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[GR] Normalspur, Teil VII: 2003 (m12B)

geschrieben von: P-Wagen

Datum: 31.07.20 20:42

Link zu Teil I (Peloponnes 1998)
Link zu Teil II (Peloponnes/Diakofto-Kalavrita 1999/2000)
Link zu Teil III (Peloponnes/Korinth-Rio 1999/2000)
Link zu Teil IV (Peloponnes/Eisenbahnpark Kalamata 2001)
Link zu Teil V (Normalspur Athen/Thessaloniki 2000)
Link zu Teil VI (Peloponnes/Piräus-Kakia Skala 2002)



Hallo zusammen,

wieder möchte ich euch auf eine Reise zu den Eisenbahnen Griechenlands mitnehmen. In diesem und im nächsten Beitrag möchte ich Bilder vom August 2003 zeigen.
Die Anreise erfolgte über Thessaloniki. Nachfolgend einige Bilder, die beim Warten auf unseren Zug nach Athen entstanden:

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Abfahrt für den D-Zug nach Athen

Der Stationsvorsteher von Thessaloniki erteilt dem Lokführer des D 503 den Abfahrauftrag und schickt ihn auf seine sechsstündige Reise nach Athen.


Bahnsteigwechsel zum Gleis 7: Bei A.107, die zum Zeitpunkt der Aufnahme 41 Jahre alt ist, blättert bereits an einigen Stellen der Lack ab. Sie rangiert gerade den Wagenpark für den grenzüberschreitenden Zug 334 nach Belgrad.

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Rangierarbeiten in Thessaloniki

Die kleinen robusten dreiachsigen Rangierlokomotiven erhielten in Griechenland den Spitznamen "Κρουπάκι", eine Verniedlichung, die sich von der Herstellerfirma Krupp ableitet.

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Rangierarbeiten in Thessaloniki II


Einige Minuten später am Nachbargleis verlässt der MAN2-Doppeltriebwagen, gebildet aus den Einheiten 720 und 722, den Bahnhof von Thessaloniki als Regionalzug 753 nach Veria. Offensichtlich noch relativ frisch ist die Umzeichnung nach dem neuen ΟΣΕ-Baureihenschema, bei dem sie die Nummern 620 020 und 022 erhielten.

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Abfahrt für den MAN-Triebwagen nach Veria


Vor dem Hintergrund einiger abgestellter Personenwagen, die die ΣΕΚ in den 1950er-Jahren in Italien beschafften, fährt H.566 in den Bahnhof Thessaloniki um ihre nächste Zugleistung zu übernehmen.

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H.566 setzt sich vor ihren Zug

Im Jahre 1999 lieferten Siemens und Krauss-Maffei die ersten Eloks nach Griechenland. Vom Typ 'HellasSprinter', welcher auf dem 'EuroSprinter' basiert, wurden zunächst sechs Maschinen mit den Betriebsnummern H.561-H.566 gebaut. Im Jahre 2003 waren sie nicht wirklich ausgelastet, da die 240 km lange Strecke Thessaloniki-Idomeni die einzige elektrifizierte Strecke der ΟΣΕ war. Auch die Höchstgeschwindigkeit von 200 km/h konnten die Loks nicht erreichen, da die Strecke nur maximal 130 km/h zulässt.
Ab 2004 folgte eine zweite aus 24 Maschinen bestehende Lieferserie und der Aktionsradius erweiterte sich schrittweise Richtung Süden.

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Abfahrt nach Belgrad

Auf die Minute, um Punkt 18:00 Uhr, erhebt der Stationsvorsteher von Thessaloniki seine Kelle und der Zug 334 nach Belgrad setzt sich in Bewegung. Planmäßig sollte der Zug am nächsten Morgen um 7:35 Uhr die Hauptstadt Serbiens erreichen. Für die Zuglok, den 'HellasSprinter' H.566, ist allerdings an der Grenze in Idomeni Schluss.


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Der abendliche ICE nach Athen

Zum Fahrplanwechsel Mitte Januar 2003 führten die griechischen Eisenbahnen die neue Zuggattung InterCity Express ein. Es handelte sich um zwei Zugpaare zwischen Athen und Thessaloniki, die nur an den wichtigsten Bahnhöfen hielten und die Strecke zwischen den beiden Metropolen in knapp fünf Stunden schafften. Somit konnte die Fahrtzeit eines InterCity um eine halbe Stunde unterboten werden. Zum Vergleich: Die normalen Züge brauchten für die selbe Strecke sieben Stunden. Der vierteilige AEG/LEW-Triebwagen, mit den Triebköpfen 611 (an der Spitze) und 612 (am Heck) stehen abfahrbereit als ICE 55 nach Piräus.


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Nahverkehrszug nach Naousa

Die in Platy von der Hauptstrecke Thessaloniki-Athen nach Westen abzweigende Strecke über Edessa nach Florina und der Abzweig nach Kozani war aus fahrplantechnischer Sicht immer wieder einem Auf und Ab unterworfen. Während der Fahrplan 2001/2002 noch recht fahrgastunfreundlich mit wenigen Zugpaaren und großen Lücken gestaltet war, wurde ab Januar 2003 der Verkehr westlich von Skydra wegen Streckensanierung eingestellt. Der Streckenabschnitt Thessaloniki-Skydra wurde hingegen mit 13 Zugpaaren recht häufig befahren.
Der MAN-2-Triebwagen steht für seine nächste Fahrt als Zug 755 nach Naousa bereit.
Auch nach Abschluss der Bauarbeiten wurde ein S-Bahn ähnlicher Verkehr betrieben, der während der Finanzkrise leider wieder radikal zurückgefahren wurde.

Von der anschließenden Fahrt nach Athen habe ich leider nur ein Bild aus Lianokladi:

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Vorbeifahrt am Bw Lianokladi

In Lianokladi, an der Hauptstrecke Athen-Thessaloniki gelegen, zweigt nicht nur die Stichstrecke nach Stylida ab; hier gibt es auch ein kleines Betriebswerk. Neben ADtranz A.478, die heute die Betriebsnummer 220 008 trägt, standen im Jahr 2003 unter anderem noch die unmodernisierten MLW-Maschinen A.467 und A.470 im Bw.


Einen Tag später unternahmen wir einen Ausflug nach Chalkida:

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Angekommen in Chalkida

Chalkida, die Hauptstadt der Insel Euböa, ist Endpunkt einer Stichstrecke, die in Inoi von der Hauptmagistrale Athen-Thessaloniki abzweigt. Für den Athener Nahverkehr hat die 1904 eröffnete Strecke immer schon eine große Bedeutung und wurde bzw. wird mit relativ vielen Zugpaaren regelmäßig bedient.
Während im Jahr 2003 noch MAN2-Dieseltriebwagen die Standardfahrzeuge auf dieser Strecke waren, verkehren hier heute elektrische Desiros. Seit 2004 ist die Strecke Teil des Προαστιακός- (S-Bahn-)Netzes von Athen.


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Bereit zur Abfahrt nach Athen

Malerisch direkt am Meer und mit der Stadt im Hintergrund liegt der Kopfbahnhof von Chalkida. Das MAN2-Pärchen 709+710 startet gerade seine Motoren um in Kürze nach Athen zu fahren.

In Athen angekommen ergab sich noch die Gelegenheit den Zug von der Fußgängerbrücke, die die beiden Bahnhöfe der Hauptstadt verband, zu fotografieren:

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Nachmittägliche Ruhe im Larissa-Bahnhof

Bis zum Jahr 2005 besaß Athen zwei Bahnhöfe: Dem 1884 eröffneten Peloponnes-Bahnhof folgte 20 Jahre später der Larissa-Bahnhof für die Normalspurstrecken in den Norden. Während das Bahnhofsgebäude auch heute noch genutzt wird, hat sich das Gleisfeld deutlich gewandelt und wurde nicht nur erweitert, sondern auch elektrifiziert.
Im Jahr 2003 war davon noch nichts zu merken. Der MAN-Doppeltriebwagen 709+710 ist soeben aus Chalkida eingetroffen und wird gleich ins Betriebswerk Agios Ioannis Rentis weiterfahren.

Nach diesem kleinen Ausflug zur griechischen Normalspur, geht es in meinem nächsten Beitrag wieder um die Schmalspur.

Viele Grüße und ein schönes Wochenende,
Stefan

Re: [GR] Normalspur, Teil VII: 2003 (m12B)

geschrieben von: kbs755

Datum: 31.07.20 21:20

Ach Stefan,

Du kannst einem wirklich den Abend versüßen ! Tolle Bilder , noch nicht so lange her aber doch historisch . Einfach toll ! Und den Spitznamen "Κρουπάκι" lese ich auch zum ersten Mal . Morgen gibt es von von mir ein paar alte ƩΠΑΠ Bilder aus meiner Sammlung .

χαιρετισμός Norbert

Re: [GR] Normalspur, Teil VII: 2003 (m12B)

geschrieben von: EDK 1000

Datum: 01.08.20 17:53

P-Wagen schrieb:
In Athen angekommen ergab sich noch die Gelegenheit den Zug von der Fußgängerbrücke, die die beiden Bahnhöfe der Hauptstadt verband, zu fotografieren:
Während das Bahnhofsgebäude auch heute noch genutzt wird, hat sich das Gleisfeld deutlich gewandelt und wurde nicht nur erweitert, sondern auch elektrifiziert. Im Jahr 2003 war davon noch nichts zu merken.
Hi, auf dieser Fußgängerbrücke habe ich zwischen 1980 und 2010 auch so einige Zeit totgeschlagen. Die massive Signalbrücke auf dem letzten Bild war auch eine der vielen Investitionen die von der OΣE in den Sand gesetzt wurde. Wenn ich mich recht erinnere, waren die beiden Ausfahrsignale Richtung Piräus nie in Betrieb und wurden nach nur wenigen Jahren durch die nachfolgenden Planungen des Athener Centralbahnhofs überflüssig und die massive Signalbrücke wurde dann wieder abgerissen. Wenigstens diese konnte im Großraum Athen irgendwo im Bereich des neuen "Nordkreuzes" einer sinnvollen Verwendung zugeführt werden.

Gruß aus Reykjavík
Wulf