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 04 - Historisches Forum 

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Moin zusammen,

eigentlich hatte ich geplant, diesen Beitrag vor ca. sechs Wochen passgenau einzustellen, eine coronabedingt verschobene OP hat aber in der letzten Zeit manches durcheinandergebracht, so dass ich diesen Beitrag erst jetzt verspätet fertigstellen konnte. Ich hoffe, ich kann Euch trotzdem zur Mitfahrt ermuntern.


Bereits wenige Monate nach der Wende wurde die nur 3,9 km lange Gleislücke zwischen dem hessischen Eichenberg und dem thüringischen Arenshausen wieder geschlossen. Nach 45 Jahren fuhren seit dem Sommerfahrplan 1990 wieder planmäßige Züge über die traditionsreiche Verbindung. Für mich war die neue Fahrmöglichkeit Grund genug, für die Fahrt nach Dessau diesen Reiseweg zu wählen.


Bild. 1
https://abload.de/img/kursbucheichenbergarez5jg0.jpg

Abbildung der neuen DB-Fahrplantabelle 25A (Kursbuch Sommer 1990) der Verbindung Düsseldorf/Frankfurt-- Kassel – Eichenberg – Nordhausen -Halle – Leipzig. Alle neuen Züge in der dieser Relation sind deutlich gekennzeichnet.


Bild 2
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Mit dem gleichfalls neu eingeführten IR 1545 war ich am 28. Juni 1990 von Essen nach Kassel gereist, um von hier aus den D 1053 zu nutzen. Bei meiner Ankunft in Kassel war der Zug mit 132 107 schon bereitgestellt. Die Auslastung war nicht so groß, so dass ich bequem ein ganzes Abteil im ersten Reisezugwagen hinter der Lok belegen konnte.


Pünktlich begann die Fahrt, direkt hinter Kassel ging die Fahrt baubedingt sogar ein Stück über die entstehende Schnellfahrstrecke Kassel-Wilhelmhöhe – Göttingen. Ohne Verspätung erreichte der Zug die hier kurz existierende Grenzübergangsstelle Arenshausen. Für die Grenzformalitäten waren 33 Minuten vorgesehen (vermutlich ebenso wie die 15 Minuten in Arenshausen). Kontrollen fanden jedoch nirgendwo statt. In Arenshausen beobachtete aber eine Vielzahl von Grenz- und Zollbeamten der Noch-DDR den Zug. Insgeheim hatte ich gehofft, hier einen zukünftig seltenen "Sichtungsstempel Arenshausen" in meinen Pass zu bekommen. Da sich die Grenzorgane nicht von der Stelle bewegten und der Zug die Zeit im Bahnhof abstand, bin ich selbst auf einen Beamten zugegangen und bat um einen Sichtvermerk. Die Antwort war jedoch ernüchternd: „So einen Stempel haben wir nicht, es wird ihn wahrscheinlich auch nicht geben.“ Ein wenig enttäuscht war ich schon, aber die Antwort war schon nachvollziehbar. Zum kommenden Wochenende wurde die Währung in den zukünftig neuen Ländern von Mark der DDR auf die DM umgestellt. Der Beitritt zur Bundesrepublik am 3. Oktober war nicht mehr weit. Also widmete ich mich auf der Weiterfahrt mehr der Umgebung, der befahrenen Strecke sowie den entgegenkommenden Zügen.


Bild 3 und Bild 4
https://abload.de/img/90_029_06dr112260heilx4kr0.jpg

https://abload.de/img/90_029_12dr132121p851uzjlm.jpg

In Heiligenstadt wurde u. a. ein Güterzug mit 112 260 überholt. Außerdem musste auf der noch eingleisigen Strecke ein Gegenzug mit 132 121 abgewartet werden.


Bild 5
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In Leinefelde konnten keine Züge fotografiert werden, allerdings gelang ein Bild von dem wohl nicht mehr bestehenden Bahnbetriebswerk.


Bild 6 und 7
https://abload.de/img/90_029_21sollstedt28.zlk3w.jpg

https://abload.de/img/2009_02_24sollstedtvajo4.jpg

Bei der Durchfahrt durch Sollstedt konnte das Kaliwerk mit seinem imposanten Verwaltungsgebäude abgelichtet werden. Noch läuft der Betrieb und eine Köf wartet auf weitere Rangierarbeit. Knapp zwei Jahrzehnte (28. 2. 2009) später konnte ich das Gebäude noch einmal fotografieren. Da die Südharzautobahn damals noch nicht durchgängig befahrbar war, wurde man im Raum Sollstedt über Bundesstraßen geleitet. Beim Zwischenstopp am Bahnhof bot das Gebäude nur noch einen erbarmungswürdigen Eindruck. Zwei Jahre später wurde es abgerissen.


Beim nächsten Halt in Nordhausen unterbrach ich meine Reise. Noch nie war ich vorher so einfach in den Harz gekommen, daher nutzte ich die Gelegenheit, einmal bei der Harzquerbahn vorbei zu schauen. Da bis zur nächsten Zugfahrt noch etwas Zeit war, wurde im Bahnhofsumfeld eine Rast eingelegt. Für mich als Gelegenheitsstrapazenbahner bot es sich danach noch an, ein paar Bilder der dortigen Tram aufzunehmen.


Bild 8
https://abload.de/img/90_029_24tw51nordhausncjzr.jpg

Triebwagen 51 der Linie 1 vor dem Hauptbahnhof in Nordhausen. Über die Straße im Hintergrund erreichen heute die Triebwagen der HSB sowie die Straßenbahn-Hybridfahrzeuge aus Illfeld den Bahnhofsplatz.


Bild 9
https://abload.de/img/90_029_33tw63nordhausveksa.jpg

Am Bahnhof wird ein Häuserkomplex umfahren. Wagen 63 ist wenige Meter vor dem Erreichen des Bahnhofsvorplatzes fotografiert worden.


Zwischen dem Betriebsbahnhof und dem Personenbahnhof Nordhausen Nord gab es einen kleinen Bahnübergang, den ich für Aufnahmen der Schmalspur aufsuchte.


Bild 10 und 11
https://abload.de/img/90_030_04199861p144073vkdd.jpg

https://abload.de/img/90_030_35997245rgdnorwojho.jpg

P 14407 erreichte zu meiner Enttäuschung mit einer umgespurten V100 (199 861) den Endpunkt der Harzquerbahn. Immerhin stand 99 7245 bereit, um mit der Zuggarnitur zu rangieren.


Bild 12
https://abload.de/img/90_031_04199872nordh.hakdh.jpg

Nach einiger Zeit kam 199 872 als Rangierfahrt zum Stellwerk. „Kollege, kann der Beimann bei Dir mal auf die Toilette gehen?“ lautete die Frage des Lokführers. Und einer Erklärung lieferte er gleich dazu: „Auf der Dampflok kann man einfach auf die Schüppe k….., das geht hier nicht mehr.“ Der Stellwerker hatte ein Einsehen, der Bitte wurde natürlich stattgegeben.


Inzwischen musste ich an meine Weiterfahrt in Richtung Halle denken. Dazu hatte ich mir E 2055 (Köln - Altenbeken – Northeim - Nordhausen – Halle) ausgesucht. An meinem Reisetag war der Zug mit einer 112 (Nummer habe ich leider nicht notiert) bespannt. Auch in diesem Zug konnte ich ein Abteil für mich allein belegen und die Fahrt bei offenem Fenster genießen.


Bild 13
https://abload.de/img/90_031_29sangerhausenqdjro.jpg

Vorbeifahrt am Bw Sangerhausen mit unterschiedlichen V-Loks. Links im Bild ist hinter dem Wasserkran eine V60 (106) der ersten Ausführung zu sehen. Eisenbahnfreunde nannten sie damals „Länderbahn-V60“.


Östlich von Sangerhausen muss in Richtung Blankenheimer Tunnel eine Rampe mit 10 Promille Neigung überwunden werden. Knapp zehn Jahre vorher wurden hier die Güterzüge noch mit ölgefeuerten 44 des Bw Nordhausen bespannt.

Hinter dem Blankenheimer Tunnel trennen sich die Gleise in Richtung Halle und Magdeburg. Aus den Erzählungen des Buches „Bekenntnisse eines Eisenbahnnarren“ von Karl Ernst Maedel war mir der Bahnhof Blankenheim Trennungsbahnhof schon lange ein Begriff, obwohl er für den Reisendenverkehr keine Bedeutung hatte. Nun konnte ich mir dies aus der Perspektive des Zugreisenden einmal anschauen.

Als Ergänzung möchte ich drei weitere Bilder zeigen, die nicht während dieser Fahrt entstanden sind.


Bild 14 und 15
https://abload.de/img/81_087_23nh440018riesigkja.jpg

https://abload.de/img/81_087_37nh440167ries7vkvr.jpg

Am 4. September 1981 beförderten zwei 44 des Bw Nordhausen einen schweren Zug in Richtung Blankenheim. Dabei wurde die Zuglok 44 0018 durch 44 0167 als Schublok unterstützt. Die bei Riestedt aufgenommene Bildfolge machte mein Freund Norbert Hubig, der damals zum beiderseitigen Nutzen meine „schnellere“ Kamera für die Aufnahmen nutzte.


Bild 16
https://abload.de/img/95_062_32neu112183bla5okbc.jpg

Nachdem ich mir Blankenheim Trennungsbahnhof aus der Sicht des durchfahrenden Reisenden anschauen konnte, suchte ich gut fünf Jahre später(18. 9. 1995) den nur über einen schmalen Weg erreichbaren Bahnhof auf. Auf dem Bild sehen wir einen von 112 183 gezogenen Regionalexpress von Halle nach Kassel, der soeben den Bahnhof durchfahren hat.


Fahren wir nun mit meiner Reise Ende Juni 1990 fort.


Bild 17
https://abload.de/img/90_032_014-498-100b3r9sk7x.jpg

Im Bahnhof Röblingen gelang mir das nächste passable Foto. Lok 4-498-100 B3 machte sich vor einem Schotterzug nützlich. Leider fehlen mir zu dieser vermutlichen Grubenanschlussbahn die Informationen, über einen Hinweis dazu würde ich mich freuen.


Bild 18
https://abload.de/img/90_032_03242112halle2qsjnt.jpg

Vor dem Hauptbahnhof Halle wartete 242 112 auf die Weiterfahrt und konnte somit in voller Breite aufgenommen werden.


Bild 19
https://abload.de/img/90_032_06242117p3506htok46.jpg

In Halle Hbf endete E 2055, ich musste umsteigen. Meine Weiterfahrt in Richtung Bitterfeld erfolgte mit 242 117, die ich vor der Abfahrt noch am Bahnsteig fotografierte.


Damit bin auch am Ende meiner Berichterstattung angelangt.


Viele Grüße, bleibt gesund und sucht euch einen kühlen Ort, an dem es sich aushalten lässt.
Werner



edit: zweimal Fehler korrigiert
//



2-mal bearbeitet. Zuletzt am 15.08.20 11:58.
Hallo!

Ich kann zu den Zügen noch etwas beisteuern.

IR 1545 war keine neue Verbindung. Neu war nur die Bezeichnung "IR", welche man hier hervorheben wollte. Im Fahrplanjahr 1989/90 fuhr der Zug, noch als D 1545, in Düsseldorf bereits um 6.10 Uhr ab. Die Umstellung auf IR erfolgte im Februar 1990.

Bild 4: Dies ist der P 8514 von Leinefelde, ab 12.07 Uhr, nach Heiligenstadt, an 12.26 Uhr. Zudem musste in Heiligenstadt auch noch die Kreuzung mit D 1052 Leipzig - Kassel abgewartet werden. Deswegen hatte D 1053 hier 16 Minuten Aufenthalt (12.21 Uhr bis 12.37 Uhr).

Bild 19: P 3506 Erfurt Hbf. 15.41 Uhr (Sa, So und Feiertage erst 15.49 Uhr) - Halle (Saale) 18.12/18.56 Uhr - Flughafen Berlin-Schönefeld 23.18 Uhr. Der Zug kam an Werktagen bereits von Nordhausen als P 6919 (Nordhausen 12.40 Uhr - Erfurt Hbf. 14.53 Uhr).

Die D-Züge der Verbindung Kassel - Halle (Saale) verloren erst am 30. September 1990 ihren Verkehrshalt in Arenshausen. Darüberhinaus ist D 1057 dann bis Nordhausen als D-Zug durchgefahren, da die Fahrzeiten angepasst wurden. Die angegebene Kurswagenverbindung mit P 8533 (dieser führte auch die 1. Klasse, da aus Zugverband des D 1057) entfiel entsprechend. P 8533 fuhr aber weiterhin.

Kai-Uwe, der "Cottbuser"

Mit freundlichen Grüßen

Der Cottbuser




3-mal bearbeitet. Zuletzt am 13.08.20 22:08.

D 1053 von Kassel nach Halle - Anmerkung zur Rampe

geschrieben von: NAch

Datum: 13.08.20 17:41

Eine schöne Bildfolge.

Zur Blankenheimer Rampe: die Steigung beträgt "nur" 1:100 (also 10 Promille), was für die seinerzeit fast immer grenzlastigen Güterzüge Nachschub erforderlich machte.

https://www.drehscheibe-online.de/galerie/ds_bild.php?id=201,k3_60638-fa04a710a.jpg
Einhundertundeinen Meter

Der Höhenunterschied von Sangerhausen bis zum Tunnel war der Namensgeber für dies Galeriebild.

Mit Berliner Grüßen

Achim
Link zu allen meinen Bildern in der Galerie: [www.drehscheibe-online.de]
Link zur Beitragsübersicht: (Hinweis: mit der Galerieumstellung zum 08.04.2017 führen einige Galerielinks in den Beiträgen in die Irre)
[www.drehscheibe-online.de]
Link Ottbergen April 1976 , Link Ottbergen Mai 1976
Hallo Werner,
deine interessante Reise von Kassel über Arenshausen nach Halle habe ich gerne mitgemacht. Die Fotos zeigen gut und eindrucksvoll den Betrieb bei die DDR-Reichsbahn damals. Bekanntlich war es mit der "Herrlichkeit" ja kurze Zeit später vorbei und die Eisenbahn verlor aus bekannten Gründen erheblich an Bedeutung in den neuen Bundesländern. Leider habe ich die erste Zeit nach der Wende viel zu wenig nutzen können zu solchen Studienreisen.
Als kleines Dankeschön noch ein Vergleichsbild von der Tram in Nordhausen. Das Bild ist vom Sommer 2014 als ich den (sehr empfehlenswerten) Unstrutradweg nach Naumburg/Saale fuhr.
https://up.picr.de/39215054cm.jpg

Schöne Grüße
Frank
Hallo Werner,

das ist ein sehr interessanter Beitrag mit tollen Fotos aus einer spannenden Zeit! Schön, dass Du auch ein Auge für die Straßenbahn in Nordhausen und die Grubenanschlussbahn in Röblingen hattest!

Gruß
Klaus
Moin Werner,

"auf die Schüppe k..." - ts, ts, ts!

Sowas aber auch!
;-))

Danke für die interessante Fahrt - sowas hätte ich in diesen Zeiten auch mal machen sollen!

Martin
Hallo Werner,

das ist ein in allen Belangen wunderbarer Bericht einer sehr besonderen Reise - ein Jahr zuvor war sie noch jenseits des Vorstellbaren.

Die schönen Bilder und deine Schilderungen gehen mir einigermaßen nahe, denn die "Halle-Casseler" war meine erste Hausstrecke: zu einer Zeit, als ich noch gar nicht wusste, was das ist. Aber ziemlich früh habe ich gelernt, dass es östlich von Eichenberg nicht mehr weiter geht.

Als sich die Verhältnisse änderten, war klar, wo meine erste (freizügige) Einreise stattfinden musste; am 28. Dezember habe ich sie umgesetzt (natürlich mit dem Auto). Der Tag wird mir unvergessen bleiben.

Als kleine Anlage zwei Aufnahmen direkt von der Schnittstelle:

hoga0189.jpg

Am 29. Dezember 1989 sind unmittelbar an der Grenze zwischen Eichenberg und Hohengandern die Rodungsarbeiten bereits in vollem Gange.

Kein halbes Jahr später ...

hoga0290.jpg

.... passiert 132 020 mit dem D 1050 von Nordhausen nach Kassel Hbf die nunmehrige Nahtstelle (15. Juni 1990).

Vielen Dank!
H.
Moin Werner,

nach Nachschau in unserem Datenfriedhof melde ich Zweifel hinsichtlich der Loknummer "44 0167" der Schiebelok an - diese Lok hatte im Zeitraum 2/77 - 7/81 einen Kessel OHNE Speisedom - und das Foto in Deinem Beitrag zeigt einen solchen MIT Speisedom.

Könntest Du mal im Originalscan bitte nochmal nachschauen?

Danke und VG,
Martin

Edit: Schreibfehler



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 14.08.20 17:28.
Ganz tolle Bilder von damals aus meiner Heimat, gefallen mir sehr.

Mittlerweile hat sich vieles so sehr gewandelt, sowohl an der Strecke als auch in der Stadt Nordhausen, da erinnert man sich gerne an vergangene Tage.

Ein Jahr später verband der D 1053 sogar Köln mit Leipzig, bevor er 1992 schon wieder aus den Fahrplänen verschwand

MfG aus dem Südharz, Falk


Experte ist nur der, der vorher weiß, was hinterher falsch ist
Hallo,

danke für die schönen Bilder.
Ich bin im Frühjahr 1992 von Nordhausen nach Kassel dort mitgefahren. Damals gab es einen MITROPA Speisewagen im D - Zug in welchem ich allerdings der einzige Gast war.
Hier noch zwei Bilder von dieser Woche in Nordhausen. Mehr Bilder von der HSB demnächst im Bildberichteforum.

DSC00083.JPG

DSC00082.JPG

Gruß Norbert
Hallo,

zunächst einmal vielen Dank für die Rückmeldungen. Es freut mich, dass Euch mein kleiner Rückblick in die deutsche (Eisenbahn)-Geschichte gefallen hat. Auch die Ergänzungen und Korrekturen zu den Strecken und Zügen sind wertvoll. Hätte ich mir die Fotos von der Blankenheimer Rampe richtig angeschaut, hätte man fast sehen müssen, dass die Steigung mit 25 Promille zu hoch gegriffen ist. Der Wert wurde zwischenzeitlich korrigiert.

@Martin Welzel: Der von Dir und Ulrich angelegte Datenfriedhof ist Gold wert und oft auch entlarvend. Leider habe ich von der Vorbeifahrt der 44-Schublok keine Seitenaufnahme und daher die schlecht lesbare Nummer aus vermeintlich erkennbaren Ziffern „interpoliert“. Am kommenden Mittwoch bringe ich Dir den Originalscan zur Rentnerspeisung mit. Allerdings widersprechen sich unsere Angaben nicht. Die Aufnahme von Norbert ist wie angegeben am 4. September 1981 entstanden und lt. Datenfriedhof hatte die Lok den speisedomlosen Kessel bis Juli 1981. Aber das kriegen wir sicher noch geklärt.
Du hast absolut recht, dass man derartige Fahrten viel häufiger hätte durchführen sollen. Einige (aber viel zu wenige) solcher Touren habe ich zwar noch gemacht. Aber man darf dabei nicht übersehen, dass wir zu diesem Zeitpunkt noch aktiv „an der Schüppe“ standen (im Gegensatz zu dem Personal auf der 199 hatten wir aber eine Toilette in Reichweite) und nicht am nächsten Tag einfach mal so zu einer Tour aufbrechen konnten.

Allseits noch ein schönes Wochenende wünscht
Werner
Ergänzend möchte ich zu den HSB-Fotos noch beitragen:

199 861 und 872 sind heute noch betriebsfähig im Harz unterwegs, die 199 872 ist momentan derzeit sogar im Nordhäuser Plan unterwegs und bespannt die Züge 8920/ 8903/ 8904/ 8929.
Ich war heute ihretwegen unterwegs.
Die 99 7245 ist sogar die eigentliche Nordhäuser Stammlok, befindet sich aber derzeit in HU.

MfG aus dem Südharz, Falk


Experte ist nur der, der vorher weiß, was hinterher falsch ist

Danke 65 014 und Danke H.R. für die schöne zeitdokumente!

geschrieben von: MSS

Datum: 15.08.20 23:31

Faszinierend das vollständig unterschiedliche aussehen die beiden 132er! (bild 2 und 4).

MFG
Morten aus Dänemark

Meine eisenbahnfotos: [mortenschmidt.piwigo.com]
NEUESTEN BILDER:[mortenschmidt.piwigo.com]
http://mortenschmidt.piwigo.com/uploads/7/o/d/7odqzpartj//2017/05/29/20170529221833-f5aca47d.jpg




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 16.08.20 00:41.
Hallo,

> [color=#1e84cc][b]Im Bahnhof Röblingen gelang mir das nächste passable Foto. Lok 4-498-100 B3 machte sich vor einem
> Schotterzug nützlich. Leider fehlen mir zu dieser vermutlichen Grubenanschlussbahn die Informationen, über einen
> Hinweis dazu würde ich mich freuen.

das ist die Werkbahn von Romonta, der Montanwachsfabrik in Amsdorf, einige Kilometer weiter in Richtung Halle.
Dort gibt es zwar keine Fahrleitung und Signale mehr, aber die Dampfspeicherlok faehrt dort noch regelmaessig. Ob die Abraumzuege aus Stuttgart derzeit noch fahren, weiss ich nicht. Das war aber akustisch sehr beeindruckend, als die FLC den halben Zug von Roeblingen nach Amsdorf schleppte.


Armin

[www.muehlenroda.de] (Muehl privat)
[www.museumsstellwerk.de] (Museumsstellwerk Rheine e.V.)
Besten Dank für diesen tollen Bilderbogen auch von mir! Eine mir bislang völlig unbekannte Gegend und demnach auch unbekannte Bahnanlagen. Ich war bislang nie im Harz.

Auffällig sind mir bei Deinen Fotos die recht frisch aussehenden Loks. Die 112er (Bild 3) sieht ja aus wie aus dem Ei gepellt, die meisten anderen Loks machen aber auch keinen heruntergekommenen Eindruck.

Zu Foto 8 eine Anmerkung: im Hintergrund sieht man einen Ikarus 280 Stadtbus. Die Farbgebung verrät: auch in Nordhausen hatte man abgegebene Busse aus Ostberlin übernommen. An Neufahrzeuge kam ab irgendwann in den 1980er Jahren wohl kein DDR-Verkehrsbetrieb außer Ostberlin mehr heran, oder es war nur den größeren Bezirksstädten vergönnt. Ich erinnere mich, wie damals in Gera noch 2 nagelneue Busse kamen (414 und 415 waren ihre Nummern, einer sollte später in einem ganz bizarren "Krimi" eine Rolle spielen, aber darum geht es hier nicht) und danach auch nur noch abgegebene Ostberliner Fahrzeuge. Die waren halt nicht postgelb, sondern hatten die "Hauptstadtlackierung: orange Front, orange Türen, oranges Heck. Letzteres brachte ihnen bei den Geraer Lästermäulern den Spitznamen "Pavian" ein.

Diese Busse wirkten oft fast wie neu, waren aber in Ostberlin im Einsatz gewesen. Innen klebte nahe der Türen gern noch die BVB-Tariftabelle (hieß glaube ich "BVB Verkehrstarif") oben an der Decke und die Türen schlossen sich nach Druck auf den Klingelknopf nach einigen Sekunden selbständig, der Fahrer musste nicht alle Türtasten separat drücken. Das war wohl in Berlin rangefrickelt worden (die Schaltung mit Relais residierte in einem schwarzen Bakelitkasten vorn neben dem Fahrersitz) und man machte sich nicht die Mühe, es vor Abgabe der Fahrzeuge wieder auszubauen.

Soviel zum Bus-Exkurs.
Hallo!

Mit den Straßenbahnen aus Berlin war das ja ähnlich. Die BVB hatte dann insbesonders ab 1989/90 zahlreiche Wagen nach Potsdam abgegeben, die aber noch weiterhin mit dem alten (neuen) Hauptstadtlack eingesetzt wurden. Durch diese Lieferungen konnte Potsdam die alten Gothawagen abstellen.

Andere Städte bekamen auch Wagen aus Berlin, allerdings nur wenige Fahrzeuge. Cottbus z. B. bekam einen KT4D-Wagen, welcher dann als Nr. 9 (Zweitbesetzung) verkehrte. Ursprünglicher Wagen 9 hatte einen schweren Unfall und musste ausgesondert werden. Der neue Wagen 9 musste allerdings umgespurt werden, da Cottbus eine andere Spurweite als Berlin bzw. Potsdam hat.

Kai-Uwe, der "Cottbuser"

Mit freundlichen Grüßen

Der Cottbuser




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 16.08.20 00:24.
65 014:
Die Auslastung war nicht so groß, so dass ich bequem ein ganzes Abteil im ersten Reisezugwagen hinter der Lok belegen konnte.
Wie sah das eigentlich im hier betrachteten Streckenabschnitt beim 1059 aus? Der kam in Falkenberg grundsätzlich als Leerreisezug an. Ab da begann er sich zu füllen; ab Finsterwalde konnte man nicht mehr sicher sein, das Abteil für sich zu haben.

Beim nächsten Fahrplanwechsel war der Zug natürlich weg. Vor ungefähr zehn Jahren stand für die Strecke zwischen Halle und Eilenburg ernsthaft die völlige Einstellung des Reiseverkehrs im Raum und damit auch die komplette Stillegung, nachdem noch etwas früher dort einiges an Güterzügen unterwegs war. Siehe hier im Forum: Die Holzroller und der Mannheimer, der bis Hoyerswerda fahren kann ...
Sonderkorrespondent schrieb:
65 014:
Die Auslastung war nicht so groß, so dass ich bequem ein ganzes Abteil im ersten Reisezugwagen hinter der Lok belegen konnte.
Wie sah das eigentlich im hier betrachteten Streckenabschnitt beim 1059 aus? Der kam in Falkenberg grundsätzlich als Leerreisezug an. Ab da begann er sich zu füllen; ab Finsterwalde konnte man nicht mehr sicher sein, das Abteil für sich zu haben.

Beim nächsten Fahrplanwechsel war der Zug natürlich weg. Vor ungefähr zehn Jahren stand für die Strecke zwischen Halle und Eilenburg ernsthaft die völlige Einstellung des Reiseverkehrs im Raum und damit auch die komplette Stillegung, nachdem noch etwas früher dort einiges an Güterzügen unterwegs war. Siehe hier im Forum: Die Holzroller und der Mannheimer, der bis Hoyerswerda fahren kann ...
Der wird wohl nie gut gefüllt gewesen sein, was wahrscheinlich auch an den nächtlichen Fahrzeiten lag, wobei der in deinem genannten Abschnitt schon wieder den Berufsreiseverkehr mit aufgenommen hat.
Beim D 1053 sah das vielleicht noch etwas anders aus, da er im Tagesverkehr fuhr und ab Nordhausen in der Fahrplanlage des alten E 853 verkehrte.
Der Fernverkehr auf der Halle-Kasseler-Schiene entwickelte sich nicht mehr, deswegen waren ab Fahrplan 1992 die Züge nur noch regional beschränkt auf Dessau-Halle-Kassel, 1993-95 auch abwechselnd nach Göttingen und Altenbeken, und zwei IR-Zugpaare sowie einem Nachtzug Berlin-Basel.
Der Tageszug Nordhausen-Berlin entfiel 1993 auch endgültig.

MfG aus dem Südharz, Falk


Experte ist nur der, der vorher weiß, was hinterher falsch ist