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 04 - Historisches Forum 

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Hallo,

Heiner ohneEisen hatte hier ein Bild der G 8.1 4904 xxxx bei der Übergabe an das AEF verlinkt:
[www.drehscheibe-online.de]

Was ist das für eine längliche Beule an der Rauchkammer ?
G8.1 4904 xxxx 111-SC-48964 (1).jpg

- in welcher KED war die 4904 bis zum Tag der Abgabe stationiert?
- wie ist der weitere Verbleib/Lebenslauf dieser Maschine - sofern bekannt ?

Danke und Gruß

Norbert



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 14.09.20 20:28.
Hallo Norbert,
die "Beule" ist der sogenannte "Automat"! Eine frühe Vorrichtung der Heißdampflokomotiven. Wenn ich mich recht erinnere, sollte hiermit im Stillstand der Wärmeverlust/ Überhitzung der Überhitzerelemente verhindert werden.
Außerhalb der Rauchkammer befindet sich wohl das Betätigungsventil...
Deine restlichen Fragen kann ich Dir leider nicht beantworten.

Viele Grüße
Christian

Link-Übersicht zu meinen Beiträgen [www.drehscheibe-online.de]
Hallo Norbert,

das ist der "Automat". Um die Höhe der Überhitzung zu regeln, gab es bei den Rauchröhrenüberhitzer anfangs Klappen in der Rauchkammer, die durch ihr Gewicht zufielen und so die Weiterleitung der Rauchgase in die Rauchkammer bei geschlossenenm Regler verhinderten. Damit sollte der Heißdampf "heiß" bleiben Sobald der Regler geöffnet wird, werden mittels eines kleinen Dampfzylinders die Klappen angesteuert, daß sie öffnen.

Mehr dazu findest Du auch im "Alexander", Die Lokomotive, ihr Bau und ihre Behandlung von J. Alexander Verlag Chr. Adolff, Altona-Ottensen (ich habe die Ausgabe von 1913)

Gruß Martin

Re: Was hat G 8.1 4904 zur Lok

geschrieben von: T 11 7512 Königsberg

Datum: 14.09.20 20:58

Hallo Norbert,

auf dem Bild siehst Du die Direktionsbezeichnung beginned mit B, relativ lang und am Ende kannst Du noch ein "berg" oder "burg" erkennen.

Daraus schließe ich, es ist die G 8.1 4904 Bromberg, Schichau 2290, Baujahr 1915.

Gruß Martin
Lt.

Buchmann/Dupuy, Der Aderlass - Die Waffenstillstands-Lokomotiven von 1918 und ihr Verbleib, Essen/Fürstenfeldbruck 2018

ging der Einsatz der Bromberg 4904 (Schichau 2290 aus 1915) wie folgt weiter:

Paris-Orleans 1311, später PLM 4250 dann 4 E 50, später SNCF 040 E 50, nach dem 2. Weltkrieg SNCF 040 D 522, ausgemustert 1965

---
Gruß
Th.

Edit:
Baujahr korrigiert



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 14.09.20 21:38.
T 11 7512 Königsberg schrieb:
Zitat:
... das ist der "Automat". Um die Höhe der Überhitzung zu regeln, gab es bei den Rauchröhrenüberhitzer anfangs Klappen in der Rauchkammer, die durch ihr Gewicht zufielen und so die Weiterleitung der Rauchgase in die Rauchkammer bei geschlossenenm Regler verhinderten. Damit sollte der Heißdampf "heiß" bleiben ...
Hallo Martin,

m. E. dienten die Klappen zum Schutz der feuerseitig schadanfälligen Umkehrenden des Überhitzers. Die Klappen zur Abdeckung der Rauchrohre und Überhitzerelemente sollte die Feuerhitze hauptsächlich durch die Siederohre ableiten, da die im Stand dampflosen Überhitzerrohrenden sonst zu heiß würden. Hatte sich aber letztendlich nicht bewährt, geschmiedete und verstärkte Rohrenden widerstanden der Hitze dann besser. Auch kürzte man im Bedarfsfall die Überhitzerelemente.
Denkbar wäre, bei angestrengter Fahrt durch Schliessen der Klappen die Überhitzungsthemperaturen auf "ölverträglichen" Werten zu halten?
Das damalige Heissdampföl konnte kaum über 350° C und verkokte dadurch viel eher.

Gruß aus https://share-your-photo.com/img/7a468ead84_album.jpg
Michael