass es in der Kursbuchkarte auftauchte, obwohl es
keinen Schienenanschluss mehr hatte. Ich kann mir nicht vorstellen, dass da so viel weniger los war, als beispielsweise auf der Aschauer Bahn.

Viele Grüße
Wolfgang

Antwort 2.0

geschrieben von: ccar

Datum: 26.11.20 19:34

Hallo,

Ich freue mich ja, wieviel Wissen hier im Forum zusammen kommen kann zu einem Thema wie "Die Wasserburger Bahnhöfe".

@ luchs:
Danke für das genauere Beschreiben dieser doch speziellen Rangiertechnik. Interessant, dass das Verfahren auch andernorts, z.B in Oberammergau angewandt wurde. Insgesamt ist es aber doch eine ganze Menge Mehrarbeit, nur um eine Weiche für ein Umfahrgleis einzusparen.

@ LUAP:
Tolle Bilder, die Du da ergänzt. Besonders Bild 2 habe ich genau mit meinem fast identischen Bild neun Jahre und eine Stilllegung später verglichen.

@ Jürgen K.
Die bayerischen Würfelgebäude sind in der Tat typisch für die Bayerische Staatsbahn vor der Jahrhundertwende. Danach ging es offenbar ein wenig individueller zu, aber es stimmt - die Bahnhofsgebäude, die Du nennst, ähneln den Wasserburger Stadtbahnhof im Baustil doch schon auffällig.

@ 0nkel_wom
Mit der Wanderung über die Innbrücke hast Du mir etwas voraus. Ich war erst 1990 da, aber das ist in der Tat die nächste Strecke, die ich zeigen möchte. Mal sehen, wann es soweit ist. Es werden dann auf jeden Fall viele der von Jürgen genannten Würfel zu sehen sein.

Bis dahin, viele Grüße
Christoph