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Dies ist KEIN Museumsbahnforum! Bilder, Meldungen und Fragen zu aktuellen Sonderfahrten bitte in die entsprechenden Foren stellen.
Hallo Hiforisti,

bitte um Mithilfe und das geballte Wissen hier im Forum.

Es geht um Beschriftungen an den Lokomotiven direkt nach dem Ende des 2.Weltkrieges. Die Amerikaner haben bei uns in Nordhessen das Gebiet besetzt.

Laut Aufzeichnungen in der damaligen Zeit eines Eisenbahnfreundes soll an den Loks folgendes gestanden haben:

Die Lokomotiven trugen ein großes "L" vor der Nummer sowie eine Bezeichnung wie RGD 707 oder RGD 708.
Kann es sein, dass nur vereinzelt deutsche Loks fahren durften, die aber beschriftet werden mussten, damit keine unerlaubten Fahrten mit anderen Loks gemacht wurden?
Ein Beispielfoto habe ich bei der Eisenbahnstiftung gefunden:
[eisenbahnstiftung.de]
Nur steht hier Rgb an der Lok, ob RGD ein Schreibfehler war oder es verschiedene Beschriftungen gab, ist mir nicht bekannt. Vielleicht steht das B oder D am Ende für verschiedene Regionen?
Text zum Bild:
58 413 vom Bw Berlin-Rummelsburg ist mit dem ersten Kohlenzug im wiedereröffneten Reichsbahnausbesserungswerk Berlin an der Warschauer Straße in Friedrichshain eingetroffen.
Für was stand Rgb oder RGD?

Weiß einer von Euch, wofür das L an den Loks vor der Betriebsnummer stand?

Auch sollen deutsche Loks von den Amerikanern mit USATC oder USTC beschriftet worden sein. Hier z.B. die 50 960.
Ich denke, dass deutsche Loks von den Besatzermächten für ihre Zwecke beschlagnahmt wurden. Und damit, dass sie nicht andere Loks bekamen, eventuell wegen Sabotage, haben sie diese beschriftet.
Wer weiß hier näheres?

Ich bedanke mich schon im Voraus bei Euch.
Auch wenn Ihr nicht die richtige Antwort wisst, so teilt bitte Euren Gedanken mit, es könnte ein Hinweis in die richtige Richtung sein.

Viele Grüße

Edgar

werra-meissner-bahnen schrieb (inhaltlich):
Es geht um Beschriftungen an den Lokomotiven direkt nach dem Ende des 2. Weltkriegs.Laut Aufzeichnungen in der damaligen Zeit eines Eisenbahnfreundes soll an den Lok gestanden haben:
Die Lokomotiven trugen ein großes „L“ vor der Nummer, sowie eine Bezeichnung wie „RGD 707“ oder „RGD 708“.
[…] Ein Beispielfoto [eisenbahnstiftung.de] habe ich bei der Eisenbahnstiftung gefunden. Text zum Bild: »58 413 vom Bw Berlin-Rummelsburg ist mit dem ersten Kohlenzug im wiedereröffneten Reichsbahnausbesserungswerk Berlin an der Warschauer Straße in Friedrichshain eingetroffen.« Nur steht hier Rgb an der Lok.
  • Wofür stand Rgb?

  • Weiß einer von Euch, wofür das „L“ an den Loks vor der Betriebsnummer stand?


  • Hallo Edgar,

    die Frage nach dem „RGD 707“ oder „RGD 708“ müssen Dir andere beantworten; ich habe da zwar einen Idee, aber die ist aber noch nicht spruchreif.

    Das große „L“ wird unterschiedlich gedeutet, am häufigsten ist wohl die, dass es für „loaned“ oder „lend“ („verliehen/verborgt/geliehen“) also „Leihlokomotive“ stand; also eine vielleicht etwas „vornehmere“ Umschreibung dessen, was durch das von den russischen Besatzungsmächten angebrachte „T“ („Trophäe“, russisch „Trofey“) ausgedrückt wurde.

    Die Rauchkammerbeschriftung „Rbg“ wird nichts andere sein, als die Bezeichnung für Rummelsburg; derartige Anschriften waren ja bereits deutlich vor Kriegssende Usus.



    Gruß

    Walter



    1-mal bearbeitet. Zuletzt am 16.09.20 03:11.
    werra-meissner-bahnen schrieb:
    Für was stand Rgb oder RGD?
    Rgb ist Berlin-Rummelsburg, genauso steht es auch im Text zum Bild der 58 413. RGD kenne ich bloß als Abkürzung für Rangierdienst.

    Eisenbahnen sind in erster Linie nicht zur Gewinnerzielung, sondern dem Gemeinwohl verpflichtete Verkehrsanstalten. Sie haben entgegen dem freien Spiel der Kräfte dem Verkehrsinteressen des Gesamtstaates und der Gesamtbevölkerung zu dienen.
    - Otto von Bismarck -

    Womit wir ...

    geschrieben von: Peter

    Datum: 16.09.20 07:53

    Hallo!


    Mikado-Freund schrieb:
    Das große „L“ wird unterschiedlich gedeutet, am häufigsten ist wohl die, dass es für „loaned“ oder „lend“ („verliehen/verborgt/geliehen“) also „Leihlokomotive“ stand; also eine vielleicht etwas „vornehmere“ Umschreibung dessen, was durch das von den russischen Besatzungsmächten angebrachte „T“ („Trophäe“, russisch „Trofey“) ausgedrückt wurde.
    ... dann direkt bei einer anderen Erklaerung fuer das "L" waeren, naemlich "loot" wie (Kriegs-)Beute.

    Angesichts der zeitgleichen Verwendung von "T" fuer trofey halte ich das fuer sehr wahrscheinlich.

    Gruss

    Peter

    Ich will gar nicht, dass mich jeder mag - im Gegenteil: Die Sympathie oder Zuneigung gewisser Menschen waere mir hochgradig peinlich.
    (Merke: Fuer manche Menschen gehe ich bis ans Ende der Welt, fuer manche nicht mal bis zur Tuer)

    Wenn Sie Rechtschreibfehler finden, so beachten Sie bitte, dass diese beabsichtigt sind: Es gibt immer Menschen, die nach Fehlern suchen - und ich versuche, allen Lesern etwas zu bieten. Seit einiger Zeit biete ich sogar (gegen einen kleinen Obolus) auch Patenschaften fuer meine Fehler an.
    Hallo!

    werra-meissner-bahnen schrieb:
    Auch sollen deutsche Loks von den Amerikanern mit USATC oder USTC beschriftet worden sein.
    Falls die Hervorhebung in diesem Zusammenhang eine Frage implizieren sollte:
    USATC bedeutet United States Army Transportation Corps
    USTC bedeutet (heute, nach 1987) United States Transportation Command, wurde damals aber wohl auch als Verkuerzung des USATC verwendet.

    Gruss

    Peter

    Ich will gar nicht, dass mich jeder mag - im Gegenteil: Die Sympathie oder Zuneigung gewisser Menschen waere mir hochgradig peinlich.
    (Merke: Fuer manche Menschen gehe ich bis ans Ende der Welt, fuer manche nicht mal bis zur Tuer)

    Wenn Sie Rechtschreibfehler finden, so beachten Sie bitte, dass diese beabsichtigt sind: Es gibt immer Menschen, die nach Fehlern suchen - und ich versuche, allen Lesern etwas zu bieten. Seit einiger Zeit biete ich sogar (gegen einen kleinen Obolus) auch Patenschaften fuer meine Fehler an.

    Re: zu den Abkürzungen USATC und RGD

    geschrieben von: erikelch

    Datum: 16.09.20 11:33

    Hallo zusammen,

    Die USA haben während des zweiten Weltkrieges unter Präsident Roosevelt das "United States Army Transportation Corps" - abgekürzt USATC - gegründet. Diese Einheit des US-Militärs war (und ist bis Heute) zuständig für US-Militärtransporte auf See, Straße und Schiene.

    Der Eisenbahnbereich untersteht dem MRS - Military Railway Service, der wiederum in Divisionen und Bataillione aufgeteilt wurde.

    Die Abkürzung "RGD" steht für "Railway Grand Division" - also übersetzt "große Eisenbahndivision".

    Näheres dazu ist bei Wikipedia nachzulesen. Hier im "Historischen Forum" waren vor einigen Monaten auch einige interessante Beiträge zum Einsatz der USATC- Dampflok 160 S in Europa. Auch in der Zeitschrift "Eisenbahn-Kurier" gab es nach meiner Erinnerung vor etwa 10 - 15 Jahren mal eine mehrteilige Artikelserie von Andreas Knipping (?) dazu.

    In den Bahnbetriebswerken Bebra und Kassel-Bahndreieck hatte der MRS 1945/1946 auch Stützpunkte eingerichtet, die dem US-Nachschubtransportwesen von den Nordseehäfen nach Süddeutschland dienten.

    Das verlinkte Bild hat hingegen nichts mit dem US-Nachschub zu tun. Die aufgepinselte Anschrift "Rgb" steht wohl in der Tat für das Bw Berlin-Rummelsburg und ist eine Anschrift aus der Endphase des 2. Weltkriegs, in der die Lokas zur besseren Zuordnung und Identifikation auf der Rauchkammer die Abkürzungsbuchstaben des Heimatbahnbetriebswerkes aufgepinselt bekamen.

    Viele Grüße
    erikelch



    1-mal bearbeitet. Zuletzt am 16.09.20 11:37.

    Meinst Du ...

    geschrieben von: Peter

    Datum: 16.09.20 16:57

    Hallo!

    Norbert Bank schrieb:
    Rechtschreibschwäche? wäre doch denkbar?
    ... so etwas?
    [www.google.com]

    Kommt offenbar oefter vor, als man denkt ... :-)

    Danke an Enno und Norbert - you made my day!


    Gruss

    Peter

    Ich will gar nicht, dass mich jeder mag - im Gegenteil: Die Sympathie oder Zuneigung gewisser Menschen waere mir hochgradig peinlich.
    (Merke: Fuer manche Menschen gehe ich bis ans Ende der Welt, fuer manche nicht mal bis zur Tuer)

    Wenn Sie Rechtschreibfehler finden, so beachten Sie bitte, dass diese beabsichtigt sind: Es gibt immer Menschen, die nach Fehlern suchen - und ich versuche, allen Lesern etwas zu bieten. Seit einiger Zeit biete ich sogar (gegen einen kleinen Obolus) auch Patenschaften fuer meine Fehler an.

    Bitte keine abgebrochenen Sätze in der Betreffzeile!

    geschrieben von: Hansawagen

    Datum: 16.09.20 17:00

    Hallo Namensvetter,

    schreibe bitte künftig keine angefangenen Sätze in der Betreffzeile, die dann irgendwo im Textfeld fortgesetzt werden. Das stört den Lesefluss. Noch schlimmer ist es, wenn sogar noch ein Zitat dazwischen eingeschoben worden ist, so wie das oben der Fall ist.
    Das ist unhöflich dem Leser gegenüber.


    Freundliche Grüße
    Peter

    Re: zu den Abkürzungen USATC und RGD

    geschrieben von: JensH

    Datum: 16.09.20 18:34

    Hallo Erik,

    der Bericht im EK war in den Heften 3/2020 und folgenden vom Autor Uwe Keil.
    Zur gleichen Zeit waren hier vom User uk-old ergänzende Informationen eingestellt.


    Gruß
    Jens

    Meine (Reise-)Berichte DSO:[www.drehscheibe-online.de]


    Die Würde des Menschen ist unantastbar.
    Art.1(1) Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland
    Hallo an Alle,

    Danke für die Mithilfe.

    Ihr habt mir sehr geholfen und "Licht ins Dunkel" gebracht.
    Und ich habe bei weiteren Recherchen hier im HiFo gesehen, dass der Eisenbahnfreund, der damals dieses alles notiert hat, hier bekannt ist:
    Eberhard Schüler, seine Bilder und weitere Aufzeichnungen wurden schon von user uk-old hier gezeigt.

    Viele Grüße

    Edgar

    Jetzt aber mal ernsthaft:

    geschrieben von: Lothar Behlau

    Datum: 17.09.20 00:25

    Hallo allerseits,

    meinem bescheidenen Wissensstand nach gab es sowohl Rgb für Rummelsburg Betriebsbahnhof (oder Betriebswerk?) für das Bw als auch Rga für das Bww Rummelsburg Abstellbahnhof, was auch zumindest in den Neunzigern noch an DR-Wagen zu lesen war; also keine Rechtschreibschwäche, sondern eine einleuchtende Systematik.

    Lothar Behlau, der ansonsten aber Späßen gegenüber keineswegs abgeneigt ist

    *************************************************************************************************************
    http://www.wagonslits.de/phpbb2/album_mod/upload/cache/wl_yb_3841_abgest_romasanlorenzo_220483LotharBehlau.jpg http://www.wagonslits.de/phpbb2/album_mod/upload/cache/wl_yft_4669_hendaye_280889LotharBehlau.jpg http://www.wagonslits.de/phpbb2/album_mod/upload/cache/wl_ab33_33306_271_600_monza_010683LotharBehlau.jpg http://www.wagonslits.de/phpbb2/album_mod/upload/cache/sncf_cc-72080_sdz31593_vsoe_parisest_290588LotharBehlau.jpg http://www.wagonslits.de/phpbb2/album_mod/upload/cache/wl_mu_4825_271_670_firenzesmn_070492LotharBehlau.jpg http://www.wagonslits.de/phpbb2/album_mod/upload/cache/ns_wr_518488-80011_bolzano-bozen_110389LotharBehlau.jpg http://www.wagonslits.de/phpbb2/album_mod/upload/cache/wr_2973_281_innsbruck-bolzanobozen_310386_3LotharBehlau.jpg http://www.wagonslits.de/phpbb2/album_mod/upload/cache/wr_2973_281_innsbruckhbf_310386_2LotharBehlau.jpg
    *************************************************************************************************************
    Moin Freunde,

    mit dem Betriebsgeschehen zum Ende des 2. Weltkrieges und in der ersten Nachkriegszeit habe ich verschiedene Artikel veröffentlicht, die -gewissermaßen nebenbei- auch etliches zu dem hier diskutierten Thema aussagen.

    Im Hifo:

    1943-46 - Klapperschlangen und ihre Reise aus den USA nach Europa Teil 1 (21+3 B) [www.drehscheibe-online.de]
    1943-46 - Klapperschlangen und ihre Reise aus den USA nach Europa Teil 2 (17 B) [www.drehscheibe-online.de]
    ab 1945 - Menschenschicksale, UNRRA-Kredite und Klapperschlangen (10 B, 10 Scan)
    [www.drehscheibe-online.de]

    1945+später: Eine Fülle abgestellter Lokraritäten in Deutschland+Österreich (8B) [www.drehscheibe-online.de]

    In den EK-Heften 3/2020 und 4/2020 gab es eine längere Abhandlung zum Einsatz der S160-Loks der USATC („Klapperschlange“) in Deutschland.

    In den EK-Heften 7/2020 und 9/2020 gab es eine längere Abhandlung zum Thema „Deutsche Beuteloks in den USA“. Hier ist noch eine kleine Fortsetzung geplant, weil noch aufsehenerregende Fotos/Dokumente aufgetaucht sind.

    Wer sich dafür interessiert, sollte sich für schlappe je 7,80 € die Hefte besorgen. Die Printobjekte sollen und müssen weiterleben … es kann nicht alles umsonst im Internet stehen, auch schon weil ich als Autor sehr häufig selbst hohe Unkosten habe. Dafür bitte ich um Verständnis.

    Für die Beschriftung der DRB-Loks unmittelbar nach dem 2. Weltkrieg gab es offensichtlich keine festen Regeln oder Handhabungen. Deutsche Loks führten mal das Logo des USATC, mal die Beschriftung „Transportation Corps“, hier manchmal auch mit Zusatz „Allied“. In der britischen Zone war die Aufschrift „Allied Forces“, bisweilen mit dem Zusatz „British“ häufig anzutreffen. Bisweilen (vor allem in der britischen Zone) trugen die Loks auch den Zusatz „L“ vor der Loknummer. Hier habe ich bisher belastbar nicht klären können, was dieser Zusatz zu bedeuten hat. Was hier mit Forum geschrieben wurde, ist gut möglich, aber eben halt nicht belegbar.

    In der ersten Nachkriegszeit führten die Loks sehr häufig auch noch in großen Lettern ein aufgemaltes Bw-Kürzel, z.B. stand für Mt das Bw Minden, für Kw das Bw Kirchweyhe. Dieses war bereits zu Kriegszeiten aufgebracht worden. Ein solches Kürzel trug auch die 58 413 im Bild der Eisenbahnstiftung; die Lok ist nach dem Krieg in der SBZ verblieben. Die Deutung von „Rgb“ mit „Rummelsburg Bw“ im Gegensatz zum bekannten Rga = Rummelsburg Abstellbahnhof halte ich für ziemlich plausibel.

    Die erwähnte 50 960 gehörte im März 1947 übrigens (nicht betriebsfähig) zum Bestand des Bw Eschwege West.

    Keine Eine Kennzeichnung per Aufschrift mit „707 RGD“ oder „708 RGD“ hat es gegeben, ist aber nur sehr selten anzutreffen.

    Die 708. RGD hatte 1944 zuerst ihren Sitz in der Normandie in Frankreich, dann per 31.12.1944 in Lüttich, 1945 zunächst in Warburg/Westf. und zuletzt bis zur Auflösung in Bremerhaven - dort in Verbindung mit dem 741. ROB (Railway Operation Bataillon) mit Sitz in/bei Hannover und dem 734. ROB mit Sitz in Bebra zuständig für die Hauptnachschubstrecke Bremerhaven - US Zone Süddeutschland, aber auch nach Berlin.

    Die 707. RGD hatte zuletzt ihren Sitz in Nürnberg, über Cherbourg und Antwerpen (und weitere Orte) kam sie dorthin.

    Ich hoffe, ein wenig Licht in das Dunkel gegeben zu haben.

    Herzliche Grüße
    uk-old (Uwe)



    2-mal bearbeitet. Zuletzt am 17.09.20 19:42.
    Wie schon erwähnt:
    Das "L" steht für "loot" = beschlagnahmte Lok der Westalliierten.
    Analog dazu "T" = Trofejef für sowjetische Beutelok
    USTC Anschriften hatten nur USTC eigene Fahrzeuge, etwa die US-Güterwagen der BA 09/49 oder eben auch die S160.
    Üblich war "Allied Forces" - auch in der Amerikanischen Zone, gibt zahlreiche Bilder mit so beschrifteten 42ern.
    Bei den Briten meist mit dem Zusatz - "British"
    Bw-Kürzel aus dem WK II, nach 1945 noch im Bereich der SWED verwendet, anstelle der Eigentumsbezeichnung "Deutsche Reichsbahn" ( etwa Bw BK für Bingerbrück) -
    - sind etwas anderes als Kürzel wie etwa "735 ROB".
    Denn das waren Kennzeichen westalliierter Eisenbahntruppen auf beschlagnahmten deutschen Lok'n.

    Nicht mehr und nicht weniger....

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    3-mal bearbeitet. Zuletzt am 17.09.20 20:34.

    Nicht mehr und nicht weniger ...

    geschrieben von: wdreinheim

    Datum: 18.09.20 00:23

    Zu den Buchstaben L, P, X und W vor der Betriebsnummer (Zitat)

    Regensburg, den 15.7.1947

    Deutsche Reichsbahn
    Reichsbahndirektion Regensburg
    22 Mm 1 Fuw

    An das Reichsbahn-Zentralamt
    Göttingen

    Betreff: Werkstätten, Betrieb und Verkehr
    Kennzeichnung von Wagen

    Von der Militärregierung (703rd Railway Grand Division) wurde 1945 angeordnet, dass ausser "Allied Forces" die DR-Fahrzeuge vor der Nummer bezw Gattungszeichen folgende Anschriften zu tragen haben:

    Dampf- und Ellok: L, Reisezug- und Triebwagen: P, Güterwagen: X, Bahndienstwagen: W

    Mit Verfügung HVE-Abwicklungsstelle der OBL US-Zone Frankfurt/M 71.714 Fuwg vom 11.1.47 wurden wir angewiesen, die Anschrift "Allied Forces" an Reisezug-, Güter- und Bahndienstwagen nicht mehr zu erneuern, wenn diese verwittert oder unleserlich geworden sein sollte, bezw bei grösseren Anstricharbeiten an den Fahrzeugen diese Anschrift zu löschen. Über die Wagen, an denen diese Anzeichen gelöscht wurde, werden Aufschreibungen geführt.

    Wir haben nun unsere Dienststellen beauftragt, bei Zulauf eines Güterwagens in jedem Falle das X-Zeichen zu entfernen.

    gez Unterschrift
    (Zitat Ende)

    wdreinheim

    Re: Nicht mehr und nicht weniger ...

    geschrieben von: uk-old

    Datum: 18.09.20 10:34

    Hallo Wolfgang, wdreinheim

    vielen Dank für das aufschlussreiche Dokument.

    Zum Standort der 703rd RGD habe ich mal recherchiert, in 1945 letztlich Mainz und Fürth. Die Anordnung der 703rd RGD dürfte wohl nur (???) für ihr Einflussgebiet gegolten haben, was erklärt, dass nur verhältnismäßig wenige Loks den Zusatz "L" getragen haben.

    https://abload.de/img/703-rgdrtku7.jpg

    Herzliche Grüße
    uk-old (Uwe)