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[B] Die Berliner Straßenbahn 1991 (Teil 2 - 21B)

geschrieben von: 0nkel_wom

Datum: 07.07.20 14:42

Hallo allerseits

Zuerst einmal vielen Dank für die Antworten und Ergänzungen zum 1. Teil -> [www.drehscheibe-online.de]



http://www.onkel-wom.de/bilder/straba_berlin/straba_b_09-125.jpg

(Bild 25) Am 21.11.1991 ging es zunächst in die Stadtmitte. An der Weidendammerbrücke bog die Straßenbahn damals noch von der Friedrichstraße auf den
Weidendamm ab, um die Endschleife Am Kupfergraben zu erreichen. Heute gelangt sie über den Bahnhof Friedrichstraße dorthin. Und mit solchen Gefäßgrößen
wird heute auch nicht mehr gefahren.



http://www.onkel-wom.de/bilder/straba_berlin/straba_b_09-126.jpg

(Bild 26) Rekozug als Linie 46 nach Niederschönhausen am Oranienburger Tor, verfolgt von einem Ikarus. Die Gleise nach links führen zum Hackeschen Markt.
(21.11.1991)



http://www.onkel-wom.de/bilder/straba_berlin/straba_b_09-127.jpg

(Bild 27) Schlimmer geht immer. Welche Strafen hätte man wohl für die aktuelle Fachkraft S. und seinen Vorgänger D. gefordert? (Hackescher Markt, 21.11.1991)



http://www.onkel-wom.de/bilder/straba_berlin/straba_b_09-128.jpg

(Bild 28) In der viergleisigen Wendeschleife S-Bahnhof Marx-Engels-Platz/Hackescher Markt endeten und begannen damals die Linien 15, 20, 28, 49, 58 und 63.
In Berlin ist halt alles etwas größer, kleinere Betriebe könnten hier ihren kompletten Wagenpark abstellen. (21.11.1991)



http://www.onkel-wom.de/bilder/straba_berlin/straba_b_09-129.jpg

(Bild 29) Ein Reko-Dreiwagenzug als Linie 49 kurz vor der Haltestelle Hackescher Markt. (21.11.1991)



http://www.onkel-wom.de/bilder/straba_berlin/straba_b_09-130.jpg

(Bild 30) Ein Solo-KT4D auf der Linie 71 zum Kupfergraben beim Abbiegen von der Neuen Schönhauser Straße in die Rosenthaler Straße. (21.11.1991)



http://www.onkel-wom.de/bilder/straba_berlin/straba_b_09-131.jpg

(Bild 31) Auf der Neuen Schönhauser Straße, zwischen den Haltestellen Weinmeisterstraße und Rosa-Luxenburg-Platz war eine KT4D-Doppeltraktion als Linie 15 nach
Falkenberg unterwegs. Die Strecke in der Alten und Neuen Schönhauser Straße wird heute linienmäßig nicht mehr befahren. (21.11.1991)



http://www.onkel-wom.de/bilder/straba_berlin/straba_b_09-132.jpg

(Bild 32) Ein Sprung nach Mahlsdorf: der Tatra T6/B6-Zug hatte die Endhaltestelle am dortigen S-Bahnhof fast erreicht. (21.11.1991)



http://www.onkel-wom.de/bilder/straba_berlin/straba_b_09-133.jpg

(Bild 33) Tw 113 war damals gerade drei Jahre alt und fährt seit 2010 im polnischen Szczecin. (21.11.1991)



http://www.onkel-wom.de/bilder/straba_berlin/straba_b_09-134.jpg

(Bild 34) Die nächste 83 an der Haltestelle Wilhelmsmühlenweg. Auch heute fährt die Straßenbahn hier noch eingleisig in Seitenlage der Hönower Straße. Allerdings
hat man eine Art Straßenbahn-Schutzstreifen auf die Fahrbahn markiert. (21.11.1991)



http://www.onkel-wom.de/bilder/straba_berlin/straba_b_09-135.jpg

(Bild 35) Eine 83 Richtung Köpenick bei der Einfahrt in die Haltestelle Wilhelmsmühlenweg. Als Fahrgast darf man auf dem Weg zur Straßenbahntür erstmal beide
Fahrspuren überqueren. Augenscheinlich läuft das aber angesichts der geringen Geschwindigkeit recht entspannt ab.
In Heidelberg hat man sich für solche Fälle damals extra ein paar Türen auf der linken Seite der Einrichtungswagen einbauen lassen. (21.11.1991)



http://www.onkel-wom.de/bilder/straba_berlin/straba_b_09-137.jpg

(Bild 36) Im weiteren Verlauf Richtung Köpenick liegt das Gleis auf knapp 3 km, im Wesentlichen schnurgerade, neben dem Hultschiner Damm. Auf diesem Abschnitt
gibt es vier Ausweichen. Am 21.11.1991 hatte ein Tatra-Zug die Ausweiche Ledebourstraße erreicht.



http://www.onkel-wom.de/bilder/straba_berlin/straba_b_09-136.jpg

(Bild 37) Eine 83 nach Wendenschloß an der Haltestelle Voltastraße. (21.11.1991)



http://www.onkel-wom.de/bilder/straba_berlin/straba_b_09-138.jpg

(Bild 38) Gefolgt von einem Arbeitswagen auf Rekobasis.



http://www.onkel-wom.de/bilder/straba_berlin/straba_b_09-139.jpg

(Bild 39) Zugkreuzung an der Ausweiche Bütower Straße. Links der Straßenbahngleise befindet sich heute eine Großtankstelle. (21.11.1991)



http://www.onkel-wom.de/bilder/straba_berlin/straba_b_09-140.jpg

(Bild 40) Auf ihrem weiteren Weg nach Wendenschloß erreichte die 83 den Köpenicker Schloßplatz. Just an dieser Stelle befindet sich heute die
Köpenicker Schloßplatzbrauerei. Vor der Verlegung in die Müggelheimer Straße (im Bild links) verlief die Straßenbahn noch direkt über den Platz und weiter durch
die Grünstraße. (21.11.1991)



http://www.onkel-wom.de/bilder/straba_berlin/straba_b_09-143.jpg

(Bild 41) Die Platzverhältnisse in der Grünstraße erforderten eine etwas spezielle Gleisführung. Der Rekozug auf der Linie 84 musste zunächst das rechte Gleis
benutzen, um dann nach links Richtung Freiheit abzubiegen. Nach Wendenschloß/Krankenhaus Köpenick hieß es dagegen, erst links antäuschen und dann rechts
abbiegen. (21.11.1991)



http://www.onkel-wom.de/bilder/straba_berlin/straba_b_09-141.jpg

(Bild 42) Ein Gotha-Großraumzug als Linie 21 auf dem Weg vom Krankenhaus Köpenick nach Schöneweide in der Kietzer Straße. Von rechts mündete das Gleis aus
der Grünstraße ein. (21.11.1991)



http://www.onkel-wom.de/bilder/straba_berlin/straba_b_09-142.jpg

(Bild 43) In der Kirchstraße war ein T6/B6-Zug auf der Linie 83 nach Mahlsdorf unterwegs. An der fragwürdigen Nutzung der Fläche rechts als Parkplatz, mitten im
Herz der Köpenicker Altstadt, hat sich bis heute nichts geändert. (21.11.1991)



http://www.onkel-wom.de/bilder/straba_berlin/straba_b_09-144.jpg

(Bild 44) Die letzten Gotha-Großraumzüge verdienten sich ihr Gnadenbrot im Bereich Köpenick. Den größten Teil ihres Linienweges von Alt-Schmöckwitz zum
Bahnhof Köpenick hatte die 68 schon hinter sich, als sie in die Haltestelle Freiheit einfuhr. (21.11.1991)



http://www.onkel-wom.de/bilder/straba_berlin/straba_b_09-145.jpg

(Bild 45) Das letzte Bild des Tages entstand in der Schleife Hirtestraße, unweit des Köpenicker Bahnhofs. Eine gewisse Ähnlichkeit mit einem Produkt aus
Düsseldorfer Fertigung konnten die Gotha-Großraumwagen wirklich nicht leugnen. (21.11.1991)


Unerwartete Funde in den Tiefen der Dia-Bestände führen nun dazu, dass es einen 3. Teil von der Berliner Straßenbahn 1991 geben wird. Der gehörte zwar zeitlich
vor bzw in den 1. Teil, ich habe aber keine Lust, da nachträglich in den bestehenden Beiträgen etwas zu ändern.


Bis dahin grüßt
Onkel Wom!





1-mal bearbeitet. Zuletzt am 08.07.20 10:36.
Hallo Wolfgang,

das ist wieder mal ein großartiger Bilderbogen, zusätzlich aufgewertet durch Dein Markenzeichen: die launigen, sehr unterhaltsamen Texte!

Vielen Dank und viele Grüße
Helmut U.
Hallo nach Berlin!

bis 1961 war es als Westberliner noch möglich, mit 20 Pfennig Westgeld mit der S-Bahn von Westend über die Ringbahn nach Schönhauser Allee zu fahren. Auf der Rückfahrt habe ich dann die U-Bahn von der Dimitroffstraße (heute Eberswalder Straße) wieder nach Hause zum Sophie-Charlotte-Platz für 50 Pfg Ostgeld genommen.

Meine Frage nun, ob es zu DDR-Zeiten die Dimitroffstraße in Ostberlin zweimal gab?. Oder hieß oben genannte Dimitroffstraße damals anders? Anbei ein Foto der Straßenbahn im Osten von Berlin vor langer Zeit:




Straba Berlin-O A022 1971-03-01 P846-1200 lss+Bw B-Lichtenberg.jpg

Eisenbahn- und straßenbahnfreundliche Grüße Von Karl-Friedrich Seitz am 7. 7. 2020

Re: [B] Die Berliner Straßenbahn 1991 (Teil 2 - 21B)

geschrieben von: Tf DR

Datum: 07.07.20 22:10

Wieder mal großartig Onkel wom!
Heutzutage kaum zu glauben, wieviele Sorten der Farbe Grau es gab.
Erstaunlicherweise hatte die Köpenicker Altstadt mehr Farbe abbekommen als das Stadtzentrum.

Eine Bitte: nicht zum, sondern nach Wendenschloß! (kein Gebäude, sondern Ortsteil)

Die Linie 21 fuhr übrigens zum U-Bf. Dimitroffstraße bis zur Schleife Eberswalder Straße.
Damit ist auch die Frage vom Kollegen Seitz beantwortet, die kurze Verlängerung der Dimitroffstraße hieß schon immer Eberswalder.
Man hat bei der Umbenennung des U-Bahnhofes einfach die andere Seite der Straße genommen.

Die 21 verkehrte nur am Wochenende und Feiertags, dabei ersetzte sie die "Werktätigen-Linien" 13, 82 und 26.

schöne Grüße
Tf DR
Gerade die Bilder aus Mitte sind ja super Zeitdokumente. Die Bahnen interessieren mich da nur am Rande. Herrlich! Oder auch schaurig, wie grau es damals da war.

Herzlichen Dank, auch schon für den ersten Teil aus Friedrichshain!
Danke!
Emil
Hallo!

Das war ja auch die erste Zeit nach der Wiedervereinigung. Bis alles so strahlt, wie heute, da lief noch viel Wasser die Spree entlang. Der Bauboom fing ja erst gerade richtig an. Besonders nett ist auch die Germed-Werbung an der Hausfassade im 1. Bild.

Das die Straßenbahnen teilweise nur mit einem KT4D fuhren, war noch dem starken Fahrgastrückgang zu verdanken. Doch recht bald sollte es zumindest in Berlin langsam wieder besser werden.

Kai-Uwe, der "Cottbuser"

Mit freundlichen Grüßen

Der Cottbuser
Moin und besten Dank!

Köpenick lag wohl in der Bunten Republik Deutschland, da gab es ja Häuser ohne Einheitsgrau.

Viele Grüße
Sören

Ein paar Antworten und eine Frage

geschrieben von: 0nkel_wom

Datum: 08.07.20 10:34

Guten Morgen zusammen

Danke für eure Antworten. Ich habe mal versucht, die Ereignisse von damals zu ordnen.

Karl-Friedrich:
Danke für das Bild. Sehr interessant, der Zweiachser (TM36?) ist ja fast genauso lang wie der Gotha-Großraumwagen mit vier Achsen.

Tf DR:
Wendenschloß habe ich geändert. Wissen wahrscheinlich nur Leute, die innerhalb der Berliner Stadtgrenze geboren wurden.

Der 21.11.1991 war ein Donnerstag, der Mittwoch davor Buß+Bettag. Dass die 21 nur an SA+SO fuhr, habe ich so auch in Erinnerung.
Das gibt auch der Fahrplan 1991/92 her, den ich zu Hause habe.
Nun muss in diesen Tagen irgend etwas gewesen sein, das einige Abweichungen vom Planbetrieb bewirkte.
- Die 21 in Bild 42 ist eindeutig mit S-Bf Schöneweide beschildert und fuhr an einem Donnerstag. Außerdem mit TDE statt Rekozug.
- Die 13 fuhr mit Rekozügen statt KT4D
- Die 82 fuhr mit T6/B6 statt Rekozügen. Der T6 in Bild 22 hatte S-Bf Ostkreuz noch nicht einmal auf dem Rollband.

Ich vermute mal, dass es irgendwo zwischen Karlshorst und Oberschöneweide eine Sperrung gab.
Vielleicht wissen die Einheimischen mehr.

Viele Grüße
Wolfgang

Re: Ein paar Antworten und eine Frage

geschrieben von: Sonntagsrückfahrkarte

Datum: 09.07.20 21:42

0nkel_wom schrieb:
Der 21.11.1991 war ein Donnerstag, der Mittwoch davor Buß+Bettag. Dass die 21 nur an SA+SO fuhr, habe ich so auch in Erinnerung.
Das gibt auch der Fahrplan 1991/92 her, den ich zu Hause habe.
Nun muss in diesen Tagen irgend etwas gewesen sein, das einige Abweichungen vom Planbetrieb bewirkte.
- Die 21 in Bild 42 ist eindeutig mit S-Bf Schöneweide beschildert und fuhr an einem Donnerstag. Außerdem mit TDE statt Rekozug.
- Die 13 fuhr mit Rekozügen statt KT4D
- Die 82 fuhr mit T6/B6 statt Rekozügen. Der T6 in Bild 22 hatte S-Bf Ostkreuz noch nicht einmal auf dem Rollband.

Ich vermute mal, dass es irgendwo zwischen Karlshorst und Oberschöneweide eine Sperrung gab.
Vielleicht wissen die Einheimischen mehr.

Hallo,

ja, genauso war es: seinerzeit wurde der vierspurige Ausbau der Treskowallee (damals noch Hermann-Duncker-Str.) zwischen Rummelsburger Str. und Ehrlichstr. vollendet, was auch Beeinträchtigungen für den Straßenbahnverkehr zur Folge hatte.

So fuhr die Linie 21 im Süden vom Krankenhaus Köpenick nach Johannisthal (Ersatz für Linie 17) mit T6/B6 und TDE/BDE, allerdings nur an Wochenenden/Feiertag. An Werktagen oblag das der Linie 82 zwischen Mahlsdorf-Süd und Johannisthal.
Insofern ist mir Dein Bild 42 (auf dem ich übrigens das ganz reguläre Ziel "U-Bf. Dimitroffstr." - inzwischen natürlich U-Bf. Eberswalder Str. ausmachen würde) auch nicht ganz plausibel, sofern Du Dir mit dem Aufnahmetag 21.11.91 sicher bist.

Die Fahrzeugeinsätze auf den benannten Linien wechselten mehrfach, sicher auch in Abhängigkeit von Bauarbeiten mit entsprechenden Leistungsverschiebungen. So gab es z.B. auch 1993 noch zumindest einzelne Rekozüge auf der Linie 13, kurz vor ihrer Einstellung.

Ansonsten vielen Dank für den Bilderbogen, in freudiger Erwartung auf Teil 3

Es grüßt die Sonntagsrückfahrkarte
0nkel_wom:
1991 war es für das so eifrig beworbene Produkt der Staatlichen Versicherung dann aber wirklich zu spät. [www.fotocommunity.de]


0nkel_wom:
Das ist ein Erbe von vierzig Jahren kommunistischer Mißwirtschaft. Also pflegte der Typ zu sagen und natürlich keinesfalls sich selbst zu meinen. Hatte den eigentlich schon erfolgreich vergessen ...

Re: [B] Die Berliner Straßenbahn 1991 (Teil 2 - 21B)

geschrieben von: MSS

Datum: 12.07.20 01:19

0nkel_wom schrieb:
http://www.onkel-wom.de/bilder/straba_berlin/straba_b_09-125.jpg


(Bild 25) Am 21.11.1991 ging es zunächst in die Stadtmitte. An der Weidendammerbrücke bog die Straßenbahn damals noch von der Friedrichstraße auf den
Weidendamm ab, um die Endschleife Am Kupfergraben zu erreichen. Heute gelangt sie über den Bahnhof Friedrichstraße dorthin. Und mit solchen Gefäßgrößen
wird heute auch nicht mehr gefahren.
Zumindest 2013 lag dort noch Gleise:

https://mortenschmidt.piwigo.com/_datas/7/o/d/7odqzpartj/i/uploads/7/o/d/7odqzpartj//2013/10/06/20131006015215-56e82c24-me.jpg


Danke für die schöne Bilder!

MFG
Morten aus Dänemark

Meine eisenbahnfotos: [mortenschmidt.piwigo.com]
NEUESTEN BILDER:[mortenschmidt.piwigo.com]
http://mortenschmidt.piwigo.com/uploads/7/o/d/7odqzpartj//2017/05/29/20170529221833-f5aca47d.jpg




2-mal bearbeitet. Zuletzt am 12.07.20 01:20.
Zur Ähnlichkeit mit dem treffend "Düsseldorfer Produkt" umschriebenen:
- Das Düsseldorfer Produkt war ja das ältere... * Es war auch schon in Größenordnungen unterwegs, als der hiesige Prototyp-Zug entstand. * Dem Prototyp-Zug folgte erstmal 3 Jahre: nichts! * Dem Nichts folgten zunächst nur Bw.; Tw. gab es erst wiederum 1 J. später. * Allerdings machten die hiesigen Züge alle Werksveränderungen von Gotha mit, z.B. Änderungen des Klappfenster-Typs. Bei Weiterbau der Großraumer wären auch sie sicher 1965 zierleistenlos dahergekommen, "wetten, dass?"
- Die - noch - offene Grenze bis 1961 ermöglichte hiesigen Waggonbauern durchaus, die bereits unterwegs befindlichen Düsseldorfer Produkte zu besuchen. Sicher wurde damals das eine oder andere Foto gemacht, die eine oder andere Skizze/Zeichnung erstellt, der eine oder andere Wagen auch mal an der Endstelle mit Maßband oder Zollstock vermessen... - Wie sagte man?: "Mit den Augen klauen - mit den Händen bauen"!
- Das Düsseldorfer Produkt kannte sowohl Varianten im gleichen Typ, wie die verschiedenen Typen überhaupt. Hier kam der 4-achser erst, als dort schon 6- und 8-achser normal waren. Das passierte hier wegen der bevorstehenden Produktionseinstellung nicht mehr, und auch der Großraumer ging als erstes, und sehr (vor)zeitig, leider wieder aus dem Programm: Bereits 1965 erschienen keine mehr, obgleich Glw und 2-achser noch bis 1967 gebaut wurden. Wegen der nur 3 Jahre Bauzeit ist also am T4-62/B4-61 nicht allzuviel modifiziert worden; lediglich der Prototyp-Zug machte eine Teilangleichung an die Serie durch; seine abweichenden Fenster und seine halbe Vordertür behielt er, nachdem man die Tw.-"Schnauze" serienkonform geändert hatte. Was ihm übrigens zwar etwas "Historie" nahm, aber optisch sehr gut bekam!
- Leipzig kolportierte (je nach Quelle) das baldige Erscheinen von 53 bzw. 75 solchen Zügen. Wie wir wissen, wurden davon 0 produziert...
- Das "Nachhinken" Gothas gegenüber Düsseldorf - der bekannten DDR-Probleme wegen - hatte also durchaus auch Vorteile. So nahm man sich nicht die Düsseldorfer Elektrik zum Vorbild, sondern eine bereits bewährte, bei der der Dredener Hecht Pate stand. Die DDR-Rationalisierung und Standardisierung bedeutete auch "gleiche Wagen", also gab es nicht "Kundenwünsche". In einer westlich organisierten DDR wären durchaus Drucktasten-Wagen für Dresden, Kurbel-Wagen für Magdeburg, Schaltrad-Wagen für Berlin und Schaltstangen-Wagen für Leipzig möglich gewesen... Solchem schob die DDR kategorisch einen Riegel vor!
Auch gab es nicht ("typischer DÜWAG à la PCC"; geänderte ER-Front [Hannover]; ZR-Typ) mehrere optisch abweichende Typen: Es gab nur die am ZR-Typ [Bochum] orientierte - und Gotha-ähnliche - Plattform!

- Daraus folgt - als eine meiner persönlichen Ansichten - dass der DDR-Zug eigentlich optisch deutlich schöner war als der West-Zug!!
Gut, der Westen war ca. 10 Jahre lang "Vorreiter"; das muss man anerkennen. Das aber fotogenste Produkt hat dann aber m.E. Gotha geliefert!

Wenn überall nur noch T6, KT4Dt und KT8 fahren würden, wäre die Welt gewiss eintöniger. Schöner wäre sie trotzdem!

Gelungene Dokumentation...

geschrieben von: held-der-arbeit

Datum: 28.07.20 12:48

... abgesehen von den Strassenbahnen zeigen die Bilder sehr gut, wie vergammelt alles in der DDR aussah. Das kann man sich kaum noch vorstellen. Und heute sitzt die SED in den Parlamenten.....