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[B] Die Berliner Straßenbahn 1991 (Teil 3 - 30B)

geschrieben von: 0nkel_wom

Datum: 24.07.20 14:29

Hallo allerseits

Nachdem ich die ersten beiden Teile über das hauptstädtische Straßenbahngeschehen im Jahr eins nach der Vereinigung bereits eingestellt hatte, entdeckte ich
in den Tiefen der Diakästen weitere Bilder, von denen ich zwar wusste, dass ich sie habe, aber nicht, dass sie auch von 1991 sind. Es geht eben nichts über eine
gepflegte Archivierung.
Vom zeitlichen Ablauf hätte dieser Teil eigentlich vor den ersten gehört. Irgendwie fehlt mir aber die Motivation, die Beiträge nachträglich zu ändern. Beamen wir
uns also zurück in den Mai und August 1991.


Am 19.05.1991 begab sich eine Delegation aus der Mainmetropole mit dem Nachtzug in die Hauptstadt, die schon kurz vor sieben Uhr erreicht wurde. Bis zur
Rückfahrt hatten wir über 15 Stunden Zeit. Es war ein sehr ergiebiger Tag.


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(Bild 46) In der pfingstsonntäglichen Morgensonne glänzten ein Rekozug der Linie 22 und eine KT4D-Doppeltraktion als Linie 70 in der Schleife Kupfergraben um
die Wette.



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(Bild 47) Als sich kurze Zeit später die Linie 46 auf den Weg zur Schillerstraße machte, waren bereits Wolken aufgezogen.



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(Bild 48) Die nördliche Endstation der 46 in Niederschönhausen Schillerstraße. Links zweigt die Straße 18 ab. Hätte man alle Straßen einfach nur durchnummeriert,
müsste man sich heute keine Gedanken über die Umbenennung zentrumsnaher U-Bahn-Haltestellen machen. Aber halt, die „18“ ist ja politisch auch nicht korrekt ...



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(Bild 49) Haltestelle Waldowstraße, Fahrtrichtung Am Kupfergraben.



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(Bild 50) In der Gegenrichtung näherte sich die nächste 46 der Endhaltestelle Schillerstraße. Die Grünflächen beiderseits der Schillrtstraße sind inzwischen bebaut.



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(Bild 51) Am Ossietzkyplatz war eine 46 auf dem Weg zur Schillerstraße.



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(Bild 52) Ebenfalls am Ossietzkyplatz nahm eine stadteinwärts fahrende 46 die Kurve von der Dietzgenstraße in die Kurt-Fischer-Straße. Letztere musste ihren Namen
ein Jahr später an Hermann Hesse abtreten. Die Vita des Namensgebers war den Verantwortlichen dann wohl doch zu stramm links.



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(Bild 53) Ab dem Kurt-Fischer-Platz gesellte sich die 22 von Rosenthal zum Linienweg der 46. An der Bier-Bar „TschaikowskiECK“ war ein Reko-Dreiwagenzug als
Linie 22 kurz vor der Haltestelle Mayakowskiring Richtung Kupfergraben unterwegs.



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(Bild 54) Die Schönholzer Straße zwischen den Haltestellen Bürgerpark und Pankow, Rathaus. Für die nächste Stunde hatte die Sonne gewonnen.



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(Bild 55) Verkehrsgeschehen im Herzen von Pankow vor der Pfarrkirche „Zu den vier Evangelisten“: während ein Rekozug in die Berliner Straße einbog, querte ein
Wartburg sehr dynamisch die Szenerie. Zum Glück kein weißer Lieferwagen.



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(Bild 56) Wir widmeten und nun dem Buchholzer Ast, der damals von der Linie 49 befahren wurde. Ein Reko-Zweiwagenzug war auf der Bleicheroder Straße zwischen
den Haltestellen Bahnhof Pankow/Heinersdorf und Klaustaler Straße zum Hackeschen Markt unterwegs..



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(Bilder 57 und 58) Seit 2000 wendet keine Straßenbahn mehr vor der Buchholzer Dorfkirche, die Strecke wurde um gut einen Kilometer zur Guyotstraße verlängert.



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(Bild 59) Schon wieder auf dem Weg zum Hackeschen Markt: Rekozug bei der Einfahrt in die Haltestelle Blankenburger Straße.



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(Bild 60) Vom Bahnhof Pankow/Heinersdorf war es nur ein kurzer Fußweg zur Endschleife Heinersdorf der Linie 71. Diese wurde zwar mit KT4D gefahren und damit
irgendwie weniger attraktiv, aber in Heinersdorf gab und gibt es zwei eingleisige Abschnitte. Der erste Tatra fuhr uns auf der Romain-Rolland-Straße zwischen den
Haltestellen Rothenbachstraße und Heinersdorf Kirche vor die Linse.



http://www.onkel-wom.de/bilder/straba_berlin/straba_b_09-174.jpg

(Bild 61) Die Berliner Straße, allerdings eine andere als in Pankow (Bild 55), zwischen Wasserturm und Heinersdorf Kirche.



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(Bild 62) Gleich Stelle, Blick in die Gegenrichtung: vor der Dorfkirche Heinersdorf fuhr eine 71 in den eingleisigen Abschnitt Richtung Stadtmitte.


Nun hatten wir erstmal eine Verabredung mit einem älteren Herrn.


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(Bild 63) Danach stellten wir noch den Gotha-Großraumzügen im Köpenicker Netz nach. Recht verlässlich traf man sie auf der 86 nach Alt-Schmöckwitz an.
Am Köllnischen Platz machte sich ein TDE startklar, die Dahme zu überqueren.



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(Bild 64) Nach einer wunderschönen Fahrt entlang des Langen Sees erreichte die 86 Alt Schmöckwitz, den südöstlichsten Punkt des Berliner Straßenbahnnetzes,
etwa 23 km Luftlinie entfernt von der Schleife Am Kupfergraben. Die Strecke überstand mehrere Stilllegungsversuche, doch auch heute noch kann man die Fahrt auf
teilweise schon sanierten Gleisen im Niederflurwagen genießen.
Am 19.05.1991 pausierten der Großraumzug und sein deutlich jüngerer gummibereifter Kollege einträchtig bis zur nächsten Abfahrt.



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(Bild 65) Damals hatte die Wagenhalle Alt Schmöckwitz noch Anschluss an das Gleis- und Fahrleitungsnetz.



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(Bild 66) Ein letztes Bild für diesen Tag am S-Bahnhof Grünau. Dann ging es zum Nachzug Richtung Heimat.



Es gab damals zwei Nachtzüge von Frankfurt nach Berlin: der erste kurz nach 21 Uhr über Gerstungen, Ankunft etwa fünf Uhr, der zweite kurz nach 22 Uhr über
Helmstedt, Ankunft etwa sieben Uhr. Am 15.08.1991 nahm ich den früheren und gönnte mir vor und nach der Arbeit etwas Berliner Straßenbahn.


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(Bild 67) Nachdem ich zuvor den Beieagenbetrieb auf der Wolterdorfer Straßenbahn bearbeitet hatte, wurde in Berlin als erstes ein Tatra T6/B6-Zug als Linie 16 nach
Köpenick Krankenhaus am S-Bf Karlshorst/Wandlitzstraße aufs Zelluloid gebannt.



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(Bild 68) Eigentliches Ziel war die Linie 82, die damals mit Rekozügen zwischen Bahnhof Ostkreuz und Mahlsdorf Süd fuhr.
Am Gleisdreieck Hermann-Duncker-Straße/Ehrlichstraße wartete eine 82 auf die Weiterfahrt. Wie Kurt Fischer hatte auch Hermann Duncker eine KPD-Vergangenheit
und wurde seine Straße 1992 los.



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(Bild 69) Einer der eher selten auf der 82 eingesetzten Reko-Zweirichtungswagen an der Kreuzung Ehrlichstraße/Wildensteiner Straße.



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(Bild 70) Zu den wenigen Streckenstilllegungen nach der Wende gehörte der nur etwa 300 m labe Abschnitt in der Hauptstraße zwischen S-Bf. Ostkreuz und
S-Bf. Rummelsburg. Hier fuhr im Mai 1993 die letzte Straßenbahn. Bis 1967 fuhr die 82 über Markgrafendamm und Stralauer Allee weiter Richtung Stadtmitte.



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(Bild 71) An diesem Tag war früh Feierabend und so konnte ich auf dem Weg zum Bahnhof Friedrichstraße noch etwas fotografieren. Am Hackeschen Markt hatte
sich gerade eine 49 auf den Weg nach Buchholz gemacht, dahinter die Kuppeln des Berliner Doms.



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(Bild 72) Eine KT4D-Doppeltraktion als Linie 24 zum Stadion der Weltjugend am Monbijouplatz.



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(Bild 73) Einige Meter weiter, in der Oranienburger Straße war eine 71 unterwegs zum Kupfergraben. Eine Entschuldigung geht an den Berliner Fernsehturm.



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(Bild 74) Zwischen Planckstraße und Friedrichstraße führte die alte Strecke für einige Meter an der Spree entlang. Ein Reko-Dreiwagenzug schlängelte sich Richtung
Rosenthal.



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(Bild 75) In der Georgenstraße im Verlauf der Schleife Am Kupfergraben parken heute keine Trabis mehr. Die S-Bahnbögen wurden geöffnet und beherbergen
gastronomische Betriebe mit Freisitz. Vor dem Pergamonmuseuem machte sich die nächste 22 auf den Weg in den Berliner Norden.

Wer jetzt noch einmal wissen will, wie es im September und November weiter ging, hier die Links:
1. Teil -> [www.drehscheibe-online.de]
2. Teil -> [www.drehscheibe-online.de]


Es grüßt aus Frankfurt
Onkel Wom!

Wow, Wolfgang,

perfekt eingefangenes Lokalkolorit. Einfach zum Schwelgen, auch wenn der Beitrag gleich mit meinem Favoriten anfängt: Die noch tief stehende Morgensonne verleiht der Szene eine tolle Atmosphäre!

Gruß aus HH
Helmut U.
Hallo!

Bei den beiden Nachtzügen möchte ich folgendes berichtigen.

Von Berlin nach Frankfurt (Main) fuhren die Züge wie folgt:

D 358/359 über Dessau - Halle (Saale) - Bebra
D 1458/1459 über Lutherstadt Wittenberg - Halle (Saale) - Bebra. Zug fuhr ab 2. Juni 1991 als D 354/355.

Über Marienborn - Helmstedt gab es bis zum Fahrplanwechsel, am 1./2. Juni 1991, nur die Kurswagengruppe Berlin - Franfurt (Main) mit den Zügen D 344/345 (Berlin - Hoek van Holland), welche zwischen Braunschweig und Frankfurt (Main) über Goslar - Göttingen - Kassel - Gießen einem Eilzug beigegeben wurden. Ab 2. Juni 1991 dann mit direkten EC-/IC-Zügen im Taktfahrplan (ab Braunschweig über Hildesheim - Göttingen - Kassel-Wilhelmshöhe - Fulda).

Bild 74 ist heute auch nicht mehr machbar, da die Straßenbahn die Unterführung am S-Bahnhof Friedrichstraße nutzt.

Wenn man alle Bilder betrachtet, könnte man meinen, man wäre in der DDR. Doch dem war nicht so, siehe Fahrzeuge und auch die Läden, die jetzt anders gestaltet waren.

Kai-Uwe, der "Cottbuser"

Mit freundlichen Grüßen

Der Cottbuser




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 24.07.20 20:30.
Sehr schöner Bilderbogen. Und die Straßen so leer, kaum PKW.

Falsch angehängt (o.w.T)

geschrieben von: EDK 1000

Datum: 24.07.20 18:16

(Dieser Beitrag enthält keinen Text)
Gruß aus Reykjavík derzeit mal wieder aus Berlin
Wulf

1-mal bearbeitet. Zuletzt am 24.07.20 18:18.

Re: [B] Die Berliner Straßenbahn 1991 (Teil 3 - 30B)

geschrieben von: EDK 1000

Datum: 24.07.20 18:20

Ich bin zwar überhaupt kein Straßenbahnfan, aber deine Zeitreise habe ich auf jeden Fall genossen, tolle Fotos zur richtigen Jahreszeit mit interessanten "Kolateralobjekten" die es in dieser Form heute nicht mehr gibt.

Gruß aus Reykjavík derzeit mal wieder aus Berlin
Wulf
0nkel_wom schrieb:


(Bild 48) Die nördliche Endstation der 46 in Niederschönhausen Schillerstraße. Links zweigt die Straße 18 ab. Hätte man alle Straßen einfach nur durchnummeriert,
müsste man sich heute keine Gedanken über die Umbenennung zentrumsnaher U-Bahn-Haltestellen machen. Aber halt, die „18“ ist ja politisch auch nicht korrekt ...



Hach, ich liebe Deine launigen Kommentare )

und danke auch wieder für diese wunderbare Zeitreise.


Grüße
obstgaertner

Re: [B] Die Berliner Straßenbahn 1991 (Teil 3 - 30B)

geschrieben von: sk135

Datum: 25.07.20 08:36

Hallo,

vielen Dank für den tollen Beitrag und insbesondere auch dafür, dass Du die schönen KT4D fotografiert hast, auch wenn sie nicht in Deinem Fokus standen!

Grüße,


Sebastian
Ein wunderbarer Bilderbogen - vielen Dank dafür!!!

Auf mehr als der Hälfte deiner Bilder war ich damals tatsache selbst mit Reko oder KT4D unterwegs.
Es waren wohl die besten Jahre um mit der Straßenbahn durch Berlin zu fahren. Heute macht das nicht mehr so viel Spaß...
Alleine der Sound der einzelnen Fahrzeuge war ein Gedicht. Heute jaulen pfeifen oder zischen die Bahnen leider nur noch...

Grüße aus Berlin,
Tatrafahrer

Die Berliner Straßenbahn 1991 (Teil 3 - 30B)

geschrieben von: Boldur

Datum: 27.07.20 20:19

In Berlin gibt es seit 1996 keine richtigen Strassenbahnen mehr. (-:

Re: [B] Die Berliner Straßenbahn 1991 (Teil 3 - 30B)

geschrieben von: PauLe Theo

Datum: 28.07.20 12:53

Ich schließe mich meinen Vorrednern an - ein absolut authentischer Beitrag, vielen lieben Dank!

Heutzutage unbegreiflich wie so ein Kt4 "nur" Beiwerk sein konnte, aus damaliger Sicht aber irgendwo verständlich. Irgendwie ist der Reiz doch immer zu dem hin was man nicht hat. Bin gespannt ob man in 20 Jahren mal den ersten NGT-Serien hinterher trauert :D Fahrzeuge welche 90% aller Fotografen ja ähnlich wenig interessieren dürften wie für dich damals die Tatras...