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? Wagendrehscheibe im Güterbahnhof?

geschrieben von: G1600BB

Datum: 30.06.20 12:30

Moin,

Wagendrehscheiben zur Feinverteilung von Güterwagen in Gewerbebetrieben kenne ich ja. Aber hier wurde eine mitten im Güterbahnhof installiert:

[www.landesarchiv-bw.de]

Wozu? Um Waggons zu drehen, deren Ladung (Fahrzeuge) vorwärts über die Rampe entladen werden sollten?

Danke für die Aufklärung.

Gruß aus dem Norden Bremens

"Ich besinne mich, dass es ihm in der Schule immer so schwer ward, die Commata und Puncta recht zu setzen. Sieht er,(...), wo der Verstand halb aus ist, setzt Er ein Comma; wo er ganz aus ist, ein Punctum, und wo gar keiner ist, kann er setzen was Er will." (Matthias Claudius - 1774)

Re: ? Wagendrehscheibe im Güterbahnhof?

geschrieben von: hochwald

Datum: 30.06.20 12:43

Ja sieht ganz so aus, da ist ja eine Kopframpe neben der nächsten und sooo alt ist das Bild ja gar nicht (Anfang 60er ca), das Gleis sieht auch regelmäßig befahren aus. Etwas befremdlich ist es allerdings schon, ich meine wozu gibts Rückwärtsgänge, bzw. kann man auch Gräte rückwärts von den Wagen ziehen.
Mmh aber noch verwunderlicher ist das gekappte Gleis rechts der SCheibe, das sieht ja fast so asu als wäre die Scheibe erst später eingebaut worden. Vielleicht gibts dann doch einen konkreten Anlass, etwa Umbau in der Nazizeit um spezielle Waffen zu ent-beladen ... also kurios ist das ganze schon und habe ich bisher nicht gekannt.

Re: ? Wagendrehscheibe im Güterbahnhof?

geschrieben von: Nietenreko

Datum: 30.06.20 13:24

Wagen mussten u. U. zur Entladung gedreht werden, wenn sie z. B. auf einer Seite ein Bremserhaus hatten oder wenn ein geladenes Fahrzeug nicht rückwärts oder seitwärts abgeladen werden konnte. Das klassische Ladegut für Rungen- oder Flachwagen waren bis in die frühen 60er Jahre hinein Möbelwagen, aber die konnten nicht rückwärts von den Waggons geschoben werden.

Hinweis: Beitrag kann Spuren von Ironie enthalten.

Re: ? Wagendrehscheibe im Güterbahnhof?

geschrieben von: V80max1

Datum: 30.06.20 13:26

Hallo,

woher hast du denn dieses:

Zitat
. Das klassische Ladegut für Rungen- oder Flachwagen waren bis in die frühen 60er Jahre hinein Möbelwagen, aber die konnten nicht rückwärts von den Waggons geschoben werden.
?? *grübel*

Stuttgart H/gbf (?)

geschrieben von: Peter Bäuchle

Datum: 30.06.20 13:28

Morsche

scheint mir Stuttgart Hbf/Rbf zu sein.
Evtl ist dies eine Drehscheibe um einseitig mit Ladetüren versehene gedeckte GW zu drehen??

mfg
Peter Bäuchle

Die Profalla-Wende: die Konzentration auf's Kerngeschäft..

Freiheit hört da auf, wo soziale Verantwortung der egoistischen Vorteilsnahme untergeordnet wird !

warum nicht rückwärts? (o.w.T)

geschrieben von: Peter Bäuchle

Datum: 30.06.20 13:29

(Dieser Beitrag enthält keinen Text)
Die Profalla-Wende: die Konzentration auf's Kerngeschäft..

Freiheit hört da auf, wo soziale Verantwortung der egoistischen Vorteilsnahme untergeordnet wird !

Schon mal ausprobiert?

geschrieben von: Nietenreko

Datum: 30.06.20 14:33

Ein beladener Möbelwagen wiegt zwischen fünf und acht Tonnen und steht auf vier schmalen, eisenbereiften Holzrädern, und wenn der verkehrt herum an der Rampe steht, brauchst du gefühlt zehn Mann, um den von Hand herunter zu schieben, zwei Mann, die die Deichsel bewegen, und noch einen, der zur Not Keile vor die Räder schmeißt, denn bremsen kann man so eine Fuhre nicht. Da ist es schon einfacher, den Wagen richtig herum stehen zu haben, also mit Deichsel zur Rampe, und ihn mit einer Zugmaschine oder früher auch zwei Pferden herunter zu ziehen.

Hinweis: Beitrag kann Spuren von Ironie enthalten.

Re: Stuttgart H/gbf (?)

geschrieben von: m38902687-1

Datum: 30.06.20 15:13

Ja, das ist der alte Stuttgarter Ortsgüterbahnhof der sich im Zwickel neben dem Hbf und der Heilbronner Straße befand, wo heute die Glaspaläste unserer Zinsenräuber stehen. Da gab es sogar auch einen Ablaufberg mit Ablaufsignalen. Die Scheibe diente zu Drehen von Wagen die nur über die Kopframpe beladen werden konnten und verkehrt herum standen. Das gleiche galt für Wagen, bei welchen eine verschobene Ladung reguliert werden musste und der Wagen zur Richtwand ebenso verkehrt herum stand. Mal einfach gesagt. Gruß Fritzle.
... Siloauflieger der Fa. Spitzer.
Entweder wird in Heilbronn bzw. Mosbach-Neckarelz, wenn der Auflieger anders herum ankommt, wird in Bad Friedrichshall-Jagstfeld entladen.

Danke. Link zum Archiv

geschrieben von: G1600BB

Datum: 30.06.20 17:01

Danke für Eure Antworten.

Das Bild stammt aus dem sehr sehenswerten Nachlass Hans Noller: Sammlung zum Eisenbahnwesen in Württemberg

[www2.landesarchiv-bw.de]

zusätzlich zu den bereits genannten Antworten...

geschrieben von: Stefan Walter

Datum: 30.06.20 17:37

Zusätzlich zu den bereits genannten Antworten, gab es auch noch gedeckte Güterwagen mit nur einer Stirntür (auf einer Seite), die vor dem Be-/Entladen gedreht werden mussten. Spontan fällt mir dazu aber nur der ex-östereichische Glt 19, der aber wegen seiner großen Ladelänge, trotz Splittergattung, noch recht lang im Einsatz war.

mfG
Stefan Walter

nNch ein Grund ...

geschrieben von: Palatino

Datum: 30.06.20 17:51

... dass eine Wagendrehscheibe Sinn macht:

Im Güterbahnhof von Landau in der Pfalz gab es bis in die 90er Jahre eine Drehscheibe, auf der gelegentlich gedeckte Güterwagen gedreht wurden. Nebenan hatte eine Fruchtimportfirma ihr Lager, die bekamen häufig Wagengruppen mit Obst aus Spanien. Das war in Kisten auf Paletten verladen, die aber häufig nicht richtig gesichert waren. Wenn man dann auf einer Seite eine Tür öffnete, kam einem die halbe Ladung entgegen. In solchen Fällen fuhr die Bahnhofs-Köf den Wagen auf die Scheibe und drehte ihn um 180°, so dass die gegenüberliegende Tür an der Rampe stand, und die konnte meist ohne größere Unfälle geöffnet werden.

Grüße aus der Pfalz
Hubert

Re: zusätzlich zu den bereits genannten Antworten...

geschrieben von: Wolfram D.

Datum: 30.06.20 21:23

Stefan Walter schrieb:
Zusätzlich zu den bereits genannten Antworten, gab es auch noch gedeckte Güterwagen mit nur einer Stirntür (auf einer Seite), die vor dem Be-/Entladen gedreht werden mussten. Spontan fällt mir dazu aber nur der ex-östereichische Glt 19, der aber wegen seiner großen Ladelänge, trotz Splittergattung, noch recht lang im Einsatz war.

mfG
Stefan Walter
Glt 23 mit Handbremse bedurften ebenfalls der richtigen Zustellung, tschechische Glt 93 mE auch.

Gruß
Wolfram

Re: nNch ein Grund ...

geschrieben von: Anschlussbahn

Datum: 30.06.20 23:16

Hallo,

> Im Güterbahnhof von Landau in der Pfalz gab es bis in die 90er Jahre eine Drehscheibe, auf der gelegentlich gedeckte
> Güterwagen gedreht wurden. Nebenan hatte eine Fruchtimportfirma ihr Lager, die bekamen häufig Wagengruppen mit Obst aus
> Spanien. Das war in Kisten auf Paletten verladen, die aber häufig nicht richtig gesichert waren. Wenn man dann auf einer
> Seite eine Tür öffnete, kam einem die halbe Ladung entgegen. In solchen Fällen fuhr die Bahnhofs-Köf den Wagen auf die
> Scheibe und drehte ihn um 180°, so dass die gegenüberliegende Tür an der Rampe stand, und die konnte meist ohne größere
> Unfälle geöffnet werden.

interessante Anwendung :-)

Bei uns in Rheine gab es in der BFO Ende der 60er Jahre vier taegliche Fahrplantrassen fuer Drehfahrten. Da wir ein Gleisdreieck hatten, war das dann kein Problem. Aber zwei Drehscheiben gab es auch in den beiden Bw.

Armin

[www.muehlenroda.de] (Muehl privat)
[www.museumsstellwerk.de] (Museumsstellwerk Rheine e.V.)
Hallo,

in Stuttgart wurde damals Porsche für den Export in gedeckten Güterwagen verladen. In so einem Glt.19 passten auf zwei Ebenen verteilt vier der flachen Porsche rein. Wenn der Wagen falsch herum stand, konnte er nicht an der Kopframpe beladen werden.

Die Porsche für den Export werden seit vielen Jahren in der ehemaligen Stückguthalle in Kornwestheim verladen.

Grüße
Markus

Re: ? Wagendrehscheibe im Güterbahnhof?

geschrieben von: Zuffenhausen

Datum: 01.07.20 10:32

gelöscht



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 01.07.20 10:41.

Re: ? Wagendrehscheibe im Güterbahnhof?

geschrieben von: KBS962

Datum: 01.07.20 10:59

V80max1 schrieb:
Hallo,

woher hast du denn dieses:

Zitat
. Das klassische Ladegut für Rungen- oder Flachwagen waren bis in die frühen 60er Jahre hinein Möbelwagen, aber die konnten nicht rückwärts von den Waggons geschoben werden.
?? *grübel*
Nicht nur Möbelwagen. Auch z.B. Zirkuswagen, und viel häufiger landwirtschaftliche Geräte, die alle keinen eigenen Antrieb hatten und daher von einer Zugmaschine (oder von Pferden) gezogen werden mussten. Wenn die Ladung falsch herum auf dem Wagen stand, musste der Wagen gedreht werden.

Es gab Behälter "Von Haus zu Haus", die nur auf einer Seite entladen werden konnten, weswegen die Wagen regelmäßig gedreht wurden. Das wurde beispielsweise auf der Drehscheibe des Bahnbetriebswerks Schongau bis 1984 so praktiziert.

Grüße
Andreas

Re: ? Wagendrehscheibe im Güterbahnhof?

geschrieben von: Rasendampfer01

Datum: 01.07.20 19:06

Wagen drehen, diese Notwendigkeit gabs immer wieder auch mal in Südostbayern.
Für eine in Waldkraiburg ansässige Klammern-Firma wurde ein Wagen auf der damals in Mühldorf am Inn noch
betriebsbereit vorhandenen Drehscheibe gewendet, um ihn an der Waldkraiburger Kopframpe beladen zu können.
(--Aufnahme vor 1980...--)

https://abload.de/img/beck-wagenwirdgedrehtohktu.jpg



2-mal bearbeitet. Zuletzt am 01.07.20 19:08.

ja, aber...

geschrieben von: Stefan Walter

Datum: 01.07.20 20:07

Die Drehscheibe im Eröffnungsbeitrag hat aber keine weiteren Gleise außer dem einzigen Zufahrtsgleis. Egal im welchen Winkel der Wagen gedreht würde, macht es keinen betrieblichen Sinn.
Damit bleibt m.M. nur eine betrieblich notwendige Drehung um 180 ° übrig.

Ich frage mich nur, wie lange die Drehscheibenbühne war. Auf dem Gleis links vom Autotransportwagen steht übrigens ein gedeckter Güterwagen mit Stirntür(en). Auf der Drehscheibe selbst scheint mir ein Rmrs 31 oder Rmms 33 zu stehen, jedenfalls kein längerer Rlmms 56/58.


viele Grüße
Stefan Walter

Re: ja, aber... - Doch, ist sinnvoll

geschrieben von: KBS962

Datum: 01.07.20 22:45

Stefan Walter schrieb:
Die Drehscheibe im Eröffnungsbeitrag hat aber keine weiteren Gleise außer dem einzigen Zufahrtsgleis. Egal im welchen Winkel der Wagen gedreht würde, macht es keinen betrieblichen Sinn.
Damit bleibt m.M. nur eine betrieblich notwendige Drehung um 180 ° übrig.
Es geht einzig und allein darum, einen Wagen um 180° zu drehen. Es wurden hier schon einige Gründe genannt, warum das betrieblich nicht nur sinnvoll, sondern notwendig war. Natürlich will niemand einen Wagen um einen anderen Winkel drehen.

Grüße
Andreas
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